Ausgabe 
3.6.1898 Erstes Blatt
 
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Wahlbewegung.

A Mainz, 1. Joni. Wegen Mangel eines geeigneten Candroaten unö in Anbetracht der geringen Aussichten auf einen Wahlsieg hat der Ausschuß des demokratischen Vereins hier gestern Abend beschlofien, seinen GefinuungS- geuoffen anzuewpfehlen, schon im ersten Wahlgang für den socialdewokratischen Candtdaten Dr. Eduard David ein- zutreten. Nach Lage der Verhältnisse ist nicht daran zu zweifeln, daß die demokratische Wählerschaft diesem Ausschuß- beschluß folgen wird.

Gießen, 2. Juni 1898.

** AuS dem Zustizdieuft. Durch Entschließung Groß« herzoglichen Ministeriums der Justiz ist der GertchrSaffeffor Müller tu Offenbach und der GertchtSaffeffor Dähn in Osthofen mit Wahrnehmung der Dieostverrichtuvgeu eines Amtsrichters bet dem Amtsgericht Bad-Nauheim, bezw. Alzey beauftragt worden.

** Kirchliche Dieustnachrichteu. Ernannt wurde Pfarr- Verwalter Herrmann zu Offenbach a. M. zum Pfarr- asfistenten in Schotten, Decanat Schotten.

** Postalisches. Die Kaiserliche Ober-Postdirectiou tu Minden (Wests.) hat die auf Wtederherbetschaffuug der bei der Beraubung der LevernMindener Persoueopost abhanden gekommenen Sendungen und die Ermittelung der Thäter au»- gesetzte Belohnung auf 500 Mark erhöht.

** Daß Regierungsblatt, Nr. 21, auSgegebeu Darmstadt, 28. Mai, hat folgenden Inhalt: Bekanntmachung, den Aus­schlag der directen Steuern betr. Die Gesammtsumme der direkte« Steuern, mit Ausnahme der von deu Steuerpflichtigen im Loudomiuat Kürnbach zu zahlenden ständigen Steuern von 186 Mk., ist, nachdem dte Summe sämwtlicher Gewerbe«, Grund-, Kapitalrenten« und Etokommenfteuerkapitalieu im Großherzogthum auf 67417 049 Mk. festgestellt worden, auf 10354468 Mk. 80 Pfg. berechnet, welche nach Maßgabe der auf dte einzelnen Steuercomm ssariate kommenden Ge« werbe«, Grund«, Kapitalrenten« und Elvkommensteuerkapitalien vertheilt werden.

** Bon der Universität. Au der Uaiverfität werden auch tu diesem Herbste Ferieucurse für Aerzte abge- halten uud zwar von deu Professoren Geh. Medicinal-Rath Riegel (innere Medtciv), Bostroem (pathologische Anatomie), Gaffky (Hygiene), Lähletn (Gynäkologie), BosfiuS (Ophthal­mologie), Sommer (Psychiatrie), Stetubrügge (Ottatrie), Poppert (Chirurgie), Docent Walther (Geburtshilfe), Prosector Heuoeberg (Anatomie). Dte Betheiliguug weiterer Docenteu »ud älterer Assistenzärzte au der Abhaltung der Curse steht in Aussicht. Das ausführliche Programm wird demnächst veröffentlicht.

