Ausgabe 
22.7.1897 Erstes Blatt
 
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anuahm, denn stellenweise hört man Klage führen über mangelhafte Ausbildung der Körner. Es mag dies zum Theile auf den dichten Halmeustaod, zum Thetl auch auf die Witterung zurückzuführen sein.

+ Rtdda, IS. Juli. Fußgendarm Reitz dahier wurde mit Wirkung vom 1. k. MtS. in gleicher Eigenschaft nach BenSheim versetzt. Als Nachfolger des Scheidenden ist Gendarm Sachs von BenSheim bestimmt. Bet herrlichem Wetter fand gestern Nachmittag in dem Garten de-Brauerei- befitzerS Kraft dahier ein interessante- Schauturnen des Niddaer Turnverein- statt, wozu eine von K. Kölsch geleitete Mufikcapelle concertirte. Am Abend fand eine schöne bengalische Beleuchtung statt.

§§ Radmühl (Kreis Lauterbach), 18. Juli. Der Reisende eine- Branntweingeschäft« auS Lauterbach war gestern hier auf seiner GeschästStour. Bet solcher Gelegenheit werden gewöhnlich von den Reisenden Frei-Schnäpse, Bier u. s. w. an die gerade anwesenden Gäste verabreicht. Auch hier wurde ein guter Branntwein nach dem andern getrunken. Etrr hier beschäftigter Taglöhuer auS Salzschlirf hatte dem SchnapS etwa- scharf zugesprochen, sodaß er in den Stall de« WirtheS verbracht uod dort auf Streu gelegt wurde. Am andern Morgen fand mau den Taglöhner tobt vor.

Main,. 20. Juli. Im Eisenbahndirectiou-bezirk Mainz erhält demnächst das System der Sonn- und Feiertags- Rückfahrkarten eine größere Ausdehnung. ES werden SonntagS-Rückfahrkarten ausgegebcn von Darmstadt nach den Stationen der Odeuwaldbahn, Nieder-Ramstadt, Ober-Ram- stadt, Lengfeld, Kailbach, Gaimühle und Messel, ferner von Mainz nach Münster a. St., Kreuznach, Bingerbrück, Trecht- lingshausen, Bacharach, Oberwesel, St. Goar und Boppard, desgleichen von Bingen und Bingerbrück nach Münster a. St., Kreuznach, TrechtlingShausen, Bacharach, Oberwesel, St. Goar und Boppard und von Kreuznach Bad und Stadt, Münster a. St. und Staudernheim nach Bingen- ferner von Kirn nach Münster a. St., Kreuznach und Bingen. Damit werden die Befürchtungen, daß die von der Hessischen Ludwigsbahn s. Zt. eiugeführten SonntagS-Rückfahrkarten nach Verstaat­lichung dieser Bahn in Wegfall kommen könnten, hinfällig.

* Krofdorf, 19. Juli. Herr Lehrer Hofmann I.

feierte gestern in seiner Eigenschaft als Dirigent des Ge­sangvereinsGermania" sein 25jährigeS Jubiläum, auS welchem Anlaß der betr. Verein eine Feier veranstaltete, an welcher sich sämmtliche hiesige Vereine betheiligten. Der fest­gebende Verein brachte am Nachmittag seinem strebsamen

und tüchtigen Leiter ein Ständchen. Demnächst verfügte man sich in den alS Festplatz gewählten Garten der Brauerei Abel, woselbst der Vorsitzende, Herr PH. Amend, welcher dem Verein 25 Jahre als Mitglied angehört und sein Ehren­

amt schon 12 Jahre bekleidet, eine markige Ansprache hielt,

in welcher er die Verdienste deS Jubilars gebührend wür­digte, worauf Herr Lehrer H ofmann erwiderte. Als Zeichen seiner Verehrung spendete der festgebende Verein seinem Dirigentenjubilar einen prachtvollen Sessel, sowie ein schönes BierglaS. Auf dem Festplatze gab man sich alsdann un­

gestört der Gemüthlichkeit hin und hatte auch Gelegenheit, der Muse der Tanzkunst zu huldigen. Erst um 3 Uhr früh trennten sich die Festthetlnehmer, hieß es doch nach kurzer Ruhe ober vielleicht auch ohne berselben zu pflegen, sich zum Tagewerk anzuschicken. W. A.

