Ausgabe 
2.10.1898 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

durch die türkischen Truppen kein vollkommener gewesen ist und die Politik de» Bterbuvde», die eine Verstärkung der türkischen Garnisonen verhindert hat, ohne selbst den voll­kommenen Schutz der Mohammedaner (sodaß sie in da» Innere hätten zurückk-hren können) zu übernehmen, erscheint in unserer so viel mit ihren Bestrebungen für Gerechtigkeit und Menschlichkeit prunkenden Zeit tu recht trübem Lichte. Sodann erlaubt die englische Auslegung die Schlußfolgerung, daß nicht alle Mächte, die ihre Truppen nach Kreta gesandt haben, die» tu selbstloser Absicht gethan haben. Denn, da die Christen keinen Schutz brauchteu au» den Städten waren sie geflohen, und da» Innere war bi» auf wenige Tausend Schritt von den türkischen Wällen überall in ihrem Besitz und da die Mohammedaner anerkanntermaßen nicht einmal durch die türkischen Truppen, die in erster Linie zu ihrem Schutze berusen find, genügend geschützt waren, die fremden Truppen da» Maß de» Schutze« aber nicht zu steigern berufen waren (nach englischer Auffasiaog), so fragt man sich, wa» also sollen die fremden Truppen? Schließlich erlaubt die Auffafiung auch einen Blick in die Zukunft. Die türkischen Truppen sollen die Insel verlaffen, die fremden Truppen aledann den Mohammedanern dasselbe Maß von Schutz augedethen lassen, wie bisher die türkischen Truppen, und dann soll die alleinseligmachende Autonomie beginnen. Mit anderen Worten: den Schutz der etwa in da» Innere zurückkehreoden Muselmanen übernimmt Niemand. E» war gewiß nicht immer in früheren Zeiten angenehm, als Christ auf Kreta zu wohnen, al» zahlreiche türkische Heere die Insel dem Halbmond sicherten. Heute aber, wo jene Zeiten längst vorbei find, wo fich der Christ im Innern auf den Trümmern mohammedanischer Habe mit dem Schein de» Rechts als Sieger fühlt und wo Europa d;n Grundsatz, gleiches Recht für Alle, vergessen hat, ist der mohammedanische Kreter der getreteuste, durch Mord, Hunger, ErwerbSlofigkeit und durch Verträge, Beschlüsse und Entschlüsse Europas geqnälteste Zeitgenosse auf europäischem Boden.

Köln. Ztg.

Auch jetzt noch dehnt fich die aufständische Be­wegung auf den Philippinen immer mehr au». Die Aufständischen empfingen Verstärkungen und Waffen, um die Bewegung noch weiter zu verpflanzen. Sie griffen mehrere Provinzen auf der Insel Luzon au und tödteten einige GenS- darmerte Offiziere und deren Familien. Die Goovrrueure und die übrigen Beamten find nach Jlo-Jlo und Manila ent­flohen. Sehnlich ungünstig scheint eS auf den bisher noch wenig vom Aufstande berührten vtsayaS-Jnseln zu stehen, wo die Aufständischen fich im Besitz von Geschützen befinden. DieCorrespoudencta" wirst nun den Amerikanern vor, daß fie die Erhebung duldeten und fordert die Regierung auf, durch den in Paris tagenden FriedeuSauSschuß Etnspeuch hier­gegen erheben zu lasten.

Locale» nnd provinzielle»*

Gtetzeu, 1. October 1898.

* * ProviuzlalauSfchubfitzuug. SamStag den 8. October 1898, vormittag« 9 Uhr, findet in dem Regierungs­gebäude zu Gießen eine öffentliche Sitzung de» Provtnztalau»fchusseS der Provinz Oberhesseu mit folgender Tagesordnung statt: 1. KreiSstraßenaugelegeu- hüten. 2. Die Errichtung eines LroerhaufeS durch die Firma Wilhelm Zurbuch in Gießen. 3. Klage de« Ort»- armenverbaudeS Beienheim gegen die Ort»armenvrrbäude Dorheim und Schwalheim wegen Unterstützung der Familie de» Georg Meier III. zu Beienheim. 4 Antrag de» H Küchel in Butzbach auf Enteignung von Gelände in Ge­markung Zell zu bergbaulichen Zwecken- hier: Kostevfrstfetzuug betr. 5. Klage de» OrtSarwenverbandrS Offenbach a. M. gegen den OrtSarmenverband Heldevbergen wegen v«r weigerte« Unterstützung für Friedrich Faulstich zu Heldenbergen.

