selben betrug Tode 1896 44678.11 Mk. gegen 31710.28 Mk. hn Borjahre.
In den bet Einführung der Alters- und Invalidität S-B erst cheruug für unsere Stadt getroffenen Ein' Lichtungen find Aeuderungen nicht eingrtreten- die Bürgermeisterei besorgt nach wie vor die Geschäfte der Versicherung für diejenigen Personen, welche weder der Ortskrankenkasse, noch einer der BrtriebSkraukeukaffen angehörev,- die Zahl dieser Versicherten betrug am Schluß de- Berichtsjahres 2306 bei 1204 Arbeitgebern- au Marken wurde im Jahre 189b verwendet ein Betrag von 18950.38 Mk., für deren Einziehung eine Vergütung von 5pCt. — 947.51 Mk. gewährt wurde. — Die vterwöcheutliche, auf Kosten der Stadt erfolgende Erhebung der Beiträge tu den Wohnungen der Arbeitgeber hat einen Aufwand von 588.61 Mk. verursacht, d. h. von rund 49 Pfg. im Jahre für einen Arbeitgeber und von rund 25 Pfg. für einen Versicherten- die Vergütung des Erhebers ist dabet auf 4 Pfg. für jeden Posten erhöht worden. Im Genuß von Altersrente waren in Gießen im Ganzen 24 Ver- sicherte und zwar in 1. Klaffe (106 80 Mk. jährlich) 10, 2. Klaffe (135 Mk. jährlich) 8, 3. Klasse (162.80 Mk. jährlich) —, 4. Klaffe (191.40 Mk. jährlich) 6. Invalidenrenten, zwischen 111.60 Mk. und 146.20 Mk. jährlich, be- ziehen dahier 12 männliche und 11 weibliche Personen. Anträge auf Rückzahlung von Beiträgen, die nach zurück- gelegter fünfjähriger Wartezeit tu diesem Jahre erstmals gestellt werden konnten, sind ausgenommen worden von 34 weiblichen Personen, welche fich verheirathrten, 6 Wittweu, deren Ehemänner versichert waren- die zurückbezahlten Bet- träge bewegten fich zwischen 16.73 Mk. und 46.05 Mk.
Im städtischen Bauwesen waren die städtische Ver- Wallung und da- Stadtbauamt sehr stark beschäftigt.
Im Rechnungsjahre 1896/97 wurden durch daS Stadt- bauamt im Ganzen 443 baupolizeiliche Revtfionen vorgenommen und 148 Baugesuche begutachtet.
Die Zahl der städtischen Gebäude betrug im Rechnungsjahre 1895/96 im Ganzen 80 tu 34 Hofraithen. Sie hat fich in 1896/97 vermehrt auf 89 ia 36 Hofraithen - die Länge der chansfirteu Straßen und Feldwege ist im gleichen Zeiträume von 25161 auf 26 632 Kilometer gestiegen.
Die Thätigkeit de- Stadtbauamtes erstreckte fich ferner auf die Betriebe des Friedhöfe-, der De-infectiousanstalt, der Pumpstation und der Reinigung der Straßen, Waffer- läuft und Canäle. Die Zahl der bet letzterer ständig be- fchäfligten Tagelöhner war 54, die der Fuhrwerke 5. Kein Wunder, daß bei solcher Fülle und Bielsettigkeit der Aufgaben auch da- Personal de- Stadtbauamte- einrr Verstärkung bedurfte.
Der Bericht über Hen Stadterweiterungsfouds lautet sehr günstig, er hat eine Verstärkung von 50 000 Mk. erfahren, eS ist für denselbeu in den verschtedenfteu.Gegenden Gelände erworben worden und der Vermögens Ueberschuß deS StadterweiteruugSfonds stellt fich nach Abschluß seiner ersten Rechnung bereit- auf 76095.97 Mk., Wohl der beste Beweis dafür, daß — abgesehen von allen anderen dabei erstrebten Vortheilen — auch finanziell die Gründung jene- Fond- sich bewährt hat.
Weniger erfreulich stellt der Bericht dagegen da- dar, was von einem anderen Gebiete der städtischen Entwickelung zu berichten ist: für Anlage öffentlicher Lagerhäuser und Lagerplätze, sowie für Anlage eine» Vt eh Hofe-.
