müsse über die neue Panama-Gesellschaft, welche schlechter oll die erste sei, Enthüllungen machen. Darauf verzichtete die Commission ihn zu verhören.
Paris. 20. Juli. Goluchowsky hatte gestern eine Unterredung mit Hanotaux.
MouS, 20. Juli. Die Zahl der strikenden Arbeiter beläuft sich noch immer auf 15000. Große Pla- cate kündigen Geldunterstützungen für Belgien durch daS Ausland an.
CocoUs und provinzrelles.
Gießen, den 20. Juli 1897.
** OrdensBerleihuug. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben dem Hauptmann Freiherrn v. Dalwig, Compagniechef im Infanterie-Regiment Nr. 20, seither im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2.Großh. Hess.) Nr. 116, daS Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen geruht.
*• Kirchliche Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Grobherzog haben Allergnädigst geruht, dem Pfarrer Heinrich Hahn zu Schornsheim die evangelische Pfarrstelle zu Biebelnheim, Decanat Alzey, und dem Pfarrer Georg Schöuewolf zu Geinsheim die evangelische Pfarrstelle zu Beuern, Decanat Gießen, zu übertragen.
** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Berfammluug Donnerstag den 22. Juli 1897, Nachmittags 3l/z Uhr pünktlich: 1. Gesuch des Ernst Hellmann um Erlaubntß zur Aufstellung einer Bretterhütte in seinem Garten am Nahrungsberg. 2. Gesuch deS M. Aber- mann um Erlaubniß zur Errichtung eines Backsteinmacher- Häuschens in seiner Ziegelei im Neustädterfeld. 3. DeSgl. der Firma Fabian & Fick in Marburg für zwei Hallen auf Gelände der Bahn am Seltersberg. 4. Die Anschaffung von Lehr- und Lesebüchern für die städtischen Schulen auf Grund des Art. 26 des Schulgesetzes. 5. Ueberficht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben deS Realgymnasiums und der Realschule pro 1896/97. 6. Erbauung einer Kühlanlage im hiesigen Schlachthause. 7. Gesuch des Balthasar Melior um Erlaubniß zum Berkaus von Branntwein über die Straße im Hause Marburgerstraße 29. 8. DeSgl. des Wilhelm Bastian zum WtrthschastSbetrieb im Hause Brand- gaffe 8.
** Sonntags-Rückfahrkarten betreffend. Auf Antrag der Großh. Handelskammer hat dte Köntgl. Eisenbahn-Dtrection Frankfurt a. M. verfügt, daß dte Sonntags-Rückfahrkarten von Gießen nach Wetzlar ausnahmsweise und vorbehaltlich jederzeitigen Widerrufs zur Rückfahrt noch zum Zuge 216, Abfahrt von Wetzlar Nacht» 12 Uhr 10 Minuten, und diejenigen nach Braunfels noch zum Zuge 233, Abfahrt daselbst 11 Uhr 34 Min. Abends, benutzt werden dürfen.
• * Geistliche Mufikanfführung. Wie alljährlich, so wird auch in diesem Jahre der Eoang. Ktrchengesangverein zum Abschluß des Sommersemesters eine geistliche Musik- aufführuug veranstalten und zwar Samstag den 31. Juli in der JohanneSktrche. Dabei werden Chöre für gemischten Chor von Joh. Frank, Seb. Bach, Haydn, Mendelssohn und (Saget und Frauenchöre von Lux und Mendelssohn zum Vortrag kommen. Als Solistin wird neben geschätzten hiesigen Kräften eine noch jugendliche Concertsängertn aus Hanau, Fräulein Coquot, eine Schülerin des Raff'schen Conserva- toriums in Frankfurt a. M., Mitwirken. Der Eintritt zu der Aufführung wird, wie gewöhnlich, unentgeltlich fein, doch werden für die inacttven Mitglieder Plätze reservirt werden.
* • Selbstmord-Bersuch. Gestern gegen 6 Uhr Abends erschoß sich ein Student. Derselbe hatte Nachmittags seinem Bater telegraphirt, er sei gefährlich erkrankt und bäte um dessen schleunigen Besuch. Als der hierher geeilte Vater vor dem Hause in der Bismarckftraße, in welchem sein Sohn wohnte, mit der Droschke vorgefahren kam, gab der Sohn zwei Schüffe auf sich ab. Die Verletzungen sollen nicht tödtlich sein.
