Ausgabe 
27.3.1897
 
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Berlin, 25. März. Der BuudeSrath hat in seiner heutigen Sitzung die Gesetzentwürfe wegen Feststellung eines Nachtrags zum RetchShauShaltSetat für 1897/98 und wegen Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Ver­waltung des Reich-heereS den betreffenden AuSschüffeu über­wiesen und seine Zustimmung ertheilt dem Ausschußberichte über die Beschlüsse des LandeSauSschusseS für Elsaß- Lothriugeu zu dem Gesetzentwürfe betreffend die Erhöhung der Abgaben behufs Deckung der Ausgaben der Handels­kammern, ferner dem Ausschußberichte über den Gesetz« entwarf für Elsaß-Lothringen, betreffend die Verzinsung der Gelder der Sparkassen und HtlfSgevoffenschaften, sowie über die Beschlüsse deS LandeSauSschusseS zu dem Gesetz­entwurf wegen Feststellung deS LandeshauShaltSetatS von Elsaß-Lothringen für 1897/98.

Kanea, 25. März. Ageuzia Stefaui. Die Admirale und Eommandanten der fremden Geschwader haben an die gelandeten Truppen der europäischen Groß­mächte einen Tagesbefehl gerichtet, io dem fie diese bewillkommnen und ermahnen, der Bevölkerung Kretas, die fie int Auftrage der Mächte vor den Greueln deS Bürger­krieges zu beschützen und zu retten berufen seien, durch ihr Betragen ein gutes Beispiel zu geben. Der Tagesbefehl schließt mit den Worten: Es handelt fich um eine schwierige, oft peinliche Aufgabe, aber wir zählen auf Euch im Interesse her Menschlichkeit und der Ehre unserer Flaggen.

Kanea, 25. März. Heute früh 6 Uhr erfolgte ein ent­schiedener Angriff der Aufständischen auf daS Fort Malaxa, indem fie ein Geschützfeuer eröffneten. Mehrere Schüsse schlugen auf dem Dache deS FortS ein, daS alsbald aufgegeben wurde. Die Garnison zog fich gegen Suda zurück. Morgens 8 Uhr feuerten türkische Kriegsschiffe in der Sudabai, um den Rückzug der Garnison zu decken. Die Aufständischen blieben den Muhamedanern auf den Fersen bi- zum Dorfe Tricalaria, das fie in Brand steckten. Die Garnison von Malaxa erlitt schwere Verluste. Inzwischen war eine Ab- theilung türkischer Truppen mit einem LebenSmitteltranSport ohne Kenntniß der Räumung deS Forts gegen das Dorf Derokura vorgerückt. Sie stießen auf die Aufständischen und es entspann fich ein heißer Kampf. Am Nachmittag 3 Uhr zündeten die Insurgenten abermals eine Anzahl Häuser in Tricalaria an. Um 3»/^ Uhr feuerten die europäischen Kriegsschiffe etwa 10 Minuten auf die Aufständischen. Trotzdem die Granaten in Menge etnschlugen, behaupteten die Aufständischen das Terrain bei dem Blockhause, da- sie um 3 Uhr 55 Min. räumten und anzündeten. Eine neue türkische Truppenabtheilung versuchte die Anhöhen von Nero» kuru zu gewinnen- fie wurden von den Aufständischen von Akrottri angegriffen. Letztere griffen auch den türkischen Truppencordon bet Haleppa an, wurden jedoch durch Gebirgs­artillerie am Höherrücken verhindert. Abends um 6 Uhr dauerte der Kampf noch fort. * Die von den Aufständischen abgeschoffenen Granaten gingen bis in die Nähe von Haleppa und Mortevardia nieder.

Depeschen deS Bureaufcerolb.*

Berlin, 25. März. Den Mitgliedern des Bundes- rath- find gestern Facfimtle von den Marin et afeln deS Kaisers in grauer Mappe zugegangen.

Berlin, 25. März. Am Tage der Enthüllung des Denkmals Kaiser Wilhelms I. hat aucb daS Central- Comito der deutschen Vereine vom Rothen Kreuz und der Verein zur Pflege der im Felde verwundeten und erkrankten Krieger auf den Stufen des Denkmals einen prachtvollen Kranz niederlegen laffen.

