Ausgabe 
28.7.1897 Erstes Blatt
 
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* * Nadvettsahren. Für das am 15. August hier auf der Rennbahn stattfindende Wettfahren find folgende Rennen vorgesehen: 1. Eröffnungsfahren für Herren- fahrer über 2000 Meter. Drei Ehrenpreise im Werthe von 50 Mk., 30 Mk., 20 Mk. und drei Medaillen. 2. Militär- fahren über 2000 Meter, für Angehörige des Jnf.-RegtS. Kaiser Wilhelm-- drei Ehrenpreise. 3. Hauptsahren über 4000 Meter für Berufsfahrer- drei Baarpreise über 2OO Mk., 120 Mk. und 60 Mk. 4. Jugendfahren mit Borgabe über 12OO Meter, für Fahrer bis zu 15 Jahren- drei Ehrenpreise, gestiftet von den »Wanderern», Gießener Radsahr-Gesellschaft. 5. Fahren um den Wanderpreis deSCuratoriumS, Strecke 4000 Meter, offen für Herren- fahrer- Ehrenpreis im Werthe von 250 Mk., der drei Mal hinter einander von demselben Sieger gewonnen sein muß, ehe er als Eigenthum übergeht. Dem Sieger außerdem Medaille und Ehrenurkunde- dem Zweiten und Dritten je eine Medaille. 6. MeisterschaftSsahren von Hessen über 50000 Meter, Schrittmacher gestattet, offen für alle in Heffen geborenen Berufsfahrer oder solche, die seit mindestens sechs Monaten ihren Wohnfitz in Hessen haben. Sieger erhält den TitelMeisterschaftsfahrer von Hessen Über 50 Kilometer", sowie 150 Mk. in Baar und Meister, schaftsdiplom- der Zweite 80 Mk., der Dritte 40 Mk. in Baar. 7. Mehrsitzer-Fahren mit Borgabe über 4000 Meter, für Herrenfahrer- drei Ehrenpreise im Werthe von 100 Mk., 60 Mk. und 30 Mk. 8. Mehrsitzer-Fahren mit Dorgabe über 4000 Meter, für Berufsfahrer- drei Preise von 100 Mk., 60 Mk. und 30 Mk. in Baar.

Die Hauptversammlung des Schützenveretns am gest­rigen Abend har die vom Vorstaude zur Abhaltung eines größeren Preisschießens vorgeschlagenen Tage, den 22. und 23. August d. I., genehmigt und haben sich die zahl­reich erschienenen Mitglieder berettwilltgft in die Festarbeiten eingetheilt. Die freundschaftlichen Begegnungen und die unfern Schützen entgegen gebrachten Sympathien gelegentlich der auswärtigen Schützenfeste in diesem Jahr gaben mit Anregung, noch in diesem Jahr den freundoachbarlichen Ver­einen ein Rendezvous dahier zu geben. Wünschen wir, daß die freundschaftlichen Beziehungen zu den Freunden im Mittel- rhetn Verbände bald dazu beitragen mögen, daß das lang­ersehnte Mittelrhein Baden-Pfälzische Schützeusest in Gießen obgehalten werde.

* Betrunken. In verflossener Nacht traf eine Schutz- mannSpatroutlle auf dem Marktplatz einen 15 jährigen, an­scheinend geistesgestörten Jungen und brachte ihn vorläufig im Poltzeigefängntß unter. Heute Morgen stellte sich heraus, daß derselbe in einer Wirthschaft zu viel Branntwein getrunken hatte, und in Folge dessen iu diesen Zustand ge- rathen war. Er gab an, daß ihm von einem ihm Unbekannten der Branntwein aufgenöthtgt worden sei.

Geistesstörung. Seit vorigen SamStag wurde hier ein junger Mann vermißt. Gestern meldete sich derselbe in der med. Klinik und gab an, in selbstmörderischer Absicht Schwefelsäure getrunken zu haben. Dies bewahr­heitete ficy nicht, jedoch mußte derselbe wegen Geistes- gestörtheit in die psychiatrische Klinik aufgenomen werden.

* Truppeudurchmarfch. Eine Schwadron des in Saar- brücken garnisontrenden Westsaltscheu Dragoner- Regiments Nr. 9 durchzog heute Morgen unter klingendem Spiel auf dem Marsche nach Westfalen unsere Stadt.

* * vefihwechsel. Herr Brauereibefitzer I h r i n g zu Ltch kaufte das der Wittwe HarmS gehörige HauS in der Neu­stadt (Wirthschaft »Zum Lahnthal") für den Preis von 46,000 Mark.

