Ausgabe 
26.2.1897 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

werden soll. Einige Hoteliers verweigern den Fremden die Aufnahme. AuS Newyork verlautet, Olney weigerte sich, den Sympathiebeschluß des Senats an Griechenland zu übermitteln.

Gießen, den 26. Februar.

* OeffeuUiche Ansrkennung einer edlen Thal. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Schreiner- Lehrling Jacob Herr in Mainz tn Anerkennung de- von demselben bei der am 15. Juli v. IS. unter eigener Lebens­gefahr auSgeführten Rettung eines siebenjährigen Knaben vom Tode des Ertrinkens bewiesenen besonnenen und muth- vollen Verhaltens die Rettungsmedaille zu verleihen geruht.

Parlamentarisches. Folgende Anträge find bei der Zweiten Kammer der Staude eingelaufen. 1) Des Abg. Wefternacher, dahingehend, die Kammer wolle Groß- Herzog!. Regierung ersuchen, alle Kosten, welche durch gesetz­liche Maßnahmen zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche entstehen, auf die StaatSkaffe zu übernehmen. 2) Der Abgg. Schmitt und Genossen, die Großh. Regierung zu er­suchen, der Kammer noch in dieser Session eine Vorlage zu­gehen zu laffen, wodurch bet allen Wahlen (Gemeinde-, KreiS- unb Landvertretung) a. die Verpflichtung der Wahlberechtig­ten zur Abgabe ihrer Stimmeu ausgesprochen und b. alle Beschränkungen des Wahlrecht» wegen Nichtheranziehung zur Steuerzahlung, namentlich auch der noch im Haushalte der Eltern befindlichen Haussöhne, beseitigt werden, c. eine gleich­mäßigere Bertheilung aller Wahlkreise auf das ganze Land und damit eine gerechtere Vertretung der größeren Städte herbeigeführt, endlich d. die Geheimhaltung der Stimmab­gabe durch Einführung amtlicher Wahlcouveris gesichert wird. Gleichzeitig wird an die Großb. Regierung das Ersuchen gerichtet, der Frage der Proportionaloertretung näher zu treten und eventuell auch dieserhalb der Kammer Vorlage zu machen. 3) Der Abgg. Wasserburg und Genossen, die Großh. Regierung zu ersuchen, der Kammer noch in die­ser Session eine Vorlage zugehen zu lasten, wodurch für die Wahlen zum Landtage da» dtrecte Wahlrecht eingesührt wird. 4) Der Abgg. Schmitt und Genossen, Großh. Regierung um eine Gesetzesvorlage zu ersuchen, wodurch das Brücken­geld im Großherzogthum aufgehoben, eventuell wenigstens die Bewohner von Kastel und Kostheim von jedem Brücken- gelbe befreit werden. 5) Der Abgg. Schmitt und Ge­nossen, Großh. Regierung um eine Gesetzesvorlage, even­tuell um den Erlaß einer Verordnung zu ersuchen, wodurch die Kosten beim EigenthumSübergang von Grundstücken nach Möglichkeit ermäßigt werden, namentlich aber bei Refillations- urtheilen die Erhebung der vollen GertchtSgebühr und des vollen Stempels für den EigenthumSwechsel beseitigt wird. 6) Der Abgg. Cramer und Genossen dahingehend, dem Artikel 54 deS Gesetzes vom 17. Juni 1874 folgenden Wortlaut zu geben: Artikel 54. Die Mitglieder der Stände­versammlung erhalten während der Tagung der Kammer auS der StaatSkaffe täglich 10 Mark und wird den Mit­gliedern für die Zeit 8 Tage vor der Eröffnung bis 8 Tage nach der Auflösung (Artikel 57) freie Fahrt auf allen Bahnen des GroßherzogthumS gewährt. 7) Der Abgg. Köhler und Genossen, die Zweite Kammer wolle ein Ersuchen an Großh Regierung richten dahingehend, den Ständen alsbald Vorlage zugehen zu laffen, betreffend die Abänderung der seither gültigen Bestimmungen über die Ver- werthung tuberculösen Fleisches, und zwar im Sinne der zur Zeit in Preußen und in Bayern gültigen gesetzlichen Be­stimmungen, sowie entsprechend den auf dem thierärztlichen Eongreffe in Bern festgelegten Grundsätzen. 8) Der Abgg. Köhler und Genossen, die zweite Kammer wolle im Anschluß an die Berathung des Hauptvoranschlags gegen­wärtiger Finanzpertode ein Ersuchen an Großh. Regierung richten, die gesetzliche Steuer auf Hirtenhunde fürderhin nicht mehr zur Erhebung zu bringen, und in Ausführung dessen bis zu je 150 Stück Schweine und Schafe einen Hund steuerfrei zu lassen, sowie dem 30. Landtage eine Gesetzvor­lage zwecks Abänderung deS Hundesteuergesetzes vom 16 No­vember 1874 und zwar im Sinne des hier Beantragten alsbald zugehen zu laffen. 9) DeS Abg. Ulrich, die Kammer wolle beschließen, die Großherzogliche Regierung zu ersuchen, in Offenbach a. M. ein Landgericht zu errichten. 10) Der Abgg. Bähr und Genossen, die Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, alsbald dem Landtage eine Vor­lage, betreffend die Erbauung einer normalspurtgen Stich­bahn von Großen Buseck nach Beuern zugehen zu laffen.

