martre wird ebenfalls geprügelt, bei dem Gare Saint Lazare stoßen 800 Revisionisten auf etwa eben fo viele Patrioten, es entsteht eine regelrechte Schlacht. Mehrere Verwundete werden in die nahe Apotheke getragen, vor den Redactioneu des „Jntrausigeant", der „Libre Parole", der „Aurore", der „Pettte Republtque" staden abwechselnd Manifestationen für und gegen die Revision statt. Mehrere Bauden halbwüchsiger Burschen durchziehen die Boulevards und singen „conspuez Zola“ und rufen: „Nieder die Revision! Nieder Brisson!" Bis Abends find 15 schwere Verletzungen und 40 Verhaftungen gemeldet. Preffeusä, Vaughan, Morhardt und Paulin Möry wurden um 3 Uhr Nachmittags wieder aus der Haft entlassen.
Sofia, 3. October. Die Fürstin Louise schwebte heute tu großer Lebensgefahr. Bet einer Spazierfahrt tu der Nähe vou Euxiuograd scheuten ihre Pferde und raunten tu wilder Hast dte Chaussee entlang. Tin Kutscher eines grade des Weges kommenden Wagens konnte die Pferde des fürstlichen Wagen- zum Stehen bringen.
Kauea, 3. October. Dte Mitglieder des intet» nationalen Gerichtshofes sind nach Caudia behufs Aburthelluog der verhafteten Aufständischen abgereist.
Cocalt* unb ^provinzielles.
Sieben, 4. October 1898.
** Aus dem Verwaltungsdienst. Durch Entschließung Großherzoglichea Ministeriums bei Innern wurde der Re- gteeungs^fleflor Dr. Gaßner mit Sushilseleistuug bei Groß- herzoglichem Kre'sawt Erbach, — der RegirrungSaflessor Dr. Netdhart m Darmstadt mitAuShilfeletstuug bet Groß- herzoglichem Keeisawt BmSheirn beauftragt.
** Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu Steinbach, Kreis Erbach. Dem Herrn Grafen zu Erbach Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eifa, Kreis Alsfeld. Mit der Stelle ist Orgauisteudieust verbunden. Die Lrhrerstelle au der katholischen Schule zu Hofheim, Kreis Bensheim. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Grmriudeschule zu Bürstadt, Kreis Bensheim. Sämmtlich mit dem gesetzlichen, nach dem Dieustaltrr sich bemessenden Gehalte.
** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 6. October 1898, Nachmittags 31/, Uhr pünktlich. 1. Gesuch de» Emil Bender um Ertheilung der Eoucesfion zum Betrieb einer Seisenfirderei. (Mittheiluug.) 2. Gesuch des Georg Bichler um Erlaubniß zur Erbauung einer Mälzerei auf der Hardt. 3. Baugesuch des Jacob Braun für den Seltersweg. 4. Die Haudwerkerschule - hier: die Wohnung des Schuldteuers. 5. Räumung des Bruchgrabens. 6. Herstellung von Anlagen auf dem vorderen Therl des Trieb. 7. Anlage einer Baumpflanzung in der Ltebigstraße- hier: Drcretur einer Kostenrechnung. 8. Fortsetzung der Gas- und Wasserleitung in der Louyftraße. 9. Desgleichen der Wasserleitung auf dem Nahrungsberg. 10. Desgleichen der Wasserleitung tu der Rodheimerftraße. 11. Abgabe von Wasser für die Kreis« straße in Queckboru und dte Licherstraße. 12. Dte lieber- ficht Über dte wirklichen Einnahmen und Ausgaben des Großh. Realgymnasiums und der Realschule zu Gießen für 1897/98. 13. Den israelitischen Religionsunterricht au der Vorschule drS Gymnasiums und des Realgymnafium». 14. Deu Unter» richt der Stotterer. 15. Gesuch des Vereins für Vogel- und Grflügrlzucht dahier um Bewilligung einer Subvention zur Errichtung einer Grflügelzuchtstatiou. 16. Anschaffung von Regenmessern. 17. Herstellung des alten Rathhauses. 18. Umänderung der Südanlage zwischen Plock- und Goethestraße. 19. Rechnung der Löber'schen Stiftung pro 1897/98. 20. Voranschlag ter Löber'schen Stiftung pro 1898/99. 21. Gesuch drS Philipp Gans, Dammstraße 34, um Erlaubuiß zum Bräunt- wetuverkauf über die Straße. 22. Gesuch des Wilhelm Amevd um Erlaubuiß zum WirlhjchastSbetrieb im Hanse Bahuhossnaße 62. 23. Desgleichen deS Johannes Neeb im Hause Rodhetmerstraße 36. 24. Desgleichen des Heinrich Sehrt im Hause Frankfurterstraße 165.
