krisch tüchtige Ensemble an hiesige» Platze war durch, schlagender Erfolg und enthusiastischer Applaus an beiden Abenden. Als Zeit ausfüllend wurden zwei Einacter ge- gebe«, zuerst daß Scherzspiel von D. Schrutz, „Die Linden« wirt hin", dem das Genrebild „Kurmärker und Picar de" folgte. Ersteres ist eine originelle, dramatisch auSgearbeitete Variante über Rudolf BaumbachS herrliches allbekanntes Lied „Keinen Tropfen i« Becher mehr." Wenn auch die Verse jeglichen Schwung und poetisch tiefere Auf- faffung vermtffen lasten, so läßt da» Ganze doch nicht ohne sympathischen Eindruck,- der etwas sentimental gehaltene Schluß ist von feiner Wirkung. Frl. Marlo ff al» Linden» wirthin und Herr Janson als „fahrender Geselle" ernteten für ihr gefälliges Spiel wohlverdienten Beifall, desgleichen Herr Dir. Helm als Landwehrmann Schulze und Frl. von Winter stein als Picarde im zweiten Einakter. Noch wirkungsvoller wären beide Stücke gewesen, wenn das Zu« sammensptel nicht so schleppend, sondern flotter gewesen wäre. Doch verwundern wir unS darüber nicht,- ist doch Zuhören und Gehen beinahe jeden Abend schon anstrengend, wie viel mehr die geistige und mimische Arbeit der activirenden Personen.
• • DetaillistenBerein. Am Mittwoch Abend fand im Hotel Etnhorn der erste Vortrag besagten Verein» durch Herrn LandgerichtSrath Müller statt. Nach Begrüßung der Erschienenen, unter denen sich auch der Vorsitzende der Handelskammer, Herr Eommerzieurath Koch und mehrere Mitglieder der Kammer, sowie eine Anzahl jüngere Juristen befanden, durch den Vorsitzenden, bemerkte derselbe, daß neben den Bestrebungen, den Kleinhandel zu schützen, der Detaillisten-Vereiu sich die Aufgabe gestellt hätte, Borträge zu veranstalten, die für den Handelsstand von allgemeinem Interesse seien und den Zweck hätten, den Laien mit den neuen Handelsgesetzen vertraut zu machen. I« vorigen Jahre sei schon der erste Versuch gemacht worden und sei geglückt. Durch die Bereitwilligkeit des Herrn Landgericht«, rath Müller wäre der Vorstand heute schon in der Lage, den ersten Vortrag sür diesen Winter zu veranstalten uno hoffe er, daß demselben bet dem erforderlichen Jntereffe Seitens des Handelsstandes weitere folgen werden. So« dann ertheilte er Herrn Landgerichtsrath Müller das Wort. Der Vortragende bemühte sich, die vielfachen Abweichungen des neuen Handelsgesetzbuch» vom seitherigen, jetzt noch geltenden Handelsrecht, darzuftellen, und selbstverständlich kann die» nicht im engen Rahmen eines einmaligen DortragS geschehen, vielmehr wurden nur die bezüglichen Abschnitte deS Ersten Buchs, Personenrecht, und einige allgemeine Verkehrs. rechtSgrundsätze besprochen. Dabet war die Darstellung deS geltenden Rechts vergleichsweise unerläßlich, um bie Verschiedenheiten deutlich zur Geltung zu bringen. — Der Vortrag gab zunächst eine rechtsgeschichtliche Einleitung, und verbreitete sich dann über baß Verhältuiß de» Handels. gesetzbuchS zum Bürgerlichen Gesetzbuch, über daS Handels- gewohnheitsrecht, die Veränderungen in Begriff und Umfang der Kaufmannsqualität, Handelsregister, Ftrmeurecht, Handelsbücher, Procura, Handlungsbevollmächtigte, HandlungSgehülfen, Lehrlingswesen, Eoncurrenzclausel, da» neue KündtgungSrecht mit Handelsagenten. Das vorstehende Verzetchntß läßt er» kennen, daß ganz verschiedene Dinge zur Erörterung standen, so daß ein durchgehender innerer Zusammenhang nicht gegeben war. In Betracht dieser Umstände ist eS dem Vortragenden, der anscheinend daS Material in zulänglicher Weise beherrscht, im Allgemeinen gelungen, die theilweise spröden Gegenstände der Besprechung, die in der gesetzlichen knappen Fassung dem Jutereffe und Verständuiß der Nichtjuriften vielfach wenig zugänglich erscheinen würden, in einer allgemein faßlichen und verständlichen, theilweise geradezu Jntereffe bietenden Weise zur Darstellung zu bringen, und wurde eS ihm mög« lich, die Aufmerksamkeit der Hörer zwei volle Stunden zu feffeln. Nach Beendigung deS Vortrages dankte Herr Balser Namens der Anwesenden Herrn LandgerichtSrath Müller für seine Ausführungen, welche in so klarer und faßlicher Vortragsweise viel Mühe und Arbeit in der Zusammen» stellung deS Materials verriethen und knüpfte den Wunsch daran, bald zu dem zweiten Theil seines Bortrage» einladen zu können. Nachdem Herr Commerzienrath Koch und Fabrikant Georgi noch eine kleine Ditcussion veranlaßten, schloß der Vortragsabend. Ob eine Fortsetzung dieses Vor« tragSgegenstande», insbesondere über allgemeine Verkehrs» rechtSgrundsätze, Handelsgesellschaften, Actienrecht, Handelskauf, Spedition, Frachtgeschäft, Eisenbahntransportgeschäft statt» finden wird, bleibt demnächsttger Bekanntmachung Vorbehalten.
