wollen mr- nicht darum kümmern, ob dies mit oder ohne die Zustimmung Chinas geschehen ist, sondern uuS au die ein- fache Thaisache halten. Bon englischer Seile war versucht worden, die Besetzung Port Arthurs durch die Russen all eine Demonstration gegen Deutschland hivzustellev, aber dal scheint doch nicht richtig zu sein. Es müssen in letzter Zeit ganz gewichtige Abmachungen zwischen unserer und der russischen Regierung erfolgt fein, welche an eine gemeinsame Operation in Ostafien denken lassen, wenigstens an eine in gemeinsamem Verstäuduiß geplante. Der Besuch del Kaisers auf der russischen Botschaft in Berlin, die Worte, welche er in Graudeoz gesprochen hat über unser Berhältniß zu Rutz« land und endlich die Petersburger Meldung, daß den dortigen Blättern jede sarkastische Aeußerung über den deutsch chine- fischen Zwischenfall untersagt worden ist, lassen darauf schließen, Laß wir wieder einmal am Zarenhofe obenauf find und daß unser Borgehen gegen China die Beziehungen zwischen Petersburg und Berlin nicht zu trüben vermocht hat.
Der Empfang, den die nach Ostafien abgegangeueu deutschen Kriegsschiffe in England erfahren haben, entspricht eigentlich nicht der Haltung der dortigen Presse. Man darf deshalb wohl leise Zweifel hegen, ob die unS erwiesene Freundlichkeit auch so recht vom Herzen kam.
Reichskanzler Fürst Hohenlohe sollte einem rheinischen Blatte zufolge ernstlich mit der Abficht umgehen, die Bürde deS Amts von fich zu werfen, sobald diese Session des Reichstages zu Ende sei. Man sprach bereits wieder von dem muthmaßlichen Nachfolger, als welcher Herr v. Bülow, unser StaatSsecretär des Aeußeren, bezeichnet wurde. Die Bermuthuugen Derjenigen, welche den Fürsten Hohenlohe schon binnen kurzer Zeit aufs Altentheil gesetzt sahen, erhielten gewissermaßen eine Stärkung durch den Tod der Gemahlin des Fürsten. Und man könnte es demselben wahr- l ch nicht verdenken, wenn er Platz machen würde, obgleich sein Rücktritt keineswegs erwünscht wäre. Im Uebrigeu waren unsere Ganz- und Halbofficiösen flink mit einem Dementi zur Hand. Danach denkt der Reichskanzler jetzt weniger als je an eine Demission - im Gegentheil, er wird dadurch, daß er fich in die Geschäfte stürzt, Vergessenheit suchen für den Verlust, der ihn betroffen hat. Nun braucht man aber nicht etwa fest daran zu glauben, daß Fürst Hohenlohe noch lange seines Amtes walten wird, man darf viel eher mit der Möglichkeit rechnen, daß er ruhebedürftig ist, da er ja reichlich seine Lebensaufgabe erfüllt hat. Das glauben auch wir, daß er den Verlauf dieser Parlaments- tagung abwarten wird, ehe er daran geht, seinen Abschied zu nehmen, aber darüber hinaus dürfte er kaum Neigung haben, die Geschäfte weiterzuführeo.
Die Delegationen in Wien haben ihre Tagung beendet. Die Verhandlungen verliefen nicht glatt, ganz im Gegentheil zu denen der Einzelparlamente. Im ungarischen Abgeordnetenhause find die vom Präfidenteu v. Szilagyi geführten Compromißverhavdlungen mit der äußersten Linken gescheitert. Es ist nunmehr sicher, daß die Regierungsvorlage wegen der Sicherstellung der wirthschaftlichen Gemeinschaft bis zum 1. Januar nicht zu Stande komme, und daß auch hier eine königliche Verordnung aushelfen muß. In den letzten Tagen war davon die Rede, daß die Sprachenfrage in Böhmen durch eine Dreitheilung des Landes in fprachlicher Beziehung geplant sei, und wir können nur cou« statiren, daß dies unseren Beifall finden würde, wenn wir uns auch die Schwierigkeiten einer solchen Maßregel nicht verhehlen. Aber die maßgebenden Kreise Oesterreichs scheinen den Versuch nicht wachen zu wollen- und doch muß etwas geschehen! Daß die Regierung den Deutschen in irgend einer Weise entgegenkommen muß, ist sicher, ebenso daß sie die Czecheu nicht allzusehr vor den Kopf stoßen darf. Die Lage in unser« Nachbarlande bleibt also nach wie vor schwierig.