* * Sitzung Grotzh. Handelskammer vom 12. August und 27. September 1898. üuwefeud die Herren: Koch, Balser, Heichelheim, Katz, Kltngspor, Kraatz und Wortmann. Der Deutschen Handelskammer tu Brüssel, welche tu der kurzen Zett ihres vierjährigen Bestehens eine sehr erfolgreiche Thätigkeit im Interesse der deutsch-belgischeu Handels» und Verkehrsbeziehungeu zu verzeichnen hat, tritt dte Kammer auf Ersuchen als correspondtrendes Mitglied bet. — Das belgische Cousulat in Mainz theilr der Kammer mit, daß tu Brüffrl eine „F6d6ration industrielle beige pour favoriser l’exportation des produits nationaux“ gegründet worden in, die den Zweck verfolgt, neben der Hebung des belgischen Export- auch auswärtigen Käufern und Rrflectauteu dte Mög- Uchkett zu bieten, mit em Pfehlenswertheu belgischen Firmen in direkte Beziehungen zu treten. Das Statut der genannten Bereinigung ist auf dem Bureau der Kammer einzusehen. — Ein auf Veranlassung der Großh. Handelskammer Mainz von den Handelskammern Offenbach, Koblenz, Bonn, dem Mittelrheintschen Fabrikanten-Berein u. A. m. bei dem BeztrkS-Eisenbahnraih Frankfurt a. M. gestellter Antrag: „Häute und Felle, rohe grüne und gesalzene, sowie getrocknete in den Specialtartf I und in da» Berzeich- utß der bedeckt zu befördernden Güter aufzunehmen" sand die Zustimmung der Kammer, deren Vertreter tu der nächsten Sitzung des Bezirks-Etsenbahnrath» diesen Antrag unterstützen wird. — Weiter wurde eine Eingabe de» kaufmännischen Verein- in Alsfeld und des HandelSveretn» in Lauterbach mit der Bitte um Zuthriluug der ganzen Provinz Oberhessen mit Ausnahme des Kreises Friedberg — ein Gegenstand, der schon des Oeftereu sowohl die Handelskammer
als auch Großh. Ministerium beschäftigt hat — gebilligt und soll demnächst Großh. Ministerium Bericht erstattet werden. — Vor Anknüpfung von Geschäftsverbindungen mit einer Mauufakturwaarenhaudlunng in Rumänien und mehreren Firmen in Amsterdam und Groningen wird gewarnt. Die Namen der Firmen find auf der Kammer zu erfahren.— Am 16. ds. MtS. findet in Steins Saalbau die 6. Cou- ferenz des Verbandes südwestdeutscher De» taillisteu-Vereiue statt. Die Kammer nahm mit Dank von einer Einladung des hiefigen verein» der Detaillisteu zu dieser Eonfereuz Keuutniß.
• • Kunstoereiu. Wie im Inseratentheile erfichtltch, ist die Gemäldeausstellung im Thurmhau» am Braud vou Donnerstag den 6. October au wieder geöffnet.
* * Stadttheater. Mittwoch deu 5. d. M. ist als erste Volks-Vorstellung „Wilhelm Tell", worauf wir hiermit noch einmal aufmerksam machen wollen. Die Eintrittspreise stellen fich, wie wir gestern bereit» bemerkten, auf 40 Pfg. für Saalplatz und 20 Pfg. für Gallerte. — Als erste Novität geht am nächsten Freitag Ludwig Fuldas dramatifches Märchen „Der Talisman" in Scene. Die Proben für dieses schwierige Bühneuwerk haben bereits vor einigen Tagen begonnen.