** Bor der ReichStagSwahl. Dte Abgeordneten Haas (Mainz) und Genossen haben folgenden dringlichen Antrag bet der zweiten Kammer eingebracht: 1. Großherzogliche Regierung zu ersuchen, für dte Zett bis zur RetchStagSstich- wähl zu verfügen, daß dte Feterabendverorduuugeu für dte Wählerversammlungen außer Kraft gesetzt werden,- 2. die Kreisämter und durch diese die Bürgermeister uud niederen Polizetorgane auf dte retchSgesetzltcheo Bestimm­ungen htuzuwetsrn, welche dte ungehinderte Bertheiluog von Flugblättern, Stimmzetteln rc., Anschlag von Plakaten, Ab­haltung von Versammlungen, Anwesenheit bet der Wahl­handlung u. s. w. betreffen. Zur Begründung obigen An­trag» weisen dte Antragsteller auf dte Nothweudtgkett, allen Staatsbürgern die retchSgesetzltch zugebtlligte volle Wahl- bewegungSfreihett zu sichern. E» liegt das auch im Interesse eines von persönlichen Verbitterungen und Gehäsfigketteu möglichst freien Wahlkampfes. Wie uothwrndig insbesondere auch das unter 2 dargelegte Ersuchen ist, geht daraus hervor, daß bereits ans einer Reihe von Orten Meldungen über gesetzwidrige Beschränkung der WahlbewegungSfreiheit durch Bürgermeister, OrtSdiener * und sonstige Polizeiorgane vor- liegen. So wurden in Westhofen (Kreis WormS) einem sozialdemokratischen Arbeiter 80 Wahlflugblätter durch einen Polizetdteuer mit dem Bemerken «eggenommen,eS wäre heute Sonntags. In Selzen (Kreis Oppenheim) wurden vier Flugblattvertheiler auf Anlaß des Bürgermeisters durch deu OrtSdieuer fistirt und de» Ortes verwiesen. In Gadernheim (Kreis Bensheim) wurde dem sozialdemokratischen Candtdaten, Landtagsabgeordneten Rau dte Abhaltung einer Wählerversammluug durch den Bürgermeister verboten,toeil die Versammlung nicht dreimal 24 Stunden vorher aogemeldet worden sei". In Sprendlingen (Kreis Offenbach) wurde vom Bürgermeister erklärt, er nehme Correcturen in der Wahlliste nur auf persönliche Reklamation der direkten In­teressenten vor. Diese Vorkommnisse beweisen, daß die unteren Instanzen nicht tu dem Maaße wtt den retchSgesetz- ltcheu Bestimmungen vertraut find, wie t» iw Interesse eines ordnungsmäßigen Verlauf» der Wahlbewegung zu wünschen Ist. Eine rasche und gründliche übhülfe ist dringend nölhig.

** Fleischbeschau im Schlachthause zu Gießen. Die Land- iag»'Abgeorboeien Zi n ß er und Genossen beantragen, deu Beschluß de» dritten Au»schusse», Eingabe einer Anzahl Ein­wohner de» Schlitzerlaudr», Fleischbeschau t« städtischen Schlachthause zu Gießen betreffend, tu folgender Fassung abzuäaderu bezw. zu ergänzen: 1. eine Revision der Fleisch- beschauorduung unter Berücksichtigung der bestehenden preußischen und bayerischen Bestimmungen zu veranlassen/ 2. eine entsprecheude Abänderung de» Viehwährschaftgesetze» anzuregen: 3. eine Vorlage au die Stände gelangen zu lassen, welche die Etosührung einer allgemeinen vtehverficherung, insbesondere eine Versicherung de» Schlachtviehes gegen Schlachtverluste bezweckt/ 4. die Eingabe genannter Bewohner de» Schlitzerlaudr» für erledigt zu erklären.

Hunbe-AnSstelluog. Zu der am 18. und 19. Juni stattfiudrodeu Hundeausstellung zu Gießen find, wie uns «itgetheilt wird, die Meldungen sehr zahlreich ringe- gangen. An der Spitze der Beraustaltullg steht eia Ehreu«

, coniie, welchem angehöreu die Herren: LaudgerichtSpräsideut Freiherr v. Ricou, Proviuc aldirector, Geh. Rath Freiherr d. Gageru, Oberst uud RegimentScommaodeur v. Madet, Oberbürgemeister Guauth, Oberstlieutenant Bigge, Oberst- lieutenaut Cullmanv, Professor Dr. Spengel, Rector der LandeSaniverfität, Reg.-Rath Dr. Wallau, Rechtsanwalt Grünewald, Dr. Mettenheimer, Oberamtmanu Hoffmann, Director Lemme, Commercieurath Gail und Geh. Medicioal- rath Professor Dr. Boftröm. Während der Ausstellung findet eine Vorführung von SauilätShundeu statt. Die Auf­gabe dieser SanitätShunde besteht darin, daß sie im Kriege zum Aufsachen der Verwundeten benutzt werden. ES find ungefähr 160 Ehren«, Special- uud Geldpreise gestiftet, wozu noch die von der Ausstellungsleitung ausgesetzten Geld­prämien für den besten Hund jeder Klaffe kommen.

SängerpreiS. Der vom hiesigen Bau er'scheu Ge- saugvereiu beim Kreuznacher GesaugSwettstreit errungene Preis, bestehend aus einer in Kupfer getriebenen Bowle nebst Diplom und Medaille, ist im Erker des Blumengeschäfts von C. Berger am Kirchenplatz ausgestellt.

