Ausgabe 
6.1.1898 Erstes Blatt
 
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«folge dessen au de« Verhandlungen im böhmischen Landtage theilnehmen.

Budapest, 4. Januar. Nachdem die Oppositionspartei die Obftruction heute fallen gelaffeu hat, nahm das Abge- ordnet nhauS die Au-gleichSProviforlum-vorlage an. Für dieselbe stimmten die Liberalen, die Ratioualpartei, die Volkspartei. Die Anträge der OppofitiouSpartei wurden abgelehut und der Antrag deS Abgeordneten Eohedy, wonach die Regierung die Daten bezüglich des besonderen Zoll« gebiete- vorzulegeu hat, angenommen. Sodann wurde in die Specialberathung eivgetreteu.

London, 4. Januar. Aus Bangkok wird gemeldet, daß der König von Siam von seiner Europareise zurück« gekehrt ist und feierlich empfangen wurde.

Madrid, 4. Januar. Ende Januar werden 5000 Manu «ach Cuba abgeheu. Nach und nach werden 15,000 Manu auf Cuba ankommeu.

Aus dem städtischen Verwaltnngsbericht.

(Fortsetzung.)

Auf dem Gebiete deS Verkehrswesens find die Verhand­lungen über deo Staatsvertrag zwischen Hessen und Preußen wegen der gemeinschaftlichen Ver­waltung des beiderseitigen EtseubahubesitzeS für unsere Stadt, al- dem Sitz der Direetion der Ober- hesfischen Eisenbahnen, von ganz besonderer Bedeutung ge­wesen: mau hat sich dabei bemüht, wentgsteus für den »durch die Aufhebung der selbstständigen Verwaltung der Oberhesfischen Eisenbahnen bedingten Verlust einigermaßen einen Ersatz zu erstreben in der Zahl und Bedeutung der dafür nach Gießen zu verlegenden Jnspectiouen, und mau hat denn auch von Großh. Staat-Ministerium die inzwischen verwirklichte Zusage erhalten, daß eintreteuden Falles in Gießen zwei Betri^bsinspectiouen, eine Maschinen- und eine Verkehrs« tuspectioa errichtet werden sollen.

Die Verhandlungen mit der Allgemeinen Deutschen Kleinbahn-Gesellschaft über den Bau einer Kleinbahn vou Gießen nach Bieber haben weiteren Fortgang genommen.

Dem durch die Gießener OmnibuS-Gesellschaft vermittelten Ortsverkehr zwischen den Bahnhöfen einerseitS uud den äußeren Strecken der Marburger« und Grünberger­straße andererseits wurde eine wettere Förderung in der Weise zu Theil, daß der Gesellschaft im Hinblick auf den ungünstigen Abschluß deS Rechnungsjahres 1895 vom 1. Januar 1896 ab ein widerruflicher jährlicher Beitrag vou 3000 Mk. aus der Stadtkasie unter der Bedingung verwilligt wurde, daß der seitherige Fahrpreis (von 10 Pfg. für die Person) und die beiden vorgenannten Linien beibehalteu werde. Auf Grund dieses Beschlusses wurde das, einem Bedürfntß weiter Kreise unserer Bevölkerung entsprechende Unternehmen ausrecht erhalten und mit Befriedigung dürfen wir frststelleu, daß dasselbe inzwischen insbesondere auch Dank der Thättgkeit seines Vorstandes immer besser sich entwickelt hat.

Das GaS- und Wasserwerk hat auch im abge­laufeneu Berichtsjahre einen erfreulichen Fortgang aufzuweiseu: die Gesammterzeugung hat den Betrag von einer Million Kubikmeter nahezu erreicht und der Betriebsüberschuß hat ungeachtet der im Berichtsjahre eiugetreteneu GaSpretS- ermäßigung den Voranschlag erheblich überstiegen und 34917.89 Mk. betragen, während die Erträgnisse deS in feiner vollen Leistungsfähigkeit noch keineswegs auSgenutzteu Wasserwerkes hingereicht haben zu einer vierprocenttgen Ver­zinsung des AulagccapttalS und zu einer Abschreibung von 10pCt. bei den Kesseln uud Maschinen und von über l,5pCt. an der danach verbleibenden Gesammtschuld deS Werkes.

