Me vom Provinzial-Schul-Collegium über ihn verhängte Strafe Protest eingelegt und richterliche Entscheidung bc* nntioat.
Berlin, 29. Juli. Die strafrichterltche Verantwortung für die Explosion am Potsdamer Bahnhof fällt auf den Kaufmann David Rosenthal, den Absender de- gefährlichen Packet-. Er wird vermuthlich nicht allein wegen Ber- gehen- gegen die Post-Ordnnog, sondern auch wegen fahr, lässiger Körperverletzung und Gefährdung eine- Posttranßport- angeklaar werden.
Berlin, 29. Jali. Der „Local-Anzeiger" meldet auß «then: Die Unterzeichnung de- Präliminar.Frteden- foll am Tam-tag stattstnden. Die Räumung TheffalienS wird nach der ersten Ratenzahlung der Kriegskosten zunächst mit Bolo beginnen, wodurch die theilweife Rückkehr der Flücht« linge und Entlaflung mehrerer Jahrgänge der Reserve er. möglicht wird. Die von Deutschland vorgeschlageue Der- fchmelzung der Fragen der Krtegsentschädtgung und deS griechischen Finanz Arrangement- wird von den Großmächten eifrig weiter erwogen. Die Türken verschanze» Hagia, Saranta und EpiruS, wo übrigen- durch furchtbare Erdbeben mehrere Dörfer zerstört worden find.
Trier. 29. Juli. Au der Mosel ging ein ungemein schwere- Gewitter mit Hagelschlag nieder. In Bergweiler tödtete der Blitz zwei Personen.
Kiel. 29. Juli. AuS Bergen ist ein Telegramm ein- getroffen, wonach der Kaiser morgen vormittag hier ein- trifft und al-dann mit dem Panzergeschwader die Reise nach Rußland antrete» wird.
Königsberg. 29. Juli, von einer von der Regierung beschloffenen Wiedereinführung der Staffeltarife, welcher Beschluß nach dem „Geselligen" bereit- der Land- wirthschaft-kammer zugegangeu sein sollte, ist nach den Infor- mationen der allgemeinen ostpreußischeu LandwirthschaftSkammer nicht- bekannt.
Telsche». 29. Juli. Der Gemetnde-AuSschuß beschloß Einspruch zu erheben gegen die Bewilligung de- polnischen Parteitage-, der am nächsten Sonntag hier statt, finden soll.
Rom. 29. Juli. Zwischen Rudtnt und dem Kammer- präfidearen Zanardelli finden ernste Unterhandlungen behusS deffen Eintritt in da- Cabiuet statt und zwar au Stelle de- JustizmiutsterS Costa, der sich au- GesuudheitS- rückfichten zurückzieht.
vrüffel, 29. Juli. Am 6. August wird im Sitzungs« faale der Kammer der interuatiouale Friedens- rongreß tagen.
Madrid. 29. Juli. Dreiviertel aller Weinberge sind durch die Reblaus vernichtet.
Warschau. 29. Juli. In S tudziauki (Gouvernement Grodno) äscherte eine große Feuer-brunft 117 Wohn- Häuser ein. Fünf Personen haben bei dem Brande ihr Leben verloren. DaS Elend ist sehr groß.
Berlin, 30. Juli. Wie einige Morgenblätter melden, werden fich Minister v. Miquel und Frhr. v. d. Recke voraussichtlich auch Herr v. LucanuS heute Nachmittag nach Kiel begeben.
Berlin. 30. Juli. Den „Berl. Reuest. Nachr." zufolge ist ein HilfScomit6 aus angesehenen Persönlichkeiten Berlin- für die durch da- Unwetter in Württemberg Geschädigten in Bildung begriffen. Da- Comitä wird in den nächsten Tagen in die Oeffentlichkeit treten.
Berlin, 30. Juli. Nach hier vorliegenden Meldungen verläßt die Kaiserin heute Nachmittag 2% Uhr Tegernsee, kommt in München um 4 Uhr an und reift nach kurzem Aufenthalt bittet nach Kiel.
