Königin entgegen, faßte fie bei der Hand nab berichtete kurz daS Geschehene. Die Königin wurde zuerst leichenblaß, faßte sich aber bald und umarmte den Gemahl stürmisch. Der Rück- weg deS KönigSpaareS glich einem Triumphzuge. Abends fanden vor dem Quirinal stürmische Ovationen einer ungc* heueren Menschenmenge für das Köntgspaar statt, welches sich wiederholt auf dem Balkon zeigte und dankte. Bon Kaiser Wilhelm, Kaiser Franz Josef, der Königin Victoria, dem Zaren, der Königin von Spanien, dem Präsidenten Faure trafen bereits herzliche Glückwunschtelegramme ein.
Athen, 23. April. Die „Akropolis" versichert, im Schloß wird die Vorbereitung zur Abreise deS König« an die Grenze getroffen, welche höchstwahrscheinlich am Montag erfolgt. Gestern traf im PiräuS die „Thessalia" mit 91 Verwundeten ein, um sofort nach Velo zurückzukehren und neue Verwundete zu holen. Innerhalb Prevesa kam es zu Feindseligkeiten zwischen der griechischen und türkischen Bevölkerung der Stadt.
Konstantinopel, 23. April. GH asi OSman Pascha, der Löwe von Plewna, reist heute an die Grenze ab, um daS Ober-Commanbo über die Armee zu übernehmen.
Locales und ptooinsitUe*
Gießen, den 23. April 1897.
• • Parlamentarisches. Die Zweite Kammer der Stände wird am Freitag den 30. April zu einer eintägigen Tagung zusammentreten.
• • vieberthal vahn. Die Regierung hat der Allgemeinen Deutschen Kleinbahn-Gesellschaft, Actiengesellschaft in Berlin, den Bau und den Betrieb einer schmalspurigen Eisen- bahn von Gießen über Heuchelheim und Rodheim nach Bieber übertragen.
Gesteigerter Güterverkehr. Seit Eintritt der Ober- hessischen Bahn in die hessisch-preußische Eisenbahn- gemeinschast ist der Güterverkehr auf der Linie Gießen— Gelnhausen lebhafter, indem die nach letzterer Station bestimmten Güter, die von anderen Bahnen kommen, ihren Weg statt über Friedberg—Hanau—Gclnhaufen nunmehr über die Oberhesfischen Linien nehmen.
* ♦ LehrerinuenBersammlnng. Unter reger Betheiligung fand am Mittwoch, 21. April, im Rathhaussaal zu Darm« stabt die Generalversammlung deS Vereins hessischer Lehrerinnen zur Gründung eines HeimS statt. Die Vorsitzende, Frau Lili WolfSkehl, hieß die zahlreich Erschienenen willkommen und gedachte zunächst dankend der großen Güte S. K. H. des Großherzogs, der dem Verein im verfloffenen Jahr das Ferienheim zu Auerbach zur Verfügung gestellt hatte und dasselbe auch für diese« Jahr wieder bewilligt hat. I. K. H. die Großherzogin hatte gnädigst einen Theil des bedeutenden Ertrags deS von ihr veranstalteten großen Bazars dem Verein zugesagt, und wenn auch die Summe noch nicht genannt werden kann, so bedeutet sie doch eine höchst erfreuliche Vermehrung deS Vereinsvermögens. Mit tiefempfundenen Dankesworten für die Fürsorge der hohen Herrschaften schloß Frau WolfSkehl die Begrüßung. Aus dem von der Schriftführerin, Frl. Müller, erstatteten Jahresbericht entnahm die Versammlung, daß an elf Mitglieder 564 Mk. Beihilfe in Krankheitsfällen geleistet und daß das Sommerheim in Auerbach von 13 Lehrerinnen besucht wurde, die dankbar deffen Wohlthat empfanden. Frl. v. SczcepanSki hatte die Güte, einen Theilertrag ihres Vortrags: „lieber die Bildung des Charakters durch den Willen" der vereinskaffe zuzuwenden. AuS dem von Frl. Wider verlesenen Rechenschaftsbericht ergab sich die erfreuliche That- fache, daß daS Vereinsvermögen nunmehr auf 68 950 Mk. gestiegen ist. Nachdem Frl. Scheid und Frl. Kißner dem Vorstand im Namen der Lehrerinnen