Sofia, 30. Januar. Die Meldung, daß der Fürst beabsichtige, seinen Bruder, den Prinzen Philipp von Coburg zum Oberbefehlshaber der Armee zu erueuaeu, ist unbegründet.
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»•» Vom Laude wird uns geschrieben: Unter den mannigfachen pädagogischen Fragen, die in der heutigen Zeit erörtert werden, findet da» Fiuauzcapitel vom Taschengeld der Schulkinder nicht überall die gebührende Berücksichtigung. ES gehört mit zu den „modernen" Erfind- «ngeu der letzten 27 Jahre, auf die man aber nicht überflüssig stolz zu sein braucht. Wer hat früher etwas von Taschengeld gewußt? In der guten alten Zeit gab eS höchstens als Weihnacht»-, Neujahrs- oder Geburtstagsgeschenk einen „Groschen", seltener ein „Zwetgroschenstück." Wurde das Geschenk in Süßigkeiten angelegt, die hinterher Zahnschmerzen hervorrtefen, daun gab eS eine Tracht Prügel dazu und die Versicherung, daß ein solche» Leckermaul nie wieder Geld bekommen würde! Bon einem regelmäßigen Taschengelde, überhaupt von einem Portemonnaie war keine Rede. Welches Unheil hat nicht alle schon da» Taschengeld veranlaßt. Prahlerei, die Sucht, nach außen zu glänzen zeigt sich schon bei der Schuljugend, die über Taschengeld verfügt. Ja leider hat er schon oftmals Beraulaffung zu häuslichen trüben Scenen gegeben. Die Annahme, mau müffr die Jugend zur rechten Zeit daran gewöhnen, mit Geld richtig umzugehrn, ist nicht unzutreffend, aber daraus folgt auch, daß mau die rechte Zeit wählt und auch da» richtige Umgehen mit dem Gelde achtet. In dieser Beziehung wird noch gar viel seitens der Eltern gesündigt. Sollten doch alle Eltern und Erzieher darauf mehr Rücksicht nehmen uud stets darauf achten, daß bet den Kindern Genügsamkeit uud Selbstzufriedenheit erhalten werden.
R. TraiS-Horloff, 29. Januar. Als ein Zeichen, daß bet unseren Bergleuten der Sinn für Kaiser und Reich recht hoch steht, ist es zu betrachten, daß die Bergleute am Abend von Kaiiers Geburtstag, hoch oben auf der Ber- biudungsbrücke zwischen Förderthurm uud Fabrik der „Grube Friedrich", ihren patriotischen Gefühlen dadurch Au-druck verliehen, daß sie die Lieder „Heil Dir im Siegerkranz" und die „Wacht am Rhein" zum Vortrag brachten. Es war ein erhebender Anblick, die etwa 30 Mann starke Belegschaft der Nachtschicht, mit ihren hell flackernden Lampen sm Hut, zu beobachten- sodann verschwand ein Licht nach dem anderen in die Tiefe de» Schachtes, wo die Bergleute ihrem schweren Beruf in Erwartung des Lohne» freudig obliegen.
E. Echzell, 28. Januar. In unserer Gemarkung giebt es noch Hasen,- bei dem gestrigen Treiben wurden 87 und bei dem kurz vorhergehenden Treiben wurden 149 Langlöffel erlegt.
B. AuS dem Kreise Büdingen, 28. Januar. Die erweiterte Handwerkerschule zu Nidda erhielt einen Staatszuschuß von 700 Mark und diejenige in Büdingen einen solchen von 750 Mark. Beide Anstalten gedeihen zusehends und haben schöne Erfolge aufzuweiseu.
