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20.11.1897 Erstes Blatt
 
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1897

^ 273 Erstes Blatt Samötag de« 20. November

Der

Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme bei Montags.

Die Gießener 7^«ttie«ölL11er werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

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Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» j Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgeye.

Wolff« telegrnphffche« Corr efvondm»-Bure««.

Berlin, 18. November, lieber die Ermordung der Missionare ging dem Bischof Anzer, derGermania" zufolge, ein wettere» Telegramm au» Tüd-Schantnug zu, wonach die Ermordung tn dem Dorfe Tschang-Kto Tschuang stattfand und wahrscheinlich vorher geplant war. Au» dem Telegramm erhellt anscheinend, daß die Christen fich gewehrt haben und daß e» auf beiden Seiten Verwundete gab. Die Mandarinen thaten nicht». Bisher wurde kein Uebelthäter gefangen genommen. Die Thür der bischöflichen Residenz Jentschufu sei erbrochen worden.

Berlin, 18. November. Der Reich-tagSabgeorduete Stadthagen wurde wegen beleidigender Artikel gegen die preußischen BerwaltungSbeamten, Offiziere, Unteroffiziere, Richter, den LavdgerichtSdirector Brausewetter und Polizet- beamten vom Landgericht zu einer Gesängnißstrafe von fünf Monaten verurtheilt. Stadthagen war bereit» einmal deswegen zu einjähriger Gesängnißstrafe verurtheilt, da» Reichsgericht hatte aber da» Urtheil aufgehoben.

Königsberg t. Pr., 18. November. Durch einen heute früh im MagtstratSgebäude auSgebrocheneu Brand wurde der Dachstuhl de» einen Flügels stark beschädigt. Wie die Hartnngsche Zeitung" meldet, haben auch die darunter ge« legenen Räume durch Löschwaffer stark gelitten.

Leipzig, 18. November. DasLeipziger Tageblatt" meldet: Bruno Kltnkhardt, Chef der großen Verlags« buchhandlung und Druckerei Julius Kltnkhardt, ist gestorben.

Plauen, 18. November. Die Erdstöße nehmen au Heftigkeit im oberen Vogtlande zu. Die Bevölkerung beginnt ängstlich zu werden. Gestern Vormittag wurden in Schönberg, Brambach, Asch und anderen Orten heftige Erdstöße mit donnerähnlichem unterirdischen Getöse verspürt, sodaß die Ein- wohnerschast ins Freie eilte. Die Stöße verursachten, wie demVogtländischen Anzeiger" aus Asch gemeldet wird, eine schaukelnde Bewegung de» Erdboden-.

Stuttgart, 18. November. Heute Vormittag ist hier nach kurzem Krankse n Major a. D. Hecker, Redacteur der ZeitschriftVom Fels zum Meer", im Alter von 51 Jahren gestorben. Hecker» Militärhumoresken wurden früher viel und gerne gelesen.

Wien, 18. November. Baron v. Eich hoff, Mitglied de» Herrenhauses, ist in Graz gestorben.

Prag, 18. November. In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch wurden in Asch, Falkenau und Karlsbad mehrere theil» heftige, theil» schwächere Erdstöße verspürt. Schaden wurde nicht angerichtet- an den Karlsbader Quellen ist keine Veränderung zu bemerken.

Rom, 18. November. Der deutsche Militär-Attache Major v. Jacobi begibt fich heute nach Monza, um die zur Ueberreichung eine» Bilde» der Königin Margherita dort elatreffeabc Abordnung des Marburger Jäger- batatllon»Königin von Italien" (Hessische» Nr. 11) dem König und der Königin vorzustellen.

Petersburg, 18. November. Auf der Newa treibt Schlämmet». Es herrscht drei Grad Kälte bei geringem Schneefall. Au- Schlüffelburg wird gemeldet, daß ein ziemlich dichter Eisgang au- dem Ladogasee tn die Newa begann.

