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1.6.1898 Erstes Blatt
 
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Gießen, 31. Mai 1898.

* * Empfang. Seine Königs. Hoheit der Großherzog empfingen am 28. Mai n. Ä. den Rralgymnafiallehrer Dietrich von Gießen.

Hu8 dem Bervaltvngldienst. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 25. Mat den KreiSamtmavn bei- dem Kceiramt Büdingen, Franz Merck, zum KreiSamtmavn bei dem Krei-amt Friedberg, Leu Regieruug-affeffor Theodor Muhl aus Darmstadt zum 5drei-omtmaun bei dem Kreiöamt Lauterbach, den Regierung»- affeffor Leouhard Graef au» Monsheim zum Krei-amtmauu bei dem Krei-amt Dieburg, den Regierung-afiessor Dr. Eugen Kranzbühler au» Worm» zum Polizei-Eornrnissar 2. Kl. bet dem Polizeiamt Darmstadt unter Verleihung de- AmtS- titel»Polizel-Jnspeetor" und de- Ranges eines Kreil- amtmanne-, und den RegierungSaffefior Friedrich Sand­mann au- Huogeu zum Krei-amtmsua bei dem KreiSawt Büdingen zu ernennen.

Ao» dem Zustijdieust. Seine Köutgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, deu Amtsrichter bet de« Amtsgericht Friedberg, Amt-gericht-rath Karl Wart­horst, zum OberawtSrichter bet diesem Gericht, deu Amt-, rtchter bet dem Amtsgericht Worm-, Jakob Hessel, zum Amt-rtchter bet dem Amt-gericht Mainz, deu Amtsrichter bei dem Amt-gericht Wöllstein Martin Hessel, zum Amt-richter bet dem Amt-gericht Osthofen, den GerichtSaffeffor Ernst Wteßuer au- Gießen zum Amt-rtchter bet dem Amt-gertcht Friedberg, den Gerichtsasieffor Heinrich Alteudorf au- Mainz zum Amt-richter bet dem Amtsgericht Wöllstein und den GerichtSaffeffor Dr. Johann Schneider au- Oppen­heim zum Amtsrichter bet dem Amt-gertcht Worm- zu er­nennen.

Kirchliche Dienstuachrichteu. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Pfarr­verwalter Philipp Heußel zu Rodenbach, Dekanat Rodheim, die evaug. Pfarrstelle daselbst zu übertragen und den evang. Pfarrer Ludwig Pfnor zu Darmstadt auf seiu Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Juli l. I. an, in den Ruhestand zu versetzen.

Ernannt wurden: 1) der seither al» Parkaufseher verwendete Wilhelm Grte» zu Bad Nauheim zum Park- «ufseher bei der Badeanstalt zu Bad.Nauhetm, 2) der seither al- SaltneuamtSdtenrr verwendete Philipp Haustein zu Bad'Nauheim zum SaltnenamtSdiener bet dem Berg» und Taltueuamt Bad-Nauheim, der Eanzletgehilfe Friedrich Heß aus Melbach (Kreis Friedberg) zum Eanzltsteu bet der Ober- rechnungSkammer mir Wirkung vom 1. Juni d. I. au.

* MUttärdieastuachrichteu. Wetdtmanu, Pr.-Lt. vom Juf.-Regt. Herzog Ferdinand vou Braunschweig (8. Wests.) Nr. 57, unter Belastung in dem Eommando all Adjutant bei der 41.. Inf. Brigade und unter Versetzung in dal 5. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 168, zum Hauptmann uud Eomp.'Ehef befördert. Meblburger, Sec.-Lt. vom 3. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 117, in da- Jnf.-Regt. Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig (Ostsrtes.) Nr. 78, Kaddatz, Sec.-Lt. vom4. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Rr. 118 tu da» Inf. Regt. Prinz Moritz vou Anhalt-Dessau (5. Pomm.) Nr. 42 versetzt. Tauscher, Sec.-Lt. vom 3. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 117, zum Pr.-Lt. befördert. Frhr. von Wöllwarth.Lauterburg, Pr.-Lt. vom 1. Garde-Regt. zu Fuß, zum Großh. Heff. Feld-Artillerie- Regiment Nr. 25, Frhr. Schenk zu Schwetn-berg, Pr.-Lt. vom 1. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 115, zum

1. Leib-Husaren.Regt. Nr. 1, Frhr. Heun v. Hrvneberg, Pr.-Lt. vom 5. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 168, zum

