Ausgabe 
8.2.1898 Erstes Blatt
 
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und von zwei Nachbarvereinen, Wetzlar und Weilburg, durch . Vertreter beschickt. Bei Eröffnung der Verhandlungen be­grüßte der Vorsitzende, Herr Nathan Stamm, die Mitglieder und sprach seine Freude und seinen Dank für ihr zahlreiches Erscheinen aus. Hieraus wurde zur Erledigung der Tages­ordnung übergegangen und als erster Punkt die Prüfung der Rechnung vorgenommen und nach deren Rlchtigbefund bem Rechner Decharge ertheilt. Demnächst wurde die Zahl der im letzten Rechnungsjahre unterstützten Lehrlinge, sowie das Handwerk, dem sie sich gewidmet hatten, bekannt gegeben. Dem hierbei geäußerten Wunsch des Vorstandes, daß man sich doch auch dem schwereren Handwerk mehr zuwenden möchte können wir nur insoweit beipflichten, als dabei keine Pression auf Eltern oder Söhne ausgeübt und beiden die Berufswahl nicht verkümmert wird, weil es unseres Be­denkens durchaus psychologisch falsch ist,Jemanden zurErgreifung eines bestimmten Berufes zu überreden, da sonst in den meisten Fällen Fahnenflucht die Folge sein dürfte. Betont wurde in der sich daranschließenden Debatte, daß in großen Handwerkscentren wie Berlin, Breslau und Frankfurt a M. man bie Beobachtung gemacht habe, daß daselbst auch das schwere Handwerk in genügender Weise vertreten und eine Abneigung dagegen hierorts wohl anderen Ursachen zuzu- schreiben sei. Eine hiernach vorgenommene Ergänzungswahl des Vorstandes ergab Wiederwahl der ausscheedenden Mit­glieder. Als letzter Punkt der Tagesordnung war ein Vor- trag des Herrn Provinzialrabbiners Dr. Sander über das Handwerk inBibel und Talmud" vorgesehen. Redner führte aus, daß das Handwerk in der Bibel stets rühmend erwähnt und das Lob der Arbeit an gar vielen Stellen verkündet werde. Dies fei vorzugsweise der Fall in den Sprüchen Salomonis, während demgegenüber die biblische Gesetzgebung dem Handel geradezu entgegen arbeite, sodaß das alte Israel, bis zum Verluste des eigenen Landes, in nur unbedeutender und anderen Völkern des Alterthums gegenüber, nur unter­geordneter Weise sich mit dem Handel befaßte. Dem ent­gegen seien in der talmudischen Zeit schon das Handwerk wie jede andere fleißige Arbeit, wegen ihrer versittlichenden Kraft geehrt und der Nachahmung empfohlen worden. Und diese Mahnung habe solchen Erfolg gehabt, daß die be- deutendsten Talmudlehrer sich vom Handwerk ernährten, ohne dadurch ihrem wirklichen Berufe untreu zu werden, ja daß sie nach gethaner Arbeit oder an Sabbaten und Festtagen Lehrvorträge ohne Entgeld hielten, und daß manche von ihnen sogar während ihrer Arbeit mit den Schülern reiften* schaftliche oder religiöse Themata besprachen. Höchst be- achtenswerth sei die Verschiedenheit in der Beurtheilung, die das Handwerk im Judenthum fand, von derjenigen bei den Griechen, etwa bei Plato in seinerRepublik", reo das Handwerk als ein nolhwendiges Uebel betrachtet wird und der Handwerkerstand rechtlos ist und nur den beiden höheren Ständen zu gehorchen und zu dienen hat. Durch die Innungen, von denen die Juden ausgeschlossen würden, sei ihnen der Weg zum Handwerk versperrt oder doch wesentlich erschwert, oft gar unmöglich gemacht worden, so daß sie nothgedrungen sich dem Handel zuwenden mußten. In neuerer Zeit seien in allen größeren Städten Vereine zur Förderung des Handwerks unter den Juden erstanden, deren Zahl sich in Deutschland auf etwa 60 belaufe. Nachdem der Vorsitzende dem Redner den Dank der Ver­sammlung für diesen interessanten und lehrreichen Vortrag auSgespiochen hatte, schloß er die Verhandlungen mit dem Wunsche, daß die Liebe zum Handwerk unter der isr. Jugend sich immer mehr Bahn brechen möge. Auch wir glauben, daß die Bestrebungen des VereiuS der allgemeinen Beachtung und Anerkennung werth feien, und wünschen demselben ein allezeit fröhliche- Blühen und Gedeihen!