* * Am preußischen Bußtage war, wie alljährlich, unsere Stadt besonder» von Wetzlar au» zahlreich besucht. So sollen am Mittwoch in Wetzlar gegen 500 Fahrkarten nach Gießen gelöst worden sein. Außerdem hatte das schöne Wetter viele Fußgänger und Radfahrer veranlaßt, Gießen und seiner Umgebung einen Besuch abzustatten.
• • Liederkranz Jubiläum. Sonntag den 28. November. Die Vorbereitungen zu dem 60. Stiftungsfest des Liederkranzes nahen sich ihrer Vollendung. Die Proben des MassenchoreS, zu denen Bürqergesellschaft, Harmonie, Heiterkeit, Kronbauer»Ouartett, Liederkranz und Sänger» kranz ihre Mannen stellt, find im vollen Gange und loffen auf eine mächtige Wirkung am Coucerttage schließen. Ebenfalls find Unterhandlungen mit einer jungen, beliebten Sängeiin so gur wie perfect, sodaß jrdenfalls in den allernächsten Tagen da» Programm veröffentlicht werden kann. Der Liederkranz hat auf Anregung die Einrichtung getroffen, daß auch dem Verein ferner Stehende, die nicht geladen werden können, gegen ein mäßige» EntrSe dem Eoncrrte beiwohnen können.
• * Die Zahl der tu Frankfurt wohnenden Hessen wurde nach dem soeben ausgeqebenen städtischen DerwaltungSbericht für das Jahr 1895/96 am 2. December 1895 mit 30 232 Personen ermittelt.
’• Die VolkSschullehrer unsere» Laude» erstreben gegenwärtig bei den gesetzgebenden Faktoren eine Erhöhung der Wittwenpenfion von 450 auf 600 Mk.,- ferner den Erlaß
| der Beiträge zur Wittwen- und Waiseukaffe — 104 Mk. Eintrittsgeld und 42 Mk. Jahresbeitrag — und endlich die Verleihung der destnttiven Rechte an solche Schulverwalter und Schulverwalterinnen, welche nach fünf Jahren gewiffeu- Hafter Dlenstführung noch nicht zur definitiven Anstellung ge- langen konnten.
• • Wetterbericht. Die Depression, welche gestern nördlich von Schottland lag, ist weiter nordostwärts bis zur norwegischen Küste gezogen und hat sich zugleich vertieft. An der Nord« und Ostseeküste find derselben zahlreiche Theilmintma vorgelagert, wodurch die Witterung bi» in die continentaleren Lagen hinein beeinflußt wird. Ueber Süd» und Südost. Europa besteht der hohe fort. In Süddeutschland ist die Bewölkung vielfach wechselnd- im Alpengebiet war der Himmel am Morgen meist heiter und find dortselbst auch die Temperaturen weiter gestiegen. — voraussichtliche Witterung: Bei veränderlicher Bewölkung im Allgemeinen noch kühles Wetter.
n. Nutterihausen, 18. November. E» dürste selten vor- kommen, daß eine Gemeinde in ihrem Bauterrain so eingeengt ist, wie die unsrige. Man beabsichtigt deshalb einen Thurm, den die Gemeinde zum Trocknen der Spritzenschläuche nöthig hat, in dem HauSgarten deS hiesigen Schulhauses zu erbauen. Wollen wir hoffen, daß unS in unserer bedrängten Lage von Großh. Schulbehörde wegen deS Bauplatzes keine Schwierigkeiten gemacht werden. ES dürfte unser Vorgehen umsomehr zu rechtfertigen sein, da gedachter Garten ja einen Flächeninhalt von 200 bis 300 Quadratmeter hat.