Im Jahre 1896/97 wurden im städtischen Schlacht­hause geschlachtet:

1351 Ochsen gegen 1369 in 1895/96

166 Faselochsen uud Kühe 212

1000 Rinder uud Stiere 838

6674 Saugkälber, Stoppelkälber,

Hammel uud Schafe w 5590

9860 Schweine 8965

127 Pferde 84

Die Zahl der Schlachtungen, namentlich von Kleinvieh, hat einen erheblichen Zuwachs erfahren, wie denn auch der gesammte Betrieb des Schlachthauses in diesem Jahre einen Ucberschuß von 2562.27 Mk. aufweist, welcher allerdings zunächst um den Fehlbetrag bei der Fleischbeschau vou 1177.89 Mk. zu kürzen ist.

Don den für 1896/97 vorgesehenen 34 Vieh- und Krämermärkten wurden wegen der in der Umgegend da und dort herrschenden Maul« und Klauenseuche neun ganz verboten uud auch die übrigen Viehmärkte durften nur unter allerhand, den Besuch derselben beeinträchtigenden Einschränk­ungen abgehalten werden- waren darum auf sämmtlichen Blehmärkten im Ganzen auch nur aufgetriebea:

5634 Stück Rindvieh gegen 12807 in 1895/96

5198 Schweine 13609

Die auf Grund der neuen Wochenmarktordnuug erfolgte erstmalige Verpachtung der Marktlauben uud der Keller unter dem ThurwhauS blieb hinsichtlich der Höhe der Pachtgelder hinter den Erwartungen zurück- neb-n der Neuheit bcr ganzen Einrichtung mag dies in erster Linie durch die schlechte Obsternte der Jahres 1896 veranlaßt gewesen fein - dagegen hat die Versteigerung der offenen VerkaufSstände an den Stadtthoren und einigen anderen Plätzen unerwartet, zum Theil auch ungerechtfertigt hohe Erlöse uud weiterhin Anlaß gegeben zu einer Erhöhung auch der Standgelder für sonstige Verkaufsbuden.

Im Jahre 1896 haben sich neben fechß Zimmer­bränden sechs Brände ereignet, bet welchen die Feuer­wehren alarmirt wurden.

An Baugesuchen wurden im Laufe des Berichtsjahres erledigt:

49 für den Neubau von Wohnhäusern gegen 32 1

43 beigl. von N-b-°gkbSudea , 12 , .

56 Bauverändernngev N 14 )

Die im Vorjahre angenommene Verlangsamung der Bau- thätigkeit hat danach nicht angehalten, eS ist vielmehr ein neuerlicher Aufschwung, insbesondere auch deS PrivatöauweseuS zu verzeichnen, eine Erscheinung, welche weniger aus der Stärke des Zuzuges nach Gießen, als vielmehr aus einer durchgängigen Steigerung der an die Wohnungen gestellten Ansprüche zu erklären sein dürfte.

ZurAeußerung über daß Bedürfntß zum Bräunt- weinauSschauk haben der Stadtverordneteu-Dersammlung iw Berichtsjahre im Ganzen 60 Gesuche vorgelegen, wovon jedoch 39 sich nur auf den Uebergang bestehender Wirth- schäften in andere Hände bezogen- die Bedürfuißfrage wurde in 47 Fällen bejaht, in 13 Fällen verneint.

Die Ordnung de- städtischen Archivs in dem dazu bestimmten Raum soll fortgesetzt werden.

Die Gedenktage an die Zeit der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiche- haben in unserer Stadt ihre würdige Feier gesunden. Die Erinnerung an den Frankfurter Frieden hat 25 Jahre danach am 10. Mat die Gesammt- heit unserer Bevölkerung zu einer gemeinsamen, vorzugsweise al- Jugendfeft gestalteten Feier auf dem£rieb" !und im Philosophenwald vereinigt- festlicher Gesang der Gießener Säugerschaft und eine bedeutungsvolle Ansprache de- Professor Dr. Stamm haben wiederum bei Alt und Jung daS Gedächtuiß uud die Lehren jener gewaltigen Zeit erneuert. Am 22.'März 1897 aber wurde der hundertjährige Geburtstag Kaiser Wilhelms!, in weihevollem, von der Ansprache des Geheimen KirchenratheS Prof. Dr. Köstlin getragenem Festact in Steins Garten begangen und damit zum Schluffe nochmals de- persönlichen Mittelpunkte- gedacht in dem er­hebenden Gesammtbild der Geschichte unsere- Volkes in den großen Jahren 1870/71.