Depesche« bti Bureau .Herold.*

Berlin, 18. November. Bet der Unterredung, die der Kaiser im RetchSkanzlerpalaiS mit dem Fürsten Hohen­lohe, dem commaodirenden Admiral von Kuorr, dem StaatSsecretär Ttrpitz und dem Chef de» Martnecabioet» Fretherrn von Senden-Btdran am Montag Nachmittag hatte, find, wie diePost" erfährt, Fragen zur Sprache ge­kommen, die tn Verbindung mit den deutschen Jnrereffeu tu China und Haiti stehen. Daß ein euergtsche» Einschreiten In allen Punkten für nöthig erachte: wurde, kann al» That- fache gelten. Indessen ist, wie diePost" weiter hört, eine endgilttge Entscheidung über da», wa» nun geschehen soll, noch nicht gefällt. @tne solche steht aber unmittelbar bevor. Die Verhandlungen zwischen den betheiligten Ressorts be­graben fich vor bem Abschluß. Jebenfalls ist damit tn Der« bindung zu bringen, baß bteKaiserin Augusta" Befehl erhielt, da» tn Kanea an Land gesetzte Detachement wieder alv Bord zu nehmen. Wenn vorübergehend tn Aussicht ge- normen war, dieKaiserin Augusta" durch ein andere» Tahiff abzulösen und sofort nach Haiti tn See gehen zu lafssen, so dürfte davon doch wieder Abstand genommen seiw. In Port au-Prtvce werden tn den nächsten Tagen die SchulschiffeCharlotte" undGnetsenau" erwartet. Man indessen nicht annehmen dürfen, baß diese auf längere

Zeit die deutschen Interessen dort vertreten sollen, vielmehr soll ein andere» deutsche» Krieg»schiff dorthin gehen. Be­sondere Schwierigkeiten in ber Vertretung ber beutschen In- tereffen im Au»lanbe scheint in biesem Augenblick aber vor Allem ber chinesische Zwischenfall zu machen. Sollte China bte beutschersett» verlangte Genugthuung verweigern, so wirb eine Verstärkung be» dortigen Geschwader» dringend noth- wendig werden.

Berlin, 18. November. Der Bunde»rath hat den Ausschußantrag zu dem Entwurf eine» Gesetze» über die Ent- schädigung ber im Wieberaufnahmeverfahren Fretgesprocheneu bte Zustimmung erthetlt.

Berlin, 18. November. Der bei bem Eisenbahn- Unfall auf dem Potsdamer Bahnhof verunglückte Hetzer ist gestern Abend seinen schweren Verletzungen erlegen.

Köln, 18. November. DerKöln. Ztg." wird au» Berlin gemeldet, daß die Ernennung des StaatSsecretär» Dr. v. tticher zum Präsidenten ber Provinz Sachsen vom Kaiser nunmehr vollzogen sei.

Berlin, 17. November. Bet bem Empfange be» Bischof» Anzen von Sübschantung durch da» Katserpaar im Neuen Palais war auch die Prinzessin Friedrich Leopold zu­gegen- desgleichen wurden die kaiserlichen Prinzen und die kleine Prinzessin dem Bischöfe vorgestellt. Nach ber Früh- stückStafel hatte ber Kaiser eine längere Unterrebung mit dem Bischof über bte Verhältnisse bet Mission tn China, über bte Ermorbung der Missionare und über bte bereits eingeleiteten Schritte, von China Genugthuung zu erlangen. Bei ber Verabschiedung des Bischofs überreichte ber Kaiser bemselben feine Photographie mit eigenhändiger Widmung. lieber die Ermordung ber Missionare tn China tst, berGermania" -ufolge, dem Bischof Anzer ein Telegramm zugegangen, in welchem eS u. A. heißt, baß bisher noch keiner von ben Uebelthätern gefangen sei.

