Donnerstag den 22. Juü
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Erstes Blatt
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Kenerat-Mnzeiger
und Anzeigeblatt für den Kreis Giefzen
chratisbeikage; Hießener Aamilienötätter
Amtlichem TKeil
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25.
xrsweg
Section der Leiche.
Forderung nicht einverstanden erklären, weil sie dieselbe für
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für bee folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr.
Die Gießener
.Aamitienvtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelrgt.
Der
Oteteuer Anzeiger erscheint täglich, Bitt Ausnahme de» Montags.
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Au-landeS nehme« t Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgey*.
Wolffs telegraphisches Correspondmz-Bureem
Hamburg, 20. Juli. Der Kaiser hat gestern nach der Besichtigung der „Auguste Victoria" folgender Telegramm an die Packetfahrt-Gesellschaft gerichtet: Soeben „Auguste Victoria" inspictrt und freue mich, aussprechen zu können, daß das Schiff in allen Theilen in mustergtlttger Verfaffung sich befand. Der Capitän hat wir einen vortrefflichen Eindruck gemacht.
München, 20. Juli. Aus dem amtlichen Saaten- standSdericht für Mitte Juli ist hervorzuhebeu: Während die günstigen ErnteauSstchten in der südlichen Hälfte Bayerns durch Trockenheit noch nicht beeinträchtigt find, hat die übergroße Hitze im nördlichen, insbesondere nordöstlichen Thetle Bayerns den Feldsrüchten bereits erheblich geschadet. Die Kartoffeln stehen überall sehr gut. Die Heuernte bat fast durchweg einen an Menge und Güte vorzüglichen Ertrag geliefert. ES stehen Weizen 1,85, Winterspelt 2,02, Winterroggen 1,86, Klee und Luzerne 1,76, wobei 1 sehr gut und 2 gut bedeutet.
Kattowitz, 20. Juli. Wie nunmehr festgestellt ist, wurden Lurch den Einsturz des Schornsteins auf der neuen Zinkhütte in Rodzin zwei jugendliche Arbeiter getödtet und zwei Arbeiter schwer verletzt, von denen sich einer in Lebensgefahr befindet,- vier Arbeiter wurden leicht verletzt.
Depeschen bei Bureau ,$erolt>.*
Berlin, 20. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht daö Ergebuitz der vom Herzog Karl Theodor in Bayern heute früh au Bord der „Hohenzollern" vorgenommenen Untersuchung deS verletzten Auges des Kaisers. Danach ist der Zustand ein durchaus befriedigender. DaS Sehvermögen ist in keiner Weise gestört- nur bestehen noch leichte Retzerscheinungen, infolge derer der Kaiser sich noch einige Zeit Schonung auferlegen muß. Der Kaiser wird «eine norwegische Reise fortsetzrn, während der Herzog demnächst von Gothenburg aus die Heimreise antrttt. — Wie der „Post" mitgetheilt wird, schützt der Kaiser sein erkranktes Auge nur noch durch eine blaue Brille.
Berlin, 20. Juli. Wie dem „Local-Anzeiger" auS Spitzbergen gemeldet wird, macht der Capitän Sverdrup, welcher an der Nordpol-Expedition unter Nansen als Führer des „Fcam" theiluahm, im nächsten Jahre mit demselben Schiff eine Polarfahrt. Derselbe wird diesmal das Unternehmen persönlich leiten. Er hat für die Lösung seiner Aufgabe die Dauer von zwei Jahren in Aussicht genommen.
Berlin, 20. Juli. Wie der „Localanz." aus Cassel meldet, wird außer der Kaiserin, den jüngeren Prinzen und der Prinzessin auch der Kaiser für Mitte August in MlhelmShöhe erwartet. Von dort wird fich der Kaiser zum Kaisermanöver nach Homburg begeben.
