Ausgabe 
7.10.1898 Erstes Blatt
 
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-och nicht behaupten, die Partei babe keine Endziele. Bebel Ilagte noch, daß die Parteipresse und Parreiliteratnr nicht diejenige Verbreitung habe, die fie nach der Stärke uud Größe der Partei haben sollte. ___,

Att-Urud«

SBien, 5. October. Das Amtsblatt meldet die Au- nähme der Demission BärurettherS, sowie die Ver­setzung des TeuatS.Präfideuten de- obersten CaffationShofeS Grafen Kuenburg in den Ruhestand. Hierdurch ist da- schwache Band, durch welches da- Cabtnrt Lhuu^ mit einem Lheile der Linken noch verknüpft war, vollständig gelöst. Nächste Woche sollen im Abgeordnetenhause Doppel- fitzungen abgehalteu werden, in welchen vormittag- die Re­gierung-Vorlagen uud Abends die DrtuglichkeitSauträge zur Berathung kommen sollen.

Budapest, 5. October. In hiesigen parlamentarischen «reisen verlautet, Baussy und Thun würden, wenn die parlamentarische Erledigung des Ausgleichs im österreichischen ReichSrathe fich in die Länge ziehen würde, ein sogenannte» BerhandluugS-Provisortum aus die Dauer von zwei Monaten vereinbaren.

Beuedig, 6. October. Einer Blättermeldung zufolge wird bet der Ankunft des deutschen Kaiserpaares die ganze Bahnstre^e von Ala bis Venedig mit Militär uud Carabinieri besetzt und alle Bahnsteige, welche der kaiserliche Zug paffirt, für daS Publikum abgesperrt sein. Bet der Aukuust in Ala wird Kaiser Wilhelm von einem Adjutanten deS König- sowie vom Corpr-Commandanteu von Verona begrüßt werden.

Aneona, 5. October. Der hiesige spanische Cousul Rovelli hat fich KrankhettS halber erschossen.

M.P.C. Italien. Die Regierung hat die Werft von Ansoldo & Cg. in Sestrt.Pouente mit dem Bau von fünf Hochsee»Torpedobooten vom Typ Condor betraut. Letzterer, welcher bereit- vom Stapel gelaffen sein sollte, hat verschiedene Umänderungen erfahren müfieu, um eine Ge- fchwiudigkeit von 30 Knoten zu erreichen. Für die nach Argentinien und Spanien verkauften gepanzerten Kreuzer ist al- Ersatz bereit- ein neuer Kreuzer in Arbeit, der von der Werft Ansoldo in 18 Monaten für den Preis von 15 Millionen Francs geliefert werden muß.

Brüffel, 5. Oktober. Der StaatSminister Beernaert ist infolge einer Erkältung erkrankt und muß mehrere Tage da- Bett hüten.

M.P.C. Frankreich. Offiziere der rusfifchen Marine find nach Frankreich geschickt, um den Bau der von der russi­schen Regierung bestellten Kriegsschiffe, welche vollständig zu armiren find, zu überwachen- eS find diese- ein Panzerschiff von 13000 Tonnen, ein gepanzerter Kreuzer von 7800 Tonnen und 3 Torpedojäger.

DaS HochfeetorpedobootChclone" hat auf einer Probefahrt bet Cherbourg eine Geschwindigkeit von 29 Knoten erlangt.

Loudon, 5. October.Daily Mail" berichtet auS Capstadt, in JohanniSburg sei die Meldung eingetroffen, daß das Zollamt, die Eisenbahn und daS Telegraphenamt der De lag oa-Bah an England innerhalb der nächsten Tage abgetreten werde. Der Correfpoudent des Blattes meldet dazu, baß der Beschluß des Schiedsgericht-, welche» dte Sache zwischen der Eisenbahn Compagnie und Portugal begleichen sollte, dahin lautet, der Eisenbahu-Compaguie die Summe von zwei Millionen au-zuzahleu.

Kaiser Nicolau- besah! vor seiner Abreise nach Livadia dem Grafen Lam-dorff, den russischen Botschafter in Constantiuopel zu ermächtigen, da- au die Pforte in Be­treff der kretischen Fragen zu richtende Ultimatum zu unterzeichnen.