Die Zett der neuen Kartoffeln bringt für die vielen Verehrer dieser Delicatesse nicht selten Leibschmerzen und Diarrhoe. DaS kommt daher, weil die Kartoffeln in den seltensten Fällen um diese Zeit schon vollständig auS- gereift find und noch nicht den nöthigen Procentsatz Stärke­mehl entwickelt haben. Um nun diese meistens noch etwa» seifigen jungen Kartoffeln durch eine Schnellreife mehlreicher und dadurch verdaulicher zu machen, empfiehlt es sich, die­selben in trockenem Sand einige Tage den Sonnenstrahlen auSzusetzen. Vor allen Dingen hüte man sich aber, nach dem Genuß von jungen Kartoffeln sofort Wasser zu trinken.

Geldseuduogen an Soldaten. Zu den Postanwei­sungen an die in Reih und Glied stehenden Soldaten bis zum Feldwebel oder Wachtmeister einschließlich auswärts über Beträge bis zu 15 Mk., welche, bezeichnet mit dem Vermerk »Soldatenbrief, Eigene Angelegenheit des Empfängers", um die ermäßigte Gebühr von 10 Pfg. befördert werden, find von jetzt an die PostanweisungSkarten-Formulare ohne Werth­zeichenstempel zu benützen, welche zum Preis von 1 Pfg. für je 2 Stück bei den Postanstalten und den Landpostboten bezogen werden können.

e* Wetterbericht. Der niedere Druck hat feine Herrschaft bereits über ganz Nord- und Ost-Europa ausgedehnt. DaS Sentrum desselben hat jedoch bei weiterer Vertiefung seine Lage nördlich von Schottland beibehalten. Das gestern be­reits am Südfuße der Alpen erkennbare secundäre Maximum hat sich weiter entwickelt und liegt heute über der Po-Ebene. Jo Eentral-Turopa besteht zwar noch hoher Druck, doch hat derselbe an Jntenfität allgemein verloren. Dagegen ist über Frankreich das Barometer neuerdings gestiegen. Auf unserem Gebiete ist unter der Einwirkung des niederen Druckes im Osten und Süden eine rasche Aenderung des Wetters ein- getreten. voraussichtliche Witterung: Zunächst noch trüb und stellenweise Niederschläge- dann von Westen wieder Abnahme der Bewölkung.

-b. Hause«. 26. Juli. Die übliche Psarrfamtlieo- conferenz auf dem Schiffend erg findet nächsten Mitt- woch, den 28. Juli, statt. Es werden die Pfarrfamilien des DecanatS Gießen nochmals daran erinnert, zugleich auch die in Gießen wohnenden Pfarrwittwen nebst Angehörigen und die Pfarrfamtlien angrenzender Decanate freundlichst eiu- geladen.

H. AuS de» Horloffthrle, 25. Juli. Der Apfel­wein ist um 2 Pfg. das GlaS s/10 Liter aufgeschlagen, er kostet 12 Pfg. anstatt 10 bisher, ein Beweis dafür, daß eS wenig Moftobst in diesem Jabre geben wird. Anfragen darüber, ob in unserer Gegend Obst verkäuflich wird, find bereits gestellt worden und man bietet sehr gute Preise. Auch das Frachtgeschäft belebt sich nach und nach- für neuen Weizen bietet man 16 bis 161/, Mk., je nach Qualität. Zu diesem Preise find bereits Verkäufe abgeschlossen worden, lieferbar sobald gedroschen ist. DaS Spätgemüse zeigt viele Herzkranke Exemplare. Die eingetretene warme, sonnige Witterung fördert die Reife deS Weizens. Der Roggen steht gebunden auf Haufen und die Gerste, seither bei der feuchten Witterung nach und nach geschnitten, kommt jetzt rasch inS Seil. Heute morgen (am Jacobitage) hatten wir starken Nebel, der jedoch von der Sonne kräftig nieder gedrückt wurde. Man schließt daraus auf anhaltend gutes Erntewetter.

