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25.9.1897 Erstes Blatt
 
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sofort diese Stellung auf und versammelte feine Truppen bet Vesoul, von wo auS er am 9. Januar 1871 die Franzosen bet Btllersexel in der Flanke angriff und sie einige Tage aufhielt. Er erhielt dadurch Zeit, feine verschanzte und theil- weise durch Belagerungsgeschütz verstärkte Stellung Delle- Moutbeliard.Hericout'Lure zu erreichen, in der er am 15., 16. nnd 17, Januar die heftigen Angriffe der Franzosen erfolgreich zurückwieS. Bourbakl erkannte schließlich, daß er nicht durchbrechen könne, und als er durch die unter Man« teuffel herbeieileude deutsche Südarmee in der Flanke und -um Theil schon im Rücken bedroht wurde, trat er den Rück« zug nach Besan-ou an. Doch schon war eS den Deutschen gelungen, ihm den Rückweg zu verlegen und die Eisenbahn- Verbindung mit Lyon abzuschuetden. Bourbaki entschloß sich daher, auf daS linke Ufer des DoubS zu ziehen und der Schwetzergrenze entlang den Süden zu gewinnen. Seine Truppen gertethen indeß in einen trostlosen Zustand- durch vte Niederlage entmuthigt, ohne Verpflegung, stets von den Deutschen beunruhigt und gehetzt, in den rauhen Gebirgen der Lote d'Or und des Jura im Schnee, Eis und Unweg- famkeit irrend, waren sie nach 14tägigeu Märschen völlig demoralifirt. Bourbaki selbst war wieder tu Couflict mit Gambetta, der beständig in die Führung eingriff und schießlich mit Bourbakis Absetzung drohte. Die- alle- stürmte so auf den General Bourbaki ein, daß er am 26. Januar einen Selbstmordversuch machte. Die Führung der Armee über« nahm General Eliuchant, der zunächst unter großen Ver­lusten an Mannschaft und Material nach Poutarlier und dann nm 1. Februar mit noch 80,000 Manu nach der Schweiz «edräugt wurde. Auch Bourbaki wurde nach der Schweiz gebracht, wo er bald so weit hergestellt wurde, daß er behufs besserer Pflege nach Frankreich zurückkehren konnte. So endete ein Feldzug, der, wenn er gelungen wäre, auf das Schicksal des deutsch.franzöfischen Krieges einen entscheidenden Einfluß, und nicht zum Bortheile Deutschland-, gehabt hätte. Nach­te« Bourbaki von der Verwundung, die er sich selbst bei- gebracht hatte, vollständig wieder hergestellt war, übernahm er im Juli 1871 das Commando deS 6. Armeecorps iu Lyon. Im Jahre 1875 wurde ihm eine Candidatur für die Kammer angeboren, er lehnte sie aber ab, und bekannte dabei, daß er trotz des Sturzes des Kaiserreichs ein treuer Anhänger desselben geblieben sei. Im Jahre 1881 hatte er die Altersgrenze erreicht. Die Regierung konnte ihn im acttven Dienst belassen, da er vor dem Feind commandirt hatte, aber sie machte aus politischen Gründen keinen Ge­brauch von ihrer Befugniß und entließ den General aus d m activeu Dienst. Seine Freunde wollten ihm darauf tine Ehreu-Subscription eröffnen, wogegen er jedoch prote- flute. Er zog sich in die Stille nach Bayonne zurück. Mehrere Male ließ er sich noch bereden, al- monarchistischer Kandidat bei SeoatSwahlen aufzutreten, aber er erhielt nie t»»e nöthige Stimmenzahl, und schließlich verzichtete er auch la rauf.

D. Frankfurt a. M., 24. September. Die Kalmücken- Karawane im Zoologischen Garten wird in wenigen Tagen Franksurt verlassen, um fich zunächst nach Basel zu begeben und batui langsam ostwärts ihrer ruffischen Heimath zuzuziehen. Betrachten wir die Leute noch einmal, wie fie find und in dem, was fie uns zeigen, fo müssen wir sagen, daß eS eine hochinteressante Truppe in jeder Beziehung ist.