Zweier anderen, in da- Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege einschlagendeu Projecte wird besonders Erwähnung gethan: der Anlage eines neuen Friedhofes und der Errichtung eines Volksbade-.
Nachdem der derzeitige Friedhof auf dem Nahrungsberg demnächst belegt sein wird, hat man in der städtischen Verwaltung seit geraumer Zeit schon mit der Frage sich beschäftigt, ob eiutretenden Falles dieser Friedhof einfach wieder ueu belegt, eventuell in der Richtung nach der Oberhessischen Bahn vergrößert, oder aber ein neuer, zweiter Friedhof angelegt werden solle. Auf Grund eingehender Untersuchungen und gutächilicher Aeußerungen deS Stadtverordneten, Geheimen Medwinalrathe» Profeffor Dr. Gaffky, wie dcS Stadl- baumetsterS hat die Stadtveroröneten-Versammlung zunächst grundsätzlich beschlossen, von einer Wiederbelegung oder Erweiterung des jetzigen Friedhofes abzuseheu, dagegen auf Grund weiterer Vorarbeiten ein specirlleS Project für einen neuen Friedhof auf dem Gelände zwischen Rodtweg, alter Marburge.straßr und Mittelweg auSarbetteu zu lassen. Maßgebend für die danach geplante Aufgabe deS derzeitigen Friedhöfe- war insbesondere die Rücksicht auf eine künftige Ausdehnung der Bauthätigkett nach dem hier in Betracht kommenden, hervorragend schön und gesund gelegenen Theil des NahrungübergeS; für die Anlage eines neuen Friedhofes waren außer dem gewählten Platz noch zwei weitere Gebiete in Betracht gekommen: dak eine zwischen der L cherstraße und dem alten Steinbacher Weg, da- andere am SchützgeS- borner Weg und an der Drahtseilbahn gelegen- beide aber mußten nach Bodenbeschaffenheit und Gruudwasserverhältuiffen zurücktreten gegenüber dem in beiderlei Hinsicht außerordentlich günstigen Gelände hinter dem Rodtberg. Auf Grund weiterer Untersuchungen wurden denn Umsang und Lage deS neuen Friedhöfe- endgültig festgestellt und dabei für den eigentlichen Friedhof etwa 8 Hectar, für die erforderlichen Wege und Anlagen rd. 1 Hectar Fläche in Aussicht genommen- die Anlage selbst hat die landespolizeiliche Genehmigung erhalten und der — zum Theil zwangsweise — Erwerb des erforderten Geländes ist im Gang.
Die Errichtung eines Volksbades in Gießen hatte fich ein zu diesem Zweck aus allen Kreisen der Bevölkerung constttuirtec Verein zur Aufgabe gemacht.
(Fortsetzung folgt.)
CoceUs rrrrd ?
•iett*, den 4. Januar.
** Die Jahreszahl 1898. Das Jahr 1897 ist zu Ende gegangen, daS Jahr 1898 hat begonnen. WaS wird es bringen? Freud oder Leid? Niemand kann es wissen, und doch will der Mensch so gern den dichten Nebel der Zukunft mit seinem forschenden Blick durchdringen- die Phantafie eilt dem Verstände zu Hilfe und construirt Luftschlösser, bei deren Anblick der finnende Menschengetst sich erfreut oder in Scbrecken geräth. Auch un- soll jetzt Phatafie und Urberlegung Auf- schluß geben über die rätselhafte Zahl 1898. — Die Zahl 1898 ist durch 13 theildar, denn 1898:13 = 146. Ferner ist die Quersumme der vier Ziffern unserer Zahl 1898 durch 13 teilbar, denn 1 + 8 + 9 + 8 = 26. »Also wird da- Jahr 1898 ein Unglück-jatzr!" ruft die erschreckte Phantasie. Wer unter den Lesern hat schon einmal ein Jahr mit solch eigenthümiicher Jahreszahl erlebt? Wer von unS wird das auf 1898 folgende Jabr, dessen Jahre-zahl die- selben Eigenschaften hat, erleben? Auf beiden Fragen ge- bührt die Antwort: Niemand. Die letzte Jahreszahl vor 1898, die selbst und deren Quersumme durch 13 theilbar waren, war die Jahreszahl 1651. Denn 1651 :13 = 126 unb ! 6 + 5 H- 1 = 13. DaS nächste Jahr dieser
Art nach 1898 wird daS Jahr 2119, denn 2119 : 13= 163 unb 2 + 1 + 1 + 9 = 13. Die Zahl 1898 gehört einer zu einer anderen merkwürdigen Gruppe vierziffriger Zahlen: Zieht man nämlich die erste Zffer von der dritten ab, so erhälc man den Werth der zweiten oder der ihr gleichen vierten Ziffer (9—1 = 8). Diese Eigenschaft hatten seit Christi Geburt erst acht Jahreszahlen, 1898 ist die neunte. ES sind das die Zahlen: 1010, 1121, 1232, 1343, 1454, 1565, 1676, 1787 und 1898. Die Differenz zweier aufeinander folgenden Zahlen dieser Reihe betragt stets 111. Bis zur nächsten Jahreszahl dieser Reihe, d. h. bis zum Jahre 2020 vergehen aber 111 + 11 = 122 Jahre. Das folgende Jahrhundert (1900—1999) wird keine Zahl dieser Reihe enthalten. Unter den oben genannten neun Zahlen ist 1898 die einzige, in welcher 13 ohne Rch aufgeht.