• • 3« Amerika verstorbene Hessen. Süd-Brooklyn, Lorenz Berg, aus Mörlenbach, Heffen-Darmstadt. Philadelphia, Pa., Lazarn- Meyer, 86 Jahre alt, au- Westhofen, Heffen- Darmstadt. Brooklyn, N. A, Jacob Philipp Dtelmaun, au- Zell, Großherzogthum Hessen. Columbus, O., John H. Weitzel, 63 Jahre att, aus Heffen-Darmstadt. Chil- licothk, O., Valentin Dörsam, 76 Jahre alt, aus Gras- Ellenbach, Großherzogthum Hrffeu. Elgin, John Ring, 59 Jahre alt, au- Bischofsheim, Heffen-Darmstadt. Water- vliet, bei Troy, N. A., Wilhelm Helm, aus Lauterbach, Großherzogthum Heffen. Albany, N. A, Jacob Pfeil, 66 Jahre alt, aus Großherzogthum Heffen. Boston, Mass., Anna Maria Krim, geb. Wenz, 88 Jahre alt, aus Ockenheim bei Bingen. Brovkliu, Schuyler Co., Jll., I. Konrad Kren ter, 64 Jahre alt, au» Allmenrod, Kreis Lauterbach, Großherzogthum Hrffeu.
* ♦ Wetterbericht, lieber Central-Europa ist das Barometer überall noch gestiegen und erstreckt sich ein Kern des barometrischen Maximums vou deu britischen Inseln über die Nordsee und Norddeutschlüud bis gegen Polen. Im Nordosteu des Erdthrils liegt eine Depression, außerdem inmitten relativ niederen Druckes eine solche im Süden Europa-. Bei dieser Wetterlage war am Morgen auf unserem Gebiete bei vorherrschend nordöstlicher Luftströmung der Himmel meist trüb. Im Süden nehmen die Bewölkungen ebeufall- vieler- orten ab. — Voraussichtliche Witterung: Allgemein wieder besseres, aber ziemlich kühles Wetter.
Butzbach, 2. October. Die „Butzbacher Ztg." bringt das Berzrtchntß der bei der Oderhesfischeu Industrie- und Gewerbe-Ausstellung prämiirten Aussteller. Darnach erhielten eine Preis-Medaille 21 Aussteller, ein Anerkenu- ungS-Dtplom 46 Aussteller/ lobende Erwähnung fanden 40 Aussteller. Außer Wettbewerb blieben 55 AuSstellende auf Grund folgender Bestimmung der Ausstellungs-Ordnung: Ausgeschlossen bon der Prämtirung find Dilettantenarbeiten, Gemälde, Sammlungsgegenstände, Erzeugnisse der Landwirth» schast und solche Ausstellungsgegenstände, deren Aussteller auf dte Prämtirung verzichten. Ebenfalls außer Wettbewerb standen, und zwar gemäß der Bestimmung, daß Erzeugnisse von Ausstellern au» der Provinz Oderheflen pramitrt werden, welche in deren Fabriken, Werkstätten oder Arbeitsstellen verfertigt worden find — 7 Aussteller.
Darmstadt, 2. Oktober. Die Jahresversammlung der Anwaltskammer, die am verflossenen SamStag hier stattfand, wurde von dem Borfitzenden des Vorstands, Rechtsanwalt Metz I, mit einer Ansprache eröffnet/ der Schriftführer, Rechtsanwalt Schödler, erstattete hierauf den Jahresbericht. Wir entnehmen demselben, daß dte Zahl der Anwälte int Bezirk des OberlandesgerichtS von 127 im letzten Berichtsjahre auf 135 gestiegen ist, dte höchste Zahl, dte btrher erreicht wurde. Hervorgehoben wurde weiter die segensreiche Wirksamkeit der Htlfskaffe. Die gestillte Rechnung wurde ebenso wie der Voranschlag genehmigt und beschlossen, der Htlfskaffe tu Leipzig wiederum einen Beitrag von 1000 Mk. zu überweisen.