T. Altenstadt, 18. November. Ein in hiesiger Gegend viel besprochener RechtSfall kam in der letzten Schöffen» gerichtSfitzung deS Großh. Amtsgerich'S dahier zur Ber» Handlung. Der zu Grunde liegende Thatbestaud ist kurz folgender: Einem bet der Wittwe Koch zu Langenbergheim bediensteten Knechte von AltwiedermuS im Alter von etwa 50 Jahren wurde im verflossenen Sommer angeblich wegen seine» ungebührlichen Betragen» eines Tages eine wahrschein- Uch nicht sehr gelinde Tracht Prügel von seinem jungen Herrn, dem Sohne der Wittwe Koch, und einem Mitknechte verabfolgt. Sofort verließ der Betreffende seine Herrschaft und erstattete der Bürgermeisterei Anzeige über den Vorfall. Am nächsten Morgen wurde der Knecht durch im Felde arbeitende Leute unter einem Fruchthaufen aufgefunden, wo er die Nacht verbracht hatte. Da er infolge der empfangenen Schläge den einen Arm nicht recht gebrauchen konnte, waren ihm die Leute beim Anziehen seines Rockes, der ihm in dem luftigen Nachtquartier als Decke gedient hatte, noch behilflich, worauf er fich in der Richtung nach dem Walde entfernte. Eine Woche darnach fand man den Verschwundenen im Walde an einem Baume hängend und bereits stark in Verwesung übergegangen. — Bei der alsbald in Gegenwart eines Vertreters der Staatsanwaltschaft durch den Kreisarzt des Kreises Büdingen und den praetischen Arzt von hier vor- genommenen Scction der Leiche konnte weder festgestellt werden, daß ein Verbrechen von anderer Sette vorltege, noch daß der Selbstmord in einer durch vorliegende Mißhandlung verursachten Geistesstörung begründet sei. Die beiden An« geklagten, Herr und Knecht, wurden daher nur wegen Körper« Verletzung zu je zwei Monaten Gefängniß verurtheilt. Die Zeugenaussagen früherer Dienstherrschaften deS Erhängten fielen nicht günstig für denselben auS; er wurde als ein jäh. zorniger Mensch von roher Gesinnung geschildert.
□ Darmstadt, 18. November. In gestriger geheimer Sitzung deschloffeu die Stadtverordneten die Eröffnung der Strecke der electrischeu Straßenbahn Böllenfallthor (südliches Waldende, nach Niederramstadt zu)—Westbahn. Höfe am 23. ds. MtS. unter entsprechenden Feierlichkeiten. Anregungen auf Vermehrung der Zahl der Haltestellen, deren im Ganzen 29 auf den beiden Limen vorgesehen find, in der heutigen öffentlichen Stadtverordneten Sitzung wurde nicht stattgegeben, ebenso nicht solchen, die für den Fahrtbeginn Morgen» 7 Uhr (statt 8 Uhr, wie bestimmt) fich aussprachen, da bann der 14 Stunden-Dienft überschritten werde und eine neue Garnitur Personal nothwendig würde. Ein wohl« gemeinter Antrag eines Stadtverordneten, der für den Mittag de» Eröffnungstage» freie Fahrt für da» Publikum auf der Bahn wünschte, fand keine Gegenliebe,- mit Recht wurde auf mit ziemlicher Sicherheit bei einer solchen Fret-Benutzung auf» tretende Unglückssälle hingewiesen, deren Wahrscheinlichkeit schon bei den Probefahrten in hohem Maße vorlag. Auch von einem intensiveren als vorläufig Ernviertelstundeu. Verkehr wollte man am Bürgermelftereitische nicht» wissen, da zunächst Erfahrungen bezügl. Frequenz usw. abgewartrt werden müßten. — Auch mit der neuen Electrischeu im Zusammenhang steht eine an die Stadtverordneten gelangte um» fangretche (64 Paragraphen vmsaffende) neue Straßen- Verkehrsordnung für die Stabt, deren Berathung noch ausstehl. — Don weiteren auSwärt» interesfirenden Der- Handlungsgegenständen möchte zu erwähnen sein, daß die Kasse unseres Electricität»werke» (da», letzthin wesentlich vergrößert, auch den Strom für die elektrische Bahn liefert) im Betriebsjahr 1896/97 einen in die Stadtkaffe fließenden reinen BettiebSüberschuß von rd. 52 640 Mk. ergeben hat. — Die Realschulkass.e erforderte im gleichen Zeitraum einen städtischen Zuschuß von rd. 27 830 Mk.