besten Dank für feine Mühewaltung ausgesprochen, entwickelte sich eine rege Debatte bei Erörterung der Frage, ob nunmehr zur Erwerbung eines HeimS geschritten werden solle. Es ergab sich, daß bis jetzt etwa vier bis fünf Lehrerinnen auf eine Aufnahme im Heim reflectlrrn und daß Darmstadt der zur Errichtung eines Feierabendhauses geeignete Ort sei. An der DiScuffion be- theiligteu sich die Damen Frl. MitzeniuS, Frl. Din^eldein- Gießen und Frl. Dieckmann-WormS, sowie die Herren Oberbürgermeister Morneweg und Oberfinanzrath Braun. Der von Herrn Oberbürgermeister Morneweg gemachte Vorschlag, den Vorstand zu ermächtigen, flch bei paffender Gelegenheit nach einem Kaufobject umzusehen und darauf bezügliche Anträge einer einzuberufenden Versammlung zu unterbreiten, wurde zum Beschluß erhoben. Der erste Offen- bacher Antrag, daß die jährliche Generalversammlung nicht in die Osterferien fallen möge, wurde abgelehnt, dagegen wurde der zweite Antrag, daß nach Erwerbung eines HeimS eine Beihilfe in Krankheitsfällen auch ferner gewährt werde, angenommen. Eine Statutenänderung des Vereins wird nicht nur durch die Einführung de« neuen bürgerlichen Gesetzbuches, sondern auch durch die Erwerbung eines HeimS bedingt werden.
** Der deutsche Werkmeisterverbaud trat am 17. d. M. in Nürnberg zu seiner zehnten Delegirteuversammlung zusammen. Erschienen waren 126 Delegirte und 14 Mitglieder deS Centralvorstandes. Der umfangreiche Geschäftsbericht weist für Ende des JahreS 1896 29,871 Mitglieder auf. Davon entfallen auf Bayern 2430, Württemberg 1182, Baden 1301, Sachsen 4318, Preußen 17,863. Die Zahl der Bezirksvereine beträgt 585, davon 40 in Bayern. Die Zahl der Wlttwen beläuft fich auf 1962, die Zahl der Invaliden auf 174. Geleitet wurden die Verhandlungen von dem Vorsitzenden des CentralvorstandeS, Zander (Düffeldorf.)
** Verband deutscher Post- und Telegrapheu-Asfisteute». Rach dem jetzt erschienenen Geschäftsbericht der Verband«- Verwaltungsstelle für 1896 haben im Jahre 1896 die Roheinnahmen 636000 Mk. gegen 359000 Mk. 1895, die Roh- auSgaben 624000 Mk. gegen 360000 Mk. 1895 betragen. Von den Einnahmen entfallen auf den Verband 51000 Mk., auf daS Waarenhau« 585000 Mk., von den Ausgaben ent
fallen 40000 Mk. auf den verband und 595000 Mk. auf da« Waarenhau«. Für gelieferte Maaren find im Jahre 1896 an die Lieferanten 430000 Mk. baar gezahlt worden. Die Steigerung gegenüber dem Jahre 1895 von 195,000 Mk. erklärt flch durch die Aufnahme einer Anleihe, auf welche 231000 Mk. baar eingezahlt worden find. DaS Gefammt- verwögen deS Verbandes belief fich Ende 1896 auf 120000 Mk. gegen 101000 Mk. 1895, wovon 89 000 Mk. auf den Der- band und 31000 Mk. auf daS Waarenhau« entfallen. Seit der Gründung des Verbandes find 1556 000 Mk. vereinnahmt und 1551000 Mk. verausgabt worden- daS Waarenhau« in Berlin mit feinen Zweiggeschäften in Frankfurt a. M., Düffeldorf, Hamburg, Hannover und Leipzig erzielte seither einen Umsatz von 1330000 Mk. Die Zahl der Mitglieder ist im Jahre 1896 von 7703 aus 9710 gestiegen.
♦ * Hasst«. DaS Präsidium der Hassia gibt auf die große Anzahl von Gesuchen um Verleihung von Fahnen - nageln und Fahnenschleifen anläßlich de« 25jährigen SttftungSjubiläums von Kriegervereinen die Generalantwort, daß fich die AuSsührung deS dahingehenden, auf dem Dele- girtentage in Mainz (1894) gefaßten Beschlusses nachträglich als unthunlich und besonder« der hohen Kosten wegen als unausführbar erwiesen habe.
