Ausgabe 
21.1.1897 Erstes Blatt
 
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rath die ioteruakionale Arbeiterschutz-Frage auf sich beruhen lassen.

Wiesbaden, 19. Januar. Bet der heutigen Landtags­ersatzwahl erhielt Admiral Werner (conf.) 66, RechtS- anwalt Siebert (natl.) 44 und Landwirth und Stadt­verordneter Louis Hintermeher (frs. Bp.) 192 Stimmen. Letzterer ist somit gewählt. 46 Wahlmäauer fehlten.

Kola, 19. Januar. DieKöln. Ztg." beschäftigt sich «itder in Hamburg erfolgten Gründung einer Genossen­schaft der Ei seubahnarbeiter und meint, man habe es hier mit einer Gefahr für den Staat zu thun, die ernst­liche Beachtung verdiene.

Breslau, 19. Januar. Dem Vernehmen desBreöl. Gen.-Anz." nach ist in der Giftm o r daff aire, welcher die Modistin Rodewald zum Opfer fiel, gestern Nachmittag auch die Frau des muthmaßlichen Mörders, Fabrikbesitzers Rocksch, wegen Verdacht» der Mttwifferschast verhaftet worden. Der Srctionsbefund der Leiche der Rodewald soll daS gleiche Gist ergeben haben wie daS in der Tasche deS Rocksch vorgefundene. Ein Selbstmord der Rodewald scheint vollständig ausgeschlossen.

München, 19. Januar. DieMünchener Neuesten Nach­richten" schreiben: Nach unseren Informationen hat die Mittheiluug gemeinsamer Manöver der beiden bayerischen ArmeecorpS mit preußischen Truppen thatsächliche Grundlage. Die Manöver wird der Kaiser in seiner Eigenschaft als Bundesfeldherr leiten. Die Angelegenheit befindet sich jedoch zur Zett noch im vorbereitenden Stadium der zu treffenden Vereinbarungen, so daß bestimmte Angaben über Einzelheiten, insbesondere über die Gegend, wo die Manöver abgehalten werden sollen, zur Zeit noch nicht ge­macht werden können.

Wien, 19. Januar. Nach einer Pariser Zuschrift der Pol. Corresp." wurde dort der Gedanke angeregt, einen ähnlichen SchiedSgerichtSvertrag mit den Vereinigten Staaten abzuschließen, wie ihn England neuerdings mit den­selben abgeschlossen habe. Die Aussichten hierfür sollen nicht ungünstig sein.

Pari», 19. Januar. Die russische Botschaft dementirt die über daS Befinden des Zaren verbreiteten pessi­mistischen Nachrichten. Der von Petersburg etngetroffene Flügeladjutant, General Fredericks, versichert, daß der Zar sich einer ausgezeichneten Gesundheit erfreut und die gegen- rhetligeu Nachrichten lediglich zu Börseumanöver-Zwecken verbreitet worden find.

Paris, 19.Januar. Im Befinden der Frau Carnot ist eine Besserung eingetreteu.

Paris, 19. Januar. DerGaulots" verzeichnet das Gerücht, daß die Expedition des Prinzen Heinrich von Orleans fich nicht nur nach Abeffynten begeben, sondern bis in das Herz Afrikas Vordringen werde.

Madrid, 19. Januar. Einer Meldung aus Havannah zufolge überfielen die Insurgenten einen Personenzug und raubten ihn aus. Die Insurgenten haben auch ein spanisches Kanonenboot in die Luft gesprengt.

Bonbon, 19. Januar. Der Lordmahor erhielt einen Brief, worin er mit dem Tode bedroht wird, weil er in der letzten GemeinderathSfitzung einen Redner nicht zu Worte kommen ließ. Die Untersuchung ist eingeleitet.

Bonbon, 19. Januar.Daily News" machen den Solo- nialmi ntster auf die Thätigkeir der französischen Gesell­schaften auf den Hebriden aufmerksam, welche bereits 50 Plantagen angelegt hätten, während die Engländer nur zwei besäßen.

London, 19. Januar. Londoner Blättern wird aus Petersburg gemeldet, daß ein Lieutenant von den Garde- Husaren in der nächsten Zeit nach Abessynien reist, um dort, wie es heißt, die Lage von Kaffa zu studieren.