1. Bad. Feld.-Artillerte Negt. Nr. 14, find von Be­endigung de» Eommando» bet der Krieglakademte, im Juli d. I. bt» zum 30. September d. I. zur Dienstleistung commaudtrt. v. Hahn, Hauptmann vom Feld-Artillerie- Regt. Nr. 15, unter Beförderung zum Major, vorläufig ohne Patent, als Abtheil.-Cowmaudeur iu da» Feld-Art.- Regt, vou Scharnhorst (1. Hanuov.) Nr. 10 versetzt. Messow, Tec.-Lt. vom Feld-Arr.-Regt. von Scharnhorst (1. Hannov.) Nr. 10, in das Großh. Heff. Train-Bataillon Nr. 25 verletzt. Strelow, Zruglt. vom Artillerie-Depot iu Darmstadt zum Zeug-Prem.-Lt. befördert. Hartmann, Zeuglt. vom Artillerie-Depot iu Darmstadt, zur Geschütz- gteßeret, Lange, Zruglt. von der Art.-Werkstatt tu Spaudau, zum Arlillerte-Depot tu Darmstadt versetzt, v. H a n n e k e n, Port.-Fähur. vom 1. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 115, zu« Sec.-Lt. befördert. Hupe, Unteroffizier vom 5. Großh. Hess- Jof-'Regt. Nr. 168, zum Port.-Fähnrich befördert. Kreß, Oberstlt. z. D. und Lommandeur de» Landw-BeztrkS Stegen, iu gleicher Diensteigenschaft zum Landw.-Bez. Mainz versetzt. Jung, Sec.-Lt. von der Feldart. 1. Aufgebot­es Landw.-Bez. Gießen, zum Pr.-Lt. befördert. A n d r e a e, Sec.-Lt. von der Reserve dr» 2. Garde-Ulanrn-Regr»., al» Reserve Offizier zum 2. Großh. Heff. Drag.-Regt. Nr. 24 versetzt. Bätge, Port.-Fähnr. vom 2. Großh. Hess. Inf.» Regt. Nr. 116, zur Reserve beurlaubt. Htunius, Oberstlt. z. D., unter Entbindung von der Stellung al» Commaudeur des Landw.-Bez. Mainz, mit seiner Peufiou uud der Uniform de» Füs.-Regt». Königin (Schleswig-Holstein.) Nr. 86, der Abschied bewilligt.

* Pret-gekrönte Säuger. Wie un» mttgetheilt wird, ist der Bauer'sche Gesangverein bei dem gestrigen Gesang».Wettstreit in Kreuznach mit dem fünften Pret» aus­gezeichnet worden. Wir gratultreo der wackeren Säuger­schaar !

Leicheulauduug. Am SamStag Abend wurde au- der Lahn die Leiche eine» unbekannten Mannes geläudet. Da die Länduog tu der Gemarkung Heuchelheim geschah, wurde die Leiche nach Heuchelheim gebracht. Man nimmt au, daß e» die Leiche jene» Unbekannten ist, der fich in der Nacht vom 22. auf deu 28. d. Mt». vou der hiesigen Brücke mr» tu die Lahu stürzte. Der verstorbene ist etwa 50 Jahre

alt, hat grau melkte» Haar uud Bollbart uud gehört an- scheinend dem Bauernstände an.

