Ausgabe 
1.9.1898 Erstes Blatt
 
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baskischen Provinzen ist die Ueberwachung eine sehr strenge. Die französische Grenze wird gegen die Einfuhr von Waffen vom Norden her strengstens abgesperrt.

Seine bisher wenig geschützte Lage zwischen Rußland einerseits und demSchwesterland" Norwegen andererseits legt Schweden verstärkte Rüstungen, vor Allem wettere Befestigungen nahe. Der im Jahre 1897 für die Aus­dehnung der BefestiguugSaulagen ernannte schwedische Re- gierungSauSschuß schlägt in seinem nunmehr erstatteten Be­richt denn auch vor, 21 Millionen Kronen zu verwenden, um eine Festung bei Boden tu Norrland zu errichten, Gothen­burg von der Seeseite zu befestigen und die Befestigungen bei Stockholm, KarlSkrona, KarlSborg und auf der Insel Gotland zu vervollständigen. Ueber die schwedische Flotte hat rin hervorragender dänischer Seeoffizier in Ber- aulaffuug des Besuches des schwedischen Geschwader» in Kopenhagen sich einem Vertreter desSvenska Dagblad" gegenüber tu den anerkennendsten Ausdrücken geäußert. Er konnte, sagt dieser, die schönen und im Berhältuiß zu ihrer Größe besonder» starken schwedischen Schiffe nicht genug rühmen und sprach al» seine Ueberzeugung au», daß man in Schweden sehr glücklich gewesen sei tu der Wahl eines Typ», welcher für schwedische Berhältuiffe passe. Da man später bei diesem Typ stehen geblieben war, konnte die schwedische Marine binnen kurzer Zeit sechs völlig moderne Panzerschiffe von demselben Typ aufweiseu.

Allmählich wird in den Vereinigten Staaten die Frage der Einverleibung der Philippinen anscheinend mehr und mehr eine Partei- und eine Verwaltungsfrage. Schließlich werden der Congreß und das Land ihr Urtheil über die Politik des Präsidenten fällen. Völlige» Einver- ständuiß herrscht noch in keiner von den beiden Parteien. Aber die Erklärungen der republikanischen Partet-Eonventionen bringen die Republikaner immer mehr auf die Sette der Politik der colonialen Ausdehnung, während die Demokraten, anscheinend ohne Leitung Seitens ihrer Führer, tu den Widerstand gegen Erwerbung feruliegender Gebiete getrieben worden find. Au» Manila ist nach London die Draht- meldung gekommen, hervorragende Kaufleute hätten eine Denkschrift au Lord Salisbury unterzeichnet, in welcher dieser gebeten wird, seinen Einfluß geltend zu machen, um zu ver­hindern, daß die Spanier die Souveräuetät auf den Philip­pinen zurückgewiunen. Nachdem in den Bereinigten Staaten sich der Siegerjubel ein wenig gelegt hat, wendet sich die Aufmerksamkeit wieder mehr den HeereSseandalen zu, welche mau der Unfähigkeit der Verwaltung zu danken hat. ES herrschen geradezu ungeheuerliche Zustände tu den amertkant- scheu Lagern, wo es am Nöthigsten fehlt. Die Krankheit»- und Sterbltchkett»ziffer ist gewaltig. Am Schlimmsten sieht e» im Lager von Chickamanga au». Einige von dort zurück­gekehrte Soldaten bezeichnen diese» Lager al» schmutzige Pest­höhle. Viele entlaffeue Soldaten find in furchtbar schwachem Zustande tu ihren HeimathSstaateu angekommen. Generalarzt Sternberg beschwert fich darüber, daß seine Befehle nicht ausgeführt werden. Die Preffe fordert eine sofortige Unter­suchung, damit dargethan wird, wer die Verantwortlichkeit für diese schlimmen Zustände trage. Eine» dergelben" Blätter Nordamerikas hat wieder einmal einen Grund zur Verdächti­gung Deutschland» mit den Haaren herbeigezogen. Der KreuzerGeher" hat am Sonntag Havanna verlaffen. Die Offiziere, behauptet nun derSun", hätten viel Gerede da­durch veranlaßt, daß fie alle Befestigungen als Gäste der Spanier besichtigten. Mit solcherpatriotischen" Angeberei find die New-Yorker Jingo» offenbar bei den französischen Lhauvinisteu in die Lehre gegangen- nm da» Maß voll zu machen, mögen fie daher demfreiesten Lande der Erde" da» französische Spionengesetz vom Jahre 1886 schenken!

