falls daß Gesetz, betreffend die Bürgergarde, abgelehnt oder zurückgezogen werde.
MonS, 22. Juli. Dte Zahl der Strikenden, ist auf 13,400 herabgegangen, nachdem gestern 850 Mann dte Ar« bett wieder ausgenommen haben. Es wurden bisher keine Geldunterstützungen vertheilt- das Elend ist groß. Am nächsten Samsrag erscheinen 50 Personen, darunter dreißig Frauen, vor Gericht, um sich wegen Verhinderung der Arbeit-' freihett zu verantworten.
Konstantinopel, 22. Juli. In der heutigen vorauS- fichlltch letzten FrtedenScouferenz sollen, wie eS heißt, dte türkischen Delegtrten den Versuch machen, für dte Türket günstigere Zugeständnisse zu erlangen.
Hamburg. 23. Jult. Bei der Anwesenheit des deutschen Geschwaders vor Kronstadt werden Feste für dte Offiziere und Mannschaften stattfinden.
Wien, 23. Jult. AuS Athen wtrd der „Neuen fr. Presse" Lelegraphirt: Depeschen aus Volo melden die bereit- begonnene Räumung Thessaliens. Da- in Volo publictrte Jrade de- Sultan- ordnet an, daß dte thessalischen Bahnen binnen acht Tagen der Gesellschaft zurückgegeben sein müssen. Au- Domoko rücken acht Regimenter nach Elaffona ab. Die Truppen in HalwyroS erhielten den Befehl, fich zum Abmarsch bereit zu halten. Ehdem Pascha wird dem» nächst in Volo erwartet.
Athen. 23. Jult. Dte erneuten türkischen Ankäufe von Kanonen tu Deutschland erregen hier Besorgutß. Die Regierung ist wiederum bei dem deutschen Gesandten vorstellig geworden wegen der Freilassung von den von Türken au- Larissa fortgeführten Griechen. In einem Scharmützel bet Trikala wurden türkische Irreguläre mit einem Verlust von 20 Mann zurückgeschlagen.
WB. Hamburg. 23. Juli. Der „Lorrespondent" meldet: Am 13. Jult ließen mehrere Brieftaubeuvereine etwa 1000 Brieftauben 280Kilometer nordwestlich von Helgoland auSfltegeu. Dieselben trugen Alumintumringe mit Nummer und JahreS-ahl oder Buchstaben. Bet der Jahreszahl bedeutet V diesjährige. W vorjährige Tauben. Man glaubt, daß die gefangene Taube eine der vorjährigen ist. Der Flüqelaufdruck wird bezweifelt.
WB. Stockholm, 23. Juli. „Aftonbladet", welches mit AndrLe den Empfang der ersten Nachrichten der« einbarte, bezweifelt, daß dte bet Stavanger gefangene Taube von Andröe herrühre. Andröe» Tauben trügen Vermerke: Andräe Expedition. A. B. 1897.
Sitzung der Stadtverordneten
am 22. Juli 1897.
Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Wolff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Emmeltu-, Flett, vr. Gutfletsch, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Hehltgenstaedt, Homberger, Jughardt, Keller, Kirch, Löber, LooS. Dr. Ploch, Dr. Schäfer, Scheel, Schwall und Wallenfels.
Dte ersten drei Gegenstände der Tagesordnung betreffen Gesuche, bei denen es fich um genehmigungspflichtige Bauten außerhalb des Bebauungsplans handelt. Herr Ernst Hetlmanu beabfichttgt die Errichtung einer Bretterhütte in seinem Garten am Nahruug-berg, das Gesuch wtrd auf Widerruf befürwortet- Herr M. Abermann will bei seiner Ziegelei im Neustädter Feld ein BackfteiumacherhäuScheu mit Heizvorrichtung errichten- die Versammlung sprach fich für widerrufliche Genehmigung auf dte Dauer von zwet Jahren auS. Da- dritte Gesuch betrifft die Errichtung zweier Hallen durch dte Firma Fabian & Fick zu Marburg, welche auf dem der Bahn gehörigen Gelände dte Fabrikation von Bausteinen betreiben will. Dieses Gesuch wird unter der Bedingung widerruflich befürwortet, daß bezüglich deS Zufuhrweges Anforderungen an dte Stadt nicht entstehen.
