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3.6.1898 Erstes Blatt
 
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Reichsregierung, dat-ReichSgefundheitSamt und an die Rhein- fchifffahrtScommisfion wegen des von der Stadt Mannheim gefaßten Beschlusses, die Fäkalien in den Rhein zu leiten.

Arrs der Zeit für die Zeit.

Vor 1144 Jahren, am 3. Juni 754, wurde BonifaciuS, der sich durch seinen rastlosen Bekehrungseifer so sehr aus­zeichnete, daß er sich den ZunamenApostel der Deutschen" verdiente, von den heidnischen Friesen, die ihn als Ver­ächter ihrer Götter haßten, erschlagen. Von der feindlichen Schaar bei einer heiligen Handlung überfallen, ließ er sich nebst seinen Begleitern ohne Widerstand tödten.

Zur Reichstagswahl.

Billigem altem Rechtsbrauch folgend, geben wir, auf Grund desaudiatur et altera pars* auch Nachstehendem Raum:

In der gestrigen Nummer de*Gießener Anzeiger" wird vonberufener Sette" eine Lanze gebrochen für die Candidatur de* Herrn Hütrendtrector Dr. Frank. Der Herr Einsender meint, daß der socialdemokrattschen Partei da* Zu- fammengehen der Freifinnigen und Nationalliberalen recht unbequem fei. lieber die Anfichten, die in foctaldemokratischeu Kreisen angeblich herrschen, heißt wörtlich:

......mau hoffte (bei getrenntem Marschiren der liberalen Parteien. D. V.) wieder, wie im Jahre 1896 in die Stichwahl zu kommen, unb Köhler blieb ja inzwischen dem Reichstag ferner denn vordem, auch find feine Er­folge kaum nennenSwerthjeder intelligente Wähler wird also dem redegewandten Scheidemann vor Köhler den Vorzug geben müssen. Ja, es wär so schön gewesen, e* hat nicht sollen sein."

So der Artikler im gestrigenGießener Anzeiger." Der betr. Herr glaubt also, die vereinigten Liberalen würden der Sociaidemokratie überlegen sein und mit Köhler in die Stichwahl kommen. In solchen Wahlangelegeuheiten soll man uicht prophezeien. Wir find aber menschenfreundlich genug, denBereinigten" wenigsten* vor den Wahlen eine kleine Freude zu gönnen. Wir verstehen e» sehr gut, »;un von berufener Seite" diedestenHoffnungen genährt werden, trotzdem sollten sich die Herren aber vorsichtiger Weise auch auf da* Schlimmste gefaßt machen.

Da* Gießener Bündniß ist der Socialdemokratie sehr willkommen, bietet doch einen trefflichen Beleg für die von uns oft aufgestellte Behauptung, daß sich die hiesigen Freisinnigen und die Nationalliberalen abgesehen von kleineren Gruppen in beiden Parteien gleichen, wie ein Ei dem anderen. Daran ändert die Feindschaft bei den Land- ragSwahlen durchaus nicht*. Durch da* Bündniß der beiden liberalen Parteien ist der Socialdemokratie nicht nur der Wahlkampf wesentlich erleichtert, sondern sie wird auch am Wahltag die Unterstützung solcher Männer finden, die seither freisinnig wählten, von dem Compromiß mit den National- liberalen aber nichts wiffrn wollen.

ES wird in dem Artikel auch der Versuch gemacht, den liberalen" Programmsatz zu rechtfertigen,

daß ein Schutzzoll in angemefjener Höhe im In­teresse der Landwirthschaft für zweckmäßig gehalten wird."

Abgesehen davon, daß der Begriffangemeffene Höhe" äußerst dehnbar ist, widerspricht der ganze Paragraph dem freifinnigen Parteiprogramm in schroffster Weise. E* heißt dort sub V.:

a) ... keine Zoll- und Steuerpolitik im Dienste von Sonderintereffen."