Darmstadt, 18. November. Zwei Handwerks- burschen, welche seit einigen Tagen arbeitsuchend zusammen- reisten und gestern Vormittag auch die hiesige Stadt pasfirten, setzten fich in der Nähe von Dieburg zum AuSruheu nieder. H erbet zog der eine seine silberne Taschenuhr, welche er an einem Bande bei fich trug, heraus, um nach der Zeit zu sehen. Sein College erbot fich hierbei, ihm ein schöneres Band an die Uhr zu machen und lieh sich dieselbe geben. Da da» alte Band schwer abzubringen war, erbat er fich auch noch daS Messer. Im Besitz dieser beiden Gegenstände ging nun der Bursche flüchtig, seinem Collegen ein spöttisches Adieu zurufend. Der Bestohlene nun hinterher in der Richtung nach Darmstadt. Unterwegs verlor jedoch der Geschädigte
den Dieb außer Gesicht. Auf dem Polizeiamt Darmstadt meldete fich gestern Abend ein Handwerksbursche obdachlos und gab ein Taschenmesser ab, etwa eine Stunde später meldete fich noch ein Handwerksbursche obdachlos und mürbe zu dem anderen in die Zelle untergebracht, woselbst Beide die Nacht zubrachten. Heute früh bet TageSltcht gab eS nun ein gegenseitiges Erkennen: e» sahen sich der Dieb und der Bestohlene erstaunt wieder zusammen. Dem bald darnach In der Zelle erschienenen Polizeibeamten wurde von dem Diebstahl Kennmiß gegeben und fand fich auch die Uhr, trotzdem der Dieb zuerst leugnete, in einem Strumpfe vor. Der Barsche, welcher wegen Diebstahls bereits wiederholt vorbestraft ist, wird feiner Bestrafung nicht entgehen. »DaS war kein freudig Wiedersehen!"Dst. Tal. Anz.
• Wiesbaden, 18. November. Der wegen Unterschlagung von 10000 Mark steckbrieflich verfolgte Posta'fistent Heinrich Hedrich wurde heute früh hier verhaftet. In seinem Besitze fanden fich noch 1150 Mk. in Baar und für 116 Mk. Lotterieloose und Briefmarken.
♦ Bonn, 18. November. Mehreren C orpSstud enten, die wegen Zweikampfes zu drei Monaten Festungshaft verurtheilt worden waren, ist durch Gnadenerlaß diese Strafe auf drei Tage Festungshaft ermäßigt worden.
* München, 17. November Der bereits erwähnte im MaximtltauSkeller heute früh 8 Uhr vorgekommene entsetz« liche Bau Unfall ist auf ganz ungeheuerliche Nachlässig- leiten zurückzuführen. Mit 45 Arbeitern wurden Auswechslungen in den Kelleranlagen vorgenommen. Dazu hatte man keine baupolizeiliche Genehmigung. Die Baupolizei hatte überhaupt keine Kenntniß von den Arbeiten. Der über den Kellern liegende Saalraum war nicht oder nicht genügend gestützt worden. Infolgedessen brachen die Pfeiler deS Saale». Die über dem Saal liegenden Lagerfässer drückten die Saal» decke durch, stürzten auf da» Kellergewölbe und durchschlugen e». Die sechs mit in den Keller gestürzten oder dort verschütteten Arbeiter konnten den Tag über nicht heran»- gebracht werden, obwohl Feuerwehr, (©antiätecolonne und eine Abtheilung Pioniere eingriffen. Die Bergungsarbeiten wurden durch die Gefahr weiterer Einstürze sehr erschwert. Man glaubt nicht, daß einer der im Keller Verschütteten noch am Leben ist. Die im Saale und an der Oberfläche de» Gewölbe» Verschütteten wurden al»bald geborgen. Eine Mörtelträgerin wurde sterbend herau»gebracht. Zwei Arbeiter waren furchtbar zugerichtet. Acht weitere hatten Knochenbrüche, Kopf- und innere Verletzungen, Leudenbeschädig- ungen rc. ES war eine furchtbare Arbeit, welche die Aerzte im nahegelegenen Haidhauser Krankenhau» zu bewältigen hatten. Der Unwille in der um die Unglücksstätte sich drängenden Menschenmenge war groß. Und mit Recht! Da gehen die Leute am Morgen an ihre Arbeit und die Nacd? läsfigkeit de» Arbeitgeber» bereitet ihnen und ihren Angehörigen die Katastrophe. Die Armen, BedauernSwerthen! Abends wurde der verantwortliche Baumeister Klinger und Parlier Henke verhaftet.