Für Anschaffung von Lehr- und Lernmitteln für die städtischen Schulen, zu welcher, vorbehaltlich des Wiederersatzes der Kosten durch die Eltern der betr. Kinder, dte Stadt verpflichtet ist, werden 45.96 Mk. bewilligt.
Nach der Ueberficht über dte wirklichen Einnahmen und Au-gaben des Realgymnasiums und der Realschule für 1896/97 gleichen sich solche aus mit 93080 Mk. Unter den Einnahmen erscheinen 5839 Mk. für sachliche Ausgaben, Schulgeld 44821 Mk, Zinsen und Stiftungen 106 Mk., Schulgärten 262 Mk., Zuschuß au- der Staatskasse 21024 Mk., unter den Ausgaben: Besoldungen 86 766 W., sachliche Ausgaben 568 Mk,, Heizung und Beleuchtung 1675 Mk., Anschaffungs- und Unterhaltungskosten 378 Mk., Lehrmittel 849 Mk., Bibliothek 770 Mk-, Physikalische- Cabinet und chemische- Laboratorium 1029 Mk., Schulfeier- ltchketten 535 Mk., Zeitschriften rc. 24 Mk., Geschäftsführung 298 Mk., uneinbringliche Poften uud Nachlässe 104 Mk.
Die bereits in einer früheren Sitzung behandelte Erbauung einer Kühlanlage im Schlachthause ist nach vorläufiger Schätzung auf 77,000 Mk. berechnet, dte Kosten für Betrieb, Unterhaltung, Verzinsung des Anlagecapttals und Abschreibung auf jährlich ca. 9960 Mk. Man rechnet bet der Einnahme mit 140 Ö «Meter zu vermietender Kühl- zellen, die Zelle zu 70 Mk. jährlich. Auf eine an dte Metzger gerichtete Anfrage, wie viel Kühlzrllen fie eventuell miethen würden, theilten diese mit, daß eS ihr Wunsch sei, daß vorläufig von der Errichtung der Anlage abgesehen werden möge, andernfalls solle aber nicht mehr al- 30 Mk. Mtethe pro Zelle berechnet werden. Die SchlachthauS«Com- Mission hat sich, mit Ausnahme der ihr angehörigen Metzger, für Errichtung der Anlage ausgesprochen, während Seitens der Sch!achtvieh'VerficherungS-Gesellschaft bereits früher dte Anlage für nothwendig und zweckmäßig bezeichnet wurde- «an war der Ansicht, daß die Mtethe auf 40 Mk. festgesetzt, der Ausfall durch Erhöhung der Schlachtgebühren ausgeglichen werden könne. Eine Eingabe der Metzger wendet fich gegen
die Erhöhung der Schlachtgebühren und fordert die Ueber- nahme des Ausfalles auf dte Stadtkaffe- in der bctr. Eingabe wird u. A. betont, daß dte gänzliche Belastung der Metzger mit den Kosten der Kühlanlage einen Preisaufschlag von 2 bi- 21/2 Pfg. pro Pfund zur Folge haben werde, die Kühlanlage diene nicht dem Interesse der Metzger, sondern dem öffentlichen Interesse. Herr Oberbürgermeister Gnauth schlägt nach eingehender Besprechung de- Standpunkte- der Schlachthaußdeputatiou wie desjenigen der Metzger vor, daß man sich im Princip für Errichtung der Kühlanlage aus- sprechen solle, daß tndeß wegen de- System- der Anlage, der Ausbringung der Mittel u.s.w., man sich später schlüssig machen solle, eS sei hierbei auch die nothwendig gewordene Erweiterung der Schweineschlachthalle in Berücksichtigung zu ziehen- die in- Auge gefaßte Erhöhung der Schlachtgebühr werde auf 10 pCt. zu berechnen sein. Ein Vergleich mit den Betriebsergebnissen der Schlachthäuser in anderen Städten zeige, daß nirgends dte Städte Zuschüsse leisteten, dagegen machten einige ziemlich erhebliche Ueberschüffe, letzteres wolle man in Gießen iudeß nicht, denn die Stadt fordere au» dem Betrieb des Schlachthauses nur dasjenige, was sie selbst aufwende. Dte Versammlung sprach fich, nachdem Herr Wallenfels an einem die Freibank betreffenden Fall nachgewiesen, daß eine Kühlanlage nöthig sei, für Errichtung einer solchen auS.
