Ausgabe 
3.7.1898 Zweites Blatt
 
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langerMedicinische Jnstrnmentenfabrik" von Reiniger, Gebbert und Schall. Ihr Ruf ist in medizinischen Kreisen schon fest gegründet. Mit ihren Instrumenten und Apparaten, die für die kleine LandproxlS berechnet aber auch für die größte Klinik zum Anschluß an größere electrische Leitungen geeignet hergestellt werden, gibt die Firma einen Tatalog heran«, der zugleich ein Lehrbuch deS Theiles der ElectrtcitätS- lehre enthalt, die der Arzt zur Handhabung und Selbst­reparatur braucht. Dem wißbegierigen Laien werden die Geschäftsräume und die Ausstellung in der Münchener zweiten Kraft- und Arbettsmaschineu-AuSstellung gerne gezeigt und die Anwendung der finureicheu Apparate erklärt.

* Die europäische LedenSverfichrruug in 1897. Die Er­gebnisse der LebenSverficheruug des europäischen Festlandes in 1897 lasten sich, wenigsten» sür die hauptsächlich in Betracht kommenden Länder, nunmehr ziemlich vollständig übersehen. In der gesammten regulären LebenSverficheruug (also aus­schließlich BolkSverficherung) wurden 1897 von den Gesell­schaften dieser Länder ungefähr folgende Summen neu

verfichert:

dem Gebiete

Deutsches Reich Frankreich Oesterreich

Rußland

Die wirthschaftliche

Millionen Mark

5865

270.8

239.7

135.8

Origioal.Mittheilungeu über Mariueweseu. Die von dem Norddeutschen Lloyd jährlich herauSgegebene Liste über den verbrauch von Proviant usw. an Bord seiner Dampfer zeigt auch für 1897 gewaltige Ziffern. Wir lasten hier einige Angaben der hauptsächlichen Artikel folgen- ver­braucht wurden an frischem Rindfleisch 2358 980, gesalzenem 382 243 Pfd., Schweinefleisch 429 865 Pfd., Kalbfleisch 259 546, Hammelfleisch 276813 Pfd., 10414 Schinken, 86530 Pfd. geräucherten Speck- an lebendem Vieh: 414 Ochsen, 232 Kälber, 141 Schwelm und 443 Hämmel. Bon frischen Fischen wurden 233543 Pfd. verzehrt, ferner geräucherten Lachs 6007 Pfd., Häringe 7524 Pfd., 714 Tonnen und 7119 große Büchsen, Austern 267038 Stück, Hummer und Schildkröten 42912 Pfd. An Geflügel finden wir: 9300 Puter, 6568 Gäule, 8536 Capaunen, 15775 Hühner, 26981 Enten und 131755 Küken. Rehwild ist mit 11 259 Pfd. aufgeführt. Der Verbrauch an Conserveu stellt fich auf ca. 485000 Büchsen. An Hülsenfrüchten rc. Erbsen, Bohnen, Reis, Schnittbohnen, Weißkohl, Sauerkohl ulw. ergaben fich ca. 890000 Pfund. Sodann find zu neunen: 11258 Barrel Roggen- und Waizeu-

gegeu 1896 mehr 29.1 17.5 25.6 22.8

Deutschlands tritt

also auch auf dem Gebiete der Lebensversicherung oeuruq zu Tage. Dem Bruttozugange von 586.5 Millionen Mark der 44 deutschen TodeSfallverficherungS-Gesellschafteo stand ein Abgang von 240.5 Millionen Mark gegenüber, sodaß ein RetnzuwachS von 346 Millionen Mark verblieb. Hiervon eutfirlen fast 47pEt. auf die 6 größten deutschen Gesell- schäften - dieselben weisen auch die größten Ziffern de« Rein- zuwachse« auf und zwar in folgender Ordnung: Lebens- verficheruugS- und Ersparnißbank in Stuttgart 34595023 Ml., Bictoria-Berliu 34223309, Leipziger (alte) 28483 600 Mk., Germania Stettin 22 234 750 Mk., Karlsruhe 21399 479 Mk. und Gotha 20 748600 Mk. Da die den deutschen Ziffer» am nächsten kommenden continentalen GesellschaftenRossija" in St. Petersburg undAsficuraztoni Generali" in Triest einen Reinzuwach« von nur 31524273 bezw. 26959378 Mk. aufweisen, so hat also auch 1897 wie im Vorjahre eine deutsche Gesellschaft den größten Reinzuwachs unter allen Gesellschaften de« europäischen Festlandes erzielt. Der gesummte BerficheruugSbestand der deutschen Gesellschaften überschritt im Jahre 1897 die sechste Milliarde und stieg am JahreSschluffe auf ca. 6195 Millionen. Hiervon waren 3204 Millionen bei den 21 GegenseitigkeitSaustalteu und 2991 Millionen bei den 23 Actieugeiellschaften versichert.