Die Getreidezölle dienen nur Sonderinteressen. Sie verthenern dem Volke baß Brob und nützen nur denuoth- leidenden" Großgrundbesitzern. Die kleinen Bauern werden durch die Zollpolitik nicht weniger geschädigt, wie die ge- lammte städtische Bevölkerung. Der betr. Satz ist wohl auch nur in da*liberale" Wahlprogramm gekommen, um Bauern zu gewinnen. Wie mögen die Herren Dr. Gutfleisch und Grünewald wohl über den Schutzzollparagraphen denken?

Ein besonderer Trumps soll gegen die Sociaidemokratie durch folgende furchtbare Anklage ausgespielt werden:

AIS wenn die Socialdemokraten die Handelsverträge, welche die dermaligen Getreidezölle enthalten, nicht ge­nehmigt hätten."

Selbstverständlich haben fie das gethan. Aber nicht, um sich dadurch für die Zölle auszusprechen, sondern weil durch die Handelsverträge die bestehenden GetretdrzÖlle sehr wesentlich ermäßigt wurden, und weil die Handels­verträge auch im Interesse unseres Handel* und unserer Industrie lagen. Wie hat sich denn aber die Partei bei der Abstimmung Über die Handelsverträge ver­halten, der sich Herr Dr. Frank zuzählt? Um e* nicht mit den pommerschen Junkern zu verderben, stimmte etwa ein Drittel der Nationalliberalen gegen den rnfflschenHandels­vertrag. Sie waren also gegen eine Verbilligung des Brodes und setzten wichtige Jntereffen des Handels und der Industrie aufs Spiel.

Weiter wird in dem Artikel desGießener Anzeiger" tex Programmsatz noch einmal besonder* erwähnt:

Erhaltung der vollen Wehrkraft de* Reiche* zu Waffer und zu Land unter gleichzeitiger genügender Berück- fichtigung der wirtb chaftlichen und finanziellen Leistungs­fähigkeit des Volkes."

Wer die nationalliberale Partei kennt, der weiß, was dieser Satz bedeutet: Glatte Zustimmung zu jeder Militär- und Marinesorderung und Aufbringung der Kosten durch iudirecte Steuern, die den Aermsten um meisten belasten. Bezeichnender Weise ist auch in dem Wahlprogramm mit keiner Silbe die Rede davon, die inbtrecicn Steuern zu \ beseitigen und durch eine je nach der Höhe des Einkommens I steigende direkte Steuer zu ersetzen. Die nationalliberalen j Millionäre würden Herrn Dr. Frank sicher hart anlaffen, kenn er mit solchen Forderungen käme.

Der jahrelange politische Kampf hat unß gelehrt, daß man den Gegner nie unterschätzen soll. Aber, wenn man die Parteiverhältniffe im 1. hessischen Wahlkreise berücksichtigt, so kann man wohl mit Fug und Recht behaupten, daß die Sociaidemokratie keine Ursache hat, dem Wahltage besonder* sorgenvoll entgegenzusehen. Folgende kleine Ueberficht mag -eigen, wer am meisten Ursache hat, besorgt zu sein. Es wurden bei den jeweiligen Hauptwahlen Stimmen im Wahl­kreise Gießen-Grünberg-Nidda abgegeben:

1887 1890 1893

Natlib. 109181 4363)in9ßR 4300lß1ÖQ

Freisinn. 7941|18809 5905j10268 1883J6183

Antisem. 4566 5606

Soctald. 387 1732 2852

Die jetzt vereinigten Liberalen verloren Jahren drei Viertel ihrer Stimmen, während sich die Anhängerzahl der Socialdemokratie in derselben Zeit ver­zehnfachte. Zahlen find deutlich und unerbittlich. Und wenn die Herren glauben, daß fie mit der auf höchst merk­würdige Weise zu Stande gekommenen Compromiß Candidatur de* Herrn Dr. Frank besondere Fortschritte machen werden, so täuschen fie fich.

Mit Bezug auf den Umstand, daß Herr Dr. Frank außerhalb de* Wahlkreise* wohnt, wird dann gefragt:

Ist denn etwa Herr Philipp Scheidemann im Wahlkreise heimisch . . .?"

