Betlhi, 23. September. Die „Norbb. Allgew. Ztg." bleibt, entgegen anderweitigen Blättermelduugen, bet ihren früheren Mittheilungen, daß für den deutschen Bot- schafterposten in Washington der preußische Gesandte in Stuttgart, v. Hol leb en, au Stelle des Freiherrn v. Lhielemann auSerseheu sei.
Berit», 23. September. Wie nach dem „Berl. Tagebl." verlautet, soll auf Wunsch des Herrn v. Miquel die von dem früheren Minister des Innern, v. Köller, begründete Berliner Correspondevz ein geh en.
Berlin, 23. September. Dem „Local-Anzeiger" zufolge ist der fett Jahren steckbrieflich verfolgte Rechtsanwalt Straube aus Mannheim in Erkner verhaftet worden. Durch eine Seitens des Gerichts angenommene Caution von 10 000 Mark wurde er jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Straube ist hauptsächlich wegen Beleidigung schuldig und hatte sich dem anhängigen Verfahren durch die Flucht entzogen.
Berit», 23. September. Dem „Local-Anzeiger" wird aus Essen gemeldet: Der muthmaßliche Gatte der Marte HuSmann, Emil Behrendt, war hier bet der Firma Bertemann & Griesbach in Stellung. Er weilte uv- augemeldet seit acht Tagen in Lüttich. Behördlicherseits hält man an der Annahme fest, daß Emil Behrendt mit dem Plan umging, Fabrtkgeheimniffe des Krupp'scheo Werkes zu erforschen. Die Familie HuSmann gibt nunmehr die Möglichkeit einer Mystification zu, ist aber entrüstet über den Ton des Schreibender Marte HuSmann an das Aachener Tageblatt, da» unwahre Thatsachen enthalte. Inzwischen ist festgestellt, daß die Husaren-Estafetten 5 Mark pro Botengang, den fie für den angeblichen Erzherzog leisteten, erhielten. Die Uniform, in der dieser fich zeigte, war eine phantastische, nach Art einer SchützenkönigStracht. Die Erzherzogsgeschichte sei eine geschickt durchgesührte Erfindung gewesen, um dem HuSmann zu tmpontreu.
Frankfnrt o. M, 23. September. Der „Franks. Ztg." wird au» Hamburg gemeldet: Der Rollkutscher Rudolf Müller iu der Sachsenstrahe wurde heute früh mit ge- spalteoem Schädel ermordet tm Bett ausgefondeu. Seine Ehefrau und deren Eltern, mit denen Möller Streit gehabt hatte, wurden al» der That verdächtig verhaftet.
Köln, 23. September. Die Tagung der diesjährigen Generalversammlung des Vereins für sociale Politik ist heute hier unter überaus großer Theilnahme von Profefforen und Gelehrten aus allen deutschen Gauen eröffnet worden. Anwesend find u. A.: Geheimrath Thiel auS dem preußischen LaudwirthschaftSministerium, die Professoren Wagner-Berlin, Brentano-München, Dietzel-Bonn, Sombart- vreSlau, Hitze-Münster, der Generalanwalt der Hirsch- Dunker'scheu Gewerkvereine, Max Hirsch, Professor v. Mrver- Straßburg. Professor Schmoller-Berltn leitete die Verhandlungen. Er bezeichnete es al» eine Hauptaufgabe des Vereins, die Gifte zu beseitigen, die dadurch erwachsen, daß fich Arbeiter und Arbeitgeber nicht verstehen und gegenseitig al» Feinde betrachten. Der Rückschlag in den Jahren 1894/95 liege vielleicht an der Regierung, die eine Schwenkung gemacht habe, wodurch damals die Weiterentwicklung der socialen Frage gehemmt wurde. Redner hofft, im nächsten Jahrhundert werde die Verbreitung deS Wohlstandes den Maffen zu Gute kommen. — Oberbürgermeister Becker begrüßte die Versammlung Namens der Stadt Köln und wünschte dem Verein für die Zukunft weitere Erfolge und eine segensreiche Wirksamkeit und zu der diesjährigen Tagung besten Erfolg.