Berlin. 30. Juli. Auf der Karl-horster Rennbahn ist gestern der bekannte Herrenreiter Graf Zech so unglücklich gestürzt, daß er sofort in die Bergmaun'sche Klinik geschafft werden mußte. Sein Zustand ist nicht unbedenklich. Auch zwei Jockey find bei dem gestrigen Rennen in Karls- horst verunglückt.
CoceUs ptwhQirite*,
Sieben, den 30. Juli
•• Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 28. Juli den Forstaffrffor Curl Webtr von der Neumühle bet Hungen zum Oberförster mit Wirkung vom 1. August d. J-. an zu ernennen.
** Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 16. Juni den Mitgliede der Freiwilligen Feuerwehr zu Mombach, Friedrich Fleck III
• *-n. Ortsgewerbeverein. In der am 27. d. M. stattgehabten BorstandSfitzung deS OrtSgewerbevereinS wurden nach Erledigung einer Reihe verein-geschäftlicher Angelegenheiten die Anwesenden sehr erfreut durch die Bekanntgabe einer Schenkung Seiten- de» verdienten Veretn-vorsitzen- den, Herrn Commerzienrath Hehligenstädt, an genannten Verein, bestehend in Ü berlassung de- sehrwerthvollen großen Prachtwerkes: „Da- Bi-marckmuseum in Wort und Bild.* — Genannte- Werk bietet eine reichhaltige Sammlung feinster photographischer Abbildungen der schönsten und finnigsten Gegenstände deutscher Arbeit und Kunstindustrie. wrlhe deutsche Dankbarkeit au» Nah und Fern dem Altreichskanzler gewidmet. Die hier abgebildeten, in Stein und Metall, insbesondere in Edelmetallen, in Leder, Elfenbein u.s.w. au-geführten Gegenstände erzählen nicht allein späteren Geschlechtern von der dankbaren Begeisterung unserer Zeitgenoffen für ihren ersten Reichskanzler, sondern fit ver- künden insbesondere auch die höchst entwickelte Leistungsfähigkeit deutscher Arbeit und Kunst- Industrie. — Da» Studium dieser gelungenen Abbtl- düngen solch' werthvoller Kunftgegeustände regt nicht allein
die schaffende Phantafie deS Kunstbefliffeueu mächtig an. sondern eS bietet einen besonderen Genuß Allen, welche diese- „Kunstmuseum in Wort und Bild" eingehender studiren. Insbesondere solche GefichtSpunkte waren e-, welche den Geber veranlaßten, diese- werthvolle Werk, welche- in seinem prächtigen Einband an fich schon eine besondere koasttndustrielle Leistung bietet, weiteren Kreisen, namentlich den Zöglingen und Mitgliedern unsere- Gewerbevereiu- zugänglich zu machen. — Möge diese- Saatkorn reiche Früchte tragen.
• * Ein untreuer Kollege. Dem HauSburschen eineß hiesigen Hotel- wurde vor einigen Tagen au- seinem Portemonnaie ein Zwanztgwarkftück gestohlen. Ein College deffelben wurde festgenommeu und gestand den Diebstahl ein. DaS Zwanzigmarkstück hatte er im Keller versteckt.
* * Fluchtversuch. Gestern vormittag brachte ein auswärtiger Gendarm einen Gefangenen hier ein. Am Justiz- gebäude machte derselbe einen Fluchtversuch, wurde aber von einem Herrn aufgehalten und ergriffen, al- er über den Schoorgrabeu setzen wollte. Ein Schlammbad im Schoor- graben mußte der Durchbrenner hierbei in den Kauf nehmen.
♦♦ Berichtigung. Bezüglich der in Nr. 171 de» „Gieß. Anz." gebrachten Mtttheilung, daß ein 14jähriger Gymnasiast einen Bäckerjungen in da» Genick gestochen habe, hat die Untersuchung ergeben, daß der betreffende Schüler nicht da- Meffer geöffnet hat, sondern daß er nach Kuabevweise seinen Gegner in den Rücken zu „boxen" versuchte, wobei fich das Tascheomeffer, daS eine mangelhafte Feder hatte, von selbst öffnete und den Gegner bei einer raschen Wendung verletzte.