Ihr ganzes Aussehen und^AlleS, was fie thun, zeigt uns daS Nomadenvolk, von dessen Leben und Treiben wir uns sonst kaum einen richtigen Begriff machen können- fällt doch für daS ewig herumziehevde Volk Alles daS fort, waS sich bet seßhaften Menschen an gesellschaftlichen Gebräuchen in weiterem Sinn, an GewerbS- und ErwerbSthätigkeit heraus- gebildet hat. Die Vorführungen, wie fie sich bet jeder Vor­stellung wiederholen, geben uns ein vollständiges uud voll­kommen abgerundetes Bild davon, wie daS Leben des eigen» thümlichen Volkes sich abspielt. Wir müssen uns zu Anfang der Aufführung vorstellen, daß die Leute in der Zusammen­setzung wie in ihrer hrimathlicheu Steppe sich vor einer Weile niedergelassen haben, da, wo fie guten Weideplatz für ihre Thiere fanden. Die Hütten, deren 3 bis 5 mit ihren Bewohnern immer eine Art von Gemeinde bilden, find auf­geschlagen, der Altar ist errichtet, die Thiere weiden, die Weiber fitzen Kleider flickend oder Speisen zubereitend umher und die Männer besorgen in gemächlicher Langsamkeit, waS sonst sür diesen sogenannten Haushalt nöthig ist- eS ist der Zustand der Ruhe, der nicht leicht eine Störung erleidet. Da erheben sich die Priester, deren immer zwei zu einer solchen Gemeinschaft gehören, von ihren Sitzen und der Oberste ruft durch langgezogene Töne, die er einer Muschel entlockt, die Gemeinde zusammen, eS erfolgt ein Umzug, der von reltgiöfen Ceremonien begleitet ist. Alle ziehen an dem Priester vorbei, der Jedem aus einem broncenen Weih- gefäß ein mit Zucker versüßtes, mit Safran gefärbte- Wasser in die hohle Hand gießt, da- Männer und Weiber ein- schlürseu. Nach Beendigung dieser und anderer Ceremonien entwickelt sich ein lebhaftes Treiben, Pferde und Kameele werden bestiegen und wir sehen das Volk in seiner sehr ausgebildeten Reitkunst. Dabet wird auch das Etnfangen von Kameelen mit dem Lasso sehr anschaulich gezeigt. Ein anderes Bild führt uns die Nationaltänze vor, die von einem der Mädchen auf einem Saiteninstrument begleitet, den Leuten augenscheinlich viel Vergnügen machen. Den Schluß bildet dann immer eine Steppenwanderung, es wird ein Zelt abgebrochen im Ernstfall zu Hause natürlich alle die ganze Habe wird den Kameelen aufgeladen, die Frauen besteigen einen Wagen und so geht- zu Pferd, Kameel oder Fuß weiter in- Land, die Heerde Schafe hinten drein, zu einem anderen Weideplatz, wo von Neuem die N eder- laffung errichtet wird. Nun muß man sich natürlich die Vorgänge zeitlich und räumlich weiter au-einanderliegend vorstellen und dazwischen immer eine ganze Weile daS Dolce far niente, daS wir etwa mitstumpfsinnige Un- thätigkeit" in diesem Fall übersetzen können, worin fich die Tage abspielen. Sonntag gibt die Truppe hier ihre Abschiedsvorstellungen, deren an dem anerkennenswerth'.r Weise eingeschobenen 20 Pfennig-Bormittag drein, um 8»/ 10 und 11 Uhr und am Nachmittag, bet 1 Mark Entree für den Garren, viere, um 3, 4, 5 und 6 Uhr, stattfinden.

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Sonnt|ag, den 26. September. 15. Sonntag nach Xrinttaii?. Gottesdienst.

der Joharme»ri*ch«.

Vormittags 73/< Ubr: Pfarrer Dingeldey.

Letzter Frühgottesdbnst mit Christenlehre für die Neuconfirmtrten aus der Lucasgemeinde.

Vormittags 97e Uhr: Pfarrer vr. Naumann.

Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. PfarrerDingeldey.

Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst für die Johanne-- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.

I« der stfriedhofßeapelle.

Vormittags 9'/r Uhr: Pfarrer Dr. Grein.

Am Sonntag, den 3. October, findet Beichte.und' heiliges Abendmahl für alle vier Gemeinden im Hauptgottesdienst in der JohanneSkirche statt. Anmeldungen vorher b i den Pfarrern erdeten.

Katholische »emeirnde.

-SamStag den 25. September. _ ,

Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur

6onntafl$bcnt26. September. 16. Sonntag nach Pfingsten Vormittags von 67e Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte;

um 6*/i Uhr erste hl. Messe; ,

um 771 Uhr Ausheilung der hl. Communton,

um 8 Uhr zweite hl. Meffe;

um 97t Uhr Hochamt mit Predigt;

Nachmittags um 2 Uhr: Andacht für die Abgestorbenen.

Freitag, den 1. October, Abends 67i Uhr: Rosenkranz- andacht-

6»o Uhr: Predigt,

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Vormittag 8 Uhr,

Steinstr. 35.

den 28. September:

----- Volr-wiethschaft-

S. Hungen, 20. September. Vieh- und Krämermarkt. Der heute dahter stattgefundene Markt war durch die regnerische Witte­rung sehr beeinflußt. Der Rindviehmarkt, sowie der Schweinemarkt waren in Folge dessen schwach besucht. Die Prämiirung von Zucht­vieh wurde zwar trotz des fortgesetzten Rrgenwet'erS vorgenommen, doch hatten die Herren Preisrichter nur geringe Auswahl. Mancher Viehbesitzer, der bei dem schlechten Wetter doch Vieh gebracht Hatte konnte Prämien erhalten, die er unter anderen Verhältnissen wohl nicht erlangt hätte. Sicher wäre dann der Markt wie immer gut besucht gewesen. Auf dem Rindviehmarkt war wenig Handel zu bemerken, ebenso auch auf dem Schweinemarkt. Da, Paar acht Wochen alte Ferkel wurde hier im Durchschnitt mit 30 Mk. bezahlt. Nachmittags fand die Verloosung statt.

