Ausgabe 
30.9.1897 Erstes Blatt
 
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Berlin, 28. September. Za der Marine-Vorlage schreibt dieNattonal-Zeituug". Nach unseren Informationen hat Admiral Ttrpttz, als er von Oftafieu hierherkam, ver­schiedene Pläne zur Flotteuvermehrung vorgefundeu, die er wesentlich redueirt hat. Nachdem dies in Uebereioftimmung mit dem Obercommando der Marine geschehen war, hat er sich mit dem Fioanzmtnister v. Miquel in Verbindung gesetzt und deffen Zustimmung sowie die der RetchSverwaltuug erhalten. Die Grundzüge des Planes gehe» über den Stand der Marine vom Anfang der 80er Jahre, hinter dem wir jetzt vermöge der Verzögerung im Ersatz wesentlich zurück find, einigermaßen hinaus, da seitdem die Rücksicht auf die Colonien und auf die Steigerung der sonstigen überseeischen Jntereffen hinzu- gekommen ist. Daö Ziel bleibt gleichwohl eine kleine aber leistungsfähige Flotte, die vermöge ihres Materials und ihrer Ausbildung immer Respect einflößen kann. ES ist richtig, daß demgemäß zu Schiffsbauten für das nächste Etatsjahr 50 Millionen Mark und für die folgenden Jahre bis 1905 jährlich 60 Millionen Mark verlangt werden sollen. Von den Zielen, welche die Hollmaun'sche Niederschrift in Aussicht nahm, weicht diese nur wenig ab.

Berlin, 28. September. Der Mariue-Attachö bei der hiesigen französischen Botschaft stattete auf Befehl des Präsidenten der französischen Republik dem commaodirenden Admiral und dem StaatSsecretär der RetchS-MarineamrS einen osficiellen Besuch ab, um die Theilnahme des Prä­sidenten und des Ministers Hanotaux an dem Untergang des Torpedobootes 8 26 und dem Tode des Herzogs Friedrich Wilhelm von Mecklenburg auSzusprecheu. Der StaatSsecretär des ReichS-MarineamtS ließ den Besuch durch einen Offizier erwidern und den Dank der Marine für die Theilnahme der Präfidevten und des Ministers Hanotaux an dem Unglücks­falle aussprechen.

Berlin, 28. September. Wie derLocal-Anzeiger" be­richtet, werden Anfang nächsten MouatS drei höhere Beamte der schwedischen Postverwaltuog hier eiutreffen, welche die hiesigen Fernsprecheiurichtungen studiren wollen. ES ist dies ein Gegenbesuch auf die Studienreise, welche bekanntlich Ende des vorigen Monats einige höhere Beamte der deutschen ReichSpostverwaltuog zu gleichem Zwecke nach Stockholm unternommen hatten.

«ölu, 28. September. DieKöln. Ztg." berichtet, daß Hamburger Kaufleute angesichts der Revolution in Guatemala um den Schutz der deutschen Kriegsmarine gebeten, denselben aber nicht erlangen konnten. Andererseits hat Deutschland das einzige Kriegsschiff, den Kreuzer 4. Klaffe Bussard", vor Samoa, wo neue Verwickelungen von Seiten der Amerikaner drohen, wegnehmen müssen, um ihn nach Katser-WilhelmSland zur Unterstützung des KreuzersFalke- -u schicken. Zugleich gestalten sich die Verhältnisse in Marokko fo kritisch, daß alle Seemächte, nur Deutschland nicht, Kriegs- schiffe dorthin entsenden. DieKöln. Ztg." hebt hervor, daß nur noch als einzig brauchbarer Kreuzer der Kreuzer 3. KlaffeGefion" übrig bleibt, der aber zum Schutz der heimischen Gewässer unentbehrlich sei.

Erfurt, 28. September. Auf dem national-socialen Delegirtentag sprach heute Pastor Göhre über das Ge- uoffenschaft-wesen und empfahl die Berliner Anträge, wonach ländliche Genossenschaften und Arbetterconsum- und Bau­genossenschaften besonders unterstützt werden sollen. Die An­träge wurden schließlich angenommen.