Berlin, 20. Juli. Die „Militärisch-Politische Corresp." schreibt: ES dürfte jetzt als feststehend betrachtet werden kennen, daß an den Reichstag bet der nächsten Session die Marineforderungen in nicht ganz unbeträchtlicher Höhe gelangen werden. — Demselben Blatt zufolge wird in gut- unterrichteten Kreisen die Nachricht, der bisherige Unter- fiaatSsecretär im Reichspostamt Dr. Fischer werde an Stelle des in Privatdienste übergetretcnen Dr. Bödiker zum Präsidenten deS ReichSverficherungSamts ernannt werden, für unglaubwürdig gehalten.
Berlin, 23. Juli. Die „Kreuzztg." bespricht in ihrer Dbendnummer die Eingabe deS Bundes der Laud- w i rth e und hält dieselbe für ein Zeichen der hochgestiegenen Landwirthschaftlichen Roth. Trotzdem kann sie sich mit der
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mit vertretenen
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Bekanntmachung.
Die KreiSftratzerrortsdurchfahrt in Alteu- Buseck kann von Donnerstag den 22 Juli L Js. au bis auf Weiteres wegen Vornahme von WafferleitnvgS- arbeiten nicht mehr befahren werden und treten an deren Stelle die Ortsstraßen: Grüner-Rasen, Neuebäue, Stein- gaffe und Flußgaffe, welche von Fuhrwerken jederzeit benutzt werden können.
Gießen, ben 21. Juli 1897.
GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen.
v. Gageru.
issen,
0 Liter Inhalt, und r aufmech'am.
CocaUs unfc j-rovirrzrelle».
Gießen, den 21. Juli 1897.
** Bon der Univerfilät. Seine Königliche Hoheit der GroßHerzog haben mvtelft Allerhöchster Entschließung vom 17. dsS. MtS. den ordentlichen Profeffor der Zoologie Dr. Spengel zum Rector der LaudeS-Univerfität für die Zett vom 1. October 1897 bis dahin 1898 zu ernennet- geruht.
*♦ Ferieucurfe für Medieiner. Au unserer LaudeS-Uni- versirät werden von Ende September bis 16. October d. I. Feriencurse für Aerzte und Studirende abgehaltrn. ES find dabei die Mehrzahl der Professoren, sowie eine Anzahl von Privatdocenten und die längere Zeit thätigen Asfistemen betheiligt. Die reichlich vorhandenen Unterrichts- etnrtchtungen der medicintschen Institute werden dabet nach Möglichkeit Verwendung finden.
•• SteiuS Garten. Auf das heute Mittwoch Abend stattfindende C v n c e r t der Capelle deS Kgl. Sächs. 6. Jnf.-RegtS. Nr. 105 „König Wilhelm II. von Württemberg", sei nochmals hierdurch aufmerksam gemacht.
*♦ Blutvergiftung. Ein gestern Mittag die Tour von Alsfeld nach Gießen unternehmender Radfahrer war unterwegs von einer Mücke gest o ch en worden. Derselbe achtete, da er keine sonderlichen Schmerzen verspürte, zuerst wenig darauf, doch als nach einigen Stunden Hand und Arm anfing anzuschwellen, wurde ein Arzt zu Rathe gezogen, der Blutvergiftung constatirte.
Zur Erleichterung der Infanterie Ausrüstung kommt bei der Infanterie und den Jägern die Hintere große Patronentasche in Wegfall- dagegen werden in den beiden unteren Ecken deS Tornisters auf jeder Seite 30 Patronen nnter- gebracht, die leicht und schnell herauszunehmen find- in jeder der beiden vorderen Patronentaschen befinden fich 40 Patronen, so daß der Mann 140 Patronen mit fich führt- der Tor- nisterbentel hängt nicht mehr lose im Tornister, sondern ist dort festgemacht. Infolge deS Fortfalles der Hinteren Patronentasche ist der Mann weniger am Feuern im Liegen gehindert.
** Wetterbericht. Bei allenthalben niedrigem Barometer- stand ist die Lufrdruckvertheilung sehr unregelmäßig. Die Witterung ist demnach bei wechselnder Bewölkung fortgesetzt zu Gewittern geneigt. Die Temperaturen find in Deutschland gestiegen. — Voraussichtliche Witterung: Bei wechselnder Bewölkung herrscht dauernd Gewitterdrohung.
