Meer, wird jedoch diese Zahl durchaus nicht für genügend erachtet und so steht der Bau weiterer Kreuzer-Schlachtschiffe in sirberer Aussicht.
Die Militär-Telegraphie.
In den Feldzügen der neueren Zeit hat sich der Telegraph als ein in jeder Beziehung zuverläfftges und daher unentbehrliches Mittel zur raschesten Beförderung von Nachrichten erwiesen, und auS dem griechisch-türktschen Kriege deS vorigen Jahres ist bekannt, daß das Hauptquartier des türkischen Feldherrn mit dem Palast der Großherrn in telegraphischer Verbindung war und dieser daher in jedem Augenblick über den Stand der Dinge unterrichtet werden konnte.
Die Wichtigkeit der Militär-Telegraphie wird auch allseitig rückhaltlos anerkannt, so daß eS uns Wunder nehmen kann, wenn ihrer Organisation tu einzelnen Heeren nicht die ihr zukommende Bedeutung zugebtlligt wird. Allerdings gehört fie, wie die technischen Truppen überhaupt, zu den sogen. Nebeudienstzweigen oder Hilfsdiensten- aber deshalb darf fie doch keineswegs nebensächlich behandelt und so unterschätzt werden, daß man ihr nur eine mehr oder weniger dürftige FriedenSorgantsation zu Theil werden läßt.
Bei Ausbruch eines Kriege» tritt die Militär-Telegraphie sofort in den Vordergrund und greift unmittelbar in die Kriegführung durch Ueberwitteluug von Nachrichten und Meldungen ein, und nur eine straffe, im Frieden sorgsam vorbereitete Organisation kann einen vollen Erfolg versprechen.
Die auch als KriegStelegraphie bezeichnete Militär- Telegraphie gliedert sich in die Feldtelegraphie und die Festungstelegraphie. Die erstere wird nach der Art und dem Bereich ihrer Thätigkeit in vier Zonen etugethetlt, wovon die erste Zone die KriegStelegraphenlinieu umfaßt, welche das große Hauptquartier mit der Heimath verbinden und im unmittelbaren Anschluß au die StaatStelegrapheuleituugeu angelegt werden. Die zweite Zone bilden die Etappen- telegraphenltnieu zur Verbindung deS großen Hauptquartiers mit den ObercommandoS der einzelnen Armeen und der Armeecorps. Die dritte Zone nimmt die Feldtelegraphen- ltnten zur Verbindung der Generalcommando» unter sich und mit den DtvifionS-SrabSquartieren auf, während die vierte Zone al» Borpostentelegrapheuliuieu die flüchtig hergestellteu und tu gleicher Weife wieder beseitigten telegraphischen Verbindungen zu den Brigaden, Vorposten, Detachements und zur telegraphischen Befehl-Übermittelung im Gefecht umfaßt.
Schon diese Zusammenstellung ergiebt, daß man nicht für alle vier Zonen ein und dasselbe Telegraphenmaterial verwenden kann. So finden wir in der ersten Zone nahezu ausschließlich da» beständige Material der StaalStelegraphie in Stationen und Leitungen vor, während die zweite Zone (Etappentelegraphie) bereit» feldmäßtge» Material, aber doch nach Art stehender Leitungen verwendet. Erst die dritte Zone erfordert ausschließliche» Feldtelegraphenmaterial, da» bei dem häufigen Wechsel der Quartiere nicht nur möglichst rasch ein- und zurückgebaut werden kann, sondern da» auch leicht genug ist, um auf einfachen Feldfahrzeugeu überallhin mitgeführt werden zu können. Hier kommt also da» fahrbare Material zur Verwendung, während die vierte Zone, also die vordersten Linien noch leichteres, sogen, tragbares Material erfordert. Die Feldtelegraphenleitungen find theil- Luftleitungen an Stangen oder Bäumen, Häusern auf Isolatoren auS Flußeifenlitzendraht oder isolirtem Draht (Feldkabel), theils ausgelegte Kabelleitungen von Feldkabeln ohne Anwendung von Isolatoren. Zur Ueberschreltung von Gewässern dienen mit Draht überspouneue Flußkabel mit Kupferader. Zum Bau und Betrieb dieser verschiedenen Telegrapheultuien bedarf man nun auch verschiedener Telegraphentruppen, und zwar zunächst Etappen-Telegraphentrupprn für die zweite Zone, welche die Anfangs feldmäßig hergestellte Verbindung der Armee mit dem System der StaalStelegraphie in „halb permanenter" Weise ausbauen und der vormarschireuden Armee folgen. Die Feldtelegraphentruppen der dritten Zone haben die Armeekörper unter einander zu verbinden und die Telegrapheulinie mit der marschirendrn Coloune möglichst gleichzeitig herzustellen.