Ueberschwemmung. Sehr brmerkenSwerth find einige Ausführungen, welche über die Lahnwaffer-Ealamität dieser Tage HerrKretSbaumeister Kämpfer im laudwirthschaftlichen Verein dahier gemacht hat, wo er sagte: Die lleberschwemm- uugeu wurden hervorgerufeu durch wolkeubruchartige Regen, und ist es sehr schwer, fich dagegen zu sichern- durch sach­gemäße Regulirung der Flüffe und Bäche kann man aber immerhiu die Gewalt deS Waffer» schwächen. Ich habe iudeS bet meinen Untersuchungen gefunden, daß auch ohne die wolkenbruchartigeu Rege« iu deu Thäleru Ueberschwemmungeu eiogetreteu find. Dies kam dadurch, daß die Bäche und Wafferläufe nicht genügend in Stand gehalten, uud nicht fähig waren, die Waffermaffe» abzuführeu, ohne auf die Wiesen und Felder zu treten. Ein enormer Schaden ist ent­standen, dadurch, daß die ganzen in den Bächen angesammelteu Schlammmaffen auf die Wiesen geschlemmt wurden uud sich dort Niederschlagen, deshalb ist e» etu Haupterforderniß, daß die Bäche vou dem Schlamm gesäubert uud auf ihren ur­sprünglichen Profilen erhalten bleiben «Affen, um größere Waffermengen, ohne Schaden zu thun, absühreu zu können. Die Erfahrung hat gezeigt, daß auch iu Gemeinden, wo Bäche und Abzugsgräben vorschriftsmäßig hergestellt waren, im Laufe vou zehn Jahren da» Profil de» Baches wieder verschwunden war, deshalb ist el nicht allein mit der Anlage gethan, nein, man muß auch die Bäche auf den Profilen zu erhalten suchen, in denen sie angelegt find. Biele von Ihnen werden schon gesehen haben, daß Bäche, die gerade angelegt waren, mit der Zeit wieder krumme Bogen bekamen, da» hängt damit zusammen, daß fie nicht vou Zett zu Zeit au»« geputzt und gereinigt wurden. Die Uferanwüchse drängen, wenn fie nicht von Zeit zu Zeit entfernt werden, den Waffer- lauf nach der anderen Seite und hier entsteht nun ein Ufer­bruch. Ist ein solcher Uferbruch vorhanden, so wird er immer größer, und der Wafferlauf unregelmäßiger und ver­sandeter. Durch starke Gewitterregen wird Gerölle den Bächen zugeführt und lagert fich dort und verändert auch die Profile der Bäche. In den meisten Wiesenthäleru findet mau die Wafferläufe ziemlich unregelmäßig, und muß man auch tn diesen Fällen, wo künstl ch regnlirte Bäche nicht vor­handen sind, Sorge tragen, daß jene Uferanwüchse zur rich­tigen Zeit entfernt werden, ehe fich vollständige Uferbrüche gebildet haben. Abgesehen von allen Ueberschwernmungen findet man aber auch, daß die allzngroße Feuchtigkeit den Gra-wuch» sehr geschädigt hat. Es find daher Gräben eine dringende Nothwendigkeit, um die übermäßige Feuchtigkeit dem Boden zu entziehen. Die Tiefe der Gräben richtet fich nach der Beschaffenheit deS Boden», ob Lehm oder Sand­boden. Sie werden vielleicht gesehen haben, daß auf vielen Wiesen und Ackerflächen jetzt noch das Waffer steht, ein Be- weis, daß nicht genügend für Abfluß Sorge getragen ist. Gerade dieses stehende Waffer bringt großen Schaden- in vielen Fällen ist es deu etuzelneu Besitzern nicht möglich, allein eine gehörige Entwässerung vorzunehmen, und da wäre e» Sache der Gemeinden, eiuzuschreiten. Ich kann deshalb allen Landwirthen nicht dringend genug anrathen, gemeinsam zu arbeiten, um das Waffer aus dem Boden zu entfernen. Landwirthe, die Jahr für Jahr ihr Land bestellen, wissen, daß Frucht, die auf nicht zu nassem Boden gewachsen, be­deutend besser ist, wie solche, die auf übermäßig nasse« Boden gezogen, deßhalb müssen die Landwirthe, um vorwärts zu kommen, Sorge tragen, daß die Be- und Entwässerung ihrer Felder und Wiesen regulirt ist, und die» ist nur durch gemeinsame Arbeit zu erreichen.

Gebranchömuster-Sinlragung. Kl. 64, 92992. Flaschen- Verschluß für kohlensaure Getränke u. dgl. mit federndem, durch Druckknopf zu öffnendem Ventil mit seitlicher Schnauze, Friedrich Abich, Butzbach, 16. 3. 98. A. 2651.

Au» Oberhessen, 28. Mat. Zur Rehjagd, die be­kanntlich am 1. Mat aufgegangen ist, verlautet au» Jäger- kretsen, daß der Wildstand zumeist sehr gut ist und au» vielen Jagdrevieren schon ansehnliche Böcke zur Strecke gebracht worden sind. Da» Wildpret wird al» vorzüglich bezeichnet uud verschiedentlich hat man bei der Jagd gute Gehörn- an­getroffen. Die Verfärbung der Rehe dürfte fich in acht Tagen vollzogen haben. Wie von Jägern ferner berichtet wird, hat fich da» Niederwild trotz des nassen Frühjahrs, wenige Districte ausgenommen, recht gut vermehrt, so daß in diesem Herbst auf eine gute Niederwtldjagd zu rechnen ist. Mit der Friedberg.Homburger Bahn scheint es endlich Ernst werden zu wollen. Die Offenlegung der den Ban be- treffenden Pläne nebst Bauwerkverzetchniß ist angeorbnet und find Verhandlungstermine tn den betr. Gemeindehäusern vom Großh. KretSamt Friedberg bereit» fiixtrt.