GewichtS-Revisisn. In den hiesigen Bäckereien fand heute Vormittag durch die Schutzmauuschaft eine Revision de» Brode» hinsichtlich seines Gewicht» statt. ES wurden bei mehreren Bäckern zu leichte Brodlaibe beschlagnahmt. ES fanden sich sogar 4 Psd.-Laibe, an denen nicht weniger al» 250 Gramm ein halbes Pfund fehlten.

* * Für deu Duusbergthur« spendete Herr Reichstag»- abgeordneter Krarmer-Wetzlar 100 Mk.

* Güterverkehr. Ad 1. Octoder d. I. tritt innerhalb der preußischen und preußisch-hessischen Staatsbahnen eine wesentliche Ermäßigung der Fracht für Güter der allge­meinen Stückgutklasse bei Entfernungen über 50 Kilo­meter ein. Beispielsweise berechnet sich die Fracht für 100 Kilogramm bei 100 Kilometer auf 1.24 Mk. anstatt seither 1.29 Mk., bei 200 auf 2.25 Mk. (2.40 Mk), bei 300 auf 3.15 Mk. (3 50 Mk.), bei 400 auf 3.95 Mk. (4.60 Mk.), bei 500 auf 4.65 Mk. (5.70 Mk.), bet 545 auf 4.92 Mk. (6.20 Mk.), bet 603 auf 5.27 Mk. (6.83 Mk.), bei 700 auf 5.85 Mk. (7.90 Mk.) u. s. w. Bei einer Ent­fernung von 727 Kilometer und mehr stellt sich dte Fracht der allgemeinen Stückgutklaffe billiger als solche» seither, bezw. bi» Ende September für Stückgüter der ermäßigten Klasse der Fall war und tritt somit auch für letztere Güter von 727 Kilometer und weiter eine Ermäßigung ein.

* Der 25. deutsche GastwirthStag, welcher vom 21. bi» 23. d. M. in Berlin stattfiudet, weist eine reichhaltige Tagesordnung auf. Die Sitzung der Bereiu»bevollmäch- tigtcc, welche am 21. im Bürgersaal de» RathhauseS statt­fiudet, um die internen VerbandSaugelegenheiteu zu erledigen, weist zwölf Nummern auf, darunter eine mit zehn ver­schiedenen Anträgen auf Aenderung der Berbaudssatzungen. Dte Tagesordnung für den GastwirthStag selbst, der im großen Saale der Brauerei Friedrich-Hain tagen wird, um­faßt zwanzig Punkte mit zahlreichen Anträgen. Der Gast- wirth-tag wird u. A. Stellung gegen da» Communalabgaben« gesetz in Bezug auf die Bier- und LustbarkeitSsteuern rc. nehmen. Ferner wird der GastwirthStag auch Stellung gegen die Vergebung öffentlicher Räume in Schulen, Turn­hallen rc. zu öffentlichen Lustbarkeiten, falls solche nicht einem wohlthätigen Zwecke dienen, nehmen.

** Ausübung bei Wahlrecht!. Die ReichSeisenbahn- Directionen haben die Dienstoorsteher angewiesen, ihre Be­diensteten darauf aufmerksam zu machen, daß Pflicht eines jeden Staatsbürgers fei, fein ihm verfassungsmäßig zusteheude» Wahlrecht auszuüben. Zugleich find die Dienstoorsteher aufgefordert worden, dafür Sorge zu tragen, daß, soweit dies der Dienst irgendwie zuläßt, den Beamten und Arbeitern Gelegenheit gegeben wird, sich sowohl an den am 16. Juni stattfindenden Reichstagswahlen als auch an den demnächstigen Wahlen zum Abgeordnetenhause zu be- theiligen. Den Arbeitern darf die Ausübung der Wahl je nach den Umständen während der Arbeitszeit ohne Lohn­kürzung gestattet werden.

* Hessische Steuern. Nach dem neuen Finanzgesetz ist die Summe sämwtlicher Steuercapttalien auf 67 417 049 Mk., diejenige der zu zahlenden ständigen Steuern auf 10354 468,80 Mk. berechnet. E» betragen in den fünf größten Steuercommissariaten und zwar Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worm» die Steueransätze für die Gewerbesteuer, bezw. 124 646,58 Mk., 56 909,10 Mk., 270376,98 Mk., 128180,34 Mk., 92868,78 Mk./ für dte Grundsteuer, bezw. 224946 84 Mk., 111825,96 Mk., 334915,14 Mk., 150669,24 Mk., 181572,48 Mk./ für die Capitalrentenfteuer, bezw. 111886,50 Mk., 25411,44aut, 95784,60Mk., 32598,84 Mk., 27151,74 Mk./ für dte Einkommensteuer, bezw. 863878,38 Mk., 292847,22 Mk., 1247320,02 Mk., 603598,58 Mk., 423200,76 Mk.