•• AnSverkanfSvesen. Im August findet in Hamburg die Generalversammlung des verband eS deutscher Kaufleute statt, die fich mit dem Ausverkaufswesen beschäftigen wird. ES sollen folgende Punkte besonders berücksichtigt werden: 1. Die Veranstaltung eine» Ausverkaufs ist der zuständigen Behörde anzuzetgen, und dabet find mit« zutheilev: a) die Namen der Personen, deren Eigenthum die zu veräußernden Gegenstände find- b) ein verzeichniß der zu veräußernden Maaren nach Menge und Beschaffenheit - c) die genaue Angabe des Standorts de- Ausverkauf-- d) die Dauer der Zeit, während welcher der Ausverkauf stattfinden soll- e) die Namen der Personen, welche den AuS« verkauf bewerkstelligen sollen- f) die Gründe für den Ausverkauf. 2. Der Ausverkauf darf sich nur auf die ursprünglich angemeldeten Maaren erstrecken. 3. Für den Ausverkauf ist eine nach dem ungefähren Merthe des MaarenlagerS und der Dauer de- verkauf- zu bemeffende Steuer zu entrichten.
*♦ Die Steuerauffeher de- GroßherzogthuwS haben eine Petition an die Zweite Kammer gerichtet, in der fte ein penfionöfähige- Gehalt von 1200 Mk., steigend bi- zu 2000 Mk., und Tagegelder für auswärtige Dienstgeschäfte in Höhe der Hälfte der Diätensätze der Steuercontroleure oder ein jährliche- Diätenaversum von 300—500 Mk. anstreben.
•* Wetterbericht. Der größte Theil von Süd- und Ost-Europa gehört einem DepresfionSgebiet an. Innerhalb desselben find Centra über Galizien und Ungarn, sowie über dem Gols von Genua und dem ligurischen Meere vorhanden. Ueber Nord-West- und Central-Europa ist da- Barometer zwar gestiegen, indeffen ist für die WitterungSverhältniffe Süddeutschlands zunächst noch der tiefe Druck im Süden und Osten maßgebend. Da» Wetter ist demnach bei schwachen bi- mäßigen nordwestlichen Winden vorwiegend trüb und fallen zeitweise noch leichte Niederschläge. — voraussichtliche Witterung: Meist wolkige- Wetter und zeitweise Niederschläge.
§ Ruppertenrod, 29. Juli. DaS alte Frauchen, welches im Januar d. I. plötzlich in unserem Ort, wie auS dem Boden gekommen, erschien, ist gestern beerdigt worden. DaS 70jährige Weibchen wußte weder woher eS kam, noch wohin es wollte, und man konnte damals nur auS ihm herausbringen, daß eS auS Bernshausen bei Suhl in Sacpsen-Meiningen stammte. Auf die dort angestellten Nachforschungen erfuhr man, daß die Person schon seit 20 Jahren abwesend sei und Niemanden zu verwandten habe. Da daS Mütterlein, das geistig nicht normal erschien, der Pflege bedürftig war und weder weiter wollte noch konnte, so mußte die hiesige Gemeinde für seine Unterbringung Sorge tragen. Die Kosten der Verpflegung fielen dem Kreis und Provinzial- armenverband zur Last. Ein ungelöstes Räthsel bleibt, wer der Person den Weg hierher gewiesen; denn die Annahme, daß eine andere Gemeinde die Person in ungesetzlicher Weise abgeschubt und sich deren KaSPar Hauser - Verfassung zu Nutzen gemacht, bleibt bestehen.
Ober-Roßbach, 28. Juli. Als heute Nacht eine Ab- theilung deS hier einquartierten 25. Artillerieregiments auS- rücken wollte, ging ein Pserd durch. Ein Artillerist, der eß einfing, erhielt einen Hufschlag auf die Brust, der ihn augenblicklich tödtete.
4- Nidda, 29. Juli. Anfang dieser Woche wurden in unserer Feldgemarkung seltsame Diebereien auSgeführt. A!S mehrere Landwirthe dieser Tage im sogen. Herme» ihre auf Sturzhaufen fitzende Frucht nach Hause bringen wollten, fanden fie zu ihrem Schreck, daß großentheilS die Körner ston auSgcdroschen waren und fie nur leere» Stroh in den betr. Gebinden hatten. Der hierdurch verursachte Schaden ist beträchtlich. Die That ist offenbar NachtS und von Mehreren begangen worden, sonst müßte da» AuSklopfen der Frucht in der Nähe deS Frevelplatzes bemerkt worden sein.
