29. December. Infolge einer Untersuchung, welche drei Monate gedauert, hat die Polizei 32 Personen verhaftet, welche die sogenannte Bande von Nenilly bildeten, die in der Umgegend der Brücke von Nenilly die Stadt unsicher wachten.
London, 29. December. Nach einem Telegramm an» SHaug hat meldet der dort erscheinende „Merkury": Die britische Flotte landet in der Stärke von 20 Schiffen bei Port Hamilton an der Südspttze von Korea. Die japanische Flotte soll dort concentrirt sein. Die Admiralität erhielt au» Honkong ein Telegramm, daß Contreadmiral Oxleh und der zweite Cornmandant de» chinesischen Geschwader» am 27. Deeewber auf Grafton eintreffen werden. Die Admiralität verweigert jede Auskunft über den gegenwärtigen Aufenthalt de» Geschwaders.
Konstaniinapel, 29. December. In Kotehana in Macedonien hat mau eine große Niederlage vou Waffen und Munition entdeckt. Die Besitzer derselben haben die Flucht ergriffen. Chakir Pascha ist an Ort und Stelle gesandt worden. ________
SlnS dem städtischen Verwaltnugsbericht.
Der Allgemeinr »erlcht über dl- stSdtische «erwallnng Im Jahr« 1896/97, »stattet von Herrn Oberbürgermeister Gvauth, erwähnt in dem die städtische Vertretung und Verwaltung betreffenden Abschnitt die Der- dienste, welche sich der am 18. November 1896 verstorbene ?!» »berordaete August Heß auf den verschiedeustenzGebteteu des öffentlichen Lebens in hervorragender Weise erworben; , ° Andenken bleibt dem Dahivgegangeuen 'unter
»etueu Mitbürgern, ganz besonders aber auch bei seinen Mitarbeitern in der städtischen Vertretung gesichert. — Die I Stadtverordneten - Versammlung hat in 27 Sitzungen I «22 Gegenstände verhandelt (gegenüber 24 Sitzungen mit I «12 Gegenständen im Vorjahr). Im Durchschnitt haben an I jeder Sitzung 24 Stadtverordnete und jeder Stadtverordnete I «n 21 Sitzungen theilgeuommeu.
®on den städtischen Deputationen und Tom- I «Mionen waren beschäftigt: Baudeputation, Commtifion I Feuerlöschwesen und Friedhofscommisfiou: in ^rs Sitzungen mit 663 Gegenständen- die Finanzdeputatiou tu 16 Sitzungen mit 57 Gegenständen - die Deputation für bas städtische Gas- und Wasserwerk in 8 Sitzungen mit 79 Gegenständen- die Juristische Commission in 5 Sitzungen «tt 19 Gegenständen- die Schlachthauscommisfion in 2 Sitz. 000« mit 20 Gegenständen- die Landwirthfchaftliche Tom« Mission in 7 Sitzungen mit 26 Gegenständen- die Schul» beputation in 4 Sitzungen mit 6 Gegenständen - die Deputation für die Märkte in 4 Sitzungen mit 11 Gegenständen; die Deputation für da» Einquartierung-Wesen in 2 Sitzungen 8 Gegenständen- die Commission zur Prüfung vou Gesuchen um Concesfion zum Branntweiu-AuSschank und.Klein» hmdel in 17 Sitzungen mit 63 Gegenständen- die Vorschlag-- eommisfion in 4 Sitzungen mit 6 Gegenständen- die Armen- deputation in 23 Sitzungen mit 1797 Gegenständen- der Schulvorstand in 5 Sitzungen mit 27 Gegenständen- das Curatorium der höheren und erweiterten Mädchenschule in 6 Sitzungen mit 27 Gegenständen.
Die An st e lluugSv er h ältn is se der Gemeinde- be amt en haben im Berichtsjahre veränderuageu bezw. Verbesserungen erfahren: während seither nach § 7 der Satzungen bte Gemetndebeamten nur alle fünf Jahre eine — in den einzelnen Klaffen der Besoldung-Übersicht von 100 Mk. bis zu 300 Mk. betragende — Zulage erhielten, rücken dieselben seit 1. April 1896 alljährlich und mit Beginn des Rechnungs- jahres je um den fünften Theil der betreffenden Zulage im Gehalte auf, was für die Gemeiudebeamten gleichbedeutend war mit einer durchschnittlichen Gehaltserhöhung von 3’/4 Procent.