Die Gesuche von Balth. Melior, Marburgerstraße 29, und Wilh. Bastian, Brandgaffe 8, um Erlaubniß zum Branutweinverkauf über dte Straße bezw. WirthschaftSbetrieb werden nicht beanstandet, da eS fich in beiden Fällen um Uebergang bestehender Geschäfte auf andere Personen handle.
> Loyaler unb Provinzielle».
Gießen, den 23. Jult 1897.
** Sitzung Großh. Handelskammer vom 16. Juli 1897. Anwesend dte Herren: Koch, Scheel, Balser, Katz, Klingspor, Kraatz und Wortmann. — Der Vorsitzende gab der Befriedigung zunächst Ausdruck, welche gewiß alle Coflegen mit ihm theilten, daß die Kammer, welche seit ihrem Bestehen häufigem Wechsel der Büreauräume ausgesetzt gewesen sei, nunmehr hier im neuen Verein-Hause Einzug gehalten habe. Die vielfachen Beziehungen der Kammer zum Kaufmännischen Verein verbürgten ihr in diesen Räumen einen Einfitz, in der eS ihr gewiß dauernd gefallen werde. Mit dem Wunsche, daß die Thätigkeit der Kammer auch in diesem neuen Heim stets eine eifrige und nutzbringende sein möge, eröffnete der Vorsitzende dte Sitzung. — Dte Königl. Etsenbahn-Direction Frankfurt a. M. ersucht die Kammer um eine gutachtliche Aeußerung über den vom BezirkS-Eisenbahnrath BreSlau einstimmig angenommenen Antrag: „Kleie, Oelkuchenmehle, getrocknete Schlempe, RctSfuttermehl u. f. w. aus Spezial» Tarif 2 in Spezial-Tarif 3 zu versetzen-, nachdem der Herr Minister für öffentliche Arbeiten vor seiner Entscheidung hierüber die Erhebung von Gutachten ans allen LandeStheilen angeordnet habe. Dte Kammer beschließt, Königl. Directiou ihr Einverständntß mit vorstehender Resolution zu erkennen zu geben, da sie sowohl dem Interesse deS Handels, wie auch dem der Landwirthschaft diene. Dte Befürchtung, daß dte Frachtherabsetzung eine fiskalische Einbuße im Gefolge haben werde, theilt dte Kammer nicht, da durch dte Erweiterung des Marktes für diesen Artikel eine vermehrte Verfrachtung zu erwarten ist, und dem Bedenken, daß die schon jetzt bestehende Einfuhr durch die Detarifirung zum Nachtheil der inländischen Production begünstigt werden möchte, ist entgegen zu halten, daß dem Transport tnS Binnenland die Wasserstraße zur Verfügung steht, welche weit billigere Frachtsätze bietet, als der Spezial-Tarif 3. Wenn dessen Wirkung ab See- oder Flußhafen auch für einzelne Interessentenkreise eine verschärfte Concurrenz in Futtermitteln voraussichtlich im Gefolge haben wird, so ist doch das Allgemein-Jnterefle, welches Handel und Landwirthschaft an dieser Detarifirung nehmen, jenem voranzustellen u. s. w. — Die Gefchäftsftelle von BürgrlS Industrie- und Handelsblatt in Berlin theilt mit, daß fich Professor L. Lönholm in Tokio zur Vertretung von Reichsangehörigen bei dem japanischen Patentamte in Tokio empfiehlt und daß sie einen „Führer durch die deutsche Maschinenindustrie" in 180,000 Exemplaren und in sechs Sprachen herauszugeben gedenkt, welcher der Kammer im Entwurf vorliegt. Der Führer soll ein Buch werden, das die Spezialitäten der einzelnen deutschen Maschinenfabriken aufführt und dem Ausländer sofort für jeden Artikel eine geeignete deutsche Quelle nachwetst. Eia solches Nachschlagebuch hat der deutschen Maschinen-Industrie seither gefehlt und wäre das Zustandekommen deS Unternehmens, namentlich zur Anbahnung neuer Verbindungen im Ausland von großem Werth. — Die in Schweden geltenden Bestimmungen über dte Besteuerung fremder Handlungsreiseuder erfahren in der Zukunft insofern eine Erleichterung, als die jetzt für den Kalendermonat