Bonbon, 19. Januar. Wie aus New-Port gemeldet wird, ist daselbst eine Schiffsbarke mit 15 Personen gestrandet. Sieben Insassen find ertrunken.

Newyork, 19. Januar. Mac Kinley hat die Abficht geäußert, zum Schatzsecretär Coullon zu ernennen.

Warschau, 19. Januar. Der neu ernannte General- Gouverneur Fürst Jmeretynski trifft nach amtlichen Nachrichten au- Petersburg Anfangs Februar in Warschau ein. Zu seinem Empfang werden bereits große Vorbereit­ungen getroffen.

Berlin, 20. Januar. Einige Morgenblätter knüpfen Er­örterungen an die gestrige Erklärung des Fürsten Hohenlohe im preußischen Abgeordnetenhause. DieNordd. Allg. Ztg." constatirt refertrend, der Ministerpräsident sei den Ausführungen des Grafen Limburg in klarer, sich durch­aus nur an daS Thatsächliche haltenden Weise, welche den Darlegungen des Fürsten eigen zu sein pflegen, entgegen getreten. DieKreuz-Ztg." ist von der Erklärung nicht befriedigt. ES bleibe beklagenSwerth, daß die Verleumdungen und Quertreibereien zwischen den einzelnen RessortS lange Zeit hindurch fortgesetzt werden konnten, und zwar unter Theilnahme eine» Staatsbeamten, ohne daß auf dem Ver­waltungswege dagegen eingeschrttten wurde. ES werde schwer sein, die Behauptung zu widerlegen, daß die vom Minister­präsidenten betheuerte Einheit nach Außen hin nicht immer deutlich genug in die Erscheinung getreten ist. DieDeutsche Tage» Ztg." unterzieht die Rede Hohenlohes einer scharfen Kritik und schließt mit den Worten:Wir haben die Em­pfindung, daß die Ueberzeugung des Ministerpräsidenten be­treffs der Uebereinstimmung im Ministerium vielleicht doch nur auf einer Vergleichung der Grundanschauungen beruht." DieVoss. Ztg". hält für besonders bedeutend in der Er­klärung die Abweisung deS von conservativer Seite erhobenen Vorwurf», daß daS Vorgehen der Regierung nicht den preußischen Traditionen entsprochen habe.

Hamburg, 20. Januar. DaS von Ostindien etngetroffene ViermastschiffPirrie", unter dessen Besatzung mehrere Erkrankte find und dessen Steuermann heute Nacht gestorben ist, wurde unter Quarantäne gelegt, bis der Character

der Erkrankungen erkannt worden ist. ES verlautet, die Untersuchung habe keine ansteckende Krankheit ergeben.

Ro», 20. Januar. Dec Ministerrath beschloß die Auf­lösung der Sammer. Ein diesbezügliches Decret, wo­durch die Session geschlossen wird, soll morgen im AmtS- blatte erscheinen. Die Auflösung soll uocy in diesem Monat, die Neuwahlen Ende Februar oder Anfang März erfolgen.

Turin, 20. Januar. Oberstlieutenant Adami erschoß seine Gattin im GertchtSgebäude, wo die Ehescheidung stattfindeu sollte.

Belgrad, 20. Januar. Zwischen den bulgarischen und serbischen Wafferweih-Procefsionen fand in UeSkueb eine blutige Prügelei statt, wobei 14 Personen schwer ver­letzt wurden.

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Gießen, den 20. Januar 1897.

AnS de« GerichtSdienst. Durch Entschließung Groß­herzoglichen Ministeriums des Innern wurden die Gerichts- aecesfiften: Heinrich G e n n e S in Gießen, Dr. HanS Siegfried Schneider aus Neckar-Steinach, Dr. Eugen Kranzbühler in Worms und Dr. Hermann Stammler in Darmstadt zu RegterungSassefforen, die GertchtSaccesstften: Georg Balzer von Gießen, Philipp Buxbaum von Trebur, Hermann Engel von Friedberg, Friedrich Engisch von Darmstadt, Gustav Hörtsch von Mainz, Wilhelm Kilian von Reinheim, Jakob Ernst Mann von MonSheim, Karl Neuschäffer von Darmstadt, Josef Rau von Mainz, Hermann Reuß von Seligenstadt, Ludwig Röm Held von Darmstadt, Dr. Otto Stallmann von Wald-UclverSheim und Dr. phil. Theodor Stein von Darmstadt zu Gerichts- aflessoren ernannt.