3n Gemäßheit des § 420 der Strafproceßordouug wurde in 110 Beleidigung-fachen Sühneversuch abgehalten - in 27 Fällen gelang e-, die Parteien zu vereinigen, während in 73 Fällen diese Bemühungen erfolglos blieben und in 10 Fällen der Antrag zurückgezogen wurde oder beruhen blieb.
Das Geschäftsjournal für die Einläufe bei der Bürgermeisterei, dem Standesamt, der Arwendeputation, dem Gewerbegericht und dem Arbeitsnachweis weist 12 317 Nummern °uf gegen 11 718 im Vorjahre. Nach den au monatlich zwei Tagen vorgeoommenen Zählungen betrug der durchschnittliche Personenverkehr auf den Bureaus täglich:
a- auf der Bürgermeisterei 57 Personen
b. auf dem Standesamt 22
c. auf dem Armenamt 24
6. auf dem Bureau für Jnvaliditäts- und Altersversicherung, und dem Arbeit».
nachwei» 60
e ans dem Gewerbericht 2
, zusammen 165 Personen
gegen 143 im Vorjahre.
Die Statistik de» Standesamtes ergibt für da» Kalenderjahr 1896 die nachstehenden Zahlen vou allgemeinerem Jutereffe. E» wurden geboren:
ehelich unehelich zusammen
Knaben 277 180 457
Mädchen 279 180 459
zusammen 556 360 916
Don den -um größten Theil in der Frauenklinik ge- boreuen unehelichen Kindern waren die Mütter
1896
(1895)
von auswärt» bei
324
(267)
, Gießen „
36
(40)
zusammen
360
(307)
Tod tgeboren wurden
ehelich unehelich
zusammen
Knaben 20
2
22
Mädchen 9
8
17
zusammen 29
10
39
St erbe fälle kamen Im Ganzen vor 476, welche sich dem Geschlecht wie folgt vertheilen: 247 männlich, i 229 weiblich. — von den tu 1896 verzeichneten Geburten I entfallen auf in Gießen wohnhafte Eltern: 268 männlich, 279 weiblich, vou deo im gleichen Jahre dahier gestorbeoeu Persoueu waren in Gießen wohnhaft: 158 männlich, 154 weiblich, mithin Ueberschoß der Geburten: 110 mäunlich, 125 weiblich. — Die Eheschließungen haben betragen 162. I _______________________^Fortsetzung folgt.)
_ < »rwlo prwhuMUs»
Sieftcs, den 29. December.
- Schuldienst - Nachrichten. Am 20. November wurde dem Schulamtsasptrauten Adam Christ au» Hering I die Lehrerstelle an der Gemeiodeschule zu Erbach, Kreis I Heppenheim, — am 24. November wurde dem Schulamt»« aSpiraoreu Conrad Spieß au» Ober-Hörgern eine Lehrer- I stelle an der Gemeindeschule zu Raiurod, Kreis Schotten, — I am 27. November wurde dem Schullehrer Egid Thomas- berg er zu Ober-Scharbach die Lehrersteüe an der Gemeinde« schule zu Reisen, Kreis Heppenheim, überttagen - — an demselben Tage wurde der vou dem Herrn Fürsten zu Ysen- bürg und Büdingen in Büdingen auf die Lehrerstelle an der Gemeiodeschule zu Rinderbügeu, Kreis Büdingen, präsentirte SchulawtSaSpiraut Eduard Strack ans 'Ruppertenrod für diese Stelle bestätigt- — am 4. December wurde dem Schullehrer Conrod Zorn zu Maffenhetm die Lehrerstelle au der Gemetudeschule zu vaueruheim, Kreis Friedberg, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Johannes Reu hl zu Bauernheim die Lehrerftelle an der Gemetudeschule zu Maffen- | fjtim, Kreis Friedberg, — au demselben Tage wurde dem SchulamtsaspirantenCarl Jung ausMllnzenberg die Lehrer- stelle an der Gemeiodeschule zu Ober-Breideubach, Kr Alsfeld, — an demselben Tage wurde dem SchulamtSaSpirauteu Wilhelm Lenz aus Falkeugesäß die Lehrerstelle an der evaog. Schule zu Nieder-Ltebersbach, Kreis Heppenheim, — am I 15. December wurden dem Schulamtsaspiranten Adam I Wagner au» Münster eine Lehrerstelle und den Schulamts- I aSptraotinnen Lilli Müller aus Offenbach und Angelika Schneider vom Dippelshof bei Traisa Lehrerinnenstellen an der Volksschule zu Offenbach, — au demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Martin Sch am b ach aus Heppenheim a. d. W. ’btt Lehrerstelle an der Gemeindeschule I zu Eichenhain, Kreis Lauterbach, — an demselben Tage wurde I dem Schulamtsaspiranten Johannes Pfeiffer au» Mit« lechtern die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober- I Mumbach, Kreis Heppenheim, übertragen.