4- Nidda, 2. Januar. Ueber die wunderbare Behütung eines Kindes vor dem Ueberfahrenwerden entnehmen wir einer Verhandlung deS Schöffengerichts Folgendes: Als unlängst der mit zwei Pferden bekannte Wagen eines Fuhrmanns in Echzell die mit ziemlichem Gkfäll an dem Hause des Schuhmacher- Wolf II. vorbeiführcnde Straße passirte, lief das 3'/,jährige Mädchen de» Letzteren, wahrend der Fuhrmann am Htnterwagen bremste, aus dem elterlichen Hof und rannte gerade zwischen die dLherkommenden Pferde, ank sogleich zu Boden, so daß der Wagen über daS inmitten der Fahrbahn liegende Kind, ohne solches zu beschädigen, wegfuhr. Die Scene ereignete sich mit solcher Raschheit, daß ein Augenzeuge, welcher zu Hilfe eilen wollte, vor Schreck nicht vom Platze konnte. — Der Fuhrmann wurde, weil er sein Gefährt während deS Bremsens weiter gehen ließ und daher nicht die Pferde in der Gewalt hatte, unter Annahme von MilderungSumständen vom Schöffengericht in die geringste Geldstrafe sowie zur Kostentragung verurtheilt.
Raincod (Kreis Schotten), 1. Januar. DaS neue Jahr 1898 hat bei uns nicht gur angesangen. Gegen 12 Uhr in der Nacht vom 31. December auf den 1. Januar brannten hier zwei Scheuern und Stalle nieder, welche Herrn Aug. Damdmann und zu der staatlichen Forftwart- wohvung gehörten. Die Scheuern waren mit Stroh und Heu angrsÜllt, welches verbrannt ist, daß Vieh konnte gereitet werden. Um V212 Uhr war der Förster mit mehreren Ortteinwohnern noch in seinem Stalle, um nach einer dem Kalben nahen Kuh zu sehen- gegen 12 Uhr schlugen die Flammen bereits aus dem Dache seiner Scheuer. Ueber die EntstehungSursache verlautet noch nicht- Bestimmtes. Einem Feuerwehrmanne wurde ein Glied vom Finger abgeqtetscht.
Friedberg, 31. December. Der Welterauer Aerzte- veretn beging vor e nigen Tagen sein 25jährigeS Stiftung fest. Zwei seiner Vorstandsmitglieder, Dr. Lorenz und Dr. Weckerling, gehören dem Vorstand seit der Gründung deS Vereins ununterbrochen an, ein Berhältmß, da- vielleicht im weiten deutschen Vaterlande einzig daftehen dürste. Die zahlreich erschienenen Mitglieder und einige Professoren von Gieß n und Marburg, die a's Ehrenmitglieder zu Gast geladen waren, hörten zuerst eine Rede deS Vorsitzenden Dr. Lorenz, der die Geschichte des Vereins aus kleinen Anfängen schilderte und seine Wirksamkeit klarlegte für da- freundschastlich-collegiale Verhalten unter den Aerzten, für die Erhaltung und Mehrung der ärztlichen B.lduug, sowie auch für den AuStrag vieler Fragen der öffentlichen Gesund- heitSpflege, eine Wirksamkeit, die als eine gesegnete bezeichnet werden darf. Hierauf sprach Dr. Weckerling Namen- der Mitglieder in kernigen, tief empfundenen Woiten dem Vorsitzenden den Dank für drffen ersprießliche Thätigkeit ouS und überreichte demselben einen Ehrenpokal mit der In- schrift: Praeaidi amico und gab der Hoffnung Ausdruck, Dr. Lorenz möge auch ferner bleiben unser gerechter, umsichtiger und wohlwollender Vorsitzender: praesea amicua. — Der Verein zählt jetzt 40 ac ive Mitglieder, von denen mehrere außerhalb unsere- Kreise- wohnen.