New-York, 5. October. Der Staatsminister Hay hat ein Telegramm au- Peking erhalten, worin versichert wird, daß da- Lebe« der Europäer in Peking nicht ge­fährdet fei.

M.P.C. Kreta. Wenn dem Gesuch des Admirals Noel um Verstärkung von 2000 Mann entsprochen werden sollte, werden die englischen Truppen auf Kreta fich auf 5000 Maur belaufen.

M.P.C, Bezüglich der nächsten Entwickelung der Dinge tu China begegnen sich zwei politische Strömungen, eine optimistische uud eine peffimtsttsche. Die erstere möchte an der Annahme festhalteu, die Kaisertu-Regenttn sei eine zu kluge Frau, um nicht mit allen Mitteln die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung tu China durchzusetzen. Die andere steht in dem natürlichen Gegensatz der englischen und rvssischen Jvtereffen tu Ostafien den Anlaß zu allerhand Befürchtungen, die dadurch eine gewiffe Rechtfertigung bereits erhalten zu haben scheinen, daß sowohl der englische wie der russische Vertreter in Peking Hilfe requirtrten, um den Schutz der Fremden fo verbürgen zu können, wie eS durch die Angriffe, welche auf Europäer geschehen, geboten erscheine. Wenn fich auch die dentsche Regierung dazu entschloffen hat, aus der Rhede von Taku, der Hasenstadt TientfinS, nicht unvertreten zu bleiben und für alle Fälle ein Kriegsschiff von Kiautschou nach Tientsin entsandte, so wird damit in keiner Weise zum Ausdruck gebracht, dah fie der pefftmisttschen Auffassung der Lage zuneige. Nach den heute auS Peking vorliegenden Nach­richten ist dieselbe tu der That auch anschetnend bis jetzt tu keiner Weise begründet.

Ueber die Vorgänge in PeNng in den letzten Wochen, die zur Absetzung des jungen KütserS, wenn nicht gar zu deffeu Tode führten, werden jetzt nach und nach Ein- zelheiten bekannt, die den Staatsstreich der Kaiserin-Wittwe etwa- näher erläutern. Dem Kaiser waren In der letzten Zeit hauptsächlich durch den Besuch des Prinzen Heinrich, offenbar die Augen etwas aufgegangen, und er beging nun den Fehler, die Einführung von Reformen, die in einem fo verrosteten Staatswesen nur langsam und allmählich vor fich gehen konnte, zu überstürzen, sodaß da« ganze Reich gleichsam auf den Kopf gestellt erschien. So schrieb z. B. diePeking

and Tientfin Time-", der Kaiser könne eS gar nicht ab­warten, seine Pläne auSgeführt zu sehen- er hätte deshalb befohlen, sämmtliche Tempel im ganzen Reiche für Schulzwecke zu benutzen. Da- ist nun zwar auch sonst schon oft vor» gekommen, aber während die Literaten nicht- dagegen haben, daß in den Tempeln die Vorschriften der alten Weisen ge­lehrt werden, muhte doch ein darin abgehaltener Unterricht in denWiffenschaften de- Westens" bei ihnen viel böses Blut machen. DerNorth China Herald" giebt ferner an, der Kaiser habe bekannt gemacht, btt den alle drei Jahre in der Hauptstadt abgehaltenen Prüfungen für den dritten ltte» rarischeu Grad wolle er in Zukunft nicht nur immer zugegen fein, sondern auch selbst die Aufgaben bestimmen, damit er fich überzeugen könne, ob feine Verfügungen ordentlich auS- geführt würden. Die bisher in ganz China so hochgeachtete Schönschreibekunst solle bet den Pekinger Prüsungen weg­fallen, da ihr kein innerer Werth beiläge. Der Kaiser selbst soll eines Tages in europäischer Tracht erschienen sein. Die Ankunst des MarqutS Ito wnrde dahin auSgelegt, daß von nun an Japan einen starken Einfluß auf die kaiserliche Politik autüben werde. Die Kaiserin-Wittwe, die stets von Allem unterrichtet war, was in der Residenz vorgiug, handelte wunderbar schnell. Ehe die Bevölkerung von Peking noch wußte, daß die Kaiserin den Sommerpalast verlassen hatte, war der Kaiser schon unter Curatel gestellt, die Kaiserin« Wittwe al- Regentin an seine Stelle getreten. Kang Yamet, der Rathgeber de- Herrscher-, war vorsichtigerweise schon zwei Tage vorher, aus direkte Warnung de- Kaiser-, entflohen.