Hierzu treten die leichten Telegraphen-Detachemeuts der vierten Zone, welche in und vor der Front der Armee flüchtige, dem augenblicklichen Zweck dienende telegraphische Verbindungen Herstellen. Um nun diese verschiedenen Aufgaben erfüllen zu können, werden im Kriege Armee-, CorPS« und DivifionStelegraphen-Abtheilungen aufgestellt. Jede Tele- graphen-Abtheilung besteht au» einem Telegraphen-Deiachement und einer Traineolonne, ersteres aus 3 Offizieren, etwa 90 Pionieren, welche von den Pionier-Bataillonen, und 7 bis 11 Telegraphenbeamten, welche von der Staat-telegraphie abgegeben werden. Sie übernehmen den Bau und Betrieb der Linien, während der Train das erforderliche Material auf Wagen mitführt. Im großen Hauptquartier befindet sich der Chef der MllitSrtelegraphte, welcher im Frieden die Stellung eine» Jnfpecteurs der Militär-Telegraphie bekleidet, und einige Telegrophenabtheilungen.
Bon der Feldtelegraphte ist die Festungstelegraphie unterschieden, welche nur unterirdische Leitungsnetze hat- die Stationen der einzelnen Werke sind mit einer Centrale verbunden und werden nach Bedarf schon im Frieden benutzt. Im Vorpostendienst kommen dabei die tragbaren Dorpostentelegraphen zur Verwendung, bei denen Morsefarbschreiber und Fernsprecher benutzt werden.
«S muß auffallen, daß für einen so wichtigen und umfangreichen Apparat bei einzelnen großen Heeren noch keine be- sonderen Telegrapheuformationen im Frieden bestehen, sondern diese erst im Falle der Mobilmachung aufgestellt werden sollen und zwar im deutschen Heere aus den Pionier- Bataillonen- bei diesen werden von allen vier Compagnien einzelne Mannschaften zu einem Detachement zusammen- gestellt, welche im Telegraphendienst besonder» ausgebildet und zu Uebungen mit bespannten Telegraphev-Fahrzeugeu vereinigt werden.
Bei den umfangreichen Aufgaben jedoch, ' welche der Pioniertruppe im Kriege ohnehin schon zufalleu, kann man diese bei der zweijährigen Dienstzeit nicht fernerhin mit dem Telegraphevdieoft belasten, sodaß hierin eine Abhülfe eintreten muß. Die Organisation der Militär-Telegraphie im Frieden ist im deutschen Heere zur Zeit folgendermaßen gestaltet: Sie ist dem Ingenieur- und Ptoniercorp» zugetheilt und hat an ihrer Spitze die Jnspection der Militär-Telegraphie- sie verwaltet das gesammte KriegStelegrapheumaterial, hat die Erfindungen auf dem Gebiete der Telegraphie und der electrischen Vorfeldbeleuchtung zu prüfen und für die Armee nutzbar zu machen, und hat schließlich die Oberleitung der gesammten Festungstelegraphie einschließlich deS Brieftauben- wesens. Unter ihr steht die Militär-Telegraphenschule zu Berlin zur Ausbildung von Offizieren und Gemeinen der Cavallerie, welche den Cavallerietelegraphen bei den Cavallerie- divtfionen selbstständig zu bedienen hat und kein besondere» Telegraphen-Detachement enthält, und der Pioniere im Feld- telegraphendienst. E» werden alljährlich zu dieser Schule commandirt von der Cavallerie 20 Offiziere, 83 Unteroffiziere und Capitulanten, von den Pioniere« 15 Offiziere, 130 Unteroffiziere und Gemeine. Die Unteroffiziere dürfen daS siebente Dienstjahr noch nicht überschritten haben und müssen sich ebenso wie die Capitulanten zum Weiterdienen auf mindesten- ein Jahr nach beendetem Lehrgänge schriftlich verpflichtet haben.