Parlamentarisches. Das Verzeichntß der Parteien tn der Zweiten Kammer erbringt folgendes Bild: National- liberale: 24 Mitglieder der Fraktion und 2 Mitglieder, die zwar der Partei angehören, aber sich der Fractton nicht förmlich augrfchloflen haben, zusammen 26, Antisemiten 7, Freisinnige 6, Ultramontane 6, Soctaldemokraten 5, inS- gesawmt 50.

* * Militärisches. Morgen SamStag Vormittag 10 Uhr werden 25 Offiziere und 1050 Mann des Jnfanterie-Regi- wentS Kaiser Wilhelm, und 14 Pferde nebst 6 Fahrzeugen mittelst Eisenbahn in die Gegend von Butzbach befördert. Die Rückfahrt erfolgt um 12*/z Uhr, bet gutem Werter um 4 Uhr.

Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Am 9. Februar wurde der GertchlSaffeffor Cu,t Schtmmelpfen g tn Darm- stadt zur Rechtsanwaltschaft bet dem Landgericht der Provinz Starkenburg zugelaffen.

* * Schuldienst-Nachrichten. Am 30. Januar wurde dem Schullehrr Heinrich Weiß zu Laudenau eine Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu Worfelden, Kreis Groß-Gerau, an demselben Tage wurde dem SchulamtSaSpIrauteu Conrad Wilhelm auS Freimersheim die Lehrerstelle au der Ge- meindeschule zu Rabertshausen, Kreis Gießen, an dem­selben Tage wurde dem SchulamtSaSpiraoten Ferdinand Bach aus Büdingen eine Lehrerstelle au der Gemetndeschule

zu Großen Linden, Kreis Gießen, am 8. Februar wurde dem SchulamtsaSpiranteu Peter Schuster auS Fürth eine Lehrerstelle au der Gemetndeschule zu Unter-Schönmattenwag, Kreis Heppenheim, an demselben Tage wurde dem Schul- amtsaspirauten Daleotin Diehl auS Lorsch die Lehrerstelle an der Gemeiadeschule zu Gadern, Kreis Heppenheim, am 13. Februar wurde dem SchulamtSaSpiranteu Nikolaus BleS aus Heppenheim a. d. B. die 2. Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Unter-Hambach, Kreis Heppenheim, am 19. Februar wurde dem Schullehrer Heinrich Quick zu Ober-Mumbach eine Lehrerstelle au der Gemewdefchule zu Schaafheim, Kreis Dieburg, übertragen.

* Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt find: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Fleschenbach, Kreis Lauterbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Laugen-Brombach, Kreis Erbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Die, mit einem evangelischen Lehrer zu be­setzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Usenboro, KretS Büdingen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Herrn Fürsten zu Stolberg-Wernigerode Gedern steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schöllenbach, Kreis Erbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. An der Ge- meindeschule zu Pfuugstact, Kreis Darmstadt, zwei mit evangel. Lehrern zu besetzende Lehrerstellen mit einem nach dem Dienftalter sich bemeffenden jährlichen Gehalte von je 1000 bis 1800 Mk. Mit beiden Stellen ist Organtsten- dienst verbunden. Dem einen der zu ernennenden Lehrer können die Functionen eines Oberlehrers an genannter Schule gegen besondere Vergütung übertragen werden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weiterstadt, Kreis Darmstadt, mit einem jährlichen Gehalie von 900 Mk.