Auf sehr unsicherem Boden steht auch das Halte« nische Cabinet Rudini. Seine Erwartungen, durch den Eintritt ZanardelliS in das Ministerium fich eine größere Mehrheit in der Kammer zu verschaffen, habe Rudini bitter enttäuscht, und schon die erste Sitzung zeigte, daß die Depu« rirtrn das neue Cabinet nicht mit allzu milden Augen an» sehen. Jedenfalls ist seine Lage sehr precär.
Aus dem Orient find im Laufe dieser Woche keine besonders bemerkenSwerthen Meldungen eingetroffen. Der Friede zwischen Griechenland und der Türkei ist nunmehr unterzeichnet worden, sodaß daS für beide Theile ungemein lästige Provisorium beendet ist. In einzelnen Gebieten der Türkei find wieder einmal Gährungen unter der Bevölkerung bemerkbar, doch hat dies anscheinend nicht viel auf fich. Von der Lösung der Kretafrage hat man weiter nichts, als daß bald Dieser bald Jener als Caudtdat für den Gouverneur- Posten genannt wird. (xx)
Deutsche» Reich.
Berlin, 22. December. Mit der Politik Kaiser Wilhelms II. beschäftigt fich der Londoner „Daily Chronicle", die er malerisch nennt. Dal Blatt schreibt u. A.: Wilhelm II. hat ganz Europa thatsächlich wahrend der griechischen Krtfis geleitet und Lord Salisbury eine Nase gedreht, wie kein englischer Minister fie in unserer Zeit empfangen hat. Auch an weiteren Belegen feiner großen Kraft fehlte es nicht. Ogleich er manchmal den Anschein erweckte, als ob er Macht in Europa liebte, hat Kaiser Wilhelm fich das große Verdienst erworben, Deutschland zur compaktesten und leitbarsten Einheit deS festländischen Systems zu erheben. Obgleich er fich von BiSmarck wegkehrte und die Dienste vieler großer Soldaten von der Zeit seines Großvater» verloren hat, ist die KriegStÜchtigkett der deutschen Armee die« selbe geblieben . . . Und fürchten thuu ihn Viele. Frank« reich, von dem aller Character und alle Stetigkeit der StaatSkunst schnell verschwindet, beobachtet den Kaiser mit unbehaglicher Beugsamkeit. Rußland ist nicht im Stande gewesen oder hat es nicht für weise gehalten, seinem Eingriff io die erworbenen Rechte in der orientalischen Frage
Hindernisse zu bereiten. Und das war der Felsen, wo fich Alexander und Napoleon von einander schieden. ES muß hervorgehoben werden, daß der Kaiser niemals einen bedeutenden Fehlschlag erlitten hat und das Deutsche Reich stets vorwärts geschritten ist.
Wolffs telegraphisches Correfpondenz-BUreaN.
Berlin, 23. Deccmber. Heute Abend 6 Uhr fand im Reichskanzlerpalais die feierliche Einsegnung der Leiche der Fürstin Hohenlohe durch den Probst Neuber statt. Anwesend waren außer den Familienmitgliedern der Kaiser, die StaatSsecretäre und die Minister. Die Kaiserin lieh fich durch die Gräfin Brockdorff vertreten
Berlin, 23. December. Der ForschungSreisende Professor Wilhelm Joest ist am 25. November auf der Insel Santa Cruz in Australien am Herzschlage gestorben.
