sich der König bereit erklärt hatte, fich jedem Beschluß des Ministeriums zu fügen. Die Regierung hat sich zu dieser Maßregel gezwungen gesehen, da die Erbitterung wegen der unerhörten Unfähigkeit dec Heeresleitung bereits bedenkliche Dimensionen angenommen hat. Die Erbitterung richtet sich hauptsächlich gegen den König, weil der Kronprinz seine Befehle direct auS dem Palais erhalten hat. DaS östliche Ge- schwader, über dessen Unthätigkeit «an auch nicht wenig erregt ist, soll Befehl erhalten haben, heute Saloniki zu bowbardireu.
Athen, 27. April. Einem offiziellen Telegramm auS Arta zufolge wüthet seit heute früh in Peute-Pighadia ein erbitterter Kampf. Die Türken setzten den größten Widerstand entgegen, trotzdem die griechische Artillerie große Verheerungen verursachte.
Konftimtiuopel, 27. April. Der vtce-Admiral Kal au vom Hofe hat seine Demission für den Fall angekündigt, daß die türkische Flotte sich als unfähig erweisen sollte.
Berlin, 28. April. Die „Berl. N. Nachr." bestätigen, daß sich Prinz Heinrich auf dem Schiff „König Wilhelm" zu den Jubiläumsfeierlichkeiten nach England begibt. Der Wortlaut deS kaiserlichen Telegramms ist unrichtig wiedergegeben.
Berlin, 28. April. AuS FriedrichSruh wird dem „Berl. Tagebl." gemeldet, daß Fürst Bismarck die Absicht habe, für sich und seine Familie in FriedrichSruh ein Mausoleum erbauen zu laffen, mit dem eine Kapelle verbunden sein wird.
Berlin, 28. April, vr. Peters wird sich, dem „Local- Auzeiger" zufolge, wieder nach London zurückbegeben.
W.B. Athen, 27. April, 6 Uhr AbdS. (HavaSmeldung.) Etwa 500 Freiwillige nahmen in den Waffenläden die Gewehre und Revolver weg und durchzogen die Straßen. Bor dem Hause RalliS hielten Deputirte Ansprachen, zur Ruhe aufforderod- sie theilten mit, der König habe die Oppositionsführer berufen. Die Kundgebenden zerstreuten sich ohne Zwischenfall. In der Hauptstadt herrscht große Bewegung - <uf dem Constitution-platze wurden vor einer großen Menschenansammlung Ansprachen gehalten.
Cocales uwb provinzielles
Gießen, den 28. April 1897.
** Bürgerliche- Gesetzbuch Durch Verfügung Großh. Ministeriums der Justiz vom 24. April ist weiter zum Mitglied der Commission, die mit der Berathuug der landeS- gesetzlichen Ausführungsvorschriften zum Bürgerlichen Gesetzbuch befaßt ist, der Rechtsanwalt Justizrath Dr. Reatz in Gießen ernannt worden.
* * DaS nächste Schwurgericht wird dem Vernehmen nach am Montag, den 9. Juni beginnen, und wird der Vorsitz dem Herrn LandgerichtSrath Dorn sei ff übertragen werden.
• • Gewerbegericht. Als Beisitzer deS Gewerbegerichts für den Monat Mat werden fungireu: für die Arbeitgeber Buchbivdermetfter Steinhäuser, für die Arbeitnehmer Johannes Rudolph.
• • Verbesserung der Schnellzugs - Verbindungen. Der Stadtrath zu Caffel hat an den Eisenbahn-Minister eine Petition gerichtet, in der gebeten wird, eine Verbesserung der Vormittags-SchnellzugS-Verbiu- düng zwischen Cassel und Frankfurt a. M. über Marburg-Gießen vorzunehmen. In der Petition wird darauf hiogewtesen, daß zur Zett zwischen 5 Uhr 40 Min. Bonn, und 3 Uhr 36 Mia. Nachm. kein Schnellzug von Cassel nach Frankfurt a. M. fährt, während der Verkehr zwischen den beiden Städten und den größeren Zwtschenstationen äußerst rege ist. Die zwischen diesen beiden verkehrenden Localzüge können diesem Mangel nicht abhelfen, da — abgesehen von der langen Fahrzeit — bet iher Benutzung der Nachmittags 1 Uhr 43 Min. in Frankfurt a. M. abgehende Schnellzug Heidelberg KarlSruhe-Freiburg-Basel nicht erreicht wird. Die Petition schlägt vor, Vormittags zwischen 8 und 9 Uhr einen selbstständigen Schnellzug Cassel-Frankfurt a. M. mit Anhalten auf den Stationen Wabern, Treysa, Kirchhain, Marburg, Gießen, Bad-Nauheim und Friedberg etozuschieben. Die Stadtverwaltungen in Marburg und Gießen find ersucht worden, die Petition zu unterstützen.