△ Mainz, 3. Oktober. Dte im städtischen Gaswerk hier aufgedeckten Unterschleife werden dm 13. dS. Mts. die Strafkammer des hiesigen Landgerichts beschäftigen. Als Angeklagte erscheinen vor Gericht der Direktor de» Gaswerks, der Buchhalter, der Kasfirer und ein Kaffendteuer. — In Berücksichtigung der großen VerkehrShemmnifse im verflossenen Jahre hat dte hiesige Eisenbahndirectton an dte thr untergebenen Dienststellen eingehende Instructionen gerichtet, um eine möglichst prompte Abwickelung deS bevorstehenden starken Herbstverkehrs zu sichern. In dem betreffenden Rundschreiben wird aber zugleich darauf htngewiesen, daß dte erweiterten Etsenbahnanlagen und die vermehrten Betriebsmittel der Gewalt der Verhältniffe gegenüber nut dann Stand halten würden, wenn dte Anstrengungen der Verwaltung auch Seitens des verkehrtreibenden Publikums durch genaue Erfüllung der Vorschriften unterstützt werden. Dte Mainzer Handelskammer richtet an alle Jntereffenteu dte Bitte, letzterer Aufforderung nach Kräften zu entsprechen. — verflossene Nacht spielte in verschiedenen Thetleu der Stadt das Messer wieder eine bedeutende Rolle. In zwei Fällen werden wahrscheinlich die Gestochenen das Leden einbüßen. Einer der Messerhelden ist ein Wirth, der nach einem vorhergegangenen Wortwechsel einem Collegeu mehrere tiefe Stiche in die Brust versetzte.
Lampertheim, 2. October. Der Dreschmaschinenbefitzer Gg. Weigel III. von Sandhosen verließ gestern Mittag um */>! Uhr Schwanheim, um seine Maschine vou da nach Sandhofen zu fahren/ unterwegs, zwischen hier und Bürstadt ge- rieth heute Morgen um halb 7 Uhr der schon längere Zett
dabei beschäftigte Arbetter Heinrich Wagner, der schläfrig vad ermüdet war und fich deshalb an der Lokomobile halten wollte, unter da» Rad derselben und war sofort tobt.
An» der Leit für die -ett.
Vor 316 Jahren, am 5. October 1582, wurde der Gregorianische Kalender eingeführt, welcher bestimmt, daß in 400 Jahren drei Schalttage ausgelassen werden, und zwar, wenn die Jahreszahl mit zwei Nullen endigt und nicht durch 400 theilbar ist. Er kam sogleich in Italien, Spanien und Portugal und später erst in Deutschland, den Niederlanden und England zur Geltung. Rußland und andere östliche Länder haben noch den Julianischen Kalender.
* Zur Hebung der Häuslichkeit. Für die bevorstehende« längeren Feierabende unsere Leser auf einen ebenso harmlosen, wie herzerfreuenden Zeitvertreib aufmerksam zu machen, ist uns eine angenehme Pflicht. Der Zeitvertreib ist wohl fo alt wie die Gründung bleibender Wohnstätten — er heißt: Hausmusik. Aber da» Instrument, das wir dazu empfehlen möchten, ist noch jung: Dte Accordzither. Zu billigem Preise erhältlich, leicht zu handhaben, spielend zu et- lernen, hat fich die Accordzither schon so eingebürgert, daß eine ganze Reihe von Fabriken darin wetteifert, den steigenden Bedarf zu decken und das Instrument immer mehr zu vervollkommnen. Für den Kenner besteht indeß ke'n Zweifel, daß die sogen. Müller'sche Accordzither ihre Rivalinnen an Solidität des Banes und Süßigkeit des Tones weit übertrifft. Sie ist in jeder besseren Musikinstrumenten'Handlung erhältlich und ein reizendes „Accordzither-Büchlein" versendet die Fabrik I. T. Müller in Dresden-Striesen auf verlangen an Jedermann gratis und franco.
* Sine merkwürdige Geschichte wird der „Deutschen TageSztg." ans Sachsen gemeldet: In Hotzenplotz erhängte sich ein 98jähriger Greis ans Lebensüberdruß. Seine 50 Jahre alte Tochter kam hinzu, bemerkte, daß ihr Batet noch lebte, und beeilte fich, ihn au» der Schlinge zu befreien. Sie hob denselben hoch und suchte die Todesschlinge abzustreifen. Dabei brach plötzlich die Diele ein, die Frau stürzte durch das Loch auf den Hausflur und brach beide Beine. Als Hilfe kam war der Greis bereits tobt.