* Parlamentarische». Der Bericht des Zweiten Aus- schufte- Zweiter Kammer über den Antrag des Ab­geordneten Dr. Schroeder über die Aufhebung deS Gesetzes vom 30. October 1860, betr. die Haftverbindlichkeit der Gemeinden für ihre Gemeindeangehörigen in Bezug auf nicht bezahlte Arzneirechnungen, gipfelt in dem Anträge, die Kammer wolle beschließen: die Regierung um eine Gesetzesvorlage zu ersuchen, wodurch da- Gesetz vom 30. October aufgehoben und zugleich die Pflicht der Apotheker, Arzneien an die Be­völkerung auch ohne sofortige Bezahlung abzugeben, ander­weit geregelt wird. Eine Vorstellung von Seiten der Ge- »einden Ranstadt, Dauernheim, Ober-Mockstadt, Rieder- Mockstadt, Staden, Stammheim, Ober-Florstadt und der Domäne Wickftadt betrifft die Erbauung einer Nebenbahn von Ranstadt nach Friedberg durch den Staat. Eine Vor­stellung der Canzleidieuer der Großherzoglichen Ministerien und der Collegtalgerichte betrifft deren Besolduagsverhältniffe. Eine Vorstellung de» GemetuderathS der Kreisstadt Lauter­bach betrifft die Errichtung einer Molkereischule zu Lauter­bach. Ein Antrag der Abgg. Breimer und Genossen be­trifft die Erhöhung de» Staat-zuschusseS zur Landesfeuer- löfchkaffe im Budget 1897/1900 (in Copitel 86 die Summe von 6000 Mk. auf ungefähr 10«12 000 Mk. zu erhöhen).

* Stadttheater. Die k. pr. Hofschauspielrrtn Marie Barkany hat bekanntlich mit der Dtrrction des hiesigen Stadttheater- ein auf einen Abend berechnete- Gastspiel ver­einbart, welche- Donner-tag den 10. Februar statt­findet. Die gefeierte Künstlerin hat unlängst ein längeres Gastspiel am Münchener Gärtnerplatztheater absolvirt, da­von außergewöhnlichem Erfolge begleitet war. Fräulein Barkavy spielte 16 Mal da-Rautendelein" in Hauptmann- Versunkene Glocke". Die gesammte Kritik zeichnete die Künstlerin in rühmender Weise au8. Professor Lenbach ehrte die Künstlerin durch die Einladung, ihm zu einem Bilde zu fitzen, da- für die diesjährige Ausstellung bestimmt ist. Man darf diesem Gastspiel mit besonderem Jvtereffe ent- gegrnsehen. Die geschätzte Künstlerin spielt dieFedora" in dem gleichnamigen effeckvollen Sardou'scheu Drama. Der Vorverkauf der Eintrittskarten beginnt in Ehalliers Buch­handlung Dienstag den 8. Februar.

* Radfahrer Saalfest. Das am Samstag im Gießener

Restaurant Royal" (ElgeS) eine außerordentliche

n

Tagesordnung: Vortrag

Generalversammlung ab.

Versti

gleichzeitig saft da- dessen Südosthälfte angehört. Ziemlich liegen über Polen Bei dieser Wetter-

westen deS ErdtheilS verlegt, während ganze übrige Europa und vorzugsweise einem umfangreichen Depressionsgebiete tiefe und ausgedehnte Centra desselben und Livland, ferner über Mittelitalien.

läge ist eine Befterung zunächst noch nicht zu erwarten. Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch Fortdauer deS kühlen Wetters mit zeitweisen Schneesällen.

- 3n ne die seihqigeA - mit der H Studium, kint reits acwM, sein, die vm machen. Viele wie die Veehäi ohne klar zu ftl Anforderungen i p fpät. ES ist 5 Mg über die in »tMifitn, \( eine tldnt, in iadwitz Snli Stehen. 1891. Wegweiser sein. Drtmlinwg übt Tabellen engtgtl Itbllbdtn Benr - Lebensalter vewtev. - Des ttöildeten Beain tob ausgeschiede kensiovirung ot Durchschnitts- U1 mb Studium bi «MvMitntss, « werden uns wt sein, wige 6 verdient.

