1. Appell Vormittags 8 Uhr 45 Minuten: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots
Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz - Behörden entlassene Mannschaften aller Waffen.
2. Appell Vormittags 10 Uhr 30 Minuten. Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen.
3. Appell Nachmittags 1 Uhr. Sämmtliche Ersatz-Reservisten.
C. Zu Grünberg
am 20. April 1897, am Bahnhof
für die Bewohner von: Allertshausen, Beltershain, Gellshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenau'schen Papiermühle, Lauter mit der Arztmühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhards- Hain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirrberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit Hainerhof, Winnerod.
1. Appell Vormittags 9 Uhr 15 Minuten.
Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots, Reservisten, sowie zur Dis- Position der Truppentheile und der Ersatzbehörden entlasienen Mannschaften aller Waffen.
2. Appell Vormittags 11 Uhr
Sämmtliche Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen und Ersatz-Reservisten.
D. Zu Hungen am 21. April 1897, am Friedhof für die Bewohner von: Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof-Güll, Ronnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen.
1. Appell Vormittags 9 Uhr 30 Minuten.
Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots, Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen.
2. Appell Vormittags 11 Uhr.
Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen und sämmtliche Ersatz-Reservisten.
E. Zu Lich
am 21. April 1897,
am Bahnhof für die Bewohner von: Albach, Birklar, Dorf- Güll, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher-Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder, Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach.
1. Appell Nachmittags 3 Uhr.
Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots, Reservisten, sowie zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden ent- laffenen Mannschaften aller Waffen.
2. Appell Nachmittags 4 Uhr 30 Minuten.
Wehrleute I. Aufgebots aller Waffen und sämmtliche Ersatz-Reservisten.
Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Nothfalle genehmigt.
Diejenigen Mannschaften, bei denen Futzmefsungen noch nicht vorgenommen wurden, haben überhaupt keine Aussicht auf Befreiung.
Die Leute treten in bürgerlicher Kleidung an. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher wegzulegen.
Die Militärpapiere (Paß und Führungszeugniß) müssen zur Stelle sein.
Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Controltages bis einschließlich Mtternacht unter dem Militärgesetz.
Gießen, den 16. März 1897.
Großherzogliches Bezirks-Commando.
Für den dienstl. abw. Bez.-Commandeur Morneweg.
Hauptmann z. D. und Bezirks Offizier.
Das Gr. Steuer-Commifsariat Gießen
an die Grosth. Bürgermeistereien des Bezirks.
Wir ersuchen Sie, die Ihnen zugegangenen Gewerbs- Patente auSzufertigen, mit den dabet befindlichen Marken zu bekleben und letztere gehörig zu eutwerthen.
Die Patente sind sodann von Ihnen zu unterzeichnen und umgehend, nach den Nummern gehörig geordnet, anher zurückzusenden.
Die Anwendung von Streusand dürfte zu vermeiden sein.
Gießen, den 20. März 1897.
Bähr.
Bekanntmachung.
In den Voranschlag des laudwirthschaftlichen Bezirks- vereine des Kreises Gießen sind pro 1896/97 Mittel zum Bezug von Saatkartoffelu aus fremden Gegenden vorgesehen. Infolge Beschlusses des Ausschusses werden die Kartoffelsorten:
Professor Märker, aogeboteu zu 3 Mk. pro Centner, Brüce, veredelte Magnum bonum, angeboren zu 3 Mk. pro Centner, zur Anschaffung empfohlen.
Außerdem sollen noch uachverzeichnete Kartoffelsorten: Schneeflocken, angeboten zu 3 Mk. pro Centner, Magnum bonum, angeboten zu 3 Mk. pro Centner, bei Bestellung von 200 Centner 2 Mk. 50 Pfg. pro Centner, Weltwunder, angeboten wie vorher- Imperator, angeboten wie vorher- Früh Rosa aogeboten zu 3 Mk. pro Centner, Spät-Rosa Preis noch nicht festgestellt) auf Wunsch bestellt werden.