Königsberg, 28. September. Seitens der städtischen Corporationeu ist eine Petition an den Reichskanzler ab­gesandt worden, er möge das Verbot der Schweine- einfuhr aus Rußland für Ostpreußen auf heben resp. die Einfuhr wenigstens nach den Orten mit Schlachthöfeu gestatten.

Beutheu, 28. September. Die ganze Belegschaft auf der hiesigen Hohenzollerngrube des Grafen Schaffgotsch ist heute Morgen ausständig geworden.

Hamburg, 28. September. Eine von mehr als 2000 Personen besuchte, von der hiesigen Ortsgruppe des altdeutschen Verbandes einberufene Versammlung, vor welcher Professor Horst-Kohl über Bismarcks russische Politik sprach, sandte an den Fürsten ein Huldigungstelegramm.

Wien, 28. September. Dem Gemeinderarhe wurden Tettens der Deutschen Bank und der Firma Siemens u. Halske neue weitgehendste Präpositionen überreicht behufs Um- Wandlung der Tramway in eine elektrische 8a()n. Es ist Aussicht vorhanden, daß diese angenommen werden.

Budapest. 28. September. Wie verlautet, wird in den Trinksprüchen bei dem zu Ehren des rumänischen Königs- paareS stattfindenden Galadtner das feste freundnachbarliche Berhaltniß und das Band der Freundschaft, welches beide Staaten und Monarchen verknüpft, betont werden. Jedoch wird das Wort Bündniß oder Allianz nicht vorkommen.

vrustel, 28. September. Wie verlautet, Hot die Re- gierung den Beschluß gefaßt, den Paragraph des Bürger- wehrgesetzes, der Ausländer zum Bürgerwehrdienste zwingt, infolge des Einspruches der fremden Regierungen nicht in Kraft treten zu lassen.

Warschau, 28. September. Laut Verfügung des Zaren wird in Warschau eine Cadetteuschule errichtet. Es ist dies die erste im Weichselgebiete.

Koustautiuopel, 28. September. Der Sultan verfügte die Neubefestigung von Janina, sowie vier Städten im Epirus. Mehrere Zollbeamte wurden wegen Verbreitung junatürktscher Flugblätter verhaftet. Die Delegirten für die Grenz- bestimmungS-Commisfion find bereit- ernannt. Die Amnestie für die am Kriege betheiligten Griechen erfolgt nach defiui- tivem Abschluß de- Frieden,. 1

Athen, 28. September. Die Gesandten der Mächte überreichten der griechischen Regierung eine Note, in welcher Griechenland daran erinnert wird, daß eS den Großmächten seine Interessen in die Hand gelegt habe. Griechenland wird ferner aufgefordert, die in seinem Auftrage gemachten Friedens-

Präliminarien anzunehweu und sich der Finanzcoutrole zu unterwerfen.

verliu, 29. September. Wie dieVoss. Ztg." berichtet, plant Herr o. Miquel eine Verdreifachung der Brau­st euer. Dem Blatte liegt die Abschrift eine- amtlichen Actevstückes vor, in der eine Zoll- und Steuerdirection von einer Gewerbekammer ein Gutachten über eine Staffelung der Brausteuer einholt. Die Regierung bemerkt darin, daß die in Bayern am 1. Januar 1890 eiugeführte Staffelung der Steuer fich gut bewährt habe.

Wien, 29. September. Graf Badeni mußte al- Katholik wegen seine- Duell- von der Kirche excommunicirt werden. Der Papst hat aber auf die Intervention de- Cardiual- von Wien dem Ministerpräfidenten Absolution ertheilt. Da- Befinden Badeni- ist fortgesetzt ein be­friedigende-.

Budapest, 29. September. Das rumänische König-- paar ist gestern Nachmittag V,3 Uhr hier etugetroffen. Zur Begrüßung waren Kaiser Franz Josef, zahlreiche Fürstlich- keiten, die Minister und andere hohe Würdenträger am Bahn­hofe erschienen. Die Begrüßung der Majestäten war eine sehr herzliche. Dann begaben fich die hohen Herrschaften zu Wagen nach der Hofburg und wurden auf dem Wege dorthin von einer zahlreich die Straßen besetzt haltenden Menge enthufiaftisch empfangen. Um 5 Uhr fand Hoftafel, später Festvorstellung in der Oper statt. Die Bukarester und die ungarländische Rumänenpreffe verhält fich äußerst reservirt gegenüber dem Besuch de- rumänischen KönigSpaareS. Erstere lehnte die Einladung der Pester Journalisten zur Theilnahme an der Festvorstellung ab, weil fie in Ungarn zum größten Theil verboten ist.