Berlin, 25. März. Bezüglich der Unpäßlichkeit deS Fürsten Bismarck meldet derLocalanzetger", daß fich derselbe bet seinem letzten Spaziergang durch den Park stark erkältet hatte und seitdem das Bett hütet.

Berlin, 25. März. DerNordd. Allgem. Ztg." wird von ihrem Wiener (Korrespondenten telegraphtrt: In dortigen unterrichteten Kressen werde versichert, daß Eng­land nicht daran denke, auS dem europäischen Concert aus- zutreten. Derartige Meldungen seien grundlos. Ueber die Blokade des Hafens Volo werde zweifellos eine Einigung erzielt und die Schaffung einer neutralen Zone an der thessalischen Grenze verlangt werden.

Berlin, 25. März. DieHamb. Nachr." melden, Fürst Bismarck habe zum 22. März über 1400 Tele­gramme erhalten, sowie eine große Anzahl von Briefen.

Berlin, 25. März. Wie aus Weimar gemeldet wird, erfolgt die Ueberführung der Leiche der verstorbenen Groß­herzogin von Sachsen-Weimar in die Hof- und Garntsonkirche heute Abend. Die Beisetzung in der Fürsten« gruft ist auf Montag Mittag 1 Uhr festgesetzt.

Weißenfels, 25. März. Da- hiesige Seminar mußte wegen epidemischen Auftreten- der Influenza heute ge­schlossen werden.

Torgau, 25. März. Bet der gestrigen R eich Stag S- Ersatzwahl wurden bisher gezählt sür BusseoiuS (Rp.) 6225, Knörcke (Volk-.) 5476, Müller (Soc.) 1807 Stimmen. AuS 32 Ortschaften stehen die Resultate noch aus.

Antwerpen, 25. März. Gestern Nachmittag fand hier die erste Versammlung der hiesigen Rheder statt, bet welcher der Führer der hiesigen Hafenarbeiter, JansenS, der auch zugleich zweiter Secretär der Liga der Holzau-lader ist, die Forderungen der Arbeiter vertrat. Aus den Der« Handlungen ging hervor, daß sowohl die Hafenarbeiter wie die Arbeitgeber einen Strike ähnlich dem Hamburger ver­hindern wollen, daß aber, wenn ein Strike wegen Lohn- Differenzen auSbrechen sollte, derselbe fich sofort auf andere Häfen au-breiten würde.

Paris, 25. März. DerMatiu" berichtet, die Groß­mächte hätten über die Persönlichkeit eine- Gouverneur- von Kreta fich noch nicht geeinigt- doch sei sicher auzu-

nehmen, daß dieser Gouverneur kein Türke sein werde. Mau I habe schon verschiedene Vorschläge gemacht, welche aber bisher die Zustimmung der Mächte nicht gefunden haben.

Paris, 25. März. DaS BlattPolitique Coloniale" meldet au- Athen: Der König sei fest entschloffev, den Krieg tnMacedonten zu beginnen, wenn die Großmächte griechische Häfen Motoren sollten. Der König will von seinen fürstlichen Verwandten keine Rathschläge mehr anuehmen. Die Regierung hat befohlen, alle türkischen Schiffe in Grund zu bohren, welche Truppen nach Macedouien auS» schiffen sollten.

Bukarest, 25. März, Die meisten der in Braila wohnenden griechischen Rheder haben ihre großen See­dampfer der griechischen Regierung zur Beförderung von Truppen, Munition und anderen Vorräthen unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Athen, 25. März. Ministerpräsident DelyanutS hat eine Protestnote auSgearbettet, die bereit- die Billigung des Königs gefunden hat und heute den Vertretern der Mächte überreicht werden soll. Griechenland lehnt darin die Ver­antwortung für die etwaigen üblen Folgen der Blokade ab und schiebt sie auf die Mächte, welche diese Maßregel inS Werk gesetzt haben.

