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5.10.1898 Erstes Blatt
 
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denselben Zweck wird gleichfalls sehr empfohlen ein kalt her- zustellender und auch kalt zu verwendender Ritt auf 1 kg gepulvertem, gebranntem Ralf und 5 kg frisch au-geschiedrnrm Käsestoff, welcher Masse durch Ocker oder eine andere Farbe die gewünschte Färbung gegeben werden kann. Dieser letztere Ritt muh zu jedesmaligem Gebrauch frisch hergeftellt werden, da er bet Aufbewahrung verhärtet.

Die billigste* Bahnen bet Welt. In einem Züricher 6af£ hat Einer jüngst eine Wette gewonnen, indem er für feine Behauptung, daß man feit Einführung der General« abonnement» in der Schweiz thatsächlich für 29/t Centime» von Zürich nach Genf fahren könne, den Beweis antrat und zwar wie folgt: Die Strecke von Zürich nach Gens beträgt 289 Kilometer, die Eifenbahnfahrt bauen 8 Stunden 27 Mm. Führt man in Zürich Früh 7 Uhr weg, so ist man Nach, mittag» 3 Uhr 27 Minuten in Genf. Der Tag hat 24 Stunden, der Monat 720, da» Jahr den Monat nach kausmännifcher Weise zu 30 Tagen gerechnet 8640 Stunden. Ein Jahre» Generalabonnement kostet 800 Franken für dritte Wagenklasse, macht pro Stunde nur 81/, Centime». Da die Fahrt Zürich-Genf rund 8% Stunden dauert, kommt sie also dem Inhaber eine» Jahre». Generalabonnement» auf 8V,x3'/, Cent., ober auf 29«/» Lent, zu stehen. Die Gefell schäft war verblüfft, der Wettende triumphirte und al» die von ihm gewonnenen Champagnerflaschen knallten, war die ganze Gesellschaft darüber nur noch einer Meinung, daß die billigsten Bahnen der Welt feil Einführung der General« abonnement» die Schweizerbahnen feien.

* Uetzer die Schuldenlast der Welt im verflossenen Jahre veröffentlicht dieZeitschrift für da» gesammte Actien- wesen" eine Zusammenstellung, die zwar nur bedingten Werth hat, weil genauere Angaben über die Entstehung der einzelnen Schuldenposten, über ihre Verzinsung und über da» Wach»> thum der Bevölkerung fehlen, die aber doch einen interessanten Vergleich liefert über die zunehmende Verschuldung der Cultur ftaaten. Die Gesammtfchuld aller cioilistrten Staaten betrug danach im Jahre 1897 122420 Millionen Mark. Davon hat Frankreich zu tragen in Millionen Mark 24480, Eng. land 12 897, Oesterreich-Ungarn 12127, Italien 10185, die deutschen Einzelstaaten 9992. die englischen Colonien 9492, Rußland 7900, Spanien 5660, Nordamerika 3972, Portu­gal 2525, da» Deutsche Reich 2204, Aegypten 2088, Brasilien 2072, Holand 1849, Belgien 1832 u. s. w. u. f. w. Jntereffant ist, wie die jährliche Zunahme der Schuldenlast der Welt sich im Laufe der Zeit nach gewiffen, da» wirth. schaftliche Leben der Staaten beeinflussend»!! Ereigniffen ge­steigert hat. Sie nahm in allen Kriegszeiten mächtig zu, z B. bis 1820 jährlich um 740 Millionen, in den verhält- nißmäßig friedlichen Zeitläuften von 1820 bis 1848 jährlich nur um 200 Millionen. Damals begannen in verschiedenen Staaten wiederum Kriegsvorbereitungen, und darum wuchs bl» 1862 die Staatsschuld jährlich um 1460 Millionen Mark. Zwischen 1862 bi» 1872 fanden in Amerika und Europa verschiedene Kriege statt; die Weltschuld stieg daraus jährlich um 4280 Millionen Mark. Rach 1872 ist die jährliche Zu­nahme immer geringer geworden; sie betrug bi» 1882 nur 1380 Millionen Mark trotz des russisch, türkischen Kriege», und wenn man von 1882 an die Zeit de» bewaffneten Welt- friedens rechnen will, so hat er die Weltschuld wohl gesteigert, ober doch nur um 960 Millionen jährlich, während es in früheren Jahrzehnten, z. B. um die Mitte des Jahrhunderts alljährlich eine Milliarde Mark war, um die die Weltschuld sich vergrößerte. Wie hoch im Verhältniß zu früher die Zinsenlaft gestiegen ist, ist aus der Zusammenstellung nicht ersichtlich, weil die Zunahme der Bevölkerung nicht mit in Vergleich gezogen ift. Jedenfalls müffen aber heute die Steuerzahler der Culturstaaten, wenn man für die gegen­wärtig vorhandene Weltschuld eine Verzinsung zu 4 v. H. annimmt, eine Zinsenlast von jährlich 4896 Millionen Mark tragen, d. h. von der Milliarde Menschen, die (ohne China) zu der Verzinsung mit beitragen müffen, hat Jeder jährlich eine Kopfsteuer von 5 Mk. zu leisten. Die Schulden mancher Staaten finden jedoch in verschiedenen Vermögensstücken, namentlich in den Staatsbahnen, ein gewisses Gegengewicht. Der Gesammtfchuld von 122 Milliarden Mark stehen etwa 27 Milliarden Mark Vermögen gegenüber, wovon Deutschland allein schon 10 Milliarden, Oesterreich-Ungarn gegen vier Milliarden besitzt. Da aber neben diesem Vermögen anderer­seits die Provinzen und Gemeinden der Staaten in der Regel auch noch Schulden haben, deren Weltbetrag auf rund siebzehn Milliarden geschätzt wird, so bleibt doch auf den Kopf jede» Erdenbürger» eine ererbte Zinslast von annähernd 5 Mark jur das Jahr bestehen