** Gewerbegertcht. Als Beisitzer für das Gewerbe- gertcht werden für den Monat März thälig sein für die Arbeitgeber Schuhmachermeister Karl Berg, für die Arbeit­nehmer Jacob Dillmann.

Akademische Vorträge. Der letzte der augekündigteu akademischen Vorträge muß leider wegen unerwartet etn- gerretener Htnderniffe verschoben werden. Voraus­sichtlich wird er zu Anfang des Sommersemesters statlfiaden.

** Eoncertvereiu. Der nächste Sonntag verspricht unserm musikltebenden Publikum abermals einen großen Genuß. Die jugendliche Clavierspielertn, die vor nahezu 4 Jahren zum ersten Mal im Gießener Concertveretn auflrat und durch ihr herrliches, sinniges Spiel alle Herzen im Sturme eroberte, erfreut uns wieder durch ihr Erscheinen und ihre Kunst wird bet so manchem Hörer die Sympathien wachrufen, die ihr von damals her bewahrt blieben.

** Zuukerwauas Fritz Reuter Abead. Mittwoch den 3. März veranstaltet Herr Junkermann im GesellschaftS- hause einen Reuterabend. In einer Zett, tn welcher der wirkliche dichterische Humor erschreckend dünn gesäet ist, thut eine Erquickung an trefflichem W.tz und köstlicher Frische doppelt gut. Eine solche verschafft uns, wie kaum ein zweiter Dichter, Fritz Rrmer, dessen Werke es verdienten, neben der Bibel tn jcoem Bücherschrank zu stehen- zudem ist bekanntlich Juukermann der berufenste Interpret dieses deut­schen Humoristen, denn er bringt unS seine Schöpfungen nahe, macht sie uns wirklich lieb und veranlatzt unS, sie alsdann auch zu lesen.

** Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Einer An­regung aus dem Schooße der Gesellschaft folgend, hat der Vorstaad in der Ricker'schen Buchhandlung eine Lifte auf­gelegt, in der Beträge für den von Herrn Prem. Lieutenant Schlotfer geplanten Tanganika-Dampfer gezeichnet werden können. Da das Reich für diesen nützlichen Zweck keine Mittel bewilligt hat, so ist private Bereitstellung der nöthigen Gelder um so erwünschter.

** Maskenball. Mit den für SamStag uad Sonntag vorgesehenen Maskenbällen hat die diesjährige Saison endlich ihr Ende erreicht. Um der Saison zu einem wür­digen Abschluß zu verhelfen und noch etwas Gediegenes zu leisten, bemüht sich der Gesangverein Heiterkeit, der morgen Abend im Festsaale des Cafs Leib seine Narren versammelt. Wie man uns versichert, hat der Verein keine Kosten gescheut, um den Besuchern einige genußreiche Stunden tn Aussicht stellen zu können. Ganz besonders sei auf die Gruppenaufführuugen, deren das Programm eine Auzayl aufzuwetseu hat, aufmerksam gemacht.

** Befihwechsel. Die Loeber'sche Hofratthein der Neustadt ging gestern für den Preis von 65,000 Mk. durch Kauf tn den Besitz deS Herrn Bauunternehmer Wenn über. Ferner wurde der Stadt, welche ca. 34,000 Quadrat- Meter Gelände, den Loeber'ichen Erben gehörig, für Zwecke des neuen Friedhofes benölhigt, das Gelände zum offertrten Preise tim Mk. 1.50 pro Quadrat-Klafter zugesagt. Die Uhl & Meyer'sche Besitzung, SelterSweg 68, ohne die dabei befindliche Baustelle, wurde dem Restaurateur SlgeS (Restaurant Busch) für den Preis von 70,000 Mk. verkauft.