Berlin, 26. März. Im Palai- deS Oberjägermeisters, Fürsten v. Pleß, fand gestern Abend in Gegenwart des Kaisers als Protektor des HubertuSordeuS die feierliche Aufnahme des Majors Grafen Hohenau und des Obersten Grafen Klinckowström in den genannten Orden statt. Zahlreiche Vertreter des höchsten Adels waren hierbei zugegen.

Berlin, 26. März. Da-Berliner Tageblatt" meldet auS Hamburg: DaS Befinden deS Fürsten Bismarck hat fich gebessert. Eine unmittelbare Gefahr liegt nicht vor.

Berlin, 26. März. Eine gestern hier abgehaltene Anarchisten»Versammlung wurde polizeilich aufgelöst.

Paris, 26. März. DerTempS" veröffentlicht eine Londoner Note, nach welcher die kreteusische Ange­legenheit binnen Kurzem eine friedliche Lösung finden soll.

Paris, 26. März. Wie die Blätter auS Algier melden, ist der am 18. März hier angekommene Thron­folger von Rußland plötzlich so schwer erkrankt, daß an seinem Auskommen gezweifelt wird. Der Zar wurde hier­von benachrichtigt.

Madrid, 26. März. Eine gestern abgehaltene Ver­sammlung von Republikanern artete in eine för mliche Schlacht auS. Revolverschüffe wurden abgefeuert, sechs Personen wurden schwer, 20 leichter verwundet. 122 Ver­haftungen wurden vorgenommen.

Athen, 26. März. Heute erscheint ein königliches Decret, durch welches der Kronprinz zum Oberbefehlshaber der Truppen in Thessalien ernannt wird.

WB. Athen, 26. März. HavaSmeldung. Der Kron­prinz reist am Freitag früh 4 Uhr nach Thessalien ab. ES ist diese Stunde gewählt, um jegliche Kundgebungen zu ver- meiden.

Cocales uttfc provinzieller.

vießen, den 26. März

* Dienstnachrichten. «Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, die Stroßrnmeister Philipp Sax zu Fürth, Wilhelm Braun zu Gießen, Ludwig Meirich zu Erbach, Heinrich Oswald zu Grün­berg, Jakob Lin g zu Friedberg, Peter Rttze rt zu Friedberg, Johannes Stumpf zu Lauterbach, August Böcher zu Nidda, Jakob Berkes zu Herbstein, Ferdinand Bopp zu Dieburg, Ludwig Plöser zu Groß-Gerau, Ludwig Htlpert zu Alzey, Christian Förster zu Lich, Heinrich Kuhl zu Bingen, Philipp Hardt zu Sprendlingen, Philipp Schuch­mann zu Reinheim, Philipp Pfeffer zu Mainz, August FeeS zu Worms, Adam Steinbrecher zu Wörrstadt, Philipp Brauns zu Hirschhorn, Wilhelm Bierau zu Mainz, Karl Marx zu BenSheim, Justus Fink zu Nidda, Otto Rudlof zu Alsfeld, Wilhelm Gölz zu Westhofen, Jakob Dieser zu Offenbach, Georg AßmuS zu Alzey, Joseph Brückner zu Darmstadt, Wilhelm Bopp zu Grün- derg behufs UebertrittS in den KreiSdienst nach Maßgabe des Artikels 42 deS KunftstraßengesetzeS vom 12. August 1896 mit Wirkung vom 1. April 1897 auS dem Staatsdienst zu entlassen.

