Ausgabe 
24.11.1897 Erstes Blatt
 
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Berlin eintreffeu, um die Geschäfte de» Auswärtigen Amtes zu Übernehmen.! I,di

Wien, 23. November. Im Abgeordneteuhaufe kam e» nach längerer Pause gestern wieder einmal zu einem Scan dal. Die Opposition brachte einen Antrag ein an Erhöhung des NothstandSbeitragS für Oesterreich. Die Clericalen aus diesem Lande stimmten dagegen, was großen Sturm auf der Linken hervorrtef. Um 5 Uhr wurde die Sitzung abgebrochen und um 71/, Uhr fortgesetzt.

Madrid, 23. November. Die spanische Regierung wird den neuen Tortes ein Ausnahmegesetz zur Be­kämpfung de» KarltSmuS vorlegen.

Madrid, 23. November. Der unvorhergesehene Abmarsch einiger Tompagnten Infanterie auS Saragossa nach der Provinz Teruel wird mit etwaigen carlisttschen Unruhen in Verbindung gebracht.

Athen, 23. November. König Georg kam gestern von Tatst nach Athen zur Minister'Tonferenz.

Athen, 23. November. Der gefürchtetste Räuber von Attika wurde zwei Stunden vom königlichen Lustschloß Tatoi von einem Hirten erschossen. Dieser erhielt die ausgesetzte Belohnung von 3000 Drachmen.

Athen, 23. November. Die Regierung hat ihre Ver­treter in Konstantinopel angewiesen, die Ausgabe eine» Jrade, betreffend die Rückkehr der griechischen Consulu nach der Türket, zu erwirken und wegen der noch immer nicht gestatteten Au»fuhr der griechischen Flotte au» dem Golf von Arta vorstellig zu werden. Die Mtlitärcommisfion zur Untersuchung der Ereignisse de» Kriege» wird ihre Thätigkeit mit der Prüfung der vom Kronprinzen verfaßten Geschichte des Krieges beginnen, welche diese Woche beendet sein dürfte.

- nu. Darmstadt, 23. November, 11 Uhr 24 Mtu. Borm. Unter Thetlnahme de» StaatSministerS, der staatlichen und städtischen Behörden hat soeben die feierliche Eröffnung der elektrischen Stadtbahn stattgefunden.

Cocetes un6 proei*$ieO<#,

Gießen, 23. November 1897.

* RuhestandSversehnng und Ehrung. Durch Allerhöchste Entschließung Seiner Köntgl. Hoheit de» Großherzog» vom 13. Oktober I. IS. wurde der Schullehrer an der Ge- meindeschule zu Wteseck, im Kreise Gießen, Heinrich Katzen« buch auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50 jährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. No« vember l. I». in den Ruhestand versetzt. In Gegenwart sämmtlicher Mitglieder der Großh. Kreisschul-Eommission wurde demselben im Sitzungssaale des KreiSamtSgebäudeS das betr. PmfionSdecret von Herrn Provinzialdirector Frhr. v. Gagern unter anerkennenden Worten überreicht und ihm zugleich eröffnet, daß Seine König!. Hoheit der Groß- Herzog Allergnadigst weiter geruht haben, seine Dienste für treue Arbeit in der Schule durch Verleihung der Krone zum Silbernen Kreuz öc6 Verdienstordens Philipp» de» Groß- müthigen zu würdigen. Deo Glückwünschen Großh. Mini- sterium» fügte Herr Provinzialdirector die der Kreisschul- commisfion an, die in dem Wunsche gipfelten, daß ihm noch ein langer und froher Lebensabend beschteden sein möge. Die AbschtedSfeier von der ersten Mädchenklasse in Wieseck be- ehrte Herr KreiSschulinspector LuciuS auf Wunsch und im Namen der KreiSschulcommission mit seiner Gegenwart, rief empfundene Worte an dieselbe richtend.

* Postalische». Am 25. November, dem Geburtstage Seiner Königlichen Hoheit de» GroßherzogS, wird der Schalterdienst sowie der Orts- und Landbestelldienst wie an Sonntagen verrichtet.

Die Reich»bank ist am Donnerstag, dem Geburtstag Ihrer Köuigl. Hoheiten de» Großherzogs und der Groß­herzogin, Vormittags von 11»/, Uhr ab geschlossen.