Ueberlegeuheit der Lebensversicherung deutlich zu

.aber kalt dazu braucht man keinen Tabak und es kommt nur auf die Gewohnheit an. Jetzt zieht er die Pfeife aus dem Mund, und mit wackelndem Kopf sagt er zum Prestl: Schenk mir was!"

Der Bursche schenkt ihm eine Lüge, er müsse heute in die Roßhald hinauf, es sei habe der Halter sagen laffen der Braune krumm geworden.

Er stieg an. Der alte Jodel schüttelte sein Haupt: Heut ist schon wieder ein Unglückstag. Aus dem Wege Iriegt man nichts und zum Betteln vor der Kirchenthür kommt man zu spat. Jeffas und Jeffeles, wenn ich so jung wär und laufen kunnt, wie der da, ich wollt mir Eins zusammen- HeUeln beim sommerlangen Tag!" Und torkelt seines Weges weiter.

Der Prestl stand endlich oben auf der Hochblöße, wo sonst kein Mensch mehr war, wo ihm der strohige Baumschlag das Thal verdeckte, wo er die fernen Berge nur über die Wipfel hereinblinken gesehen, wenn er dafür einen Blick ge­habt hätte. Er stand gekrümmt und schaute auf den Erd­boden und ins Gekräute nach Spuren und lugte in das nahe Dickicht hinein und horchte. Es war sehr still, nur ein leises Summen ging, wie wenn Hummeln flögen. Unten im Dorfe läuteten sie zum Hochamt. Der Prestl denkt: Da kommt er mir, er kann Nicht weit sein. Dann zog er» denn hervor, sein Gebetbuch, und steckte es zusammen, Schaft und Rohr And ließ aus einem messingbeschlagenen Hörnlein das Pulver in« Rohr rieseln und that eine Bleikugel nach und den Papierstöpfel mit leichtem Stoß des LadstockeS, ans Zünd­loch das Hütchen, somit konnte die Andacht beginnen und er stellte fich an den Anstand.

Bisweilen war im Walde ein Geräusch, als ob etwas auf dürres Reisig trete. Dann strich aber ein Lufthauch von schlechter Seite; das Thier hat eine scharfe Rase und kann um Alles den Menschen nicht riechen. Der Bursche will des Luftstriches wegen just einen anderen Standpunkt wählen, da jagt plötzlich Einer hinter ihm:Guten Morgen!"

bisherige Director deS Botanischen

laude bestanden. , , . m

Wie aus Basel berichtet wird, hat der dortige Professor Andrea« v. Thur einen Ruf an die juristische Faerülät der Uni­versität Straßburg angenommen, um dort die neugeschaffene Pro­fessur zu übernehmen, die zur Vertretung deS bürgerlichen Rechtes erforderlich geworden ist. t _

Halle a. d. Saale. Der bisherige Director deS Botanischen Instituts zu Basel, Professor Dr. Georg Klebs, folgt dem Ruse als Nachfolger von Professor Kraus an der Halle'schen Proseflur

Univerfitäts»Nachrichten.