Reserve. Gestern und heute traten 128 Reservisten zu einer 14 tägigen Waffenübung in unserem Regiment ein.
* • Turnerisches. Am Sonntag findet die erste Bezirks- Vorturnerstunde des zweiten Bezirk- des GaueS Heffen, dem 17 Vereine angehören, hterselbft statt.
• * Gießener Freiwillige Feuerwehr. In der am Montag obgehaltenen Hauptversammlung wurden sämmtltche Chargen mit großer Majorität auf 3 Jahre wiedergewählt. Der Vorstand besteht auS dem 1. Hauptmann C. L. Gail, 2. Hauptmann Fr. Wiegand, den Obleuten Neuling, Noll, Nagel, König, Dtckora und Friedrich, Rechner Weinert, Schriftführer Bourg eoiS, Beisitzer Grün und Schneider.
* * Submission. An der Offerten-Abgabe der von der Stadt für den Umbau der Frankfurterstraße ausgeschriebenen Vergebung von Arbeiten, die Verlegung der Bordsteine rc. betreffend, waren 5 hiesige Baufirmen betheiligt. Der Meistfordernde verlangte 5559 Mark 59 Pfg., der Mtndestfordernde dagegen 2607 Mark 13 Pfg. (!!!)
• • Hauptversammlung der Mitteldeutsche» Buchhandlung-- Gehilfen-Bereinigung. Am Sonntag den 2. Mai d. I., Vormittags 12 Uhr, findet in Heidelberg in den Räumen des Kaufmänuiichen Vereins die dritte ordentliche Hauptversammlung der Mitteldeutschen Buchhandlungs-Gehilfen- Vereinigung statt. Die TageS-Ordnung enthält u. A. folgende Punkte: Bericht deS Vorstandes - die Lehrlingsfrage im Buchhandel- der Satzuugsentwurf der Allemeinen Vereinigung deutscher Buchhaudlung-gehilfen- Anträge zur Hauptversammlung der Allgemeinen Bereinigung- Organisation.
Da die Berathungen bet dieser Zusammenkunft nicht nur für die Laudesvereintgung, sooderu auch für den ganzen Beruf von besonderer Bedeutung sein werden, so ist eine zahlreiche allgemeine Betheiliguug zu erwarten. Für die nicht durch den geschäftlichen Thetl in Anspruch genommene Zeit hat der Heidelberger OrtSvereiu jüngerer Buchhändler „Perkeo" ein reichhaltiges Programm ausgestellt, so daß den Gästen genußreiche Stundeu in Aussicht stehen. In der LaodeSveretvigung find z. Zt. folgende Städte vertreten: Darmstadt, Frankfurt a. M., Gießen, Hanau, Heidelberg, Kaiserslautern, Caffel, Mainz, Offenbach, Wetzlar und Wiesbaden. Zur Theilnahme au der Hauptversammlung find auch Berufsgenoffen, die der Vereinigung nicht angehören, willkommen!
• • Kriegerkameradfchast Hasfia. Nach Erfüllung der satzungsmäßigen Pflichten find tu den Landesverband der Kriegerkameradschaft Hasfia ausgenommen worben: der Krieger- verein W eit er Sh a in mit 34 Mitgliedern, Bezirk Grünberg, und der Kriegerverein RetvhardShain mit 28 Mitgliedern, Bezirk Grünberg.
* * Der deutsche Feuerwehrlag, der bekanntlich nur alle fünf Jahre abgehalten wird, wird im Jahre 1897 in Charlotteuburg stattfinden. Die Vertreter der Feuerwehrverbände Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz sind bereit- mit dem Charlottenburger Magistrat in Verhandlung getreten. Mit dem Feuerwehrtag wird eine Ausstellung, Vorführung und Prüfung von Feuerlöschgeräthen verbunden sein.