Parlamentarische». Das Großh. Ministerium der Finanzen hat den Ständen des Großherzoglhum» eine vorläufige Ueberficht sämmtlicher RechnungS'Einnahmeu und Ausgaben auS der Finanzperiode 1891/94 überreicht. In dem Bericht des dritten Ausschusses der Zweiten Kammer über die Wahl des Abg. Ohl im 7. Wahlbezirk der Provinz Starkenburg wird beantragt, die Kammer wolle die Abgeordnetenwahl deS Herrn Ohl im 7. Wahlbezirk der Pro- vinz Starkenburg für ungültig erklären, ebenso die Wahlmänner- wählen in den Orten Schaafheim, Richen, Raibach, Kleestadt, als den von der bezeichneten Wahlagitation vornehmlich beeinflußten Wahlgemrinden, und zugleich Großherzogliche Regierung er- suchen, die erforderlichen Neuwahlen baldmöglichst zu veran­lassen. Drei Mitglieder des dritten Ausschusses (Eramer, Bär und Pennrich) beantragen, die Wahl für gültig zu erklären. In dem Bericht de» ersten Ausschüsse» der Zweiten Kammer über die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern, dringliche bauliche Herstellungen be- treffend, wird Bewilligung von 9600 Mk. beantragt. Der Vorstand de» Katholischen Lehrerver ein» im Großherzogthum Hessen hat an die Zweite Kammer ein Gesuch, die Erhöhung der Witwenpenfionen und Waisengelder der Volksschullehrer, Erlaß der Beiträge zur Witwen- und Watsenkasse und Verleihung der definitiven Rechte an Schul­verwalter und Schulverwalterinnen betreffend, gerichtet In dem Bericht de» dritten Ausschusses der Zweiten Kammer über die Vorstellung der Schul di en er au den Gymnafien und Realschulen um Erhöhung ihrer Gehalte schließt fich der Ausschuß der Anficht der Regierung an und beantragt: die Kammer wolle da» Ersuchen der Schuldieaer für vorläufig erledigt erklären. Die Amt» gerichtSdiener der Provinz Rheinhessen haben eia Gesuch an die Zweite Kammer um Gleichstellung ihrer GehaltSverhältaisse mit den Kanzlei- dienern des Landes gerichtet. Ferner ist bei der Zweiten Kammer eine Vorstellung der HilfSgertchtSschreiber des Großherzogthum», ihre GehaltSverhältnisse betreffend, eingegangen. In einer Interpellation des Abg. Haas

(Offenbach), das Bahnprojeet GernsheimPfung­stadt betreffend, bittet derselbe die Großh. Regierung um baldgeneigte Auskunft, ob und welche Hindernisse der Vorlage deS obigen Projekt» entgegevstehen, sowie ob und bi» wann die betreffende Vorlage zu erwarten ist.

Stadttheater. Für da», heute, Dienstag Abend zur Aufführung kommende LustspielDie relegirten Stu­denten^ von Benedix, bedarf e» wohl keines besonderen Hinweise», da solche» stets eine» durchschlagenden Erfolge» sicher ist. Mittwoch Abend gastirt, wie bereit» gemeldet, der gegenwärtig beste Reuter-Interpret, Herr Hofschauspieler Richard von Stuttgart alsOntel Biäfig" im gleich­namigen Stück, auf dessen künstlerische Darbietung wir noch­mal» aufmerksam machen.

-g- Gnra-Coneerl. Ein genußreicher Abend war gestern den Concertbesuchern bescheert, welche so zahlreich fich eingefunden, um einen Metstersänger, Herrn Eugen Gura, fingen zu hören. Nicht weniger al» elf Lieder, ausgewählt aus Schubert-, Schumann« und C. Loewe-Compofitionen, waren es, mit welchen der vielgerühmte Sänger da» den Vorträgen mit großem Interesse lauschende Publikum ent­zückte. Am besten gefielGreisengesang" von Schubert, sowieDie Sauer* undHueSka" von Loewe. Ueber seinen Vortrag können wir mit dem besten Willen nicht» Bessere» schreiben, al» in vergangener Woche mehrmals auS den Be- richten angesehenster Mnfikschriftsteller u. A. bereit» mit- getheilt wurde. Trotz de» nach jeder Nummer kundgegebenen reichen Beifalls, konnte fich Herr Gura nicht zu einer Ein­lage oder Zugabe entschließen, wa» wohl Biele erhofften, umsomehr, als der Vortrag von Schumann»Der Schatz gräber" vergeffener Noten halber ausfallen mußte. Herr Eduard Behm, der da» Accompaguement der Lieder be­sorgte, erfreute noch mit dem Vortrag der Rhapsodie, op. 79, von Brahm», HändelsPassacaglia" und zwei Compositionen von Stojowski, welch letztere besonders beifälliger Aufnahme gewürdigt wurden.