* * Einbrüche. In der Nacht vom SamStag zum Sonntag wurde das Wafferhäuschen am OSwaldSgarten erbrochen und daraus Zuckerwaaren, Cigarren rc., sowie zwei Kanarienvögel gestohlen- ebenso wurde an einer Baustelle in der Goethe- straße ein Arbeiterhäuschen gewaltsam geöffnet und Werkzeuge und Kleider daraus entwendet.
• * Diebstähle. Gestern Nachmittag entwendete ein fremder Arbeiter in einem Hause am Neuenweg eine Hose. Der Bestohlene setzte dem Dieb nach und erwischte ihn in dem Moment, als derselbe die Hose beim Trödler versilbern wollte. Der Dieb wurde verhaftet. — Einem hiesigen Geflügelzüchter wurden in vergangener Nacht aus seiner im Garten befindlichen Züchterei zwei werthvolle Tauben gestohlen. Bor einigen Tagen erst hatten Diebe demselben eine Anzahl Kanarienvögel geholt.
* * Zu Gunsten der Hagelbeschädigten in Württemberg erhielten wir heute 40 Mark, gespendet von einigen Mitgliedern deS San gerkranzeS, gelegentlich der so schön verlaufenen diesjährigen Sängerfahrt.
** Wetterbericht. Der Luftdruck hat noch weiter langsam abgenommen und haben sich heute nur mehr über Süddeutsch, land und im äußersten Nordwesten deS ErdtheilS schwache Reste hohen Drucks erhalten. Im übrigen Europa dagegen liegt der Luftdruck allenthalben unter dem Normalwerth. Die Druckunterschiede sind dabei gering, während die Ber- theilung der Barometerstände sehr unregelmäßig geworden find. Die Witterung war in Süddeutschland unter dem Einfluß deS secundären Maximalkernes an vielen Orten heiter und warm. — Voraussichtliche Witterung: Bet veränderlicher Bewölkung fortgesetzt Neigung zu Gewittern und einzelnen Strichregen.
• Londorf. 20. Juli. Nächsten Sonntag, den 25. Juli, Nachmittags, findet ein Missionsfest statt, zu welchem dte Herren Hofprediger Stöcker-Berlin und Misfionar Autenrieth aus Kamerun als Festprediger gewonnen find.
§§ Aus dem Ohmthal, 19. Juli. Die ersten Korn- Haufen stehen im Felde. Mit dem Heutigen hat hier die Kornernte ihren Anfang genommen. DaS Ergebniß muß als ein recht gutes bezeichnet werden: dichter Stand, kräftiger, hochgewachseuer Halm und volle Aehren. Einzelne schlecht bestellte Aecker bilden die Ausnahmen. Nach reichem Futtersegen nun auch neben guter Brotfrucht voller Strohertrag, daS läßt den Landwirth wieder einmal hoffnungsfreudiger feinem landwirthschaftlichen Hauptzweig, der Viehzucht, entgegenblicken. Wie die Kornernte, so entspricht auch der Weizen, der fich bereits zu bräunen beginnt, einen guten Ertrag zu liefern. DaS Erntewetter läßt fich sehr gut an und hält hoffentlich Bestand, damit die Qualität der Ernte- Production nicht Noth leidet.
-n- Gettenau, 19. Juli. Die Bahnverwaltung läßt gegenwärtig einen neuen Brunnen bohren, der bis zu 40 Meter Tiefe gebracht ist und auf ein Braunkohlenlager stieß. Man vermuthete schon längst, daß auch bei uns Braunkohlen vorhanden wären, doch der bestimmte Beweis dafür ist doch jetzt erst erbracht worden. — Mit dem Legen deS SchienengeleiseS ist man jetzt auch bei unserer Station fertig geworden, baß Stationsgebäude wird inwendig vollendet und in den betreffenden Räumlichkeiten tapeziert. Da man uns von WeckeSheim über Reichelsheim entgegenbaut, ist daS ganze Geleise noch vor Ende des Juli vollständig fahrbar.