• • Ruudreifefahrhefte. Am 1. Mat l. I. gelangt ein neues Verzet chntß der zusammenftellbaren Fahrscheine deS Verein- deutscher Eiseubahnverwaltungen zur Ausgabe. Nähere Auskunft über Etntheilung de- Berzeichntffes, KostenpretS rc. ertheilen sämmtltche Fahrkarten-AuSgabea.
• • Zur Vorsicht mahnt wieder recht dringend ein au- Paffau gemeldeter Fall, wo gestern am Bahnhof eine Dame, die fich von einer abreisenden Freundin im Eisenbahnwagen verabschiedete und den Wagen erst verließ, als ficy der Zug schon in Bewegung setzte, überfahren und getädtet worden ist.
* • Sine Radfahrer-Uniform für Soldateu ist probeweise bet den Garde trupp en etugeführt worden und namentlich schon bei den Eisenbahnregtmenteru tu Gebrauch. Ste besteht vorläufig tn einer graugrünen Joppe, die hinten durch eine Schnur zusammengezogen ist, die Achselklappen de- betreffenden Regiments und das Rangabzeichen trägt. Die Joppe darf nur bet Benutzung eines Fahrrades getragen werden, jedoch auch dann, wenn das Rad nicht im militärischen Dienst gefahren wird oder Etgenthum des Fahrers ist.
* * Pflege des ChoralgefaugeS in der Armee. Die stimmt» ltchen Militär Oberpfarrer der Armee waren mit dem Marine- Oberpfarrer Gödel in Berlin zu einer zweitägigen Be- rathung versammelt, die unter dem Vorsitze deS evangelischen FeldprobfteS D. Richter abgehalten wurde. Wie es heißt, soll eine demnächst zur Einführung gelangende Agende für daS Heer und die Marine zur Besprechung gelangt und ferner die Frage de- ChoralgesangeS in der Armee zum Abschluß gebracht sein.
•• Die Abnahme der Schwalben ist wie anderortS so auch bei unS in diesem Frühjahr in recht auffälliger Weise festzustellen. Diese starke Abnahme ist in der Hauptsache auf den Bertilgungskrtegzurückzuführen, den die Italiener gegen die nützliche Vogelwelt führen und der binnen kurzer Zett mit der Ausrottung ganzer Arten enden muß, wenn die Regierungen der nordischen Reiche, deren Landwtrthschaft und Gärtneret die Jnsecteuvertilger nicht miffen kann, nicht alSbald Stellung zu der Angelegenheit nehmen und ein Verbot des Vogelfanges an der Riviera rc. herbetführen.
** Sterblichkeit im Großherzogthum Heffeu. Im Jahre 1896 sind im Ganzen im Großherzogthum nach einer vorläufigen Aufstellung 19,524 Todesfälle (ausschließlich der Todtgeborenen) vorgekommen- hiernach berechnet fich die Sterblichkeitsziffer der Bevölkerung, diese auf 1,045,200 geschätzt, zu nur 18,7 p. M. gegen 19,5 und 19,7 p. M. in den beiden äußerst günstigen Vorjahren und gegen 21—22 p. M. als Durchschnitt einer langen JahreSreihe. Bei den Kindern unter 15 Jahren, auf welche 7993 Todesfälle treffen, betrug die Sterblichkeitsquote nur rund 23 p. M., während der Durchschnitt au- einer laugen JahreSreihe sich auf 27 bis 28 p. M. beziffert und bei den Erwachsenen, auf welche 11,531 Sterbefälle kommen, 17 p. M. gegenüber dem vierjährigen Mittel von rund 19 p. M. Vor Vollendung des ersten Lebensjahres waren verstorben 5264 Kinder oder auf die Lebendgeborenen berechnet rund 16 pCt. der letzteren, ein Betrag, der in günstigen Jahren wiederholt beobachtet ist und um fast 3 pCt. unter dem Durchschnitt bleibt- die geringe Kindersterblichkeit deS Berichtsjahres betrifft vorwiegend die über rin Jahr alten Kinder, denn bei dieser Altersgruppe waren nur 2729 Sterbefälle zu verzeichnen, während deren Zahl in den früheren Jahren zwischen 3400 und 3800 fich bewegte und in den Jahren 1882, 1888 und 1893 die höchsten Beträge mit 4000 und 4300 erreicht hatte. Die sehr bemerkenswerthe und erfreuliche Abnahme der Sterblichkeit in dieser Altersgruppe ist zweifellos die Folge einer seit 1894 constant gebliebenen Abminderuug der Todesfälle durch Rachen- und