Ausgabe 
5.1.1898 Zweites Blatt
 
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Saum möglich, aus bem eigenen Sande eine hinreichende Zu­fuhr lebend frische« FlrijcheS zu unterhalten. Beim Vor- handensein besonderer Stallwagen würde diese Schwierigkeit im Wesentlichen sortfallen. Allein der GrsichtLpunkt der nationalen Berlheidigung sollte die Eisenbahnverwaltnng be­stimmen, einen größeren Werth auf eine zweckmäßige Bieb- befördeung zu legen. Wir haben Anlaß, anzunehmen, daß im Abgeordnetenhause der vorstehenden Anregung weitere Folge gegeben werden wird, und hoffen, daß sie allgemeine Unterstützung finden werde.

vermischte».

* In Wulkow in Pommern ist ein junges Mädchen durch einen schlechten Scherz wahnsinnig geworden. Mehrere Mädchen kamen del Abends aus der Sptnnftube und waren in fröhlichster Laune. Als sie am Kirchhof vorüber kamen, stürz'en hinter einem Grabe zwei weiße Gestalten hervor. Emes der Mädchen wurde derart vom Schreck erfaßt, daß fich bei ihr am nächsten Tage Wahnsinn zeigte und die Unterbringung in eine Irrenanstalt nothwendiz wurde. Z-vei Burschen bei Dorfes hatten sich weiße Bettlaken um< gehangen und den Scherz ausgeführt.

* 35287 Beleidigungsklagen sind in Deutschland im Jahre 1895 angestrengt worden, in England dagegen 438. Wo in diesem Falle mehr Beruunft und mehr gesunder Menschenverstand zu finden ist, ob in Deutschland ober England, daS mag jeder, der auch sonst nicht für die eng­lische Rechtspflege schwärmt, selber entscheiden.

* Bom Kindersegen. Nach einer Zusammenstellung der Statistischen Corrcipondenz" find im Laufe der siebzig Jahre von 1826 bis 1896 in Preußen dreimal Füvfl nge geboren worden: einmal 5 Knaben, dann 4 Knaben und 1 Mädchen und 3 Knaben und 2 Mädchen. BierlingS- geburten sind in demselben Zeitraum nicht weniger als 106 vorgekommen: in 12 Füllen 4 Knaben, in 20 Fällen 4 Mädchen, in 32 Fallen 2 Knaben und 2 Mädchen. Drillinge wurden in den 70 Jahren 7733 und Zwillinge 696,831 Paare geboren.

* Wie ein Chinese über unsere Stzweise urtheilt. In einem Briefe eines Chinesen China ist ja jetzt ein hoch« moderner ZeitungSstoff haben wir unter Anderem eine charakteristische Schilderung der Eßweise der Europäer gefunden, die dem braven Sohne del himmlischen Reiche« natürlich Entsetzen einflößt.Kannst Du Dir" so schreibt der Chinese an einen Landsmann im Innern des Reichesein Volk vorstellen, das Wochen, ja Monate lang ohne einen Löffel Ret« lebt? Dagegen machen sie fich gar keine GewiffenSdiffe, wenn fie dal Fleisch von Ochsen effen, die fie in großen Mengen von wilden Schlächtern tödteu laffen. Und bann effen fie sogar auch Hammel; daher kommt es, daß fie alle feist find wie Eunuchen. Sie nehmen allerdings täglich ein Bad, um den Schmeergestank los zu werden,- aber das genügt nicht. Und dann dringen sie dal Fleisch nicht in Würfelform auf den Tisch, sondern in großen Stücken, die sie mit scharfen Messern zerschneiden^ und sie führen eS nicht mit Holzstäbchen zum Mnnde, wie el ein vernünftiges Wesen thnn würde, sondern mit kleinen vier­zinkigen Gabeln, so daß man Taschenspieler und Degenschlucker zu sehen glaubt. ES ist wirklich ein Wunder, daß fie fich nicht manchmal in der Haft ein Stück von ihren großen Nasen abschneiden oder fich die Spitzen der Gabel in die Äugen jagen".

