Baak« hio. Diese selbst find namentlich im Nebel gefährdet wie sie andererseits auch der Schifffahrt Gefahr bringen. Durch Schaffung fester Fahrrouteu glaubt mau zu erreiche», daß diese Flottillen im Nebel zur eigenen Sicherheit auS der ihnen bekannten Route herauSgehen und so sich selbst, wie die Schifffahrt vor Gefahren bewahren werden. Ganz be- sonderer Nachdruck wird schließlich auf die schon seit Jahren bestehenden, wenn auch privaten Bereinbarnugen der großen, am nordamerikauischen Verkehr betheiligten SchifffahrtSgesell« schäften gelegt, nach welchen diese Gesellschaften ihre Dampfer auf bestimmten Routen laufen laffen und so gute Resultate damit erzielt haben, daß im laufenden Jahre eine Reihe bisher nicht einbegriffener Rhedereien sich der Urberetukuuft angeschloffen haben.
— Die b evorstehevde Militärvorlage. Dem Reichstag wird als Hauptaufgabe in der nächsten Session die Militarvorlage zugehen, wie eS nicht anders sein kann, da das lausende Milttärquinquennat am 31. März kommenden Jahres sein Ende erreicht, und das Heerwesen somit eine neue gesetzliche Basis erhalten muß. So erwacht denn auch die alte Opposition gegen die Wehrhaftigkeit des Reiches aus ihrem fünfjährigen Schlummer und greift nach dem alten Rüstmatertal, der Abg. Richter nach dem Rechenstift, womit dem Steuerzahler tu solchem Fall bewiesen wird, daß es um die Finanzen zu jämmerlich bestellt ist, und „Genosse" Bebel nach den Heften, in denen geschrieben steht, daß das Deutsche Reich nur mit einer Miliz sich auf die Dauer im Rathe der Völker behaupten kann und daß in militärischen Fragen außer den socialdemokrattschen Führern allenfalls noch Herr Bleibtreu als Sachverständiger auzusrhen sei, alle Anderen aber klägliche Stümper find. Minder bequem, als diese Gegnerschaft find die Mittheiluugen, die über die künftigen Forderungen der Militärverwaltuog bereits durch die Blätter gehen und insbesondere bezüglich der Erhaltung der militärischen Dienstzeit und die künftige Präsenzstärke Beunruhigung erregen. Dem gegenüber ist die Erinnerung am Platz, daß nach dem Stande der Arbeiten der zunächst entscheidende Factor der BuudeSrath bisher noch keine Gelegenheit gehabt hat, sich Über die künftigen HeereSforderungeu schlüssig zu machen. Daraus ergiebt sich, daß die bisherigen Mittheiluugen nur Bermuthungeu oder Anregungen privater Natur find, da es den Traditionen der Militärverwaltung nicht entspricht, durch vorzeitige Veröffentlichung ihrerseits die verfaffuugSmäßige, freie Entscheidung der verbündeten Regierungen zu vinculiren.
Lehe, 3. November. Bei der dritten Matrosen Artillerie- Abtheilung wird eine Stamwcowvagnie für Kiau- tschou gebildet. Heute wurden 65 Ersotzrekruten und 50 Dreijährig.Freiwillige eingestellt. Nach beendigter Ausbildung sollen fie nach Ostafieu in See gehen.
Paris, 5. November. Der „Matin" meldet auS New« Aork, daß die gesammte amerikantsche Flotte bereit ist, beim ersten Signal ausgerüstet nach Spanten abzufahren und dort eine Flotten-Demoostration zu orgauisiren, um damit einen Druck auf die Unterhandlungen bezüglich der Philippinen- frage auSzuübeu.
Paris, 5. November. In colonialen Kreisen ist man der Ar.ficht, daß Marchand, sobald er von Kairo auS der Regierung seinen vollständigen Bericht eiugesaadt haben wird, auf direktem Wege nach Frankreich zurückkehren werde. War die Senegal-Truppen anlangt, so würden dieselben wahrscheinlich über Abeffyutev nach Frankreich zurückkehren oder aber fich der Expedition Leontiew anschließen.
