Ausgabe 
1.2.1898 Erstes Blatt
 
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lands auf de» Spiele steheu, nach der englischen Seite hin zu gravitiren.

verli», 30. Januar. Nach den Berhandluugen des TinigungSamteS des GewerbegerichtS tu Sachen des Schuh, «acherstrike» ist der Strtke bis auf Weiteres beigelegt worden.

Berlin, 29. Januar. DasBerl. Lagebl." schreibt: »In Königsberg find Gerüchte in Umlauf, die wir von hier nicht coutrollireu köuueu und daher unter aller Reserve »tedergebeu, Gerüchte, die sich auf eia Duell beziehen, welches zwischen dem Oberpräfideuteu Grafen Wilhelm v. BtSmarck uad dem Oberpräfidialrath Dr. Mallbach stattgefunden habe. Das Duell, bei welchem der Ober- prLfidialrath Dr. Maubach verwundet worden sei, soll seine Ursache in persönlichen Zwistigkeiten gehabt haben, welche auch die Veraulaffung zu der Versetzung deS Oberpräfidial- rathS nach Berlin gewesen fei.*

Köln, 29. Januar. DerK. Z." wird aus Loudon telegraphtrt: Zwei einander folgende CabinetSräthe haben gutem Beruehmen nach die schwebende Frage der chiuefischeu Aoleihe, insbesondere die von russischer Seite augefochtene Erklärung wegen Talteuwan nicht zur Entscheidung gebracht. Roch immer scheint eS ungewiß, ob die entschiedenste Richtung im Eabtuet die Oberhaad gewinnen werde über die Leitung de» Auswärtigen Amts, die einem Ausgleich zuzustreben nicht abgeneigt fein soll, Taltenwan auch zu der russischen Sphäre gelten zu lassen, falls Rußland entgegenkäme und aus eigenem Antriebe bezüglich Talienwan für den allgemeinen Handel gleiche Zugeständnisse wachte wie Deutschland htufichtlich Kiao- Tschau.

Kaiserslautern, 30. Januar. Bei der gestrigen Stich. Wahl für den Wahlkreis Homburg Kusel wurden für Schmitt (aatl.) 8285 und für Lucke (Bauerobuud) 6755 Stimmen abgegeben. Von 18 Orten fehlt das Resultat noch, doch ist die Wahl Schmitts sicher.

Arr-lav-.

Prag, 29. Januar. Einer Meldung derPolitik" zufolge soll Böhmen in 120 rein czechische und 79 rein deutsche, sowie in 21 gemischtsprachige Bezirke eingetheilt werden.

Leitmeritz, 30.Januar. Heute wurde hier der deutsche Volk»tag unter dem Vorsitz des Abgeordneten Funk- ab- gehalten; eS nahmen daran zahlreiche Bürgermeister der umliegenden Städte und unter Anderen auch der Abgeordnete Wolss Thetl. Es wurde ein Beschluhantrag angenommen, <u welchem von der Regierung die Gewährleistung vollen Schutzes für die uneingeschränkte persönliche Freiheit, sowie für die statutarisch festgestellten akademischen Rechte und Freiheiten der deutschen Hochschüler in Prag gefordert wird. Kerner wurde unter Hinweis auf die Angriffe, denen die deutschen Hochschülrr in Prag von Seiten der tschechischen Bevölkerung ausgesetzt seien und welche eine Verlegung der deutschen Hochschulen in den Bereich deS deutschen Sprach, gebiet» Böhmen» ersorderlich machten, die Zustimmung zu den Beschlüssen deS gestrigen AkademikertageS ausgesprochen.

Rom. 30 Januar. Die Versammlung der Ar. beitervereine und der Socialdemokraten wird trotz deS polizeilichen Verbotes für heute erwartet. Man fleht daher dem heutigen Tage mit großen Befürchtungen entgegen.

Brussel. 30. Januar. Sämmtliche Professoren der hie- figen Untverfiiät sandten an Emile Zola eine Sympathie­kundgebung.

Pari», 29 Januar. Bei Gelegenheit des Festes zu Ehren Karls de» Großen schaarten sich einige Hundert Gyrn- uafiasten Nachmittags hinter der Madeleinekirche zusammen, u« gegen Zola eine Kundgebung zu veranstalten. Sie wurden von oer Polizei zerstreut. Ungefähr dreißig wurden verhaftet, weil fle sich weigerten, weiterzugehen.