Daß Herr Frank nicht im Wahlkreise wohnt, wird ihm kaum Jemand verübeln. Wenn aber der betreffende Artikel« schreiber darüber im Zweifel ist, ob Scheidemann im Wahl- helfe heimisch ist, fo mag er einmal in der Wetterau, im Vogelsberg und in der Rabenau Erkundigungen einziehen. Er wird dann die für ihn sehr unangenehme Entdeckung machen, daß Scheidemann im Wahlkreise sogar sehr heimisch ist. Unser Candidat geht nämlich nicht, wie es bei den Liberalen" Üblich ist, nur kurz vor der RrtchstagSwahl einmal in vier ober fünf Dörfer, sondern er ist tn den Jahren, seitdem er in Gießen ansässig ist, ständig in Fühlung mir der Landbevölkerung. Die von ihm abgehalteneu Versammlungen zählen sicherlich über 100. Kein Tag ver- geht, ohne daß er irgend einem ländlichen Wähler mit Rath zur Seite steht.

Wir stimmen mit dem Herrn Berfaffer de* Anzeiger- Artikels vollständig Überein, wenn er meint: die Wahl werde zeigen, eb es viel Freifinnige gebe, die nicht für Herrn Dr. Frank stimmen würden.

Warten wir'* also ab.

Vermischt«».

Haßloch. 30. Mai. Zwei Schmiedgesellen geriethen in der Werkstatt de* Meister* Jakob Brandenburger in Wortwechsel. Derselbe artete in Tätlichkeiten aus, in deren Verlauf der eine Geselle seinem Gegner einen schweren Hammer derart auf den Kopf schlug, daß der Getroffene al* Leiche zusammenbrach. Der Thäter stellte fich selbst dem Gerichte.

* Sicheres Mittel gegen das Lebendigbegrabenwerden. ES ist verschiedentlich beobachtet worden, daß die Furcht vor dem Lebendigbegrabenwerden von Zeit zu Zett in manchen Ländern geradezu al* eine Epidemie auftritt, während e* anderer­seits überall eine größere Zahl von Menschen gibt, die fich in die Möglichkeit eines so furchtbaren Schicksals so hinein­gegrübelt haben, daß diese Vorstellung zu einem dauernden Leiden für fie wird. Jedenfalls wird Jedermann zugeben, daß die bloße Möglichkeit solcher Borkornmniffe baß Verlangen nach einem sicheren Mittel, den Scheintod vom wirklichen Tod zu unterscheiden, gebieterisch rechtfertigt. Zufällig werden jetzt gleichzeitig zwei solcher Mittel bekannt gegeben. Da* eine besteht in der Anwendung der Röntgen-Photographie, über die M. Rongarde vor der Biologischen Gesellschaft in Pari* Mittheilung machte. Der Forscher legte drei Photo­graphien des Brustkörbe* vor, darunter zwei von lebenden Personen und eine von einer Leiche. ES zeigt fich ein un­verkennbarer Unterschied. Auf den ersteren beiden Bildern erschienen die verschiedenen Brustorgane und die Wände de* Brustkorbes selbst in verschwommenen Umriffen. Dies ist eine Folge der natürlichen Bewegungen dieser Körperthrile: des Herzschlage*, der Ausdehnungen und Zusammenziehungen der großen Gefäße und der Bewegungen des Zwerchfells. Sogar wenn die betr. Personen den Äthern anhielten, um die Be­wegungen so gering al* möglich zu machen, biteben die Um- rißlinien verschwommen, und da* Zwerchfell erschien al* ein an Tiefe wechselnder Schatten zwischen der neunten und zehnten Rippe, da* Herz und die großen Blutgefäße al* eine dunkle, ovale Masse, deren Schatten in der Mitte dicht war, nach den Rändern hin heller wurde und schließlich tn die fast ganz durchfichtigen Lungen überging. Bei der Leiche dagegen war das Röntgenbild ein ganz andere*, indem alle Organe wegen der Abwesenheit jeglichen Leben* und jeglicher Bewegung voll- kommen scharf und tn wohlbegrenzten Umriffen erschienen. Ein weitere* Mittel zur Erkennung de* Scheintodte* gibt ein amerikanischer Augenarzt, Dr. Chalmer* Prentice au* Chicago, an. Dieser Arzt vermag den Tod unfehlbar tm menschlichen Auge zu lesen unb nach dem Aussehen ber Venen unb Arterien betreiben auszusagen, ob da* Leben gänzlich entflohen ist ober nicht. Schon vor 20 Jahren hat Dr. Prentice seine Untersuchungen begonnen unb beobachtet, daß die Venen und Arterien de* Auge* beim lebenden Menschen einen deut­lichen Farbenunterschied zeigen. Die Venen enthalten dunkle* und schwärzliche*, die Arterien dagegen hellrothe* Blut. Im Hinteren Theile de* Auge* können diese beiden Schattirungen mit dem Augenspiegel erkannt werden, sogar bei Erblindeten, fall* fich nicht ein undurchsichtige* Häutchen über dem ver­letzten Theile gebildet hat ober da* Auge völlig zerstört ist. Bei einer Leiche fehlt dieser Unterschied vollkommen, indem da* Blut der Venen wie der Arterien eine gleiche röihliche Farbe angenommen hat. Zahllose Untersuchungen Haden er­geben, daß diese Probe nie versagt. In verschiedenen Fällen, in denen alle übrigen Aerzte den Tod festgestellt hatten,