Rationalliberaler Verein. In der letzten Monats« Versammlung sprach Herr Generalsecretär Patzig-Berlin über die schwebenden politischen Tagesfragen. Er führte u. A. au»: Die glücklichen Zeiten der siebziger und achtziger Jahre, in denen wir eine Regierung hatten und wußten, wa» wir an der Regierung besaßen, find vorüber. Eine autoritative Führung von oben her existirt nicht mehr. Oben herrscht eine Un- ficherheit de» Wollen», ein Wechsel in den Personen, in den Grundsätzen, dem gegenüber die Parteien noch nicht die richtige Berhaltung»linie gefunden haben können. Wie könnten auch Parteien, die so lange mit einem großen Staatsmann zu­sammenarbeiteten, sich in so kurzer Zeit in ihrem Verhalten einer Regierung gegenüber einrichten, die nicht die Spur einer regierenden Kraft besitzt. Da die Gefahr besteht, daß diese Zerfahrenheit in den oberen Regionen auhält, so ist eS dringend nöthig, dem gebildeten Bürgerthum den gebührenden Einfluß auf die Gestaltung unserer Schicksale zu sichern. Zumal da die radtcalen Parteien neue Gelegenheiten suchen, sich in ihrer Eigensucht zur Geltung zu bringen. Wir stehen einem Bündniß der anderen Parteien gegen die Mittelpartei gegenüber, das nur den Rest von großen Traditionen au» den Anfängen unsere» deutschen Reiches zerstören will. Da­zu die schwierigen wirthschaftlichen Probleme, der Niedergang unserer Landwirthschaft, der theilweise Zerfall des mittleren und kleinen Gewerbestandes, dieses köstlichen Trägers einer mittleren gemäßigten Politik. Die Gestaltung unserer Flotte wird voraussichtlich die einzige Parole sein, die bei )er bevorstehenden RetchstagSwahlbewegung von oben gegeben werden wird. Soweit die Vertheidigung de« Reiche» zur See geschehen muß, find wir verpflichtet, die nöthigen Opfer u bringen. Wie wett dies zu geschehen hat, läßt fich viel­eicht überhaupt nicht mit Ziffern feststellen, darüber muß ein vernünftiger Compromiß mit Berücksichtigung der finan­ziellen Verhältnisse und der Leistungen für unsere Landes- vertheidigung auf dem Festland geschlossen werden. Die ganze Wehrkraft zur See, soweit sie in einer Schlachtflotte »esteht, ist durch den FlottengründungSplan von 1867 und 1873 cstgelegt. Wenn über diesen nicht hinauSgegangen wird, so muß man den Regierungsforderungen zustimmen, die an Stelle der damals beschlossenen Panzerschiffe, die den da­maligen technischen Voraussetzungen der SchtffSbaukunst ent- prachen, gefechtsbrauchbare Schiffe nach Maßgabe der heutigen Technik und der heutigen Seekrieg»erfahrung setzen wollen. Entweder haben wir 25 Jahre den Fehler gemacht, über- ;aupt diese Schlachtflotte zu besitzen, oder wir müssen sie o erneuern, daß sie auf der hohen See etwa» taugt. Da­rüber wird der Streit mit den Radicalen entbrennen, die iberhaupt keine Schlachtflotte wollen. Die sech» Panzerschiffe, die noch in der Schlachtflotte stehen, ohne vollen GesechtS- werth zu haben, verfallen zu lassen, ist unfinnig; freilich find olche Schiffe heutzutage theurer geworden. Der andere Theil unserer Flotte, die Kreuzerflotte, soll unseren Handel chützen, dem auswärtigen Dienst Nachdruck verleihen und unseren Colonieen einigermaßen dienstbar sein. Um die kreuzerflotte drehte fich der Streit im Frühjahr, wo daS Centrum mit Unterstützung auch unseres Abgeordneten Köhler, die beiden Kreuzer ablehnte. Nach dem FlottengründungS­plan hatten wir 23 Kreuzerschiffe, heute haben wir 14 oder 15, die modernen Ansprüchen genügen. Die übrigen find auSrangirte Panzerschiffe oder ungedeckte Corvetten. Die eichteren Kreuzer wollen wir eingehen laffen und nur Kreuzer erster und zweiter Klaffe bauen, und an Stelle der alten Schiffe, die in den nächsten Jahren verfallen, wollen wir iieffere Kreuzer in untere Kreuzerflotte einstellen. Dies Be- ckrfntß scheint doch jetzt, wo eine Kreuzerdivifiou in China estgehalten ist und wir ein Schiff vor Kreta nicht entbehren önnen, als dringlich erkannt zu werden. Allein der Gefion aon unsere Interessen in Haiti vertreten. Dabei hat fich unsere Handelsflotte zur zweiten der Wett entwickelt; unser Handel geht einer Krise entgegen, die ebenfalls auf einen Ausbau unserer Kriegsflotte hindrängt: Ueberall entwickeln fich eigene Jodustrieen. Die amerikanischen Zölle find nicht