Vorsichtsmaßregeln trifft man in der Süd» afrikanischen Republik. Der Bolk-raad von Trans­vaal erörterte am Dien-tag den Entwurf eines Militär­gesetzes, das Transvaal uud den Oranjefreistaat verpflichtet, fich tm Falle eine- Angriffs von Außen gegenseitig militäri­schen Beistand zu leisten. General Joubert, der dir An« nähme der Maßregel warm besürwortete, sagte, Niemand könne wiffen, welche Verlegenheiten der Republik in naher Zukunft harren. Der Raad beschloß, daS Gesetz zeitweilig in Kraft zu setzen uud deffeu volle Erwägung einstweilen zu vertagen. DaS Vorgehen deS VolkSraadS werde der Be­fürchtung zugefchrieben, daß Verwickelungen aus der Dela- goabai-Angelegeuheit entstehen können. Auch heißt eS, daß fich die Eingeborenen im Norden Transvaals mit aller Macht zum Kampfe rüsten. Alle Wege feien von bewaffneten Kaffem besetzt, daS ganze Gebiet ist des Nacht- von Wacht- feuern erhellt.

Cooates rsnd provinzielles»

Gießen, 6. Oktober 1898.

Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog empfingen am 5. Oktober u. A. den Culurtospector v. Boehm er vvu Friedberg, den Miuisterialseeretär Gläsfiug, den Pfarrer Schwabe von Rödgen.

* Militärisches. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 5. Oktober den Großherzoglichen Generalmajor ä la suite Freiherrn Gedult v. Jungenfeld, in Anerkennung der Allerhöchstseinen Vorfahren geleisteten guten Dienste, heute, als am 70. Jahrestage seine- Diensteintritts, zum General­lieutenant ä la suite zu ernennen geruht.

* MUilardieustuachrichte«. Befördert wurden die Ober- ärzte der Landwehr ersten Aufgebot-: Dr. Beherle, Dr. Machrnhauer vom Landwehrbezirk I Darmstadt, Dr. Soengen vom Landwehrbezirk Mainz zu Stabsärzten.

*p. Stadttheater. Das Streben der Directon, in Volksvorstellungeu mit ermäßigten Preisen klassische Stücke auch breiteren Schichten der Bevölkerung zugänglich zu machen, verdient uneingeschränkt Lob und Anerkennung. Gestern Abend bezeugte daS Publikum für daS Entgegen» kommen dadurch ein richtiges Berständuiß, daß eS zahlreich erschien nnd bi» -um Schluffe in seinem Beisall unermüdlich blieb. Namentlich war die Schuljugend stark vertreten. Da- kann nicht Wunder nehmen, denn es wurde jaWilhelm Tell", daS ewtg-jnuge Drama unseres großen Dichters ge­geben. Jeder verständige wird es billigen, daß einzelne ©eenen de» breit angelegten Werke- ganz wegfielen, andere stark verkürzt wurden. Denn trotzdem boten fich an unserer kleinen Bühne der Regte noch mannigfache Schwierigkeiten, namentlich wa- die Verwendung der Dekorationen anbetrifft. Da- Zusammenspiel befriedigte, doch kam e- häufig vor, daß einzelne Personen im Dialog an unrechter Stelle eiufielen. Die wesenlichsteu Eigenschaften deS Titelhelden: Thatkraft, Schlichtheit, Natürlichkeit, zärtliche Baterliebe brachte Herr Hubert Dietz sch gut zur Anschauung. Auch dir Erscheinung entsprach ungefähr dem Bilde, da- man fich von dem Schweizer Freiheit-Helden zu machen gewohnt ist. Bon den drei Führern deS RütlibundeS zeichnete fich Herr Werner al- Arnold von Melchthal durch warme Empfindung und Leidenschaftlichkeit au-. Leider überhastete er an einzelnen Stellen feine Rede zum Schaden der Deutlichkeit. Karl Walter war ein mannhafter, verständiger Stauffacher, ver* hielt sich aber oft, besonder- bei dem Schmerze Melchthal« zu theiluahmlo-. Herr Helm war al- Walter Fürst mit dem Wortlaut seiner Rolle zu wenig vertrant- in seinem Munde waren die Schiller'schen Verse mitunter kaum noch erkennbar. Die übrigen Landleute gaben in ihren kleineren Rollen zu Bemerkungen keinen Anlaß. Der gemeinsame Feind aller, der tyrannische Reichsvogt Geßler, wurde von Herrn Liebscher wirkungsvoll verkörpert. Doch wäre tu der Apfelschußsceue statt der lebhaften WuthauSbrüche der schneidende Ton kalter Bosheit und bitteren Hohne- mehr angebracht gewesen. Recht ergreifend wurde von Herrn Neumann die Sterbesceue de- prophetisch in die Zukunft blickenden Freiherrn von Attinghausev gespielt. Sein Neffe, Ulrich von Rüden-, (Herr Köhler) war im Ganzen au seinem Platze, hätte aber in Haltung, Bewegungen und Klang de- Organ- etwa- Feinere- haben müffeu. Entschieden