Berlin, 18. November. Wie berRetchSanzetger" melbet, trat heute unter dem Vorsitz bes Dtrectors ber Colonial- abtheilung, Frhr. v. Richthofen, ber Colontalrath zu- sammen. Der Vorsitzende sprach dem Herzog-Regenten von Mecklenburg-Schwerin ben Dank beS Colontalraths für fein Erscheinen an». Al- Vertreter beß ReichSschatzarnrS war ber Geh. RegierungSrath Twele anwesend. Nachdem ber Vor­sitzende einen allgemeinen Ueberbltck über den derzeitigen Zu­stand des Schutzgebiete» und über die wichtigen Ereignisse im Bereich ber Colontalverwaltung seit ber letzten Tagung deS Colontalraths gegeben hatte, trat ber Colontalrath tn bte Tagesorbnung ein. Den ersten Gegenstand derselben bildete der Etat für daS ostafrikanische Schutzgebiet. Bel der Berathung diese» Etat» wurden besonders eingehender Erörterung unterzogen: der Forstschutz im Schutzgebiete, die Landvrrmessung, die Begründung einer tropischen Versicherung-- station, die Beschaffung eine» Dampfers für den Tanganjika- See, die Usambara Eisenbahn, die Heranbildung ber Hanb« werter, bte Vorbildung ber Beamten usw.

Berlin, 18. November. Bet ber heutigen Rekrutenver- eidtgvng hielt ber Kaiser eine Ansprache, in welcher er dieselben barauf aufmerksam machte, baß ihre Pflicht nicht leicht sei. Sie verlange Selbstzucht unb Selbstverleugnung, unbedingten Gehorsam unb Unterorbnung unter ben Willen de» Vorgesetzten. Biele Beispiele ans ber HeereSgeschichte seien vorhanben, Tausenbe hätten ben Eib geschworen unb gehalten unb beShalb sei unser Vaterland unb unser Heer siegreich unb unüberwindlich. Sollte an ben Einen ober ben Anderen ber jungen Solbaten währenb seiner Dienstzeit die Versuchung herantreten, fei es in sittlicher Beziehung ober in seinem Berhältniß als Soldat, so müsse sie zurückgewiesen werden im Hinblick auf ben Fahneneib, im Hinblick auf die Vergangenheit bes Regiments, im Hinblick auf den Rock be» König». Wer gegen ben Rock de» König» etwas thue, dem stehen die schwersten Strafen tn Ausficht. Der Rock des König» müsse so gehalten werden, daß die Welt unb bie, welche ihn nicht tragen, mit Achtung auf bte Soldaten sehen wüßten, und die, welche gegen ihn stehen wollten, an dem Soldaten zu Schanden würden. Der Kaiser schloß mit ben Worten: Stehet fest tn Euerem unerschütterlichen Glauben unb Vertrauen auf Gott, ber uns niemals verläßt, bann wirb meine Armee unb vor Allem meine Garbe zu jeder Zeit, Im Frieden wie im Kriege ihrer Aufgabe gewachsen sein. Euere Aufgabe ist eS nun, treu zu mir zu halten und unsere höchsten Güter zu vertheidigen, sei e- gegen einen Feind nach außen ober nach innen, zu gehorchen, wenn ich befehle unb nicht zu weichen von mir.

Wien, 18. November. In der heutigen Sitzung de» Bubget-Au-schusse» würbe bas Gesetz über bas Aus« glelch-provisorium angenommen unb mit ber Berichterstattung im Abgeorbnetenhause ber Abgeorbnete Dr. Pteuta betraut. 1

Alle Abänderung-Anträge, welche bie Opposition gestellt hatte, würben abgelehnt.

Brüssel, 18.November. Der Professor William Prinz von der hiesigen Universität melbet, daß er Mitte December eine wissenschaftliche Expedition einrichte zum Studium deS Nordlichts in der Nähe vom Nordcap.

Loudon, 18. November. DerStandard" meldet an» Athen, daß die Maßregel, die den am Kriege betheiligten Einwohnern von Thessalien die Rückkehr tn ihre Heimath untersagt, noch Immer intact ist.

Simla, 18. November. Eine Abtheilung der Expeditton de» Generals Kemps tert ist auf bem Buschwege tn ba» Lager der Feinde von diesen angegriffen unb abgeschnitten worben. Ein Lieutenant unb neun Soldaten wurden ge« tödtet, Oberst Alhott, ein Hauptmann, ein Lieutenant unb 23 Solbaten würben verwundet.