Perfonaluachrichteu. DieN. H. Volksbl." berichten aus Mainz: Geheimrath Ltchthammer von der Matn- Neckar-Bahn wird in nächster Zett in den Ruhestand und an seine Stelle als Vorsitzender der Main Neckar-Bahn-Direction Herr Alt Vater, Direktor der Oberhesstschen Eisenbahnen, treten. Finanzrath Burger erhält ein Deceruat in der Frankfurter Directton. Nächsten Mittwoch soll eine feier­liche Abschiedssitzung des VerwaltungSrathes und der Specialdirection der Hessischen Ludwigsbaha stattfinden, darauf photographische Aufnahme der Mitglieder und Tafel, gemein­schaftlich mit den im Februar in Function tretenden ho- mines novi, in dem neuen Heim des Gutenberg Kasino. An demselben Tage wollen die momentan noch leitenden Körper­schaften einen feierlichen Erlaß an die Beamtenschaft ergehen laffen.

* Vorträge über Obstbau und Rosencultnr. Nächsten Freitag den 22. l. MtS., Abends 8 Uhr, findet in der Bavaria", Gastwirth Fei del, ein Vortrag de» Herrn Reichelt, Lehrer für Obstbau und Naturwiffenschaften an der Großh. Obstbauschule in Friedberg über Schnitt der Zwergobst bäume und ein Vortrag des Obstbautechnikers Metz über Rosencultur statt. Wir machen hierbei noch besonders darauf aufmerksam, daß nicht nur die Mitglieder des Obstbauvereins Zutritt haben, sondern auch insbesondere Freunde der Sache sehr willkommen find.

* Eissport. Die Eisbahn des Eisvereins ist wieder eröffnet worden.

* * Befitzwechfel. Heute wurde das Grundstück Bleich­straße 5 (Wirtschaft), Herrn L. Kinkel gehörig, von dem Metzger Heinrich Nikolai käuflich erworben. Letzterer wird neben der Wirthschaft auch eine Ochsen- und Schweine­metzgerei betreiben. Die Uebernahme erfolgt am 1. März.

* * Thierquälerei. Gestern Nachmittag gegen 4 Uhr fuhr ein mit zwei Damen besetzter Wagen von der West- Anlage nach der Rodheimerftraße in raschem Trab. Hinten am Wagen war ein junger Hund angebunden, welcher von der Lahnbrücke ab förmlich mitgeschleift wurde. Nach lauten Zurufen der Paffanten blieb endlich der Wagen an der Ecke der Krofdorferstraße stehen. DaS beinahe zu Tode geschleifte Thier wurde in den Wagen gehoben, welcher in der Richtung nach Rodheim weiterfuhr. Man sollte doch das Aukordeln der Hunde an Wagen Unterlasten, zumal wenn in raschem Tempo gefahren wird.

* Der Segen der D-Züge. Die Einnahmen der preußischen Etsenbahnverwaltung aus dem Verkauf der Platz­karten zu den D.Zügen betrugen im Jahre 1895/96 2217582 Ml. oder 386 469 Mk. mehr als im Jahre 1894/95. Die zur Verausgabung gelaugte Zahl von Platz­karten ist von 1 178 028 Stück auf 1663412 Stück, somit um 485384 Stück gestiegen.

* * Invalidität^- und Altersverfichrrungsanstalt Groß- herzogthnm Hessen. Der § 12 des JnvalidträtS- und Alters- verficherungSgesetzeS gestattet, daß die Versicherungsanstalten unter gewissen Voraussetzungen daS Heilverfahren für erkrankte Versicherte übernehmen, um ein Eingreifen da zu ermöglichen, wo eine Krankenunterstützung entweder überhaupt nicht eiutritt oder die Hilfe der Krankenkassen im Allgemeinen nicht auSreicht. ES wird dadurch ermöglicht, auch mit größerem Kostenaufwand verbundene Kuren bei minder­bemittelten Personen anzuwenden. Der Gedanke und Zweck der Bestimmung ist somit ein hervorragend socialer und bildet die Grundlage für segensreiches Wirken. Der Vortheil liegt in erster Linie auf Seiten des erkrankten Versickerten, in­sofern ihm mit einer durchgreifenden Kur, die ihm die Er­werbsfähigkeit wiedergibt, mehr geholfen ist, als eventuell mit einer vielleicht geringen Invalidenrente.