Festsaal gefeierte Gala-Saalfest legte Zeugniß von der sport- lechen Tätigkeit de» Gteß-ner Radfahrer Vereins 1885 ab. Da- schöne Hau- mit allen anstoßenden Räum lichkeiren war dicht besetzt. Da- abmechselungsretche, sportlich gehaltene Programm war musterhaft zusammengestellt, und wurde in allen seinen Einzelhetteu glänzend durchgeführt. Ein vom Vorsitzenden verfaßter, stimmungsvoller Prolog verherrlichte den Radfshrsport und die denselben auSführen- deu Damen. Diesem anschließend folgte ein von Damen und Herren gefahrener Reigen, welcher ohne die gettugste Störung mit größter Eleganz und Sorgfalt durchgesührt wurde. Ein Betsall-stt.rm begrüßte den hier zum ersten Male von Damen aufgeführten Reigen. Die beiden ebenfalls von Mitgliedern des Verein-zur Darstellung gelaugten Theater­stücke kennzeichneten in echt humoristischer Weise den Radsahr- sport, da- denselben folgende Doppelquartett unter der vor­züglichen Leitung des Herrn Franz Bauer nahm hauptsächlich das größte Jutereffe der Anwesenden in Anspruch. Ein weiterer, nur von Herren gefahrener Reigen zeigte Über­raschend schwere Figuren. Den Schluß deS Programm- bildeten mehrere auf Hoch- und Ntederrädern von Damen und Herren zusawmengostellte Pyramiden, welche brillanten Effect erztelten. Der darauf folgende Ball wurde durch Ueberreichuug neuer, mit Goldstickerei ausgestatteter Schärpen und Stulpen angenehm unterbrochen. All Heil!

Der Verein für Bogel- und Geflügelzucht Gießen und Umgegend hält kommenden Sonntag Nachmittag S1/, Uhr im

werden. Die hier hauptsächlich in Betracht kommenden ®e- baub; find dir mitten in der Altstadt gelegene Stadionerhof- kaierne und der an der Rheinseite befindliche, in früheren Zeiten Besestigung-zw-cken dienendeEiserne Thurm". Die in verschiedenen auswärtigen B'ättern verbreitete Nach­richt, daß der am verflossenen Mittwoch verhaftete Director de- hiesigen Ga-werk- wieder auf freien Fuß geletzt worden sei, entspricht nicht der Wirklichkeit. Die Unter­suchung nimmt einen sehr bedeutenden Umfang nahm, so daß vorerst noch gar nicht abzusehen ist, wann die Dorunter- suchung geschloffen werden kann. Mit der projecttrten Eingemeindung von Castel zu Mainz scheint e- Nicht- werden zu sollen, indem sich neuerd ngS sowohl in dem Easteler Ge- metnderath al-auch in der dortigenBürgerschaft eine entschiedeoe Abneigung gegen das Projekt bemerkbar macht. Der Senior der hessischen Lehrerschaft und zugleich der dieustaltest, Beamte der Stadt Mainz, Oberlehrer Kübel, begeht a« 7. März sein 60jähttges Dienstjubiläum.

Eingesandt.

Gieße«, 5. Februar 1898.

Zvr Laalbavfrage.

Es ist Thatsache, datz des Projeci eine» Saal- und Theater­baues auch in denjenigen Kreisen unserer Bürgerschaft einer starko Opposition begegnet, die am ersten berufen wären, die Sache ftnanjta zu unterstützen. Auf die Dauer wird sich diele ungerechtintige Gegnerschaft der Dringlichkeitsfragc gegenüber nicht halten könne» Vorab sei eS erlaubt, darauf hinzuweisen, wie in anderen Städto

Büdingen, 6. Februar. Der Veteranen- und Militärverein dahier feierte heute sein 25jährige- Bestehen durch einen Festgottesdienst, in dem Herr Pfarrer Schäfer die Festpredigt hielt. Nach dem Gottesdienste bewegte sich der Jubtlarverein unter Borantritt der Musik nach dem Kriegerdenkmal in der Bahnhofstraße. An dem Zuge beteiligten sich bie sämmtlichen hiesigen Vereine, die Spitzen der Behörden, die Schüler des Gymnasiums und die Übrigen Schulkinder. Se. Durchlaucht der Fürst Bruno und sein Bruder, Se. Durch!. Prinz Alfred, sowie Se. Durchlaucht der Erbprinz Wolfgang hatten sich dem Zuge angeschloffen. An dem Denkmal spielte die Musik einen Choral, woraus Herr Postmeister RodieS ein Veteran aus 1870/71, eine Ansprache hielt und mit den Worten schloß:Mit Gott für Kaiser, Fürst und Vaterland!" Der GesangvereinLieder- kränz" trug sodann ein entsprechendes Lied vor und nach dem ergriff Herr Pfarrer Göbel daS Wort, indem er der theuren Todten gedachte, welche ihr Blut im Felde für uns vergoffen hätten, und daS segensreiche Wirken des Jubilar- verein- hervorhob und mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und Seine Königliche Hoheit den Großherzog schloß. Heute Abend wird großer Ball in dem Rathhaus- faal abgehalten.