Paris, 5. November. Die gesammte Preffe commentirt die in der gestrigen Kamwrrfitzuog gemachten Erklärungen und drück: drr Regierung ihr Vertrauen auS. Nur „Autorits" ist mit Dupuy nicht zufrieden, alle übrigen Blätter bezeichnen das neue Cabinet als ein energisches, welches ent* schlofieu sei, Wahrheit und Gerechtigkeit zu üben.
Pari», 5. November. Ein neues Ministerium ist gestern mit einem neuen Programm vor die Kammer ge- treten, und dieses Programm wird voraussichtlich das Beste an diesem Ministerium sein. Denn wie der Weg zur Hölle ist auch der Pfad eines franzöfischen CabinetS mit guten Vorsätzen gepflastert. Wenn eine Krisis dem Sport der Redekäwpse im PalaiS Bourbon eine natürliche Pause gesetzt hat, pflegt dieser ministerielle Programmsport anzuheben, der dahin zielt, den Vorgänger mit schönen Worten und Redensarten zu übertrumpfen. Eine weitere Bedeutung haben die ministeriellen Erklärungen schon längst nicht mehr,- kein Ministerium der letzten zehn Jahre, das langlebige Cabinet Msline nicht ausgenommen, hat sein Programm wahr gemacht, und allmählich werden auch die Versuche, eS zu thuu, auf- hören, denn die Drputirtenkawmer pflegt nachgrade schon den Anfang der Ausführung mit dem Sturze zu strafen. Deshalb und weil das Parlament wie die öffentliche Meinung über dem Gezänk des Tages längst daS Interesse und die Lust an ernster Arbeit verloren haben, bleiben auch die schönen Dinge, mit denen gestern Herr Dupuy als den yfoclcltn Pflichten der Republik" prunkte, als da find die Altersversorgung der Arbeiter, die Eiusührung der laudwirth« schastlichen Creditaustalten, die Hebung der nationalen Industrie und selbst die Ersetzung der mittelalterlichen Personalsteuer durch eine der Gerechtigkeit entsprechende Einkommensteuer, tobte Buchstaben. Grade diese E^kenntniß der fortdauernden Rückständigkeit in allen Aufgaben des modernen Staates war es, die vor Jahr und Tag die Abkehr von der Covcentration, von den vergeblichen Versuchen der Einigung der uneinigen Republikaner, veranlaßte und den Partei- Ministerien Bourgeois', MölineS und BriffonS den Weg ebnete. WaS selbst diese homogenen Cabinette nicht vermochten, wird aber einem Cabinet Dupuy, der neuen Verkörperung der alten Coucentratton, indem der Eine hott und der andere hü sagt, sicherlich nicht gelingen. Dieses Ministerium ist vielmehr schon seiner Zusammensetzung nach nichts als rin BerlegeuheitScabinet, das nur die etue Aufgabe hat, die zer-
fetzende DrehfuSgefchichte auf die eine oder die andere Weife aus der Welt zu schaffen,- wenn es diesen Zweck erfüllt hat, wird es den Weg feiner Vorgänger gehen müssen. Wie die Dinge liegen, ist auch diese Aufgabe schwer genug, und vielleicht scheitert Dupuy schon au ihr, wie daran Brisson und im Grunde auch Msüne gescheitert find. Daneben hat eS fich noch mit einer recht unbehaglichen Lage der auswärtigen Politik abzufinden, denn es scheint, als ob England ent* schlossen sei, fortan eine schärfere Tonart anzuschlagen, nicht nur um die nunmehr beendete Faschodageschichte zu begleichen, sondern um ein für allemal auch die Steine wegzuräumev, die ihm Frankreich in jahrelanger stiller Thätigkeit im Osten und int Westen Afrikas in den Weg gerollt hat. Dupuy mag nicht ohne Grund daS „kostbare Büudniß" angerufen haben, dessen die Republik fich erfreut, denn davon, wie Rußland fich entscheidet, wird in der That die Gestaltung der Zukunft abhängen. „K. Z."