BuS Sibirien DerSfiturski Westnik" berietet über lolgtnbtn traurigen Vorfall im Dorfe Sderdowka am soge­nannten jakutischen Trakt. Der Offizier Poscherba, welcher ul» Befehlshaber der Eskorte eine Partie Arrestanten aus dim AlexanbrowSkifchea Gefängniß sühne, hatte sie unter» weg» durch kleinliche Ehikane gegen sich aufgebracht. Nach her Ankunft auf der Etappenstation Sherdowka eilten die durch den langen Marsch hungrig gewordenen Arreftameu, »le gewöhnlich, zu den sie erwartenden Händlerinnen, die verschiedene Lebensrnittel feilboten. Der Offizier befahl aber otn Arrestanten, sofort in den Etappenhof zu gehen, und ließ, als dieser Befehl von einigen mit Murren ausgenommen wurde, die Händlerinnen forttreiben. Die Mehrzahl der Arrestanten begab sich in den Hof, ein Theil aber zögerte, dem Befehl uachzukommen, wobei einer der Arrestanten sich Tchimpfworte gegen den Offizier erlaubte. Ja Folge dessen befahl dieser den eSkortirenden Soldaten, diesen Arrestanten zu packen und von den anderen za trennen. SIS der Arrestant lein Schimpfen fortsetzte, drohte der Offizier ,hn zu erschießen, fall» er nicht schweige. Daraufhin rief ihm ein anderer Arrestant zu:Alle wirst Du nicht erschi ßen können!* und fügte noch ein Schimpfwort Hinz-'. Der dadurch iu Wnth gerathene Offizier gab nun den Soldaten den Befehl, sich m Reih' und Glied zu stellen und schußbereit zu machen, md befahl der Menge, fich von dem fluchenden Arrtstauten

zu entfernen. Dieser wich nicht von der Stelle, sondern schrie, seine Brust vorstreckend, dem Offizier zu: ,Schieß!- Noch hatte die Menge kaum einige Schritte zur Seite springen können, als eine Salve von nenn Schüssen erfolgte unb der betreffende Arrestant tobt hinstürzte. Zugleich würbe aber auch ein zweiter Arrestant, der wegen seiner kranken Füße nicht so schnell znr Seite springen konnte, tödtlich ver­wundet. Hiermit nicht genug, commonbirte ber Offizier nun die Gewehre gegen den schon früher isolirten Arrestanten zn richten,- eS erfolgte eine zweite Salve und es stürzte das dritte Opfer, von mehreren Kugeln getroffen, mit einem Schrei zu Boden. Die beiden schwer verwundeten Arrestanten wurden auf einen Wagen gelegt, nm in das Alexaubrvwßkifche Gefängniß gebracht zu werden, starben aber unterwegs. Zeuge dieses blutigen Drama» war nur der Schreiber ber dortigen Poststation, da die Einwohner von Sherdowka, welche beim Eintreffen der Arrestautenparthie fich bei der Etappenstation eingefunben hatten, nach ben ersten Schüssen eiligst die Flucht ergriffen. Wie fich nachher erwies, hat ber Offizier Poscherba ben Verstaub verloren, er würbe durch einen andern Offizier ersetzt.