D. Hungen, 28. Mat. Mit Genugthuung können wir auf die Entwickelung blicken, welche in den letzten Jahren die hiesige höhere Bürgerschule genommen hat. Da fich der sprachliche Unterricht außer auf die modernen Sprachen, Franzöfisch und Englisch, auch auf die allen, Griechisch und Lateinisch, erstreckt, so ist e» den Schülern nicht nur ermög- licht, fich eine Bildung anzneigoen, die ihnen für da» practtsche Leben von hohem Werthe sein kann, sondern ist die Schule auch eine vielen willkommene vorbereitnug-anstalt für da» Gymnasium, Realgymnasium und die Realschule und wird auch vielfach al» solche benutzt. Die Schüler, welche in den letzten Jahren abgegangen find, nm fich einer dieser Lehr- anstalteu zuznwendeu, haben denn auch nach regelmäßiger Absolvtrung de» vierjährigen Uoterrtcht»cursn» stet» da» Ziel, den Anschluß au die Obertertia, erreicht und mit diesen Er­folgen der Schule steht e» wohl auch im Zusammenhänge, daß fich die Frequenz der Anstalt von Jahr zu Jahr ge- hoben hat, so daß fie jetzt von 40 Schülern, wovon etwa der vierte Thetl auswärtige find, besucht wird. Staat und Gemeinde haben da» Ihrige gethav, um der Schule diejenige Unterstützung zu gewähren, bereu fie bedarf. Sowohl die Schulräume, wie auch die Lehrmittel find In gutem Zustand

und e» wird dafür Sorge getragen werden, daß die A«stalt in diesen Hinsichten auch tn Zukunft nicht hinter andere« höheren Lehranstalten zurücksteht. So ist denn mit Recht hoffen, daß fich unsere höhere Bürgerschule zum mindeste« auf ihrer jetzigen Höhe behaupten «nb auch 4n Zukunft eine Wohlrhat für hiesige Stadt und ihre Umgebung sein wird, wie fie e» schon tn so vielen Fällen gewesen ist.

Mainz, 30. Mai. Wie die ,Mainzer Nachrichten* * ! vernehmen, besteht im Krteg»minifterium die Abficht, da» Eommando de» 11. Armeecorps von Lasse! zu verlegen. ES ist noch unentschieden, ob die Verlegung nach Mainz oder Frankfurt erfolgen wird. Wie da» genannte Blatt fem.r meldet, werde am 1. October ein Wechsel im hiesigen Gouvernement eiutteten und der seitherige Gouv'.rneur, Herr v. H o l l e b e n, in den Ruhestand treten. Line sür den Reise­verkehr am Rhein nicht unwichtige Neuerung läßt die hiesige Eisenbahudtrecttos auf Veranlassung der Handelskammer t« Bingen vom nächsten 5. Juni ab etnUeten. von da an kau« oämlich der gegen 10 Uhr von Bingen nach Mainz abgehende Güterzug auch al» Personenzug benutzt werden, und zwar wird der Zug an allen Stationen anhalteu. Seither gingen die letzten Personenzüge von Bingen hierher schon kurz ncch 9 Uhr Abend» ab. Der diesjährige Pfingstretse- verkehr am Rhein war so bedeutend wie noch selten. Alle Bahnzüge waren überfüllt, ebenso die Dampfschiffe. Auf fcen großen Rheindawpsern war die Uebersüllung derart, daß so­wohl zu Brrg wie zu Thal eine ganze Reihe Extraschiffe eia- gelegt werden mußten.