Ueber die Zukunft Euba» hat fich Senator Mark Hanna, der dem Präfidenten Mac Kinley seine jetzige Stellung verschaffte, letzter Tage recht deutlich ausgesprochen: ES sei wirklich ziemlich gleichgiltig, ob die Cubaner im Staude wären, eine stetige Regierung zu bewahren oder nicht. In weniger al» zwanzig Jahren werde fast die ganze Insel amerikanischen Bürgern gehören. Dann würden die cubani- schen Industrien mit anderer Energie betrieben werden. Die amerikanische Garnison Eubas werde wahrscheinlich 50,000 Mann beanspruchen. Aber diese» Opfer werde fich gut rrn- tiren. Selbst wenn die Bereinigten Staaten 300 Millionen Pfd. Sterl. auf die Insel verwenden würden, so wäre da» Geld nicht unnütz ausgegeben. Hanna schloß seine Bemerk- uugen mit dem bezeichnenden Satze:Wir haben un» selbst und der Menschheit etwas Gute» gethan."

In der Präsidentschaft Bombay sind in der letzten Woche über 2300Tode»fälle an der Pest vorgekommen, darunter 156 in der Stadt Bombay selbst. Die Lage in Karratschi und Kalkutta ist unverändert. Im Staate Heide- rabad ist ein neue» AuSbrechen der Seuche festgestellt worden- au» der Präsidentschaft Madras werden einige Todesfälle gemeldet.

Soeben kommt die Nachricht, daß König Malietoa von Samoa am 22. August an typhösem Fieber gestorben ist. Der deutsche, der englische und der amerikanische Cousul, der Oberrichter und der Vorsitzende des Munieipalrathe» in Apia sühren die Regierungsgeschäfte bis zur Wahl eine» Nachfolgers. DaS Ereiguiß kann wichtig werden. Die.Throu- streitigkeiten haben bekanntlich den Abschluß de» Vertrages herbeigeführt, durch den die gemeinschaftliche Schutzherrschast der drei Mächte eingerichtet wurde.

CotaUs und provinziell«,.

Sieben, den 31. August 1898.

** Personalien. Seine Königliche Hoheit der Groß- Her zog haben Allergvadtgst geruht, am 27. August den RechnungSrath Gustav Veit in Darmstadt von der ihm als Nebenstelle übertragenen Stelle eine» Rechners der Braud- verficherungskaffe zu entheben und dem Vorstand der Cal- eulatur der BraudverficherungSkammer, RechnungSrath August

Haag in Darmstadt, die Stelle de» Rechners der Brand- verficherungSkaffe al» widerrufliche Nebenstelle zu verleihen.

» Ein bedauerlicher UugluckSfall ereignete sich gestern Vormittag im Hause Ludwigstraße 68. In dem dritten Stock deffelben putzte in Abwesenheit der Herrschaft da» Haus­mädchen die Fenster, ohne fich dabei der Vorschrift ihrer Herrschaft zuwider der vorhandenen SichrrheitSvorrichtuugeu zu bedienen, vielmehr beträte» die Fensterbrüstung und stürzte, vermuthlich infolge eines OhnmachtSaufalleS, auf die Straße herab. Als ein Wunder ist es zu betrachten, daß es nicht völlig zerschmettert den Erdboden erreichte. Einen Schenkel- und Armbruch trug das Mädchen allerdings davon, so daß e» nach der Klinik verbracht werden wußte. Hoffent­lich gelingt e» den Aerzten, die Verunglückte am Leben zu erhalten. Die Herrschaft, der da» Mädchen seit einer Reihe von Jahren treue Dienste leistet, bedauert den Unfall um so mehr, al» fie wiederholt strenge Weisung hatte ergehen laffen, da» Klären der Fenster nicht ohne Anwendung der SicherheitSvorrichtungen vorzunehmen. Möchte der beklagen»- werthe Unfall dazu dienen, die Dienstboten zu größerer Vor­sicht bei dergleichen gefährlichen Hantirungeu zu mahnen. Wie wir soeben erfahren, ist da» Befinden der Verunglückten verhältnißmäßig befriedigend, so daß gegründete Hoffnung auf Genesung vorhanden ist.