Fnanz- sondern Schutzzölle; die amerikanischen Absatzmä'kte gehen allmählich, aber dauernd verloren. Die Märk-e in den jüngeren Staaten müssen un» die verlorenen ersetzen. Je mehr unter Großkapital infolge einer energischen Pol t.k tm Ausland (Ostafieo) inhastirt wird, desto sicherer wird der Verlust an Absatzgebieten dort wieder elngebrocht werden. In der Militärstrafprozeßreform ist vielleicht in der letzten Zeit ein annehmbare» Compromiß zwischen Boyern und Preußen geschlossen worden. Zwar werden der mili­tärischen DiSz'plin gern sse Opfer gebracht werden müssen; aber überall, wo e» fich um Vergehen handelt, die auch 'm bürgerlichen Strafgesetzbuch vorgesehen find, wird auch bte Oeffcntlichkeit gewährt werden. Ebenso werden ständige Ge- richte gebildet werden, so daß unsere Söhne unter allen Um­ständen vor unbefangene und unparteiische R chter kommen. Die Entscheidungen de» obersten Gerichtshöfe» tollen end­gültig fein; der Bestätigung de» ContingentSherrn fällt weg. Der DualiSmuS in den obersten Gerichtshöfen bleibt zu be­klagen. Die schlimme Lage der Landwirthschaft, in der durch den Urbertchuß der Weltprodnction über den Weir- bedarf die Preise so gedrückt wurden, daß von einer Deckung der Produktionskosten nicht mehr die Rede fein konnte, gab zu pessimistischen Prophezeiungen Anlaß, die sich nachweislich nicht erfüllten. ES ist erwiesen, daß die Handelsverträge nur zum kleinsten Theil Schuld an dem Sturz der Getreide­preise trugen, ferner bewegen fich die Getreidepreise beständig aufwärts. Die Entwicklung Nordamerikas zum Industrie­staat, der Bankrott Argentiniens, die Entwicklung Indien» lassen erwarten, baß diese Kornkammern der Welt un» nicht mehr oder wenigstens nicht mehr in hohem Maße mit Ge­treide versehen werden. Der Landwirthschaft soll auf jede mögliche Weise geholfen werden, aber den Ausgleich zwischen guten und schlechten Jahren wird fie selbst finden müssen. Die Frage der absoluten Kündigung der Meist- begünstiguugSv-rträge wird im Wahlkampf eine Rolle spielen. Ein Zollkrieg mit den Verein. Staaten würde un» N cht» nutzen und den Amerikanern Nicht» schaden. Wohl aber hätte unsere Industrie von einem Zollkrieg großen Schaden. Die europäischen Festlandmächte werden fich gegen Amerika wehren müssen, die gemeinschaftlichen wirthschaftlichen Interessen Mitteleuropa­werden zur richtigen Geltung gebracht werden müssen. Man kann Nordamerika nur dann schaden, wenn ein so große» Absatzgebiet wie das mitteleuropäische zu gemeinsamen Ab wehrmaßregeln schreitet. Geradezu Aergerntß erregend ist die schwächliche Calculation der Regierung auf die Haltung des CentrumS; provokatorische Enchkliken zeigen den ultra­montanen Uebermuth. Man muß schon bi» in» 16. Jahr­hundert zurückgehen, um eine solche Höhe der Verwirrung in bürgerlichen Kreisen zu finden. Ein Zeichen hiervon ist da» Buch von O. Mtttelstätt, da» nur in einem Krieg den Aus­weg aus der verfahrenen Lage findet. Liegt diese Unzu­friedenheit vielleicht mit an Aeußerungen und Reden, die ge­legentlich gehalten und besser nicht gehalten worden wären? Wo sehr viel gesprochen wird, muß auch Widerspruch ertragen werden, da» deutsche Bürgerthum muß den Mund aufmachen. Wenn zwischen Regierung und gebildetem Bürgerthum eine gesunde Uebereinstimmung herrschte, anstatt da» Zentrum spekulativ eine verworrene politische Situation anSnutzen zu lassen, wenn in Rede und Regierungshandlungen auf diele bürgerlichen Kreise Rückficht genommen würbe, wenn die Regierung den Entschluß und die Courage hätte, um nach der rechten Stelle einmal da» richtige Wort zu reden, statt Schmeichler und Byzantiner zu dulden, so würde hier öanM geschafft werden. In der anregenden Erörterung, die fich an die mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Redner» anschloß, wurde besonder» betont, daß He Zerfahrenheit der Regierung nur die Zerfahrenheit der Parteien wiederspiegele; die Regierung handle unter einem traurigen Muß, an dem die Selbstzerfleischung de» deutschen BürgerthumS die Schuld trage, wenn fie mit dem Centrum bei Erledigung der nothwendigen, unaufschiebbaren Gesetzes- Vorlagen rechne und feilsche.