Die Schule ist einem Stabsoffizier von den Pionieren als Director unterstellt nnd in eine Cavallerie- und eine Pionier-Schulabtheiluvg gegliedert. Derselben ist ferner die 5. Compagnie des Garde-PiovierbataillouS als Telegraphen- Lrhrcompagnie, außerdem ein Traindetachement mit vierzig Pferden zur Bespannung der Fahrzeuge und Berittenmachung der Cavalleristen bei den practischen Uebungen im Gelände unterstellt. Der Lehrgang dauert für die Offiziere 5, für die Unteroffiziere u. s. w. 9 Monate. Der Unterricht umfaßt die Theorie der electrischen Telegraphie und des Fernsprechwesens, Feldtelegrapheuleitungen, Kenotuiß und Behandlung der in der Feld- und Staatstelegraphie gebräuchlichen Apparate, Organisation und Zusammenwirken der Feld- und Etappentelegraphen.Formationen und ihre Berbiudnng mit der StaalStelegraphie, optischen Signaldieust, sowie Telegraphenübungen aller Art im Gelände. Aus dem Gesagten erhellt ohne Weiteres, daß eS die höchste Zeit ist, dem deutschen Heere besondere Telegrapheutruppeu im Frieden beizustellen, welche in den Heeren Englands, Belgiens, Dänemarks, Schwedens, Oesterreich-UngarnS, Rußland-, Spaniens, der Niederlande und der Türkei längst bestehen. Rußland allein verfügt schon im Frieden über 17 Militär-Telegraphen- Parks und vier FestungStelegraphen-Sectionen in Warschau, NowogeorgjewSk, Brest-Litowsk und Iwangorod mit je einer Telegraphenschule zur Ausbildung von Mannschaften der FestungS-Jnfanterie-Bataillone. England hat ein Telegraphenbataillon zu zwei Abtheilungen- die eine steht im Lager von Aldershot und hat eine Kabel- und drei Lustleitungssectionen mit vollständigem Geräth und bespannten Wagen. Die zweite Abtheiluug steht in London und wird mit allen Osfizieren und Mannschaften vom Generaldirector der ReichSpoft beschäftigt, wobei der AbtheilungScommandeur, ein Ingenieur- major, als Reichs-Telegraphendirettor thätig ist. Mit der beabsichtigten Aufstellung von drei besonderen Telegraphenbataillonen wird auch im deutschen Heere eine längst empfundene Lücke auSgesüllt sein- daß der Reichstag seine Zustimmung dazu geben wird, dürfte wohl zu erwarten fein und somit die neue Telegrophentruppe zum 1. October 1899 zur Aufstellung gelangen. K. Ztg.
totales rind provinzielles.
Gießen, den 3. August 1898.
* * Akademische Trauerfeier. Die heute Mittag 12 Uhr in der großen Aula der Universität abgehaltene Trauerfeier für den Fürsten Bismarck nahm einen erhebenden Verlauf. Dieselbe wurde eingeleitet durch den von der Regimentsmusik gespielten Mendelssohn'schen Trauermarsch, sowie das vom Akademischen Gesangverein ergreifend wiedergegebene Bachs'che „Wenn ich einmal soll scheiden" aus der Matthäus-Passion, worauf Prof. Dr. Höhlbaum die markige Gedächtnißrede hielt. Den Schluß der Feier bildete das vom Akademischen Gesangvereiu meisterhaft zu Gehör gebrachte Brahms'sche Requiem, sowie eine weitere Trauermusik der Regimentscapelle.
* * ConcertVerein. Wir machen unsere Leser, soweit Mitglieder des Concert-Verein», darauf aufmerksam, daß Freitag Nachmittag 5 Uhr im Club die General«Ver« sammlung stattfindet.