WormS, 28. Juli. Zur Vorsicht mahnt folgender Vorfall, der einem hiesigen jungen Manne das Leben kostete. Sonntag vor acht Tagen unternahm derselbe eine Radtour in den Lorscher Wald, bei welcher er einen giftigen Mückenstich in daS Kinn erhielt. Beim Ausdrücken der entstandenen Anschwellung muß wohl etwa» Schmutz in die Wunde gekommen sein: daS Kinn schwoll mehr und mehr an, und trotz Zuziehung mehrerer Aerzte starb der Aermste heute vormittag an Blutvergiftung.
6tofr6ere», 27. Juli. Al» Kuriosität sei folgende» ' ergötzliche Geschichtchen mitgetheilt: Ein hiesiger Käse
fabrikmr, der in seiner Behausung da» electrische Licht eingesührt hat, wurde fortwährend dadurch geärgert, daß ihm während der Nacht da- electrische Licht im Stalle, wo fich außer den Pferden auch noch eine Ziege befindet, entzündet wurde. Um dem Frevler auf die Spur zu kommen, beschloß er, Wache zu halte», doch da- Licht wurde entzündet, ohne daß sich Jemand dem Stalle näherte. Nur da- Eine bemerkte der Fabrikant, nämlich, daß die Ziege jedesmal, wenn da- electrische Licht unerwünschter Weise brannte, fich von ihrer Kette lo-geriffen hatte. Obschon nun dieser nicht glauben konnte, daß da- Thier vielleicht die Urbelthäterio sein könne, kam er doch aus den Gedanken, einmal einen versuch auzustelleu. Unter Beisein von dritten Personen machte er die Ziege loS - kaum war die- geschehen, so sprau- da- schlaue GaiSleiu auf den unteren Theil der Ttallthüre, drehte mit dem Maule die dort angebrachte Vorrichtung zum Entzünden de- electrische» Lichte- herum, und fiehe, ei wurde L cht. Allgemeine Heiterkeit der Anwesenden folgte diesem Schaustück. (WaS muß da- für eine intelligente Gai» seia! Und dazu noch die kühlen HundStage!)
Heffen-Darmstädter sein mer!
Ueber da- 8. JahreSfest deS Heffen-Darmstädter Volksfest- Vereins in New York am 12. Juli bringen die in New Aori erscheinenden „Hesfischeu Blätter" (Heffen-Darmstädter Zeitung) einen Bericht, von dem wir Einige- aufnehmen, um zu -eigen, in welcher Weise jenseit- de- Ocean- die alten Sitten der Heiwath gepflegt werden:
Eine- haben die Heffen-Darmstädter vor anderen Volks- stammen Vorau-, welche hier in der Metropole ebenso wie fie durch da- Volksfest alte traute Erinnerungen und Sitten wach halten, nämlich da- lustige Nattonallied, deffen Klänge jedem Abkömmling der „Nation" an'- Herz greifen und eine fich immer wieder erneuernde electrifirende Wirkung ausüben. Diese Wirkung hat fich wiederum tu ihrer vollen Stärke bewährt, ist fie doch im Grunde nur der Ausdruck des munteren, wein- und genußfrohen Naturell- der Heffen-Darmstädter. Auch der zweite wichtige Factor begünstigte da» volk-fest, da- Wetterglück, das ihm vorn ersten Fest bi» zum jüngst- betroffenen treugeblieben ist und durch kurze, feuchte Juter^ mezzi eine nur fröhlich aufgenommene Unterbrechung erfuhr. All' die günstigen Faktoren jedoch hätten nicht ausgereicht, um eine so durchschlagende Wirkung zu erzielen, wenn nicht alle Beamte und ComitL-Mitglieder mit jener nimmermüden Rührigkeit und mit jener wahren Hingebung, die nur anß Liede zur Sache entspringt, seit Monaten unabläsfig geschafft und gewirkt und durch diesen rühmlichen Wetteifer den großen Erfolg möglich gemacht hätten. Kurz, das geflügelte Mott: „Heffen-Darmstädter sein mer" hat wieder einmal seinen alten Zauber glänzend bewährt.