* Die Bahnstetgschaffner werden vom 1. April n. I. ab eine besondere Unterbeamten-Kategorie bilden und ähnlich wie die Bahnportier» gekleidet gehen. Da» Anfang»gehalt betrügt 800 Mk. und steigt in 15 Jahren auf 1200 Mk. Die bisherigen Bahnsteigschaffner, die bet Eröffnung der Bahnsteigsperre au» dem Zugpersonal und zwar von den alteren Beamten entnommen worden, werden am 1. April wieder in da» Zugpersonal für Personen« unö Güterzüge einrangirt. Sie hatten al» Entschädigung für die rüheren all Zugbeamte erhaltenen Kilometergelder außer ihrem Gehalt jährlich 200 Mk. vergütet bekommen.

** $n Amerika verstorbene Hesse». Syrakufe, N. U., Frau Anna Catharina Gil cher» geb. Weinerth, 44 Jahre alt, au« Guntersblum. New York, Dr. med. Carl Roth, 70 Jahre alt, au» Gießen. Brooklyn, N. U., Cha». St euer- nagel, 49 Jahre alt, au» Darmstadt. Elgin, Jll, Frau Marie Schmidt, 59 Jahre alt, au» Sieben.

Wetterbericht. Ganz Central- und SÜd-Europa ge­hört einem intenfiven barometrischen Maximum an. Der Kem desselben hat im Allgemeinen seine Lage beibehalten, zugleich aber feinen Bereich nach ostwärts über Böhmen und Oesterreich ausgedehnt. Im hohen Norden ist ein neues Minimum erschienen, da« jedoch wieder in östlicher Richtung abziehen durfte. In Süddentfchlavd find die Temperaturen etwa» gesunken und herrscht daselbst, von Nebelbildung am Morgen und Abend abgesehen, vorwiegend heitere» Wetter. Voraussichtliche Witterung: Fortdauer de» herr­schenden WttterungScharacter».

O Saasen, 22. November. Die Masern, welche bisher tm Rückgang begriffen zu fein schienen, find fett einigen Tagen wieder mit erneuter Heftigkeit ausgetreten. Auch haben fie schon ein Opfer au» der Kinderwelt gefordert. Die Schule wird wohl »och längere Zett gefchloffeu bleiben müssen.

A Aus dem Ohmthal, 22. November. Die außer­gewöhnlich hohen Preise für die fetten Schweine, welche