* * HandferttgkeitSuuterricht. Wie alljährlich, so wird auch in diesem Winter hier tu Gießen Havdfer tigkeitS- unterricht ertheilt. Anmeldungen zur Thetlnahme an diesem nützlichen Lchrgegenstand werden SamStag den 1. Octobrr d. I., Nachmittag» 3 Uhr, im Schulhause der Han^werkerschule am Asterwrg rntgrgengeuommru. Die ver- ehrlichen Eliern, deren Knaben den Unterricht besuchen sollen, seien besonder» auf die Anmeldezeit aufmerk am gemacht, da Nachmeldungen wegen deS starken ZudraagrS nicht berückfich- tjgt werden können.

* btadttheater. ES wird uns mitgetheilt, daß die vor­gemerkten Plätze an Sonntagen bi» 121/» Uhr refervirt bleiben.

* * Zu selbstmörderischer Absicht schoß fich in verflosteuer Nacht auf einer Baak tu dec Südanlage ein Briefträger von hier zwei Kugeln in den Hal». Derselbe wurde, da die Verletzungen nicht lebensgefährlich erscheinen, in seine Wohnung gebracht.

* * RadsportticheS. Da» Programm zum Herbst- Radrennen ist erschienen. Danach sind besonder» die Meldungen für die Berufsfahrer-Rennen sehr gut besetzt. Außer Franz verhetzen wird auch deffrn älterer Bruder Alex verhetzen am Start erscheinen, der al» Rennfahrer einen guten Ruf hat- ebenso werden störten die tu Gießen von früheren Rennen her wohlbekannten Be ck e r-Worm» und Conrad Lautermann.Darmstadt. Bet dem Fahren um den Ehrenpreis der Deutschen Spott-Behörde, offen für Herreufahrrr, find zwei Vorläuse in «u-ficht genommen. Bum Fohren um die Meisterschast von Süddeutschlaud für Berufesahrrr verzeichn« das Programm 10 Nennungen. Sollten die Genannten sämmtlich am Start erscheinen so würden auch hierbei Borläufe fich nicht vermeiden lasten. Auch beim Fahren um den CuratoriumS-Wanderprei«, den der Weltmeister Paul Albert-Btebrich zu vettheidigeu hat, find zwei Borläufe erforderlich, ebenso beim Niederrad-Bor. gabefahren für Berufsfahrer, zu dem 17 Nennungen vor- liegen. Da» Fahren um die Meisterschaft für Süddeutsch, land, 25 Km., für Herreufahrer, weist 10 Nennungen auf;

hier verbietet die weite Reise (627, Runden) die Vorläufe von selbst, da vorau»zusehen ist, daß, selbst wenn alle Genannten dieselben antreteu, doch ein Theil von diesen vor dem Ziele abstoppt. Wir erfahren übrigen», daß Paul Albert, der erst heute Morgen hier anlaugte, ein Motor-Zweirad für da» 25 Km. Rennen, bet dem Schrittmacher zugelaffrn find, für diesen Zweck bet fich sührru soll, ferner sollen verschiedene Sech»-Sttzer auf der Bahn al» Schrittmacher erscheinen, darunter der al» 100,000. Rad in den Adler-Fahrradwerken gebaute Sechsfitzer. Am Dienstag Nachmittag beabfichtigt übrigens Ludw. Opel, auf dem Ntederrad an der Hardt intereffante Rekordversuche auf 400 Meter zn machen, dem fich gleiche versuche auf dem Tande« durch Opel-Duill auf die gleiche Strecke anschlteßeu. Die Preise find im Erker des Herrn H. Noll, MäuSbnrg, ausgestellt.

Postalisches. Bon jetzt ab können Postpackete ohne Werthaogabe und ohne Nachnahme bis zum Gewicht von 3 Kilogramm nach Bolivien auf dem Wege über Hamburg und Chile versandt werden. Die Postpackete wüsten sravktrt werden. Die Taxe beträgt 4 Mk. für jede» Packet. Ueber die Berseudung»bedtuguugen ertheilen die Postaustalteu nähere Auskunft.