* • Altersrente. Nach einer bemerkenSwerthen Entscheidung be« RetchsoersicherungSamteS tritt eine Verjährung des Anspruches auf Invaliden- oder Altersrente nicht ein, weil eine reichsgesetzliche Bestimmung hierüber überhaupt nicht vorhanden ist.
Landes-Biehverficheruug. Die Großh. Hessische Regierung bereitet, wie von verschiedenen Seiten gemeldet wird, den Erlaß eines LandeS-ViehversicherungSgesetzeS vor, der auch die Schlachtviehversicherung einschließen soll.
• • AuS tzaudwerketkreifen find während der letzten Monate dem Reichstage eine ganze Anzahl Petitionen eingegangen, welche die Ausdehnung der Unfallversicherung auf bestimmte Theile des Handwerks bezwecken, insbesondere auf daS Schmiede-, Tischler- und Glasergewerbe. Die unterschiedslose Einbeziehung des Handwerks in die Unfallversicherung ist unter den heutigen Zeitverhältniffen außerordentlich schwierig und bedenklich, und die Regierung hat demgemäß ihren darauf bezüglichen Gesetzentwurf vorläufig fallen lassen. Ebenso ist die überwiegende Mehrheit der Handwerker selbst gegen die Versicherung. Ob für einzelne Theile deS Handwerk« die Petitionen Aussicht auf Erfolg haben, läßt sich gegenwärtig, wo überhaupt die ganze Un- fallverficherungsvorlage leicht scheitern kann, nicht beurteilen.
* • Auf dem deutschen Haudwerkertage, der am 27. und
28. April in Berlin abgehalten wird, soll dahin gewirkt werden, daß der Reichstag thunlichst Verbesserungen der Vorlage im Sinne der corporirten Handwerker herbeisührt. Ist die Regierung für solche Aenderungen jedoch nicht zu haben, so soll daS jetzt Erreichbare als Abschlagszahlung angenommen werden, um darauf später Besseres aufzubauen. — Der Vorstand des CentralauSfchusseS der Vereinigten JnnungSverbände Deutschlands hat eine Allgemeine Hand- werkerversammlung auf den 26. April nach Berlin einberufen, um den Mitgliedern Gelegenheit zu geben, fich noch vor dem Zusammentritt deS Allgemeinen Handwerkertages Über bestimmte Anttäge zu diesem Congreß schlüssig zu machen.
• • Die Briefpostseuduugeu nach dem Großherzog, thum Luxemburg werden von den deutschen Absendern häufig unrichtig nur nach den deutschen Briessätzen, statt nach den Weltpoftsätzen, freigemacht und unterliegen dann in Luxemburg einem erhöhten, vom Empfänger zu zahlenden Nachfchußsatz. ES folgen daraus für die Beteiligten noch wettere Uebelftänbe, als Beschwerden, Annahmeverweige- rungen u. dgl. ES wird empfohlen, auf die richtige Freimachung der Briefsendungen nach Luxemburg zu achten, die zu bewirken ist für Briefe mit 20 Pfg. für je 15 Gramm, für Postkarten mit 10 Pfg., für Drucksachen, Waarenproben und Geschäft-Papiere mit 5 Pfg. für je 50 Gramm, jedoch mit dem Mindestsätze von 10 Pfg. für Waarenproben und 20 Pfg. für Geschäftspapiere.
• • Neue Hundertmarkscheine find seit Kurzem in Verkehr gekommen. Sie zeigen gegen die älteren Scheine verschiedene Veränderungen. Während bisher die vordere Seite nur einen Stempel de« ReichSbankdirectoriumS trug, find jetzt zwei Stempel vorhanden. Die Nummer deS Scheines ist in roten Zahlen auch auf der Rückseite und zwar in der Mitte oben und unten, angebracht. Die NameuSunterschriften deS ReichS- bantblrectorium« enthalten mehrfach andere Namen al« bisher - auch beträgt die Zahl acht, während die alten Scheine nur sieben Unterschriften hatten. Farbe und Größe der Scheine find jedoch unverändert geblieben.