Loudon, 30. Januar. DerManchester Guardian" erfährt: Während die Beziehungen zwischen den Cabinetten von London und Petersbung wegen der chinesischen Frage noch vor wenigen Tagen beträchtlich gespannt waren, sei plötzlich eine sehr bemerkeuSwerthe Wendung eiugetreten. Der britische Botschafter in Petersburg habe dem Vernehmen nach mit dem ruffischen Finanzminister ein Abkommen getroffen, wonach die chinesische Anleihe zu den von dem britischen Botschafter in Peking vorgeschlagenen Bedingungen ausgegeben werden soll.

Madrid, 30. Januar. Der Verein der spanischen Schriftsteller beglückwünschte Zola zu seinem Anklage, brtef an Faure. Sämmtliche spanischen Blätter nehmen für Zola Partei.

Kaadta, 30. Januar. Die christlichen Führer beschloffeu, an die Großmächte wegen der sich täglich verschlimmernden Lage auf der Insel, die Bitte zu richten, die Candidatur de» Prinzen Georg von Griechenland für den Gouverneurposten in Kreta zu billigen.

Locales tmb provinzielles.

Gießen, den 31. Januar 1898.

(hnpfanß. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog empfingen am 28. Januar im Kgl. Schloß in Berlin u. A den Oberst v. Wartenberg und den Hauptmann Stump ff vom KriegSmiutsteriuw.

Die Wiedereröffnung der neu hergestelltes Stadtkirche, über deren Umbau wir in voriger Nummer berichteten, fand gestern durch eine einfache Feier statt. Der Eingang zu dem etwa dreivtertel Jahr larg geschlossen gewesenen Gotteshaufe war mit Pflanzen decortrt. Schon eine halbe Stunde vor der für den Beginn des Gottesdienstes festge. fetzten Zeit begaben sich die Theilnehmer nach der Kirche, die bald bis auf den letzten Platz gefüllt war. Nach einem Orgelpräludium, da- die herrlichen Töne der neuen Orgel zu Gehör brachte, fang der Evangel. KirchengefangvereinHoch thut euch auf, ihr Thore der Welt", welchem Vortrage die Gemeinde mit dem LiedeKomm heil'ger Geist" folgte. Bei

den übrigen Chören wirkte die Chorfchule mit.' Eingang». fpruch, Weihegebet, Schriftlefung (Psalm 84), Glauben». bekenntniß, das Allgemeine Kirchengebet, die Verkündigungen und der Segen wurden von Herrn Pfarrer Dr. Grein ge­sprochen, die Predigt, der der 5. BrrS des 21. CapitelS der Offenbarung Johannes zu Grunde gelegt war und in welcher auf die Bedeutung de- Tage» für Kirche und Gemeinde hin» gewiesen wurde, von Herrn Pfarrer Schlosser gehalten.