Kassel, 19. Juli. Dem Musketier Schlvtterhvse von bet 5. Compagnie beß Jnfanterie-RegtS. Nr. 63, der bei dem Eisenbahnunglück bei WilhelmShöhe am 11. d. MtS.

einen complicirten Bruch beider Unterschenkel erlitt, hat nun doch heute Vormittag im hiesigen GarnisonSlazareth das linke Bein unterhalb des Knies amputirt werden müssen. Die Amputation führte Herr Stabsarzt Dr. Reinbrecht auS.

Außerdem wurde bereit« vorige Woche dem Gefreiten Blackert vom Hess. Felb-Art.-Regt. Nr. 11 in Fritzlar das Bein ab- genommen. Die anderen Verwundeten, Sergeant Gerhardt, Unteroffizier Schönwaldt, Kanonier Heuer und Hoher, sowie Grenadier Lau, befinden sich anscheinend außer Gefahr und ihr Befinden ist unter den obwaltenden Umständen günstig zu nennen. Ferner sind Oberjäger Schröder und Kanonier Kiftenbrück bereits soweit wieder hergestellt, weil sie Bein­brüche nicht erlitten, daß sie gestern bereits aufstehen und sich im Freien bewegen konnten. Daß die sämmtlichen Ver­wundeten sich einer äußerst sorgfältigen ärztlichen Behandlung und vorzüglichen Verpflegung erfreuen, bedarf kaum bet Er­wähnung. Darmst. Ztg.

* Berlin, 20. Juli. In ber vergangenen Nacht hat im Hause Schwerinstraße Nr. 6 bei 30 Jahre alte Barbier Richard Fischer in der Wuth sein jüngstes Kind aus seiner im dritten Stock gelegenen Wohnung auf den ge­pflasterten Hof herabgeworsen und getödtet. Er wurde verhaftet und wird der Staatsanwaltschaft wegen Todtschlags zugeführt werden.

* Erschreckende Zunahme der Verbrecher im Aller von

12 bi- 18 Jahren. Aus den Mittheilungen des Berliner Thierschutz-Dereins (zur Bekämpfung der Thierquäle­reien im Deutschen Reich) entnehmen wir: Schon oft haben wir darauf hingewiesen, daß die GemüthSverrohung in Bezug auf daS Zusammenleben der Menschen in einem gewissen Zusammenhang steht mit der GemüthSverrohung, welche in unbarmherziger und grausamer Behandlung der Thiere ihren Grund hat. Wir wissen sehr gut, daß auch andere Gründe noch Mitwirken, aber eine Hauptursache für die Zunahme unserer jugendlichen Verbrecher ist denn doch die Gewöhnung an Thierquälerei in der ersten Jugend und die dadurch ge­weckte und gepflegte Rohheit und GemüthSverwilderung. Wir finden, daß genau in den Ländern, wo die Kinder in Schule, in Vereinen und im HauS zu barmherziger Behandlung der Thiere angehalten werden, wie in der Schweiz und in England, die Zahl der jugendlichen Verbrecher in den letzten Jahren stetig abnahm, während sie in Deutschland in der gleichen

Zeit auf da« Doppelte gestiegen ist. Vor un« liegt die amt- liche Criminalftatiftik des Deutschen Reiches pro 1895, und diese zeigt geradezu entsetzliche Ziffern, besonder« in Bezug auf diejenigen Verbrechen, welche eine schreckenerregende Ver­rohung deS GewüthS und Freude am Blutvergießen erkennen lassen. Bon 80657 gefährlichen Körperverletzungen (Reichs­strafgesetzbuch Art. 223 a) und schweren Körperverletzungen (Art. 224 bis 226) kommen auf jugendliche Verbrecher 6264 Berurtheilungen. Von 113 Mordthaten (Art. 211) treffen auf jugendliche Verbrecher 10; von 16256 Sachbe­schädigungen (Art. 303305) 2597; von 485 Brand­stiftungen (Art. 306308, resp. 311) 140; von 24 vor- sätzlichen Gefährdungen von Eilenbahnzügen (Art. 315) treffen auf jugendliche Verbrecher 16! Von sämmtlichen im Jahre 1895 verurteilten 433 673 Verbrechen und Vergehen gegen daS Strafgesetzbuch treffen 44018 (also über 10 Procent) auf Verbrecher im Alter von 1218 Jahren. Diese Ziffern und besonder« die beständige Zunahme der jugendlichen Verbrecher find eine furchtbare Erscheinung. Die Criminalität der Jugendlichen ist viel stärker gestiegen als die der Erwachsenen. Während im Durchschnitt ber fünf Jahre 18831887 auf je 100 000 Erwachsene 1160, im Durchschnitt der Jahre 18881892 1204 Verurteilte kamen, die CriminalitätSziffer also um 3,8 pCt. gestiegen ist, sand im gleichen Zeitraum eine Zunahme der jugend- lichen Verbrecher um 12,8 pCt. statt. Würden die Fälle von Thierquälereien im ReichSftrafgesetzbuch nicht bloß al« Uebertretung" behandelt, so würde die CriminalitätSziffer der jugendlichen Verurteilten eine nach ungeheuerlichere Höhe erreichen, denn die weitaus größte Zahl ber grausamsten Tierquälereien werben von halbwüchsigen Burschen verübt, bk sich baburch gleichsam etnüben auf ihre Berbrecherlaufbahn. Dieser Zustand ist um so bedenklicher, als es sich um Leute handelt, die kaum der Schule entwachsen find und ihren Katechismus noch gut im Gedächwiß haben. DaS müßte doch die obersten Leiter unseres Schulwesen« zu ber Einsicht bringen, daß die höchste Zeit ist, einen gründlichen Wandel in den Priucipien vorzunehmen, nach welchen bisher unser Schulwesen geleitet wurde. Ganz abgesehen von den moralischen und socialen Folgen, würde sich schon in finanzieller Hinsicht lohnen, wenn der Staat durch seine Schulen nicht bloß der Volkßbildung, sondern auch ber Volkserziehung und Gemüthsbildung Rechnung tragen ließe. würden dadurch wesentliche Ersparniffe in der Criminal- justiz gemacht, Correctiouß- und Zuchthäuser würden bedeutend rebucirt werben können.