* * Wetterbericht. Ueb.r dem Nvrdwesten hat fich ein barometrisches Maximum auflgebilbet, von welchem ein breiter Rücken hohen Druckes in südöstlicher Richtung gegen den Continent verläuft. Derselbe drängt die beiden Depressionen über den Osten und Westen des ErdtheilS. Da« Centrum deS letzteren ist dis zum BiSkaya-See vorgerückt und breitet fich von dort der niedere Druck über Frankreich langsam in den Continent herein aus. — Voraussichtliche Witterung: Besserung des Wetters nicht von Dauer. Neuerdings wolkiges und unbeständiges Wetter.
□ A«S Oberheffen, 22. April. Die Hundesteuer ist eine Abgabe, welche auch den Gemeinden zu Gute kommen kann, die ganz geeignet ist, eine zweckmäßige Einnahmequelle zu bilden, aber nicht richtig auSgenutzt wird. AIS Beispiel bringen wir die drei Erhebungsbezirke Büdingen, Nidda und Schotten. Im Bezirke Büdingen gtebt eS 524 Hunde, eß wurden aber nur 232 Mk. Gemeindehundesteuer erhoben. Im Erhebungsbezirke Nidda giebt eß 427 Hunde, aber nur 183 Mk. lassen die Gemeinden an Steuer darauf legen. Am meisten weiß der Bezirk Schotten die S'.euerquelle au«- zunützen, denn auf 138 Hunde kommen 277 Mk. Gemeindesteuer.
Nidda, 17. April. Ein schöne« Berhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeitern, sowie zwischen Arbeitern untereinander beweist die Ehrung, die Herrn Fr. Luft, Arbeiter in der RmgShansenschen Möbelfabrik hier zu Theil wurde. Vorgestern waren es nämlich 25 Jahre, fett der Genannte in dieser Fabrik thätig war. Herr RingSdausea überreichte ihm zum Zeichen seiner Anerkennung ei» Sopha, die Mitarbeiter einen Regulator.
Nidda, 22. April. Gestern Abend fand im Gasthaus „8ur Traube" die diesjährige Generalversammlung der Actionäre be« Vorschuß- und CreditvereinS Nidda, unter Leitung des AuffichtSrathSvorfitzenden Herrn Srk statt. Nach dem zur Kenntniß gebrachten Rechenschaftsberichte betrug am Jahresschlüsse der verfügbare Geldvorrath 11,256 Mk. 55 Pfg., der Reservefonds 28,550 Mk. 7 Pfg. und fetzte die Kasse in 1896 die Summe von 1,808,701 Mk. 45 Pfg. um. Don dem erwähnten Ueberschuß kommen 2750 Mk. als 5% tge Dividende zur Dertheilung an die Actionäre und 4000 Mk. zu dem Reservefonds.
nn. Bensheim, 22. April. Die Vertreter- und Haupt- Versammlurrg deS hessischen Laubes-Lehrer- Vereins und des Unterstützung-Vereins provisorisch angestellter Lehrer in Erkrankungsfällen fand heute Vormittag in der Restauration Hutmacher statt und hatten fich aus allen Theilen deS GroßherzogthumS die Vertreter de« Lehrer- ftandeS so zahlreich eingefunden, daß der mächtige und prachtvoll becorirte öetfammlungßfaal nicht außreidjte, bie Teilnehmer alle zu fassen. Der Obmann be« Vereins, Oberlehrer Backes, begrüßte in herzlichen Worten bie Festverfammlung, inflbefonbere bie Vertreter ber Großherzog- lieben Regierung, bie Herren KreiSrath Groß unb die Schulinfpectoren Karg, Müller und Scheer er-Worms. KreiSrath Groß sprach Namens der Regierung der Versammlung die wärmsten Sympathien aus, dabei der Versicherung Ausdruck gebend, daß die Regierung steis bemüht sein werde, den an sie herautretenden gerechten Wünschen deS hessischen LehrerstandeS jederzeit Rechnung zu tragen. Nach Bekanntgabe der von der Hauptversammlung gefaßten Beschlüsse hielt Herr Taubstummenlehrer Mink-BenSheim einen vortrefflichen unb von pädagogischem Geist durchdrungenen Vortrag über „Lessing als Pädagoge." Ec schilderte Lessing alS denjenigen Menschen, der sein ganzes Leben unb Denken ber Heranbilbung unb ber Erziehung