Wetterbericht. Die Luftdruck - Bertheiluog erfährt nunmehr in verhältnißmäßig kurzem Zeitraum rasche Aeude- rungen. Eine gestern vor der trtschen Westküste btfindliche Depression ist auf südöstlicher Bahn fortgeschritten und liegt daS Ceutrum heute über dem Canal. Bon dort breitet fich dastelbe weiter au« und steht mit einem zweiten Gebiet niederen Drucke», welche» den Süden und Osten de» Erd- theil« bedeckt, in Verbindung. Auch über Dänemark ist noch ein kleine» Minimum zu erkennen. Ueber dem äußersten Nordwesten Europa» lagert ein barometrisches Maximum von ziemlicher Intensität. voraussichtliche Witterung: Meist trübe« Wetter mit Niederschlägen.

Oppenheim, 29. September. Der Fuhrmann Georg Henninger von SiockstaSt fuhr gestern mit einem Zwei- spänner Holz nach Mommenheim. Gegen 9 Uhr Abend» kam da» Fuhrwerk an da» Fahrt zurück, wo das Unglück Posslrte, indem die Pferde die Barriere der Landebrücke durchbrachen und, während die Fliegende Brücke inmitten de» Rhein» war, über die Landebrücke htnau» in den Strom fuhren, ohne daß fich der Führer, der schlafend auf dem Wagen saß (!), retten konnte. Obschon sofort von Seiten de» Brückeupersonal» zu Hilfe gee-lt wurde, war keine Rettung mehr möglich. Die starke Holzbarriöre, die vorschriftsmäßig zulag, war wie ein Streichholz in zwei Theile gebrochen. Die Pferde wurden heute Morgen gelandet.

Schwurgericht.

W. Gießen, 1. Oclober 1898.

Gestern wurde gegen Wilhelm Schäfer von Hassel- bach und Heinrich Dührkop von Gambach, beide 19jährige Burschen, welche in Gießen tu Arbeit standen, wegen eine» in der Südanlage versuchten Stttlichkeitsverbrecheu» verhandelt. Die Verhandlung wurde hinter verschlossenen Thüren gesührt. Der Wahrspruch der Geschworenen lautete gegen beide An­geklagte auf N'6 lschuldig, worauf der Gerichtshof ein frei­sprechende» Urtheil fällte.

Heute Vormittag wurde in die Verhandlung gegen den 37 Jahre alten LandwirthJohanne»Schmidt von Eudorf, wegen Meineid eingetreten. Die Anklage vertritt Staats­anwalt Koch, al« verthetdiger fungirt Rechtsanwalt Grüne­wald. E« find im Ganzen 26 Zeugen zu hören. Der Angeklagte behauptet, das ihm zur Last gelegte verbrechen nicht begangen zu haben. Der Angeklagte soll in der Anklage­sache gegen die Viehhändler Israel Lorsch von Alsfeld und Isaak Spei er vor dem Schöffengericht Alsfeld sowie am 15. Februar 1898 vor der Strafkammer Gießen wiffent- lich falsch geschworen haben. ES dreht fich bei der Angelegen­heit um Biehhändel, aus denen fich ein Civilproceß de» An­geklagten gegen Lorsch und Speier wegen Rücknahme eines Stück vieh's entwickelte. Nebenher hatte der Rechtsanwalt Dr. Fuhr, der den Angeklagten vertrat, gegen die Handels­leute auch eine Anzeige wegen Betrug» erstattet. ES kam zur Verhandlung dieserhalb vor dem Schöffengericht in Als­feld und der Strafkammer Gießen, und hier beantwortete Schmidt damals, als Zeuge vernommen, auf die Frage des Verthetdiger» von Lorsch und Speier: ob er, der Zeuge, zu mehreren Personen fich geäußert habe, wenn er gewußt hätte, daß Lorsch bei dem Handel mit der Kuh betheiligt sei, so hätte er denselben nicht gemacht, der wäre ihm nicht auf den Hof gekommen, glatt mit Nein und diese»Nein" soll der Wahrheit zuwiderlaufen. Der Vorfitzende, LandgerichtSrath Müller giebt zum besseren Verständuiß den Geschworenen folgende» Bild der Kuhhändel, die hier eine Rolle spielen. Der Angeklagte machte mit Isaak Speier schon lange Vieh­händel und war auch mit dem Handelsmann zufrieden, bi» auf eine Kuh, die er im December 1897 gekauft, mit der er aber nach verschiedener Richtung hin unzufrieden war. Speier wollte da» Thier nicht zurücknehmru und e» wurde von Schmidt ein Anwalt beauftragt, die Klage einzuleiten. Der Handelsmann Lorsch von AlSseld hörte von der Differenz seine» Coucurenteu mit Schmidt- er hatte ebenfalls eine Kuh im Siallc, die er wegen verschiedener Mängel hatte zurück- nehmen müffen und begab fich zu Speier - beide Vieh­händler einigten fich dahin, man wolle dem Schmidt die Kuh des Lorsch, welche dieser erst im Stall für den Handel prä­parier hatte, aufhängen und Speier solle sein Thier zurück- nehmen. Der ganze Handel sollte aus gemeinsame Rechnung gehen. Lorsch ging nun zu Schmidt und machte dem Speier da« Thier, da» Jener noch im Stalle hatte, schlecht, strich seine Kuh aber desto mehr heraus, und so wurde der An- geklagte zu dem neuen Handel geneigt gemacht, nachdem Speier sein Thier zurückgenommen. Al» der Biehhändel Lorsch.Schmidt im Gauge war, kam Speier wie zufällig auf ben Schmidt'schen Hof und lobte nun da» Thier de» Lorsch,