□ Darmstadt, 29. Januar. An der Technischen Hochschule ist jetzt die Einrichtung getroffen, daß die Studireudeu zur Erlangung eine» Ausweises über Fleiß und Leistungen am Ende jeden Semesters sich einer Freiwilligen Prüfung unterziehen können, wobei auch die Wahl der Lehrfächer dem Betreffenden freisteht. Die darüber ausgestellten Zeugniffe sollen mit zur Grundlage bet Verleihung von Stipendien dienen. — Shakespeares „Biel Lärm um Nichts", feit vielen Jahren hier nicht mehr gegeben, wurde gestern an unserer Hofbühne reactivirt und fand bet ziemlich besetztem Hause eine beifallsfreudige und warme Aufnahme. In den besonders hervortretenden Rollen des „Benedix" und der „Beatrice" zeichneten sich Herr Ottbert und Frl. Cramer besouderS aus. — Der gestern verstorbene frühere Hofschau- spieler Hermann Butterweck, der tu den letzten Jahren fast blind war, gehörte über 30 Jahre unserer Bühne als eine der ersten Zierden an. Seine Leistungen al» „Schneider" im „LumpacivagabunduS", als „Registrator auf Reisen", in „Robert und Bertram", aber auch in ernsteren Rollen („PoloniuS" im „Hamlet", „Klosterbruder" tu Lessing» „Nathan") find bisher hier nicht erreicht, geschweige denn übertroffen worden.
nach seine scheene Melledie unn is uns Gieffer so rächt aus'm Herze geschriwwe!
Beim Klang vom Gieffer Liedche hawwe alle Derke unn Derkinne mit Stolz um sich geguckt unn von jegliche Gesichter könnt mer ablese, was sich en Mensch druff zu Guts dhun kann, wann er des Glick hat, Gieffe sei Vatterstadt ze nenne unn iwwerhaapt „ächt von häi" ze sei.
Die herrliche Narrnsitzunge, die glanzvolle Maskebäll unn die scheene FastnachtSzüg — Alles iS verschwunne; kaan Mensch hott je Widder en Finger krumm gemacht, um den tobte Carneval noch emol zum Lewe ze erwecke.......
Das sinn schon immer zwanzig Jahr!
Mer sollt denke, während so ere lange Zeit hätt mer doch dem Carneval in Gieffe Widder e Heim verschaffe kenne. Es iS doch aach net aazenemme, daß die Gieffer in em Zeitraum von zwanzig Jahr dommer geworde weru oder ehrn gute Humor, den se doch sonst bei alle Gelegenheite net mit* zebringe vergesse, ganz eigebießt hätte.
Awwer merkwerdiger Weis iS heutzedag nix mehr uff die Baa ze bringe.
Die paar Carnevalsgesellschafte, die jetzt dem närrische Gott Jocus ehrn Tribut zolle, möge ja des beste Bestrewe hawwe, awwer es fehlt an de richtige Begeisterung for die Sach beim große Publikum, ohne daß mer ewwe nix aus- richte kann.
So halt dann unser Carnevcll wenig Aussichte, sich noch emol emporzeschwinge zu seine.ästige Höh.
A.8t. Darmstadt, 28. Januar. Auf die von der Prager deutschen Studentenschaft einmüthig gegen da» verbot des Farbeutrageu» gefaßte Resolution hat die Darmstädter Studeuteufchast folgende Antwort nach Prag gesandt:
Liebwerthe Commilttonen!
Die heute zu einer außerordentlichen Versammlung zusammengetretene Studentenschaft der Technischen Hochschule zu Darmstadt hat mit tiefer Entrüstung von dem ungeheuerlichen Eingriffe Euerer Regierung in die von den deutschen Fürsten früherer Zetten wohlverbriefteu Rechte der akademischen Jugend auf allen hohen Schulen deutschen Ursprung» Keunntniß genommen. Wir empfinden mit Euch die Schmach, die der gesawmteu deutschen Studentenschaft durch diese eigenmächtige Verfügung de» Kaiserlichen Statthalters im Böhmerlande zugefügt worden ist und erkennen es mit hoher Befriedigung au, daß Ihr iu solcher Eiumüthigkeit für die Vorrechte deutsch-akademischer Bürgerschaft eingetreten seid.
Zum Akademikertage iu Lettmeritz einen Vertreter zu entsenden, sind wir zu unserem tiefsten Bedauern wegen der Kürze der Zeit nicht tu der Lage. Wir wünschen den Verhandlungen einen für AllgermautenS Ehre würdigen uud erfolgreichen Verlauf und richten an Euch die Bitte, uns über Euere Entschließungen möglichst bald Mittheilung machen zu wollen. Jeder nur möglichen thatkräftigen Unterstützung unsererseits könnt Ihr Euch überzeugt halten.