Bestellungen auf andere Kartoffelsorten sollen jedoch auf Wunsch der Landwirthe auch, aber nur dann auSgeführt werden, wenn ein Waggon (200 Centner) Kartoffeln von den verschiedenen Landwirthen bestellt werden sollten. Es wird dies unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht:
1) daß Anmeldungen bis Ende dieser Monats bei dem Unterzeichneten einzuretchen find.
2) daß bei Bestellungen von Bereinsmitzliedern, welche den Betrag von 40 Mk. nicht übersteigen, die Kosten deS Transportes der Saatkartoffeln bis zur Eisenbahnstation Gießen, Grünberg, Hungen und Lang- GönS auf die BezirkSvereinökaffe übernommen werden. Bei größeren Bestellungen haben die BereiuSmitglieder die Kosten deS Transports der Saatkartoffeln insoweit zu übernehmen, als die Bestellung den Betrag von 40 Mk. übersteigt. Bei Bestellung eines Waggons Kartoffeln werden ßfich die Kosten des Transports bis Gießen auf ca. 1 Mk. 50 Pfg. pro Malter berechnen. Da sich die Transportkosten bet Bezug einzelner Malter wesentlich höher belaufen, so können Bestellungen, welche erst einlaufen, wenn bereits zwei Waggons Kartoffeln (400 Centner) bestellt find, nicht mehr berücksichtigt werden. Ich ersuche daher die Herren Landwirthe um möglichst baldige Einreichung ihrer Bestellungen.
3) daß Bestellungen von Landwirthen, welche nicht Mitglieder de» laudwirthschaftlichen Bezirksvereins sind, ebenfalls ausgeführt werden. Dieselben haben aber, wenn sie nicht noch vorher Mitglieder des laudwirthschaftlichen Bezirksvereins werden und sich zu diesem Behuse bet dem Unterzeichneten anmelden sollten, den vollen Kostenbetrag für Ausführung ihrer Bestellungen zu vergüten.
4) daß die Zahlung bei Empfang der Saatkartvffeln zu erfolgen hat, und daß für den Sack noch 30 Pfg. pro Stück zu vergüten ist.
Die Kosten für die Säcke werden für die Vereinsmitglieder auf die Bezirksvereinskaffe übernommen. Die Herren Bürgermeister werden hierdurch ergebenst ersucht, vorstehende Bekanntmachung veröffentlichen zu lassen, Anmeldungen entgegen zu nehmen und umgehend an den Unterzeichneten einzusenden.
Gießen, den 13. März 1897.
Der Direktor des laudwirthschaftlichen Bezirksvereins. C. Jost, RegierungSrath i. P.
Großherzogliche Fachschule Erbach i. O.
Das Sommersemester beginnt am 26. April.
Unterrichtet wird von drei Fachlehrern und zwei Hilfslehrern in folgenden Lehrfächern:
Freihand- und Linearzeicknen, kunstgewerbliches Zeichnen und Entwerfen, Modeüireu nach ornamentalen und figürlichen Motiven, Vorträge über plastische Anatomie, Sttllehre, Marerialtenkunde, Aufsatz, Buchführen, Rechnen, Geometrie, Veranschlagen und Wechsellehre- Schnitzen, Drehen und Fa^onuireu in Elfenbein, Horn, Holz, Perl- mutter, Schildpatt; Kerb- und Flachschnttt, Holzbraud, Einlegearbeit (Intarsia, Boulle), Cifelire« in Silber, Treiben in Kupfer, Montiren in Edelmetall in Verbindung mit Eifenbein, Glas, Achat u. s. w.
Der Unterricht wird durch eine reiche Modell- und Borbtldersammluug, sowie gut auSgestatt-te Werkstätten unterstützt.
Das Schulgeld beträgt zehn Mark im Halbjahr.
Unbemittelten Schülern kann die Entrichtung deS.Schul- geldeS nachgelassen, sowie Auswärtigen der Besuch der Schule durch einen UnterftützungSbeitrag erleichtert werden. Bei Gesuchen um Gewährung der einen oder anderen Art dieser Erleichterungen werden neben der Vermögenslage des Schülers auch die VermögenSverhältniffe der HeimathS- gemeinde oder das Vorhandensein geeigneter Stiftung-mittel in Betracht gezogen.