Petersburg, 6. November. Bekanntlich hat der russische Minister deS Innern vor Kurzem eine Reise nach den mitt- leren Gouvernements des Reiches unternommen, um die Ausführung der Hilfeleistung für die von der Mißernte hart betroffene Bevölkerung zu überwachen. Diese Reise ist auf persönlichen Befehl deS Czaren Nicolaus II. erfolgt, welcher durch den Brief des Grafen Bobrinskij über die Fahrlässigkeit der Gouverneurs von Tula, bei der Bewerkstelligung der Hilfeleistung auf die im Hungergebiete herrschende Gleichgiltigkeit der Beamten aufmerksam gemacht wurde. That- sächlich hat Minister Goremykin die Entdeckung gemacht, daß viele Gouvernements zur Verpflegung der Bevölkerung bis zur künftigen Ernte fast nichts gethan haben. DaS Gouvernement Samara allein benöthigt mehr als fünf Millionen Rubel zur Versorgung der von dem Noihstande Betroffenen mit Lebensmitteln. In Rußland erwartet mau von der Ministerreise, daß sie auch die Regelung der Berpflegungs* frage in den Dörfern endgiltig im Gefolge haben werde.
— Nicht mit Unrecht erkennt die spanische Preffe an, daß gegenüber den amerikanischen Ansprüchen auf diePhilippinen jedes Anrufen Europas, das mit anderen Fragen genug zu thun habe, vollständig nutzlos sein und Spanien ganz und gar selber überlassen sein würde. Mac Kinley wird mit der ihm bekannten Zähigkeit auf der Forderung bestehen und zwar aus dem einfachen Grunde, weil ihm seine Partei-Bosse (d. i. Parteiführer) keine andere Wahl lassen. Sie waren mit dem Präsidenten, wie es guten Impresarien zukommt, auf der Agitationsreise für die Wahlen zum Röpräsentantenhause der Vereinigten Staaten und haben dabei die Ueberzeugung gewonnen, daß der Wahlsieg am kommenden 8. November nur um diesen Preis zu gewinnen ist. Die republikanische Partei muß dem Lande die ganzen Philippinen als Angebinde bringen, will sie die Gegner, die Demokraten, nicht ans Ruder laffen. Damit die Sache aber nicht ganz wie ein Raub aursieht, ist ebenso endgiltig beschlossen worden, die Spanier zu „entschädigen", und zwar ist man bereit, ihnen entweder vierzig Millionen Dollars zu zahlen oder in irgend einer verkappten Form die etwa gleich starke Insel- schuld abzunehmen. Uebrigens wird den Spaniern gegenüber die Tactik dieselbe bleiben; man wird ihnen diese „Lösung" in einer Weise vorschlagen, die thatsächlich, wenn auch nicht der Form nach einem Ultimatum gleichkommt. — Trotzdem ist übrigens die republikanische Partei ihres Sieges keineswegs so sicher; es giebt sogar gute Kenner des Landes, die einen Sieg der Demokraten durchaus nicht für ausgeschlossen halten.
Türkei. Eine vielumstrittene Frage hat soeben ihre vorläufige Lösung gefunden. Am Freitag ist die Insel Kreta nun auch förmlich in die Verwaltung der vier betheiligten Mächte übergegangen. Am Donnerstag hatte sich der Rest der türkischen Truppen in Kanea bis auf einige hundert Mann eingeschifft und am Freitag früh nahmen die internationalen Truppen Besitz von den Befestigungen der Hauptstadt, wobei die Italiener die Bastion besetzten. Die bisher auf den Wällen gehißten Flaggen der Mächte wurden niedergeholt und statt dessen inmitten der Stadt, vor dem von dm Franzosen besetzten Verwaltungsgebäude, wieder gehißt. Die Verwaltungsbureaus sind von den Admiralen in Besitz ge- nommen worden mit Ausnahme der Post- und Telegraphen- bureaus, welche vorläufig zur Verfügung der türkischen Behörden bleiben. Eine von den Admiralen erlassene Proc- lamation verbürgt insbesondere den Muselmanen