-s- Büdingen, 6. Februar. Heute Abend zwischen 7 und 8 Uhr ertönten Feuerfignale: die an dem Bahnhofe liegende Glasfabrik steht in Flammen und wird kaum gerettet werden können, da das Feuer den ganzen Bau er» griffen hat. Durch diesen Brand werden etwa 5060 Ar­beiter brodlos.

A Mainz. 6. Februar. Letzter Tage weilte der Vor­stand 6e8 BerpflegungSamtes im KriegSministertum, Geheimer KriegSrath Wetdemann, hier und pflog mit der Bürgermeisterei Verhandlungen über die Veräußerung und den Umtausch verschiedener hier sreigewordener militärstScalischer Gebäude. Durch Vermittelung der Intendantur in Cassel schweben schon seit einer Reihe von Jahren diesbezügliche Berhand- lungen, die aber nicht vom Platze kommen wollten, und erst in Folge einer neulichen Audienz des Oberbürgermeisters bei dem KriegSmiuister in Berlin ist die Sache wieder in Fluß gekommen und soll nach der von dem Kriegsministerium ge­machten Zusage jetzt in aller Kürze zum Abschluß gebracht

Gelsenkirchen, 3. Februar. Auf dem im Adteufen be­griffenen Wetterschacht der ZecheUnter Fritz" brach beim Embauen von TüllbingS etne große Wassermenge hervor. Sieben Arbeiter und ein Steiger retteten sich. Der Obersteiger Pinkerneil wurde verschüttet und getödtet- seine Leiche ist noch nicht geborgen.

Leipzig, 4. Februar. Die Frau des unter der An­klage de- Landesverraths inoaftirten BezirkSselbwebels Hagenbruch in Aachen war bekanntlich unter dem Ver­dachte der Beihilfe zu obengenanntem Verbrechen ebenfalls verhaftet, ist aber inzwischen freigdaften worben, da die Verdachtsmomente zur Erhebung der Anklage vor dem Reichs­gericht nicht ausreichend gewesen find.

* Den Angehörigen des ermordeten Matrosen Schulze, die in Neu-Rönnebeck wohnen, ist vom Marine-Commando io Kiel folgendes Schreiben zugegangen:

Dem Commando erwächst die traurige Pflicht, Ihnen wltzmheilen, daß Ihr Sohn, der Matrose Johann Heinrich Schulze, zur Besatzung S. M. S.Kaiser" gehörig, als er in Kiamschau Posten stand, Nachts heimtückisch ermordet wurde. Als braver Soldat ist er im Dienste für fein Vater­land gefallen, welches sein Andenken ehren, aber auch blutige Genugthuung für seinen Tod fordern wird. Nähere Nach­richten stehen zur Zeit noch ans, werden aber nach Eintreffen sofort zu Ihrer Kenntniß gebracht werden.

A. B. (gez.) Adelung, Lieutenant z. See und Adjutant.

* Der Centralausschuß der Gesellschaft für BolkSbildvag hat in seiner ersten Sitzung in Berlin tm Reichstag«- gebaube unter Vorsitz bes Abg. R ckert ben Etat für 1898 berathen. ES werben ben ©erbanben und Zweigvereinrn 19 000 Mk. für örtliche Bildungszwecke überwiesen, 10 000 Mk. für bie Begründung von VolkSbibliotheken, 9000 Mk. für öffentliche Bortrage und 5700 Mk. für bie Zeitschrift der GesellschaftDer BildungSvereiu" in Ausgabe gestellt. Die Zahl ber Gesuche um Begründung von Bolksbtbliothekea nimmt fortwährend zu, und gegenwärtig sind noch 129 Aa- träge unerledigt- der CentralauSfchuß beschloß deshalb, die Begründung von Volksbibliotheken fortan in größerer Aus­dehnung zu betreiben, besonder- in ben östlichen Provmzen. Im Jahre 1896 finb 206 Bibliotheken mit 8088 Bänden begründet bezw. unterstützt worden.