Prag, 23. September. Im Stadtrath theilte der Bürgermeister eine Beschwerde tschechischer Arbeiter aus Dresden mit, wonach diese von den deutschen Unternehmern dort maffenhast entlaffen würden. Der Stadtrath beschloß, der Juugtschechenclub möge sich um Abhilfe ans Ministerium de» Aeußern wenden.
Rom, 23. September. Ein C h c l o n zerstörte die zwischen Tarent und Brindisi gelegenen Dörfer Orta und Sava. Das Seminar in Oria, das berühmte mittelalterliche Schloß, da» Hospital und 30 Wohnhäuser wurden zertrümmert. Die Telegraphenleitung ist unterbrochen, die Felder find verwüstet. In Sava wurden 20 Häuser dem Erdboden gleich gemacht. Der Verlust von 30 Menschenleben ist zu beklagen.
Rom, 23. September. Jo hiesigen politischen Kreisen erhalt sich das Gerücht, daß der aogeküvdtgte Besuch deS Prinzen von Wales mit einer Abmachung zwischen England und Italien betreffs den Schutz gemeinsamer amerikanischer und Mittelmeer-Jntereffen zusammeuhängt.
Brüssel, 23. September. König Leopold von Belgien ist auf seiner Aacht Clementine aus La» Palmas auf der Insel Gran Canarias eingetroffen. Da» Ziel seiner Reise ist Marokko, wo der König ein Sanatorium für diejenigen Beamten des Congostaate» zu gründen gedenkt, welche durch heftige» Fieber zur Heimkehr genöthigt sind.
Loudon, 23. September. „Daily Mail" meldet au» New York: Obgleich die amerikanische Regierung erklärte, Cuba nicht annectiren zu wollen, werde eine amerikanische Flotte unter dem Vorwande, Manöver abzuhaltev, nach den cnbaoischen Gewässern abgehen.
Loudon, 23. September. Einem Central-NewS Telegramm auS Madrid zusolge bestätigt e» fich officiell, daß der dortige amerikanische Botschaster ein Ultimatum seiner Regierung präseotirte de» Inhalt», daß, fall» der cubanifche Aufstand nicht bi» Ende October beendet werde, die Bereinigten Staaten energisch vorgehen würden.
Loudou, 23. September. „Daily Mail" meldet auS Konstantinopel, die Ottoman-Bauk habe der türkischen Regierung eine bedeutende Summe al» Abschlagszahlung auf die Kriegsentschädigung aogeboten.
Loudon, 23. September. Wie „Daily Chronicle" ersährt, leidet Präsident Krüger an einer vorgeschrittenen Nieren- kraukheit. Die Aerzte sollen ihm nur noch eine Lebensdauer von I V, Jahren Voraussagen. Trotzdem will derselbe wieder caudidiren.
Berlin, 24. September. Den „Berliner Pol. Nachrichten" zufolge werden dem Stapellauf des Kreuzers „Ersatz Leipzig" al» Vertreter de» Reich» und Preußens der vice- präfidenr de» StaatSwiuisterinm», Dr. v. Miquel, uud der Staat-secretär de» ReichSschatzamtS, Frhr. v. Thielemauu, beiwohnen. Nach Schluß der Feier wird sich der StaatS- secretär des ReichSmarineamt», Contre-Admiral Ttrpitz, nach Friedrichsruhe begeben, um dem Fürsten Bismarck über den Stapellauf Bericht zu erstatten.
Berlin, 24. September. Der StaatSmiuister v. Bo et- ti cher befindet fich zur Zeit wegen einer leichten Operation am Daumen im hiesigen LazaruS-KrankenhauS. Herr v. Boetticher hatte sich auf der Jagd mit dem Gewehr am Daumen eine unerhebliche Rißwunde und leichte Quetschung zugezogen, die eine kleine Eiterung unter dem Nagel zur Folge hatte. Die Wunde wird voraussichtlich schon in den nächsten Tagen geheilt sein.
