Ausgabe 
5.7.1898 Erstes Blatt
 
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Verkehr, tmb VoUrwivthfchafs»

Geündor«, 2 Juli. Fruchtpreise, ödgenX00,0000,00, I Äom X 17,0000,00, Gerste X 00,00-00,00, Hafer X 17,0018,00. ! Erbsen X 00,00-00,00, Linsen X 00,00, Wicken X 00,00, Lei» X 00,00, Kartoffeln X 9,0010,00, Samen X 00,CO.

A«r der Zeki für die Kett.

Vor 89 Jahren, am 5. Juli 1809, erfocht Napoleon L in der gräßlichen Schlacht bei Wagram einen schweren Sieg über die Oesterreicher unter Erzherzog Karl. Der Verlust war auf beiden Seiten ziemlich gleich, und es trat deutlich zu Tage, daß die französtschen Heere nicht mehr das frühere Uebergewicht im Feld besaßen, während ihre Gegner mittler­weile die neue Kriegskunst erlernt hatten. Nur Napoleon» überlegenes Feldherrntalent fesselte noch den Sieg an seine Fahnen.

Nach sechs Wochen wars so weit, daß der Bräutigam leidlich humpeln konnte. Die Hochzeit war recht schlicht. Der einzige Aufsatz war an der Kirchenthür der alte Waldjodel, der auf einem Kirchhofstein hockte und der, als die Braut­leute vorüberkamen, seine Pfeife aus dem runzeligen Gesichte zog und dem Paare den Vorschlag machte, es Möge ihm was schenken.

Die Braut, die an diesem Tage ihr Lederbeutelchen ohnehin fortwährend in -der Hand halten mußte, dachte: Warum denn nicht, so lang was drinnen ist.

Eintausend vergelts Gott!" sagte der alte Mann und mit diesem Spruch gingen fie in die Kirche.

Und daß ich Solches noch berichte: Den zwei Leuten erging es besser, als man ihnen zugetraut. Der Prestl ging das Korb- und Strohteppichflichten an, auch das Besenbinden und Wollkrauen verstand er und mancherlei so Arbeiten, bei denen man mehr die Hände und den Kopf als die Füße braucht. Die Nettel war schon ganz tüchtig, und wo es im Dorf oder in der Umgegend etwas zu verdienen gab, sie war zu Allem verwendbar, da rückte sie an und ließ nichts fahren. Sie war der Mann und er die Hausfrau, der während der Abwesenheit der Mutter auch an dem Knäblein Mutterschaft vertrat, allerdings mit Beihilfe der Amme, die einen Ziegen­bart trägt.

So leben die drei Leute heute noch beisammen, find fleißig und haben fich lieb. Wenn man bedenkt, wie schlimm das Alles hätte werden können, wenn jener schlimme Sonntagsschub nicht gefallen wäre! Da schmähe mir Einer noch einmal die Sonntagsschützen

Minister der Finanzen, Wirklichen Geheimerath August Weber die Kroue zu dem Großkreuz de» Verdienstorden« Philipp» de» GroßmÜthigen, dem Major und Bataillon«- Commandeur Goldmanu vorn Infanterieregiment v. Soeben (2. Rhein.) Nr. 28, seither aggr. dem Infanterieregiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, die Krone zum Ritterkreuz erster Klasse de» Verdienstorden« Philipp» de» Großmütbigen zu verleihen. I

Kirchliche Dienstuachrichten. Seme Königl. Hoheit der I Großherzog haben Allerguädigst geruht, am 22. Juni j dem Pfarrer Gustav Theoder Meucke zu Wölfersheim die evangelische Pfarrstelle zu Nauheim, Decanat Groß-Gerau, zu übertragen. I

GerichtSpersoualieu. Seine Königliche Hoheit der I Großherjzog haben Allerguädigst geruht, am 2. Juli I den Amtsrichter bet dem Amtsgericht Bingen Dr. August I Nagel zum OberamtSrichter bet diesem Gericht, den Amt»- | richter bet dem Amtsgericht Wörrstadt Eduard Ziegler zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Worms, den Gericht», schreiber bei dem AmiSgericht Vilbel Leouhard Schmitt» zum GertchtSkosteurevisor mit Wirkung vom Tage de» Dienst- antritt» seine» Nachfolger» au zu ernennen.