zur Erhebung gelangende Abgabe von 100 Kronen künftig für eineu Zeltraum von 30 Tagen erhoben und die vor Antritt der Reise erforderliche Legali- firung deS Patentes durch die locale Polizeibehörde erfolgen soll. — In der Zeit vom 1. bis 31. August wird in Amsterdam eine Ausstellung für Reclame veranstaltet. Die uns vorliegenden Mittheilungen lassen eS nicht räthlich erscheinen, sich an derselben zu betheiligen. — In der zweiten Hälfte k. I. veranstalten die Kaffcepflanzer Ost-JavaS zu Malang, dem Mittelpunkt der javanischen Kaffeecultur, eine landwirthschaftliche Ausstellung, besonders in Kaffeemaschinerien, Landbau-Werkzeugen und -Geräthschaften, elektrischen Anlagen, europäischen Baumaterialien, Verpackungsartikeln u. a. — Der MeistbegünsttgungSvertrag zwischen Chile und dem Deutschen Reiche wird, trotz der Kündigung desselben, vorläufig weiter fortbeftehen. — Großh. Ministerium deS Innern übersandte der Kammer eine Abschrift des fravzöfischen und des spanischen Textes des neuen Formulars der Ursprungszeugnisse nach Spanien ein
zuführender Maaren. Da» spanische General-Consulat in Frankfurt a. M. macht darauf aufmerksam, daß durch Ber- fügung der spanischen Regierung vom 1. l. MtS. ab alle cousulartschen Gebühren mit einem Zuschlag von 10 pCt. zu erheben find, mit Ausnahme derjenigen Ursprungszeugnisse,
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welche einer Gebühr von 5 Peseta» gleich 4.07 Mk. bereit» unterliegen. — Die Eisenbahn-Directton Frankfurt a. M. theilt mit, daß, dem Anträge der Kammer entsprechend, die Sonntagsrückfahrkarten von Gießen nach Wetzlar vorbehaltlich jederzettigen Widerrufs zur Rückfahrt noch zu dem Nachts 12 Uhr 10 Mtn. in Wetzlar abgehenden Zuge uud die Rückfahrkarten nach Braunfels noch zu dem daselbst Abends 11 Uhr 34 Min. abgehenden Zuge benutzt werden dürfen. — Dagegen hat der Herr Minister Thielen die von uns beantragte Einführung einer neuen Rundreisekarte: Gießen-Frankfurt a. M. - RüdeShetm - (Bingeul- Nteder-Lahnstein-lCobleuzl-Deutz-lKöltO-Betz- dorf-Gießen abgelehnt. — Da- Derzeichniß der Kammer von zweifelhaften Firmen im Ausland hat Erweiterung für die Türkei und Egypten erhalten. — Bet- Anknüpfungen von Geschäfts-Verbindungen mit Argentinien ist große Vorsicht geboten. Insbesondere befindet fich daS dortige CoucurSverfahrrn in einem derartigen Zustande, daß, abgesehen von der langen Dauer dek- Verfahren», selten noch etwas bei der Höhe der Gebühren des Verwalter», des Honorar» der Anwälte, Taxatoren, Auctionatoren usw., für den Gläubiger übrig bleibt. Zum Schutze der Gläubiger hat fich daselbst dte „Union de Acreedores“ gebildet, au welche man fich vorkommenden Falles wenden möge. — Seit einiger Zeit werden Nachbildungen von Noten der Bank von Italien zu 500, 100 uud 50 Lire in Verkehr gebracht- im ReichS- auzeiger Nr. 148 von 26. v. MtS. ist eine Beschreibung der
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** Die Diebe, welche in voriger Woche daS Wasser» häuSchen am OSwaldSgarteu erbrachen uud plünderten, sowie dem Geflügelzüchter mittelst Einbruchs die Vögel und
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Tauben entwendeten, find gestern in den Personen eines dahier in diesem Frühjahr zugezogenen, unverheirathetea Schneidermeisters mit feinem Gesellen ermittelt uud verhaftet worden. Bei denselben find weitere Beweisstücke vorgefunden worden, sodaß Aussicht vorhanden ist, fie noch weiterer hier verübter Diebstahle zu überführen.