- Frequenz der deutschen Universitäten. Andensämmt- lichen deutschen Universitäten, einschließlich der Akademie Münster, sind in diesem Sommer-Semester nicht weniger ms 32,230 Studenten immatrikulirt, gegen 31,110 im vorigen Winter und 30,932 im vorjährigen Sommer, also fast 1300 mehr als ttn Sommer vorigen Jahres und fast 2500 mehr als im Sommer 189^ (29,747)! Die Verthetlung dieser gewaltig angewachsenen Stubenten- zahl auf die einzelnen Universitäten zeigt die nachfolgende Tabelle, in welcher wir des Vergleichs wegen zwischen Klammern die Frequenz zuerst deS letzten Winters und dann d^deS vorjährigen Sommers beifügen: Berlin 4882 (5935-4705), Mür cken 4028 (3817-3871), Leipzig 3174 (3277-3064), Bonn 1975 (*671-1899), Halle 1603 (1606-1534), Breslau 1587 (1497-1541), Freiburg 1545 (1073 bi» 1449), Heidelberg 1384 (1084-1230), Tübingen 1377 (1226-1289) Würzburg 1312 (14251430), Göttingen 1216 (1154-1123), Mar­burg 1115 (908-1042), Erlangen 1070 (1068-114)), .g£°67b\0 1040 (10661016), Greifswald 864 (756-834), Kiel 838 (580-727), Jena 755 (632-704), Güßen 733 (674-663), Königsberg 733 (684-695), Münster 537 (526-487), Rostock 462 (451-499). Don der Gesammtzahl sind 29,961 (gegen 28,727 und 28,687 in den beiden letzten Semestern) als deutsche Staatsangehörige verzeichnet, die Zahl der Ausländer beträgt 2269 (gegen 2383 und 2245); bie stärkere Zunahme entfällt also wiederum ausschließlich aus deutsche Staatsangehörige selbst.

Fräulein Adeline RittershauS, Tochter deS verstorbenen Dichters Emil Rtttershaus, die an der Züricher Universität Ger­manistik studirte, Hal in diesen Tagen die Doktorprüfung magna cum.

bewohner versprachen, in Zukunft auf die Funde von ^aUenc- Eisen" beffer achten zu wollen.

8eifteSgt,ww°kt.Deuten Sie fich, neulich fitz->4 Nacht« noch tn meinem Arbeitszimmer und schreibe. Jetzt schlägt meine Uhr zwölf, und im selben Moment kommt ein Geist auf mich zu!" -Gräßlich! . . . WaS g.aten ©t da?"Ich sagte sehr höflich:Entschuldigen Sie, meine Uhr geht eine Viertelstunde vor!"O Verzeihung er­widerte daS Gespenst und verschwand.

Bei« Provinzialtheater. Schauspieler (zum Director eines Provinzialtheater«):Herr Director, ich bitte, mir das Repertoire der nächsten Woche mitzutheilen!" - Director. Wozu?" Schauspieler:Damit ich weiß, was ich von meiner Garderobe versetzen kann."__-

Literatur rrnd Arrirst.

Humperdinck hat sein neues Werk, die "Maurische Rhapsodie", die auf dem diesjährigen Musikfest in Leeds auf­geführt werden wird, vollendet. Die Rhapsodie besteht Thetlen: Tarifa-Elegie bet Sonnenuntergang «."Tanger (etne^uve maurischer Tänze) undTetuan, oder Marsch durch die Wüste . Der Componist wird persönlich sein Werk tn LeedS dtrigiren.

- Karl Reinecke, der Leipziger Altmeister batio.benttne Märchenoper tn zwei Acten beendigt, betitelt. ."Da« Teufelchen auf der Htmmelswiese" oderDer kleine Sapperlot . DaS Werk ist für Kinderaufführungen bestimmt; vor einem kleinen Kre^ wurde es durch Mitglieder des Thomaner-Chors und unter Mitwirkung des Regiffeurs Proft, sowie des Pianisten v. Bose im Hause des Componisten dargestellt und von den Zuhörern als sehr anmuchig und melodiös befunden. Der Text ist nach dem gleichnamigen Märchen von Rudolf Baumbach gedichtet.

Mascagni hat den Vertrag unterschrieben, laut welchem feine neue OperIris" im Theater Constanze zu Rom zur Auf­führung gelangt. Die Oper hat drei Acte und befindet sich bereits bet Ric»di in SDlaitanb im Druck. Sie foU sich durch sr°ßen Rei^ t$um «n originellen und ichSnen Melodien -usreichnm, sowie durch ungewöhnlich feine Jnstrumenlirung; beionderS eine B-re-role für Tenor und eine Hymne an die Sonne sollen sich dem Besten an reihen, was MaScagni compontrt hat.__

mehl, 174200 Grau- und Weißbrod, 608000 Pfd. «4warz brod, 189 800 Pfd. Zwieback, 1338 200 Cittonen, 367 000 Pfd. Zucker, 420000 Liter Milch, 271800 viertel Kartofftln, 454100 Pfd. Butter, 1431 Barrel Salz, 233800 Pfd. Zwiebeln, 2009000 Lier und 14744700 Pfd. Ei«. Daß auch die Getränke an Bord der