* HuldignugSfahrt nach Wie». Infolge veränderter Dispositionen von Allerhöchster Seite wird die anläßlich des 50jährigen RegierungSjubilaumS Seiner Majestät des Kaiser» Franz Josef I. geplante Huldigungsfahrt der im Deutschen Reiche lebenden Angehörigen der österr.-uugarischen Monarchie nach Wien erst am 20. September d. IS. statt- finden. Die offiziellen Feierlichkeiten werden vier Tage in Anspruch nehmen, und wird Seine Majestät der Kaiser au einem dieser Tage die Huldigung sämmtlicher Theilnehmer in der Jubiläums-Aurstelluug entgegennehmen. An dieser unter besonder» günstigen Bedingungen stattfiudeuden Hul- diguugSfahrt können nicht nur Oesterreicher und Ungarn, sondern auch Angehörige der Deutschen Reiche» (al» Gäste) theilnehmen. Auskunft ertheilt und Anmeldungen nimmt ent­gegen der österreichisch - ungarische VereinAustria" in Frankfurt a. M., z. H. de» Herrn A. Blazek, Neue Zeil 55. Behuf» näherer Information findet Freitag den 2. September im RestaurantTaunuS", 1. Stock, eine Ver­sammlung statt.

* Der Betrieb der Wauderlager im Großherzogthum Hessen hat fich auf Grund der erhöhten Besteuerung der­selben in ganz bedeutender Weise vermindert. Im Jahr 1897/98 waren in der Provinz Starkenburg nur 3 Betriebs­fälle mit je 7 Tagen Betriebsdauer zu verzeichnen unb wurden an Gewerbesteuer 80 Mk. für dieselben erhoben. In Oberheffeu waren er vier Betriebsfälle, darunter zwei mit 14tägiger Dauer, wofür iuSgesammt 140 Mk. Gewerbe­steuer entrichtet wurden. Die Provinz Rheinheffeu hatte fieben Brtriebsfälle, darunter zwei mit 14tägiger Dauer, wo­für 260 Mk. Gewerbesteuer berechnet wurden. Die Gesamwt- zahl der Wauderlager belief fich in Hessen pro 1898 auf 14, wofür 480 Mk. Gewerbesteuer vereinnahmt wurden.

* * Fahrrädertrausport auf der Eisenbahn. Die König­liche Eisenbahn-Direction Frankfurt a. M. hat zur Beförderung der Fahrräder bereits folgendes ch uellzüg e freigegeben: Zwischen Frankfurt und Wiesbaden, Frankfurt-Ostbahuhof- Hanau Ostbahnhof, Frankfurt Hauptbahnhof Homburg, Frank- furt-Hauptbahuhof.Limburg, Hanau-Oftbahnhof Friedberg über Windeckrn. ES steht zu hoffen, daß noch weitere Züge frei- gegeben werden.

Schlimme Aussichten eröffnen fich für die R ad fahr e r, die streckenweise die Bahn benützen wollen. Wie eine Berliner Correspoudenz mittheilt, haben die Regierungen der König­reiche Sachsen und Württemberg sowie de» Großherzogthum» Baden die Erklärung abgegeben, daß fie die Neuerung der Königlich Preußischen StaatS-Eiseubahnen über die Beförder­ung der Räder vier Wochen später al» diese, nämlich vom 1. October b». IS. ab, ebenfalls einzuführen beabsichtigen und diesen hat sich schon eine ganze Reihe von Prtvatbahnen angeschloffen. Da haben wohl auch die Bemühungen um Erlangung von Ausnahmen recht wenig Erfolg zu hoffen.