** BevölkerougrstatistifcheS. Die Resultate der Volks­zählung vorn 2. Dezember 1895, wie solche durch die Centralstelle für LandeSftatistik ermittelt und veröffenilicht worden sind, lassen ebenfalls wieder eine unaufhaltsam fort­schreitende Verminderung der Bevölkerung einer großen Anzahl der eigentlichen Landgemeinden erkennen. DaS Darmft. Tagbl." schreibt hierzu: Während die Städte und die tn der Nähe derselben liegenden, durch Verkehr und In­dustrie ausgezeichneten Ortschaften eine rapide Bevölkerungs­zunahme ausweisen, geht die Einwohnerzahl vieler Bauern­dörfer stetig zurück und zwar um so sicherer, je mehr dieselben vom großen Verkehr entfernt liegen, und nur auf Landwirth- fchaftSbetrleb angewiesen sind. ES haben in unserem Groß­

herzogthum Bevölkerungsabnahmen zu verzeichnen: Im KretS Darmstadt von 22 Gemeinden und Gemarkungen nur 2 (Eschollbrücken und Waschenbach)- im Kreis BenSheim (von 54 Gemeinden) 18; i. K Dieburg (von 73) 31 - t. K. Er­bach (von 111) 51 - i. K. Groß Gerau (von 42) 5- i. K. Heppenheim (vou 76) 37 - i. K. Offenbach (von 43) 5- i. K. Gießen (von 92) 40- i. K. Alsfeld (vou 85) 52; i. K. Büdingen (von 88) 38; i. K. Friedberg (von 77) 24; i. K. Lauterbach (von 69) 40; t. K Schotten (von 57) 34; i. K. Mainz (von 23) 8- i. K. Alzey (von 50) 20- i. K. Bingen (von 26) 9- i. K. Oppenheim (von 44) 14- t. K. WormS (von 43) 12. Bon Landstädtchen und bedeutenderen Dörfern, die bei der Bevölkerungsabnahme betheiligt find, seien er­wähnt: Groß-Rohrheim, Babenhausen, Beerfelden, Erbach, Hammelbach, Lich, Homberg, Schlitz. Ober-Olm u. a. m.

Waareahäuser, Berkaufshäuser. Die Abgg. Schmitt und Genoffen haben bei der Zweiten Kammer folgende An­frage gestellt:1. Ist der Regierung bekannt, welche Ge­fahren für die Existenz und gedeihltche Fortentwickelung un­seres ansäsfigen namentlich kleineren Kaufmanns- und Handwerkerstandes durch die Errichtung der ungeheueren, groß- capitalistifchen Waareuhäufer, Berkaufshäuser u. dgl. entstehen? 2. Ist die Regierung nicht gewillt, durch die Landesgesetzgebung oder etientL im BundeSrathe dahin zu wirken, daß diese Ge­fahren für unseren tüchtigen kaufmännischen und gewerblichen Mittelstand beseitigt oder doch wenigstens nach Möglichkeit eingeschränkt werden?"

Wegen Anstellung von Militäraawärteru im Gemeinde- dienst haben die Abgg. Schmitt und Genoffen folgende An» frage an die Zweite Kammer gestellt:1. Wie stellt sich die Regierung zu der Frage der Anstellung der Milnär- anwärter im Gemeiudedlenste? 2. Ist die Regierung nicht gewillt, durch ihren Vertreter im BundeSrathe gegen die diesbezügliche Vorlage zu stimmen und dahin zu wirken, daß daS Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden im weitesten Um­fang gewahrt wird und die Gemeinden vor schweren finan­ziellen Opfern bewahrt werden?"

** Wetterbericht. Unter dem Einfluß eines neuen Minimums, welches nördlich der britischen Inseln vorüber zieht, wehen über England, Irland und dem Canal lebhafte, stellenweise stürmische Winde. In den continentalen Lagen, sowie im Süden de« ErdtheilS dauert die Herrschaft de« hohen Druckes an. Jndeffen verliert daS Maximum lang um an Umfang und Intensität. Die Witterung ist meistenor:S, von localen Morgen-und Abend-Nebeln abgesehen, vorwiegend heiter- unter TagS ausnehmend mild. Voraussicht! che Witterung: Zunächst noch wenig Aenderung.