Stadttheater. Solch rührselige Stücke, wie Char- lotte Birch.Pfeiffer» „Dorf und Stadt" sprechendem Geist der Gegenwart nicht mehr au, in mehr als einer Be« I Ziehung ist es etwas antiqoirt. Da» Talent der Frau Birch.Pfeiffer auf dem Gebiete der Theaterschriftstellerei war ein große»- ihre Arbeitskraft unermüdlich und ihrer für den Tagesbedarf der Bühne geschriebenen Stücke find eine Maffe, doch find nicht alle gleich gut und auch nicht Originale, sondern meist Romanbearbeitungeu. Auch da» „Lorle" verräth zu deutlich, daß e» seinen Inhalt einem Roman verdankt I und nur die Routine der Bearbeiterin ließ ein für die Dauer fich haltende» bühnenfähiges Stück erstehen. — Die Wieder- gäbe de» Stücke» bot der Repräsentanttn der Hauptrolle, Frl. viotti, Gelegenheit, fich als „Lorle" einen schönen Erfolg zu holen. Ueber ihrer Darbietung lag der Zauber schlichter Natürlichkeit und demüthiger hingebender Liebe. Der Adel reiner HerzeuSgüte und unbewußter Frömmigkeit, der selbst die Nebenbuhlerin zur Bewunderung zwingt, übertrug ihr Spiel in so glaubhaft echter Weise, daß das Publikum tief ergriffen wurde und zum Mitempfinden zwang. Frl. viotti hatte mit starker Heiserkeit zu kämpfen, aber ihr Spiel und die einheitliche Durchführung wurden davon in nicht allzu störender Weise beeinträchtigt. Die übrigen Rollen waren gut besetzt. DaS ziemlich gut besetzte Haus äußerte seine Zuftiedenheit durch lebhaften Beifall.