Ei» Wappettsolscher. Ein Oberstlieutenant, Shipway aus EhiSwick tn ber englischen Grafschaft Midblesex hatte seit langer Zeit ben Wunsch gehegt, ein Wappen führen zu bürfen. Er nahm im November 1895 einen gewissen Herbert DavieS, ber als Arzt practlcirt hat unb auch vorgab, in Oxforb einen akademischen Grad erlangt zu haben, was fich aber nachher als unwahr heraußstrllre, gegen ein Honorar von 6 Schillingen pro Tag in feinen Dienst, damit er den Nachweis führe, daß ber Oberstlieutenant von feinen Vor» fahren bat Recht, ein Wappen zu führen, erworben habe. DavieS verübte nun die größten Schwindeleien, um feine Bemühungen erfolgreich erscheinen zu lassen. Er fälschte Kirchenbücher, indem er auf die Familie Shipway bezügliche Eintragungen darin machte, mtifelte in einen Balken im Glockenthurm zu MangotSfitld die WorteJohn Shipway 1541" ein, grub Särge auS unb ätzte zum Beispiel tn einen Bleifargbeckel bte Worte ein:Leo telo manu, John Shipway 1620." Ferner taufte er zwei Statuen, bie nachweislich einer Familie Blount zugehörteu, zu Statuen eines Wappeu- trägerS John Sh'pway unb feiner Gattin Margareth um unb errichtete in ber Kirche eine Inschrift auf Kosten beS Oberstlieutenants, worin er fich als ben bireften Nachkommen dieser ShipwahS bezeichnete. Das Herolbkamt iu London erkannte aber bte sämmtlichen Forschungsresultate beS Herbert DaoieS nicht an, eS erklärte vielmehr, keine Spur eines Shipwah'schen FamiltenwappenS finben zu können, obwohl man bte Register von vier Jahrhunberten durchgesehen habe. DaS HeroldSamt fügte ben Rath bet, Oberftlieutenant Ship­way möge in ben Dtücefan-Regtstern von Gloucester nach Testamenten seiner Borfahren forschen lassen. Herbert DavieS begab fich bann im August 1896 im Auftrage bes Oberst lienteuantS nach Gloucester, unb hier gelang eS ihm balb, baS.Tostament eine»John Shipway von Bevistou MangotS- fielt" zu entbecken, der auf feinem Sterbelager noch in feinem Testamente ausdrücklich erwähnte, baß ein Vorfahre von ihm von König R charb I. 1191 durch ben Kanzler Wilhelm von Marchand ein Wappen erhielt, das er bann noch im Testa­ment beschreibt. Natürlich war eS toieber eine Fälschung. DavieS hatte mehrere alte Testamente aus einem Archive gestohlen unb fie zu feinen Zwecken abgfänbert.

Universitäts-Nachrichten.

Bei der Universität Basel ist ber außerordentliche Professor der Geschichte, Dr. BooS, zum ordentlichen Professor befördert worden.

Eingesandt.

«ietzeu, ben 4 October 1898.

Zur Zelt wird ein Theil der Rodbeimerstraße aufgebrochen und bte Wasserleitung bi- zur MöbS'schen Setfensabiik gelegt. Im Interesse der zahlreichen Passanten dieser Straße wäre c» wünschen?werth, wenn hierbei auch gleichzeitig die Gasleitung mit verlegt und noch zwei Straßenlaternen anc-ebricht würden. Die letzte derselben befindet fich vor dem Happel'ichcn Lagerplatz und der weiter nach der Haidt gelegene Theil der Chaussee ist Abend» tn tiefste» Dunkel gehüllt. Der eine Bürgersteig der Lrtraße ist, wegen des angebrachten Schienengeleise», ♦ür Fußgänger nicht mehr paifirdar, und da die Fuhrwerke öfter genötbigt sind, beim Ausweichen oder bei Begegnungen mit der Btkberirattakn den anderen Bürgersteig zu befahren, fo wäre hier eine Beleuchtung dringend zu wünschen.