* Gießener Schutzen in Landau. Bei dem gestrigen Concurreuzschießen errangen: Im Stand (175 Meter) I A. Kilbinger den 4. Becher in 23 Minuten, im Feld (300 Meter) C. Wigandt den 9. Becher in 37 Minuten.

* Radsport. Unsere Rennfahrer haben gestern wieder | große Erfolge gehabt. Ludw. Opel fiegte in Oldenburg I im Fahren um den Großherzog»-Wauderprei», den er zu I vertheidigeu hatte, und im Hauptfahren. Im Mehrsitzer- I fahren wurde er Zweiter. Verhetzen gewann in Straß- I bürg im Haupt Prämien- und Vorgabefahren den ersten j Pret». Duill machte in Coblenz einen ersten Preis. Derofsi und Cisotti fuhren in Köln, wahrend Knipser in Ludwigshafen startete. I

* Sportliches. Bei dem gestern zu Enkheim (bet I Frankfurt) stattgefundenen Athleteu-Wettstreit errang Herr Joseph Stein (Mitglied des 1. Gießener Stemm- und I Rtugclub») unter starker Concurreuz folgende Preise: Senior- I Ringen den 1. Preis, Senior-Stemmen den 4. Preis.

* Ja einer Prozeßsache ist e» von Wichtigkeit, Zeugen | dafür zu ermitteln, daß am 18, Juui l. I., Mittag» etwa I 12 Uhr, vor dem städtischen Ga»- und Wasserwerk von einem I Radfahrer einem vorübergehenden Schutzmanne rin Porte- | monuate übergeben worden ist. Personen, die etwa Zeugen I de» Borsalle» waren, werden dringend ersucht, fich auf der | Polizeiwache zu melden.

Huldigung an Bismarck. Auf dem zur Feier de» Stiftungsfeste» der Univerfität stattgefundenrn Festcommer» wurde folgende» Telegramm an den Fürsten Bt»marck abgesandt: Die zur Feier de» Stiftungsfestes der alma mater Ludoviciana versammelte Studentenschaft Gießen» entbietet Ew. Durchlaucht ehrerbietigen Gruß in Treue, in dem Bewußtsein, daß an deutschem Wesen, noch einmal soll die Welt genesen. Im Auftrag der Gießener Studentenschaft. Der Verein Deutscher Studenten. I. A.: cand. med. W. Lenz.

* Vogel- und Geflügelzuchtvereiu. In der gestrigen Hauptversammlung sprach fich die Mehrheit sür die Gründung einer Geflügelzuchtstatton durch den Verein au»; e» wurde eine Commission gewählt, welche die nöthigen Unter­lagen zu einem solchen Unternehmen beschaffen und Dor- schlage über den Umfang und die Art der Anlage zu machen hat. Weiter wurde angeregt, eine Verkaufsstelle für frische Landeter fetten» de» Vereins einzurichten. Bon mehreren Seiten wurde darauf hingewiesen, daß von Gießen au» ein schwunghafter Handel mit ausländischen Eiern getrieben werde, welche al» deutsche Bauern-Eier augeboten würden. ES sei festgestellt, daß jede Woche nach Gießen 80 bi» 100 Kisten (L 1500 Stück) ausländische Eier kommen, die | zum größten The» von Aufkäufern auf den Wochenmärkten sür frische Bauern Eier verkauft würden. Der Vorstand wird i dieserhalb an geeigneter Stelle den Antrag stellen, daß auf dem Wocheumarkt die Stände, wo importirte Waare feil- geboten wird, von den Ständen mit deutschen Eiern getrennt werden.

VerbaudStag der Backer. Der Vorsitzende der Bäcker- Innung Gießen, Obermeister Fr. Henning«, erließ eine Einladung an die Mitglieder derGermania", Verband deutscher Bäcker-Jnnungeu, Unterverband Mitteldeutschland, zu dem am 13. und 14. Juli hier stattfiudenden 9. Unter- verbandStage. Die Berathungeu finden tu Stein» Saalbau statt. Auf der Tage»orduuug stehen u. A.: Organisation de» Handwerks, Referenten: Sim men-Kassel und Löber- Gießen; Antrag der Innung Gießen, die Abschaffung der polizeilichen Brotcontrole in Hessen; Maximalarbeitstag im Bäckereigewerbe.