1896 2447LfiQQ 2192 p689 4177 3371

also in zeh

wurde jener Farbenunterschied beobachtet und der Betreffende davor bewahrt, lebendig begraben zu werden. So schreibt der angeseheneMedical Record" in New Aork, ber hoffen!» sich auch in dieser wichtigen Nachricht Vertrauen verdient.

Gottesdienst in der Synagoge

Samsatg den 4. Juni 1898.

Vorabend 7« Uhr, Morgens 8«r Uhr, Nachmittags 4 Uhr

Sabbathausgang 93) Uhr,

Vertebr, £anö< »nv Dolf«tx>irtbid>af<

Gieße«, 2. Juni. Marktbericht. Aus dem heutige» Lochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. X 0,901,00, Hühnereier or. 6t 6-0 2 St. 1011 Enteneier 1 St. 610 A, Gänie-

Her pr. St 1012 H, Käse 2 6t 9-15 A, Käsematte pr. 6t 3 A, Erbsen pr. Liter 20 A- Linsen pr Liter 32 A, Tauben pr. Paar 0,75 bis 0,90, Hühner pr. Stück 1,10 bis 1,20, Hahnen pr. Stück X 1,20-1,70, Enten pr. Stück X 1,802,CO, Gänse pr. Pfmch 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 68-76 A, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 62-66 A, Schweinefleisch pr. Pfd. 64 biß 72 A, Schwein,- steisch, geUIjen, pr. Pfd. 76 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 62-64 X Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 660 b« 7,00 X, Weißkraut pr. Stück 000 4, Zwiebeln pr. *$tttty*r 10,0012,00 X, Milch pr. Liter 16 A, Kirschen pr. Pfd. bl-6" A-

Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgens bis 1 Uhr Nach­mittags. Während der ersten 8 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden.

2iMß»»O, 1. Juni. Fruchtmarkt. Roth er Wei ea X 20,50, weißer Weizen X 00.00, Korn X 18.72, Gerste X 1050, Hafer X 8.37.

Mecklenburg-Slrelitz'sche Wie aus

dem Jnseratenthetle unserer heutigen Zeitung ersichtlich, werden die am 1. Juli er. fälligen Pfandbriefe Coupons bereits vom 15. Juni er. ab kostenlos eingelöst.

Pommersche Hypotheken-Actien Bank. Wie aus dem Jnseratentheile unserer heutigen Zeitung ersichtlich, werden die am 1. Juli er. fälligen Pfandbrief-Coupons bereis vom 15. Juni er. ab kostenlos eingelöst.

Neueste Nachrichten.

Depeschen deS BureauHerold".

Wien, 2. Juni. Da* Urtheil fast ber gelammten Presse über den Verlauf ber gestrigen Parlament S- sttznng geht bahin, baß jebe Aussicht auf Sanirung der tnnerpolittschen Situation auf parlamentarischem Wege gänz­lich geschwunden ist. Die antisemitischen Blätter kritifireu scharf das eigenthümliche Verhalten ber Socialdemokrateu unb verdächtigen dieselben, mit ber Regierung ein Bündmß geschloffen zu haben.

