Ausgabe 
4.2.1898 Zweites Blatt
 
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tretet von Städten, des Handels- und Gewerbestande- und Letter von kaufmännischen UnterrichtSavstalten, um über Verbesserungen de- kaufmänutscheuUuterrichtS- wesens zu berathen. Die Minister der Finanzen und der geistlichen Angelegenheiten waren durch Commiffare vertreten. Der Handelsmintster eröffnete die Berathuugeu durch eine längere Ausführung, in welcher er besonders hervorhob, daß der großartigen Entwicklung unserer Handelsverhältniffe und unserer HaudelSbeziehongeu, wie sie in den letzten Jahren nach den entferutesteu Ländern eingrtreten sei, und dem ge­steigerten Bedürfniß nach einer erweiterten Vertretung des HandelSftandeS im öffentlichen Leben die derzeitige Lage de» Kaufmännischen UnterrichtSwes nl nicht mehr entspreche, und daß er sich deshalb dringend empfehle, zu erwägen, nach welchen Richtungen hin Wandel geschaffen werden müsse. Die Unterlage der nun folgenden Verhandlungen bildete eine eingehende Tagesordnung, welche zwischen Fortbildungsschulen, Handelsschulen, höheren Handelsschulen und HaudelShoch- schulen unterschied- die heutige Verhandlung beschränkte sich aus die Einrichtung derkaufmänuischenFortbildungs- schulen und führte zu folgenden Ergebnissen: Kaufmännische Fortbildungsschulen müssen in allen Städten errichtet werden, welche das für drei aufstetgeude Klassen mit je 25 Schülern nöthige Material besitzen. Trager dieser Schulen können Gemeinden, Handelskammern und freie kaufmännische Ber­einigungen sein. Die Schulvorstände müssen aus diesen ver- schiedenen Elementen gebildet und mit weitgehendsten Befug- niflen zur Verwaltung der Schule auSgestattet sein. Die Stundenpläne dürfen nur so viel Lehrfächer enthalten, daß jedes derselben gründlich gelehrt werden kann. Obligator­ischer Unterricht ist anzustreben, aber erst durchzuführeu, wenn die dazu nöthigeu Räume, Lehrkräfte und Geldmittel gesichert find. Jedenfalls hat fich der obligatorische Unter­richt auf die uäthigsten Lehrfächer, also Deutsch, Rechnen, kaufmännische Buchführung und Haudelsgeographte, zu be­schränken- alle weiteren Unterrichtsgegeostände müssen frei­willig sein. Die Unterrichtszeit ist möglichst in die Tages­stunden zu legen. Die Beaufsichtigung der Schulen hat durch den Schulvorstand, die Handelskammern und aozu- stellende Gewerbefchultvfpectoreu zu erfolgen. Soweit das Lehrpersonal nicht im Hauptamt angestellt werden kann, ist dasselbe durch Feriencurse und Seminare fortzubtlden. Die Aufbringung der SchulunterhaltungSkofteu hat in gleicher Weise wie bei den gewerblichen Fortbildungsschulen zu er- sclgen.

Köln, 2. Februar. Nun hat die Staatsanwaltschaft «och ein weiteres Strafverfahren gegen den Crtmiual Schutz­mann Kiefer etngelettet und zwar infolge eines Briefes, den ein als Zeugin im verflossenen Kiefer-Prozeß vernommenes Fräulein Hartmann aus Jülich kürzlich an die Staats- anwaltfchaft richtete. Jene Dame wurde durch Kiefer, so­wie einen Collegeu desselben irrthümlich als Dirne verhaftet und während einer Nacht festgehalten. In jenem Briefe macht die Dame überaus gravtrende Angaben über die Be­handlung, welche ihr in der Nacht auf der Wache zu Thetl wurde. Die Untersuchung wird eifrigst betrieben und dürfte wiederum zu einem Aufsehen erregenden Prozeß führen.