(Fortsetzung folgt.)

Locale- and provinjieUcf.

Gieße«, den 5. Januar 1898.

* Ordensverleihung. Seine Majestät der Kaiser haben dem Eisenbahn-Weichensteller Dittmar I. zu Fried­berg da- Allgemeine Ehrenzeichen Allergnädigst zu verleihen geruht.

Stadttheater, lieber die am Freitag Abend auf« tretenden Gäste inMadame Sans-GSne" liegen uns nach­stehende Preßurtheile vor. Zuerst über Fraulein Mathilde LipSki:Der gestrige Abend war ohne Zweifel der glanzvollste der ganzen Saison! Ein Ehrenabend für Direetion und Mitglieder, ein Hochgenuß für jeden Zuschauer! Im Vordergrund deS Interesses stand naturgemäß unser Gast Fräulein Mathilde LipSki vom Wiesbadener Hoftheater, der der Ruf vorausgegangen war, eine musterhafte Ver­treterin dieser schwierigen und anstrengenden Rolle zu sein. Waren infolge deffen die Erwartungen auch auf das Höchste gespannt, so freut es uns constaticen zu können, daß sie denn doch gewaltig übertroffen wurden. Fräulein LipSki hat eS uns alsMadame Sans-Gßne" angethan. Sie hat uns und daS Publikum vollkommen bezaubert. Welch eine Er­scheinung, welche Toiletten und welche- Spiel!! WaS ent­wickelte sie für eine' Komik in der Scene mit dem Tanz- meister, mit dem Schneider und mit dem Schuster, wie bewundernswerth verstand sie in der darauffolgenden Scene mit Leföbvre Scherz und Ernst zu mischen und zu verrheilen! Und nun gar die Scene mit den Schwestern .Napoleon-, diese Scene allein wäre werth, die Vorstellung zu besuchen. Nach dem zweiten Act hielten wir für unmöglich, daß Interesse noch zu steigern und doch war die- der Fall, denn die Unterredung mit Napoleon war der Glanzpunkt des Abends, der an schauspielerischen Genüssen so Überreich war." lieber Herrn Possin vom Münchener Hof- und National­theater:Herr Posstu gab den Imperator Napoleon in Maske, Haltung und Spiel mit äußerster Sorgfalt und fesselte durch zahlreiche von anderen Napoleon-Darstellern nicht leicht erreichbare Einzelheiten. Ein schauspielerisches Meisterstück war die große Scene mitMadame Sans-Gene, die mit einer Reihe fein ausgearbeiteter Pointen versehen, zu ungemein wirkungsvoller Wiedergabe gelangte. Nach diesem Act erreichte denn aucd der Beifall eine hier selten gehörte Höhe. Sowie der Vorhang aufgeht, entringt die Maske und Haltung deß Herrn Posfin als Napoleon dem Zuschauer einAh" der Bewunderung. Nicht bloß annähernd porträtähnlich nein, man glaubt den großen Corsen vor sich zu sehen. Jede Bewegung die tonlose Stimme, das abgerissene Sprechen, der Gang alles ist getreu im Originale. ES ist auch nicht mehr zu verwundern, wenn der geehrte Gast mit Beifall überschüttet wurde uud das vollzählig erschienene Publikum mit Betsill nicht geizte."