•* * Stadttheater. Morgen, Donnerstag den 30. December, findet da» Gastspiel de- Herrn Heinrich Hacker von Darmstadt im hiesigen Stadttheater statt. Herr Hacker spielt in Göthes „Faust" die Titelrolle. Die Darmstädter Hosbühne hat in den letzten drei Jahren ihren größten Er- folg mit den Faust-Aufführungen errungen. DaS großartige Werk mußte dortselbst in jeder Saison mehrmals und stet- vor vollbesetztem Hause gegeben werden. Wir entnehmen einem un» vorliegenden Berichte über Herrn Hackers Leistung als Faust Folgendes: Das hervorragende Jntereffe in den Darmstädter Vorstellungen bot außer „Hamlet" da« vierte j Gastspiel, der „Faust", eine der größten und schönsten Dichtungen, welche die Gesammtliteratur de» In- und AuS- laude» befitzt. Mit Recht hat man gesagt: Shakespeare ist der größte dramatische Dichter aller Zeiten, der „Faust" ist jedoch da» größte dramatische Gedicht. Faust, der Gelehrte, wendet sich, im Tiefsten angeekeit von den ftuchtloseu Wissenschaften, deren Resultat e» ist, eiuzusehen, daß man Nichtwissen kann, zu der Magie, um da» geheime Wesen und die Gründe der Dinge zu schauen, wird aber von dem beschworenen Geiste, über den er fich bis zur Gottähnlichkeit erhaben wähnt, und ebenso von Wagner, dem Repräsentanten der historisch, empirischen Wissenschaften, in seine Sphäre znrückgewiesen. Faust versinkt mehr und mehr im Gefühle seiner Nichtigkeit und steht bereit« auf dem Punkte, die» unzulängliche Dasein durch freiwilligen Tod abzuwerfen, al» ihn die mächtigen und gelinden Töne de» Ostermorgengesang» den Giftbecher vom Munde ziehen, und, im Tiefsten erschüttert und in Thränen aufgelöst, der Erde wiedergeben. Die heitere Leben»fülle lockt ihn mit seinem zweiten Selbst hinan-- doch er sühlt sein Doppelwesen, zwei Seelen in fich, die eine klammert fich mit derber Liebe»lust an die Welt, die andere hebt ihn zu den Gefilden hoher Ahnung. Der Kampf beginnt, er macht mit Mephistopheles den Pakt, ihm zu gehören, wenn er seine ideale Natur in der Sinnlichkeit ersticken könne. Damit ist
I Bahn gezeichnet, in der die Dichtung fich bewegt. Herr« | Hacker gelang e» wunderbar tu der Rolle de» Faust, der als Repräsentant de» Menschengeschlachte» im Zwiespalt jtoifojen Gedanken und Stoff, zwischen Streben und Leben steht, zu characterifiren. Gleich groß war das Spiel de» I f° beliebte» Künstlers in der sentimentalen, weichen I Stimmung wie in der erwachsenden Glnth der Leidenschaften^ . ** v»r«ergefellsch«ft. eine interessante Aufführung hatte
I °er Verein seinen Mttgliederu bei der diesjährigen Weih- nacht-bescheernug geboten dadurch, daß neben anderen I Programmnummern durch den Dirigenten Trautmann ein I herrliches Melodram: „Das Glöcklein von Junisfär, oder I ein Weihnachtsabend in Schottland", für den Verein erworben | und durch denselben zur Aufführung gebracht wurde. Da» I wundervolle Gedicht, zur Declamatiou für zwei Kinder vor- I gesehen, und für Chorgesang mit Clavierbegleitung componirt, | wurde von den vorttageoden Kindern zu ergreifender Wirkung I ^bracht, und die dazu gehörigen hübschen WeihnachtSlieder I boten den zahlreichen Anwesenden einen Kunstgenuß, der den- I ^lben sicher noch lange eine angenehme Erinnerung sein wird.
Wetterbericht. Ueber Central- und Süd-Suropa ist die Luftdruck-Vertheilnng gegen gestern fast vollständig die gleiche geblieben. Dagegen bedeckt die nördlichen Gebiete de» Erdtheils eine ausgedehnte Depresfion, deren Einfluß von I 'hrem Centrum über Nord-Scandinavien westwärts bi» an I bas deutsche Küstengebiet reicht. Auf unserem Gebiete war das Wetter unter der Herrschaft de» hohen Drucke» noch thetlwetfe heiter, theil» nebelig. Die Temperaturen lagrn am Morgen noch tief, stiegen aber unter TagS erheblich. — voraussichtliche Witterung: Zunehmende Bewölkung- dann etwas wärmer.
Das Verlöbrritz nach dem bürgerliche« Gesetzbuch.
Welche Vorschriften gelten nach dem Jnkraftreteu de» neuen bürgerlichen Gesetzbuches hiufichtlich de» Verlöbnisse»? Ist e» gerichtlich erzwingbar oder ist der einseitig zurück- tretende Theil zu einer Entschädigung verpflichtet? Ueber diese Fragen herrschen vielfach Unklarheiten, deren Richttg- stellnug von allgemeinem Interesse sein dürfte. Das neue Gesetzbuch geht von der Anschauung aus, daß da» versprechen, mit Jemand die Ehe eingehen zu wollen, keinen civilrecht- lichen, also keinen erzwingbaren Vertrag begründet. Da» verlöbniß soll nur beiden Theileu Gelegenheit geben, fich genau kennen zu lernen, damit fie eine so innige Verbindung wie die Ehe mit vollem vertrauen auf eine glückliche Zukunft zu schließen vermögen. Wer ein verlöbniß eingeht, ist nur moralisch, nicht rechtlich zur Eingehung der Ehe verpflichtet. In welcher Form e» zu Stande gekommen ist, ob schriftlich, durch den Austausch von Verlobungsringen oder durch öffentliche Bekanntmachung, ist ohne rechtliche Bedeutung.