Den geringsten Milchverbranch von allen deutschen Städten weist Berlin auf. Nach einer auf ®<ranlaflur| deS deutschen Laubwirthschaftl-Berbandes in 300 größeren Orten veranstalteten Umfrage kommen hier bei rund 1770000 Einwohnern monatlich auf ben Kopf ber Bevölke- rung nur 6,8 Liter Milch. Sodann folgt unmittelbar Frank­furt a. M. (228000) mit 7,0 Liter, Hamburg (625,000) mit 7,5 Liter, Köln (320000) mit 7,6 Liter, Nürnber, (162000) mlt9,2 Liter, Ludwigshafen (39000) mit 10,0 Liter, Stuttgart (158000) mit 10,1 Liter, Straßburg (130 000) mit 10,8 Liter, Mainz (77000) mit 11,5 Liter und Göttingen (25000) mit 14,5 Liter. Am größten dürfte der Milch' confum in Eupen fein mit 26,2 Liter. Dort werden auf städtischen Weiden 2000 Kühe unterhalten.

Ein vornehmer Kutscher. Auf der Straße nach Lud- toi g6b urg eilte vor einigen Tagen, wie man au8 Stutt­gart schreibt, ein Soldat im Laufschritt dahin- er hatte sich verspätet, und bie Zelt beS letzten Signals kam bebenklich schnell heran. Da fährt an dem Beängstigten ein Wagen vorbei, welchen der Inhaber eigenhändig lenkt. Der Soldat faßt sich ein Herz und redet den Wagenlenker mit de« Worten an:Erlaubet Se, kennt' mr net es bißle mit- fahre? 's pressirt na d' Kasern."Steigen Sie nut auf", lautete die freundliche Antwort. Der Wagen rollt weiter; nach einiger Zeit schaut der Soldat bedenklich auf bie Uhr nnb rebet ben freunblichen Herrn noch einmal bittend an:O Herr, kenne Se b Gäul net e bißle besser lauft lasse? I hau so en baise Oberscht, ber teil ein glel lu d Loch, wenn m'r z'spät kommt!"In welche Kaserne müfftn Sie benn?Enb' Lochkasern."Nun gut, e- wird noch reichen." Die Zügel werben schärser angezogen, i> scharfem Trab geht eS LubwlgSburg zu, unb mit bem Er­tönen des Signals fährt der Wagen in ben Kafernenhof ein. Der Solbat steigt ab, verabfchiebet sich von feinem Wohl- thäter mit ben Worten:So jetzt bedank t ml halt recht scheu." Der Posten faßt an, ruft die Wache heraus: der freundliche Herr war der König!

des BetrinärarzteS Scheren über Geflügelkrankhelten, Ergän­zungswahl de- Vorstandes, Berichterstattung über den Stand der Ausstellung unb Verloofung eine- Stammes Italiener, eines Rouen-Erpel rc. unter ben Mitgliebern. Freunbe ber Geflügel- und Vogelwelt find als Gäste in der Versammlung willkommen.

Ehrenpreis für die Geflügel- nutz Bogel-AuSstelluug. Der Vorstand de- Vereins zur Züchmug reiner Hunderassen hat ebenfalls für die Geflügel- und Bogel-AnSstellung einen Ehrenpreis gestiftet unb zu biefem Zwecke ben Betrag von 30 Mk. bestimmt.

Verunglückt. Der Weichensteller Weuberoth von hier wurde gestern Abend durch den von Wetzlar kommenden Zug überfahren unb sofort getbbtet. Weuberoth hatte die Weiche vom Schnee gereinigt unb bie Annäherung beS Zuges überhört.;'

Unfall. Am Samstag Abend verunglückte in ber Lampeusabrik ber Arbeiter Koch au8 Krofdorf, indem ihm beim Putzen einer Stanzmaschine die rechte Hand voll­ständig zerquetscht, resp. abgerlffen wurde. Der verunglückte wurde in die Klinik verbracht.

Ja Amerika verstorbene Hesse«. Jeffersouvllle, Jnd., Martin Seibert, 74 Jahre alt, au» Niedermodau. Osh* kosh, Wi-., Frau Lizzie Noe, geb. Knaup, 43 Jahre alt, au- Heften-Darmstadt. Newark, N. I., Henry Adam, 37 Jahre alt, auS Lützelbach, Kreis Dieburg.

Wetterbericht. Das Barometer ist zwar von Westen her wieder im Steigen begriffen, doch hat sich der hohe Druck weiter nördlich nach dem äußersten Westen und Nord-

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