überlegen war ihm in dieser Hinsicht seine Partnerin Antonie Rux als Berthl. von Bruneck. Stattlich, aneifernd und beherzt erschien Frau Helm als Gertrud, während Fräulein Bartholdy deu Tou ängstlicher Liebe, der Tells Gattin Hedwig eigen ist, gut zu treffen wußte. Da- richtige Maß in leidenschaftlicher Verzweiflung hielt Frl. Würdig al- Armgard in Spiel und Ausdruck ein. Auch dem Geschwister- Pärchen Frida und Reinhard Helm wurde mit Recht be­sonder- von Kinderhänden reichlicher Beifall zu Theil. Im Ganzen läßt fich wohl sagen: Die Künstler haben durch diese Tellaufführuug deu Beweis erbracht, daß fie sähig find, eruste und große Ausgaben zu lösen. Mau darf deshalb der Wiedergabe der auderen iu Au-ficht gestellten klasfischcn Stücke mit vertrauen entgegeusehen.

* Etadttheater. Eine- der iutereffantesteu Bühneuwerke Ludwig Fulda-, da- dramatische MärchenDer Talis­man", geht tm hiesigen Stadttheater am Freitag de« 7. d. MtS. erstmalig in Scene.Der Talisman" war be­kanntlich s. Z. für den Schillerpreis in Vorschlag gebracht worden. Diese Thatsache dürste am besten für deu bedeu­tenden literarischen Werth der Novität sprechen.

Festlichkeit. Wie alljährlich, hielt am letzten Souutag Abend der Gießener Friseurgehilfeu - Verein im HotelEinhorn" eine Abev dir nt er halt trug ab, die sich eine» sehr zahlreichen Besuches erfreute und, durch treffliche Reden und humoristische Vorträge gewürzt, aus- Schönste verlief. DaS TheaterstückEr muß taub sein" wurde voa allen Darstellern flott gespielt. Der darauf folgende Ball hielt die Anwesenden bi» zur frühen Morgenstunde beisammen.

Wetterbericht. Zwischen zwei Gebieten relativ niedere« Drucke- über dem äußersten Nordosten und Südwesteu zieht sich heute ein intensive- Maximum über die britischen Inseln, die Nordsee und Deutschland südostwärts bis gegen da» Schwarze Meer. Unter der Herrschaft de- hohen Druck:» ist die Witterung auf unserem Gebiete theil- heiter, theil» nebelig. Die Temperaturen find wenig verändert. Voraussichtliche Witterung: Fortdauer der bestehenden. Witterung.

- p. Muschenheim, 5. Oktober. Am 27. September fand hier die Gemeiuderath-wahl statt. Die drei au«» scheidenden Herren Gemeinderath-mitglieder Conrad Reis, Heinr. Seipp und Hetnr. Engel wurden mit 65 Stimmen einstimmig wiedergewählt. Gewiß ein Beweis, dah die ®e* meinde mit den Herren in ihrem Amte zufrieden war.