Schwurgericht.

W. Gießen, 28. September.

Um 9 Uhr eröffnete der Borfitzende, LandgerichtSrath Wehner, die Sitzung. Nach Bildung der Geschworenen­bank wird in die Verhandlung gegen den 20 Jahre alten Schweizer Friedrich Schissner von Groß-Schönau, zu­letzt Bergarbeiter, in Leihgestern wohnhaft, wegen Meineids eingetreten. Die Anklage vertritt Großherzogl. Staatsanwalt Koch. Die Vertheidtgung führt Justizrath Batst. Da der Angeklagte der That geständig, ist nur ein Zeuge zu vernehmen.

Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, daß er in der Strafsache gegen Georg Will und Genoffen von Leihgestern wegen Körperverletzung vor dem Schöffengericht sowohl al» auch vor der Strafkammer Gießen, und zwar vor letzterer am 25. Mat d. I., unter Eid behauptet habe, er sei noch nicht bestraft. Der Angeklagte erklärte, vor dem Schöffen­gericht vom Rechtsanwalt Dr. Fuhr gefragt zu sein, ob er schon bestraft sei, dieselbe Frage habe vor der Strafkammer auch der Vorsitzende an ihn als Zeugen gerichtet und er ge­stehe zu, entgegen der Wahrheit in beiden Fällen die Frage verneint zu haben. Er fei al- 13 Jahre alter Knabe wegen Sittlichkeitsvergehen mit 3 Monat Gefängntß bestrast und nach Verbüßung der Strafe anderthalb Jahre in einer Erziehungsanstalt streng erzogen worden. Der Angeklagte erklärte, er habe damals, al» er vernommen wurde, die Be- strafung vergeffen gehabt, es sei dies wohl natürlich, da eS sieben Jahre her fei.

Rechtsanwalt Dr. Fuhr, als Zeuge vernommen, er­klärt, daß seines Erachtens der Angeklagte vor dem Schöffen­gericht bereits im Zuschauerraum stand, als er die Frage wegen seiner Vorstrafen verneint hat. Vor der Strafkammer aber hat Schtffner unter Eid die Vorstrafe verneint. Es sei ganz ausgeschlossen, daß der Angeklagte die Frage und deren Bedeutung nicht recht verstanden habe, er wußte ganz genau, das es darauf ankam, ihn, den damaligen Zeugen, dem Gericht gegenüber unglaubwürdig zu machen.

Hiermit ist die Beweisaufnahme erschöpft.

Die den Geschworenen vorzulegende Schuldfrage lautet auf Meineid.

Auf Antrag der Vertheidigung wird noch als Neben- frage die Milderungsfrage aus § 157, Abs. 1 formultrt: Konnte die Angabe der Wahrheit gegen den Angeklagten eine Ver­folgung wegen eines Verbrechens oder Vergehens nach fich ziehen. (Unter Anklage steht nur der vor der Strafkammer geleistete falsche Eid).

Staatsanwalt Koch führte den Geschworenen den ganzen Thatbestand noch einmal kurz vor. Es stehe fest, durch das eigene Geständniß de- Schiffner, daß er unter Eid feine Vorstrafe verschwiegen, und daß dies wissentlich falsche Depofitiouen waren. Alle Momente des wissentlich falschen Eides feien gegeben. Die Behauptung des Ange­klagten, daß er feine Bestrafung vergessen, glaube gewiß kein Mensch. Der Staatsanwalt bittet die Hauptfrage zu be­jahen, die Nebenfrage, welche auf Antrag der Vertheidtgung gestellt ist, zu verneinen.