sodaß der Handel zu Stande kam. Al» die Lorsch'i'che Koh aber einige Tage im Schmidt'schen Stalle gestanden, da fiel dieselbe zusammen und gab nur noch wenig Milch, und nun kam eS zu dem Civil-Proceß zwischen den Parteien wegen Rücknahme der Kuh. Dieser Proceß durchlief alle Instanzen und ging für die Handelsleute verloren, nachdem der Kläger den ihm auferlegten Eid geleistet.

Der Strafprocrß gegen die Viehhändler Lorsch nnd Speier hat mit Berurtheilung des einen zu vier Wochen Ge- fäugniß geendet. Der al» Zeuge vernommene Isaak Speier von Angenrod stellt allerdings den ganzen Biehhändel als für ihn unverfänglich bar. Der Zeuge deponirt, der Civilproceß, wegen Rücknahme der Kuh sei in letzter Instanz verloren ge­gangen, weil der damalige Kläger Schmidt den ihm auf- erlegten Parteieid geleistet hat, der dahin geht, daß der zweite Handel nicht etwa mit Speier allein, sondern mit Speier und Lorsch gemeinsam abgeschlossen. Speier erklärt, daß der Angeklagte s. Zt. seinen Civilproceß gegen ihn durch die Eidesleistung nicht gewonnen habe, er sei verurtheilt worden auf Grund der Beweisaufnahme.

der Lett für di«

Bor 6 Jahren, am 2. October 1892, starb in Pari» Ernst Renan. Bon Hau» aus katholischer Theologe, hot er Hervorragende« als gelehrter Oriental,st, al« Historiker und al« Belletrist geleistet und durch feineOrigines du Chrietianisme, deren erster Band da« vielumstritteneLeben Jesu" b Idet, auf vielfach an David Strauß erinnernde Weife in die theologische Debatte der Zeit eiagegrifftu. Renan wurde am 27. Februar 1823 zu Tagner (Cote» du Nord) geboren.

Bor 178 Jahren, am 8. Octobcr 1720, wurde in Ans­bach der Dichter Johann Peter Uz geboren. In seinen Gedichten übertrifft er alle Genossen seiner Schule durch Leichtigkeit, Reinheit und Eleganz seiner Darstellung. Zu seinen schönsten Liedern gehört d e OdeTheodtce", die mit den Worten beginnt:Mit sonnenhellem Angesicht stieg ich zur Gottheit auf I* Der Dichter starb am 12. Mai 1796 in seiner Vaterstadt.

Eingesandt.

Gieße«, 30. September 1898.

Betreffs der kirchlichen Armen- und Krankenpflege tn der JohanneSgemeinde, insbesondere betreffs deS Dienstes der zwei Gemeindeschwestern, sei in Beantwortung vieler Anfragen und Bitten Folgende« mitgetheilt:

1. Die zwei Schwestern wirken im Dienst deS Pfarramts und Kirchenvorstandes der JohanneSgemeinde; sie stehen mit ihrer Pflegehilfe allen Familien der Gemeinde in Erkrankung»- fällen zu Diensten. Gemäß der zwischen dem Kirchrnvorfiand und dem Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege getroffenen Vereinbarung treten die Schwestern deS Verein» aus der Armenpflege in der JohanneSgemeinde gänzlich zurück und überlassen sie den Schwestern der Kirchengemeirde. ES soll auch hierdurch die mißftändige Dopprlunterstützung seitens deS Vereins und der Kirche in ein und denselben Familien unbedingt vermieden werden. Betreffs der Privat- pflege wurde vereinbart, daß die Vereintzschwestern daS Recht behalten, dieselbe auszuüben in allen Familien, von denen es gewünscht wird, während ebenso die Ktrchmgemeiude- schwestern hierzu überall bereit sind.

