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deS ErdtheilS das DepreffionSgebiet zwar fort, doch hat es an Raum tote an Tiefe verloren. Der hohe Druck dürfte dabet auf unserem Gebiete vorerst die Herrschafr behaupten. — voraussichtliche Witterung: Meist heiter und warm.
Butzbach, 24. April. Heute Vormittag fand auf dem großen Exercierplatz durch Herrn Oberst v. Hannecken me Besichtigung der vier Compagnien des htefigen Bataillons statt. Der Besichtigung wohnten der Divisionskommandeur, Te. Cxc. Generallieutenant v. Müller, so- wie der Herr Brtgadegeneral bet. Die beiden letztgenannten hohen Vorgesetzten des hiesigen Truppentheils, welche bereits gestern Nachmittag mit ihren Adjutanten hier eingetroffen waren, als auch Herr Oberst v. Hannecken sollen sich über bca Ausfall der Besichtigung sehr günstig geäußert haben. — Heute traf ein Dankschreiben des Fürsten Bis« marck ein- die Schrift ist nicht mehr so fest als früher, mit zitternder Hand scheint die Feder geführt zu sein. Der Wortlaut des Briefes tft folgender: „FriedrichSruh, den Ja K 1897 8ltr Ihren Glückwunsch und Ihre freundliche GeburtstagSgabe bitte ich Sie, meinen verbindlichsten Dank entgegen zu nehmen. D. Bismarck."
m « §§ dermnthShatu, 25. April. Wenn die Holzhauer in ©tßenb bet Beginn des Frühjahrs ihre Arbeiten be- enbet haben, |o findet gewöhnlich ein kleines Fest statt.
C,n Disput, welcher schließlia, zu Thatlichkeiten übe»ging. Beim Nachhaufegeheu erhielt ein Holzhauer mit einer Axt einen Schlag auf den Kopf, ?“B.cr bewußtlos zusammen sank. Er wurde in die Wirth- fchaft zurück gebracht und mußte ärztliche Hülse in Anspruch genommen werden. Der Verwundete hat schwere Verletzungen am Kopf und im Geficht. Dieser Abschluß der Feier wird ein gerichtliches Nachspiel finden.
???CIee Nottberg, 26. April. Seit voriger Woche ist allmählich hiermit den Feldarbeiten begonnen WnMtT k Wie,en gewähren dieses Frühjahr einen bösen Anblick durch die außergewöhnlich vielen Maulwurfshügel. TS soll ein Maulwurfsjäger angestellt werden, wie dies in ,nflne"f?Aen be”it8, Sksch-Hen. Voriges Jahr wurden durch on CV 1 ?? in Hartwannshain in der Zeit vom 9<?' 3“n bi« 20. September 876 Stück Maulwürfe und wuMk'/ “!8'11, Der Mann erhielt für jeden Maul- tata- h e"n 2 Un2 Üt chicn Hefter 20 Pfennig, neben freier Station abwechselnd bei den größeren Wiesenbefltzern. rnfh ' 27\^riL H»r Provinzialdirector Geheime-
Ä ^°^uard beging gestern, wie wir dem „Darmft. Tgbl. en nehmen, die Feier seines 70. Geburtstages. Dem verdienstvollen, allgemein verehrten Beamten gingen LS'r*00!: ^reiche Glückwünsche zu. Abgeordnete des k.7^^^und Krei-au-schuffeS, sowie des KreiSamtS be- glückwünschten Herrn Geheimerath v. Marquard persönlich in dessen Wohnung. Die Geburtstagsfeier hatte keinen offictellen, sondern einen lediglich privaten Charakter. Bei der allgemeinen Beliebtheit des hohen Beamten wäre es zweifellos zu großen Veranstaltungen allgemeiner Natur gekommen, wus. kes zur öffentlichen Kenntniß gekommen sein ' l>aß derselbe gestern seinen 70. Geburtstag feiere. nrfLml» uU ,nicbt ^schehen und daß gar nichts in die £ all»? gedrungen ist, daran trägt einzig und allein die bescheidene Zurückhaltung des Jubilars die Schuld, eine Eigenschaft, welche den allverehrten Herrn in so seltener Zßetfe st- S ausgezeichnet und trotz seiner hervorragenden Stellung in nicht hoch genug anzuschlagender Wei e noch touner ouszeichnet.
□ Darmstadt. 26. April. Der Wilhelmtnenplatz Q°\ ^fuen PalaiS erfährt gegenwärtig eine völlige gärtnerische Umgestaltung, nachdem der Mathildeuplatz, die „grüne Bettlad" der alten Darmstädter, bereits eine solche erhalten hat. Leider verschwinden, im Gegensatz zu diesen Bestrebungen, immer mehr Pcivatgärten innerhalb der Stadt.