Der Vertheidiger, Justizrath Batst, hält die Angabe feines Clienten für nicht unmöglich, daß er die Bestrafung in seiner Jugend vergessen, und wenn die Geschworenen dem Glauben schenken, waS Schiffner darüber sagt, dann müsse der Angeklagte sretgesprochen werden. Seien aber die Ge­schworenen der Ansicht, der Angeklagte habe vor der Strafkammer am 24. Maid. I. wissentlich die Unwahrheit gesagt, also einen Meineid geleistet, in diesem Falle müßte auch die an die Jury gerichtete Nebenfrage von dieser bejaht werden, und es geschehe dem Angeklagten nur sein Recht, wenn durch Be­jahung ihm die Milderung des § 157 Abs. 1 zu gute komme.

Nach geschehener RechrSbelehrung zogen sich die Ge­schworenen zur Berathung zurück.

Der Obmann, Th. Haubach-Gießen, verkündet den Spruch dahin, daß der Angeklagte schuldig des Meineide-, daß aber auch die Nebenfrage bejaht sei. Staatsanwalt Koch beantragt, auf 1 Jahr Gefängntß und dte üblichen Nebenstrafen erkennen zu wollen.

Der Vertheidiger überläßt die Ausmessung der Höhe der Strafe dem Gerichtshof, bittet jedoch, dte erlittene Unter­suchungshaft dem Angeklagten auf die Strafe anzurechuen. Da- Urthetl ergeht, dem Antrag des Staar-anwaltS gemäß, auf 1 Jahr Gefängntß, worauf 2 Monate der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung kommen. Ferner werden dem Angeklagten dte bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt.

Coceles uttb prwhtjklkf.

Gieße«, den 28. September.

* * Kirchliche Dienstnachrichten. Ernannt wurden Pfarr- asfisteut Scriba zu Biogen zum Pfarrverwalter in Groß- Wintervheim, Pfarrverwalter Lic. theol. Freiherr v. Gall zum Klein-Umstadt zum Pfarrasfistenteu in Bingen, Psarr- amtScandidat Schultheis zu Dreietchenhatu zum Psarr- asfistenten daselbst, Pfarrverwalter Weber zu Reichels­heim i. O. zum Pfarrverwalter in Nieder Ohmen, Pfarr- asfistent Egelhoff zu Vilbel zum Verwalter der ersten Pfarrstelle zu Reichelsheim i. O., Pfarrverwalter Weigel zu Schwarz zum Pfarrasfistenren in Vilbel, PfarramtS- candidat Eschenröder zum Pfarrvicar in WorwS, Psarr- amtScandidat Wolf zu Darmstadt zumPfarrvicar in Langs­dorf, PfarrawtScandidat AuSfeld zu Schlitz zum Pfarr- asfistenten in Darmstadt.

* Die 3- Ricker'sche Buchhandlung hier erwarb die umfangreiche philosophische und pädagogische Bibliothek deS Geheimrath- Professor Dr. Jürgen Bona Meyer in Bonn und die historische Bibliothek des Professor» RaiL Menzel in Bonn.