Berlin, 16. Juli. Daß Leben gerettet und obendrein die Kosten bezahlt. In dem Locale beß Gastwirths G. in Berlin erschien im Herbst vorigen Jahreß ein junger Mann und ließ sich ein Glaß Bier geben. Un­mittelbar nachdem er getrunken, fiel er bewußtloß um. stellte sich später herauß, daß er aus LiebeSgram Gift genommen hatte. Der Restaurateur benachrichtigte die Poli­zei, und diese liefe, wie immer in solchen Fällen, den Armen­arzt des Reviers holen. Ehe dieser aber zur Stelle geschafft werden konnte, verschlimmerte sich der Zustand beß jungen Mannes, weshalb ber Restaurateur schleunigst einen anderen benachbarten Arzt zur Hilfe herbeiholte, der mit Erfolg Gegenmittel in Anwendung brachte. Der Lebensmüde, ein Mechaniker, ist dann in ber CharitL toteber genesen unb von seinem Liebeskummer auf immer geheilt worden, denn seine Angebetete ist bereits seine Frau. Der Arzt, der ihm das Leben gerettet, verlangte von ihm ein Honorar von 10 Mk.; dieser Antrag wurde mit der Begründung zurückgewtesen, dafe er, ber Gerettete, den Arzt nicht gerufen habe. Nun­mehr verklagte ber Arzt ben Restaurateur wegen beS Hono­rars, und dieser ist zur Zahlung verurteilt worden. Der Einwand des Beklagten, dafe er bei ber Herbeiholung deS Arztes nur Menschenpflicht g-übt und durch sein schnelles Eingreifen daS Leben des Selbstmörders gerettet habe, tote der klagende Arzt selbst zugab, konnte vom Richter nicht be­rücksichtigt werden, da in dem vorliegenden Falle nur darauf ankam, wer ben Kläger zur Hilfeleistung herbeige- rufen hat. Da dies zugestanbenermafeen ber beklagte Gast- Wirth war, so mufete bessen kostenpflichtige Verurteilung erfolgen. Der Verurtheilte kann sich wohl jetzt an bem da­maligen Gaste schadlos halten, er wird dies aber nicht thun, sondern will nach Eingang des UrtheilS dasselbe unter GlaS und Rahmen in seinem Locale aufhängen, damit Jedermann auS diesem Falle Lehre ziehen kann.