Schutz. — Inzwischen ist auch die von Rußland betriebene Ernennung des Prinzen Georg von Griechenland zum Fürst Gouverneur von Kreta als Thatsache zu betrachten. Allerdings bedarf er noch der Bestätigung des Sultans. Aber auch wenn diese ausbleibt, wird Prinz Georg von den Admiralen in fein Amt eingesetzt werden. Der Prinz war bekanntlich zu Beginn des griechisch - türkischen Krieges mit einer Torpedo«Flottille ausgefahren, um für Griechenland Besitz von Kreta zu ergreifen. Damals hat in Folge der Blokade die Insel nicht betreten werden können,deren Fürst- Gouverneur er nunmehr unter dem Schutze der vier Mächte wird, welche allerdings die Wahrung der Suveränetät des Sultans zusicherten. That- sächlich erfolgt durch die Einsetzung des Prinzen Georg der innerste Anschluß Kretas an Griechenland, wenn auch form» lich die Oberhoheit der Türkei andauert. Allerdings harren des Fürften-Gouverneurs und der vier ihn einsetzenden Mächte noch sehr schwierige Aufgaben auf der Insel. Die Bewohner Kretas sind an eine geordnete Verwaltung nicht gewöhnt und haben allezeit einen starken Mangel an Rechtssinn bekundet. Die Wiedereinsetzung der Mohamedaner in ihren Grundbesitz sowie der Schutz der mohamedanischen Minderheit wird eine wesentliche Obliegenheit der neuen Verwaltung bilden. — Vorläufig wird eine türkische Flagge außer in der Hauptstadt Kanea noch in Kandia, Hierapetra, Grabusa und Rethymo gehißt bleiben. Läßt man dem Sultan irgend ein äußeres Zeichen seiner Suveränetät auf Kreta, so dürfte er sich auch eher zur förmlichen Nachgiebigkeit in der Gouver- neursfrage geneigt zeigen. — Die Russen suchen sich in Rethymo und Umgegend Liebkind zu machen, namentlich auch
bei den Mohamedanern. Der Thronbesteigungstag des Zareu ist von ihnen benutzt worden, um auch diesen Bevölkerung»- bestandtheil zu Huldigungen und Freudenbezeugungen zu veranlassen, welche der halbamtliche russische Draht in alle Welt zu melden fich beeilt.
CecaUs rrird ^provinzielles.
Meße», 7. November 1898.
Rene Reichsbanknoten. Neuartige 100- und 1000* Markschrine werden, wie man dem „Berliner Lokal-Auzrtger" meldet, demnächst in den Verkehr gelangen. Diese neuen Reichsbanknoten tragen das Datum 1. Juli 1898 und weisen verschiedene Abweichungen von den alten Scheinen auf. So ist z. B. der Pflanzenfaserstreifen nicht recht», sondern link» vom Datum gesetzt,- bei den lOO-Markscheinen ist er roth, bei den Scheinen zu 1000 Mark grün gefärbt. Ferner haben die neuen Scheine noch ein zweites Wasserzeichen, welches abwechselnd einen großen Buchstaben de» lateinischen Alphabet» in fich birgt. An maßgebendster Stelle wurde hierzu mitgetheilt, daß da» Datum für die Ausgabe noch nicht festgesetzt ist. Dieser Tag wird unter genauer Beschreibung der neuen Noten noch, öffentlich bekannt gemacht werden.
Butzbach, 5. November. Mit der Feier de» Geburtstage» Ihrer König!. Hoheiten unsere» Landesfürstenpaare» am 25. November dürste wohl die neue Turnhalle und d-r» Verein»hau» bezw. Kleinkinderschule zum ersten Mal öffentlichen Zwecken übergeben werden. Da» Gebäude ist bi» dahin, nachdem die sehr nmfaffenden RenovationSarbetten nach der Gewerbean»st<llung fertig gestellt find, zur würdigen Einweihung bereit, und für diese könnte durch den Einzug der Kinderschule in die neuen Räume und die Abhaltung der Geburtstagsfeier in der Turnhalle durch hiesige Garnffon, welch' letztere kur vorherrschend Seiner Köuigl. Hoheit dem Großherzog verdanken, kein befferer Tag gewählt werden.