* Oberheffische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. In der ersten diesjährigen Sitzung sprach Herr Professor von Wagner über Regenerationserfcheinungen bei den Thieren. Der Vortragende erörterte zunächst an geeigneten Beispielen den Begriff der Regeneration und gab dann im Anschluffe an das zoologische System eine ge­drängte Uebersicht über das RegenerationSvermögen der Thiere und zwar sowohl in extensiver Hinsicht, also in Bezug daraus, in welchem Umfange erlittene Einbußen auf regenera­tivem Wege ersetzt werden können, als auch in intensiver, d. h. bezüglich de» Umstandes, wie oft ein Thier denselben Verlust durch Regeneration zu paralhfiren vermag. Da zu derartigen Feststellungen die Untersuchung der im freien Naturstande an den Thieren zu beobachtenden Regeneration». erscheiuungen nicht ausreicht, weil sie allzu sehr vom Zufall abhängt und naturgemäß überdies recht unvollkommen fein wuß, hat man, zumal in den letzten Jahren den experimen­tellen Weg betreten und durch operative Eingriffe gegenüber jenen natürlichen Regenerationserfcheinungen eine Fülle künst. lich bedingter hervorgerufen, deren Studium erst tiefere und auch weiterhin Erfolg versprechende Einblicke in die Regene- rationSfähigkeit der Thiere eröffnete. Auf solcher Grundlage besprach der Vortragende, mit den einfachsten Lebensformen, den Urtierchen, beginnend die Regenerationserscheinungen der Schwämme, Polypen und Quallen, der Seesterne und See­walzen, der Würmer, Gliederfüßler und.Weichthiere und endlich der Wirbelthiere. Auf Grund der gegebenen Dar- legungen führte der Vortragende weiter au-, daß da- Regenerationsvermögen der Thiere mit zunehmender Compli- cation des Baues zunächst in extensiver Beziehung merklich abnehme- Gliederfüßler, Weichthiere und Wirbelthiere ver. mögen nur mehr den Verlust einzelner bestimmter Organe zu ersetzen, während die übrigen Thiere im Stande find, au- oft sogar ganz unscheinbaren Stücken ihre- Körpers ein vollkommenes neue» Individuum zu erzeugen. Wo das RegenerationSvermögen auf bestimmte Organe beschränkt ist, erscheint es in intensiver Hinficht meist sehr entwickelt- die betreffenden Organe find äußere Theile wie Beine oder Kiemen. Ganz allgemein kann man sagen, daß da» Regene. rationSvermögen der Thiere, die im Waffer leben (ausge­nommen die Fische), größer ist als dasjenige der Landbewohner; ebenso verhält es sich mit den festfitzenden Thieren gegenüber den freibeweglichen, überall ober ist die Fähigkeit zur Regeneration in der Jugend erheblicher als im fertigen, geschlechtsreifen Zustand. Das RegenerationSvermögen ist eine in hohem Maße nützliche Eigenschaft der Thiere, eine Schutzeinrichtung für dieselben, was, abgesehen von anderen Erwägungen, schon auS der Thatsachr hervorgeht, daß diese» Vermögen, soweit nur der Grad der Cümplication im Bau es gestattet, immer dort und für diejenigen Theile besonders ausgebildet ist, wo die natürlichen LebenSbedtngungen über­haupt größere Einbußen oder doch den Verlust bestimmter Theile bei den Thieren mit sich bringen. Im letzteren Falle sind es gerade äußere Organe wie Beine oder Kiemen, die dem Angreifer zunächst und leicht zum Opfer fallen. Die Fähigkeit, gerade diese und keine anderen Organe wieder erzeugen zu können, läßt uns die Bedeutung des Regenerat onS- vermögens als einer Schutzeinrichtung ganz besonders deutlich erkennen.

**Madttheater. Zum Benefiz für Frl. Margareta Würdig kommt Mittwoch Abend(Ein Tropfen Gift", Schauspiel von Oscar Blumenthal, zur Aufführung. Der geistreiche Verfasser befaßt sich in dem Stück mit der Medi- sance in den höheren Gesellschaftskreisen. Frl. Würdig, die Heroine unserer Bühne und durch ihre Leistungen geschätzte Künstlerin, wird in der Rolle derHertha" an diesem Abend Gelegenheit haben, ihr großes Talent aufs Neue zu offen­baren und ein, hoffentlich recht gut besetztes Haus damit erfreuen.

Oeffeutliche Lesehalle und VolkSbibliothek. Die Frage, wie setzt sich das Publikum, das die öffentlichen Lesehallen und Volksbibliotheken benutzt, zusammen, hat sich gewiß mancher unserer Leser vorgelegt, der das beobachtet, waS bisher in Gießen in dieser Angelegenheit geschehen. Wir haben nach der ersten im December v. I. abgehaltenen Ver­sammlung einige Mittheilungen aus dem Jahresbericht der öffentlichen Lesehalle zu Jena veröffentlicht, welche tu großen Zügen Antwort geben auf die Fragen:WaS liest daS Publikum der Volksbibliothek?" undWie viel liest e» von den einzelnen Gattungen der gebotenen Seciiire?" Die Verwaltung der Lesehalle zu Jena hat nun ihrem ersten Bericht einen zweiten folgen lassen, der über die Frage:Welchen Schichten der Bevölkerung kommt die Errichtung des Institut» vornehmlich zu gut?" Antwort gibt. Wir lassen nachstehend einige An- gaben darau» folgen, weil wir annehmen können, daß die diesbezüglichen Verhältnisse Jenas mit den hiefigen einen Vergleich zulafftn. bezw. den unferrn gleichen. Das Publikum der Jenaer Biblio.hek bestand im ersten Betriedsjahre (vom 1. November 1896 bi» 31. October 1897) aus 3539 Per- Jonen. Don diesen entfielen auf Jena 2966, die Übrigen auf z. Th. eingemeindere Orte und die nähere Umgebung. Nach Alter und Geschlecht vertheilt die Summe sich iolgender- maßen: Männliche Personen: jugendliche 981, er- wachsene 1782, Summe 2763. Weibliche Personen: jugendliche 167, erwachsene 609, Summe 776; in Summa 1148 jugendliche beiderlei Geschlechts, 2391 erwachsene beiderlei Geschlechts, 3539 inSgefammt. Scheiden wir nun die beiden Hauptsummen von 2763 und 776 Personen in Gruppen nach ihren Berufsständen. Die Rücksicht muß dabet sein, so wett irgend möglich, die bemittelteren Stände, für