* Daß die Armee auch einen schwarzen Kapellmeister be­sitzt, dürste nicht allgemein bekannt sein; es ist dies Herr Sabac el Cher, Caprllmeister deS Grenadier-Regiments Friedrich III., 1. Oftpr. Nr. 1 in Königsberg. Er concertirt gegenwärtig mit seiner Capelle in der Kunstausstellung zu Dresden. ES wird über feinen Lebenslauf mitgetheilt: Sabac el Cher wurde im Jahre 1867 als der Sohn eines gleich­namigen SilberverwalterS, welcher im Dienste des verstor­benen Prinzen Albrecht von Preußen stand, geboren. Bis zum 14. Jahre besuchte der Knabe eine höhere Bürgerschule und fing bereits im achten Jahre an, Violine zu spielen. Für sein treffliches Spiel erntete er stets daS beste Lob. Vom 14. bis zum 18. Jahre besuchte er ein Mufikinstitut zur weiteren Ausbildung unb trat im Jahre 1885 bei ber Capelle beß Füsilierregimentß Nr. 35 Prinz Heinrich von Preufeen alß Hautboift und Soloposaunist ein. Nach mehr­jähriger Wirksamkeit besuchte er in ben Jahren 1893 biß 1895 bk königliche Hochschule für Mufik in Berlin. Nach gut bestanbenem Examen würbe er zur Uebernahme ber Dirigentenstelle im 1. Grenabierregiment nach Königsberg berufen. Sein Vater stammte auS Unteregypten und war als Kinb am Hofe beß DicekönigS in Kairo zur Erziehung. Dort lernte ihn auch Prinz Albrecht kennen und brachte ihn nach Berlin, wo Sabac el Cher eine Berlinerin he'rathete. Derschwarze Capellmeister", übrigens ein sehr hübscher Mann, findet beim Publikum das grötzte Jntereffe.

* Der Besuch beß Kyffhaufer-Denkmalß ist ein sehr reger. Am Sonntag, den 18. b. M., waren 18,000 Personen bort.

Vom Kyffhäuser wendet sich dann der Verkehr Stolberg und namentlich nenerding« der reizenden, neu eröffneten Harz- bahn nach Ilfeld (später bis Wernigerode) wegen ber Stabt Nordhausen zu. Diese neu eröffnete Bahn Theil- Strecke ist ungemein frequentirt; fie hat reizenbe schmucke Wagen unb für eine recht glückliche Ermäßigung der Fahr­preise für Familien ist der Verkauf von billigeren Familien- billrtS für je 10 Hin- und Rückfahrkarten für diese Strecke eingerichtet. Ist die ganze Strecke erst fertig, so wird fie unbedingt zu den schönsten und romantischsten aller Bahn­strecken gehören. Von Schierke erhält fie auch eine Zweig­bahn nach dem Brocken. Im Sommer vorigen Jahre« ist der Kyffhäuser von mehr al« einer halben Million Menschen besucht worden. Den Thurm haben 70,000 Menschen er­stiegen, so dafe die Kaffe beß deutschen Kriegerbunde« eine Reineinnahme von 32,000 Mk. erzielt hat. Die Einnahme dürfte fich in diesem Jahre noch steigern. Die Wirtschaft«- einrichtung auf dem Kyffhäuser hat 150,000 Mk. gekoster. Anläfelich ber Hunbertjahrfeier find für baß Denkmal 43,000 Mk. gesammelt worben.

Bacharach, 20. Juli. Bei Nieberheimbach lag ein Betrunkener auf dem Bahngelei«. Ein Güterbahnzug fuhr ihm ben Kopf ab. Der Mann hinterläfet Frau und vier Kinder.

* Würzburg, 19. Juli. Wegen de« Verdachts, ihr neu- geboreneß Kind getödtet zu haben, wurde die 15jährige Tochter eineß hiesigen Geschäftßmanne« verhaftet.