* Die vureau-Augestellten in Hessen. Wegen mehr­facher Beschwerden der Bureau-Angestellten bei Rechts­anwälten, Notaren, Genossenschaften rc. über den Mangel einer gesetzlichen Regelung ihrer wirthschaftlichen Lage hat der Reichskanzler umfassende Erhebungen eingeleitet. DaS Großh. Ministerium der Justiz hat fich deshalb ver­anlaßt gesehen, einen Fragebogen zu entwerfen, in welchem, außer den persönlichen und den Dienstverhältnissen auch der jährliche Lohn der Schretbgehilfen eiuzutragen ist. Den

Rechtsanwälten ging jetzt diese Statistik zu und bittet der Vorstand der Aawaltskawmer tu Darmstadt um baldige Ausfüllung und Rücksendung des Fragebogens. Hoffentlich wird bei dieser Gelegenheit auch daS Ministerium der Justiz die eigenen Schretbgehilfen auf den Land- und Amtsgerichts- schreibereieu bei der Aufstellung dieser Lohntabelle nicht ver­gessen, denn hier wird eS Verhältnisse finden, die geradezu unglaublich erscheinen. Ja den meisten Fällen erreicht der Lohn noch nicht einmal die gesetzlich anerkannte durchschnitt, ltche TageShöhe; diese Leute beziehen meist ein monat- liches Gehalt von 30 bis zum Höchftbetrag von 65 Mk.!!! Natürlich soll damit nicht gesagt sein, daß die Verhältnisse in Hessen besonders schlimme seien. Die Schreibarbeit wird leider nirgends besser bezahlt.

* * 3« Amerika verstorbene Hessen. In New-Aork Philipp Sturm aus Mainz, 33 I. alt. In Newark, N. I., Jacob Müller aus Bingen, 45 I. alt. In Brooklyn, N Y., Elisabeth Wiegand, 28 I. alt. I- Royalron, Jacob Sander aus Dexheim, 75 I. alt. In Hamilton, O, Heinrich Heddrtck aus Hessen- Darmstadt, 76 I. alt. In Allegheny, Pa., Gertrud Ehrhardt aus Brensbach, 49 I. alt. In Portland, Jnd., Friedrich Ries aus Steinau, 76 I. alt. In New-Aork, Louis Unger aus Rheinhessen. In Springfield, O., Wilhelm Wolf aus Olfen, 62 I. alt. In Albany, N. A., Conrad Hamman au» Semd, 73 I. alt. In HolliuS Grove, Jll., Peter Keil aus Erzbach, 77 I. alt. In Ozark, O., Jacob Bott aus Rheinhessen, 88 I. alt. In North Sprtugfie.c, O., Anna Maria Wagner aus Hessen-Darmstadt, 75 I. alt. In Sank City, Wts., Georg Würth aus Rhein­hessen, 60 I. alt. In Towu Sheboygan Fall«, Wis., Christ. F. Sckmidt aus Oberhessen, 75 I. alt. In Brooklyn, N. A., Anna Maria Eichhorn au» Sprendlingen, 64 I. alt. In New-York, Elisabeth Reis aus Bickenbach, 88 I. alt. In Waterloo, Jll., Christian Hergenröther aufl Oberhessen, 78 I. alt.