§ AuS dem Ohwthal, 26. Juli. In unseren Wäldern ist die Beerenernte keine so besonders reiche, wie sie aus anderen Gegenden berichtet wurde. Die Erdbeeren lieferten nur gewöhnliche Erträge, die Himbeeren dagegen ganz ge­ringe. DaS AuSroden deS Waldgesträuchs zum Zwecke der Lüftung der jungen Heegen mag hierzu beitragen, aber auch ohne das hängen die Sträucher nicht voll. Daß auch die Heidelbeere, die sonst massenhaft im nördlichen Theile unseres Kreises gedeiht, eine schlechte Ernte liefert, ergiebt sich auS dem gänzlichen Fehlen der Heidelbeerverkäafer, die früher allwöchentlich die Ortschaften besuchten. Gerade der Mangel an Heidelbeeren macht sich fühlbar, da die Heidelbeeren mehr als alle anderen Beerensorten Verwendung im Haushalte findet.

Laubach, 23. Juli. Der als Eomponist zahlreicher prachtvoller Männerchöre weit über die Grenzen feines Vater­landes hinaus bekannte Lehrer Karl August Kern ist nach längerem Leiden hier verstorben. Diese Nachricht wird besonders in den Kreisen aller SangeSfreunde aufrichtige Thetlnahme Hervorrufen.

0 Ulkschsteiu, 26. Juli. Der heutige Bullen- und Rindviehmarkt unseresJacobimarktes" zeigte gute Auffahrt an Thteren und auch starken Besuch von Handels­leuten. Trotzdem war im Handel ein besonders flotter Gang nicht bemerkbar, und viele Stück Rindvieh gingen unverkauft wieder in die heimathlichen Stallungen. Vielfach wurden den Verkäufern niederere Preise angeboten, als sie bereits zu Hause hätten erhalten können. Gute Milchkühe waren schon für 250 Mark erhältlich und gingen bis zu 800 Mark, Rinder galten je nach Alter und Qualität 130150, 150200 Mk. Eigentlich muß es wunderlich erscheinen, daß nach einer solch ausgezeichneten Hru- und Kornernte die Preise für daS Rind­vieh nicht höher hinauf gegangen sind und nicht wieder die Preisstufe erklommen haben, die sie ehemals besessen. Die Preise für die Mastschweine (der Schweinemarkt findet morgen statt) find dagegen letzthin sehr in die Höhe geschnellt. DaS Pfund Lebendgewicht wird um 10 Pfg. theurer bezahlt als im Winter, und gilt jetzt 45 und 46 Pfg. Die Metzger sehen sich deshalb veranlaßt, mit dem Preise für daS Schweine­fleisch aufzuschlagen- statt des seitherigen Preises von 60 Pfg. für daS Pfund soll eS nunmehr 65 Pfg. kosten.

Offenbach, 26. Juli. Am Samstag Abend stürzte von einem Neubau in der Austraße ein Maurer so un­glücklich vom Gerüst, daß er sich die Hirnschale zerschmetterte und tobt auf der Erde liegen blieb. Der Mann war ge­rade im Begriff, nach Eintritt deS Feierabends den Heimweg anzutreten- er ist verhetrathet und Vater mehrerer Kinder.

Reinheim, 26. Juli. Am Donnerstag Abend fand eia Schaffner in dem letzten von Offenbach nach Reinheim gehenden Bahnzuge eine Bri eftasche mit 30 000 Mark Werthpapieren. Der Fund ist auf der Station Dieburg ab- geliefert worden und war bis zum Samstag Abend noch nicht reclamirt. Drmft. Tgbl.

* Cassel, 25. Juli. Vom 30. September bis 3. October findet eine allgemeine Ausstellung für Kochkunst, Hotel- und WirthschaftSwesen und verwandte Ge­werbe in den Räumen deS StadiparkeS statt. Sie wird in 8 Gruppen eingetheilt, in: Kochkunst und Condttorei, Nahr­ungsmittel, Getränke, Kücheneinrichtungen und Tafelgeschirre, Hotel- und WitthschaftSeinrichtungen, Fachliteratur, Auto­maten. Es ist bereit- ein Ausschuß für die Kochkunstaus stellung eingesetzt, der Interessenten nähere Auskunft ertheilt.

Kassel, 25. Juli. Vom Schnellzug 72 Hamburg- Frankfurt sind heute Mittag vor dem Bahnhof von Freden 11 Wagen entgleist. Drei Reisende wurden unerheblich beschädigt. Soweit bis jetzt ermittelt ist, wurde die Entgleisung durch einen Bruch der Hinteren Tenderachse herbeigeführt. DaS westliche Geleise ist voraussichtlich bis morgen gesperrt. Der Betrieb auf dem östlichen Geleise bleibt aufrecht erhalten.