* Zuerkennung der Nobel-Prämie an den Zaren. Bekanntlich hat der große Philanthrop unb Erfinber des Dynamits, Ludwig Nobel, vor feinem vor zwei Jahren erfolgten Tobe neben zahlreichen Stiftungen für Wohlthätigkeits- anstalteu zehn Millionen Francs bet FriebenSliga unter btt Bedingung zur Verfügung gestellt, daß diese Prämie Demjenigen zuerkannt werde, der fich daS größte Verdienst um die Sicherung des Friedens erwirbt. Wie aus Petersburg geschrieben wird, hat nun die Frieüensliga den Beschluß gefaßt, die Prämie dem Zaren zur Verfügung zu stellen und zwar für seine hochherzige Initiative zur Erhaltung deS W-ltfrtrdenk.
* Der deutsche Verein für Armenpflege und Wohlthatigkeit hielt am Donnerstag in Nürnberg seine 18. Jahresversammlung. Nach den Begrüßungen sprach Stadlrath Dr. Münsterberg- Berlin über die neuere Entwickelung de» Armenwesens tm Ausland, lieber den zweiten Punkt der Tagesordnung: lieber „Hilfe in außerordentlichen Nothständen" berichtet RegierungSrath Falsch-Stuttgart, der nachdrücklich die Forderung stellt, daß außerordentliche Nothstände kein Land unvorbereitet treffen dürfen. Dazu gehört die Schaffung eines ständigen Organs, das bei Ausbruch eines Nothstände» augenblicklich in Thätigkeit tritt und dte Hilfeleistung in fämmtlichen Theilen des NothstandSgebiete» einheitlich regelt. Daneben ist für jedes Land sehr zu empfehlen die Gründung eines Nothstandsfonds, mittels dessen die im ersten Augenblick hervortretenden dringendsten Bedürfnisse befriedigt roerben können, bis durch die zu eröffnenden Sammlungen weitere Mittel flüssig gemacht find. Die Sammlungen sind zur Vermeidung von Zersplitterung thunlichst zu centralisiren. In der Debatte trat namentlich der Wunsch hervor, die Aufgabenkreise der Staatsgewalt und der Privatthätigkeit genau zu begrenzen. Doch war man bedenklich, schon jetzt zu Beschlüsse« zu gelangen und namentlich dem von einigen Seiten ausgesprochenen Wunsch nach Schaffung einer ständigen Centralorganisation durch einen förmlichen Beschluß zu entsprechen. Man folgt daher einem vom Stadtrath Münsterberg gestellten Anträge, den Gegenstand erneut zur Erörterung zu bringen. Den Schluß der Verhandlungen am Donnerstag bllbrtc ba» Thema bcr Zwangsmaßregrln gegen nährpflichtige Angehörige, über bas Dr. Hirschberg-Berlin, Stadtrath Jakstein-Potsdam und Stadtrath Münsterberg-Berlin berichteten.
• Fußboden-Kitt Glaserkitt trocknet bekanntlich sehr stark zusammen unb bröckelt halb auS ben Fugen wieber aus. Ungleich bauerhaster ist ein wie folgt hergestellter Kitt: 1 kg Kölner Leim wirb währenb 24 Stunben in einer Schüssel mit soviel Waffer eingeweicht, baß letzteres ihn gerade bedeckt. Nach 24stündtgem Stehen erwärmt man ben zu einer Gallerte aufgequollenen Seim mttfammt dem übersteigenden Waffer auf der Herdplatte. Sobald die Gallerte vollständig zergangen, rührt man 1 kg Ocker, ber vorher mit Waffer zu einem Brei eingerührt ist, unter unb nach bem allmählich 1 kg Sägespähne. Hierauf läßt man bie Masse erkalten. Sie soll bann von ber Steifheit frischen Glaserkitts sein. Ist sie zu hart, so muh sie nochmals erwärmt unb ein angemessenes Quantum heißes Wasser hinzugesetzt werben. Dieser Ritt bars erst nach vollstänbigem Erkalten angewanbt werben. Große Fugen wirb man Vorthetlhast vorerst verspähnen ober auch mit Werg ober mit altem Zeitungspapter ausstopfen unb bann erst ben Kitt hinein- brücken. Ebenso ist eS Vortheilhaft, kleine Fugen erst mit einer Messerklinge zu burchstoßeu. Der Ritt wirb nach einigen Tagen steinhart unb bricht nie/ bie Sägespähne verhindern ba« Zusammentrocknen. Bor bem Oelsarbenanstrich muß man ber Oberfläche einen Tag zum Trocknen Zeit lassen. — Für