* * Auf der diesjährigen Mauder-Versammlung der Deutschen Landwirthschafts Grsellfchast, welche während der Ausstellung in Dresden abgehalten wurde, ist über die demnächstigen Wander-AuSstellungen Bericht erstattet worden. Diesem entnehmen wir, daß ein guter Platz für die Ausstellung des nächsten JahreS in Frankfurt a. M., nahe dem neuen Central- und auch dem Güter«Bahuhof belegen, gesichert ist. Die wesentlichsten Kosten sür die Anmiethung dieses Platze- wird der landwirthschaftliche Verein zu Frankfurt a. M. tragen. In Mittel- und Süddeutschland schenkt man schon jetzt diesem Au-stellungSunternehmen die lebhafteste Aufmerksamkeit. Für das Jahr 1900 ist bekanntlich beabsichtigt, die Ausstellung in Posen abzuhalten, welches mit Schlesien einen gemeinschaftlichen AuSstellungsgau bildet. Die LandwirthschaftS- kammer von Posen, auf deren dringendes Ersuchen die Stadt Posen gewählt wurde, ist bestrebt, nach jeder A chtung hin die örtlichen Vorbereitungen für die Ausstellung im Auge zu halten. In Dresden wurde ferner beschlossen, Ausstellung und Wander-Versammlung deS Jahres 1901 in der Stadt Halle o. S. abzuhalten. Entsprechend einem Gebrauche der Gesellschaft, hat man auch hier bei Wiederholung der Au«, stellung in demselben AuSstellungSgau einen Wechsel der AuS- stellungsstadt vorgenommen. Während im Jahre 1889 die
Ausstellung in Magdeburg staitfand, hat mau beschlossen^ diesmal die südliche Hauptstadt der Provinz Sachsen, Halle a.S., zu wählen, um damit dem südlicheren Theil der Provinz, dem nördlicheren Theil des Königreichs Sachsen und den thüringischen Staaten näher zu kommen. Bei dieser Wahl wurden zugleich die Wünsche der Laudwirthschaftskammer der Provinz Sachsen berücksichtigt.
” Sine für alle Gemeinden de» Großherzogthums bedeutsame Entscheidung hat der Provinzialausschuß für Rheinhessen gefällt. Die Stadtverwaltung Bingen hat bei der letzten Communalsteuer-Beranlagung die in Bingen wohnende Firma Fischer zur Communalsteuer auch für diejenigen Einkommen herangezogen, die der Firma aus ihren beiden anderen, in Bingerbrück und Ludwigshafen bestehenden Geschäften zufließen. Gegen diese Besteuerung hatte die Firma bei dem KreiSauSschuß Bingen Beschwerde erhoben, der auch Folge gegeben wurde. Nunmehr ergriff die Stadtverwaltung Bingen Recurs an den ProvinzialauSschuß, der erkannte, „daß nach hessischem Steuerrecht die Gemeinde, mit Ausnahme der in den Communalsteuergesetzen besonders genannten Fällen, Nichts besteuern kann, was von der staatlichen Besteuerung befreit ist." Die Stadt Bingen wurde daher auch von dem ProvinzialauSschuß abgewiesen und in die entstandenen Kosten ver-» urtheilt.
• * Wetterbericht. DaS barometrische Maximum beherrscht zwar noch den Conttnent und Südeuropa, verliert aber an Jntenfität und theilweise auch an Raum. Ein schwacher Kern desselben ist heute noch über Nordwest-Fraukreich und über dem Canal, ein zweiter bedeckt Süddeutschlaud. Im äußersten Norden zeigt sich an der norwegischen Küste eine tiefe Depression. von deren Centrum breitet sich der niedere Druck südwärts über die Nordsee und bis au die deutsche Küste aus. Weiter im Osten zieht noch ein Ausläufer bis zur russischen Grenze. Der Einfluß des barometrischen Maximums wird voraussichtlich zwar noch anhalten, doch ist die Wetterlage wieder wenig sicher. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch heiter und warm.
Gruuberg, 1. August. In der Nacht vom 5. auf des 6. August werden in Grünberg und deu umliegenden Orten Mannschaften des Gießener Jnfanterie-RegimentS nach abgehaltenen Marschübungen Nothquartiere beziehen. — Als Termin für die Wahl von drei Gemeinderaths- Mitgliedern ist der 9. August bestimmt. — Zur Teilnahme am 2 5. Stiftung-feste der hiesigen freiwilligen Feuerwehr haben sich bi- jetzt angemeldet die Wehren der Orte: Groß-Felda, Windhausen, Homberg, Nidda, Hungen, Gießen (2), Nieder Ohmen, Birklar, Nieder-Besfingen.