* Wie der Kaiser reist. Kaiser Wilhelm bringt ungefähr den dritten Theil deS Jahres in seinem Hofzuge zu, welcher, wenn er mit großem Gefolge reist und die Kaiserin an der Reise Theil nimmt, auS 1415 Waggon» besteht. Dieselben verthetlen sich folgendermaßen: Salon deS Kaisers mit Schlascabinet, Salon der Kaiserin mit Schlafzimmer und Toiletteraum, großer Speisewagen mit anstoßender Küche, eigener Küchenwagen, Spetsewaggon für große Reisen, 4 SchlaswaggonS, 2 Gepäckwagen, jeder mit einem Raum für den den Hofzug begleitenden Reisecommissar und 2 Wagen für daS Gefolge, schließlich noch ein Jagd- Salonwagen, welchen der Kaiser nur bet kurzen Jagdretsen benutzt. Die einzelnen Waggons, von denen 3 je 6 Achsen, die übrigen je 4 Achsen haben und im Gewichte von 48 Tonnen bis zu 37 Tonnen schwanken, haben eine Länge von ca. 20 Metern. Der ganze Zug ist, wenn alle Wagen sür große osficirlle Reisen, wie jene nach Italien, Wien rc. verwendet werden, über 300 Meter lang und benölhigt stet»

zwei, manchmal auch bet größeren Steigungen eine dritte schiebende Maschine. Bei ganz besonder» starken Steigungen, wie über den Sömmering, Brenner u s. f. wird der Zug getheilt. Derselbe ist Eigenthum der preußischen Staat»- bahnen, welche ihn theil» in BreSlau, theilS in Görlitz bauen ließen und steht unter der Aufsicht eines Ingenieur», welche« für jeden Wagen ein eigener Wagenwärter zur Verfügung steht. Der Hofzug ist für alle BremSsysteme (Hardy , Luft- und Carpeuterbremse) eingerichtet, um auf alle Bahnen über­gehen zu können. Auf den russischen Bahnen, welche be­kanntlich eine größere Spurweite haben, kommt der Hofzug nicht in Verwendung. Derselbe ist für Heißwasserheizung eingerichtet, da die Heizung mittelst Dampf von der Maschine auS bei solcher ZugSlänge unmöglich wäre. Der Küchen- wagen enthält Alle», wa» nöthig ist, um selbst für größeres Gesolge vollständige DinerS Herrichten zu können. Da» nöthige Eis wird auf den jeweiligen Halteftationen ein­genommen. Wenn, wie eS kürzlich der Fall war, die Kaiserin mit den sämmtlichen Kindern reist, so schläft sie während der Nachtfahrt mit einer Hofdame und Kammerfrau, die sich iu anstoßenden (Sabinen bienstbereit halten, allein in ihrem Schlafsalon, während die vier größeren kaiserlichen Prinzen in einem Abtheil deS Schlafwagen», die drei kleineren Kinder aber mit ihrer Gouvernante in einem zweiten Abtheil be­gleichen Schlafwagens ruhen.