Schotten, 19. Juli. XSine sehr zahlreich besuchte Lehrer- familten-Versammluug fand am SamStag, 17. Juli, hier im Lehrerheim statt. Der ziemlich geräumige Saal konnte die Erschienenen nicht fassen. Der Obmann des Be- ztrksvereins Schotten, Herr Lehrer Link-RüdingShain, begrüßte die Versammlung mit herzlichen Worten. Obmann BackeS-Darmstadt hielt hierauf eine längere Ansprache über die Frage: „Was thut uns noth?" Er schilderte die Zustände des hesfischeu Schul- und LehrerlebenS in den einzelnen Zeitabschnitten des nun bald zu Ende gehenden Jahrhunderts und wie in den verschiedenen Zetten stets die Frage: „WaS thut der Schule, dem Lehrerstande noth?" aus den Kreisen der Lehrer und warmen Schul- und Volksfreunde aufgestellt und beantwortet worden sei. Wenn auch zu keiner Zeit und bis zur Stunde noch die Lösung dieser Frage keineswegs vollständig geschehen sei, so wäre eine stetige Wetterentwickelung doch unverkennbar. Redner gedachte der Verhältniffe der Zett vor Errichtung der Dolksschulsemtnare zu Friedberg und Bensheim, der Zeit des SchulratheS Heffe, dec Bewegung, des Strebens und der Hoffnungen der Lehrer in den Jahren 1848 und 1849 und der schlimmen Verhält- uiffe in der darauffolgenden ReactionSperiode, — und dann der neueren Zeit, wie durch das SchullehrerpenfionSgesetz, das Gesetz deS Sterbequartals, vor Allem durch das Schul- und Besoldungsgesetz ein gewaltiger Schritt zur Lösung der Frage: „WaS thut unS noth?" zu verzeichnen sei. Mit warmen Worten schilderte Redner dann die Thätigkeit der eifrigen Förderer deS Schul- und Lehrerlebens Dr. A. Metz, Gretm und anderer edlen Männer. Ein Anspruch auf Mit- thätigkeit zur Lösung der aufgestellten Frage seitens der Lehrer selbst datire hauptsächlich erst von der Zeit, da diese fich zu einem Ganzen zusammengeschloffen hätten, und besonders seien die Bestrebungen des LehrerveretnS von Erfolg gekrönt gewesen, als zwischen Schulleitung und VereinS- leitung, die ja in ihren Principien fich näher gekommen seien, ein Zustand gegenseitigen Vertrauens eingetreten wäre. Auch jetzt habe die Frage noch ihre Berechtigung. Schon seit Jahrzehnten und besonders in letzter Zett wäre die Frage der „Lehrerausbildung" wiederholt auf der Tagesordnung der Lehrerveretne und Lehrerversammlungen erschienen. Auch unser Verein habe beschloffen, diese Frage einmal durch eine Commission ventiliren zu taffen, und habe diese Commission, bestehend aus Mitgliedern des Vorstandes, aus Seminar- und Präparandenlehrern, in ihrer ersten Sitzung einstimmig den Ausspruch gethan: „Die gegenwärtige Ausbildung der Volksschullehrer genügt weder hinfichtlich der allgemeinen, noch der beruflichen Ausbildung nicht den Forderungen der Jetztzeit." Auch die amtliche und gesellschaftliche Stellung lasse noch zu wünschen übrig, und, wenn auch durch daS neue Gehaltsgesetz von 1896 der Haupttheil obiger Frage in dieser Beziehung befriedigend gelöst sei, so hätten doch sicher noch die Wittwen- und Waisenpenfionen und Stellung und Gehalt der Schulverwalter Verbefferungen und Erhöhung zu erfahren. Am Abschluß der Thätigkeit sei also wohl der Lehrerverein noch nicht angekommen, darum Einmüthigkeit in Ziel und Streben unsere erste Pflicht. Schließlich gedachte der Redner noch der Aufgabe der Lehrerfamilie, als eines wesentlichen FactorS zur Verbreitung des Ordnungssinnes und Sittlichkeit bei unserer Bevölkerung. Er faßte seine Ausführungen in vier Sätze zusammen: „Noth thut unS: 1. Ein enger Zusammenschluß aller Glieder deS Standes, Einigkeit in Ziel und Streben- 2. Weiterbildung in allgemeiner und beruflicher Hinsicht- 3. Strenge, gewiffenhaste Berufstreue, untadelhaften Wandel eines jeden Gliedes- 4. Ein musterhaftes, achtunggebietendes Familienleben." Reicher Beifall wurde dem Referenten zu Theil. Der Vorsitzende, Herr Link, brachte hierauf dem treuen Lehrer und DereinSmitgliede Otto von Schotten, der nach 40jähriger Wirksamkeit in den Ruhestand getreten ist, den Dank und die herzlichsten Glückwünsche der Versammlung zum Ausdruck. Eine angeregte Sammlung sollte zur Anschaffung eines Barometers und Thermometers für das Lehrerheim dienen. Nachdem noch verschiedene kürzere Ansprachen die Thätigkeit des LandeSlehrervereinS geschildert und der officielle Theil der Berhandlungen geschloffen war, brachte Herr Theaterdirector O ppm ar au- Hanau, der mit seiner Familie im Lehrerheim zur Cur weilt, mehrere humoristische Gedichte meisterhaft zum Vortrag. ES herrschte eine sehr animirte Stimmung, gehoben durch den herrlichen Verlauf der ganzen Verhandlungen. Ein flotteS Tänzchen der jüngeren Welt folgte noq zum Schluffe. Spät erst trennten fich Freunde und Be. kannte, und von allen Seiten sprach man sich befriedigt über den Verlauf des Lehrerfamilienfestes aus. Drmst. Tgl. Anz.