Düsseldorf, 2. Februar. Ein hiesiger Obst-Importeur Hertz hat sich gestern an den Cousul der vereinigten Staaten dahier gewandt, da auf telegraphische Ordre von Berlin die Einfuhr von getrocknetem wie auch frischem amerikanischen Obst fistirt worden ist. Die Schiffe von Hertz, aus Ant­werpen kommend, wurden in Emmerich augehalten uad mußten alle Frachtgüter dieser Art auSgeladeu werden. Der Consul wandle sich sofort an die amerikanische Gesandtschaft in Berlin und unterbreitete ihr diesen Vorfall. Hertz sagt, daß seine Waareu meistens aus frischen Aepfeln und cali- fornischem getrocknetem und gedünstetem Obste bestehen. Er ist Agent hervorragender Exporteure, welche nur im Großen verkaufen. ES war ihm vorher von diesen Verfügungen keine «enntniß gegeben worden. Die Waaren, welche meist ver- derblicher Natur find, dürften durch dieses Anhalten werth- los werden.

Ausland.

Loudon, 2. Februar. In Regierungskreisen wird ver- fiche.t, daß zwischen Rußland und England in allen oftafia- tischen und orientalischen Fragen ein völliges Einver- nehmen erzielt worden sei.

. £oc*U* unb provinziellem

Sieten, den 3. Februar.

Schuldienst - Nachrichten. Am 5. Januar wurde dem Schulverwalter Conrad Kalb Henn zu Ebersheim, Kreis Mainz, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst, an demselben Tage wurde dem SchulamtSaSptranten Fried- rtch Neeb aus Brauerschwend eine Lehrerftelle an der Ge- meideschule zu Köddingen, KreiS Schotten, übertragen.

Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Königstädten, KreiS Groß-Gerau, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienft verbunden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rebbach, KreiS Erbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht daS Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem evangltschen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde schule zu Pfungstadt, KreiS Darmstadt, mit einem nach dem Dienstalter fich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000 bi- 1400 Mk. Dem betreffenden Lehrer kann ein Thetl des Organistendienstes übertragen werden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Pss fl'gheim, KreiS Worm», mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900 bis 1200 Mk. Mit der Stelle kann Organistendienst verbunden werden.

Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Bürgel, Kr. Offenbach, mit einem jährlichen Gehalte von 1300 Mk. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeinde­schule zu Horrweiler, KreiS Bingen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem evaugel. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Mörfelden, KreiS Groß-Gerau, mit einem nach dem Dienstalter sich bemeffenden jährlichen Gehalte von 1000 bis 1300 Mk. Erne mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu HeideSheim, KreiS Bingen, mit einem nach dem Dienstalter fich bemessenden jährlichen Gehalt von 1000 bis 1500 Mk. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Kölzenhain, KreiS Schotten, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten- und Lectorendienst verbunden.

* Landesbrandkasse. Nach den Ergebnissen der Ver­waltung der Brandversicherungskasse oom Jahre 1895 belaufen sich die Einnahmen auf 2583254.10 Mk. und die Ausgaben auf 1 170 675.38 Mk. An Brandschäden und AbschätzungSkosteu wurden 975 014.40 Mk. vergütet, wovon der größte Thetl mit 373 678.84 Mk. ans die Provinz Starkenburg entfällt. Hiervon gelangte der größte Autheil auf die Stadt Offenbach mit 70972.75 Mk. Auf die Provinz Rheinhessen entfallen 816191.20 Mk. und auf die Provinz Oberhessrn 285144.36 Mk.

* * Zum unlauteren Wettbewerb. Eine für den gesammten Kaufmann-- und Handwerkerstand sehr wichtige Auslegung einer bestimmten Art desunlauteren Wettbewerbs^, daß Abwendtgmacheu von Kunden durch unwahre Angaben, hat vor Kurzem das Reichsgericht gelegentlich der Aburthki- lung eines solchen Falles gegeben. ES hat nämlich daS Heranziehen von Kunden durch unwahre Angaben zum Schaden von Coucurrenzfirmen als Betrug im Sinne des Straf­gesetzbuchs bezeichnet und in seiner Entscheidung erklärt:Ein unbefugter Eingriff in den VerwögenSstand der betreffenden Firma findet statt, wenn man mittelst Täuschung deren Kundenstand abwendig zu machen sucht." Bedeutsam ist hierbei der besondere Anspruch, daß der Nachweis eines zweifellosen Schaden- nicht erforderlich ist, sondern daß auch der fragliche Nutzen, welcher der Firma entgangen ist, unter Umständen aber ihr geworden wäre, geltend gemacht werden kann.