+ Schotten, 2. August. Am heutigen, ebenfalls vom herrlichsten Wetter begünstigten Markttage war wenig Rindvieh und auch eine verhältnißmäßig geringere Anzahl Schweine aufgetrieben. Die Preise wurden deshalb ziemlich hoch. Am meisten gesucht waren Ferkel und Fettschweine. Auf dem Krammarkt herrscht kirchweihmäßiges Leben und find die Geschäftsleute im Allgemeinen zufriedengestellt.
Bad Nauheim, 1. August. Vom 22. bis 28. Juli d. I. find angekowmrn 911 Badegäste- verabfolgt wurden 15,379 bezahlte Bäder und 635 Freibäder. Die Zahl der vom 1. April bis 28. Juli 1898 angekommenen Badegäste beträgt 13,625, der verabfolgten Bäder: 149,142 bezahlte und 7566 Freibäder.
Lauterbach, 2« August. Der zum Ministerialrath jüngst beförderte Herr Kcei-rath Braun hat die Stellung alS Administrator des Fürstlich Isenburg«Birfiein'jchen Vermögens mit Rücksicht auf seine neue Stellung niedergelegt. — Zum Nachfolger des am 1. August d. Js. in den Ruhestand getretenen seitherigen hiesigen Postmeisters Rappolt wurde Post- secretär Rettig auS Berlin ernannt und hat derselbe gestern seinen Dienst angetreten. — Bei den Ausschachtungsarbeiten in der Freiherrlich Riedesel'schen Mälzerei fiel heute Morgen einem Arbeiter ein schwerer Stein auf eine Schulter. Aerztltche Hilfe mußte derselbe sofort in Anspruch nehmen. — Am Montag hat die Kornernte in der Gemarkung Lauterbach begonnen. Die Ernteau-fichten können als sehr günstig bezeichnet werden, dasselbe gilt auch für Hackfrucht. Ltb. Anz.
□ Darmstadt, 2. August. Heute schloffen die Berhand- uugen der 21. Deutschen Geometertages mit einer 'urch Vorträge und daran anknüpfende DiScuffionen auS- gefüllteu Hauptversammlung unter dem geschickten Vorfitze von Stadtvermessungsdirector Winckel-Altenburg und bei ' noch zahlreicherer Betheiligung von Fachgenoflen als gestern. Steuerrath Br. Lauer behandelte zunächst das Kataster- und Grundbuchwesen in Hessen in anschaulicher Dar- legung. Schon aus 1824 datirt ein hessisches Kataftergesetz, u dem dann vier umfassende Instructionen erlassen wurden-. 1830 wurde bereits da» Grundbuch mit dem Legaltfirung--- decret etugeführt- 1852 folgte da- Gesetz über Erwerbung )es GrundeigeuthumS. Als Hauptzweck de» Kataster» erkennt man jetzt die Sicherung de» Grundeigenthum» durch Eintragung in die Grundbücher. Stufenweise schritt man vor, und daS hessische Katasterweseu steht jetzt, wie schon in der Ausstellung ausgehängte Pläne usw. vermuthen lassen, auf erfreulich hohem Stande. — Auch in einem zweiten Vortrage ollten die Fachgenossen mit hessischen Verhältnissen bekannt gemacht werden, nämlich mit der Feldbereinigung und j war durch LandeSculturrath Br. Klaa». Auch in dieser Sache ist Hessen planmäßig und für andere Staaten Muster- i'ildend vorangegangen- 1887 ist nach mancherlei Vorarbeiten . in Feldbereinigungsgesetz mit Benutzung der neuesten Er- ahrungeu auf diesem Gebiete erschienen. Damit kam die Sache mehr in Fluß und jetzt find schon 73 Zusammen- egungs Unternehmungen mit über 32000 Hectar Fläche be- chlossev- die daran» resultirenden Ertrag»erhöhungen werden cnf über 1 Million Mark berechnet. — In einem dritten Vorträge äußerte Steuerrath SteppeS-München verschiedene -Lünsche bezüglich der neuen Grundbuchordnung und ihrer Bedeutung für das Kataster. — Der alte Vorstand: Winckel-