Nachmittags 4 Uhr.

2. Tag. Vorabend 6M Uhr, Morgend 6» Uhr, Nachmittags 4 Uhr, Festesausgang 6« Uhr.

Wochengottesdienst Morgens 5 Uhr, Abends 6°° Uhr-

3.30, 3.90, 4.50, 4.50

Freitag Abend 6 Uhr, SamStag Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 7 Uhr.

Nachmittag 3« Uhr SchrifterNLrung

Montag, den 27., und Dienstag, Neujahrsfest.

1. Tag. Vorabend 6 Uhr, Morgens

Gottesdienst in der Synaaoo'

Montag, den 27., und Dienstag, den 28. September: Neujahr-fest»

1. Tag. Vorabend 6 Uhr, Morgens Uhr, Predigt um Ubr, M°r,.n- 73« Uhr. «»Htb erkläruug um 9 Uhr, Nachmittags 4 Uhr, Festesausgang 7 Uhr.

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Wir machen hierdurch darauf aufmerksam, daß Anmeldungen zum Besuche des diesjährigen Winler-Cursus unserer Fachschule, sowie des Damen- und Vortrags-Cursus vom SS. bis 30. September bei dem

Vorsitzenden Herrn C. Orbig Bahnhofstr. 30 sowie am 1. Oc­tober letzter Aumeldetermin Abends von 8 bis 10 Uhr, im Lehrsaal I der Schule erfolgen können.

Die Eröffnung a) des Cursus der Fachschule ist auf Montag, den 4. October, Abends 8 Uhr, b) des Vortrags-Cursus auf Donnerstag den 7. October, Abends 9 Uhr, c) des Damen- Cursus auf Mittwoch den 6. October, Nachmittags V-S Uhr, festgesetzt und haben sich die Angemeldeten an diesen Tagen pünktlich in der Schule einzuftnden, um Stundenplan und andere Mittheilungen ent­gegen zu nehmen. Anmeldungen nach Beginn des Unterrichts können nur in Ausnahmefällen Berücksichtigung finden.

Das Schulgeld beträgt:

1. Für einfache Buchführung, Correspondenz, Rechnen und Wechsellehre zusammen............10 Mk.

2. Für doppelte Buchführung...........10

3. Für Französisch und Englisch je.........10 ,,

NB. Wer jedoch Wechsellehre, Correspondenz oder Rechnen in

El. I. besucht, hat für dopp. Buchführung nur 5 Mk. zu zahlen.

4. Für Vortrags-Cursus je ...........10

5. Für Damencursus: a) Für Besuch von 34 Fächer . . 15

b) 1-2 . . 10

Schüler, deren Prinzipäle oder Väter nicht Mitglieder des Kauf­männischen Vereins sind, zahlen von pos. 13 das doppelte Schulgeld.

Durch Beschluß der Schulcommission können auf Nachsuchen ganze oder halbe Freistellen bewilligt werden.

Weitere Mittheilungen, sowie Stundenpläne sind vom 25. September an im Lehrlingsheim angeschlagen und können daselbst von Interessenten eingesehen werden.

Wir ersuchen nun die Herrn Prinzipäle und Geschäftsführer unsere Schule nach Kräften zu unterstützen, bezw. ihre Lehrlinge und Handlungs­gehilfen darauf aufmerksam zu machen und fie zu regelmäßigem Besuche t»er belegten Unterrichtsstunden anzuhalten.

Der Besuch der Fachschule befreit vom Besuche der obligatorischen Fortbildungsschule. 8890

Die Schulcommilßlm des Kaufmänuischen Nemos.

SjM. MiMhMS.

Freibank. 8822

Von heute an:

Ottrfensteiftb

Bekanntmachung.

Forderungen an den Nachlaß der Jacob Wehrums Wittwe, geb. Happel, von Garbenteich, sind binnen 14 Tagen bei dem dortigen Ortsgericht oder bei uns anzumelden, als sonst sie bei der Erbschaftsregulirung nicht berück­sichtigt werden könnten.

Gießen, am 22. September 1897. Großh. Amtsgericht.

L angermann. 8881

Bekanntmachung.

Zum Verkauf des hiesigen Ge­meinde-Zuchtbullen zum Schlachten wird Termin auf Donnerstag, den 30. d. Mts., Mittags 1 Uhr, in meiner Wohnung an­beraumt. 8869

Sichert-Hanseu, am 22. Sept. 1897.

Bierau, Bürgermeister.

Versteigerungen

Samstag den 6 November,

NachmittaaS 27, Uhr,

sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Dachdecker Marti« Mülle- «he« lente« in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 17 Nr. 146'7ioo144 gm Hofraithe in der Scheppeneck,

Flur 17 Nr. 14677too 188 qm Grab- garten daselbst,

öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 24. September 1897.

Großh. Ortsgericht Gießen- I. A: Bogt. 8892

nicht ladenrein, per Pfd. 54 Pfg.

Feinste Margarine, per Pfd. 70 Pfg., Ersatz für Butter, empfiehlt 7971

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