§ Flenfnngen, 19. Juli. Der hiesige Kirchengesang^ verein hielt amz gestrigen Sonntag Nachmittag im Verein mit dem eingeladenen Kirchengesangverein Grünberg ein Wald fest ab auf dem Flensungerkopf, einem inmitten eines benachbarten Waldes schön gelegenen Platze. Wenn auch dies Fest nicht den Character eines größeren Festes mit Musik und Tanz trug, was man nicht beabsichtigt hatte, sondern mehr in kleinerem Rahmen einer gemüthltchen Zusammenkunft in herrlichem WaldeSdome seinen Verlauf nahm, so war doch letzterer nichtsdestoweniger ein recht schöner. Herr Pfarrer Franck von Merlau, der im Verein mit Herrn Lehrer Becker hier den hiesigen Kirchenchor leitet, begrüßte in herzlichen Worten Sängerinnen und Sänger und Gäste. Durch anderwärtige Ausflüge war nur ein kleiner Theil des Grünberger Kirchengesangvereins erschienen, aber gerade diese Minderheit zeigte, auf welch hoher Stufe der gesanglichen Leistungen dieser Chor unter der Leitung seines Dirigenten, Herrn Lehrer Mohr, steht. Rückhaltloses Lob verdienten auch die Vorträge des Flensunger Ktrchengesang» Vereins, die in Anbetracht des nur halbjährigen Bestehens deS Vereins von tüchtiger Schulung zeugten. Mit einem dankenden Hoch auf die Grünberger „Nachtigallen" und ihre Begleiter schloß Herr Pfarrer Franck baß Waldeßfeft.
Friedberg, 19. Juli. Die 25jährige Jubelfeier beß Veteranen- unb Mtlitärvereinß Friedberg, mit der auch eine Zusammenkunft der in der ehemaligen Garnison gedienten hessischen Gardejäger verbunden war, verlief am heutigen Sonntag in geradezu großartiger Weise. Die Stadt war in allen Theilen auf daß Prächtigste geschmückt und Überall wurden die auß allen Theilen unsereß Hessen- lanbeß zum Appell herbetetlenden Jäger aufß Herzlichste begrüßt. Punkt 11 Uhr fand der Appell in Steinhäuser» Biergarten (Gardejäger Hertel) statt und haben an demselben ca. 300 Jäger theilgenommen. Compagniewetse wurde angetreten und das Bataillon fermirt und jetzt erst fanden sich die alten Kameraden, die Freud unb Leib im Feldzuge unb in ben Gefechten von 1870/71 getheilt, toteber. Eß war ein Wiebersehen, baß zu beschreiben meine Feder zu schwach ist. Alß einziger alter Offizier beß Jägerbataillons wohnte Oberftlieutenant Cramolini dem Appell bei, was allgemeine Freube erregte. Namenß ber Stabt Friedberg begrüßte der Stadtverordnete Hieronymus die erschienenen Jäger und dankte denselben für ihre treue Anhänglichkeit- an ihre frühere Garnisonsstadt, worauf Kamerad Zimmer- Darmstadt in trefflicher Weise dankte und auf dte Stadt Friedberg ein Hoch außbrachte. Hierauf ergriff Oberst- lieutenant Cramolini daß Wort, um auf die Wehrtüchtig- feit unsereß Deutschen Reiches hinzuweisen, mit der Mahnung schließend, daß auch dte alten Gardejäger jederzeit fest und treu zu Kaiser und Reich stehen möchten. Sein Hoch galt dem Kaiser und Reich, daß freudigen Widerhall fand. Förster Hofmann widm te den früheren Offizieren be» Bataillons, befonberß