** Eoncert des Kranbauer scheu Quartett-Bereius am 9. Januar im Club-Saal. Wir find heute in der angenehmen Lage, über die beim Concert mitwirkende Künstlerin einen sehr lobenden Bericht bringen zu können. DaSMainzer Tageblatt" schreibt über ein kürzlich dort stattgesundcveS Concert unter Anderem: Die Vorzüge unserer einheimischen, trefflichen Concertsangerin, Frau Maria Schott-Mohr, sind so bekannt, daß wir dieselben hier nicht zu rrcapituliren brauchen- die liebenswürdige Künstlerin trug unter stürmischem BeifallSulcika" von Mendelssohn und RadeckeS wunder­volles VolksliedWaS die Schwalbe sang" vor. Selbst­redend mußte fb, wiederholt hervorgerufen und mit einer prächtigen Blumenspende bedacht, eine Zugabe, Bergers reiz­volle-Kinderlied" singen. Wir würden un- sehr freuen, der vorzüglichen Sängerin auch wieder einmal in einem Symphoni.-Concert zu begegnen. Nicht uninteressant dürfte e» sein, zu erfahren, daß die Mitglieder de- Quartetr-Derein- Frau Maria Schott-Mohrö künstlerische Bekanntschaft ge­legentlich eines SängerfefteS in Mainz im verflossenen Sommer machten. Damals schon war man einstimmig der Meinung, '

den Gießener Freunden die Bekanntschaft mit dieser vortrcff' liche« Sängerin vermitteln -n sollen. Sehr wünsche«swerth ist es, daß der große Freunde-kceis, den baß Quartett sich erworben, vollzählig sich im Clubsaal am 9. Januar ver­sammelt.

* Verein für Vogel« und Geflügelzucht. Am Sonntag, den 16. ds. MtS. wird im Hotel RestaurantKaiserhof" die erste diesjährige Hauptversammlung deS Verein - für Vogel- und Geflügelzucht statrfiuden, in welcher Herr Vonhaufen einen Vortrag über Geflügelzucht halten wird. Herr Svdler-Nieder«Gemünden beabfichtigt mit der Vor­führung und Erklärung Hamburger Rassehühner fortzufahren. Zum Schluß ist eine Derloosung unter den Mitgliedern ge­plant. Gäste find in dieser Versammlung willkommen.

Stenographie. I« der gemeinschaftlich am 21. v. M. Im Restaurant Weidig abgehaltenen Generalversamm­lung sand die Bereinigung deß hiefigen Stolze'schen und Schrey'schen Stenographen - Vereins unter dem Namen Verein Gießen für vereinfachte deutsche Stenographie (EinigungSsystem Stolze-Schreh)" statt.

* Eine Jubilarin, die sich allgemeiner Beliebtheit er­freut und überall gern gesehen wird, bringt uns baß Jahr 1898. Mit Beginn dieses Jahres kann nämlich die Post- an Weisung auf ihr 50jähr!geS Bestehen zurückblicken. Sie ist eine Preußin von Geburt. In feinen Anfängen im Jahre 1848 beschränkte daß Postanweisung-verfahren fich auf die Einrichtung, daß auf Briefe oder Briefadressen bet der Post baare Einzahlungen biß zu 25 Thalern geleistet werden konnte«. Erst mit der Ermäßigung der Portosätze und der Beretn- fachung in der Behandlung hat eS die Postanweisung zu ihrer gegenwärtigen Bedeutung und Verbreitung gebracht. Ihre jetzige Gestalt hat die Postanweisung im Jahre 1865 be­kommen.

Wetterbericht. Ganz Central- und Süd-Europa ge­hört einem ausgedehnten barometrischen Maximum an, dessen Kern mit einer Intensität von wehr als 775 Millimeter über dem Alpengebiet und Oberttalien liegt. Der niedere Druck beschränkt sich auf den äußersten Nordosten, uud ist nördlich der Shetlandinselu ein neues Depresfiouscentrum erschienen. Für die Witterungsverhältuisfe Central-Europa- wird der Einfluß hohen Druckes maßgebend bleiben uud dem­gemäß daß ruhige, abgesehen von Morgen- und Abendnebeln, vorwiegend heitere Wetter andauern. Voraussichtliche Witterung: Fortdauer des bestehenden Wttterung-charakterS.