Berkehrsnotiz. Wir machen auch an dieser Stelle auf die Bekanntmachung der Eisenbahn-Direktion in Frankfurt a. M. in heutiger Nummer aufmerksam und be­merken hierbei, daß, nachdem auf Grund deS Vertrages, betr. den Uebergang der vormaligen Hessischen LudwigS- Eisenbahn auf den Preußischen und Hessischen Staat, daS genannte Eisenbahn-Unternehmen auf den Preußischen und Hessischen Staat übergegangen ist, vom 1. April 1897 ab die in dem StaatSvertrage zwischen Preußen und Hessen vereinbarte gemeinschaftliche Verwaltung deS EisenbahnbefitzeS ins Leben tritt. Gleichzeitig mit dieser Einrichtung gehen von dem EisenbahndirectionS-Bezirke Frankfurt a. M. zum 1. April ds. IS. die Strecken NiederlahnsteiuTroisdorf Kalk an den DirectionSbczirk Köln und die Strecke Sieg­burgBergneustadt tn den DirectionSbezirk Elberfeld über. Dagegen werden dem DirectionSbezirk Frankfurt a. M. die Großh. Oberhesfischen Bahnen mit sämmtlichen in Oberheffen belegenen Hessischen Nebenbahnen und außerdem die Strecken deS Hessischen LudwigSbahn-UnternehmenS Frankfurt a. M. HöchstEschhofen, NiedernhausenWiesbaden,Frankfurt a.M.- OftHanauAschaffenburg, Frankfurt a. M.Sachsenhausen, NiederradFrankfurt a. M.-Güterbahnhof, NiederradGrieS- heim, GriesheimFrankfurt a. M. Oft, GriesheimFrank­furt a. M.«Güterbahnhof zugetheilt.

H. btadttheater. Das Salon-LustspielGoldfische", von F. v. Schönthan und G. Kadeldurg verfaßt, hat gestern hier wie anderwärts eine sehr freundliche Ausnahme gefunden. Die Autoren waren darin ihres Erfolge- schon sicher, daß fie das Stück in den Kreisen der haute-vol6e fich abspielen lassen und al- dankbares Thema die Versorgung der Millio- närStöchter, derGoldfische", fich erwähtten. v. Schönthan, der geistvolle Causeur, lieferte die interessanten Momente und inhaltsreichen, witzigen Dialoge, Kadeldurg ergänzte diese durch wirksame Pointen der Verwechslung und Komik, das Ganze auf vier Acte vertheilt, füllt einen Abend in recht angenehmer Weise. Die Darstellung, die man dem Werke angedeihen ließ, ist im Ganzen zu loben. Wodlgelungen war die Wiedergabe des gut gezeichneten Wolf v. Pöchlaar BenS- berg durch Herrn Director Helm. Die Herren Fritz sch ler, Schröder, Leuschner und Peickuer ergänzten sich in ihren Rollen durch flotte- Spiel. Bon den Damen sei in erster Linie erwähnt die für den Abend al- Gustin gewon­nene, hier so beliebte Frankfurter Künstlerin Frl. Thessa Klinkhammer, welche al- Josephine v. Pöchlaar durch ihr herrliche-, tadelloses Spiel wiederum entzückte. Meister­haft in feinpointirter Rede, hinreißend bei Entfaltung der Leidenschaft nahm die ausgezeichnete Darstellerin das Haupt­interesse deS Abends in Anspruch und erntete lebhaften Beifall. Als Mathilde v. Coßwitz zeichnete sich Frau Helm, alsEmmi" Frl. v. Wiuterstein in ansprechender Weise auS. Das gut besetzte Haus äußerte sich beifallsfreudig.

Mittelrheiuifcher Haudwerkertag. Aus Mainz, 24. März, wird geschrieben: In einer Delegirtenversammlung der Handwerkervertretungen der Städte Mainz, Darmstadt, Wiesbaden, Heidelberg, Mannheim, WormS und Offenbach wurde gestern beschlossen, auf Sonntag den 2. Mai einen mittelrheinischen Haudwerkertag nach Mainz zu berufen, dem ein südwestdeutscher Handwerkertag in Karls­ruhe am 9. Mai folgen soll. Auf den beiden Handwerker­tagen soll der neue Gesetzentwurf über die Organisation de- Handwerkö bcrathen werden. Die Delegirten haben fich gestern gegen die Annahme des Gesetzentwurfes aus­gesprochen.