Bremen, 23. Dectrnber. Der Schnelldampfer bei Norddeutschen Lloyd, „Kaiser Wilhelm der Große", ist nach einer schweren Winterreise gestern Vormittag 10 Uhr in Newyork ang-kommen. Der Dampfer ging am 15. December, 7 Uhr 50 Min. Abends, vvn Cherbourg ab und erreichte Sandy Hook am 22. December, 11 Uhr 20 Min. Vormittags. Die täglich durchlaufene Entfernung betrug 447 Meilen bet Südweststurm und hoher See, 542 Meilen bet mäßiger See, 400 Meilen bei grober Nordwestsee (die Backbordmaschine war wegen einer Reparatur acht Stunden gestoppt), 401 Meilen bei Westschneesturm und hoher See, 894 Meilen in Nordschneesturm und sehr hoher See, 528 Meilen bei gutem Wetter. Die Gesammtdistanz betrug 3050 Meilen, die UeberfahrtSdauer 6 Tage 20 Stunden, die mittlere Geschwindigkeit 18,56 Meilen per Stunde.
Agra«, 23. December. In dem Prozesse wegen Ermordung von Beamten in SjenicSka wurde heute Nachmittag daS Unheil gefällt. Don 36 Angeklagten wurden elf zum Tode verurtheilt, zwei zu drei refp. zwei Jahren schweren Kerkers mit Fasten und Einzelarrest am Jahrestage der That, zwei Rädelsführer zu zehn Jahren schweren Kerker». Vier wurden wegen Diebstahl» zu zwei Jahren bis herab zu zehn Monaten Kerker» verurtheilt. Gegen einen Angeklagten wurde da» Verfahren eingestellt, 16 Angeklagte wurden frei- gesprochen.
Pari», 23. December. Dem „Echo de Paris" zufolge soll der au» der Auflassung eine» Theile» der Pariser Ringmauer erzielte Erlös zur vollständigen Umgestaltung der Feldartillerie verwendet werden.
Loudon, 23. December. Bor dem Bowstreet Polizei- geeicht fand gestern die Verhandlung gegen den Russen Wladimir Burtzew und einen Mann Namen» Clemens Wir deckt statt. Beide stehen unter der Anklage, durch Flugblätter zur Ermordung de» Zaren Nikolaus aufgereizt zu haben. Wie eß heißt, ist Burtzew dieselbe Person, welche die rusfische Polizei in Konstantinopel an Bord eine» englischen Schiffe» verhaften wollten.
Depeschen des 8nretn »Herold.'
Berlin, 23. December. Der Kaiser hörte heute Vormittag den Vortrag des KriegSministerS v. Goßler und später den des Chef» de» Militär-Cabinet» o. Hahnke. Abends gedenkt der Kaiser der EinsegnungSfeier für die Fürstin Hohenlohe beizuwohnen. Die Kaiserin wird fich bei der Trauerfeier vertreten lassen, da ihr Befinden zwar befriedigend ist, fie jedoch da» Zimmer nicht verlassen darf.
Berlin, 23. December. Der Kaiser hat anläßlich de» Stapellaufs des Panzerkreuzers N („vincta") an den StaatSsecretär deS RetchSmarineamteS aus Bromberg folgendes Telegramm gerichtet: Ich danke Ihnen für Ihr Telegramm und gratullre der Marine zu dem neuen Kreuzer. Vivant sequent! Wilhelm, I. R.
Berlin, 23. December. Die Kaiserin Friedrich empfing heute Vormittag den Botschaster der Bereinigten Staaten nebst Gemahlin und später den türkischen Botschafter
Berlin, 23. December. Das St aatSministerium trat heute Nachmittag 2 Uhr in seinem Dienstgebände zu einer Sitzung zusammen.
Berlin, 23. December. Der BundeSrath und das preußische StaatSministerium haben heute prächtige Kranzspenden am Sarge der Fürstin Hohenlohe nieder« legen lassen. Der Präfident des Reichstages, Freiherr v. Buol hat Namen» der Körperschaft heute ein Condolenz« schreiben an den Reichskanzler gerichtet.
Berlin, 23. December. Der bisherige erste Secretär bet der Botschaft in Paris, LegatiouSrath o. Müller, ist, wie amtlich publicirt wird, zum General«Consul für Aegypten ernannt worden.