- welche eine öffentliche unentgeltliche Bibliothek kein unbe- dingte» Bedürfniß ist, zu trennen von den Unbemittelteren, tie ohne ein solches Institut nie ausreichend zum Lesestoff | fäe geistige Beschäftigung und Fortbildung gelangen würden. i ®» ergibt sich dann folgende Aufstellung: A. Männlich e Personen. Berufslose, Rentner, Unbestimmte 47, Schüler (im Alter von über 14 Jahren) 178, Studenten 245, Pro- fefforen 9, Gelehrte, L teraten, höhere Beamte 58, Techniker höherer Bildung 34, Künstler 6, Handwerksmeister, selbst- ständige Gewerbetreibende, Kaufleute, Buchhändler 254, i Lehrer, Schulvorstände 47, Subaltern-, Unter- und Bürean- I beamte 89, Landwirthe (durchweg Kleinbesitzer) 64, Gärtner ! 13, Musiker, Zeichner, Modelleure 25, Schreiber 45, Diener, : Portiers, Kellner, Wärter, Kutscher 73, Handarbeiter, Tag- löhner, Heizer 127, Handwerk-gehilfen und -Lehrlinge 833, Gehilfen und Lehrlinge aus technischen Berufen 616, mSge- , sammt 2763. L. Weibliche Personen. Unbestimmbare 17, Familienangehörige und Wittwen der bemittelten Stände, I Rentnerinnen rc. 262, verschiedene BerusSthätige der ge- bildeten und bemittelten Stände 16, selbstständige Gewerbe­treibende 35, Lehrerinnen und Schulvorstände 25, Schäle- rinnen (im Alter von über 14 Jahren) 16, Pflegerinnen, Stützen" 9, Nähterinnen, Schneiderinnen, Stickerinnen, Ver- i käufertnuen rc. 43, Arbeiterinnen, Wärterinnen, Dienst­mädchen rc. 50, Familienangehörige und Wittwen der unbe­mittelten Stände 303 (hierbei viele arbeitende Personen der wenig einträglichen Beschäfttgungen), inSgefammt 776. Die I Zahlen bedürfen keiner ausführlichen (Erläuterung; sie stellen bie Verhältnisse auch ohne solche klar genug. Im Ganzen ergeben sie ein sehr erfreuliches Resultat. Nur fallt dasselbe unter dem TitelWeibliche Personen" wett weniger stark zu Gunsten der unbemittelten Stände an», als unter dem anderen. Mag auch die Frauenwelt im Allgemeinen weniger Bedürfniß nach Seetüre fühlen, als die der Manner, und dies nament­lich in den Schichten, welchen keine höhere Schulbildung zu Theil wird, so trägt zu dem Ergebniß doch zweifellos auch bei, daß die Frauen dieser Klaffen bei der doppelten Be­lastung mit Erwerbs- und Hausarbeit weit weniger Freiheit zur Lectüre haben, als die Männer eben derselben Kreise. Zum Schluß wird mitgetheilt, daß die Benutzung der Bibliothek noch immer in schneller Zunahme begriffen ist. Die Ausleihziffern der ersten Monate im neuen Betriebs- jähre waren erheblich höher, als in den entsprechenden Monaten des Vorjahres und zugleich bet Weitem die höchsten, welche seit dem Bestehen der Bibliothek vorgekommen find. Die Bibliothek ist in Folge einer großen Schenkung in der Lage, Anschaffungen von etwa 500 Bänden zu machen.