Für die große Zahl von EautiouSfielleru ist der nach­folgende Straff all sehr lehrreich: Ein B erl in er Restau­rateur hatte einen gewissen Pagels nach Empfang einer ®aar-(Kaution von 1500 Mk., die nach 14 tägiger Kündigung zurückgezahlt werden sollte, als Buffetier angestellt. Al- P. im September v. I. nach voraufgegangener 14 tägiger Kündi- gung seine Stellung aufgab und seine (Kaution ztnÜckoer- langte, stellte es fich heraus, daß der Restaurateur die 1500 Mk für fich verbraucht hatte und außer Stande war, das Geld zurückzuzahlen. Er hatte fich daher wegen Unter­schlagung zu verantworten. Pagels beschwor, daß bei seiner Anstellung der Angeklagte ihm ausdrücklich zugesagt habe, die (Kaution für fich nicht verwenden zu wollen. Dem gegen­über bot R.-A. Leop. Meyer einen umfangreichen Zeugen- und Sachverständigen Beweis auf, der zu dem Ergebniß führte, daß der Angeklagte von seiner Abficht, sein immer mehr zurückgehendes Restaurant aufzulösen, gerade von P., der ihm wiederholt größere Baarmittel vorschoß und diese bann nach und nach von den Biereinnahmen kürzte, abgebracht wurde, daß aber auch die Restaurateure (Kautionen in baarem (Selbe im Geschäfte zu verwenben und nach Auflösung de- Dienstverhältnisses nicht gerade die empfangenen Münzen, sondern nur einen gleich hohen Betrag zurückzuzahlen pflegen. Während der Staatsanwalt zwei Wochen Gefängniß in An­trag brachte, nahm der Gerichtshof mit dem Bertheidiger an, daß der Angeklagte in gutem Glauben gehandelt habe. Da die (Kaution in baarem Gelbe bestand und gleich einem Dar- lehen vor der Rückzahlung erst ausgekündigt werden sollte, konnte nach Ansicht de- Gerichts der Angeklagte sich für de- rechtigt halten, daS Geld für eigene Zwecke zu verwenden. Hieraus ergab fich aber seine Fressprechung. Der Fall lehrt, daß die Cautioussteller am sichersten gehen, wenn sie die (Kaution in Werthpapieren ohne Coupons und Talons hinterlegen. _____________

X. Darmstadt, 25. März. Nach den vielen Festberichten nun wieder etwas Wissenschaftliches oder, wenn Sie wollen, etwas PraciischeS auS der Heilkunde! Im vorletzten Vortrag der Alice-FrauenvereinS für Krankenpflege unterhielt und belehrte gestern in klarster und zufriedenstellendster Weise Herr Dr. Habicht seine Zuhörerinnen, denn solche find eS meist, über Wundbehandlung. Er wies zunächst darauf hin, wie die früheren Chirurgen eS nicht verstanden, nach Operationen u. f. w. die sogen, accidentellen Wund- krankhetten von den Patienten fernzuhalteu und wie ihre ein­zigen, meist keinen Erfolg bringenden Behelsnisse daS Glüh- eisen und die rauchende Salpetersäure waren, gab daun einen geschichtlichen Umblick über die Wundbehandlung bei den Völkern des Orients, bei Griechen und Römern, die schon die Wundnaht, blutstillende Mittel, Wundkrankheit u. s. w. kannten, und bis durch die Jahrhunderte hindurch zu Lister, der nachwies, daß eine Zersetzung der Wunde nur eintritt, wenn staubförmige Partikelchen daraufkommen, ferner, daß diese Partikelchen organischer Natur und durch geeignete Mittel zerstörbar, sowie daß sie entwickeluvgSfähig (Mikro­organismen) find, und der die Asepsis und Antisepsis be- gründete. Man unterscheidet eine dreifache Jnfection: durch die Luft, die Contact-Jnfection (Berührung der Wunde mit Instrumenten, Händen u. s. w.), endlich die JuplantatiovS- Jnfection (durch Faden). Das beste DeSinseciionS- und Sterilisations-Mittel ist die Hitze in Form des gespannten, ständigen WafferdampfeS- Instrumente und Verbandstoffe werden halbstündig gekocht, u. s. w. Im Weiteren werden nun die geeignetsten Maßnahmen der heutigen Wissenschaft be­schrieben und zwar 1) solche vorbeugender Natur (aseptische), um die Wunde fäulnißfrei zu erhalten, 2) die iuficirte Wunde mit Anwendung deS antiseptischenHeilapparatS gesund zu machen in ersterer Hinficht wurde der Anlegung deS Verbandes be­sondere Aufmerksamkeit zugewandt, dabei u. A. erwähnt, daß