AuS Oberheffeu, 19. Juli. In dem Dorfe S. bei A. wurde über einen abgeschlossenen Vtehhandel folgende Bescheinigung ausgestellt: „Daß Herr N. an Herrn N. eine Kuh weiblichen Geschlechts und einen Stier männlichen Geschlechts verkauft hat, wird hiermit bürgermeisteramtlich bescheinigt." Das ist doch gewiß recht klar und deutlich.
EttiugShaufeu, 19. Juli. „Wenn der Wurf auS der Hand ist, ist er dem Teufel." Die Wahrheit dieses Wortes bewährte fich hier in letzter Woche. Der Steinwurf des hiesigen Bewohners KnöS, der dem Sohne gegolten haben soll, traf einen neunjährigen Knaben aus der Nachbarschaft. Infolge einer Verletzung am Unterleib starb der Getroffene nach drei Tagen. K. wurde sofort in Haft genommen uud am Heutigen erfolgte durch den Kreisarzt in Gießen die
-n. Friedberg, 20. Juli. Nachdem nun die Rogge«- ernte in unserer Gegend saft ganz beendet ist, läßt fich ein endgtltigeS Urtheil über fie abgeben. Bezüglich der Strohertrages fiel fie vorzüglich auS. Der Köruererrrag wird iudeffen nicht so reich ansfallen, als man anfänglich
undurchführbar hält. Auch heute hält noch die „Kreuzztg." an der Nothwendtgkeit der Durchführung des Antrages Kanitz fest, um der Landwirthschaft aufzuhelfen- aber gegen das Getreide-Einfuhrverbot bilde namentlich der Handelsvertrag mit Rußland ein Hinderniß, gegen das keine Inter- pretationSkunft etwas auSrichte. Die verbündeten Regierungen müßten cs fich überlegen, ob sie nicht für ein vorübergehendes Einfuhrverbot die Zustimmung Rußlands erhalten können. Da wir unter normalen Verhältniffen in diesem Jahre keiner Zufuhr bedürfen und in Rußland selbst die Ernte nicht so reichlich sei, so wären derartige Verhandlungen vielleicht nicht ganz aussichtslos. Sollten die letzteren kein Ergebniß haben, fo resultire daraus die Nothwendtgkeit, daß Regierung und Reichstag ihre Stellung zum Antrag Kanitz revidiren.
Berlin, 20. Juli. Mit Rücksicht darauf, daß die Nachrichten aus Südwestafrika infolge der Ausbreitung der Rinderpest fortwährend schlechter lauten, ist die sofortige Einrichtung eines Wagenbetriebes mit Maulthieren eine un- abweisliche Pflicht für die Regierung geworden. Wie die „Post" hört, ist die Regierung sich der dem Lande drohenden Gefahr vollauf bewußt und es sind daher bereits Vorkehrungen getroffen, die Anlage eines wegen der natürlichen Beschaffenheit des Landes erforderlichen Schienenwege» sofort zu beginnen.
Berlin, 20. Juli. Der „Neuen Berl. Corresp." zufolge soll an maßgebender Stelle von Neuem die Erhöhung des Zolles auf amerikanische Fahrräder erwogen werden.
Cronberg, 20. Juli. Die Kaiserin Friedrich empfing heute Vormittag drei Mitglieder de» (Somit e5 für das Kaiser-Friedrich-Denkmal in Wiesbaden. Die Herren legten der Kaiserin die Pläne für die Gestaltung der Umgebung des Denkmals, sowie das Programm für die am 18. Ocrober in Wiesbaden stattfindenden Enthüllungöfeier- lichkeiten zur Begutachtung vor. Der Kaiser hat sein Erscheinen zur Enthüllungsfeier bestimmt zugesagt.