* Brussel, 18. November. Während der gestrigen Vorstellung tm hiesigen CireuS Wulff wurde eine Thter» bändigerin, als sie den Löwenkäfig betrat, von der Löwin angegriffen und zerfleischt. Schwer verletzt wurde sie weg- getragen. Im Zuschauerraum entstand eine Panik, mobe1 mehrere Personen verwundet wurden.
* Einen Einjahrig-Freiwilligen hat gegenwärtig die R egi« mentsmusik deS Kaiser Franz'Regiments. Er heißt Willy Lehmann und ist der Sohn eines Steuerbeamten an» der Wafferihorftraße, der ebenfalls bet der Musik bei Franz-Regiments gedient hat, und zwar unter Saro.
* Wa» die Beresina birgt. Im Anfänge dieses Jahres hatte die Russische Regierung für Lieferung von besonders leistungsfähigen Dampfbaggern einen Internationalen Wettstreit eröffnet, au» dem mit den besten Entwürfen die Schiffs- und Majchinenbau-Acttengesellschaft Dorrn. Gebrüder Schultz in Mannheim aU Siegerin hervorging. Bet der kürzlich stattgefnndeaen Prüfung und Abnahme von zunächst drei Baggern durch eine kaiserl. russ. Commission erzählte der Chefingenieur des Wasserbaues der Beresina, daß aus diesem Flusse unausgesetzt eine große Menge von Menschenschädeln und Knochen, Waffen und Rüstungen her- auSgebaggert werden — Ueberbleibsel jener großen Armee Napoleon- I., von der auf ihrem Rückzüge aus Rußlack tm Jahre 1812 gegen 50,000 Mann den Tod in ber Beresina fanden.
• Eine niedliche Geschichte, die fich gestern auf den Hhpothekenamt in Frankfurt zugetragen hat, erzählt dal dortige „Jnt..Bl.": Ein hiesiger Obsthändler war auf dal Hypothekenamt geladen. An seiner Stelle erschien die Fror und theilte dem Vorfitzenden mit, ihr Manu befinde fich au' einer Geschäftsreise und könne nicht zum Termine kommen Es wurde ihr bedeutet, daß diese Art der Eutschuldigunj nicht angehe und wenn keine Bestrafung erfolgen solle, eint moitoirte Entschuldigung schriftlich eingereicht werden müsse. Man reichte ihr einen Bogen Papier und verwies sie zuv Gebrauch von T ute und Feder. Die Fran stand wie oei fteinert da und wußte mit dem Papier und der Feder nichtl anzufangen. Ein dasitzender Anwalt und Notar begriff btt Verlegenheit und faßte ihr rasch ein EntschuldigungS-Gesuä für ihren Mann ab und wie» sie an, solches alsbald den Vorsitzenden einzureichen, was auch'geschah. Die Entschuldigov; wurde alS genügend erkannt. Hierauf drehte sich die alt: Frau herum und sagte: „Sie, junger Herr, ich danke Ihr'- aach. Jetzt solle Sie aach ’n Schoppe Bier vor met Rcct nuug trinke." Sie griff in ihie Tasche und legte ih» lO Pseumg hin. Der Scene folgte allg meine Heiterkeit. Dtt Frau griff hierauf nochmal» ta ihre Schürztasche und (egte noch 10 Pfennig hin und fügte bei: „Noch ein auf w" Gesundhe t." Nun brach ein homerisches Gelächter Io#- Ein neb.n ihr stehender Manu raunte ihr zu: „Der Tiani ist ja der Notar Dr. . . „EiS wa»", rief sie, „bi-