X Fleischerei und Kunst. AuS Mainz wird derDtsch. Fleischer-Ztg." geschrieben:Arbeit ist deS Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Preis". Dieses Wort Schiller- ziert mit vollem Rechte den neuen, vergrößerten VerkausSraum, den der Obermeister der hiefigen Metzgerinnung, Herr Stadt­verordneter Jean Falk, in seinem Hause, BetzelSgaffe, Her­richten ließ und der am 27. Decernber Abend- dem Verkehr Übergeben wurde. Mit diesem Schmuckkasten von einem Metzger­laden wird Mainz um eine Sehenswürdigkeit reicher, wie man sie weit und breit in ihrer Art nicht wieoerfindet. jHerr Jean Falk, nach dessen Ideen der Laden sowohl, wie die Nebenräume (Ladenzimmer, Arbeitszimmer re.) eingerichtet find, führt damit den glänzenden Beweis, daß er nicht nur über practifchen Verstand, sondern auch über auserlesene« Kunstgeschmack verfügt. Namhafte Künstler und Kunsthand­werker unserer Stadt haben fich bei dieser Einrichtung Rendezvous gegeben und ihre Werke verkünden ihr Lob beredter, als wir e- hier mit einigen Worten der Anerkennung zu thun vermögen. Die Wände des Ladens find In der Höhe von einer Friese umsäumt, den Conrao Sutter meisterhast gezeichnet und der, durch die Fabrik Btlleroh und Noch in Dresden prächtig auLgesührt, bte Hauptbaudenkmäler von Alt«Mainz und die verschiedenen Zünfte bei der Arbeit sowohl, wie in FetertagSluft an unserem Auge vorüberziehen läßt. In der Mitte des Friese- befinden fich die Wappen de- SraateS, der Stadt und der Metzger Innung. Wir sehen ferner Lehrling, Geselle und Meister in finniger Vereinigung, auch eine symbolische Erinnerung an den Gründer des Falk- scheu bedeutenden Geschäft-, Herrn Joh. Falk III., fehlt nicht und als Devise tft der Schiller'sche Spruch gewählt, den auch wir dieser Besprechung vorangestellt haben. Als Metall ist für die Ladeneinrichtung nur Neusilber und Else« verwendet. Die Schmiede-, Holz«, Bildhauer» und Marmor- Arbeiten, die Beleuchtung rc. tragen sämmtlich künstlerische- Gepräge, all die betreffenden Meister und namentlich auch der bauleltenbe Architekt, Herr Gill, haben die besten Beweise für ihre Leistungsfähigkeit erbracht. Herrn Jean Falk und seiner Familie aber gratuliren wir zu ihrem neuen, präch­tigen Arbeitsfelde und wünschen ihnen weitere erfreuliche und gedeihliche Entwickelung und lange, glückliche Jahre der Ernte.

4- Nidda. 5. Januar. Auch in diesem Jahre strhe« dahier Neubauten und zwar zunächst an dem nördliche« Theile unsres Städtchen- in Aussicht, woselbst gegen tausend Quadratmeter Gelände an der BiSmarckstraße zum Preise von 2500 Mk. durch einen Unternehmer, angeblich als Bau­platz für Errichtung von Wohnhäusern, gekauft wurde. Auf diese Weise würde dem Logikmaagel hierorts theilwetse ab­geholfen. Verflossenen Sonntag fandim GambrinuS" dahier unter Vorsitz des Herrn Lehrer Küser eine Versaw«, hing behufs Gründung eines GabelSberger'jchen Steno­graphenvereins statt, wobei fich eine größere Zahl junger Lmte zur Mitgliedschaft meldeten. Die definitive Conftituirung wird in der nächsten de-fallsigen Versammlung erfolgen.

n. Staden, 3. Januar. Gestern fand hier unter dem Vorsitz de- Herrn Bürgermeisters Braun-Staden die zweite Versammlung zur Berathung der einleitenden Schritte für die Erbauung einer Eisenbahn von Ranstadt nach Friedberg statt. Sie war ungemein stark besucht. Unter den Erschienenen befanden fich die Abgeordneten der Zweiten Kammer, Erk, Jökel, Gras Orlola und Welth, ferner Herr Amtmann Süffert von Friedberg. Lehrer Winn-Staden