Lehrerheim Vogelsberg, 2. Oktober. Am gestrige« Samstag, den 1. Oktober, Nachmittags 2 Uhr, fand hier bei ziemlich starker Betheiligung die4.Hauptverfammluug des Verein»Lehrerheim" stätt. Der Vorsitzende, Herr Linck Rudingshain, begrüßte die anwefenden Mitglieder and Gäste, gedachte in ehrender Weise der beiden verstorbenen, höchst verdienstvollen Vorstandsmitglieder Sparkafferechner Karl Glock-Schotten und Director Fiedler-Darmstadt, und schloß mit einem herzlich aufgenommenen Hoch auf den hohe« Protector de» Vereins, Se. Großh. Hoheit den Prinzen Wilhelm von Heffev. Die Versammlung beschloß die Ab­sendung eine» Telegramms an denselben im Wortlaut:Die heutige 4. Hauptversammlung des Lehrerheims Vogelsberg entbietet Euer Großh. Hoheit ehrerbietigsten Gruß mit der Versicherung treuester Ergebenheit"- worauf die Antwort einltef:Herzlichen Dank für freundliche Begrüßung. Prinz Wilhelm." Au» dem Rechenschaft-bericht pro 1897/98 entnehmen wir: Die Mitgliederzahl beträgt am Ende de» GefchäftsjahreS 800- der Besuch war in diesem Jahre ein durchau» befriedigender und hat wiederum den Bewet» ab­gegeben, daß daS Lehrerhetm seinem Zweck entspricht. Die Wafferleimvg hat während der Saison vollständig genügt, und nur nach den abnorm trockenen Monaten mußte am Schluffe des Monat» September etwa» Waffer zugefahrea werden. Die von dem Verein tm vorigen Jahre arrangtrte Berloosnng zur Deckung der Kosten für die Wasserleitung hat einen Reingewinn von 4000 Mk. ergeben. Der Rechnungs­abschluß zeigt eine Einnahme von 18036,51 Mk. und Hqutbirten Au-ständen von 1127 Mk., zus. 19153,51 Mk. und eine Ausgabe von 15749,67 Mk., sodaß ein Urberschuß von 2286,84 Mk. ev. 3413,84 Mk. fich ergiebt. Da- Er» gebniß der Rechnung ist ein recht erfreuliche», da hieran» etne wesentlich bessere Fundirung des Unternehmen» erhellt. Die anfrage de» Herrn Reallehrer» Kaßlick-Darmstadt, wie­weit die Verbindlichkeit deS Mitgliedes reiche, wurde dahin beantwortet, daß solche fich lediglich auf den Vereinsbeitrag beschränke. Der Antrag deS Oberlehrers BackeS-Darmstadt: ES ist die Abtragung der auf den Gebäuden ruhenden Schuld ins Auge zu faffeu", wurde von demselben dahin begründet, daß man den Vorstand ermächtigen wöge, mit einem Geldinstitut in Verbindung zu treten, um das Dar­leihen durch Amortisation in einer bestimmten Zeit zu tilgen; sodann den Vorstand zu beauftragen, für die Hauptversamm­lung deS nächsten Jahre» eine Aenderung deS § 3 der Satzungen zu beantragen, dahingehend: den vis zum 1. Ociober 1899 beigetreteneu Mitgliedern wird die Weiter» zahlung eine» Jahresbeitrag» von 50 Pfg. empfohlen- die nach diesem Zeitpunkte beitretenden Mitglieder zahlen einen jährlichen Beitrag von 1 Mk. Die Versammlung stimmte dem bei. Der weitere Antrag von Oberlehrer Backe»: ,ES ist die Erweiterung der Logirräume geboten", wurde damit begründet, daß in diesem Sommer recht viele Lehrer nicht hätten ausgenommen werden können, da da» Haus oft überbesetzt gewesen sei. Eine leichte Sommer­wohnung würde diesem Uebelstaude abhelfen. Man sprach fich vor der Hand noch nicht für Einrichtung einer derartigen Erweiterung au«. Der letzte Antrag:Eine Aenderung in der Preisliste für die Besucher herbeizuführen", wurde von dem Antragsteller zurückgezogen. An Stelle der durch Tod ausgeschiedene» zwei BorstaudSmitglieder wurden die Herren Deru'Nieder-Ohmen und Emmerich. Eschollbrücken gewählt. Vor Schluß der Verhandlungen brachte Herr Oberlehrer BackeS-Darmstadt in herzlicher Weise den Dank zum A«S-