Ausgabe 
20.10.1897 Erstes Blatt
 
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Cocales rrnd ^rovinziell-O.

Gießen, den 19. October 1897.

BerkehrS-Berzögeruug. Eine Anzahl von Abgeord­neten der Zweiten Kammer, darunter die Vertreter der Stadt Darmstadt, haben bei der Kammer eine Interpellation eingebracht wegen der seit einiger Zett eingetrrtenen Ver­spätungen und Verzögerungen bei Personen- und Frachtver- kehrS auf einem Theile der Linien der ehemaligen hessischen LndwtgSbahn. Die Interpellanten fragen an, ob und welche Schritte die Regierung gethan hat, um die Abhilfe dieser unerträglichen Zustände zu veranlaffen, welche weiteren Schritt» dieselbe zu diesem Zwecke und gegen die Wieder­holungen ähnlicher Mißstände in künftigen Jahren zu thun gedenkt. Eine Anzahl hiesiger Stadtverordneter beantragte bet der Bürgermeisterei, daß dieselbe wegen Abhilfe der er­wähnten Mißstände im Bahnbetriebe bet der Regierung vor­stellig werde.

** Die Bank für Süddeutschland hat bis auf Weiteres ihren Dilcontsatz auf 5 pEt. festgesetzt.

* Theater Bereia. Die Mitglieder deS Vereines machen wir darauf aufmerksam, daß der Anfang um 8 Uhr, aber ganz pünktlich, stattfindet.

'* Der hessische HaadelSkammertag, der im Laufe deS OctoberS avgehaltrn werden sollte, wurde mit Rücksicht auf die Feier tu Antwerpen, au der die Vertreter verschiedener hessischer Handelskammern theilnehmen, auf Donnerstag den 4. November verschoben.

*eH. Stadttheater. Am gestrigen Abend kam daS Schau­spiel zu Recht mit OhnetSHüttenb e sitz er", und erzielte gleich wie bet früheren Aufführungen wiederum einen Achtungs­erfolg. DaS Jntereffe für dieses Bühnenwerk, daS auf der Grundlage des gleichnamigen Romans entstanden, wird bei einer Wiederaufführung immer auf'S Neue angeregt- feine Schwächen find ebenso bekannt wie feine großen Vorzüge, es ist deshalb nicht nöthig, näher darauf etnzugehen und diese hervorzuheben. Der Erfolg dieses Schauspiels hängt noch mehr als bet vielen anderen Stücken von der Darstellung ab und es ist erfreulicherweise zu constatiren, daß in der Hauptsache gut gespielt wurde. Die Titelrolle vertrat Herr Fritzschler mit Wärme und sittlichem Ernst. Die Claire gab Frl. Würdig und löste ihre schwierige Aufgabe befrie­digend. Mehr Zurückhaltung und Maßhalten in den großen ©eenen deS zweiten und dritten AeteS wäre entschieden von befferer Wirkung gewesen, denn sie that im Bann der Leiden­schaften deS Guten zu viel. Ihr ernstes Bemühen soll trotz­dem anerkannt werden. Die übrigen Rollen waren paffend vertreten und boten anerkennenSwerthe Leistungen.

** EinePostkarte" in Form eines natürlichen, getrock­neten Lindenblattes wurde uns heute gezeigt. Das mittelst Tinte beschriebene Blatt, mit einer 5 Pfennig-Marke beklebt, wurde anstandslos von der Post an die Adresse be­fördert. Sollte die ReichSpost sich wirklich auch für die Folge zur Beförderung derartiger Eorrespondenz verstehen, fo sei Allen, denen di- Benutzung von Pap'er oder Earton nicht fin de sidcleld)" genug ist, verrathen, daß mau mit Tinte und Feder schreiben kann auf: Apfelsinenschalen (Messina- Rtesen-Apfelfinenschaleu werden die künftigen Kartendriefe ersetzen), Schuhsohlen, Speckschwarten, Schwetzerkäfe mit und ohne Löchern, Wursthaut (vorzüglich dicker Schweinedarm), Brod- und Weckkrufte, Laternenscheiben, Glacehandschuhe (Manschetten und Kragen von Mey & Edlich ersetzten bisher schon die Postkarten), Bierfilzdeckel, Stückchen von Hutkrempen, Mützenschilder (besonders Radfahrern empfohlen), zerbrochene Dachschiefer, Wichsschachteldeckel (ersetzen, wenn groß genug, die bisher benutzten Eigarrenkiftenbretter) u. s. w.