* Dafür, daß Luugeukravke in ihrer engeren Heimath Heilung suchen und nicht erst nach Davoö und in andere Höhenkurorte del Auslandes gehen sollen, ist neuerdings in der Versammlung bt« ärztlich.hyzienischen Vereins tu Straß­burg auch Professor Naunyn eingetreten. Die Haupt- fache bei dem Heilverfahren ist nach seinen Acußerungen eine rationelle Verpflegung und Behandlung bei fortwährender ärztlicher Anleitung und Aussicht in eigens dazu eingerich­teten Anstalten, nicht etwa die Höhenlage. ES ist erfreulich und für bie deutsche Heilstättensache von unschätzbarem Werth, daß unsere ärztlichen Autoritäten, wie bi<8 bereit« öfters seitens der Herren v. Leyden, Gerhardt, v. Ziemssen, Fränkel u. A. der Fall gewesen, immer wieder Gelegen« heit nehmen, diesen Sachverhalt zu betonen. Hoffentlich werden die aus Unkenntniß der Verhältnisse ursprünglich für da« Ausland bestimmten Mittel immer mehr den deutschen Hrilstätten zugewandr, zumal sich neuerdings, wie z. B. in München und am Rhein, Bestrebungen geltend machen, welche auf die Errichtung von Anstalten für Minderbegüterte ab­zielen. Bei einem Pflegesatz von etwa 3 Mk. für den Tag wird der Beamte, Kaufmann, L-hrer, Handwerker u. s. w. im Erkrankungsfalle in Deutschland selbst diejenige Heilung finden, welche ihm überhaupt irgendwo pracnsch geboten werden kann. Die für die Reise z. B. nach DavoS anzu- legenden Reisekosten wiegen die Verpflegungskosten für zahl­reiche Behandlungstage auf.

* Kur unsere Franzosen. Friedrich der Große war be­kanntlich neben seiner Mußebeschäftiguag mit der Musik ein großer Verehrer der französischen Sprache und unterhielt sehr freundschaftliche Beziehungen zu dem französischem Dichter Voltaire. Eine« Tage« schrieb der große König gelegent­lich einer zu veranstaltenden Festlichkeit dem verehrten Poeten von seinem Schlosse Sanssouci aus folgenden überaus kurzen, aber hochinteressanten Brief: ä. Der scharfsinnige

französische Denker verstand den Wink nach kurzem Nach­denken und schrieb dem Könige umgehend die noch kürzere rärhselhafee Antwort: G. a, was den königlichen Freund, dem diese Deutung utcht schwer fiel, höchlichst ergötzte. Die Lösung dieser originellen Correspondenz ist folgende: Die Sendung Friedrichs enthielt eine Einladung und bedeutete: Venez souper ä Sanssouci*, worauf Voltaire drastisch antwortete:Jai grand appetit*.

* Käthes Weihnachtsgabe. Die Feiertage sind vorüber, aber noch zittert die frohe Erregung nach, die fie und ge­bracht haben.In meiner Familie", so schreibt demB.