Berlin, 24. September. Der Metallarbeiter- auSstand hat bis gestern an Umfang bedeutend zugenommeu. Iu einer gestern stattgehabten Versammlung wurde beschlossen, auch überall dort die Arbeit niederzulegen, wo Löwe'sche Arbeit angefertigt wird, weil die Former der genannten Fabrik entlassen wurden, da diese fich ebeufall» weigerten, Borfig'sche Arbeit anzufertigen. Ein in der Versammlung anwesender englischer Abgesandter erklärte, daß die Engländer bestrebt sein würden, die deutschen ArbeitSgenossen nach Kräften zu unterstützen._________________________________________
CoceU» unb prot>ht$Ulto»
Gieße», den 24. September.
• * Orden» Berleihnng. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung dem Major und BataillonScommandeur v. Er Hardt im König!, preußischen Infanterie-Regiment Friedrich Franz II, von Mecklenburg-Schwerin (4. Brandenburgischen) Nr. 24, seither aggregiert dem Jnfant.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessischen) Nr. 116, das Ritterkreuz 1. Klosse des Verdienstorden» Philipps de» Großmüthigen zu verleihen geruht.
* * Ernannt wurde der Gefangenwärter an der Zellenstrafanstalt Butzbach Heinrich Schön zum Gefaugenaufseher au dieser Anstalt, mit Wirkung vom 1. October 1897.
* * Berzeichuiß der Sitzungen de» Schwurgericht» der Provinz Oberhesseu pro 3. Quartal 1897:
Montag den 27. und Dien-tag den 28. September, Vormittag» 9 Uhr: Anklage gegen Georg EverS von Schwetzingen wegen Todtschlag», versuchten Todtschlag» und gefährlicher Körperverletzung. Die Anklage vertritt: Großh. Erster Staatsanwalt Dr. Güng erich. Vertheidiger: Rechtsanwalt Metz.
Mittwoch den 29. September, Vormittags 9 Uhr: Anklage gegen Friedrich Schiffner von Groß-Schönau wegen Meineids. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Koch. Vertheidiger: Justizrath Baist.
Donnerstag den 30. September, Vormittags 9 Uhr: Anklage gegen Ludwig Menz Eheleute von Ltudenstruth wegen Meineids. Die Anklage vertritt Assessor Dr. Friedrich. Vertheidiger: Rechtsanwalt Dr. Gut fletsch.
Freitag den 1. October, Vormittags 9 Uhr: Anklage gegen Elisabeth Horst von Ober-Ohmen und Konrad Römer II. von Hainbach wegen Meineid», Anstiftung zum Meineid und Unterschlagung. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Zimmermann, vertheidiger: Rechtsanwälte Mendelssohn und Weidtg.
SamStag den 2. October, Vormittags 81/, Uhr: Anklage gegen Ernst Thomas von Rudingshain wegen Meineids. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Zimmermann. Vertheidiger: Rechtsanwalt Wetdig.
Montag den 4., event. Dienstag den 5. October, Vormittags 9 Uhr: Anklage gegen Hch. Dörr von DammeS- mühle bei Arnshain wegen Mordversuchs. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Koch. Vertheidiger: Rechtsanwalt Katz.
* • Kuustverein. Wie tm Jnseratentheil ersichtlich, ist die Gemäldeausstellung im ThurmhanS am Brand vom kommenden Sonntag an wieder geöffnet.
• * Bei der Postverwaltuog besteht, wie die „VolkSztg." mittheilt, die Absicht, den SonutagSschalter-Dienst zu verlegen. ES sollen die Postschalter Sonntags Nachmittags von 5 bis 6 Uhr nicht mehr geöffnet werden, dagegen außer der Stunde von 8 bis 9 Uhr noch eine Dienst- stunde von 12 bis 1 Uhr abgehalten werden. Auf die Offeuhaltung der Schalter für den Rohrpost- und Tele- grapheudieust hat die beabsichtigte Aenderung keinen Einfluß. Ob eine Beschränkung der Annahme- und Bestellung von Packeten an Sonntagen stattfinden soll, wird noch erwogen.
• • Stadttheater. Zur Eröffnung der hiesigen Bühne geht am Dienstag den 28. ds. Mt»., die vieractige Schwank- Novität „Zwei Wappen" iu Scene. Al» zweite Vorstellung gelangt Gerhard Hauptmann» berühmtes Märchen- drama „Die versunkene Glocke" zur Aufführung.