finden, zeigen die folgenden BerbrauchSztffern: Champagner 26000 Flaschen, Rothwein 86900, Rhein- und Moselwein 88000, Cognac 14989 Flaschen, Sh-rrh, Portwein Madeira Genever, Liqueure 43300 Flaschen, endlich noch 605 000 Liter und 685000 Flaschen Bier und 195600 Flaschen Mineral- wasser. Diese Ziffern sprechen am Besten dafür, welche außerordentliche Bedeutung der Norddeutsche Lloyd für unser nationales WirthschaftSleben besitzt und welche riesigen Summen in baarem Gelde Seiten« der Gesellschaft den deutschen Liefe­ranten in jedem Jahre zufließen. _ , .

Das Naturwunder. Alexander MoSzkowSki veröffentlicht im Feuilleton de«Berl. Tagebl. einige humoristische Gedichte,Alpine Bilder", von denen wir eine«, seine« actuellen Jahalt« wegen, hier wiedergeben wollen. E« trägt den TitelDa« Naturwunder" und lautet:

Ich kam auf dm Rigi; das Gasthaus war voll, Doch wie meine Augen auch spähten, Nicht einen der Gäste gelüstete es, Ins Freie hinauszutreten.

Warum wohl? Ein Räthsel! Die Lust war mild, Da lagen die Gletscher und Kanten, Auf denen die letztm Strahlen noch Der scheidenden Sonne brannten.

Ein Anblick für Götter! Vom fernen Ost Erglänzte die Sentis-Kuppe, Der Glarnisch, der Tödi, das Schneehorn, davor Die mächt'ge Claridm-Gruppe.

Die Berge des Berner Oberlands In ihren Silbergewändern, Der Mönch, das Schreck- und das Wetterhorn Mit ihrm gezacktm Rändern.

Sie traten alle ganz deutlich hervor, Die tieferen Felsen und Matten, Die Thäler und Seen lagen bereits Im kalten Dämmerungsschatten.

Da plötzlich bedeckte ein rosiges Roth Die höchsten Gletscher und Firnen, Mit Purpurbändern umwanden sich Die BergeSgtganten die Stirnen.

Ein Alpenglühen! Jawohl, das wars, Wer könnte den Zauber beschreiben! Und ich ganz allein aus dem Aussichtspunkt, Wo mochten die Andern wohl bleiben?

Wo waren die Gäste, auf deren Blick Die glühenden Gipfel harrten?--

Sie saßen an dreißig Tischen im Saal Und schrieben Ansichtspostkarten.

* Schicksale eines antiken Broneehelmes. Unlängst begab fich ein Beamter des bosnischen LandeSmusenmS auf der Suche nach antiken Funden in daS an der dalmatinischen Grenze gelegene Dorf Drinovee und kam dort zu einer Gradina" (ortsübliche Bezeichnung für eine vorrömische Befestigung). Die Anhöhe dieserGradina" war eine illhrische fortificarorische Anlage, die mit Trümmern von altem Thon- geschirr bedeckt war. Die durch Cigaretten gewonnenen und gesprächig gewordenen Dorfbewohner fingen an, von ver­schiedenen, am Fuße der Gradina zum Vorschein gekommenen alten Eisenstücken, Töpfen u. f. w. zu erzählen. In einem benachbarten Hause fei von den Funden noch jetzt etwa« vorhanden. Sofort wurde derkuca ein Besuch abgestattet. Die Dame deS Hauses verhielt fich Anfangs zurückhaltend- al« der Beamte aber die Kinder beschenkte, brachte fie zwei eiserne Lanzenspitzen und einen Broncehelm, der vollständig mit Asche bedeckt war. Die practische Hausfrau, die ihn für einen Kochtopf hielt, hatte ihn auch al- solchen verwendet. Nach einigen Verhandlungen ging der also profanirte Helm tn den Besitz de« LandeSmusenmS über und die guten Dorf«

Der bisherige Repetent am Theologischen Convict zu Bonn, Dr. Gerhard Esser, ist zum ordentlichen Professor in der katholisch" theologischen Facultät der dortigen Universität ernannt worden.

Der Jäger Mathias steht da.