Darmstadt, 1. Januar. Ein hessischer Schulknabe lieferte unlängst seinem Lehrer eine angeblich selbstgefertigte Zeichnung ab, die aber nachweislich von anderer Hand auSgesührt war. Um eine Wiederholung der Manipulation abznwendcn, durchriß der Lehrer die übrigen- unbedeutende und werthlose Z-ichnunz: Der Vater de» Kindes beeilte fich hierauf, beim zuständigen AmtSanwalt gegen den Lehrer eine Anzeige wegen »Sachbeschädigung" zu erstatten. Der GerichtSbeamte lehnte indessen eine Strafverfolgung ab, weil da- Vorgehen be» Lehrer- al» in seiner Dtsciplinargewalt begründet erachtet I werden müsse. Damit will sich aber der Abgewiesene nicht | beruhigen. (!) — Dem 16jährigen Dienstmädchen Sophie I Weppler au» Schlitz, das sich gestern Abend kurz nach 6 Uhr
i« Main-N-ckar-Bahnhof in selbstmörderischer Absicht über daS Schienengeleise auf der Höhe de- südlichen Aufgang» zum genannten Bahnhof legte, wurde von einem durchfahrende« Güterzuge der Kopf bis auf einen ganz kleinen Theil bei* selben vom Rumpfe getrennt.(Darmst. Ztg.)
Mißstände im Eisenbahn-Viehverkehr.
Da vorau-znsehen ist, daß Angesicht» der zutage ,e- tretenen Mißstände im Eisenbahnwesen sich endlich die preußische Finanzverwaltung entschließen wird, in stärkere« Maße al» die- bi-her der Fall war, die reichen UrberschLsse der Staalsbahaen für den Eisenbahnbetrieb selbst nutzbar zu machen, so möchten wir, schreibt die -Köln. Ztg.", rechtzeitig noch der schweren Mißstände in einem andern bisher nicht besprochenen Verkehrszweige, dem Viehverkehr auf den Eisenbahnen, gedenken, die au» humanen landwirth- schaftlichen und militärischen Gründen entschiedene und that- kräftige Beachtung verdienen.
Der Bedarf an Viehwagen ist da- ganze Jahr hindurch nahezu gleichmäßig und dennoch läßt bie Gestellung nach Zahl und Beschaffenheit recht viel zu wünschen übrig. Die unzureichende Gestellung von Viehwagen veranlaßt eine häufige Ueberladung derselben durch die Veranstalter der Biehsendungev. Die mangelhafte Lüftung der Fahrzeuge hat nicht selten Eistickvng-sälle zur Folge. Die Schwierigkeit der Eatfernnng von Anstrckungtstcffen begünstigt die Verbreitung von Viehseuchen. Dem Laien und anscheinend auch dem Thierschntzvercin ist e- arch nicht im entferntesten be- kannt, welche himmelschreienden Martern und welche wirth- schaftlichen Verluste alltäglich durch die mangelhaften Einrichtungen für den Diehversandt herbeigeführt werden.
Es stehen uns die Erfahrungen einer Anzahl von Schlachthäusern größerer Städte zur B-rsügung, aus denen fich ergiebt, daß bet den regelmäßig Sonntags eivlanfeuden V chjügen häufig eine Anzahl von Thieren gefunden wird mit gebrochenen Beinen, gebrochenen R ppen oder ausgetretenen Augen. Vor nicht langer Zeit lief z. B. in ' Barmen ein Wagen ein, der mit nicht weniger als 84 Schafen belalea war. Unterwegs wurde noch ein Rind zu den über« einander gethürmren Schafen geladen. Der Erfolg war, daß ein halbes Dutzend Schafe tobt und über ein Dutzend schwer verletzt gefunden wurden. In vielen Fällen haben die Thtere einen mehrtägigen Versandt zu Überstehkn. Man denke sich die unsäglichen Qualen, der hülflosen Th'ere in diesen Folterkammern der Eisenbahn. Im Sommer bei glührnder Hitze ohne einen Tropfen Wasser, mit schweren Verletzungen, die bekanntlich die Qualen be» Durstes namenlos steigern und dann in federlosen Wagen, die mit jeder Erschütterung den Schmelz der gebrochenen Glieder empfindlicher machen, werden diese vergtssenen Märtyrer oft tagelang befördert. Im Winter vermehrt die Kälte da- Hungergefühl der grqiälten Geschöpfe.