Der erste Festtag begann, nachdem die Sonne, die am vormittag verstecken gespielt, den Wolkenschleier siegreich durchbrochen und feierliche Choräle den Beginn deS FesteS weithin verkündet hatten, mit dem Empfang der landsmanu- schaftlichen Vereine: „Heffen-Darmstädter Mar'ne", Admiral Stroh; „Schottener Männerchor", wobei Bice-Präfident Ch. Frank sein Debüt al- Redner glänzend bestand; K.-U.-Verein Bensheim und Umgegend, Präfident Franz Heeb- „Licher Club der Stadt New-Uork", Präsident Carl Heß- „Grünberger Casino"- „Alzeyer K.-U.-Verein", Präfident Jakob Börkel- „Verein Butzbach und Umgegend"- „Allstem. Hessen- und Hessen Nassauer volk-fest-vereln", Präsident Dr. Conrad Pfannenschmidt, und „Pfungstädter und Umgegend K.-U.-Verein", Präfident Fritz Pabst. All' die Vereine wurden aufs Beste empfangen und vom Präsidenten Christ. Gerhardt, der die Tactfestigkeit selber ist, ausS Herzlichste dewlllkommt. Während nun mittlerweile die Unterhaltung-- spiele, wie PreiSkegeln, Prei-schießen, Sacklaufen, Eierlanfev, da- Glücksrad u. s. w. bereite in Gang gebracht waren, wurde baß Fest durch einen großen Umzug durch ten Park osficiell eröffnet. An der Spitze beß imposanten Zuge«, dessen Schluß die hesfischeu Buben und Mädels In ihrer anheimelnden, schmucken Bauerntracht bildeten, schritten der stattliche Festmarschall Georg Lautenschläger mit seinen kerzengeraden Adjutanten Adolf Bach und John Jöckel, die alle Drei am Sonntag wie Montag mit wahrer Aufopferung ihr mühevolles Amt versahen, vor der Bühne im Park wurde dann Aufstellung genommen und hier hielt der neue Groß- Herzog Christ. Gerhardt die Festrede. Derselbe wies mit kurzen markigen Worten auf die Bedeutung der Volksfeste hin und sprach den hübschen Gedanken auS, daß baß Fest nicht nur bie schönen Erinnerungen an all' bte sorgenfreien Tage ber Jugenb wachrufen, sondern auch den hiergeborenen Nachkommen ber immer im Bordertreffen stehenden Hessen- Darmstädter Nation lebendig vor Augen führen soll, baß baß Land ihrer Vorfahren eine glorreiche Vergangenheit, eble Sitten unb Gebräuche aufzuweisen habe. Daß Hoch auf baß alte vaterlanb und den Heffen- Darmstädter Volksfest-Verein, womit er feine Ansprache schloß, sand bei den nach Tausenden zählenden Zuhörern begeisterten Widerhall. Als dann der Zug fich ausgelöst, erfreute ber „Schottener Männerchor" unter Leitung feine* tüchtigen Dirigenten Georg Spamer unb der „Cäcilia- Sängerbund" unter seinem musikalischen Leiter Heinrich Pfalz die dankbare Zuhörerschaft durch mehrere Liedergaben. .
Mittlerweile amüfirte fich köstlich die junge Welt, pocu- lirte ein jeder Heffen-Darmstädter, wurde doch so manche- unverhoffte Wiedersehen gefeiert, so manche liebe Erinneruog an Jugendzeit und Jugendlust außgetauscht, und der Fröhlichsten Einer war der jugendfrische Nestor unserer landsmannschaftlichen vereinßwelt, „Papa" Heerz, der Ehrenpräsident beß hiesigen „Grünberger Casino" unb Ehrenmitglied beß Turnvereins in seiner vaterstabt Grünberg selbst. Der Reihe nach folgten bann bie verschiedenen, von dem bekannte« Garderobier Herrn F. Boegelin mit allem Geschmack arran« flirten Aufführungen: Die Kameruner Wachtparade, baß
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