* Ofenfeuer und Petroleum. Allgemein fällt es auf, wie schrecklich häufig in letzter Zeit durch unvorsichtige Be- Nutzung von Petroleum beim Feueraumachen Braud- Unglück verursacht wurde. Seit 14 Tagen konnte mau kaum eine Zeitung in die Hand nehmen, ohne auf einen oder mehrere solche Fälle zu stoßen. Warnungen scheinen nicht» zu helfen, da fast immer jugendlicher Leichtsinn im Spiele ist, der, über die Größe der Gefahr im Unklaren, die Warnungen in den Wind schlägt. Vielleicht hat e» darum mehr Zweck, auf ein Mittel aufmerksam zu machen, da» die Gefahr der ZugießeuS von Petroleum beseitigt, ohne doch deffen Vortheile zu verlieren. Es ist höchst einfach: Man thue in einen alten Topf rc. kalte Asche irgendwelcher Art und übergieße sie mit Petroleum, bi» fie völlig durchtränkt ist. Wenn man von dieser Maffe beim Feueranmachen einen oder zwei Löffel voll über das FeueruugSmaterial streut, so wird dieselbe Wirkung, nämlich sofortige» Anbrennen, erreicht, wie beim Zugießen von Petroleum- jrde Explosionsgefahr ist aber auSgeschloffeu. UnS ist, schreibt dieJen. Ztg.", versichert worden, daß auf diese Weise sogar da» Holz gespart werde. ES wäre zu wünschen, wenn besonder» die HaurhaltungS- Vorstände darauf hielten, auf diese Weise einem leichtsinnigen Vorgehen ihrer Dienstboten vorzubeugen. Aber auch in jedem Haushalt ohne Dienstboten sollte au seinem bestimmten Orte da» Gesäß mit der Prtroleum-Asche zu finden sein.

Feldbergfest. DaS auf deu vergangenen Sonntag verschobene Feldbergfest ist zum zweiten Mal verregnet, und zwar noch gründlicher al» das am 19. Juni. Während im Thal die Nacht zum Sonntag äußerst lind und angenehm war, war eS, je höher mau kam, rauh und windig. Bald nach Mitternacht stellten fich zeitweise Regenschauer ein, die gegen 7 Uhr in einen richtigen Landregen übergingen. Unter solchen Umstanden war an da» Wettturuen nicht zu denken.

Nach 12 Uhr Mittag» trat da» Kampfgericht nochmal» zu einer Berathung zusammen und beschloß, in diesem Jahr daS Fest au»fallen zu laffen.

Turnerschaft und Nationalfesifpiele. Ein vom Aus­schuß der deutschen Turuerschaft jüngst in Hamburg betreffs seiner Stellung zur Frage des NatioualfesteS gefaßter Beschluß lautet wie folgt: In Erwägung, daß da» be- abfichtigte Nationalfest keine au» dem Bedürfuih de» Volke» hervorgegangene Einrichtung ist und nur der außerordentlich rührige« Behandlung der Sache fein Dasein verdanken wird, in Erwägung, daß ferner seine ganze Gestaltung, so wie fie bi» jetzt geplant ist, nicht der körperlichen Ausbildung großer VolkSmaffen, sondern nur der Erzielung einer beschränkten Anzahl von Höchstleistungen zu Gute kommen wird und daß somit die in dem Nationalfest gipfelnden Bestrebungen in geradem Gegensatz zu den Bestrebungen der deutschen Turner­schaft stehen, in Erwägung ferner, daß durch daS Zustande­kommen der Nationalfeste ein großer Theil de» Jntereffe», welche» die beffer gestellten und einflußreicheren GesrllschaftS- klaffen für die Pflege der Leibesübungen übrig haben, und ein großer Theil der materiellen Mittel, die diese Klaffen dafür aufzuwenden geneigt find, bongen Nationalfesten ver­schlungen werden und dadurch für die allgemeine Pflege der Leibesübungen und für die deutsche Turnsache und ihre Be- dürfuiffe verloren gehen müssen, in Erwägung endlich, daß schließlich die Nationalfeste und die deutschen Turnfeste nicht neben einander bestehen können, ohne daß die einen durch die anderen geschädigt werden, beantragt der Ausschuß der deutschen Turnerschaft: der deutsche Turutag wolle beschließen, a. daß die deutsche Turuerschaft als solche fich an dem deutschen Nationalfest nicht betheiligt- b. daß fie aber dea einzelnen Vereinen und Turnern eine Teilnahme an dem Feste nicht verwehren will.