* * Der 15. Kongreß für innere Medicin findet vom 9. bis 12. Juni 1897 zu Berlin statt. Die Abhaltung des CongreffeS geschieht nur in diesem Jahre auSnahmS- weise zu Pfingsten. Die Sitzungen finden im Architrctcn- hause (Wilhelmstraße 92/93) statt, woselbst fich auch da» Bureau befindet. DaS Präsidium übernimmt Herr v. Leyden (Berlin). Folgende Themata sollen zur Verhandlung kommen: Am ersten SitzungStage, Mittwoch den 9. Juni: Die Be­handlung des chronischen Gelenkrheumatismus. Referenten: Herr Bäumler (Freiburg) und Herr Ott (Marieubad). Am zweiten SitzungStage, Donnerstag den 10. Juni: Epilepsie. Referent Herr Unverricht (Magdeburg). Am dritten Sitzungstage, Freitag den 11. Juni: Morbus BasedowiL Referent Herr Eulenburg (Berlin). Folgende Vorträge sind bereits angemeldet: Herr A. Fränkel (Berlin) und Herr C. Benda (Berlin): Klinische und anatomische Mit­theilungen über akute Leukämie. Herr v. Jaksck (Prag): Klinische Beiträge zur Kenntniß deS Kohlehydratstoffwcchsels. Herr O. Liebreich (Berlin): Die Ziele der modernen medicamentösen Therapie. Herr E. v. Leyden (Berlin): Ueber die Prognose der Rückenwarkskravkhetten. Herr Marlin Mendelsohn (Berlin): Die klinische Bedeutung der Diurese und die Hilfsmittel ihrer therapeutischen Beein- flassung. Herr A. BaginSky (Berlin): Zur Pathologie und Pathogenese der kindlichen Sommerdiarrhöen - mit Demon­stration. Herr Emil Pfeiser (Wiesbaden): Zur Aetiologie deS chronischen Gelenkrheumatismus. Herr Rumpf (Ham­burg): Neue Gesichtspunkte in der Behandlung chronischer Herzerkrankungen. Herr Fürbringer (Berlin): Zur Klinik der Lumbalpunction. Herr JacqueS Mayer (Karls­bad): Diabetes mellitus im jugendlichen Alter. Weitere Anmeldungen von Vorträgen nimmt der ständige Secretär des CongresseS, Herr Emil Pfeiffer, Wiesbaden, Friedrichstr. 4, entgegen. Für Krankenvorstellungen und Demonstrationen ist eine ganze Nachmittagssitzung Vorbehalten- dieselben be­dürfen vorheriger Anmeldung. Mit dem Congresse ist eine Ausstellung von neueren ärztlichen Apparaten, Instrumenten, Präparaten rc. verbunden. Auskunft über diese Ausstellung ertheilt der Vorsitzende deS AusftellungScomiteS, Herr Generalarzt Schaper in Berlin, König!. Charite, oder der Schriftführer des Berliner Localcomitss, Herr Priv.-Doc. Martin Mendelsohn, Berlin NW., Neustädtische Ktrchftr. 9, an welche auch die Anmeldungen der Demonstrationen re. zu richten sind. Die Ausstellung wird gleichfalls im Aichitecten- hause (Wilhelmftr. 92/93) stattfinden. DaS Festessen des CongresseS wird im Zoologischen Garten abgrhalten werden.

* * Ueber die Zulässigkeit von Berfchlnßmarken auf der Rückseite von Briefen hat die Ober-Postdirection von Lieg- nttz eine weite Kreise interessirende Auskunft ertheilt. Einigen Kaufleuten waren Briefe, auf welchen Verschluß- marken mit einer Städteanficht aufgeklebt waren, von Seiten ihres Postamts wieder zurückgesandt worden. Auf eine Be­schwerde entschied die genannte Ober-Postdirection, daß nach § 3 der Postordnung aus der Außenseite einer Postsendung außer den auf die Beförderung bezüglichen Angaben nock Namen, Stand, Firma und Wohnung de« Absenders an­gegeben sein dürfen. Ferner können bei Briefen noch An­gaben und Abbildungen, welche sich auf den Stand, die Firma oder das Geschäft des Absenders beziehen, unter der Bedingung hinzugefügt werden, daß die sämmtltchen, nicht die Beförderung betreffenden Vermerke u. s. w. in ihrer Ausdehnung etwa den sechsten Theil deS Briefumschlag» nicht überschreiten und am oberen Rande deS Briefumschlag» auf der Vorderseite oder Rückseite sich hinziehen. Hiernach sind Briefsendungen, welche Abbildungen nach Art der auf den vorgelegten Briefumschlägen befindlichen und nicht auf den Stand deS Absenders fich beziehenden Siegelmarken tragen, zur Beförderung nicht zulässig. Allenfalls kann nachgegeben werden, daß die auf den Siegelmarken befind­lichen Bildchen ohne die Reclamezusätze als Ersatz für eine» Siegel- und Stempelabdruck verwendet werden- doch dürsrn