*H. btadttheater. Am gestrigen Abend wurden die Pforten de» hiesigen MusenhetmS imGießener Festsaal" für die beginnende Theatersaison geöffnet. Damit tritt wiederum an die Presse die Pflicht heran, über da», was in diesem Heimzur Pflege de» Guten, Wahren und Schönen" geleistet wird zu referireu, sowohl im Jntereffe der Kunst und der diese Ausübenden, der erzielten Ersolge und der sich zeigenden Mängel, al» auch im allgemeinen Interesse der Leser dieses Blatte». Natürlich darf ein Rrcensent keinen Anspruch darauf erheben, eS Jedem recht zu machen- wohl kann und wird auch der Kritiker, wie der Künstler, zu Zeit» irren, seine UrtheilSkraft wird ihn sür daS Eine empfäng­licher, für Andere- minder zugänglich machen und oft un­bewußt durch subjektive Empfindungen beeinflußt werden. Die Verpflichtung rasch zu referiren, nöthigt nach dem Fallen deS Vorhangs, nach dem Berklingen deS letzten Tones meist ht vorgerückter Abend- oder Nachtstunde oft zu anstrengender Thätigkeit und nicht immer bleibt Zeit und Raum, Lob oder Tadel ausführlich zu begründen, wie doch der Fall feto sollte, um beiden eine fruchtbringende Wirkung zu sichern. Doch mögen Alle, über die Schreiber dieses in ihren Werken und Thaten zu urtheilen in die Lage kommt, überzeugt feto, daß das abgegebene Urtheil, fei Lob oder Tadel, in jedem Fall nur der Sache, niemals der Person gilt. Als Er- öffuungsstück gelangte die Schwauk-NovitätZwei Wappen" von Blumenthal-Kadelburg zur Aufführung. Da» Stück per» fifflirt jene modern gewordenen Amerikanerinuen-Hetratheu, wo das Wappen des Hochadels fich durch Zwang der ver- hültniffe und Umstände mit dem Wappen der Hochfinanz alliirt. Diese» Thema ist stellenweise mit guter, wirkungs­voller Komik, sonst aber mit bedeutungsloser Nüchternheit verarbeitet. Richtige zündende Schwankpointen fehlen- der auf Effect berechnete Schluß sichert dem Ganzen einen be­friedigenden Abschluß. Die mit Vorliebe sonst verwandten Schwiegermüttertric- find von den Verfassern zum Bortheil deS Stückes vermieden worden- dies ist besonder» hervorzuheben. Ein Urtheil über das Wollen und Können der zusammen­geführten Künstlerschaar bei dieser Erst-vorstellung zu fällen, wäre gewagt und übereilt- doch verspricht der Anfang Gute», denn die Darstellung war sichtlich flott und da- Zusammen­spiel klappte mit Au-nahme deS dritten Acte» zufrieden­stellend. Als omen faiißtum darf e- wohl gedeutet werden, daß zur Eröffnungsvorstellung das Hau» gut besucht war. Etwas gewagt scheint uns schon in zweiter Vorstellung, am Donnerstag, Hauptmannsversunkene Glocke" zur Aufführung zu bringen. Doch hoffen und wünschen wir, daß eS gelingt, das Schwierigste de- Stückes, den intimen feinfühligen Reiz dieser herrlichen Märchendichtung, zur Geltung zu bringen.

* LimeSforschnag. Bei den Forschungen, welche in der jüngsten Zeit wieder in der Nähe von Grüningen vor­genommen wurden, um daselbst ein größeres Castell nach­zuweisen, wurde in der Gemarkung dieses OrteS, dicht bei der Stelle, wo der Leihgesterver Weg den Lime- oder die Heege schneidet, ein eigenthümlicheS Bauwerk als Wacht- thurm oder Wachepofteu vorgefundeu, welcher jetzt, da die LiweSforschung beinahe beendet ist, al- einzig in feiner Art dasteht. E» ist dies ein kreisrunder Thurm von der Größe desjenigen, der von demselben Herrn eine Strecke weiter südlich, in den Holzheimer Hecken, gesunden wurde. Der zuletzt aufgedeckte Thurm steht aber in der Mitte eine» massiven Gebäude-, da- einer frühromanischeu Kapelle mit runder ApfiS nicht unähnlich ist. Eine Besichtigung de» Bauwerk» von Seiten unserer Forscher wäre gewiß recht interessant und lohnend.

Fahrräder aif der Eisenbahn. Anläßlich der vielen Klagen, welche über die Befestigung der Gepäckzettel am Sitz oder am Schutzblech der Fahrräder erhoben find, wird von der Eisenbahnverwaltung darauf hingewieseu, daß ein Bekleben der Stangen oder Speichen der Räder ganz unzweck- mäßig sei. Hierdurch würden die Zettel leicht abgertffen, auch seien dte Bestimmungsorte schwer erkennbar, wodurch ein verschleppen nach fremden Orten sehr begünstigt wird. E» wird daher gewünscht, daß stch die Radfahrer mit Täschchen, Karten oder Marken au-rüsteu, welche mit Riemen oder Schnallen am Rade befestigt werden können. Diese würden daun für die Anbringung der Gepäckklebezettel dienen. Sonst könne den Essenbahnbeawten au» dem Bekleben der Sitzt oder Schutzbleche kein Dorwurf gemacht werden.