Berlin, 23. December. Anläßlich des Vorgehens der deutschen Retchsregternng gegen Haiti ist der „Post" auS Newyork ein Drohbrief zugegangen, aus welchem daS genannte Blatt zur Characterifirung der Stimmung in Amerika einige Stellen mittheilt. Es heißt in dem Brief: Die Vereinigten Staaten würden keinen Augenblick dulden, daß Deutschland fich tu die Angelegenheiten Haiti» einmischt oder eindrängt oder eine Entschädigung von Haiti oder irgend einer anderen südamerikauischen Republik verlangt. Wenn Deutschland e» wagt, zu versuchen, bei Haiti eine unbberech- tigte Forderung durchzusetzen, wird e» dies bedauern, denn die Amerikaner werden dann vor ganz Europa ein solches Exempel statuirev, daß die Deutschen von der amerikanischen Armee, die au» den besten und tapfersten Soldaten der ganzen Welt zusammengesetzt ist, in» Meer getrieben werden. Es folgen dann Angriffe auf die Tüchtigkeit der deutschen Armee, wozu die „Post" bemerkt, daß man fich der Thatsache nicht ohne Weitere- verschließen dürfe, daß Deutschlands Sym- pathien in Amerika nicht besonder» gute sind.
Berlin, 23. December. Zu den au» englischen Blättern stammenden Nachrichten über angeblich in Japan infolge de» Vorgehen» Deutsch land» und Rußland» herrschende
große Erregung und kriegerische Stimmung schreibt die „Post", wie e» scheint osfic'öS, daß, wie die deutsche Action eingcleitct und begonnen ist, schwerlich dazu angethau erscheint, ftnfattonclc Ereignisse hervorzurufen,- trotz der erregbaren Katar der japanischen Bevölkerung liege kein Grvud vor, zu schließen, daß fich die japanische Regierung zu irgend welchen Agresfiv« maßregeln könnte hiureißen lassen.
Köln, 23. December. Gegeoüber den verschiedenen, die Stellungnahme de» Ceutrum» zur Marine- Vorlage betreffenden Zeitung»meldnngen schreibt die „Köln. BolkSztg.": Daß da» Ceutrum die Marine-Borlage nicht schlechtweg verwerfe, wie die Socialdemokratie und die frei- finnige Volkspartei, fei genügend zum Ausdruck gebracht. Es frage fich nur, ob überhaupt ein Modus zur Verständigung vorhanden fei, was verneint werden müsse, wenn die Meldung richtig fei, daß die verbündeten Regierungen da» Septenuat al» Kernpunkt der Vorlage betrachten. Die Ansicht, daß Alles verworfen werden müsse, werde von der Mehrheit de» Zentrum» nicht geteilt; eß stehe auch zu erwarten, daß die süddeutschen Reichstagsmitglieder fich nicht auf ein bloße» „Nein" beschränken.
Prag, 23. December. Eine Rotte junger Leute griff in letzter Nacht da» Schulgebäude in Bischowitz an, wobei drei Personen verwundet wurden.
Pari», 23. December. Zwischen dem Bankier Martin und dem Advocaten Numed, die fich während der gestrigen Sitzung des Panama-ProcesseS heftig stritten und schließlich prügelten, wird ein Duell stattfinden.
London, 23. December. „Time»" melden aus Peking: Der rusfische Geschäftsträger verlangte die Ersetzung aller englischen Bahn-Ingenieurs durch rusfische. China zögert noch. Es verproviantirt jedoch Port Arthur.
Berlin, 24. December. An der Pariser Weltausstellung vom Jahre 1900 wird fich die preußische StaatSbahn nicht beteiligen- Es liegt in der Abficht der deutschen Locomotiv und Waggon Erbauer, sobald ihnen ausreichender Platz eingeräumt wird, auf dieser AuSst'.lluug ein vollständige» Bild diese» Zweige» der deutschen Industrie zu geben.