Anmeldungen und Gesuche nimmt der unterzeichnete Hauptlehrer entgegen und ist auch zur weiteren Auskunft gerne bereit.
Erbach, im März 1897.
Der Vorsitzende deS AufsichtsrathrS: S t e g m ü l l e r.
Der Großh. Hauptlehrer: Görtg.
Locales uttb provinzielles.
□ Darmstadt, 19. März. Der letzte Vortrag im Hoch- fchul-ChkluS, der auch wieder wegen des sehr großen Andrangs doppelt gehalten wurde, war ein Experimental- Vortrag au» der Lehre des Licht«, und zwar sprach Herr Prof. Dr. Schering über Licht und Farben in Crh- stallen. Er gedachte einleitend der zwei Haupt-Theorien zur Erklärung des Wesens deS LichtS: der EmisfionStheorie von Newton und der Wellentheorie von HuygheS, welch' letztere schon lange in allgemeiner Geltung ift. Sodann wurde das Wesen des polarifirten Lichte» und fein Ver-
hältniß zum gewöhnlichen, natürlichen Licht erörtert, vor allem die Wellenbewegung des Lichte« mit den vollkommensten, der Wissenschaft zur Verfügung stehenden Modellen u. s. w. demonstrirt, der Unterschied zwischen Tranversal- und Longt- tudinal-Wellen festgelegt und zu den Erscheinungen der Doppelbrechung deS Kalkkpathes, wobei daS eine der zwe' entstehenden Bilder polarifirtes Licht enthält und die SchwingungSebenen der Lichtstrahlen beider Bilder senkrecht zu einander stehen, übergegangen. Dann wurde die Veränderung der Bilder durch Einschieben eines oder mehrerer Nicol'scher Prismen gezeigt, ebenso die verschiedenen, theil- weise ganz prächtigen Farbenerscheinungen in Crystallen, die je nach der Stellung der Nicol'fchen PrtSmen entstehen, des Wetteren die dann entstehenden, wenn man ein Linsenshftem noch zwischen beide Prismen schiebt u. dgl. m. Zum Schluffe wurde noch des Nachweises von Hertz gedacht, daß auch für die Fortpflanzung der Electricität die Wellentheorie maßgebend ist und die sehr verschiedenen Wellenlängen der elec^ irischen, der Lichtstrahlen, Wärmeftrahlen, ultra-violetten und Röntgen-Strahlen gegenübergestellt, bei letzteren wahrscheinlich kleiner als Viooooo Millimeter. Der CykluS hätte keinen befferen Abschluß als mit einem so interessanten Vorträge finden können.
X. Darmstadt, 19. März. Die Technische Hochschule hat in dem heute an Influenza mit Complicattou von Lungenentzündung im guten ManneSalter (63 Jahre) verstorbenen Professor der Baukunst, Geheime Baurath Wagner, einen empfindlichen Verlust erlitten. Er gehörte über fünfundzwanzig Jahre der Hochschule als eine Zierde derselben an, der erfahrene Mann der Praxis, der ausführenden Architektur, verband sich in ihm mit dem Docenteu. Auch fach- fchrifstellertfch war Wagner vielfach thälig, auch neben der Architektur auf archäologischem Gebiete. Das neue Hauptgebäude der Hochschule ist nach seinem Entwurf ebenso zweckmäßig als in gediegen schöner Ausstattung errichtet. Gelegentlich seiner Beihülfe bei den Entwurfarbeiten der letzthin in Gießen errichteten neuen evangel. Kirche wurde er zum Ehrendoktor ernannt. Wagner, der ein vorzüglicher Gesell- schafter war, hinterläßt auch in seiner Familie (eine Tochter WagnerS ist mit Herrn Geh. Oberbaurath Wetz vermählt) und seinem engeren Freundeskreise eine recht fühlbare Lücke. — Möge ihm die Erde leicht sein!