• * Der Turnverein Gießen hält am Sonntag den 26. ds. MtS. iu seiner Turnhalle daS diesjährige Abturnev, verbunden mir Concert, PreiSvertheiluog und Tanz ab und hat al» ferneren Punkt die Enthüllung der Hast-Tafel iu sein Programm ausgenommen. Diese Ehrentafel schmückt der Name Christian Gerhard Hast, welcher in hochherziger Weise den ersten Grundstein zur Erbauung der Turnhülle legte, indem er bereits einige Jahre nach der auf daS Jahr 1846 fallenden Gründung des Verein», demselben laut Testament den erheblichen Betrag von 3000 fl. vermachte. Ja ehrender Anerkennung dieser edelen Stiftung und zur ewigen dankbaren Erinnerung widmet der Turn-Verein die erwähnte Gedenktafel, auf welcher der Name eingezeichnet steht:
Christian Gerhard Hast!
Zusammenschluß. In einer gestern Abend abgehal- lenen gemeinschaftliche u Sitzung der Gesammtvor- stände des Krieger-, Veteranen- und Marine-Vereins wurde ein wohl von allen Mitgliedern der betreffenden Vereine längst
gehegter Wunsch in Erfüllung gebracht, indem die Vorstände einstimmig beschloffeo, künftighin, unter Wahrung der Rechte eines jeden einzelnen Vereins, der Oeffentlichkeit gegenüber als ein geschloffenes Ganzes aufzutreten, Patriotismus und Kameradschaftlichkeit gemeinsam zu pflegen uud zu heben. Zu diesem Zweck wurde eine Commission gewählt, die oor- kommrvdev Falls alles Nöthige vorberetten soll.
• • Stenographie. Der neue UoterrichtS-Cursu» des Gabelsberger Stenographen -vereisS wird erfreulicher Weise auch von einer größeren Anzahl älterer Herren au» allen Berufszweigen (u. A. von Juristen, Verwaltung»- beamten, Technikern) besucht. ES bietet fich sonach für Herrerr in reiferen Jahren eine paffende Gelegenheit zur Erlernung der Stenographie. Alle Diejenigen, welche unter diesen Umständen gesonnen find, fich an dem Cursu» zu betheiltgeu, werden gebeten, nächsten Donnerstag Abend V,9 Uhr tm Lehrsaal 3 deS Kaufmännischen BeretnShause» erscheinen zu wollen.
• • Hessische» Obst. Auf der tm October dS. IS. zu Hamburg stattfindenden Obst-Ausstellung wird auch unser Großherzogthum iu hervorragender Weise vertreten sein. Die angemeldeten Obstsortimente werden unter „Großherzogthum Hessen" tu 1200 Körben zur Ausstellung gelangen.
• • Wetterbericht. Nördlich der britischen Inseln liegt heute daS Ceutrum einer neuen Depression, deren Heran- nahen bereit- gestern angedeutet war. Das Barometer ist dabei über England und Nordfraukreich wieder gesunken uud find zahlreiche Thetlwtuima am Küstengebiet der Nord- und Ostsee der erwähnten Depresfion vorgelagert. Dagegen ist südlich der Alpen da» Barometer gestiegen und war dadurch für den Nordfuß des Gebirge» am Morgen eine leichte Höhenlage geschaffen. Der Himmel war tu Güddeutschlaud bedeckt. Die Temperaturen find gestiegen. — voraussichtliche Witterung: Fortdauer deS unbeständigen, zeitweise unruhigen, jedoch ziemlich milden Wetters.
Loudorf, 22. September. Ein seit langen Jahren im hiesigen Steinbruch beschäftigter 72 jähriger Aufseher uud Vorarbeiter Namens Müller blieb gestern Abend, wie gewöhnlich, etwas hinter den anderen Arbeitern, worunter fich auch sein verheiratheter Sohn befand, zurück. Heute Morgen fand mau deu ollen Mann, der in der letzten Zett manchmal unwohl war, in der Nahe des Steinbruchs tobt liegen. Der Hinterkopf zeigte vom Hinstürzen eine blutende Wunde. Jedenfalls hat ein Herzschlag seinem Leben ein Ende gemacht. Obh. Ztg.
s. Langsdorf, 22. September. Gegen die vor Kurzem dahier stattgefundene Bürgermeisterwahl wurde bei Großh. KretSamt Gießen Reklamation erhoben.