lu8 Gießens Umgebung. Man schreibt unS: Die schönen Herbsttage der letztverfloffenen Woche lockten die Bewohner unserer Stadt wieder auf die beliebten AuSflugl- ziele in unserer an schönen Punkten nicht spärlich bedachten Umgegend. So erfreute sich auch derWtndhof- eine- zahl- reichen Besuches. Nicht allein dal schöne Wetter war es, welches die Menge nach hier zog, sondern vielfach die Neu- gierde, zu schauen, wie in den letzten Monaten und Wochen die Neubauten daselbst sich entfaltet hätten. Als man tm Frühjahr d. I. zum ersten Male seine Schritte dorthin lenkte, waren viele Besucher sehr enttäuscht über daS ihnen unbegreifliche Durcheinander von Mauern, Pfeilern und Säulen, die den späteren Bau darstellen sollten. El galt damals der Fundamentirung eines Baues, wie mau ihn nicht jeden Tag zu sehen bekam und beffen Baustil einer weit ent­legenen Zeit angehörte. Heute, wo die Gebäude so weit vor­geschritten find, merkt man freilich, wozu diese und jene Ein- richtung dienen soll, deren Anlage in der ersten Zeit des Baue- noch unverständlich schien. Gießen hat ja das Der- dienst, daß aus seinen Bewohnern Männer hervorgegangen sind, die es verstanden, alte Burgen im ursprünglichen Stile zu restaurtren. Wir erinnern nur an die verstorbenen Herren v. Ritgen, den Wiederhersteller der Wartburg, und Dr. Hesse,

Berlin. 19. Oktober. Die Berliner Aerztekammer hat in ihrer gestrigen Sitzung die neue Aerzte Ehrengerichts- Ordnung für unannehmbar erklärt, da fie den Wünschen der Aerzte nicht entspreche.

Berlin. 19. Octooer. DemLocal-Anzeiger" zufolge steht in Rumänien ein stellenwetser Minister- Wechsel bevor. Mehrere Minister wollen sich zurückziehen.

Berlin, 14. Oktober. DasBerl. Tagebl." berichtet aus Rom: An Bord deS nach Amerika abgehenden Dampfers Agordat erkrankten 200 Auswanderer an Ber- giftung durch nicht gereinigte Kochgeschirre. 60 Kranke wurden in daS HoSpital gebracht.

Penta, 19. October. Die Admirale haben gestern 28 Türken, die vor einigen Monaten wegen politischer Verbrechen verbannt waren, die Rückkehr gestattet.

EL Darmstadt. 19. October. DaS Zarenpaar und dal Großherzogspaar find heute Vormittag aus Loburg zurückqkkrhrt.