Zu Euerem Kampfe gegen den frevelhaften Ueber- muth des in da» deutsche Böhmen eingewanderten Tschechenvolkes haben wir Euch bereit» einen WrthnachtS- gruß gesandt und wiederholen heute: „„Donnernde» Heil der alldeutschen Sache und deren kühnen Verfechtern!""
Mit treudeutschem Gruße!
Die Darmstädter Studentenschaft.
Ein Sprüchwörterfex.
„Die schlechtesten Wespen sind et nich, die an die Früchte nagen." Mit diesen Worten schob er sich durch die enge Thür in den Anklageraum hinein. Bors.: Sie heißen M., sind 52 Jahre alt und nennen sich „Rentier"? — Angekl.: Det bin ick mit Recht, denn ick beziehe eene Jnvaliditätsrente. Mit vielem kommt man aus, mit wenig hält man Haus. — Bors.: Genug davon. Sie sind beschuldigt, am Nachmittage des 24. December vorigen Jahres den Restaurateur B. ge- mißhandelt zu haben, räumen Sie dies ein? — Angekl.: Lüjen haben kurze Beene. — Bors.: Das kann ich also wohl als ein Geständniß auffaffen? Wie kann ein unbescholtener Mann am Heiligabend auf offener Straße eine solche Ausschreitung begehen? — Angekl.: Man muß die Feste feiern wie sie fallen. Ich könnte ja ebenso gut sagen, warum konnte er die Sache nich mit dem Mantel des Schleiers zudecken, anstatt sie zur Anzeige zu bringen? Ick bleibe nich ferne Jemanden wat schuldig un Jelegenheit bringt Hiebe. — Bors.: Lassen Sie diese verblümten Redensarten und drücken Sie sich vernünftig aus. Erzählen Sie den Vorfall. — Angekl.: Det mag so im October jewesen sind, da komme ick in eene Restauration in die Rathenower- straße, wo ick frieher noch nie jewesen war. Da steht een feiner Herr am Schänktisch und redt mit dem Wirth. Er kommt mir so sonderbar bekannt vor un richtig, als ick ihn näher in't Profil faßte, da war er't ooch. Er hat vor un» jefähr drei Jahre een feinet Jeschäft jehatt un war denn nach Amerika jejangen. Ick kloppe ihm uff die Schulter un sage: „Fritz, sage ick, Mcnsch, wie bist Du nobel jeworden!" Ra, er kennt mir denn ooch sofort wieder un freut sich un jiebt eene Lage nach die andere zum Besten. Un denn erzählt er, det er et in Amerika jeschafft hätte, un er hätte dort drei Rllterjüter, wovon jedet jut un ferne so jroß als ’ne kleene preußische Provinz, un wat seine Oberinspectoren wären. die hätten jeder vier Reitferde, indem sie sonst nich rum kämen, un wenn dort alle drei Monate die jroße Tabaks ernte stattfände, denn müßte er sich immer von den Herrn amerikanischen Präsidenten so'n kleenet Armeecorps zuborjen, indem er sonst nich fertig werden würde. Un nu wäre er man schnell mal nach Berlin jekommen, weil er Prof. Begas engajiren wollte, der sollte ihm für feinen Marstall die Bild-
So lang nor e Handvoll Studente am Fastnachtsdiens- tag uff de Gaffe ehr Tollheit treibt, so iS das kaan Carneval, der erer Stadt wäi Gieffe wirdig is.
Drum uff, Ihr Schoode, unn bringt de Prinz Carneval in Gieffe Widder ze Ehrn!
Wäi sriher noch die Türke hauste In unferm Giesse an de Lahn, Da traf mer stets ze alle Zeite, Viel Witz, Humor unn Kohl aach an; Da fprihte fo die Geistesfunke, Aich mach Euch heut noch druff e Wett, — Daß die Philister oft gekrifche: „Fer möglich hohle follt werfch nett!"
Unn als nach feine fchönste Dage De Carneoalverein schlief ei, Kaa Raflelfchneck follt mehr erscheine, Kaa Sitzung unn kaan Zug sollt fei, — Da gabs e ßammebirn in Gieffe, In jedem HauS, da war die Redd, — Es war so fchee doch stets gewefe: „Fer möglich hohle follt merfch nett!"