T." ein Freund de« Blatte«, ^ot diesmal die kleine Käthe besonders dazu beigetragen, uns in die beste Stirn« mung zu versetzen. Schon mehrere Wochen vor dem Feste machte fie mir eine intereffante Enthüllung. Nachdem fie lange Zeit in ernstem Nachdenken in der Stube ans und ob gegangen war, blieb fie vor mir stehrn und flüsterte wir mit wichtiger Miene zu: .Papa, jktzt habe ich mich entschloffen. Ich weiß jetzt waS ich will. Wenn Du mir dreißig Pfennig geben willst, so kann es loegehen." .Ja, zu wo« hast Du Dich denn entschloffen?" fragte ich verwundert. .Ich habe mich entschloffen, der Mama eine Weihnachtsarbeit zu machen," erklärte Käthe in sehr entschiedener Weise. ^Hedwig strickt der aber nein, da« barf ich ja nicht sagen . . . . und Grethe und Alle machen etwas, und da will ich auch eine Arbeit anfertigen." .Da« ist sehr brav von Dir, mrin Kind. Aber wird Dir eine Handarbeit nicht sehr schwer fallen? WaS kannst Du denn eigentlich machen?"Eigent­lich," entgegnete Käthe in ihrer Verlegenheit, indem sie nach­denklich an ihrem Zopfband kante,rigentlich kann idi gar nichts machen als Puppen au« Papier ausschneiden, und ein lustiges und ein traurige« Schweinchen malen."Ja, da sieht e« aber mit Deinem Vorsatz recht schlimm auS." O, e« wird schon gehen, Papa. Du wirst sehen, daß es gehen wird. Schenke mir nur dreißig Pfennig." Käthe bekam den gewünschten ansehnlichen Betrag und hüpfte der- gnügt davon, nachdem sie noch erklärt hatte, daß sic auch mir gegenüber das Geheimniß ihrer Weihnachtsarbeit streng wahren müffe, damit ich nicht unabsichtlich zum Verräther werde. Zwei Tage später verlangte Käthe in zaghafter Weise aber» ma's dreißig Pfennig.Denke Dir, Papa", sagte sie sehr betrübt,mein Knäuel ist verschwunden."Was für ein Knäuel?"Ach, zu der Häkelei. Jetzt muß ich Dir'« ja doch sagen, daß ich der Mama eine Häkelei machen will. Ich hotte für dreißig Pfennig Garn gekauft, und jetzt ist e« fort. Und dann bitte ich noch um zehn Pfennig für eine Häkel­nadel. Denn wenn man eine Häkelei macht, Papa" fügte sie belehrend hinzuso muß man auch eine Häkelnadel haben". Da sich dagegen nicht« einwenden ließ, erhielt Käthe vierzig Pfennig. Am folgenden Tage verlankte sie einen Nachschuß von zwanzig Pfennigen, um mit der Pferde­bahn zu einer intimen Freundin fahren za können, dir in Häkelangelegenheiten sehr bewandert sei und ihr für ihre Arbeit werthvolle Rathschläge erlheilen könne. Von diesem Besuch, den sie so muthig unternommen, kam Käthe höchst betrübt zurück, öme Comrnodendecke zu häkeln, wie es ihr fester Vorsatz gewesen erzählte fie sei nach der Ansicht der Freundin für ein kleine« Mädchen ein ganz aussichts­loses Unternehmen. Ebenso gut könne sie sich vornehmen, mir eine geblümte Weste zu sticken. Commodendecken könnten nur von ganz großen Mädchen gehäkelt werden, jedoch niemals aber von einem so kleinen Knirps, wie sie, öle Käthe, einer sei. Sie habe fich nunmehr entschloffen, eine Kante für den Küchenschrank an-ufertigen, aber hierfür sei da« an­gekaufte Garn viel zu dick. Für eine Kante sei ein ganz anderes Material erforderlich. Da« neue Garn wurde ge­tauft, und Käthe machte fich wieder frohgemuth an bie Arbeit. Emige Tage später stand sie wieder mit betrübter Miene vor mir.Es ist schrecklich, Papa", sagte sie,aber so eine Kante bauert hundert Jahre ..."Das ist ja recht gut, wenn fie so haltbar ist", sagte ich ermunternd- Mama wird sich sehr darüber freuen."Ach nein, ich meine, da muß man hundert Jahre arbeiten, bi« sie fertig ist", ent­gegnete Käthe,und ich glaube gar nicht, daß da einzelner Mensch sie überhaupt fertig bringt. Hedwig sogt, ich soll doch lieber eine schmale Hewdensp'tzr häkeln. Weißt Du, Papa, bie ist nur so breit wie mein k einer F nger hier, und damit werde ich fertig, Popo, daS glaube ich bestimmt." Out, so häkele eine Hemdenspitze." ES ergab sich, daß Käthe hierfür wieder eine andere Garnsorte brauchte, eine ganz feine, die der Spitze ein zartes, duftige« Aussehen geben sollte. Auch diese Anschaffung wurde gemacht und Käthe stürzte sich wieder in die Arbeit,Papa", sagte sie nach einiger Z.it,jetzt maß ich aber nothwenvig ein Meter- maß haben."Ein Metermaß? Wozu denn?"Um meine Spitze zu «effen. Ich muß doch wiffen, wie viel ich schon gehäkelt habe."Aber Mama hat ja ein Metermaß. Da« kannst Du D'r von ihr leihen."So damit fie gleich weiß, baß ich eine Spitze häkele. Nein, Papa, da« geht nicht. Bitte, schenke mir doch Geld für ein Metermaß." Auch dieser Wunsch wurde erfüllt. Nun kam der heilige Abend. Eine halbe Stunde vor der Einbescheerung kam Käthe zu mir nnb zog mich abseits in einen W-nkcl. Sie war in sehr gedrückter Stimmung.Ach, Papa," sagte fie, so ein Metermaß ist doch fluchterllch. Es ist so schrecklich lang. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie lang e« ist. Ich wollte einen ganzen Meter häkeln, und weiht Du, wie viel e« geworden ist? So viel . ." Und dabei bezeichnete sie an ihrem Flvger eine Länge von etwa zwei (Zentimeter. Sie erwartete offenbar einen tröstenden Zuspruch von mir, ober ba dieser auSblieb, raffte sie sich energisch auf und sagte: »Aber ich werde doch Mama etwa« zu Weihnachten schenken. Weißt Du waS, Papa? Da« Metermaß. Und daun die vier Knäuel Garn. Da« erste, das ich verloren hatte, hat sich auch wieder gefunden. Mama wird sich freuen . . . ." Und fie har fich wirklich gefreut, die gute Mama. Nicht so sehr über ba« Metermaß und bie vier Knäuel Garn, als über da« zwei Zentimeter lange verzwickte Etwa«, das nach Käthe« kühner Behauptung eine Spitze darstellt.