den Restaurateur der Burg Gleiberg. Denn el möglich ge wesen ist, jene Bauten mit feinem verständniß für die Bau­art früherer Jahrhunderte im ursprünglichen Stile wieder- herzuftelleu, warum sollte el einem Architecten nicht möglich sein, einen derartigen Burgbau in der Neuzeit von Grund auS zu erbauen! Was die äußere Form der neuen Burg Windhof" betrifft, so läßt sich eben schon erkennen, daß Herr Architect Kockerbeck seine Aufgabe glücklich gelöst hat. Die unteren Localitäten, welche wohl nur zu Wohnräumen oder für gewöhnliche Restauration berechnet find, kommen hier weniger in Betracht. Der Hauptpunkt scheint uni der zu fein, Säle zu schaffen, welche dem Bedürfniß der Gegen­wart entsprechen. Und hier ist wirklich ein Saal geschaffen, der diesem Bedürfniß Rechnung trägt. Im nordwestlichen Flügel ist ein Raum tm Ausbau begriffen, dessen hohe Decke tu den Dachstuhl des Baues hineinragt, wie wir diese Ein­richtung im Feftiaal der Wartburg finden und dessen Venti­lation für das Wohlbefinden der darin weilenden Gäste nur vortheilhaft sein kann. Ein im Spitzbogen an der Giebel- front ausgeführtes Fenster von ungewöhnlichen Aimenfionen läßt eine wahre Hochfluth von Licht in den Saal etnfallen, der überdies von rechts und links von kleineren Fenstern erhellt wird. Bet schönem Wetter bietet der geräumige, in, Quadrat angelegte Burghof, welcher von den Gebäuden der Burg mit ihren hübschen Renatssanccgiebeln eingefaßt wird im Schatten der Bäume einen günstigen Raum zum Restaurtren. Auch für die Fernsicht, namentlich in der Richtung nach Gießen, ist in mehrfacher Hinsicht gesorgt. Nicht nur daß ein massiv angelegter AuSfichtSthurm (als Bergfried der modernen Burg) von feinen Zinnen eine wettragende Ueberficht über die Um­gebung gewährt, find tn seiner Nähe noch zwei niedriger ge­legene geräumige Säle angelegt für Diejenigen, welchen daS Treppensteigen tm Hauptthurm zu schwer fallen sollte. Wie wir vernehmen, soll auch noch daS gegenwärtig zum Wtrth- schastSbetrieb dienende alte Gebäude niedergelegt und an seiner Stelle der Hof burgartig abgeschlossen werden.Um dal alte Hau! ist eS gerade nicht schade," meinte beim letzten Besuch einer unserer Tischgenoffen,aber man sollte eS doch erhalten zum Vergleich, wie man ja in den Läden der Schirm- fabrikanteu antedtluvianische Schirme neben den modernen stehen ficht mit der BezeichnungSonst und Jetzt"."Hast Du sonst keine kritischen Bemerkungen noch zu machen, lege doch einmal los," wurde dem Sprecher entgegnet.Ach frei­lich," sagte der Angeredete,so ist eS mir fortan immer ein Räthsel, wie man einen solchen soliden Bau, dessen Mauern auf der Außenseite auch noch durch Strebepfeiler verstärkt find,Windhof" nennen kann, bet Name ist mir viel zu windig. Aber daS Umtaufen von Wirthschaften ist eine heikle Sache, da fällt mir immer die Anecdote vom WirthZum grünen Esel" ein, der, nachdem er unter der alten, freilich wenig vornehm klingenden Firma reich geworden, seinen SchildZur Krone" bezeichnete, während ein Nachbar von ihm dessen abgelegten Titel übernahm und glänzende Ge­schäfte machte, indessen es in derKrone" immer stiller wurde. Um sich zu helfen, griff der sich Betrogene zum AulkunftS- mittel und ließ an seinem Eingang die Worte anbringen: Hier wohnt der wahre Esel".Du hast Recht," rief die Tischgesellschaft,wir laffenS beim Alten." Trotzdem daß daS Wetter so warm gewesen, rückte schnell der Abend heran, wo man et ft merkte, daß wir schon October haben. Allmäh­lich lichteten sich die Reihen der Gäste im Freien und die übrigen suchten die schützenden Zimmer auf. Ein wolken­loser H'mmrl, wie heute, sei dem Tage beschteden, wenn zum ersten Male die stattlichen Räume des Neubaues ihrer Bestimmung übergeben werden, wenn von den Zinnen des HlluptthurmeS die deutsche Fahne weht und festlicher, lautet Trompetenschall von den Zinnen dem Besitzer daS Nahen der ersten Gäste in feiner schön geschmückten Burg verkündet.

* * Orgel CurfnS. Am SamStag Morgen um 11 Uhr wurde der am 27. September im Beisein der Herren Ober» consistortalrath Superintendent Waal, Oberschulrath Dr. Eisen' Huth und Kirchenmufikmeistet Mendelssohn, sowie der Lehrer Lind-Rohrdach (Kreis Büdingen), Will-Erbach, HensingBoben- Hausen, Storck-Schönberg, Vogel-Brensbach, Stephan-WillosS, Lautenschläger WormS, Gerhardt-Geilshausen, Weidmann- Büdingen, Becker. Dreietchenhain, Vonderhett - Eckartshausen, Kröcker-Wallerstädten,Eller-Beedenkirchen,Ferchet-Höchfta.d.N. Köhler-Nierstein, Blum-Niedernhausen, Fetck-Queck und Keitzer- JlbeShausen eröffnete CursuS für Organisten und (Sanieren in der Stadtkirche zu Darmstadt geschloffen. Herr Superintendent WaaS hielt, wie derDarmst. Tägl. Anz." mittheilt, eine warme Ansprache, in welcher er zum Abschiede seinem Danke und seiner Anerkennung für den Leiter sowohl als auch für die CurSthetlnehmer Ausdruck verlieh und den Wunsch aussprach, daß jeder EurSthetlnehmer mit neuen Anregungen wieder in sein Amt trete. Herr Lehrer Gerhardt-GeilShausen dankte nun im Auftrage der Curl- theilnehmer dafür, daß diesen durch Großh. Ooer-Consistorium die Möglichkeit geboten worden sei, sich in der Kunst deS OrgelsptelS weiter auSzubilden, nahm aber auch Anlaß zur Bitte, Großh. Ober Confistorium wolle auch bei billigen Wünschen der Organisten sein Wohlwollen nicht versagen. Redner wandte sich dann noch dankend an den vorzüglichen Leiter deS (Surfefl und überreichte demselben als Andenken eine Photographie sämmtlicher CurSthetlnehmer.