Geaz, 2. Juni. Die Regierung legte dem Bürgermeister nachdrücklich nabe, eine Einberufung des Gemeinde- rat HS zur Beschlußfassung über einen Recur* gegen die Gemetnoerakhs-Auflösung vorzunehmen und stellte ihm hierzu ein Amttlocal zur Versügung, toafl ber Bürgermeister jedoch ablehnte.

Graz, 2. Juni. Der Maler Scheid!, der von einem Neubau au» auf da* vorbeirnarschtrende bosnische Militär einen Stein geworfen hatte, wurde zu sechs Monaten Kerker verurtheilt.

Linz, 2. Juni. Der Gemetnderath beschloß in seiner gestrigen Sitzung eine ZustimmungS-Abreffe an den Gemeinberatb in Graz abzusenden.

Rom, 2. Juni. Der König empfing gestern Rudini unb genehmigte bie bereit* bekannte Minister-Liste. Außer einem noch nicht etngetroffenen CabinetS-Mitglieb leisteten sämmtliche neue Minister bereit* ben Eid.

Brussel, 2. Juni. Die Socialdemokraten haben beschlossen, die Regierung über da- Grubenunglück in der Zeche Llaret bei FrarnerteS, bet welchem 18 Arbeiter den Tob fanden, zu interpelltren.

Paris, 2. Juni. Bei der gestrigen Präfibenten-Wahl in der Kammer erhielt De* Chanel 277 Stimmen und Brisson 276 Stimmen. Obgleich ersterer damit gewählt ist, findet heute nochmal* eine Abstimmung statt, da ein Zettel auf die Erde gefallen war.

Loudon, 2. Juni.Daily Chronicle" meldet auß New - Aork, Staatßstcretär Alger werde vor Ende dieser Woche 15000 Mann nach Euba senden. Diesen Truppen würben binnen kürzester Zeit weitere 70000 Mann folgen.

Belgrad, 2. Juni. Bei der gestrigen abermaligen Der- Handlung gegen Pasic wegen Beleidigung deß Ex-Königs Milan wurde Pafic zu neun Monaten Arrest verurtheilt.

Madrid, 2. Juni. Die Nachrichten aus Santiago de Enda, nach welchen sich die Amerikaner zutückziehen mußten, haben hier große Freude erregt. Die Be­geisterung ist unbeschreiblich. Eine Militär Capelle spielte patriotische Lieder unb auf der Puerto bei Sol stimmte die Volksmenge ebensolche Lieder an.

Madrid, 2. Juni. Nach einem Telegramm auß Santiago haben am Dienßtag drei amerikanische Kriegsschiffe schwere Havarie erlitten. Zwei Schiffe sind in Brand gerathen.

Tanger, 2. Juni. Die marokkanischen Truppen haben Befehl erhalten, bie Rif spiralen vollständig zu vernichten. Ein marokkanisches Kriegsschiff kreuzt an der Küste und ist beauftragt, alle Fahrzeuge der Piraten zu ver­nichten.

Washtugtou, 2. Juni. Von Admiral Schleh find immer noch keine Nachrichten über die Schlacht von Santiago etngetroffen.

Newyork, 2. Juni.Evenning Journal" meldet au* Haiti von gestern früh 10Uhr, daß da* amerikanische Geschwader wieder vor Santiago eingttroffen sei. Man erwartet stündlich einen neuen Angriff.

Darmstadt, 2. Juni. (Telephou-Meldung). Die Haupt- Versammlung derBereinigten Deutschen Chemiker" wurde heute Morgen 10 Uhr in ber Aula ber Technischen Hochschule burch den Vorfitzenben eröffnet. Au* allen Theilen bes Deutschen Reiche* find Theilnehmer eingetroffen. Namen* ber Großh. Heff. Regierung begrüßte StaatSmtnister Finger bie Versammlung- Herr Oberbürgermeister Morneweg hieß Namen* ber Stabt bie Versammelten herzlich willkommen.