Prestl", sagt er,wirf den Stutzen weg!"

Anstatt das zu thun, fährt der Bursche mit dem Gewehr zur Wange.

Der Jäger thuts auch und schreit noch einmal:Den Stutzen weg!"

Da knallt ein Schuß und rasch daraus der zweite.

Der Jäger eilt seitab, denn man kann nicht wissen, ob der Wildschütze nicht Genossen hat.

Der Prestl hat auch einige Sprünge gemacht, wankt nun ein wenig und auf einen Baumstock niedersinkend röchelt er:Jetzt hab ichs".

Heber den Schuh des rechten Fußes riefelt Blut hinab. Der Bursche reißt sich das bunte Halstuch vom Nacken und verbindet die Wunde am Schenkel. Dabei wird ihm gar übel, seine Glieder zittern, kalter Schweiß steht auf seiner Stirne, vor seinen Augen ist ein graues Firmament mit kreisenden Sternlein.

Nach einer Weile springt er erschrocken auf und fährt durch den Wald bis zu den Feldern hinab, wo das Wetter­kreuz steht und wo man das schöne breite Thal überblickt. Dort stürzt er zusammen und aus der schlecht verbundenen Wunde rinnt das Blut.

Unten steht das Dbrs mit bet Kirche, wo die Glocken läuten. Ueber bie grünen Wiesen hin bewegt fich langsam bie bunte Reihe der Procession. Manchmal weht halb ver­loren der Schall der Lobgesänge heraus, welche fie unten dem allmächtigen Gott darbringen für das gesegnete Jahr.

Sie sind voller Freuden, so vermag der verwundete Wildschütze noch zu denken; sie haben Ueberfluß dies Jahr, haben einen lustigen Winter vor fich und ich muß heut sterben. Der Braune ist krumm auf der Alm, hab ich dem Jodel gesagt gar sehr ist er krumm, der Braune. Daß ich heut nach der Vesper raufen thu, das wird schier ausbleiben. Wundern werden fie sich, daß der Prestl nicht ins Wirthshan« kommt. Der hat gewiß wo ein ander

Schelmenstück. Ja, freilich hat er. Ausbluten. Ist schon recht gewesen das mit dem Kreuz heut Früh aus dem Bett. Daß ich der Retteldirn die Lieb wollt künden, ganz: gescheit ists. Jetzt brauche ich Keine mehr. Auch dem Schmied-Franz Seine nicht. Jetzt, wenn ich mir was wünschen kunnt daß ich fein bei Einer blieben wär, wollt ich mir wünschen. Morgen kanns schon umgehen im Dors: Da oben beim Wetterkreuz ist er gelegen maustodt. Jetzt kommen sie nach der Reih. Jede will mich noch einmal anschauen. In der Todtenkammer! wirds heißen. Sein thut er« richtig, werden sie sagen und schaudern und davon­laufen und einen Lebendigen aussuchen. Und Keine denkt dran, daß ich ihretweg' in der Höll bin. Bis sie selber nachfahren.

So sann der entkräftete Schütze halb im Wachen unb halb im Träumen, bis neben ihm ein Heller Schrei war.

Aber so schlecht sein!" ries die Stimme der Retteldirn, die eben von der Kirche heimkehrte,daß Du in der Kirchen kein Andacht hast, weih ich schon lang, aber daß Du gar nicht hineingehst, ist mir was Neues. Auf Längs in die. Sonn hinlegen und faullenzen!"

Faullenzen!" wiederholte der Bursche und thak ein: Lachen, voll Wehmuth, voll Hohn! Jetzt sah sie sein aschen­blasses Gesicht, das Blut auf dem Rasen, jetzt sagte sie halb, betäubt :Prestl, was ist das?"

Lieber wärs mir gewesen, Du wärst um eine Stund später kommen", sagte der Bursche. Ich brauch kein. Jammergeschrei".

Sie machte auch keinS-

Die richtigen Weiber sind schon einmal so, bei klein Ding, da zetern und lärmen sie, daß man meint, der Himmel stürzt ein, und ist auf einmal ein großes, schweres Unglück, da, daß oft die Männer nicht wissen, wo fie für den Augen­blick ihren Kops haben, da vergißt manches Weib aufs Klagen und Zagen und thut das Rechte und tröstet und hilft und ist stark. (Schluß folgt.)