* Steuerstatistik aus Hessen. Nach einer soeben ver­öffentlichten Urberficht der für das Jahr 1896/97 anS- gefchlageven und zur Erhebung Überwiesenen directen Steuern wurden im Großherzogthum vereinnahmt: Ein­kommensteuer 5491266 Mk., Gewerbesteuer 1048930 Mk., Grundsteuer 3158 450 Mk., Capitalrentensteuer 451490 Mk. Gesammtsumwe der Steuern 10 150136 Mk. Nach Provinzen geordnet weist die Statistik folgendes Ergebniß auf:

Einkommensteuer Gewerbesteuer

Starkenburg Mk.

2189 200

393411

Oberhessen Mk.

932190 158 606

Rheinhessen Mk.

2369 876

496 913

Grundsteuer

1097 920

892723

1 167807

Capitalrentensteuer

194700

81257

175533

Gesammtsumme

3875211

2064776

4 210129

Don den Grundsteuern entfielen auf Cameraldomänen 69229 Mk, Forstdomänen 55 831 Mk., sonstige Besitzungen unter staatlicher Verwaltung 5100 Mk., BesoldungSobjecte der Pfarreien und Schulen 33 105 Mk. Bon Privaten und Korporationen wurden 5 443426 Mk. Einkommensteuer, 1047 376 Mk. Gewerbesteuer, 2894102 Mk. Grundsteuer und 446 631 Mk. Capitalrentensteuer bezahlt. Mitglieder des Großh. Hauses und Standerherren bezahlten 47840Mk. Einkommen-, 948 Mk Gewerbe- und 101083 Mk. Grund­steuer. Capitalrentensteuer von StandeSherren erbracht er­zielten nur 4849 Mk.

Für da» Kyffhüuferdeukmal find immer noch 254,0 00 Mk. aufzubrtngen. Der Vorstand deS Deutschen Kriegerbundes bittet dafür zu sorgen, daß die Ehrenpfl cht der deutschen Krieger erfüllt wird. Bald kehrt der Todestag sowie der Geburtstag unseres großen Kaisers wieder- für die Kriegervereine eine besondere Mahnung, auch an daS Kyffhäuserdenkmal zu denken.

* Amerikanische Schinken. Der Obermeister der Kölner Fleischer-Innung hat in Bezug auf amerikanische Schinken lautAllg. Fleischer-Ztg." folgende Bekanntmachung erlassen: ES find in Köln amerikanische Schinken, die zur Conser- virung mit Borsäure bestrichen waren, in Handel ge­bracht. Obgleich fie vor dem Verkaufe sorgfältig abge­waschen waren, war nach dem Ergebnisse der chemischen Untersuchung daS Fleisch sehr stark mit Borsäure durchsetzt und am Knochen hatten fich Borcrhftalle gebildet. Die Bor­säure ist aber nach der auf Grund Gutachtens Sachver­ständiger erfolgten Feststellung der Strafkammer in Köln ein Gift, das geeignet ist, die menschliche Gesundheit zu schädigen. DaS Feilhalten und der Verkauf von Fleisch, da­mit Borsäure conservirt ist, ist daher unzulässig, und eS wird bei Zuwiderhandlungen auf Grund des Reichsgefetze- vom 14. Mai 1879, bett, den Verkehr mit Nahrung», mittete rc., strafrechtlich vorgegangen werden."

* Zn Amerika verstorbene Hessen. Ja Paterson, N. Y: Christian Mennel, 64 Jahre alt, aus Auerbach. In Newyork: Christian Stein, 44 Jahre alt, au- Hrffen- Darmstadt. In New-OrleanS, La.: Simon HernSheim aus Heffen-Darmstadt.