Stockholm, 17. Juli. DaßAftonbladct" erhielt ein Telegramm auß Tromsoe, daß lautet:Theilnehmer an ber Polarexpebition waren bei der Abreise sehr ruhig und äufeerten, fie seien auf alle Möglichkeiten gefafet, so bofe sie nichtß überraschen könne. Alle Brieftauben würben im Ballon mitgenommen, mit Außnahme einer, bie mit Grüfeen an bie Verlobte Strtndbergs abgesandt wurde." Hebet bte Auffahrt Andtveß werben folgende Einzelheiten telegraphirt: Am Sonntag Nachmittag kurz vor 2*/, Uhr, war Audräe völlig reisefertig. Er drückte den in ber Halle Anwesenben sämmtlich zum Abschiede herzlich die Hand und richtete laute, warm empfundene Dankeßworte an Alle, denen er nicht mehr die Hand reichen konnte, weil fie ihren Posten nicht verlaffen durften. Ebenso nahmen Fränckel und Strindberg mit kräf­tigem Händedruck Abschied. Dann rief Andrve laut:Fränckel, Strindberg!" Alle drei schnitten, schon in der Gondel stehend, die dünnen Fesselleinen fort. Andröe zählte bann:Eins, zwei, bret!" Bei drei lösten sich auch bie letzten Seile, bk auf dem Boden der Halle befestigt waren unb ben Ballon noch gehalten hatten. Stolz unb majestätisch stieg ber Ballon empor, birect durch die geöffnete Nordtoand feiner einstigen Behausung. Andröe schaute mit frohem, vertrauensvollen Blick auf die Zurückbletbenden. Wir eilten Alle an- Ufer unb sahen ben Ballon schon etwa 60 Meter über bem Wasser schweben; aber noch einmal folgte ein Augenblick äußerster Spannung: ber Ballon trieb grabe auf bie Felsenvorsprünge an der Ostseite deS Smeerenburgsunb zu, wo ein Anstoß drohte wenige Meter von der Halle im rechten Winkel zu dieser. Da faßte ihn plötzlich ein durch den Sund kommen­der südöstlicher Windstoß, warf ihn nach Nordwesten auf bte See zurück unb traf ihn so von oben, baß bie Gondel einige Sekunden in« Wasser getaucht wurde. Zugleich entdeckten Wir, daß bie drei Schleppleinen, von denen Andrve fich so viel versprochen hatte, ruhig am Ufer lagen. Der fie am Ring haltende Haken mufete sich beim Aufsteigen gelöst haben. Wie baß möglich war, wirb nie aufgeklärt werden. Eine Gefahr für die Luftschiffer wird burch den Verlust ber Ce'ntn nicht hervorgerusen, ba sie einen Reservesatz Seinen alß Ballast mitführen. Glückliche Weiterfahrt! Inzwischen hatte man einige Ballastsäcke anßgeworfen. Nur wenige Minuten waren nach ber Punkt 2 Uhr 35 Minuten erfolgten Abfahrt ver- strichen, da steuerte der Ballon, genau Wie Andrve wünschte, über die flache Halbinsel Hollaendernaeß fort nat Norden. Zwar fafete ihn noch einmal am Nordranbe beß Smecren- burgfunbe« ein südwestlicher Luftstrom und drückte ihn scheinbar gegen bte Felsklippe von Vogelsang, aber mit bewaffneten Augen konnten wir erkennen, wie er in einigen Metern Höhe bartiber schwebte und nunmehr ganz frei Wieder grobe nach Norben ging. Punkt brel Uhr verschwand er am nützlichen Horizont. Ein Interview mit Professoe Ekholm. Schon nach Eintreffen ber telegraphischen Nachricht vom Aufstieg AntzröeS hatte ber Stockholmer Corresponbent berGöteborger Mor- goN'Posten" eine llnteirebung mit Prof. Ekholm, dem vor­jährigen Begleiter Andröeß. Der Journalist weckte ben Gelehrten mitten in ber Nacht, um seine Meinung über ben Erfolg ber großen Ballonfahrt zu hören. Ekholm war ber Ansicht, ber Winb habe eine solche Stärke gehabt, daß er Antziöe möglicher Weise schon bis an ben Nordpol geführt habe; es sei sehr wahrscheinlich, dafe ber kühne Lustfahrer bereits ben Norbpol erreicht habe.Unb was bann?* fragte der Interviewer. Prof. Ekholm mochte auf biefe Frage keine Antwort geben, ba eS an ben zu Grunbe lie­genden Beobachtungen fehle. Er sagte,daß Andree wahr­scheinlich in der Nähe beß Norbpols werde langsamer fahren müssen, um dort bte Winde von verschiedenen Richtungen abzuwarten. Fünf Wege find möglich, aber Niemand könne sagen, welcher bon ihnen der wahrscheinlichste sei." Nun fragte der Journalist:Wenn der Ballon am Norbpol nörd­lichen Wind bekommt, wie lange wirb bann bie Fahrt wohl bauern?"In bleiern Falle", so lautete Ekholmß Ant­wort,glaube Ich, baß Antzrör zwölf Tage gebrauchen wirb." Ader ber Ballon ging ja schnell bet ber Abfahrt, 35 Kilometer in ber Stunbe." Prof. Ekholm:Diese schnelle Fahrt wurde dadurch ermöglicht, daß der Ballon frei schwebte, baß heißt ohne Schlepptau fich bewegte. Aber so kann die Luftfahrt nicht lange fortgehen, denn bann ver­brauchen fie zu viel Ballast, unb ist nötig, bafe fie, so viel wie möglich, damit sparen; bie« wirb durch bie Avwenbung de« Schlepptaueß erreicht, welche zwar bie Fahrt verzögert, aber ben Ballon auf einem geeigneten Abstanb von ©oben unb Ei« hält. Allein daß Andröe bei der Abfahrt ben Ballon frei schweben

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