N. N.

Verkehr, rsitzd Volkswirthschäft.

Gießen, 10. October. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.901.10, Hühnereier per St. 70 2 6t. 1415 H, Enteneier 2 St. 0000 Gänse­

eier per St. 0000 H, Käse 1 St. 57 Käsematte per 6t 8 Erbsen per Liier 18 4, Linsen per Liter 30 Tauben per Paar

X 0.600.70, Hühner per 6t X 1.001.20, Hahnen per Stück X 0.801.20, Enten per St. X 1.801.20, Gänse per Pfund X 0 480.54, Ochsenfleisch per Pfd. 6674 Kuh- und Rindflessch per Pfd. 6266 H, Schweinefleisch per Pfd. 6876 H, Schweine­fleisch, gefallen, per Pfd. 80 H, Kalbfleisch per Pfd. 6266 H, Hammelfleisch per Pfd. 5070 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 bis 7.00 X, Weißkraut per St. 816, Zwiebeln per Str. X 5.000.00, Milch per Liter 16 Zwetschen per Ctr. X 2.508.60.

Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nach­mittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.

ertttNtre, l.OcL Fruchtoreife. Weizen X 16,3016,50, tarn X 14,6016.00, Gerste X 13,00-14 50 Haier X 12,50-15 50, Erbsen X 00,00-00.00, Linsen X 12.0012 50, Wicken X 00,00, Bein X 00,00, Kartoffeln X 6,00-0,00,<wa X 00,0000,00.

Neueste Nachrichten.

Depeschen de» Bure« ,£erolb*.

Berlin, 4. October. Au» Prätoria wird denBrrl. N. Nachr." telegraphirt: Nachdem die englische Preffe einen Bericht veröffentlicht harre, wonach Dr LcydS während seine» letzten Besuches in Berlin sehr kühl empfangen worden sei,

wird von off c!öser Seite constatlrt, daß rin solcher Bericht vollständig unbegründet ist.

Berlin, 4. October. Wie die ,Berl. Reuest. Nachr.* an, Kiel erfahren, scheidet der bisherige Lhef des Stabe» des Ober-Lommando» ber Marine, Loutre-Admiral «aranbon demnächst au» dem Dienst, um die Leitung ber ber Firma Krupp gehörenben Germania-Werft in Kiel zu Übernehmen.

Dien, 4. October. Die .Reue Fr. Presse" meldet an» Rom: Die vom 30. September battrte Einladung zu einer internationalen Lonferenz für eine gemeinsame Action gegen den Anarchismus ist ergangen.

Pari», 4. October. Für den heutigen Ministerrath ist ein Lonflict zwischen Brisson und Sarrien wegen Besetzung von Richterposten unb Ausübung der verfolg- ungen wegen Beleidigung von hohen MllitärS wahrscheinlich. Dupaty de Liam ist spurlos verschwunden. Mau fieht feine Auslandsreise er soll fich in Italien befinden vielfach alS Flucht an. Gegen Esterhazy ift wegen Betruges und Fälschungen ein Steckbrief erlassen.

Pari», 4. Octoder. Mehrere Journalisten, die sich gestern in der Wohnung Dupaty de LlamS eingefunben hatten, nm fich zu erkundigen, wohin Dupaty fich gewendet habe, erfuhren, daß derselbe binnen 14 Tagen nach Paris zurückkehren werde. Dir Bediensteten glauben, daß sich der- selbe nach dem Norden Frankreichs gewendet habe.

Pari», 4. Ociober. von Dupaty de Liam, welchem StrongS Enthüllungen nach Brest telegraphirt wurden, ist keine Etklärung zu erwarten, dagegen wird Esterhazy ant­worten. DaS Gerücht, wonach dieser steckbrieflich verfolgt wird, ist noch unbestätigt. Während des bevorstehenden acht­tägigen Urlaubs de» Justizministers Sarrien werben wichtige Entscheidungen in der DrehfuSsache erwartet. Die Unter­suchung gegen P cquart in der Angelegenheit des Rohrpost- drieseS ist fallen gelassen worben, dagegen wirb fie fortgesetzt wegen verschiedener Anschuldigungen, welche Oberst Henry zu einem eigenen Dossier vereinigt hat.