An» Oberhessrn, 2. Februar. Zur ReichStagSwahl wird derFranks. Ztg." geschrieben: Auch in Hessen zeigt fich, wie in der Pfalz, ein Pactireu der Nationallibe- taten mit dem Bunde der Landwirthe. So haben fich beide Parteien im 3. Wahlbezirk der Provinz Oberhessen (Lauterbach, Alsfeld und Schotten) zusammengefunden. AIS Candidaten find Oeconom Schade in Altenburg bei Alsfeld und KreiSrath Brann in Lauterbach vorgeschlagen.

k. Hirzenhain, 30. Januar. Der hiesige Krieger- und

Militärverein veranstaltete gestern Abend im Stolberger Hof zur Feier des Geburtstage» des Kaisers eine Fest­lichkeit, bestehend in theatralischen Aufführungen und Vor­trägen, die fich eines recht zahlreichen BeiucheS erfreute. Der Ehrenpräsident und erste Vorsitzende des Vereins, Herr Korn- dötfer, hielt die In einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Majestät endende Festrede, in welcher er auch der Flotten­vorlage Erwähnung gab. Es müsse, fo führte Redner auS, daS Bestreben eines jeden mit feinem Vaterlande Wohldenken- den fein, auf die Bewilligung derselben nach seinen Kräften einzuwirken. Durch die Genehmigung der Vorlage würden der Industrie und somit rückwirkend auf jeden Erwerb neue Gebiete erschlossen, wodurch da- Product des Inlandes weiteren Absatz erhalte, daS Evangelium finde leichter Ver­breitung und daS Ansehen des Vaterlandes würde gehoben. ES wickelten fich nun die für diesen Abend recht paffend ge­wählten Aufführungen, in welchen jeder der Mttwirkenden seine Ausgabe zur vollsten Zufriedenheit löste und deS Dankes, der in wiederholtem Applaus Ausdruck fand, nicht zu ent­behren hatte, programmmäßig ab, und so kann die Feier al» eine nach jeder Richtung hin recht gelungene bezeichnet werden.

Darmstadt, 2. Februar. Am SamStag ist durch die Intervention eines Bahnwärte S auf .bei Strecke Eberstadt- Darmstadt der Main-Neckar-Bahn eine Collision eine» Personenzuges und eines Güterzuges vermieden worden.

-o- Alzey, 2. Februar. Letzten Sonntag tagten hier zwei wichtige Versammlungen. Die eine von der Arbeiterpartei einberufene und von dem LandtagSabgeord- neten Haas in Mainz geleitete Versammlung faßte eine Resolution, worin daS Stadtoerordneten-Colleg ersucht tolrb, die nöthigeu Vorarbeiten zu dem Zustandekommen eines Ge- Werbegerichts zu veranlaffen. Die andere Bürgerversamm­lung war von dem Bürgermeister Dr. Tutor einberuseu und bezweckte eine Vorberathung über die Bildung einer Han­delskammer. Gegen dreihundert Interessenten waren anwesend, die einstimmig beschlossen, alsbald für die Errichtung einer Han­delskammer mit dem Sitze zu Alzey hinzuwirken. Leider find auch zwei Unglücksfälle zu verzeichnen. Ein voa feiner in Amerika weilenden Familie getrennt lebender Schuh­macher wurde Ende voriger Woche tobt in feinem Bette auf« gefunden und da der Verdacht eine- Selbstmordes vorlag, die Staatsanwaltschaft requirirt, doch soll Schlagfluß alt Todesursache festgestellt worden -sein. Ferner durcheilte am Sonntag Abend die Nachricht unsere Stadt, daß der, al» ein nüchterner und solider Mann bekannte Buchbinder Jung den Tod auf einem Schienengeleise nahe bei der Stadt ge­sucht habe. Derselbe hinterläßt eine sehr zahlreiche Familie.

vermischte».