» Aetien-Gesellschaft Gießener Brauusteinbergwerke vor«. Fernie. Am Samstag wurde aus dem Amtsgericht die Actien- Gesellschaft Gießener Braunsteinbergwerk vorm. Fernie gegründet. Mitglieder de» Gründuug»consortium» bezw. Aufsicht»rathe» find die Herren Karl Stollwerk, Fabrikant, Joseph Wehne», beide in Köln, Fritz RodeSburg, BergwerkSdtrector in Aachen, Albers Zobel, Bankier, Straß­burg t. E., W. Grünewald, Rechtsanwalt in Gießen, Friedrich Zöllner, Großhändler in Köln, Geh. Bergrath Heutler tu Bonn a. Rh. Zum Vorsitzenden de» AufftchtSrathe» wurde gewählt Geh. Bergrath Heusler, zu dessen Stellvertreter Rechtsanwalt Grünewald. Zum Vorstände der Acttengesell- schäft wurde gertchtltch zu Protokoll ernannt Bergwerks- director PaScoe Gießen.

* Zum Deutschen Turnfest in Hamburg find bis Ende Juni gegen 20,000 Turner augemelder, davon aus 106 Vereinen de» Mtttelrheintschen Turukreise» etwa» über 900 Zum Breslauer Turusest 1894 waren 11- bi» 12,000, in München 1889 22,000 Turner anwesend.

Erfolge hessischer Viehzüchter. Mau schreibt un» au» Dresden, 2. Juli. Bet der Ausstellung der Deutschen LandwirthschastSgesellschast dahier erhielten die Aussteller

von Rindvieh der Vogelsberger Rasse, dieHerrea Fischer von Hof-Zwiefalten und Kunkel von Eschenrod, 8 erste Preise, 3 zweite und 2 dritte Preise (im Ganzen 1290 Mk.), sowie 13 ehrende Anerkennungen. 3" Wett­bewerb darum standen Mitglieder von fünf Heerdbnchgeseü- schastev, darunter von derjenigen deS Kreise» Biedenkopf und namentlich derjenigen für das batzerische Rindvieh lSoder). Der Aussteller von Schweinen, Herr Ober- amtmann Hoffmann in Hos-Gtll, erhielt 1 Sammelprei«, 1 Siegerpreis für Eber, 1 Sieger-VereiuSprei», 3 erste, 1 zweiten, 3 dritte und 1 vierten Preis. Auch die Aus- steller von Ziegen aus Alzey, Heppenheim a. d. B. und Pfungstadt erhielten mehrfache, darunter auch erste Preise. Dieser Erfolg der hessischen Aussteller ist ein geradezu glänzender.

* Postalische». Vor einigen Tagen ist die Nachricht verbreitet worden, daß die ReichSpoflverwaltung mit der Her­stellung von 2 Pfennig-Werthzeicheu vorgehe. Die Mit- theilnng in dieser Form ist, wie dieAllg. Fleischer-Ztg. meldet, nnzutresseud oder verfrüht. Die Einführung vow 2 Pfennig-Marken kann nur eine Herabsetzung deS Minimal- tarif» für Drucksachen von drei auf zwei Pfennig be­deuten. Als Voraussetzung für eine Verbilligung de» Druck- sachenporto» gilt der Postverwaltung aber die Erledigung der Privatpostfrage. Sobald das Postregal auf die Beförderung geschloffener Briefe innerhalb der OrtSgemeinden ausgedehnt worden ist, hat die Postverwaltung allerdings die Absicht, wohl um der Concurreuz der Prtvatposten in Bezug auf Drucksachen zu begegnen, an die Ermäßigung de» Minimal- Porto» für Drucksachen heranzutreten.