Halsbräune und ferner Folge des seit dem Jahre 1890 constauten Rückganges der Sterbefälle an Scharlach, welcher, neben einem selteneren Auftreten in bedeutenderen Epidemien, etnen^offenbar minder gefährlichen Character der einzelnen Erkrankungen aufwetst. Masern und Keuchhusten laffen dagegen im Allgemeinen einen Rückgang der Sterbefälle nicht erkennen, dieselben pflegen in unregelmäßigen 3- bis 5jährigeu Intervallen über das Großherzogthum verbreitet vorzukommen. Bon den ausschließlich da- KtudeSalter bedrohenden ansteckenden Krankheiten hatten Rachen- und Halsbräune im Jahre 1896 nur 426 Todesfälle veranlaßt, auf 10,000 Einwohner 4,1. Im vierjährigen Durchschnitt betrug die mittlere jährliche Sterblichkeitsrate 90/000, dieselbe war in dem ominösen Jahre 1893 mit 1911 Todesfällen sogar auf 19%oo gestiegen, in
den folgenden Jahren aber auf 12 und ö0/«» und nunmehr noch weiter heruntergegangen. Sterbefälle durch Masern wurden im Berichtsjahre ermittelt 351, eine relativ hohe Zahl- an Keuchhusten sind verzeichnet 208 Todesfälle, ein mittlerer Betrag, au Scharlach nur 76 und zwar ebensovtele wie in den drei vorau-gegangenen Jahren. Bon andern, die Kindersterblichkeit, namentlich die der Säuglinge beein- fluffenden Krankheiten hatten Darwcartarrh und Brechdurchfall nur 978 Todesfälle veranlaßt, während in hervorragend ungünstigen Jahren deren Zahl auf 1200 bis 1400 austeigt, au Atrophie verstorben waren 371 Kinder und au angeborener Lebensschwäche 559. Die constant so auffallend günstigen SterblichkeitsverhältniffL der Kinder deS ersten Lebensjahres in der Provinz Oberheffen kommen auch im Jahre 1896 sehr deutlich zum Ausdruck, denn eS hatte die Säuglingssterblichkeit dort nur 11 pCt. der Lebenbgeborenen er- reicht, während diese Quote in Starkenburg auf 17 pCt. und in Rheinhessen auf 18 pCt. fich bezifferte- Darmcartarrh und Atrophie zusammen hatten in Oberheffen nur 123 Todesfälle — 4,50/ooo veranlaßt, in Starkenburg aber 655 — 14,6%oo und in Rheinhessen 571 = 17,5«/o-o. Einen minimalen Betrag erreichten im Berichtsjahre die Todesfälle an AbdominaltyphuS- während zu Anfang der achtziger Jahre noch 200 und mehr Personen jährlich dies.r Krankheit erlegen waren, ist seit dem Jahre 1888 die Zahl 100 nicht wehr überschritten worden, von da ab ist der Rückgang der TyphuSsterbefälle ein fast constanter und treffen auf da- Jnhr 1896 nur deren 33. Von den 5 volkreichsten Städten hatten in diesem Jahre Darmstadt, Offenbach und WormS nur je einen Todesfall durch Typhus zu verzeichnen, je drii treffen auf Mainz und auf Gießen, hier einschließlich drr in den Kliniken verstorbenen Ortsfremden. — Sterbefälle an Rose wurden 60, an Genickkrampf 9, an Milzbrand 2, an Actiuomykose und Malaria je 1 und an Syphilis 27 verzeichnet. Im und durch das Wochenbett waren gestordrn 134 Frauen, wovon durch Wochenbettfieber 70 und an andern Folgen der Geburt 64. Todesfälle durch Tuberculose wurden 3268 gezählt, darunter an Lungenschwindsucht 2536 und an Tuberculose anderer Organe 732- an entzündlichen Erkrankungen der AlhmungSorgane erlegen waren 2657 Per- fönen, darunter inbegriffen sind 133 Sterbefälle durch Influenza, die überwiegend auf die 4 ersten Jahresmonate treffen- an Gehirnschlagfluß erlagen 693, an Herzkrankheiten, chronischen und acuten Verlaufs 947, an Neubildungen (Krebs) 985, an Altersschwäche angeblich 1777. An sonstigen benannten Krankheiten zusammen waren verstorben rund 3540 Personen, während die töbtlich gewordene Krankheit unermittelt blieb bei 2060 Sterbefällen oder bei 10 pCt. der Gesammtzahl. Durch Verunglückung umgekommen find 342 Personen, durch Selbstmord endeten 214 und durch Verbrechen Anderer 20.