2. Die Dienste der Kirchenschwestern werden in allen Familien unentgeltlich geleistet; man wolle den Schwestern für diese selbst niemals eine Geldgabe anbieten. Dagegen wird eS der Kirchenvorfiand gern und dankbar annehmen, wen» die wohlhabenderen Familien aus Dank für die ihnen ge­botene Pflegehilfe zur Förderung der kirchlichen Armen- und Krankenpflege eine Gabe sp nden; solche Gaben wolle man dem Pfarrer, Südanlage 8, oder einem der Kirchenvotsteher direct oder durch die Schwestern übermittln. Da diese» x ganze kirchliche Werk zum Besten der Armen und Kranken unter Gottes Segen nur durch freiwillige Liebesgaben aus- geführt wird, so ist eS auch noch der besondere Wunsch de» KirchenvorstandeS, daß die Gemeindemitglieder bei allen freudigen, wie auch traurigen Vorkommnissen im Familien­leben der kirchlichen Armen- und Krankenpflege durch eine Zuwendung gedenken möchten; jede solche Gabe wird den Armen und Kranken der Gemeinde zu Gute kommen.

3. Die zwei Diaconissen der JohanneSgemeinde führen in ihrer Mansarde-Wohnung, Diezstraße 15, ihren eigenen Haushalt und verköstigen sich selbst. Jede Gabe an Naturalien, die aus Liebe und Wohlwollen den Schwestern zu ihrem Unterhalt ins HauS geliefert wird, wird deshalb dankbar angenommen zur Freude der Schwestern und auch zur Förderung deS ganzen christlichen Liebeswerkes.

4. Wer die Dienste der Ktrchengemetndeschwestern begehrt, wolle seine Bestellung an Pfarrer Dr. Naumann, an die Kirchenvorsteher, oder an die Schwestern selbst, Diezüraße 15, richten. Die Herren Aerzte, die in Familien der JohanntS- gemeinde thättg find, werden noch besonders gebeten, ein- tretenden Falles die Kranken hierauf aufmerksam machen zu wollen.

Anszng aus den StandeOaintsregiste**

der Stadt Gieße».

Aufgebote.

September: 9. Hermann Hugo Carl Strohdach, Locomotiv- Heizer dahier, mit Charlotte Friederike Emilie Wiechard Hierselbst. 24. Heinrich Dörr, Schlosser von Allendorf an der Lumda, mit Katharine Opper von Treis an der Lumda.

Eheschließungen.

September: 24. Johann Theodor Maximilian Müller, Buch­bindermeister dahier, mit Anna Maria Wallbott Hierselbst. 29. Ludwig Carl Martin Diehm, Schutzmann zu Offenbach a. M., mit Anna Margarethe Wilhelmine Spaar Hierselbst.

Geborene.

September: 22. Dem Schneider Johannes Welter ein Sohn, Hans. 24. Dem Fabrikarbeiter Friedrich Wilhelm Keiner ein Sohn, Friedrich Wilhelm. 27. Dem Schlosser Heinrich Fitzler ein Soh«. 27. Dem Taglöhner Wilhelm Stein ein Sohn, Wilhelm.

Gestorbene.

September: 23. Helene Wilhelmine Port, 7 Monate alt, Tochter von Taglvbner Konrad Port dahier. 24. Johann Gottlieb Richter, 44 Jahre alt, Gymnasial-Pedell dahier. 25. Katharine Elise Müller, 6 Monate alt, Tochter von Ackerer Georg Müller zu Dutenhofen. 26. Elisabeth Koch. 6 Jahre alt, Tochter von Schreiner Hermaim Koch hierselbst. 27. Eduard Wolff. 83 Jahre alt, Rentner hierselbsi. 27. Ein Kind männlichen Geschlechts, 2 Stunden alt, Sohn von Schlosser Heinrich Fitzler hierseldst. 28. Marie Ottilie Bertha Anna Pfeffer, 2 Monate alt, Tochter von Straßenkehrer Heinrich Pfeffer