ben Commanbeuren beßfelben, Dankes- Worte für bie treffliche Ausbilbung. Nach dem Appell fand eine Besichtigung ber Stabt statt. Nachmittags um 2 Uhr formirte fich ber Feftzug am Mainzer Thor und mögen wohl 2000 Krieger aus bem Bezirk Friedberg daran Theil genommen haben. Den Jägern war b<r Ehrenplatz im Festzug eingeräumt. Von 24 Festjungfrauen geleitet, map fchirten die alten Gardejäger im strammen Schritt durch die Kaiferstraße zum Festplatz, überall von den Einwohnern mit freudigen Hochrufen begrüßt. Der frühere Exercierplatz, He: altbekannte^Seewiefe, bildete den Festplatz und nach Ein- treffen des Festzugeß zeigte sich dieselbe als zu klein. Daß Gedränge der Menschen war oft beängstigend unb besonder» in ben Bierhallen war kaum burchzukornrnen. BezirkScom» manbeur Major v. Eynatten begrüßte auf dem Festplatz bie Veteranen unb inßbefonbere bie Jäger auf baß Herzlichste unb brachte daß Hoch auf Se. Majestät ben Kaiser auß, währenb später Reallehrer D ö Ising bie mit großem Beifall aufgenommene Feftrebe hielt. Gesangsvorträge ber Fried- berger Gesangvereine sowie Tanz unb Illumination mit Feuerwerk bilbelen ben Schluß beß vom herrlichsten Wetter begünstigten Festeß. N. H. Vlkßbl.
Darmstadt, 19. Juli. Auf bem Grießheimer Uebungßplatz trafen heute bie beiben Württernbergischen Feld-Artillerie-Regimenter Nr. 13 und 29 auß ihren Garnison- orten Ludwigsburg unb Ulm zu vierwöchigen Hebungen ein. Sie üben 1t. „Drmstr. Ztg." mit ben neuen Schnellfeuer^ Geschützen.
* Wiesbaden, 19. Juli. Der 18 Jahre alte Wilhelm Esaiaß stürzte gestern Nachmittag auf einer Radtour bei Wambach mit seinem Rade so unglücklich gegen eine Tele- grapdenftange, daß er auf ber Stelle verschieb.
* Kreuznach, 17. Juli. Ein Cigarrenftummel ist für ben Barbier Bollenbach von hier verhängnißvoll geworben. Er zündete auf ber Straße ben Stummel an, ein Windstoß trieb die Flamme beß Streichhölzchenß bem Barbier inß Gesicht unb im Nu standen ber kräftige Schnurrbart, ber lang herabwallende Bollbart und das Haupthaar in Flammen. Der Kopf beß Manneß, ber jetzt schwer verletzt bornteber liegt, ist völlig kahl gebrannt.
* ReichsgerichtSSnlscheidnng. Bet ber Sucht eines Theile» der Preffe, durch Marktfchreterei und Sensation Abonnenten- und Jnseratenfang zu treiben, ist eine grundsätzliche Entscheidung beß Reichßgerichtß, bie dieseß Gebühren al» Betrug hinstellt, von weitreichenber Bebeutung. Der biefer Entscheidung zu Grunde liegende Sachverhalt ist folgender: Der Verleger eineß neugegrünbeten Blatteß hatte am Kopf der ersten Nummer bie Auflage auf 10,000 Exemplare angegeben unb eine bementsprechenbe Aufnahme in bie Zeitungß- kataloge von Moffe und Haasenstein u. Vogler veranlaßt. Tatsächlich hat er von den folgenden Nummern nur 500 Exemplare drucken laffen. Hierdurch, sowie durch Prospecte, welchen die erste Nummer betgelegt war, verleitete er ver
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