* Der § 88 der Städteordunug, der auch in Offenbach schon wiederholt Gegenstand der Erörterung gewesen ist, soll nunmehr eine zweckentsprechendere Faffnng und eine thetlweise Aenderung erfahren. Der Zweiten Kammer ist der nach­stehende Gesetzentwurf vom Großh. Ministerium de» Inner« zugegangen:Der dritte Absatz de» Artikel» 88 der Städte­ordnung vom 13. Juni 1874 und de» Artikel» 76 der Land­gemeindeordnung vom 16. Juni 1874 werden durch folgende Bestimmungen ersetzt: Die Prüfung der Rechnung und deS ! Rechenschaftsberichts erfolgt in öffentlicher Sitzung der Stadt- verordneten Versammlung (de» Gemeinderaths) unter Leitung eine» von ihnen zu diesem Zwecke aus ihrer Mitte gewählte« Vorsitzenden. Gleichzeitig mit der Wahl de» Vorsitzenden ist ein Stellvertreter desselben für den Fall seiner Verhinderung zu wählen. Bürgermeister und Beigeordnete haben, dringende Verhinderungsfälle ausgenommen, behufs Ertheiluug voa Auskunft und Aufklärung der Rechnungsprüfung beizuwohnen, doch ruht hierbei ihr Stimmrecht." Drm Gefetzentwurf ist die folgende Begründung beigegeben: In Artikel 88 der Städteordnung und 76 der Landzemeindeordnung war nicht ausdrücklich ausgesprochen, daß die Prüfung der Rechnung und de» Rechenschaftsberichtes in öffentlicher Sitzung z« erfolgen habe. E» empfiehlt fich jedoch, diese» ausdrücklich im Gesetz zu wahren, da die Öffentlichkeit die wirksamste Controlle bietet. Die seither gültige Bestimmung, daß der Bürgermeister und die Beigeordneten der Prüfung der Rech­nung und de» Rechenschaftsberichte« nicht beizuwohnen hatten, hat sich nicht bewährt, da die Anwesenheit derselben t« vielen Fällen wegen der von ihnen begehrten Auskunft und Aufklärung geradezu nothwendig war. Die Verwaltungen der Städte haben deshalb in übereinstimmenden Eingaben dringend um Beseitigung der Bestimmungen gebeten, welche die Anwesenheit de« Bürgermeister» resp. der Beigeordneten ausschließen. E« gab diese« der Grobherzoglichen Regierung auch Veranlaffung, tu den dem 27. Landtag vorgelegten I Entwurf, betreffend die Revision der Städteordnung, eine I entsprechende Abänderung der in Rede stehenden Bestimm- I nngen vorzuschlagen. Die dem 27. Landtage gemachte Vor- I läge scheiterte damals. Nachdem in Folge einer Eingabe der Großherzoglichen Bürgermeisterei Mainz an die Zweite I Kammer der Stände (cf. Beilage Nr. 116) beide Kammern der Stände in übereinstimmenden Beschlüssen die Groß­herzogliche Regierung ersucht haben, baldmöglichst eine Vor- I läge, betreffend Abänderung des Artikel 88 der Städte­ordnung den Ständen zur verfassungsmäßigen Beschlußfassung I zu unterbreiten und der Erwägung anheimgegeben haben, ob I nicht gleichzeitig eine entsprechende Abänderung des analogen I Artikel 76 der Landgemeinde Ordnung in ähnlichem Sinne I in Betracht zu ziehen sei, ist die gegenwärtige Vorlage au»- I gearbeitet worden.

stimwungSort Santiago noch nicht erreicht. In dem Be­zirk LaSvalla« sind die Spanier siegreich gegen die Insurgenten vorgerückt. ES sind für die weite Verzweigung der In- surrection wichtige Documente vorgefunden worden. Ueber den Verlaus deS Kampfe« vor Santiago meldet die New-York World": Der Artilleriekampf wurde beendigt, al« die spanischen Batterien zum Schweigen gebracht waren. Man beging auf amerikanischer Seite vorher einen Fehler, indem man Infanterie hinter den Batterien aufstellte. Diesem Umstand ist der größte Theil der Verluste der Amerikaner zuzuschretben. Die Spanier erwiderten sosort da« um 7 Uhr ftüh eröffnete Feuer. Die Amerikaner schossen mit gewöhn­lichem Pulver, dessen Rauch einen vorzüglichen Zielpunkt sür da« Feuer der spanischen Batterien abgab. Die Amerikaner konnten die Stellung der Spanier nur annähernd feststellen, da diese mit rauchlosem Pulver schossen. 20 Cubaner, welche die amerikanischen Batterien unterstützten, sowie 2 Kanoniere wurden getödtet. Nach einem Telegramm de« General« Shafter werden die Verluste der Amerikaner auf etwa 1000 Mann geschätzt.