Für Laudwehrleute! Im Monat Juni finden wieder große Landwehrübungen statt. Dte Familien der Ein­berufenen beziehen bekanntermaßen aus RetchSmitteln Unter­stützungen, die auf den Bürgermeistereien auSgezahlt werden. ES ist den Ehefrauen, welchen in den meisten Fällen noch immer der Umstand unbekannt ist, daß fie schon während der UebungSzeit ihrer Ehegatten, die gedachte Unterstützung er­halten können und nicht die Rückkehr derselben abzuwarten brauchen, anzurathen, während der Uebuog die UuterstützungS- gelder in Empfang zu nehmen. Der Sinn de» Gesetze» bezweckt ja gerade die Unterstützung während der UebungSzeit. Dte Vorlegung de» Milttärpasse» tst nicht erforderlich, nur die HeirathSurkunde uud die Geburtsurkunden der Kinder find mitzubringen. Durch die rechtzeitige Einziehung der UnterstützuogSgelder wird in recht vielen Fällen den Familien außerordentlich gedient fein. Beansprucht können werden für die Ehefrau 30 pCt. und für jede» Kind oder sonst unter- stÜtzuugSberechtigte Person 10 pCt. vom ortsüblichen Tage­lohn, zusammen jedoch höchstens 60 pCt. Die Unterstützung gilt nicht als Armeonuterstützung.

Neue Personenwagen 3. Klaffe werden zwischen Kaffes und Frankfurt probeweise benutzt/ dieselbeu find von der Wegmanu'schen Wagenbauanstalt in Kassel zur Verfügung gestellt worden. Bei diesen Wagen find die hölzernen Sitz, bänke, sowie die Rücklehnen auf Federn gebaut, welche den unangenehmen Stößen während der Fahrt Widerstand leisten. Diese neue Wagen verdienen Beachtung, denn sie schützen den Reisenden vor Ermüdung und mindern das fortgesetzte Rütteln.

LauggouS, 1. Juni. Hierorts trägt man sich schoulseit einigen Jahren mit dem Gedanken, einen Turnverein in» Leben zu rufen. Derselbe wird nun, Dank der Rührig, keit einiger unserer Bewohner, bald in» Leben treten. A« 3. Pfiugstfeiertage wurde in einer Versammlung die Gründung deSTurnverein»* beschlossen. Dem Verein traten sofon 28 Mitglieder bei und stellten außerdem eine größere Anzahl Herren ihren Beitritt in Aussicht. Mir den nölhtgen vor- arbeiten wurde ein Ausschuß betraut und sollen in einer demnächst ftattfindenden Generalversammlung die Statuten beratheu werden. In liebenswürdigster Weise haben sich einige Herrn deS Gießener Turnverein» erboten, am nächsten Sonntag hierher zu kommen und dem jungen Verein mit Rath und That beizustehen.Gut Heill*

Bad Nauheim, 31. Mai. Heute Nacht ist der lang- jährige Saliuenmaurermeister Herr Philipp Becker IL im Alter von 76 Jahren nach längerem, schweren Leiden dem Herrn entschlafen. Mit ihm scheidet wieder ein Mann aus dem Leben, der mit der Gründung und Entwicklung unsere» Bade» eng verwachsen war. Herr Becker war einer der noch Wenigen, die bei Bohrung unserer Heilquellen mit thätig waren.

Darmstadt, 1. Juni. Die heute vormittag im Chemischen Institut der Technischen Hochschule eröffnete Elektro­chemische Ausstellung ist von etwa 35 Ausstellern, darunter eine Reihe erster Firmen, beschickt und für Fachleute und auch für gebildete Laien sehr interessant. AuS Darmstadt find die Firmen E. Merck, Gebrüder Becker, Ehrhardt & Metzger, Elektrotechnische Werkstätte G. m. b. H., ver- treten. Unter Anderem find ausgestellt Apparate und Werk« zeuge für dte Electrolyse, mittelst letzterer gewonnene Rein­metalle u. s. w., AcetylenerzengungSapparate und Beleuchtungs­körper, mit Electricität betriebene Kochapparate, auch en Röntgenstrahlen-Apparat zur sofortigen Benutzung.