Worms. 24. April. Auf gestern Nachmittag war eine Vtadtverordneten-Versammlung anberaumt worden, in welcher
bie Wiederbesetzung der durch Weggang des Herrn Professors Bessel-Hagtn erledigten Stelle des Directors des städtischen Krankenhauses zur Beschlußfassung angesetzt war. Aus dem Referate des Herrn Medicinalraths Dr. Salzer ist ju entnehmen, daß sich im Ganzen 17 Bewerber für die Stelle gemeldet, darunter drei außerordentliche Professorenallen stehen vorzügliche Empfehlungen zur Seite, so daß die Wahl keine leichte gewesen. Nach eingehender Prüfung fiel der Wahlvorschlag durch die Finanzcommisfion und die Verwaltung des städtischen Krankenhauses auf Herrn Professor Dr. Hetdenhatn in Greifswald, dem eminent günstige Em- pfehlungen zur Seite stehen.
A ®lainj, 27. April. Seitens der staatlichen Verwaltung der hessischen LudwtgSbahn haben in den letzten Tagen wieder eine ganze Reihe Penstonirungen älterer Beamten stattgefunden, darunter von solchen, welche bisher in ziemlich hoher Stellung waren. Wie man uns mittheilt, sollen weitere Penfionirungen bevorstehen, die indeß auf Wunsch der betreffenden Beamten erfolgen, weil sich dieselben nicht mehr an die Neuordnung der Dinge gewöhnen können ober wollen. Im Allgemeinen sehnen sich die Beamten wieder nach den früheren Verhältniffen zurück, zumal man sich in ben Hoffnungen nach Gehaltserhöhung und Diensterleichterungen stark enttäuscht fleht.
A Mainz. 27. April. Auf dem am 4. October statt- findenden 14. Delegirtentag des Rhein-Main-GastwirthS- verbandeS werden von Mainz auS verschiedene wichtige Anträge gestellt werden. Einer derselben zielt darauf ab, eine Aenderung in der Bestimmung der Sonntagsheiligung auf dem Lande herbeizuführen, und welchen Wirthen in den Land- gemeinden verboten ist, Einheimischen vor Beendigung deS NachmittagsgotteSdiensteS Speise und Getränke zu verabfolgen. Ein zweiter Antrag will eine allgemeine Rege- lung der Feierabendstunde auf dem Land hkrbeigeführt sehen. Diese Regelung soll besonders mit der Maßgabe stattfinden, daß in Orten mit einer Bahnverbindung die Feierabendftunde frühestens eine Stunde nach dem Ab- gange des letzten Bahnzuges einzutreten hätte.
' Frankfurt a. M., 26. April. Die Frevler, welche auf der alten Brücke an dem Denkmal Kaiser Karls des Großen das Schwert fammt der Hand abgerissen haben, find von Beamten deS 8. Polizeireviers ermittelt und gestern Vormittag verhaftet worden. Die Verhafteten find drei im Alter von 20 bis 25 Jahren stehende Küferburschen, welche in einer Faßfabrik in Sachsenhausen in Arbeit stehen. Einer derselben wurde gestern Nachmittag wieder auf freien Fuß gesetzt, da nur die beiden andern der That überführt werden konnten. Sie sollen vor der That in einer Wirth- schaft daraus bezügliche Aeußerungen gethan haben.
* Berlin, 26. April. Gestern wurde vor dem Hause Ackerstraße 143 eine unbekannt gebliebene Frau durch den 23jährigen Maschinenbauer Oskar Hinz mit einem Zwei- rabe umgestoßen unb überfahren. Hinz suchte sich seiner Feststellung durch die Flucht zu entziehen, wurde indeffen durch den ihm etwa hundert Schritt nacheilenden, im elften Polizeirevier beschäftigten 29 Jahre alten Schutzmann Kroppen eingeholt. Infolge der Anstrengung stellten (ich bald darauf bei dem Beamten Athemnoth und Brustbeklemmungen ein, die fich derartig steigerten, daß Kroppen nach Verlauf einer Stunde im Beisein eineß Arztes auf der Wache an Her» lähmung starb. ö
* Die Tuberkulose und die hohlen Zahne. Man berichtet aus Paris: Daß bie hohlen Zähne Geschwülste unb ehr schmerzliche Neuralgien Hervorrufen, ist genugsam bekannt. Der hiesige Aizt Strack beschuldigt fie jetzt außerdem, den Tubercelbacillen den Eingang in den inneren Organismus dis Menschen zu bahnen. Dieser Bacteriologe jat Kochbacillen in hohlen Zähnen entdeckt unb von 114 Kin- bern, die eine Anschwellung ber Drüsen zeigten, hatten
41 pCt. verdorbine Zähne, die Dr. Strack als Krankheit?- erzeuger bezeichnet. Ost folgt die Drüsenanschwellung einem einfachen Zahnschmerze. Also aufgepaßt auf die hoblen Zähne!
Schiff-nachrichten.
Norddeutscher Lloyb, in Gießen vertreten durch die Agenten (S,e- l Loos und I. M. Schulhof.
itx 26. April. sPer transatlantischen Telegraph.)