* Ein neuer Frauenberuf, der in jüngster Zeit in Berlin in Aufnahme gekommen ist und einen großen Auf­schwung zu nehmen verspricht, ist der deS weiblichen ConditorS. Der neue Frauenberuf hat sich so schnell eingebürgert, daß man Inseraten, durch welche junge Mädchen zur Erlernung der Condltorei gesucht werden, fast täglich begegnen kann.

Der große Milchling, welcher sich soeben in New- Vork gebildet hat, um die gesummte Milchzufuhr nach dort zu monopoltsiren, erwarb in New-Y.rseh seine Couceffton unter dem NamcnFarm- und MilchwirthschaftS Product-

Gesellschaft." Der Ring besitzt ein Capital von 15 Millionen Dollar. Da« Geld ist zum größten Ttietl von englischen Capitaliften aufgebracht worden. Am 1. Januar hat der Ring sein Geschäft in ganz Groß-New-N-nk begonnen. Die Milchwagcn der Gesellschaft werden äußerst luxuriös ans- gestattet und bie Kutscher uniformirt fein. Die kleinen Milch- haubler find in Verzweiflung- fie wlffrn, baß ihre Tage ge­zählt find.

* ES functiouirt aller richtig. Ein Reisender zog plötz­lich an der Noth bremse und sofort hielt der Zug auf offener Strecke. Auf die Frage dlS (Sonbucteurf, WaS denn los sei, erklärte der Rasende, er wolle nur prüfen, ob alle« richirg func'ionire. Bei der nächsten Station wurde der Reffende höflichst in daS Bureau deS StatiovsvorstandcS ge­leitet und hier mußte er die für solche Fälle festgesetzte Strafe von 30 Mk. erlegen.Sie sehen," sagte ter Be­amte lächelnd, functiouirt alles aanz richtig."

Literatur tmb ALrrnst.

Vor un« liegt die erste QuaUalsnummer desDaheim", mit der ein r.eurs Abonnement beginnt. Der statllicven Haupt­nummer fügen sich die sechs Beilagen an, die mit jener ein Ganre« bilden und sic vielfach ergänzen: da erscheint wöchentlich eine reich illustrirte ChronikAuS der Zett für die Zett"; der Frauen­welt dient dasFrau-n-Daheim"; b<n Interessen der Musik­freunde dieHausmusik"; dem Garten ist derHausgarten" aewivmct, den zahlreichen Sammlersports das neueSammler- Daheim"; unsere Kleinen endlich fiaben imKinder-Daheim" Spiele und Anregungen aller Art. In der Tbat bietet kein andere« deutsches Famtlicnblatt eine gleiche Vielseitigkeit des Inhalts. I» der Hauptnummer beginnt ein neuer großer Roman von Beruh. Schuze-Srridl:Tiserne Zeil"; die Verfasserin vonWenn man liebt",In Marsch und Moor" rc. führt bte Leser diesmal in die Epoche der Befretungskrirge. Eine avgrschloffene zweite Erzählung Ein Bekehrter" von Ant. Andrea gibt ein rührendes Bild aus dem socialen L<ben unserer Tage. Th. H. PanteniuS steuert ein fesseln­des Lebensbild des kürzlich verstorbenen W. H. Riehl, des Dichters »nd G'.schtchtLschreibers des deutschen HaujeS, bet Von betonterem Reiz erschien uns auch die BalladeIkatje Flohr" von Karl Bulcke. Wir benutzen gern die Gelegenh-.it, wieder einmal auf das alte und doch immer jugendsrtscheDaheim" htnzuweisen.

Das soeben im Verlage von Levy & Müller in Stutt­gart zur Ausgabe gelangte 11. Bändchen der völlig umgearbeitete» und fast um die Hälfte vermehrten 8. Auflage detz Uttiversalbuchs der Reden und Toasts von Jnstivu» Abel zeichnet sich, wie seine Vorgänger, durch die Musterglltigkelt sämmtltchcr Reden, durch Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit seines Inhalts, sowie durch Ge- diegenbeit der Ausstattung au«. ES enthält eine große Anzahl auS- gewa.lter Reden und Trinksprüche an vaterländischen Ehrentagen, beim Geburtstag deS Kaisers und der Kaiserin, aus ben LandeS- vater und die Lsnbesmutter, auf Vaterland, Heer und Flotte, an Siegestagen und auf verdiente Patrioten.