J. Darmstadt, 1. Juni. Die Gebnrt»stadt Liebigs und Kekulü» beherbergt in diesen Tagen in ihren Mauern die Vertreter der Chemie, dieser jetzt in das Leben so tief ein­schneidenden Wissenschaft, indem der verein deutscher Chemiker seit heute hier tagt. Eine ectro-chemische Ausstellung, die erste in dieser Art, ist hierzu den Theil- nehmern im neuen, überaus praktisch eingerichteten Chemischen Institut unserer Technischen Hochschule geboten, welche die namhaften Fortschritte der Elektrochemie, dieser noch jungen Wissenschaft, deutlich vor Augen führt. Unter Anderem führt hier die FabrikPrometheus" in Frankfurt a. M. da» Kochen mit Electricität vor; auch ein sehr schönerDurchleuchtung»"- (Röntgeuftrahlen-)Apparat ist aufgestellt. Heute war Br- grüßuug»abend im städtischen Saalbau, wozu schon eine recht zahl­reiche Theilnehmerschaft, Damen und Herren, erschienen war nnt dte auimirtefte Stimmung herrschte. Herr Dr. E. A. Urich bot den Gästen Namen» de» Localcomits» herzlichen Willkomm in Darmstadt, worauf der BereinSvorfitzende, Herr Hofrath Dr. Caro von Mannheim, herzlichen Dank und Gegengruß in beredtsten Worten bot, an die großen Darmstädter Liebig, KekulL und die noch daselbst lebenden hervorragenden Ver­treter des Fach» erinnernd und Darmstadt al»Chemiesiadt par excellence® preisend. In launiger Weise fügte er zu, . wohl Alle würden al» bessere Chemiker von Darmstadt weg­gehen, alS fie dahia gegangen. Sein mit lautem Jubel be­grüßter Toast galt dem Local-Comitv und dessen rührigem Lor- fitzendeu. Der Abend war auf» schönste musikalisch-dramatisch auSgestaltet/ in letzterer Beziehung entfesselte ein chemisch­komische» Festspiel:Die Stellenbewerbung oder Geld und Wisseuschaft" wahre Beifallsstürme. Die Tagung war damit sehr glücklich eiugeleitet. Morgen ist erste Haupt­versammlung.

A Mainz, 1. Juni. Der soeben erschienene Jahres­bericht der Mainzer Handelskammer drückt sich übet he allgemeine wirthschafrliche Lage im verflossenen Jahre folgender­maßen qu» : Der Rückblick auf da» Jahr 1897 gewährt io wirthschastlicher Beziehung vielleicht noch eine etwas größere Befriedigung, als die Betrachtungen de» Jahre» 1896, welche in unserem letzten Bericht zu erfreulichen Feststellungen führte. Allerdtug» unterliegt e» keinem Zweifel, daß im letzteren Jahre der Fortschritt unmittelbarer war und dehhalb augen­fälliger tu die Erscheinung trat, ein Umstand, der durch die damal» noch in frischester Erinnerung gewesene Ungunst zahl­reicher vergangener Fehljahre erklärt wird. DaS Jahr 1897 zeichnete sich dem gegenüber durch die Ruhe de» Fortschreiten» auf der eingeschlagenen Bahn au», eS beseitigte die Zweifel, die wegen der Beständigkeit der erfolgten Besserung herrschten, uud brachte die guten, au» den Vorjahren überkommenen An­sätze zu nachhaltiger Wirkung. Handel und Industrie er­freuten sich, von nur wenigen Ausnahmen abgesehen, in allen ihren Zweigen gesteigerter Thätigkeit, also höherer Umsätze, und auf einzelnen Gebieten auch höherer Erträgnisse. dies nicht der Fall war, lagen wie bei der Zucker- un? Textilindustrie Umstände besonderer Art zu Grunde, die für daS allgemeine Urtheil eben so wenig maßgebend sein können, wie die Minderergebaiffe von Einzelunternehmnngeo anderer Industriezweige.

WormS, 31. Mai. Gegen einen hiesigen Metzger- m eijft e r, der die Lieferung für die Garnison hatte, ist Unter­suchung wegen Betrugs eiugeleitet worden, weil er, wie er nach den LtefernngSbediugungen verpflichtet war, statt Ochsevfleisch Kahfleisch geliefert hatte. Eine von Delegirten einer großen Anzahl Rheinufer-Gemeioden zahlreich beschickte Versammlung beschloß eine Protest-Erklärung an die

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