Wetterbericht. Der Luftdruck hat in Central- und Süd-Europa noch weiter an Jntenfität gewonnen und beträgt im Kern des barometrischen Maximums über Mittelfrankrelch und Westdeutschland mehr als 780 Mlllimeter. DaS gestern noch im Nordosten lagernde Minimum ist ostwärts abgezogen, eine neue Depression ist wieder vor der nördlichen norwegi­schen Küste erschienen. In Centraleuropa selbst herrscht ruhige», in den Morgen- und Abendstunden im Flachlaude vielfach nebeliges und für die Jahreszeit mildes Wetter. Voraussichtliche Witterung: Fortdauer des bestehen, den WittrrungScharacterS.

K. Hanfes b. G., 30. Januar. Gestern Abend feierte der Kriegerverein zu Hausen in dem festlich becorirten ©aale deS Gastwirth H. Fink den Geburtstag Sr. Majestät Kaiser Wilhelms II. mit Mufik und Concert. ES wurden etliche Toaste seitens des Präsidenten und verschiedener Kameraden ausgebracht. Heute Morgen folgte Kirchenporade.

4- Nidda, 31. Januar. (Ein Metzger auS unserer Gegend, der schon wiederholt wegen FletschschmuggelS bestraft worden ist, hotte unlängst mit Umgehung de» für Frankfurt bestehenden Schlachthausregulativ» Fletsch nach dorten absetzen wollen. Do er hierbet jedoch ertappt wurde, verurtheilte ihn vorgestern die Straskommer zu drei Wochen Haft und tu die Kosten des Verfahrens.

A Mainz,30. Januar. Die hiesige Handel s kammer beging heute die Feier ihre» lOOjährtgen Bestehen». Neben der Herausgabe einer vorzüglichen Denkschrift über den Ver­lauf und die Entwickelung des Handel» in Mainz und dem Rhein in den verfloffenen 100 Jahren bestand die Feier in einem großen, von ca. 300 Personen frequentirten Fest­bankett, in welchem als Ehrengäste außer den Spitzen der hiesigen Behörden StaatSminifter Finger, die Miniftertalräthe Knorr v. Rofenroth, Krug, Mtchell, Werner, Schäffer, Emmer- ling nebst verschiedenen Räthen, die Präsidenten der sämmt- lichen hessischen Handelskammern sowie mehrere Mitglieder der Eifenbahndirection Mainz anwohnten. Vor dem Beginn der Festfeier wurde dem Präsidenten der Handelskammer, Geh. Commerztenrath Stephan Carl Michel, die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft und dem Vizepräsidenten der Handelskammer, Commerztenrath Weißmann, und dem HandelSkammersecretär Dtttmar der Verdienstorden Philipp» de» Großmüthtgen verliehen. Im Verlauf des Festbankett» brachte zunächst der Präsident der Handelskammer daS Hoch auf Kaiser und Großherzog au», einleitend mit einem Rück­blick über die Entstehung der Handelskammer, deren Ent­wickelung und deren Einfluß auf den Handel von Mainz. Staatsminister Finger, Namen» der Regierung für die Ein­ladung dankend, rühmt das vielseitige Wirken der Mainzer Handelskammer, die während der langen Zeit ihre» Bestehen- auf allen Gebieten den wichtigen Staatsfactoren Handel und Industrie thatkräftige Unterstützung geliehen. Sein Hoch galt der Handel-kammer und ihren Vertretern. Weiter loaftirten: Bicepräfldeut der Handelskammer, Commerztenrath WetSwann, auf alle Förderer der Bestrebungen der Handelskammer, Mtnisterialrath Knorr v. Rofenroth auf dte gastliche Stadt Mainz, HandelSkammerpräfident Böhm-Offenbach auf die Mainzer Handelskammer uuo Oberbürgermeister Dr. Gaßner auf den Dreibund Handelskammer, Stadt Mainz und Staats- regierung, die bei gemeinsamem Wirken Großes zu erreichen im Stande. Oberregierung-rath Breitenbach, der Präsident

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