Madrid, 3. Juli. Der Generalgouverneur Augustin meldet au» Manila, die Lage sei dort unverändert. In der Bai find 15 deutsche, sranzöfische und japanische Schiffe anwesend. General Monet sei mit 1000 Mann nach Maca- bebe gelangt, wo er sich verschanzt habe.

Madrid, 3. Juli. Die Berichte über den Sturm auf Santiago machen hier einen tiefen Eindruck, der noch da­durch vergrößert wird, daß die Regierung genauen Aufschluß verweigert bezw. bedeutet, noch keine definitiven Berichte empfangen zu haben.

Washington, 2. Juli. Ein osficielle« Telegramm meldet, daß die amerikanischen Truppen in mehreren Gefechten bei Santiago die Spanier siegreich zurückgeschlagen haben, viele Spanier sollen gefangen genommen worden fein.

RewYork, 2. Juli. Die Schlacht von Santiago begann gestern früh Morgen« und dauerte bi« Sonnen­untergang. Die Flotte demolirte da« Fort Morro. Die Armee nahm El Caney, eine befestigte Vorstadt von Santiago. Die Amerikaner haben einen Verlust von 600 Tobten und verwundeten zu verzeichnen.

Rew-Votk, 3. Juli. Die Blätter veröffentlichen Special- onSgaben, wonach der Kampf vor Santiago fortdauert. Die eingetroffenen 6000 Mann BerstätkungStruppen de« General« Pando schicken fich an, die amerikanischen Batterien zu stürmen. An dem Kampf nehmen die amerikanischen Brigaden der Generale Shafter, Kent und Wood, spanischer- seit« die Truppen der Generale Linares, Pando und Aldeo Theil. Die Versuche Sampson« und Schlry», in den Hasen einzudringen, wurden von Cervera zurückgefchlagen.

Rew-York, 3. Juli. Nach hier eingelaufenen Privat- depeschen vom Kriegsschauplatz wurde auch gestern den ganzen Tag um Santiago gekämpft, ohne daß bisher ein positives Resultat erzielt worden wäre.

Localer tmfc provinzieller.

Sieben, 4. Juli 1898.

Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog empfingen am 2. Juli u. A. den Forstasfistenten Schlag von Gießen, den KreiSawtmanu Merck von Fried­berg, den Prem. Lieutenant Krömmelbein vom Jnfanterie- Regtwent Nr. ,168.

* Ans dem Großh. Ministerium. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allerguädigst geruht, am 2. Juli den Staatsminister und Minister des Innern Dr. Jacob Finger auf sein Nachsuchen, unter dankbarer Anerkennung der von demselben geleisteten langjährigen, treuen und ausgezeichneten Dienste, sowie den Wirklichen Geheime- reth und Minister der Finanzen August Weber auf sein Nachsuchen und unter Bezeigung der vollsten Zufriedenheit mit seiner langjährigen, treuen und ausgezeichneten Dienst- führung mit Wirkung vom 6. Juli d. I. in den Ruhestand zu versetzen, am 2. Juli den Provinzialdireckor der Provinz Oberheffen und Kreisrath de« Kreises Mainz Geheimerath Earl Rothe mit Wirkung vom 6. Juli d. I. zum Staats­minister und Minister des Innern zu ernennen.

Ordensverleihnnge«. Seine Königliche Hoheit der Großh erzog habin Allerguädigst geruht, am 2. Juli dem

Für die durch Wolkenbruch Geschädigten des südöstlichen Odeuwaldes (bei Erbach) gingen ferner bei uns ein: Ungenannt au8 Trohe 1 Mk., M. S. tn Lich 10 Mk. Zusammen 17 Mk.

Weitere Gaben (f. Ausruf tn Nr. 145 d. Bl.) nimmt bantenb entgegen die Expedition deS Gießener Anzeigers.

Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeßen am 4. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Waffer 15°, Luft 13».

Rübsamen'sche Badeanstalt.