Der Postdampser Weimar, Capt. C. Steencken, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, tft am 24. Aptil, 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyoik angekommen.
_ Zr/uien, 26. April. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser Bonn, Capt. A. Winckel, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen.
Btamrftttter «itadttheater.
Im Frankfurter Opernhause sind für den Monat Mai, in roeltoem der Hremdendurchzug zu beginnen pflegt, in diesem Jahre bewndere Vorbereitungen getroffen worden für ein möglichst intet« effanteS Programm. Nachdem am 5. und 7. Mai Tamagno fein zweimaliges Gastspiel absolvirt haben wird, beginnt am 15. Mat ber Wagner-Cyclus von sechs Vorstellungen unter Mitwirkung pes flefammten Personals der Frankfurter Oper und gleichzeitiger Hinzuziehung auswärtiger, auch durch ihre Thäiigkeit in Bayreuth bekannt» Kräfte, rote Kammersänger Vogl (München), Hofopern- fonger Gerbäuser (Karlsruhe), Friederichs (Bayreuth). — Dem „Ring des Nibelungen" (15 Mai „Rheingold", 16. Mai „Malkin e", „Siegfried", 20. Mai „Götterdämmerung"), schließt sich arn 22. Mai „Tristan und Isolde" an und die „Meistersinger" bilden am 25. Mai bafl Ende des Cyclus. — An einzelnen Zwischentagen wird Humperdinck« neues Werk „Die Königskinder" auf dem Repertoir fein.
3® Frankfurter Schauspielhause wird während dieser Zeit gleichfalls für ein möglichst anziehendes Repertoir Sorge getragen sein und außer den literarisch hervorragenden Novitäten des letzten Jahres (wie John Gabriel Borkmann ufro.) werden als Novitäten erscheinen: „Die versunkene Glocke" von Gerhardt Hauptmann, „Das grobe Hemd" von KarlweiS (mit Felix Schweighofer in der Hauptrolle als Gast) und Anderes. — Neu einstudirt und tnfcentrt wird Shakespeares „Othello" und „Sommernachtstraum" gegeben werden.
Wöchentliche Ueberstcht der TodeSsälle in Gietzr».
17. Woche. Vom 18. April bis 24. April 1897.
Esttroohnerzahl: «mgevommen zu 23 700 (incl. 1600 Mann SrcrblichkeitSziffer: 19,75, nach Abzug der Ortsfremden 8,77 o/^
ES fterben an:
Kinder
Zusammen: Erwachsene:
im vom
Gehirnfchlagfluß
1.Lebensjahr: 2.-—lb.Iah'.
1 (!)
1 (1)
- -
Lungencatarrh
2 (1)
1 (1)
— 1
Herzleiden
2
2
_ —
Asthma
1 (1)
—
— 1 (1)
Krämpfen
1
—
1 —
Diphtheritis
2 (2)
—
2 (2)
Summa. 9 (5)
4 (2) *
1 4 (3)
Anm. Dre in Klammern
gefegten Ziffern aebtn an. wie viele
oer Lovesnuie in ber betreffenden Lkrankheit Gießen gebrachte Kranke kommen.
aus von auSwärttz nach
— Di« allgemeine Aufmerksamkeit wendet fich fetzt immer mehr der Hantpfiege z« und fortdauernd treten infolgedessen neue Mittel auf, die für diesen so überaus wichtigen Zweig der Gesundheitspflege empfohlen werden. Keines dieser Mittel hat fich ledoch einen solch allgemeinen Beifall erwerben können, als das Lanolin, das mit dem von Natur in der menschlichen Haut enthaltenen Fett analog ist und somit in allen Fällen, wo die Haut durch den Verlust an Fett ihre Geschmeidigkeit und Elasticität ein- aebüßt, über den Mangel wieder hinweghilft. Das Lanolin findet fich in Form von
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in allen Apotheken und Drogen-Handlungen und robb auch zur Anwendung in der Kinderstube von den Aerzten am das Angelegent- lichste empfohlen. Beim Einkauf des CreamS achte man darauf, daß jebe Tube und jede Dole die Schutzmarke »Pfeilring" tiäg', da nur dadurch eine Garantie für die Echtheit geboten wird. 2000
Meyers Konversations- Lexikon
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auf dem oben erwähnten Bureau ein- fllreichen.
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Gießen, den 28. April 1897. Gcoßh. Verwaltungs - Direction der 42 45 neuen Kliniken.
[Behördliche Anzeigen | Alle Diejenigen,
w flche an den Nachlaß der Lehrerswittwe O itiiie Schmidt dahier Forderung haben, werden, soweit dieselben nicht bereits angemeldet find, aufgefordert, ihre Ansprüche Innerhalb 8 Tage bei Unterzeichnetem y*en' ba spätere Forderungen une osrückfichtigt bleiben. 4243
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