* Wetterbericht. Ueber dem Festlande liegt da» Ceutrvm einer tiefen Depression. Dieselbe breitet fich südwärts über die britischen Inseln und die Nordsee hin nach Deutschland aus. Der ganzen Küste entlang wehen frische westliche Winde. Der Kern deS barometrischen Maximum» zieht fich nur noch alS schmaler Rücken über den Südweften Frank­reichs und deu nördlichen Alpenkarnrn. Im Süden ist da» Barometer zwar gestiegen, doch steht unser Gebiet bereits zum größten Theile unter dem Einfluß des von Norden her vordringenden niederen Drucke». Voraussichtliche Witterung: Unruhige», unbeständige» Wetter mit zeit­weisen Niederschlägen.

xx Gruuiugeu, 31. August. Am 2. October d. I. werden e» fünfzig Jahre, daß unser Gemeinderechuer ChristianLeidichll. daö Rechneramt in hiefiger Gemeinde führt. Obwohl er im 79. Lebensjahre steht, erfreut er fich noch körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische. Möge rS dem ältesten activen Rechner de» Kreise» Gießen beschiedrn fein, seinen Jubeltag gesund feiern zu können.

- f- Ober-LaiS, 30. August. Unsere vor einem Jahre gegründete Spar- undDarlehen-kasse, e. G. m. u. H., welcher am 1. Januar cr. 92 Mitglieder angehörten, hatte im verflossenen Rechnungsjahre einen Gesammtumsatz von 49891 Mark bei 158 Mark Reingewinn.

§ § Bermuthshain, 30. August. Bei der Ersatzwahl de» Gemeinderaths wurden die ausgeschiedenen Mitglieder wiedergewählt, nämlich Christoph Läufer mit 48, Johanne» Groh IV. mit 50 und Heinrich Baumbach mit 55 Stimmen.

§ § Vom höhere« Vogelsberg, 29. August. Infolge der seitherigen günstigen Witterung konnte der Korn schnitt rasch beendet und da» Korn nach Hau» gefahren werden. Erfreulicherweise kann in diesem Jahre von einer reichen seit langen Jahren nicht vorgekommenen Kornernte berichtet wer­den. Mit dem Abernten der Sommerfrucht ist ebenfalls begonnen worden.

R . Alsfeld, 30. August. Die Vorbereitungen zu der am 15. September d. I. hier stattfindenden Bezirksthier- fchau, verbunden mit Prämitrung von Simmenthaler Rindvieh, Schweinen und Ziegen find im vollen Gauge. Nach den bisher erfolgten Anmeldungen, deren Endtermin der 5. September ist, zu schließen, wird die Zahl der vorgeführten Thiere eine sehr beträchtliche. Die BezirkSthierschau wird zeigen, wie weit die Zucht der in Frage kommenden Thier- gattungen in den hierbei betheiligten Kreisen Alsfeld und Lauterbach vorwärt» gegangen ist. Insbesondere wird die Ausstellung des Simmenthaler Viehes interessant werden^ Die BezirkSthierschau gibt sodann Gelegenheit, gutes Zucht- material zu kaufen, was auch für solche Gemeinden günstig zu sein scheint, welche reines männliches Zuchtmatertal anzu- schaffen gedenken.

A Aus dem Großherzogthum Heffeu, 30. August. Ja Darmstadt fand am verflossenen Sonntag eine von nahezu 100 Vertretern besuchte focialdemokratische LandeSconferenb statt. Den HaupeberathungSgegenstand bildete die bevor- stehende Landtagswahl, und beschloß man, in acht Landtags- Wahlkreisen Candidaten aufzustellen, und zwar in der Provinz Starkenburg in Langen, Groß-Gerau, Darmstadt-Land, Pfung­stadt, Gernsheim, ferner im ersten oberheffifcheu Bezirk Vilbel, im fünften oberheffischen Bezirk Gießen und im Land- bezirk Mainz.

A Mainz, 30. August. Nach einer uns von Darmstadt zugegangeuen Mitthellung hat das zur Entlastung des hiefigeit EtfenbahutunnelS entworfene Project der Herstellung einer Verbindungsbahn von Mombach über die Ingelheimer Aue und Kastel nach Bischofsheim jüngster Tage in Berlin die Genehmigung erhalten und ist man eben mit einer biei* bezüglichen Vorlage an ben preußischen Landtag beschäftigt. Da die Ausführung des Projecte» neben bedeutenden Gt- ländeerwerbnugeu in der Kastel-Kostheimer und GinSheimtr Gemarkung eine Ueberbrückung des Rhein» und des Main» nothweudig macht, dürfte die an ben Lanbtag gelangende Crebitforberung eine ziemlich beträchtliche fein, zumal man bei bet nothwendigen Ueberbrückung be» Rheins wohl auch unzweifelhaft Rückficht auf ba» schon lauge seiner Ausführung