Berlin, 19. November. Der Kaiser ist gestern Abend zur Jagd tn Letzlingen eingetroffen. An derselben nehmen zahlreiche Gäste Theil. Unter diesen befinden sich Reichs­kanzler Fürst Hohenlohe, Landwirthschast-minister v. Hammer« stein unb Kriegsminister v Goßler, außerdem Fürst Radztwtll unb viele Andere. Abenbs fand große» Souper statt.

Berlin, 19. November. Au» Kiel melbet da»Berl. Tagebl.": Der PanzerkreuzerKönig Wilhelm" soll in einigen Tagen eine AuSlandretse antreten, angeblich nach Haiti.

Berlin, 17. November. Wie bieNationalzeitung" er­fährt, soll ein anberes Schiff in die kretischen Gewässer gesandt werben, da bteKaiserin Augusta", welche jetzt bort stationirt ist, in anderen Gegenden nothwendtg sei. Man glaubt, sie sei vielleicht dazu bestimmt, da» ostafiattsche Ge­schwader zu verstärken.

Berlin, 19. November. DerLocal-Anzetger" meldet an« Friebrtchsruh: Fürst BtSmarck hat neuerdings viel unter Beinschmerzen zu leiben, welche namentlich wegen ihrer schlaf- raubenden Eigenschaft störend wirken, ohne jedoch da» Ge« fammibefinden deS Fürsten ungünstig zu beeinflussen.

Dresden, 19. November. Der Schriftsteller Ernst Eckstein liegt infolge eines Schlaganfalles krank darnieder.

Paris, 19. November. Die Kaiserin von Oester- reich wird sich nächste Woche auf der Durchreise nach Biarritz tn Paris aufhalten unb bem ElysSe einen Besuch abstatten.

Kanea, 19. November. Die beutsche Besatzung wird erst heute durch bie hier eingetroffeneKaiserin Augusta" vollstänbig eingeschlfft unb bte beutsche Fahne von ben FestuogSwällen eingeholt werden.

Gießen, 19. November 1897.

Ernennungen. Seine Königliche Hoheit ber Groß- Herzog haben Allergnäbigst geruht, den Regierungsbaumeister Hermann Gombel aus Gonterskirchen zum Kreisbau- inspector des Kreises Groß-Gerau unb ben Regterungsdau- meister Johann Funk auS Wenbel-Heim zum KretS- bauinspector des Kreises Büdingen, ben Oberförster Carl Weber, dermalen zu Schotten, zum Oberförster der Ober« försteret Ortenberg mit dem Wohnsitz zu ConradSdorf und den Forstaffeffor Gustav Schneider aus Ober-Seemeu zum Oberförster der Oberförsteret Babenhausen, sowie den Steueraffeffor Heinrich Schwarz au» WormS zu« HauptsteueramtSasfistenten bei dem Hauptsteueramt Bingen zu ernennen.

* Eiseubahu-Uufall. Die Maschine beß gestern Abend 7 Uhr 53 Mtn. von Frankfurt eintreffeuden Person en- zugS stieß beim Abfahren nach der Wafferftation auf einen Rangirzug. Es fand eine theilweise Entgleisung statt. In- folge deffen erlitten die folgenden Personenzüge Verspätung, well den au» ber Werkstätte kommenben Maschinen ber Weg nach der Station versperrt war.

,VH. btadttheater. Da» Ballet-EnsembleExcelsior" gab gestern seinen zweiten unb letzten Gaftsptelabend unb -war mit großem Erfolg. In bem zuerst aufgeführtea Zigeuuertanz" glänzte als Solotänzertn Frl. Kunsch« mann. Die Leistung ber Prima-Ballerina war eine vor­zügliche. AIS zweite Tanzpiöce folgte einCzarbaS", ber beliebte ungarische Nationaltanz, unb ben Beschluß machte eineGroße Pariser Quadrille". Letztere war der Glanz­punkt deS Abends unb entzückte durch die Originalität, mit welcher die graciöS'lebenbtge französische Tanzweise wieder- gegeben wurde. Vervollständigt wurden die feffelnden Dar­bietungen durch die prächtigen, dem jeweiligen Sharacter der Tänze entsprechenden Costüme. Das RssumL für da» künst-