Jetz ruht err fünft fchont feit Jahrzehnde, De Carneoalverein Derkei;
Doch Niemand ließ zum Ufferwecke DeS Jnngefchlofne sich ebbei.
Schlaf weiter drum, du ruhst in Friede — Vielleicht kemmt Aaner an bei Bett Um dich zu neuem Glanz ze wecke . r. . . So ganz unmeglich werfch ja nett!
Hauerarbeit machen. — Bors.: Nun, kur; und gut, er hat Ihnen also tüchtig etwas vorgelogen? — Angekl.: Ja, bet wußte ick damals aber nich, denn er machte dabei een Gesicht so ehrlich als 'ne Töpperschürze. Un wie er so weiter erzählt, da zeigt er mit eenem Male mifn Finger uf die Straße hinaus, wo een feinet Fuhrwerk mit eenen eleganten Kutscher hält. Sieh, sagte er, da hält mein Wagen. Weeste. meent er denn, du kannst een Ende mit mir spazieren fahren, ick will hier blos noch schnell mit dem Wirth en kleenet Jeschäft erlebijen, jeh man raus unb setz bir in ben Wagen unb sag bem Kutscher, er soll en paar mal langsam in ber Straße uf- un abfahren, bie Trakehner finb bet Stehen nich jewöhnt, un er käme ooch halb raus. Unb beim jab er mir noch erst eene von feine eijenen Cijarren, bie janz in Silber injewickelt war, un schiebt mir sachte zur Thür hinaus. Fritz, sage ick noch, wat mußt bu reich jeworben finb, aber nimm dir in Acht, Hochmuth kommt vor bem Fall. Ach wat, tneente er, wat ber Mensch hat, muß er brauchen. Ick benn nu raus un birect uf ben Wagen zu. Als ick so uf’n Tritt stehe, sage ick ben Kutscher Bescheeb, ber mir zwar so'n bieten überrascht ankiekt, aber doch an seine Hutkrempe faßt, unb ick schmeiße mir mit ’n jewiffen Aweck in bie Ecke un rooche die versilberte Cijarre. Sie schmeckte niederträchtig un biß wie Jift uf die Zunge, aber ick dachte, det müßte so sind. Ick mußte ville ausspucken un jedesmal kiekte der Kutscher sich um un warf mir so'n merkwürdijen Blick zu. Wir waren woll so'n Stückener dreimal uf- un abjefahren, da hörte ick hinter mir, wie eene scharfe Stimme „Johann" rief. Mein Kutscher kriegt'n Schreck un hält uf der Stelle. Mit jroße Schritte kommt een oller würdijer Herr jejangen mit eenen schneeweißen Schnurrbart, der man ordentlich so zitterte. „Johann!" ruft er un zeigt uf mir, „ist er verrückt geworden? Was ist das für ein Mann? Wie kann er sich unterstehen, fremde Leute in meinem Wagen zu fahren?" „Excellenz", stammelte nu der Kutscher, er sagte Excellenz hätten befohlen . „Hinaus!" rief der olle Herr mir zu un ick springe denn ooch raus, wie aus die Pistole jeschoffeN. Mir war inzwischen een Licht uffjejangen, det der B., der schon früher immer faule Witze im Kopp hatte, sich eenen Feez mit mir jemacht hatte un wat sollte ick weiter machen? Ick zog meinen Hut un sagte dem ollen Herrn, det sie mit mir Schindluder je* trieben hätten. Meine Cigarre hatte ick schon wegjeworsen. Un er kiekt mir in die Dogen, bet ick denke, er tarnt mir in’t Herz sehen un denn lächelt -er so'n bisken un sagt, ick solle mir uf een ander Mal bester vorsehen, er wollte von dieser Jeschichte nichts machen. Un denn mußte der Kutscher den Sitz abbürsten, wo von meine Cigarre etwas Asche uf- jefallen war un benn setzte er sich rin unb fuhr bavon. Ick kochte man so vor Wuth. Det Schaufenster in ber Restauration, wo ick jewesen war, war