O Darmstadt, 20. März. Wie alljährlich um diese Zeit tagte heute in der Kunsthalle am Rheinthor die Generalversammlung beß Kunstveretn», über dessen vorjährige Thätigkeit wir neulich aus dem 1896er Geschäftsberichte daS Wichtigste mittheilten. Zu diesem Berichte gab der Vorsitzende, Herr Staatsminister a. D. Excelleuz Frei herrv. Starck, einige Erläuterungen, indem er bei der nur sehr mäßigen Erhöhung der Mitgliederzahl um 15 letzthin die Nothwevdigkeit der Neuerwerbung von Mitgliedern betonte und auch dafür zu wirken bat, daß da« Bilder erwerbende Publikum bei seinen Einkäufen mehr al« seither die permanenten Ausstellungen des Vereins berücksichtige. Trotz der um über 600 Mk. gegen den Voranschlag überschrittenen AusftellungSkosten war der Gesammt-Reinertrag tn 1896 günstiger, als veranschlagt. Der AnkaufS-Fond» für Kunstwerke konnte im neuen Voranschlag auf beinahe 4000 Mk. erhöht werden. Die nachgesuchte Decharge deS Rechners wurde ertheilt. Der Antrag der beiden anwesenden Vertreter deS Offenbacher Verein» auf Herausgabe eine» VereinsblatteS tn 1897 wurde mit großer Mehrheit abgelehnt- für 1898 soll wieder ein werthvolles, originale» VereinSblatt dann beschafft werden. — Die Ergäuzungswahlen für den BerwaltungSrath ergaben die Wiederwahl der AuStretenden- zur Ausfüllung von Lücken infolge Todes bezw. Wegzugs wurden gewählt: in Gießen (für die verstorbenen Geh. Hofrath Streng und Rentner Aug. Heß) die Herrm Privatdocent Dr. Sauer und Commerzieurath Heichelheim- für Darmstadt Herr Museumsdirektor Dr. Back, für Offenbach Herr Eugen Feistmann- für Worms Herr KreiSrath Dr. Breidcrt. Vom Gießener Verein hatte Herr Oberbürgermeister Gnauth die Abwesenheit von Dele- girten zur Versammlung in einem Schreiben entschulbigt- die ausscheidenden Mitglieder deS VerwaltungSratheS von dort, die, wie erwähnt, wieder creirl worden, sind die Herren Bankier Wasferfchleben und Baurath Sch ob er th. Die Verhandlungen gingen glatt von statten.
Ein technisches Unikum.
(Nachdruck verboten.)
Schon seit einigen Jahren versuchte man auf alle mögliche Art und Weise die großen Schwesellager auSzubeuten, die sich im Staate Louifiana in Nordamerika befinden, jedoch ohne nenoenSwerthen Erfolg. Das hatte seinen Grund darin, daß sich die erwähnten Mineralschätze in einer Tiefe von 3—400 Fuß befinden, und daß sich unmittelbar über dem Schwefellager eine Triebsandschicht befindet, die eine Dicke von etwa 150 Fuß besitzt. Ein gewisser Hermann Frasch von Cleveland, Ohio, hat nun ein neues Verfahren ringe« schlagen, diese Schwefellager auSzubeuten, daS so erfolgreich, als ingeniös ist. ES besteht darin, den Schwefel durch Wasserdäwpfe von 350 Grad Fahrenheit an Ort und Stelle zu schmelzen und ihn gleichzeitig durch die heißen Dämpft in flüssigem Zustande an die Erdoberfläche zu treiben. Zunächst wird bis zum Schwefellager ein: Oeffaung gebohrt, die etwa sechs Zoll weit ist, und in welche eiserne Röhren getrieben werden. Innerhalb dieser Röhre geht bi» zum Grunde ein anderes Eisenrohr von zwei Zoll Durchmesser, daS an seinem unteren Ende eine Menge Oeffnungen besitzt. Zwischen beiden Rohren befindet sich ferner noch ein vier« zölliges Eisenrohr, das aber nicht vollständig bis zum Grunde reicht. Wo dieses Rohr aufhört, ist der Raum zwischen den beiden äußeren Röhren abgesperri. Diese Absperrung ist auch noch mit einer Anzahl von Oeffnungen versehen. Wenn nun die sehr heißen Dämpfe durch den Zwischenraum der beiden äußeren Röhren bis auf den Grund getrieben werden, schmelzen sie den dort befindlichen Schwefel und treiben ihn