Berlin, 24. December. Zur Vorbereitung einer gemeinsamen Betheiligung der deutschen Städte an der im Jahre 1900 in Paris ftattfindevden Weltausstellung war bekanntlich auf Anregung deS Oberbürgermeister» von Stuttgart, Rümelin, eine Commisfion unter Leitung bei Oberbürgermeister» Zeile-Berlin eingesetzt worden. Der größte Theil der Städte hat fich nun zu diesem Project kühl ablehnend verhalten. Da überdies der dentsche Ausstellung»- commtffar erklärte, er fei außer Stande, den deutschen Städten ausreichenden Raum zur Verfügung stellen zu können, hat der Magistrat Berlin beschlossen, von einer Beteiligung an der Ausstellung Abstand zu nehmen und den Obei- bürgermeifter Zelle zu ersuchen, den Borfitz niederzulegen.
Madrid, 24. December. Aus Havannah wird gemeldet, daß die Aufständischen die Zuckerrohr-Plantag, n in der Provinz Havannah in Brand gesteckt haben.
Caen, 24 December. In dem Bahnhöfe von Adrien fand ein Zusammenstoß zwischen einem Güterzvgc und einem Personenzuge statt, wobei sechs Personen verletzt wurden.__________________________________________________
send provinzielles-
Bitten. her 24. December
* ♦ Parlamentarische». Bei der am 20. ds». Mts vor- genommenen Ersatzwahl eine» Abgeordneten de» im Groß« herzogthurn Hessen genügend mit Grundeigrnthum angesessenen Adel» zur Ersten Kammer ist Moritz Freiherr Riedesel zu Eisenbach, Oberstallmeister in Darmstadl, mit 10 von 13 abgegebenen Stimmen gewählt worden.
* * Cauifius Vortrag. Wir machen an dieser Stelle darauf aufmerksam, daß der Bortrag, den Herr Professor Krüger kürzlich im Evangelischen Bund über „Petrus Canifiu» in Geschichte und Legende" gehalten hat, im Verlage der Ricker'schen Buchhandlung erschienen ist. Im An- hange ist der deutsche Text des päpstlichen Rundschreiben» vom 1. August 1897, der bisher nur in den TageSbiäitern zu finden war, abgedruckt.
— Die preußische und hessische Eifeubahu-BetrteblgemeLN. schäft hat für die ersten acht Monate de» laufenden Etats- jahreS eine Einnahme von 805 Millionen Mark ober 38,5 Millionen Mark mehr wie im gleichen Zeitraum be» Vorjahre» ergeben.
Abänderung bei SubmiffionSwefenl. Der Borstand beS Vereins selbstständig er Gewerbetreibender in Mainz hat lt. „M. Anz." im Verein mit den Borstands- Mitgliedern Dortiger Innungen und Handwerker-Bereinigungen eine Reihe von Grundsätzen übet die Abänderungen des Sub- misfionSverfahrenS aufgestellt, welche demnächst dem städtischen BauauSschusse bezw. der Stadtverordneten Versammlung zur Prüfung und Begutachtung unterbreitet werden sollen. Nach den Vorschlägen soll für die Folge von dem seitherigen Snb misfiouSverfahreo im öffentlichen Ausschreiben insoweit abgesehen werden, al» die verschiedenen Meister-Vereinigungen in dem Vereine mit unparteiischen Sachverständigen nnd dem Stadtbauamte ein PreiS-Verzeichuiß über alle städtischen Arbeiten aufstellen, nach dem die städtischen Arbeiten vergeben werden sollen. Außerdem soll ein Verzeichuiß von all den- jenigen Meistern alljährlich festgestellt werden, welche fich an der Vergebung der städtischen Arbeiten beteiligen wollen - abwechselnd werden die Arbeiten an einen oder an einige bei als leistungsfähig anerkannten Meister auf Grund der festgestellten Preisbedingungen vergeben. Aehnliche Vereinbarungen find z. B. bereits in einer Reihe anderer Städte getroffen worden und sollen fich sowohl die Städte, al» auch die Meister dabei gut stehen. Aehnliche Uebereintommen sollen mit der Hospitienverwaltung in Sachen der Lieferung von Fleisch und Backwaaren getroffen werden.
• • bolbateubriefe find nach neuerer Verfügung be» Reichs«