* 3m Oberpostdirectiout bezirk Darmstadt gingen an Wechselstempelsteuer tm September 1897 14,396 Mk. ein; zusammen mit den Vormonaten befl laufenden Etats- jahrefl ergibt sich eine Einnahme von 82,961.70 Mk. oder 5847.30 Mk. mehr all tm corresponbtrenden Zeiträume von 1896/97.|

Lehrer-Berfammlnog. In derRosenau" zu F r a n t furt a. M. tagten am Sonntag 175 akademisch gebildete Lehrer des Großherzogthumfl Heffen behuffl Stellungnahme zum neuen v eamtengesetz. ES wurde beschlossen, tn einer Petition die Regierung um Gleichstellung mit den Amtsrichtern zu ersuchen.

Weitere Studenten. Im vorgeschrittenen Alter haben

sich, wie derMainz. Anz." schreibt, die Mainzer Volks- schullehrer Bender, Herbert und Kraul, der Volks- schullehrer Neeb von Bingen und ein Postbeamter in der Mainzer Realschule dem MaturitatS-Examen unter­zogen. Den Vorsitz der Prüfung» Commission führte der Director der Realschule, Herr Schön. Der schriftliche Thetl befl Examenl dauerte fünf Tage. Dafl mündliche Examen wird im Laufe dieser Woche statlfi «den. Die fünf Herren, die zum Thetl schon fünfzehn und mehrere Jahre tn ihrem Fache thättg waren, werben nach bestandenem Examen fo» fort die Universität beziehen. Die meisten von ihnen find verheirathet.

* Was ein deutscher Rennfahrer verdient, davon haben nur die Wenigsten eine Ahnung. Willy Arend, unstreitig unser bester Fahrer, bezieht neben einem festen Gehalt von 12 000 Mk., welches ihm die Opel Fahrradwerke zahlen, noch für jeden Sieg 6001000 Mk. je nach Gröhe und Bedeutung des Rennenl. Außerdem fährt Arend die Han­noverschen Exelfiorretfen; auch von dieser großen Fabrik be- zieht er ca. 6000 Mk. fest und außerdem noch Sonderpreise für jeden Steg. Arend gewann außerdem noch etwa 23000 Mk. an Preisen. Hierzu kommen bann noch die festen Bezüge, die leiber noch viele Rennbahnleitungen zahlen, damit der Fahrer überhaupt nur erscheint. Arend hat im Ganzen m diesem Jahre trotz zahlreicher Niederlagen etwa 60000 Mk. verdient. Biel ungünstiger gestalten sich die Einnadmen bei unseren besten Dauerfahrern Gerger und Fischer; fie haben etwa 20 dezw. 15000 Mk. verdient, hatten hiervon aber ihre zahlreichen Schrittmacher selbst zu bezahlen. Dal pe- cuntär erfolgreichste Tandempaar waren Büchner-Seidl, die ihre Einnahmen ihetlen und sich auf etwa 18000 Mk. pro Mann beziffern.