Mainz, 26. Mai. Eine wichtige Entscheidung 6c« prinzipieller Bedeutung für die Krankenkassen be» Großherzogthnm» Hessen ist gestern durch Urthel der hiesigen Strafkammer ergangen. Der Rechner von der BetriebSkrankenkaffe der Weisenaner Eewentsabrik war be- schuldigt, gegen die §§ 108 und 151 de» Invalidität»- und Alter»verficherungSgesetze» gehandelt zu haben, al» er aus die Juvalidilät»karte eine» die Fabrik verlaffenden Arbeittr» dkffen dreiwöchentliche KrankhettSdaner eingetragen hatte, während diese Einttagungen erst beim Umtausch der Karten von der aufzurechnenden Behörde stattfinden sollen. Thal- sache ist nun, daß sämmtliche Rechner, ca. 9001000 in Hessen von den Ortskrankenkassen, bis zu den Gemetud:- krankenkaffen, von jeher diese Eintragungen gemacht Haden, auch dann, wenn die Karte noch nicht vollgeklebt war- c» geschah dies, um die Versicherten vor Schaden zu bewahren. Die Strafanzeige ging im vorliegenden Falle von Beamten au» Rheinpreul-en ein, wohin der betreffende Arbeiter ver- zogen war. In Preußen herrschen in Bezug auf da» Klebeshsttm andere Berhältniffe wie bei un», indem dort die Marken nicht von den Krankenkaffen, sondern von den Arbeitgebe-n selbst eingeklebt werden. Herr Justizrath Dr. Reinach sühne bei der Bertheidtgung au», daß die §§ 108 und 151 be» Gesetze» nur den Arbeitgeber habe treffen wollen, wenn er unzulässige, den Arbeiter schädigende Eintragungen über seine Leistungen rc., auf der Karte vorgenommen hätte- der Ge­setzgeber habe aber mit dieser Bestimmung nicht die Eintrag­ungen der Krankeukaffeu über die Kraukheit-dauer gemeint, da mit diesen Einträgen nur die Rechte der Arbeiter gewahrt würden. Die geladenen Bertreter der Ortskrankenkassen uud Gemeiudeverficherungskaffen erklärten, daß fie von jeher ditse Einträge wie der Angeklagte vorgenommen hätten, weil t» für die Versicherten von großem practischem Werthe sei. Herr Regiernng-rath Dietz-Darmstadt, Vorstand der Jnva- lidität»- und AlterSverficherungS-Anstalt für da» Grobherzog- thum Hessen, erklärte, daß diese Einträge allerdings erst ge­legentlich der Aufrechnung vorgenommen werden sollten, doch sei e» bisher iu Hessen im Interesse der Berficherteu in der obigen Weise vou allen Rechnern nicht anders gehandhabt worden. Die preußischen Beamten beanstandeten deshalb stet» die hessischen Karten, und habe er die Rechner jetzt dahingehend instrnirt. Der bisherige Zustand sei allerdings ungesetzlich gewesen. Die Staatsbehörde beantragte ent» sprechende Geldstrafe, das Gericht sprach den Angeklagten frei und legte der Staatskasse die Kosten auf. (M. A)

Worm», 28. Mai. Kürzlich war der zur Wieder­herstellung de» Wormser Domes eingesetzte Kunst­rath, dem von München die Herren Professoren Seidl und Frhr. v. Schmidt angehören, in Worm» erschienen, um die WiederherstellungSarbeiten in Augenschein zu nehmen. Auch wurden verschiedene wichtige Beschlüsse gefaßt. Der Knnst- rath hat sich, wie dieWormser Zig/ mittheilt, außer­ordentlich anerkennend über den Umfang und die stilgerechte Ausführung der bereit» vollendeten Arbeiten, sowie über die Zweckmäßigkeit und Solidität de» Gerüste» ausgesprochen. Nach eingehender Besichtigung der VieruugSkuppel und bei Westchor» einigte man fich dahin, erstere durch zweckmäßig angebrachte Anker zu erhalten zu suchen, hingegen aber do» Westchrr nur insoweit und zwar keilförmig bi» unter die Ro e abzuttagen, als sein Mauerwerk nur allzusehr zerklüftet ist. Bei der Erneuerung soll unbedingt die alte Form beibehalrrir und thunlichft da» alte Material mit großer Pietät benützt werden, so daß da» Westchor von seinem kunstvollen Bau urb seiner malerischen Wirkung nicht» verliere. Die im Innern beschädigten Theile sollen an»gewechselt werden.

Braunschweig, 28. Mai. In Süpplingen erschoß ein 15jähriger Lehrling beim Spielen ein junge» Mädchen, indem er dabei auSrief:Du hast lange genug gelebt/ . Die Kugel drang, wie dieBrannschw. N. Nachr." melden, dem jungen Mädchen in den Kopf und e» war sofort tobt. I

Sernlin, 28. Mai. In Bezania führte ein dortigir Lehrer seine Schüler zum Baden in der Save, ohne vorher die Baffertiefe zu prüfen, vier Schüler find ertrunken. Die aufgeregte Bevölkerung wollte den Lehrer todtschlagen; derselbe wurde von Gendarmen gerettet.

Segen die UederbLrdnng der Sch«üi«der haben unsere Altvordern bereit» zu sehr curiosen Mitteln gegriffen. Al» practische Leute wußten fie bald den Klagen der Kiuber

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