Pari», 4. Oktober. DaS BlattCantttnt" meldet ans sicherer Quelle, daß der General-StaatSanwalt Mandau eine zweite neue Thatsache entdeckt habe- eS sei dies ein Bries Esterhazys an Dupaty de Liam, worin Esterhazy sagt: Wenn Sie Ihrer Schriftkunbigen nicht sicher finb, so will ich erklären, daß man meine Schrift bnrchgepaust habe.

Pari», 4. Oktober. Mehrere republikanische Abge- ordnet-, unb Mitglieber beS Gemeinderaths aus Paris, Mar­seille und Lyon haben beschlossen, einen republikanische» Verein zu gründen, dessen Zweck sein soll, gegen die monarchistischen unb klerikalen Umtriebe vorzngehen.

Pari», 4. Ociober. Bei der Niederlegung der Ueber- reste beS Gefängnisses MazaS stürzte eine Mauer ein. Biele Arbeiter warben unter den Trümmern begraben. Eine Anzahl derselben ist schwer verletzt, zwei davon sind bereits gestorben.

Pari», 4. Ociober. Die sranzöfische unb englische Re­gierung beschlossen, nicht zu warten, bi» der Bericht bei I LapitänS Marchand in Paris eingetroffen Ist, sondern sofort I in Unterhandlungen wegen der Faschoda-Angelegenheit ! einzutreten.

Pari», 4. Ociober. Nachdem gestern die Maurer eine Tagesordnung angenommen und mit den Erdarbeitern gemein­same Sache gewacht haben, haben sich jetzt auch die Schlosser dem AuSstand augeschloffen. Die Zahl der Strikenden be­läuft fich auf 4000.

London, 4. October. Die hiefige chinefische Gesandtschaft erklärt bte Meldungen vom Tode des Kaisers für un­begründet. Die Botschaft stehe iu täglichem telegraphische« Verkehr mit Peking und habe keine bieSbezügliche Nachricht erhalten. S:e betrachte noch ben Kaiser als regierenben Souverän von Ehina.

Perpignan, 4 Ociober. Die Einwohner gerieten gestern Abend tn große Aufregung durch eine heftige E x- plosion. Man hielt dieselbe zuerst für ein anarchistisches Attentat, c» stellte fich aber balb heraus, baß bie Detonation von einer Gas-Explofion herrührte. Die Stabt war alsbald in voller Finsterniß.

Washington, 4. Ociober. Die Regierung erwägt bie Absenbung weiterer Kriegsschiffe nach Ehina, um bte amerikanischen Interessen zu schützen. Man hält bie jetzige Lage für sehr ernst.

Constantine (Algier), 4. Oktober. Infolge einer er­regten GemeinberathS-Sitzung kam e» gestern zwischen Ge­mäßigten unb Rabicalen zu heftigen Unruhen. ES mußte Militär sowie ein größere» Polizei-Aufgebot ein- schreiten, um bie Ruhe wieder herzustellen. Mehrere Ver­haftungen wurden vorgenommen.

Bei Todesfällen

flbernimmt die Buohdruckerel des Giessener Anzeigers, Schuletrasse 7, die schnellste Anfertigung tou Trauer­briefen und Danksagungskarten, welche auf Wunsch couvertirt geliefert werden.

Bitte, einen Versuch!

Durch Zusatz von wirkungsvollm Ingredienzien, wie fie un» von ersten medicinischen Auioritätkn neuerdings an bie Hand gegeben worben find, ist die Doerings Seife mit der Eule, bekannt unter der Devise:Die beste der Welt, abermals verbessert unb durch diele Verbesserung in ihrem Einflüsse auf bie Erhaltung bet Schönheit ber Haut wesentlich erhöht worden, so daß sich keine Seife zur Toilette mehr eignen dürfte als die in ihrer Art unübertreffliche Doerings Seife mit der Eule. Wir eriuchen alle Damen, Mütter, wie Jedermann, dem die Pflege der Haut ernst ist, um erneute Ver­suche. Der Preis ist nicht erhöht worden, für 40 Pfg. übe all erhältlich. 2532