** Die diesjährige ordentliche Hauptversammlung bei Thierschutzveretus für das Großherzogthum Hessen findet Mitt- woch den 3. November, Nachmittags 2 Uhr, tm Deut­schen Hans in Alsfeld statt. Alle Mitglieder und Freunde des Thierschutzveretns werden hierzu freundlichst eingeladen. Genannter Verein hat den Zweck, durch alle ihm zu Gebot stehenden und geeigneten Mittel nutzlose, boshafte, leichtsinnige und grausame Mißhandlungen und Quälereien der Thtere zu verhindern ober boch möglichst zu mindern und durch Ge­wöhnung an gute Behandlung derselben die Menschlichkeit zu befördern. Alfl die hauptsächlichsten Mittel zur Erreichung diese! edlen Zweckes find von dem Verein anerkannt: Be­lehrung und gutes Beispiel, um im Innern der Familie unb im öffentlichen Leben Mitgefühl für die Thierwelt zu erregen; öffentliche Bekanntmachung von besonders schweren Fällen von Thierquälerei und gerichtliche Verfolgung von solchen, die zugleich Gesetzes Uebertretungen enthalten; Anrufung unb Unterstützung Derer, welche durch ihren Beruf E.nfluß auf die Erziehung unb Bilbung der Menschen auflzuüben ver­mögen; Heraulgabe einer eigenen Zeitschrift, Verbreitung geeigneter Schriften, sowie Aufsätze in den öffentlichen Blättern, um fortgesetzt auf daS Volk im Sinne der Ber- einlbeftrebungen zu wirken. Bei dem regen Interesse, daS in den verschiedenen Ständen unserer Bevölkerung unb ganz besonders in der Lehrerwelt ber Sache befl Thierschutz- verein! entgegengebracht wirb, darf auf eine recht zahlreiche Betheiligung an ber diesjährigen Generalversammlung ge­rechnet werden. Herr Dr. Eisenhnth, Großherzoglicher Oberschulrath in Darmstadt, bekannt als überaus gewandter unb hervorragend begabter Redner, wird das Thema behan­deln:Geschichte und Aufgabe befl Thierschutzefl." Nichtmit- glieter befl Verein! haben ebenfallfl freien Eintritt.

** lieber die Entwicklung ber Arbeiteroersicheruug, d. t. ber Lebensversicherung mit wöchentlicher Beitragszahlung, hat die GesellschaftFriedrich Wilhelm" in Berlin, welche alfl erste deutsche Anstalt vor 15 Jahren diese Verficherungflart in Deutschland einsührte und vor Kurzem die millionste Police ausfertigte, eine graphisch bargestellte Ueberficht herauSgegeben, die im Hinblick auf den wirthschaftlichen Werth der Bestrebungen der Gesellschaft allgemeines Interesse be­anspruchen darf. Schon die enorme Zahl einer vollen Million auflgegebener und größtentheils auch wirklich in Kraft be­findlicher Policen liefert den Beweis, wie anerkennenSwerth unb erfolgreich die Gesellschaft ihre selbftgewählte Aufgabe, bte Lebensversicherung auch den MinberbegÜierten zu er­schließen, zu lösen verstanden hat. Zwar im Vergleich zu England, wo die Arbeiterversicherung ber einzigen Gesellschaft Prudential" mehr alfl 12 Millionen versicherte zählt, «ft die Verbreitung der deutschen Arbeiterverficherung verhältniß- mäßig wenig vorgeschritten, aber dasür ist tm Allgemeinen daS Verständniß für die Lebensversicherung in Deutschland noch nicht weit genug entwickelt; zählen doch sämmtliche 43 deutschen Lebens - verficherungS - Gesellschaften nur etwa 2i/i Millionen versicherte Personen. WaS die Arbeiterver­sicherung derFriedrich Wilhelm" durch zweckmäßige Ein­richtungen leisten wollte, dal hat fie bil jetzt schon reichlich geleistet. ES muß jeden VolkSsreund mit Befriedigung er­füllen, wenn er sieht, wie hier mit den Zehnpfennig Millionen angefammelt werden, durch welche zahlreiche Wittwen unb Waisen ber ärmeren Stände beim Tode bei Ernährer! vor Noth bewahrt werden. Wenn von berFriedrich Wilhelm" bilher auf über 46000 Todesfälle mehr als 5000000 Mk. im Durchschnitt mehr als dal Dreifache der von den verstorbenen Versicherten geleisteten Einzahlungen auS- gezahlt worden find, fo ist nur zu wünschen, bah eine Ein­richtung von so eminentem Nutzen wirklich zum Gemeingut Aller werde.

Zur hessische« Steuerreform schreibt Dr. F. in L. dem Darmst. Tägl. Anz." : In der vortrefflichen, von Ministertal- rath v. Krug verfaßten Denkschrift zur Steuerreform im Grohherzogthum Hessen ist mit Recht hervorgehoben, daßin Wirklichkeit nicht bte Einnahmen der Menschen, sondern die nothwendigen Aulgaben den Maßstab für die Leistungsfähig­keit abgeben und für die Feststellung dieses Maßstabes bis­her dal Einkommensteuergesetz eine ausreichende Grundlage nicht geschaffen hat und in der Folge auch nicht wird schaffe«

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