** Gestochen. Gestern Nachmittag balgten fich am LudwigSplatz drei Bäckerjungen. Ein vorübergehender, 14jähriger Gymnasiast mischte fich in diesen Streit uud stach hierbei einem der Däckerjungen mit dem Messer in da» Genick. Glücklicherweise ist die Verletzung keine gt jährliche.
•• Unvorsichtig. Gestern Abend fuhr ein Fuhrmann mit seinem Lastwagen am SelterSweg gegen eine Chaise und zertrümmerte die Laterne. Die GlaSsplttter flogen einem Insassen der Chaise tu das Geficht uud wurde derselbe derart verletzt, daß er fich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Der unvorsichtige Fahrer wurde zur Sn^ zeige gebracht.
•• Wegen «erbrechens gegen § 176 pos 3 des Reichs- Strafgesetzes wurde heute Morgen ein junger Manu von hier verhaftet.
** Eine vom LandeSlehrerverein ernannte Commission, bestehend auS drei Seminarlehreru, Vorstehern der Präpa- randenanstalten und vier Vorstandsmitgliedern, beschäftigte fich kürzlich im Interesse der gründlicheren Ausbildung der Lehrer mit folgenden Fragen: 1. Entspricht die AuS- bildung der Volksschullehrer den Anforderungen unserer Zett? Wenn nicht: 2. Welche Vorbereitung biß zur sachlichen Ausbildung ist dte geeignete- a) dte auf Präparaudenschulen? b) auf Realschulen, c) oder dte auf besonder» einzurtchten- den Schulen? 3. Genügen die Seminare in ihrer jetzigen Einrichtung der Fachbildung, oder welche Einrichtung sollen fie haben- insbesondere, welche Di-cipltnen find vorzugsweise zu lehren, welche können in ihrer Ausdehnung beschränkt werden, welche fremde Sprache oder Sprachen sind obligatorisch zu betreiben- ist der Anschluß an eine bestehende Hochschule zu empfehlen- wie sind die Lehrercollegien zu besetzen? 4. Wie ist die Schlußprüfung zu gestalten? Nunmehr werden fich auch die einzelnen Beztrksveretne mit obigen Fragen beschäftigen- später soll eine bezügliche Denkschrift erscheinen.
* * Höhere Schulen Hessen». Im Großherzogthum Hessen bestehen fünf höhere Mädchenschulen. Dte Gesammt- schülerzahl ist 2002, die Zahl des Lehrerpersonals 112, nämlich 45 Lehrer, 67 Lehrerinnen.
• * Der Handelsverkehr des GroßherzogthumS mit Bremen lieferte nach Ausweis der Mittheilungen der Centralstelle für Landesstatistik für 1896 folgende Ergebnisse: Die Einfuhr betrug inSgesammt 1 142672 Mk., dte Ausfuhr 2 873452 Mk. Im Jahre 1895 waren dte Zahlen für Einfuhr 1 105986 Mk., für Ausfuhr 2317564 Mk.
• • „Dte Maaren muffen zu den im Schanfenster verzeichneten Preisen und zwar auf Verlangen der Kunden in jeder nachweislich vorhandenen Menge verkauft werden," entschied dieser Tage daS Berliner Schöffengericht tu einer gegen einen dortigen Kaufmann gerichteten Klagesache. Die» Urtheil zeigt deutlich dte nachdrückliche Einwirkung deS Gesetzes wider den unlauteren Wettbewerb auf unser Erwerbsleben. Während früher fast alle in solchen und ähnlichen Fällen von getäuschten Käufern angestrengten Klagen zu Gunsten des Verkäufers ausfielen, haben diese jetzt einen viel schwereren Stand, da die Gerichte Ausreden, wie z. 8. die Sachen könnten nicht aus dem Schaufenster entfernt werden, fie feien nur in geringer Menge vorhanden ober ■ dürften zu solchen Preisen nur an die Stammkundschaft abgegeben werden, als „beweislose Einwendungen" behandeln.
* * Wetterbericht. Während über Westeuropa daS Barometer langsam steigt, wtrd der größte Theil des Coutinent» noch von sehr niederem, sehr ungleichmäßig vertheilten Lustdruck bedeckt. Die Witterung trägt daher unbeständigen
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