Bricht Jemand da» verlöbniß willkürlich, so kann er deshalb auch vom Richter nicht angehalten werden, dem andern Thetle eine Geldentschädigung zu zahlen. Selbst | wenn für den Fall eine» willkürlichen BrutzS de» verlös- niffe» von den Verlobten eine Conventionalstrafe verabredet worden ist, kann fie gerichtlich nicht eingeklagt werden. Do- Gesetz erkennt nur dann eine bedingte Ersatzpflicht bei der Aufhebung de» Verlöbnisse» durch den einen Theil an, wenn von dem andern Theil und dessen Eltern oder von den an stelle der Eltern handelnden Personen in Erwartung der Ehe bereit» Aufwendungen gemacht oder Verbindlichkeiten eingegangen worden sind. E» kann z. B. von der Braut bereits die Ausstattung beschafft oder von dem Bräutigam [ ein MiethSvertrag über die gemeinsam nach der Ehe zu beziehende Wohnung abgeschlossen worden sein. In diesen Fällen, überhaupt überall da, wo ein Theil in Erwartung der Ehe irgendwelche sein vermögen oder seine Erwerbs- stellung berührende Maßnahmen getroffen Hat, ist der entstandene Schaden soweit zu ersetzen, al» die Aufwendungen bezw. die übernommenen Verbindlichkeiten den Umständen nach angemeffen waren.
Dasselbe gilt, wenn ein Verlobter den andern durch Verschulden, welche» vom Richter für einen „wichtigen Grund" erachtet wird, zum Rücktritt von diesem verlöbniß bestimmt hat. Ebenso hat jeder Verlobte da» Recht, von dem andern die Geschenke zurückzufordern. Nur bei dem Tode eine» der Verlobten soll diese Rückforderung ausgeschlossen sein, wenn nicht ausdrückliche Verabredungen da» Gegentheil ausbedungen haben. Können die Geschenke nicht mehr in natura zurückgegeben werden, weil fie z. B. in Verbrauchsgegenständen oder in Geldopfern für eine Reise, für Unterrichtszwecke und dergleichen bestanden, bezw. weil fie verloren, vernichtet oder veräußert worden find, so ist der Werth zu ersetzen, vorausgesetzt, daß der Empfänger dadurch wirklich bereichert worden ist. I« andern Falle greift die Ersatzpfllcht nicht Platz, ebensowenig dann, wenn eia Theil nach richterlichem Ermessen einen „wichtigen Grund" zum Rücktritt vom Verlöbnisse gehabt hat. Die Ansprüche auf Schadenersatz verjähren nach zwei Jahren. Die Auflösung de» Verlöbnisse» ist an keine bestimmte Form gebunden.
* Metz, 27. December. Premierlieutenant v. Putt- kamer, der ein seiner Fran im EhescheidnugSprozeß zn- gesprochene» Kind heranSzngeben fich weigerte, hat nunmehr nach der „A. Abenbztg." nach Absolvirung einer vierwöchigen Haft auf der Festung Magdeburg und nachdem ihm eine weitere Haft von 3 Monaten angedroht war, fich zur Herausgabe de» Kinde», da» er bisher in der Nähe vou Pari» verborgen gehalten batte, verstanden.
* Zurich, 27. December. Bei einer Besteigung de» Pllotu» ist gestern ein junger Mann an» Luzern abgestürzt. Er wurde al» Leiche aufgefunden.
• Mailand, 28. December. Sestern Nachmittag erschoß fich auf de» jüdischen Friedhöfe der Wechselagent Enrico