Die Berliner Droschke. Einem von der Fachzeitschrift Der Fuhrhalter" gebrachten ArtikelZur Geschichte de» Berliner DroschkenwesenS" find folgende Daten zu entnehmen: Berlin hatte bis in die Mitte der Dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts kein geregelte» Fuhrwesen. ES exi stirteu zwar Miethchaisen, die um daS Jahr 1700 die Zahl von etwa hundert erreicht haben dürften. Meistenthei'.S be­nützte man derartige Chaisen nur bei größeren Festlichkeiten oder zu weiteren Reisen. Die ständige Einrichtung von Droschken verdankt Berlin dem Kammerherrn König Friedrich Wilhelms I., Baron v. Pöllnttz. Der weitgereiste Mann hatte diefiacres am Hofe Ludwig» XIV. kennen gelernt und seinem Monarchen eine so verlockende Schilderung von derartigen Fuhrwerken gemacht, daß sich Friedrich Wilhelm I. entschloß, auch in Berlin solche Wagen einzustellen und eine Zunft Ftakerhalter inS Leben zu rufen. Der König erließ im Jahre 1739 eine diesbezügliche Cabinetßordre an den Minister Happe, wonach nur die Zunftgenossen das Recht haben sollten, mit solchen Wagen in der Stadt gegen Lohn zu fahren. Natürlich waren diese Fuhrwerke noch sehr primitiv: vierfitzige Kastenwagen in Riemen hängend, die Kasten olivenfarbtg, das Gestell roth angestrichen. Kurz, nachdem diese FiacreS inS Leben getreten waren, begann ein Strtke der Zunftgenoflen. Sie erklärten, nicht bestehen zu können, wenn nicht den nicht berufsmäßigen Fnhrhaltern ver­boten würde, Lohnfuhren innerhalb der Stadt zu machen. Der König beendete den Strike dadurch, daß er das ge­wünschte Verbot erließ. Zwölf Tage später wurde die Fiakerzunft in aller Form privilegirt. An der Spitze stand ein staatlich ernannter Director, der Stade- Präsident von Neuendorf. Im Jahre 1769 wie» Berlin 36 FiacreS auf, im Jahre 1784 standen den Berlinern nur noch sieben derartige Fuhrwerke zur Verfügung, Und 1795 gab eS keine Droschken mehr. Erst im Jahre 1812 bewarb sich der Pferdehändler Mortier um die Eon- cesfion, in BerlinWarschauer Droschken", daS heißt vorn und hinten halbverdeckte, kleine einspännige Wagen zur all­gemeinen Benützung gegen feste Fahrtaxen aufstrllen zu dürfen, 1814 wurde die Concession auf sechs Jahre erthei't. Außer ihm hatten noch sechs Fuhrleute je eine Droichke in Beirieb gesetzt. Die Droschken durften nur innerhalb der Stadtmauern fahren. Außerdem hatte ein Fuhrbefitzer zwölf sogen.Wiener Jagdwagen" in Betrieb gesetzt, die auch außerhalb der Ringmauern fahren durften. Bis zum Iah e 1837 war Mortier sein Privilegium verlängert worden. Erst ! in diesem Jahre wurde eS aufgehoben und das Polizei- Präsidium erließ nun sehr genaue Anordnungen der Wagen, Pferde, Halteplätze usw. Im Ganzen traten 236 Wagen in Betrieb. Im Jahre 1868 wurden die Droschken erster Klasse eingeführt und den Kutschern eine Livree vorgeschrieben. 1892 wurden für Berlin die Taxameter durch Polizei-Verord­nung genehmigt. Gegenwärtig find vorhanden 5229 Droschken erster Klaffe, 2289 Droschken zweiter Klasse."

lieber die Verleihung der Wohllhateu de» PotSdamschen großen Milttär-Waiseuhause» find die nachstehenden Bestim­mungen maßgebend: 1. Die Stiftung gewährt den Kindern verstorbener Soldaten vom Feldwebel abwärts 1) Aufnahme in die Erziehungsanstalten Potsdam (Knaben), Pretzsch (Mädchen), Haus Nazareth zu Höxter (katholische Knaben und Mädchen). 2) soweit eine solche Aufnahme nicht statt- finden kann, Pflegegeld von jährlich 90 Mk. oder für Doppel­waisen von 108 Mk. 2. Anspruch auf diese Wohlthatev haben die Waisen iw Fall der Bedürftigkeit, wenn der Vater im preußischen Heere zur Zeit der Geburt de» Kindes actio diente ober während diese» Militärdienste» ober an den Folgen einer KriegSbeschädignng gestorben ist. Dem Dienst i im preußischen Heere ist zur Zeit derjenige in der Kaiser­lichen Marine gleichgestellt. 3. Aufnahme in die Erziehungs­anstalten kann auch solchen Waisen bewilligt werden, bereu Vater einen Felbzug mitgemacht ober nach Erfüllung der ge­setzlichen Dienstpflicht längere Zeit weiter gebient hat oder als invalibe anerkannt ist. 4. Die Wohlthaten werden bt» zum 15. Lebensjahre des Kindes gewährt, und zwar das Pflegegeld vom Monat der Anmeldung an. Die Aufnahme in die Anstalten findet zwischen dem 6. bis 12. Lebensjahre de» Kindes zu Ostern und Michaelis, in die Anstalt zu Pretz'4 nut zu Ostern statt. 5. Die Aufnahme in die Anstalten Hai vom 1. deS der Aufnahme folgenden Monats bis zum Ab' lauf deS EntlassungsmonatS die Abführung des gesetzliche« Waisen- und deS aus dem Reichs-Juvaliden-Fond» und des Kaiserlichen DiSpofitionS-FondS bewilligten Erziehungsgelde«, zur Haupt-Militär-WaisenhauSkasse zur Folge. 6. Gewäd' rung von Pflegegeld wird durch Waisen- und Erziehung»'

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