unserer beutschen Jugenb gewibmet hat, ber fich eS zum Grundsatz gemacht hatte, baß baS Kinb in feiner frühesten Jugenb, burch Erziehung unb gute Schule geläutert, für feinen späteren Beruf vorzubereiten fei, einerlei wo e« her- stamme. Mit unerschütterlicher Festigkeit sei er eingetreten burch Wort unb Schrift, um bie geistige Entwickelung unb bas ganze Seelenleben unserer Jugenb zu förbern unb ba- burch sie zu einem von pebantischem Geiste befreite« Glied unseres Volkes heranzubilben. Mit Eitaten au« „Lessing- Nathan ber Weise" schloß Rebner seinen Vortrag, ber von reichern Beifall begleitet würbe. Einen weiteren Hochtäler- effanten Vortrag hielt Herr Lehrer Hartleb-Mainz über „Die Forderungen der Gegenwart an den Geschichtßunterria t der Volksschule." In trefflicher Rede beleuchtete der Referent den Nutzen des Geschichtsunterrichts überhaupt, insbesondere aber desjenigen des eigenen Volkes in ber Schule. Oerabe aber bie Volksschule fei dasjenige Gebiet für die Thätigkeit eine« Lehrer«, um NationalzefÜhl unb Vaterlanb-liebe durch den Geschichtsunterricht zu fördern unb fchäbliche Einflüsse von ber Jugenb fern zu halten. Auch diefem'Rebner wurde reicher Beifall zu Theil. Nach ber Hauptversammlung fand ein gemeinsames Mittagessen im „Deutschen Hau«" statt, wobei Herr Bürgermeister van GrieS bie Vertreter de« LehrerstanbeS Namens ber Stabt BenSheim begrüßte. In ber vorauSgegangenen Vertreter-Versammlung erfolgte bie Erstattung deS Jahresberichts sowie ber Rechnung-ablage pro 1896 unb bie Berathung beS Voranschlag« pro 1897 sowie bie Wahl ber VorstanbSmitglieber. Nach Schluß beS Essens fand noch ein gemüthlicheS Zusammensein statt. AtS Anlaß ber Hauptversammlung hatte die Einwohnerschaft Bensheims ihre Häuser geflaggt.
W. 0. AuS dem westlichen Obeuwalde, 22. April. Die Sonne bracht' eß an den Tag! nämlich da« folgende hübsche Stücklein. Fiel es da einem frechen Diebe ein, in bie prächtige Sommerwohnung eineß reichen Manne« zu steigen, um fich bie leeren Taschen zu füllen. Vorforglich hatte ber Villenbesitzer jeboch bie Vorsicht gebraucht, alle« Angriffliche im Herbste vor feinem Wegzüge in bie Stabt zu beseitigen unb konnte baher ber Einbrecher nichts rauben, ja er ließ sogar feine zerrissenen Stiefel- zurück. Die Polizei erhielt alßbalb Nachricht von dem Einbrüche, stellte den Thatbestaob fest und ließ bie Stiefel stehen, um weitere Schritte zu thun. Das erfuhr der schlaue Dieb, er stieg wieder in die Villa und holte die gefährlichen Stiefel ab. Als die Polizei wieder kam, waren die corpora delicti verschwunden.
• Frankfurt a. M, 22. April. Der Zoologische Garten hat Sonntag seinen ersten diesjährigen 50-Pf ennig-Tag, zu welchem alle Sommer-Einrichtungen so weit vorbereitet sind, daß bei gutem Wetter ter Winh- schaftSbetlieb im Freien eröffnet werden kann. Die Thiere find auch bereits zum größten Theil in den Sommerquar- tieren und überall herrscht frische«, bunteß Leben- nur bie empfindlichsten von den Bewohnern beß Gartens werden noch in geheizten Räumen gehalten, wo fie indessen für Jedermann sichtbar find. Das Nilpferd, gegenwärtig bet befonbere Liebling beß Pudlikumß, fühlt fich sichtlich am wohlsten in feinem immer gleichmäßig auf 16 Grab erwärmten Schwimmbab, in bem eß oft in fo lebhafter Weise mit seinem Birkenholz spielenb herumplätschert, daß baß Wasser an ben Wänben in bie Höhe spritzt.
• Eppstein, 19. April. Zwei Frankfurter Hanblungs- gehilfen, denen unser Burgverwalter, Herr Loui« Mauer,