Soeben erschien die neueste Auflage des ZettungS-Sato- logeS des Hauses O. L. Daube <k Eo.» bekanntlich mit da­älteste bjr großen internationalen Annoncen-Geschäfte. Wie in früheren Jahren, so ist auch bie Ausgabe pro 1898 wieder mit jener Sorgfalt und Gewtsirnhafltgkeit und in einer der heutigen hohe« Bedeutung der Publiciläl Rechnung tragenden Vollendung auSge- arbeilet, wie man es bei dir s m renommirlen Hause nicht ander« gewohnt ist. Auch die Form deS Kataloge« als elegante und prac- tische Schretbmappe, welche schon in den oorausgegangenen Jahre« so vielen Beifall gefunden, ist düse« Jahr wieder beibehaltcn wordev. Für jeden g Öger en Inserenten wird der Katalog ein unentbehrliche« Handbuch sein.

Aniversitäts - Nachrichten.

Berlin, 30. December. Anläßlich de« 50jährigen Doclor- jubiläumtz Professor Virchow« als Universitätslehrer und Leiter desArchivs für pathologische Anatomie" wurde gestern im Kaiser- hos ein Bankett veranstaltet. Medtciner auS ganz Deutschland waren vertreten. Im Ganzen nahmen 380 Personen an der Fest­lichkeit Theil.

Der bisherige Assistent an der Universitäts-Bibliothek in Bonn, Dr. August Möltzner, ist zum Hilfs-Bibliothekar an der Kgl. Bidliolhkk in Berlin ernannt werden.

Die durch Zuruhesetzung Bernhard Kuglers erledigte Pro­fessur für Geschichte in Tübingen ist dem Professor Dr. 0. Heine­mann in Halle übertragen worden.

Die Frequenz der deutschen Universitäten. Die Gesammtzahl der an den deutschen Universitären im gegenwärtige!» Winterhalbjahr immatdculirten Studenten hat die Höhe von 31110 erreicht, ein volles Tausend mehr als im letzten Wintersemester (30043) und fast 200 mehr als im verflossenen Sommer (30932). Im Ganzen ist die Studcntenzahl in dem letzten Jahrfünft seit bem Winter 1892,93 (27518) um runb 3600 Mann angewachscn, nach- bem voiher einige Jahre bindurch eine kleine Abnahme zu ver­zeichnen gewesen war. Wie sich bte Studentenzahl auf bie einzelnen Universt äten vertheilt, ergibt sich aus der nachstchenden Tabelle, in welcher zur Elmöglichuna eines Vergleichs zwischen Klammer« erst bte Frequenz befl verflossenen Sommers und dann die des vorigen W ntcr« beigesügt ist: Berlin 6935 (47055620), München 3817 (38713706), Leipzig 3277 (3064-3126), Bonn 1671 (1889-1655), Halle 1606 (1534-1501), Breslau 1497 (1541-1427), WrUzburg 1425 (1430-1467), Tübingen 1226 (1289-1170), Göttingen 1154 (1123-1017), H Idelberg 1084 (1230-1001), Frei­burg 1073 (1449-10651, Erlangen 1068 (1140-1074), Straßburg 1066 (1016-1013), Marburg 908 (1042-871), Greifswald 756 (834-793) Königsberg 684 (695-691), Gießen 674 (665-626), Jena 632 (704-705), Kiel 580 (727-548), Münster 526 (487-468), und endlich Rostock 451 (499499). So weit sich vorerst über­blicken läßt, scheint der Haupltheil der starken Zunahme wiederum auf die juristische Facultäl zu entfallen.

Aus Greifswald wird derFranks. Ztg." mttgethellt: Der Professor der Theologie, Cremer, ist an erster Stelle al« Rachfolger des nach Tübingen berufenen Professor« Schlatter in Berlin in Aussicht genommen.

Christiania, 31. December. Der Professor der Pbilosophie an der hiesigen Universität, Monrad, ist heute im Alter von 81 Jahren gestorben. z

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Meyers Konversalions-Lexikon

(auch in Umtausch gegen hlter< Werke) sowie alle andern liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an T* H. 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VII.