Köln, 20. Juli. Der „Köln. Ztg." wird aus Baden von geschätzter Seite geschrieben: Ein größerer, im Jntereffe nationaler Entwickelung bedauerlicherer Fehler als das Vorgehen der preußischen Regierung sei lange nicht gemacht worden. Für diese Art Regierung sei im Süden keinerlei Verständniß. Heute mache fich wieder der alte Gegensatz zwischen Nord und Süd geltend. In Preußen sei der Adel in der Verwaltung überwiegend, im Süden ein aus Bauern und dem Bürgerftand hervorgegangenes Beamtenthum. Preußen müffe in seinen inneren großen Fragen deutsche Politik treiben und Rechnung tragen dem ausgepflegten Un- abhängigkeits- und Freiheitsfinn deS Südens.
Brüffel, 20. Juli. Entgegen anderweitigen Nachrichten wird mitgetheilt, daß die Regierung das GesetzeSproject betreffend Reorganisation der Bürgerwehr trotz der heftigen Opposition, welcher derselben sowohl rechts wie links in der Kammer begegnet, nicht zurückzieheu wird. Der Finanzminister und der Kammerchef DeSmet werden die Vertrauensfrage stellen und auf diese Weise die Katholiken zur Annahme des Gesetzes zwingen.
Paris, 20. Juli. AuS To ul wird die Verhaftung eines jungen Mannes, Sohn eines dortigen Weinhändlers, gemeldet, welcher der Spionage für eine auswärtige Regierung ver- dächtig ist. Bei einer Haussuchung wurden compromittirende Schriften bei ihm gefunden. Die Polizei sucht noch Mitschuldige.
Brest, 20. Juli. Der Dampfer „Golindo" ist in der Nähe von Dünkirchen auf einen Felsen gerathen und untergegangen. Die Mannschaft konnte mit größter Mühe gerettet werden.
Barcelona, 20. Juli. Die Arbeiterunruhen dauern fort. Zwei Höllenmaschinen wurden in der Nähe der Gendarmiekaserne entdeckt. Elf Personen wurden verhaftet.
Loudon, 20. Juli. „Standard" meldet: Die Pforte habe auf die Vorschläge Griechenlands, die Gefangenen auszutauschen, nicht geantwortet.
Athen, 20. Juli. Ein dreistündiger Minifterrath war der Frage der Arrangements gewidmet für die Beurlaubung des stehenden Heeres. Die Jahrgänge 1895/96 der Ersatzreserve werden einberufen. Die Räumung TheffalienS erfolgt nach dieser Meldung nach Zahlung der ersten Rate der Kriegskosten. Der hier durchreisende französische Botschafter auS Konstantinopel, Cambon, äußerte, der Friedensschluß sei nur noch eine Frage von einigen Wochen.
Konstantinopel, 20. Juli. Heute soll die letzte Con° ferenz der Botschafter mit den türkischen Delegtrten stattfinden. Allseitig wird heute der definitive FrtedenSschluß erwartet.
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Konstantinopel, 20. Juli. Ehdem Pascha erhiett au» Salontckt eine Postschachtel nach DomokoS zugesandt, welche eine Höllenmaschine enthielt. Dem die Schachtel öffnenden Adjutanten wurde ein Arm weggeriffen.
Homburg v. d. H., 21. Juli. Der König von Italien nimmt vorauSfichtlich an den Hauptmanövern Theil und wird hier Wohnung nehmen. Weiter werden die Könige von Sachsen und Württemberg, der Großherzog von Baden, der Prinzregent von Bayern und Prinz Heinrich von Preußen zu den Manövern hier erwartet.
Wilhelmshaven, 21. Juli. DaS erste Geschwader mit 25 Schiffen und 5000 Mann Besatzung kommt Vormittag» hier an.
Loudon, 21. Juli. Die Telegraphisten weigerten fich über die Dienftstunden hinan» Exlraarbeiten unentgeltlich zu thun, während die Behörde sie hierzu für verpflichtet hält. Wird eine Einigung nicht erzielt, so bricht morgen in ganz England ein Strike aus.
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