** Unter mancherlei Unsitten, die wir im geschäftlicher Leben finden, ist eine, die ganz besonder- verwerflich erscheint, und der einige Worte gewidmet sein sollen, weil fie vor- uehmlich in dieser Jahreszeit fich zu zeigen pflegt. Deutschland ist bekanntlich daS gelobte Land des übermäßig langen Creditirens, wovon eS von keinem anderen Lande über- troffen wird. Ueberall lacht baar Geld, nur bei uu» ist vom alten Schlendrian nicht recht loszukommen. Wenn dir Geschäftsleute heute ihre Bücher durchsehen, so finden fie noch manche unbezahlte Jahresrechuuog 1896, deren Betrag sie gern in Händen hätten, der aber nicht ins Haus flattern will. ES ist kein Unglück, wenn Jemand einmal in die Lage kommt, etwas später bezahlen zu müssen, darüber sieht auch jeder Geschäftsmann fort, aber im höchsten Grade unrecht ist eS von einem Kunden, wenn er bei Ankauf seines Frühlings- bedarf» nun einen anderen Geschäftsmann aufsucht und dort baar zahlt, weil er sich wegen der unbezahlten Rechnung genirt, bei seinem frühecen Lieferanten vorzusprechen. Daß, so etwa- dirsen kränken muß, ist ganz selbstverständlich, allein die Unbilligkeit einer solchen Handlungsweise wird im Publikum leider noch viel zu wenig empfunden, sonst würden Vorkommnisse dieser Art nicht so häufig sein. Vor Allem ist daS der Fall bei kleineren Gewerbetreibenden und Handwerkern, die somit nicht nur die Baarzahlung, sondern auch noch einen Kunden verlieren, den zu halten fie. sich gewiß alle Mühe gegeben hätten. Von unserem Reichstage werden bei der vorgerückten Jahreszeit ja nicht wehr allzuviele großartige Leistungen zu erwarten sein für diese „Session", aber die neue Handwerkervorlage wird doch sicher fertig werden, welche für daS Handwerk eine neue Organisation schafft. Manches wird fich nicht erfüllen, was von derselben erwartet wird, aber auf dem Gebiete des CreditgebenS kann sie viel auSrichtev. In den großen Haudlungshäusern erhält Niemand, mag eS fein wer eS will, auch nur einen Pfennig Credit, eS fällt auch Niemanden ein, einen solchen irgendwie zu beanspruchen, nur an oben genannter Stelle dauert dieser Krebsschaden fort. Zwischen Ostern und Pfingsten besteht eine überaurührige Einkaufslust, eS wird nicht bloS gekauft, waS unbedingt erforderlich ist, sondern auch noch Einige- darüber. In dem Bestreben, sich selbst eine Freude zu bereiten, kann man also auch Anderer gedenken, besonder-, wenn e- nicht- extra kostet. In dem Sinne mögen diese Zeilen Beachtung finden.
•• Zu Amerika verstorbene Heffeu. Coney Island, N. A. Martin Rauscher, 59 Jahre alt, auS Worm». Steven« Point, WiS.: Friedrich Schäfer, 69 Jahre alt, au« Billingen. Greenmont, Westchester Co., N.-U.: Alben Fink, 69 Jahre alt, auS Lauterbach. Belleville, Jll. Ludwig Sänger, 66 Jahre alt, aus Biogen a. Rh Ltvivgstoo, WiS.: Maria Magd. Schneider, geb. Stark. 66 Jahre alt, au- Hillesheim, Baltimore, Md.: Georg Rumpf, 65 Jahre alt, auS Schlitz. Cincinnati, O.: Pastor Ernst Guntram, aus WormS. New-Uork: Samuel Götz, auS Alsbach.
•• Wetterbericht. Der Kern des barometrischen Maximum- hat fich sowohl im Norden wie über der Osthälfte Europa- noch weiter ausgebrettet. Dabei besteht im Westev
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