General Bourbaki.
Ueber deu am 22. d». MtS. in Bayonne verstorbenen General Bourbaki, dessen Name uns Deutschen aus den letzten Episoden de» großen Kriege» 1870/71 bekannt ist, theilen wir folgendes auS feinem militärischen Leben mit:
General Charles Dent» Sauter Bourbaki stammte au» einer Familie griechischen Ursprung» und war am 22. April 1816 in Pau geboren - sein Vater sand als Oberst im griechischen UnabhängigkeitSkampfe 1827 seinen Tod. Bourbaki kam in die Militärschule von St. Cyr und trat 1836 al» Unter« Lieutenant in die Armee ein. Im Jahr 1842 war er schon Hauptmann tm Zuaveocorp», dann wurde er Ordonnanzoffizier deS Königs Ludwig Philipp, 1847 BataillonScom- mandant bet den Turko» in Constantine (Algier), 1850Oberst- lientenant, 1851 Oberst de» 1. Zuavenregiment». Im Jahre 1854 wurde er Brtgadegeneral und als solcher zog er mit in den Krtmkrteg. Er zeichnete fich in den Schlachten an der Alma und bei Jnkermann, sowie beim Sturm auf den Malakoff au». Rach dem Kriege wurde er Commaudant in der Gironde, dann in Algier,- 1857 wurde er Divifioo»« geueral. Im Kriege von 1859 befehligte er die Division von Lyon, mit der er fich in der Schlacht von Solfertno auSzetchuete. Nach dem Kriege befehligte er die 1. Garde- Infanteriedivision in Paris und 1869 wurde er Flügeladjutant de» Kaisers und Commandant de» Lager» von Cha- Ion». Im Juli 1870, al» der Krieg auSbrach, wurde et an Stelle BazaineS Commandant der kaiserlichen Garde und betheiligte sich mit dieser in hervorragender Weise an den Schlachten deS 16. und 31. August. In Metz eingeschloffen, entwich er am 25. September in Verkleidung und ging in geheimer Sendung nach Chiselhurft zur Kaiserin Eugenik, kehrte aber bald nach Frankreich zurück. Die in Tour» befindliche Delegation der Regierung der Nationalvertheidigung übertrug ihm den Befehl der Nordarmee, die er aber in einem so kläglichen Zustand antraf, daß er fie zuerst reorganifirm mußte, weßhalb er vorerst auf größere Operationen verzichtete. Damit gerieth er aber in Conflict mit dem Kriegs- Minister Gambetta und fchließlich wurde er abberufen, worauf er nach Tour» ging, um fich gegen die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zu vertheidigen. Er erhielt dann den Beseh! über den rechten Flügel der Loire-Armee, doch erreichte er sein Corp» erst am 2. December, nach der Niederlage bet Loire-Armee bei Orleau».
Am 8. December wurde Bourbaki beauftragt, die Ostarmee zu bilden, der von Gambetta die Aufgabe zugewiesen war, zunächst die Festung Belfort zu entsetzen, bann da» Elsaß wteber zu nehmen, bte deutsche Verbindung zwischen Paris und dem Rheine zu unterbrechen und so bte Deutschen zum Rückzug zu zwingen. Für seine Aufgabe erhielt Bourbaki da- 15., 18., 20. und 24. Corps und bte Division. Cremer; ferner zog er Verstärkungen au» Lyon heran und endlich erhielt er auch bte Unterstützung Garibaldi». E» waren im Ganzen 150,000 Mann, übet bte Bourbaki verfügte. Der Plan war kühn, und um fo gefährlicher, al» bte Franzosen an bteser Stelle be» Kampfplätze» ben Deutschen an Zahl weit Überlegen waren. General Werber, btt bte bentschen Streitkräfte befehligte, stand bei Dijon- er gab
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