Mainz, 5. November. Die Ergänzungswahleu zu der hiesigen Sradrverordneteaversawwlung find nunmehr definitiv auf den 19. dS. MtS. anberaumt. Et sind nicht weniger wie 20 Stadtverordnetenfitze, nahezu die Hälfte dr» ganzen Collegium», neu zu besetzen. Da» Centrum, die Nationalliberalen und die Demokraten haben fich geeinigt, gemeinschaftlich Candidaten aufzustellen, wogegen die Socialdemokraten und eine sogen. Bürgerpartei mit eigenen Candi- daten hervortrttt. — Die im städtischen Ga»werk hier vorgekommenen Unterschleife finden den nächsten Freitag ihr gerichtliche» Nachspiel, und zwar nicht, wie vielseitig gemeldet wurde, vor dem Schwurgericht, sondern vor der Strafkammer de» Landgerichts. Al» Beschuldigte erscheinen auf der Au- grklagtenbank der Direktor, der Buchhalter, der Kasfirer sowie ein Kaffendiener des Ga»werk». Die Anklage gegen den Director lautet auf Untreue im Amt. — Die Eröffnung de» neuen Schlacht- und BtehhofeS hat auch die Gründung einer GenofsenschaftSfchlächterei zur Folge gehabt, welche von mehreren Häute- und Fetthändlern, um der Metzgerinnung Coocurrenz zu machen, in» Leben gerufen wird. Die Metzger- innung hat nämlich bei Eröffnung de» neuen Schlachthofe» eine Genoffenschaft zur Häute- uub Fettverwerthung gegründet, wodurch die bestehenden Häute- und Fetthandlungen sehr geschädigt werden, wosür man fich jetzt durch die Errichtung der Genoffenschast-schlächterei an der Metzgerinnung rächen will. — Die Eisenbahndirection Mainz hat sitzt eine Eisenbahnschule eiogerichtet, wie solche bei verschiedenen anderen Eisenbahndtrectioneu bereit» bestehen. Al» Lehrer fungiren geeigneteB-amten, wie Seeretäre, Rechnungsrevisoren, Bnreau- asfistenten rc.
Ans Rheinhessen, 4. November. Der „Neue" ist bei uns jetzt in voller Gäre. Soweit fich benrrheilen läßt, verspricht er „paffabel" zu werden. Leider ist die Einlagerung an der Quelle in diesem Jahre sehr gering und zwar wegen bei geringen Quantum» der Trauben- deßhalb dürfte in diesem Herbst so manche Straußwirthschaft nicht fnnetioniren.
PtVulipyU»»
• Vom Westerwald, 2. November. Die Fett Vieh» preise, insonderheit die Schweinrpreise, find dermalen in hiesiger Gegend so hoch, wie da» noch niemal» hier der Fall war. Obwohl auf allen Märkten während der ganzen Jahre kleine und große Magerschweine in starker Zahl zum Verkauf standen und auch stet» zu hohen Preisen willige Abnehmer fanden, find doch fette Schweine ein sehr stark gesuchter Handelsartikel geworden. Al» Ursache dieser Erscheinung wird die Grenzsperre angegeben und da der Bedarf und die Zufuhr von Schweinen in den Großstädten bei Weitem nicht auSreicht, so durchziehen Händler und Metzger die hiefige Gegend und zahlen Preise, mit denen der Mäster zufrieden sein kann. „N. B."
• Der Schreiber Bruno Werner, der in Gemeinschaft mit dem Laufburschen Grosse s. Z. den Justizrath Lewy in Berlin ermordete, ist jetzt im Gefängmß gestorben.
* 214 Millionen Franc» verwettet wurden im letzten Jahre am Totalisator in Frankreich. 4 27 Millionen bezog der Staat alS seinen Antheil.
• Sine unglaublich klingende Erinnerung an die Belagerung Straßburgs vor 28 Jahren findet sich in der „Straßb. Bürger- zettnng", der wir die Verantwortung für die Richtigkeit über* laffen müssen. AuS Anlaß von Pionierübungen soll kürzlich auf dem Exercterplatz vor dem Steinthor ein alter französischer Minengang aufgefunden worden sein, der fich von dem Exerzierplatz bis nach dem Vorort Schiltigheim erstreckt, also gerade in jener Gegend, in welcher die entscheidenden Angriffe gegen die Festung durchgesührt oder doch vorbereitet worden find- die Mine endigt genau cn einem Punkt, wo fich 1870 eine deutsche BelagerungSbatierie befand. Darnach wüßte man annehmen, daß die damalige französische Besatzung Straßburg» von der Existenz der unterirdischen Mine gar nicht» gewußt hat! Denn hätte man davon gewußt und da-