bicht mit Jesichter besetzt, bie unbänbig lachten. Ja, benke ick, wer ben Spaten hat, brauch für’t Loch nich zu sorjen, jehe aber boch rieber, well ick jejen ben Amerikaner Revantasche ausüben wollte. Aber er hatte sich bereits bünne gemacht. Der Wirth sagte, bet wäre een Bierreisender un een janz vermooster Kerl. Weiter kennte er ihn ooch nich, aber sie hätten lange nich fo herzlich gelacht, ba blieb feen Doge brocken. Ick konnte weiter nifcht machen, fonbern mußte jehn. Am Heilig Abenb jehe ick burch bie Jnvalibenstraße. Mit eenem Male sehe ick ihn vor mir jehen. Ick hinter ihm her un als ick ihn habe, lösche ick ihm mit furchtbarer Schnelligkeit so'n Stückener sechs Dinger mit meinem Spazierstock über bet Kreuz. Im fing sofort ber Äthern aus. Ick sagte weiter nischt als: Du hast Helle roleber ben jroßen Erntetag, Fritz, benn wat ber Mensch säet, bas wirb er ernten. — Bors.: Run ist bie Geschichte wohl zu Enbe. Nach bem ärztlichen Attest ist er zehn Tage bettlägerig gewesen. — Angekl.: Da hat er ja Zeit gehabt, sich neue Schosen auszudenken, aber mit mir macht er sie nicht wieber. — Mit Rücksicht auf bie ganze Sachlage kommt ber Angeklagte mit einer Gelbstrafe von 30 Mark bavon. Er will auch biefe nicht zahlen, sondern Berufung einlegen. Er entfernt sich mit ber Bemerkung, baß noch nicht aller Tage Abenb sei._______________________________(B. Z.)
vermischte».
* Berlin hat mehr Aerzre al» die einzelnen Provinzen von Preuken, außer den Rheinlanden. Nach dem Reich»« Medicinalkalenber von Eulenburg-Schwalbe ist im Stadtkreis Berlin bie Zahl aus 2196 gestiegen gegen da» Bv'jahr -s- 119. Die Rheinprovtnz hat 2355 Aerzte, die Mark Brandenburg 1379 (— 766). In ganz Preußen beträgt die Zahl 14,957 (-j- 606 — 4,2 v. H.), im deutsche« Reiche 24,873 (-f- 873 = 3,5 v. H.). Auf 10,000 Ein- wohner kommen Aerzte: tat deutschen Reiche 4,75, in Preußen 4,68, in Bayern 4,64, in Sachsen 4,84, in Württemberg 4,04, in Baden 5,49, in Hessen 6,30, in Mecklenburg- Schwerin 4,47, in Elsaß-Lothringen 4,45, in Hamburg 7,61, in Bremen 6,77 und Lübeck 7,92. In der Mark Brande«« bürg kommen 4,88 Aerzte auf 10,000 Einwohner.
* Brünn, 27. Januar. Während der heutigen Land- tagSsitzung erschien plötzlich im Saale ein ärmliches Weib mit einem Kinde auf dem Arme unb ries czechisch, die Abgeordneten möchten ihrem Manne, einem gewesenen Lehrer Namen» Engelbert Gridil, die Gnadengabe, um die er seit vier Jahren nachsuche, endlich bewilligen, damit die Familie nicht Hunger» sterbe. Zugleich betrat ihr Man« den Laudtag»saal unb richtete bie gleiche Birte an ba» Hao». Da Selbe nicht gutwillig den Saal verlaffen wollten, wurden sie unter großem Jammergeschrei burch die Diener entfernt. Die Scene tief große» Aufsehen hervor.
• Pari», 27. Januar. Au» Lyon wirb gemelbet, daß ber Maffenmörber Bacher, ber im Gefängntffe St. Paul auf seinen GetsteSzustanb hin untersucht wirb, gestern einte Mordversuch gegen ben ihn überwachenben Wächter unter« nommen hat. Al» berselbe nämlich in bie Zelle be» Verbrecher» trat, erhielt er von diesem mit einem Stuhle einen furchtbaren Schlag über den Kopf. Der Beamte, obgleich betäubt, vermochte um Hilfe zu rufen, so daß andere Wärter