Am 14. November v. I. war bet einer nach Elberfeld bestimmten Viehsendung unterwegs eine Kuh durch ben morschen Boden deS Viehwagen» gefallen. Bei diese» Fall wurden Darm Steißbein und BrckeN des Thieres zerbrochen. AlSdann wurde eß wieder eingeladen und nach Elberfeld befördert. Bei der Schlachtung war die Beckenhöhle mit Blut angesüllt, daS Fleisch z. Th. schon ichwarz. Der Anblick de» Thieres war schaudererregend und erweckte selbst bet den Metzgern Entrüstung. Bon dem Fleisch wurden 81 Kilogr. dem Abdecker Übergeben, 252 Ktlogc. als „minderwerthig" verkauft.
D e Vtehbesörderung, die ohnehin langsam genug von statten geht, wird in zahllosen Fällen noch erh-.bl ch verzögert. Wohl jcdes Schlachthaus besitzt em ansehnliches Actenheft mit Beschwerden Über verzögerte Beförderung de» Viehes. Bald hat eS an einer Locomotive gefehlt, bald war eine Beförderung mit dem nächsten Personenzuge nicht möglich, bald war der Anschluß versäumt, bald die Locomotive schadhaft geworden und wie die Entschuldigungen alle weiter lauten, mit denen di- Eisenbahuverwaltung auf die Beschwer- den der Empfänger nach zritraubendcr Feststellung deS That- bestände» antwortet. Bis zum Eingang d.eser beruhigenden Erklärungen find inzwischen wieder eine Reihe von Beschwerden nöthig geworden.
Di; Leiden der so beförderten Thiere erregen auch bei den StationSbeamtea oft großen Anstoß. Sie stehen aber bei der unzureichenden Anzahl und Beschaff-nheit der Viehwagen wehrlos den Mißständen gegenüber. Ihrer Stimmung ist in der „Wochenschrift für Betriebs- und StalionSbeamte" wiederholt lebhaft Ausdruck gegeben, indessm vergebens. Abhülfe der hervorgehobenen Mängel könnte hier thetlweise eine Verordnung schaffen, welche für jrdeu Wagen, ähnlich wie beim Versandt von M4itä Pferden, die höchstzulässtge Z ffer deS darin zu verladenen Biehe» vorschretbt. Tine gründliche Beseitigung der verlustbringenden Thierqaälereie« wird aber erst erfolgen, wenn die Eisenbahuverwaltung einer Anregung ter landwirthschaftlichen Vereinigung zu Berlin Folge geben wollte, die für Deutschland das in Amerika eingeführte System der Stallwagen fordert, die gleichsam fahrende Ställe darstellen, in denen da» Vieh ohne übermäßige Qualen tagelang lebend und gesund erhalten werden kann. Diese Einrichtungen kosten freilich Geld, indes machen sie sich reichlich bezahlt- denn die durch mangelhafte Beförderung entstehenden Werthvermindrrungen und Verluste an - Vieh werden von Sachkundigen auf Millionen alljährlich angegeben. Der practifche Amerikaner rechnet hi:r richtiger , als der Deutsche. Die Seuchengefahr wird vermindert,
well die Stallwagen eine leicht dnrchzufül.r:nde gründliche Entfernung der Aufteckunzsftoffe zulassen. Da sie auch mit Stückgütern beladen werden können, so brauchen sie nicht leer zurückzugchen.
Aber nicht nur würde der Stallwagen der Landwirth- schast erhebliche Verluste ersparen, er würde auch im Fall eine» Feldzüge» bei der Versorgung der Truppe« mst frischem Fleisch höchst werthvolle Dienste leisten. Bei der Verlangsamung jeder Elsenbahnfendung im Kriege ist e»