Alleudors a. b. Lda., 25. Februar. Durch Herrn Kaufmann Moll bahter würbe für unsere Gegenb ein Verein zur Hebung der Geflügelzucht" inS Leden gerufen. Der neue Verein, dessen Begründer und Leiter auf dem Gebiete der Geflügelzucht sehr umfaffende Kenntniffe und reiche practische Erfahrungen besitzt, erstrebt zunächst cie Züchtung und Verbreitung einer Hühnerraffe, welche sich besonders durch Eier Produclivität auSzeichner, sowie einer Raffe, die zur Fleisch Erzielung am besten geeignet ist. In mehrfacher Hinsicht darf bei dergleichen Bestrebungen eine allgemein segenSreiche^Wlrksamkeit erhofft werden.

§ Bobenhausen (Kr. Schotten), 25. Februar. Unser gestrigerPetrimarkt" glich nicht im Entferntesten seinen Vorgängern, ihm fehlte, der leidigen Maul- und Klauenseuche wegen, der Viehmarkt, und dadurch der früher gewohnte starke Leuteverkehr. Der Krämermarkt nahm einen befriedigenden Verlauf. Gleichzeitig fand auf dem benachbarten Oberseener Hof eme große Viehverstetgerung statt, welche der derzeitige Besitzer wegen GutSaufgabe abhalten lieh. Es gelangten zum Verkauf 9 Pferde, 54 Milchkühe, 18 Stück Jungvieh, 8 schwere Zugochsen und zwei Bullen. Die Preise, welche für diesen respectablen Viehstand bezahlt wurden, müffen al« gut bezeichnet werden. Im Vergleich zu den seither üblichen Preisen des Rindvieh- zeigten sie sogar eine Steigerung. DaS Näherrücken deS Frühling-, wie auch der milde Ver­lauf dcs Winters wirkt befferud auf die Preise für da« Bieh ein.

M. W. AuS bet mittleren Wetterau, 24. Februar Jh e Warnung in Nr. 45 desGießener Anzeigers" vom 23. d M. vor PreiS-Vextrbtldern hat in unserer Gegend einen sehr guten Eindruck gemacht und vielen Leuten die Augen geöffnet. Der in Darmstadt erscheinendeTägl. Anzeiger" brachte nämlich vor etwa 14 Tagen ein ähnliche« Vorbild. Die Leute gingen dutzendweise darauf ein und waren auf den Erfolg gespannt, denn in der Anzeige heißt eS: Der­jenige, der da« Vexirbild richtig herauSfindet, erhält schon gegen 25 Pfennige als Geschenk gratis (fettgedruckt) da« soeben erschienene äußerst humorvolle Buch: Ernst und Laune von Johanne« Lauterborn. Ladenpreis 1,50 Mk. Großartig geeignet zum Bortragen in jeder Gesellschaft. Die Gesichter hätten Sie sehen sollen, al« der erbärmliche Schund ankam, der thatsächlich keine 10 Pfennige werth ist- Viele Leute erhielten aber gar nichts, denn sie fanden da- Vexirbild nicht richtig heraus, die eingrfandten 25 Pfg. waren daher für die Berlagöhandluug, die Ihren Namen in der Anzeige nlchr nannte, verfallen. Die Adresse der Verlags anftalt ist Kiel, Holtenauerstraße Nr. 45

Mainz, 24. Februar. Die in WormS und Offen­bach garnisonirenden beiden Bataillone vom Infanterie- Regiment Nr. 118 treffen -wischen dem 18. und 20. März in Mainz ein und exercieren mit dem hier garnisonirenden ersten Bataillon auf dem großen Sand bis Ende März. Die beiden Bataillone werden in den Rheiuthorbaracken und anderen verfügbaren militärischen Gebäuden einquartirt. DaS ganze Regiment marschirt dann auS Main- auS und hält am 1. April seinen Einzug im neuen GarnisouSort WormS.

Alzey, 25. Februar. Der Plan, in Alzey eine rhein­hessische Gewerbe-AuSstellung zu veranstalten, scheint nicht zur Ausführung zu kommen. Kürzlich sand in Alzey eine Versammlung von Interessenten unter schwacher