8unter»hanfen, 1. Februar. Heute früh 5 Uhr ent­gleiste die Maschine eine» Güterzuges vor der Einfahrt in Gunter-Hausen. Die Entgleisung hatte eine bedeutende Ver­kehrsstörung zur Folge. Der Frankfurter Nachtzug ersi-hr eine zweistündige Verspätung.

* Stellenlose Handlungsgehilfen. Einem kürzlich er­schienenen Bericht desVereins für HandlungS-CommtS von 1858 (Kaufmännischer Verein) in Hamburg" ent­nehmen wir folgende Mittdeilungen: Beim Verein wurden int abgelaufenen Jahre 13856 offene Stellen gegen 11803 in 1896 zur Besetzung angemeldet. Besetzt wurden im Laufe deS letztverflossenea Jahres 5516 Stellen gegen 4840 in 1896. Al» Bewerber meldeten sich im letzten Jahre 16 208 Mit­glieder an, gegen 15 044 in 1896. Hiervon waren 3115 stellenlos, gegen 3836 im Jahre vorher- also 16,22 pLt. in 1897, gegen 25,49 pCt. in 1896. Mithin war die Zahl der stellungslosen Bewerber im verflossenen Jahre erheblich geringer, al- im vorhergehenden. Ganz besonders betonen wir dabei, daß eS sich bei den stellenlosen Handlungsgehilfen nicht um ivlche in Deutschland und im AuSlanbe befindliche Mitglieder handelt, die während des ganzen Jahres ohne Beschäftigung waren, fonbem daß bie meisten biefer Bewerber nur kürzere Zeit, zuweilen sogar nur einige Tage stellungslos gewesen find. Ferner ist unter den Beschäftigungslosen eine nicht kleine Zahl von Mitgliedern enthalten, die erst im September vom Militär entlassen wurden und nicht sofort eine Stellung erhalten haben. So bedauerlich nun auch bie immerhin noch große Zahl der stellungslosen Handel-ange- stellten ist namenthd) der älteren so widerfinnig ist eS Angesichts deS Ergebnisses der Erhebungen bei unserer Stellenvermittelung, wenn von gegnerischer Seite noch jetzt in öffentlichen Versammlungen und Zeitungen die Behauptung aufgestellt wird, baß in Deutschland» Jahr an- Jahr em 12000 Handlungsgehilfen beschäftigungslos feien.

Dr. Hermann Bieder, Prioatbocent an ber Universität Münch en, hat in dem voa Professor HanS Buchner ge­leiteten hygienischen Institut Versuche über bie Wirkung ber Röntgenstrahlen auf Batterien angestellt, bie überraschend günstige Resultate ergeben haben. Der erste Versuch wurde von Dr. Bieder mit Cholerabazillen gemacht, und ergab, entgegen allen bisherigen Versuchen, den Erreger der Cholerr durch die Einwirkung von Röntgenstrahlen in feiner Eot- Wickelung zu beeinflussen, ein sehr günstiges Resultat. Bereit- entwickelte Choleracolouien, die 48 Min. den Röntgenstrahle ausgesetzt worden waren, zeigten einen bedingungslosen Still­stand im Wachsthum, trotzdem fie nach ihrer Bestrahlung nochmal- 24 Stunden in den Brutofen gebracht worden waren. Ebenso wurde die Entw ckelung der Tuberkelbazillen die den Röntgenstrahlen ausgesetzt worden waren, zum Still­stand gebracht. Die vorstehenden Untersuchungea ermutigen, so schließt Dr. Bieder seinen sehr interessanten Aufsatz, nt<16 bloß zu Thierversuchen, sondern auch zu weiteren klinische» Versuchen.

* Die Deutsche» in der Türkei. Wie wir, so hat auch Jaffa in Syrien ein ganz abnorme» Winterwetter, allerdings in umgekehrter Richtung. ES schneite sogar eto* mal, waS seit 20 Jahren nicht mehr geschah- das Thermo« rneter steht manchmal Morgen- auf nur 2 Grad R. Wärme.