Ausgabe 
20.7.1897 Erstes Blatt
 
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vollständigen Entwickelung, einen sehr starken Maikäferflug zu erwarten. Der größte Feind der äußerst schädlichen Engerlinge ist der verfolgte Freund der Landwtrthe, der Maulwurf. ES mag vielleicht in natürlichem Zusammenhang ftehen, daß auch der Maulwurf häufiger auftritt wie sonst. Da» ungemein starke Vorkommen der Engerlinge mahnt aber daran, den Maulwurf zur Zeit besonder» zu schützen uud ihn lieber, wenn er im Gartenland vorkommt, mittelst iu Theer oder Petroleum getränkten Lappen zu verscheuchen, al» zu fangen. Wenn man im oberen Vogelsberg sogar lebende Maulwürfe antauft, um fie auSzusetzen in jungen Fichten« Pflanzungen, wie wir dieser Tage gelesen, so steht da» in starkem Gegensatz zn dem Fangen uud Tödten der Maul­würfe in anderen Bezirken.

Maar, 15. Juli. Bei der heute stattgehabten Bürger« meisterw ahl machten von 176 Stimmberechtigten 156 von ihrem Wahlrechte Gebrauch. ES erhielt der seitherige Bürger­meister Weller 123 Stimmen, ein von einer Gegenpartei ausgestellter Canbfwt brachte es auf 33 Stimmen.

§§ Vom höhere» Vogelsberg, 15. Juli. Die Heu- ernte in hiesiger Gegend ist so ziemlich beendet. Die Qualität war ziemlich gut, die Menge läßt dagegen mitunter etwas zu wünschen übrig. Die Preise für Heugra» waren durchschnittlich, sowohl bei Gemeinden wie auch bei fiskali­schen Versteigerungen sehr hoch. Winter- wie Sommerfrucht stehen prächtig. Auch Dickwurz«, Kohlraben« und Kraut- pflanzen stehen gut, ebenso der Flachs- und Sommerfameu.

nn. Darmstadt, 18 Juli. In der festlich geschmückten Militärschwimmschule fand heute Nachmittag vor versammeltem OfftziercorpS und in Anwesenheit de» DivifionS-Commandeur» das Abschwimmen der Schwimmschüler des 115. In- fanterie-Regiment» statt. Ein zahlreiche» Publikum wohnte dem Schwimmen bei, zu welchem die Capelle des Regiments coneertirte. Don den Schwimmschülern der drei Bataillone wurde zunächst ein Wettschwimmen mit je 20 Schwimmern veranstaltet, dem ein Mufterschwtmmen mit Sprung in» Basiin folgte. Interessant gestaltete sich das Springen in» freie Waffer von dem hohen Sturmbrett, bei welchem die Eleganz des einzelnen Springers gewerthet wurde. Hierauf folgte al» Beweis der vorzüglichen AuSbidung der Mann­schaft im Schwimmen baß Tauchen nach geworfenen Gegen­ständen und zwar zunächst im Einzelnen und später zusammen nach Zeit. Alle geworfenen Gegestände wurden von Tauchern rasch und sicher zu Tage gefördert und von dem Publikum mit Beifall begrüßt. Eine kleine humoristische Wasierpanto« mime, bei der die Mitwtrkenden, namentlich die Damen, viel Wasier zu schlucken bekamen, bildete den Schluß de» schönen Schwimmfestes. Als Sieger gingen aus dem Wettschwimmen hervor: 1. Bat.: 1. Preis, Gardist Schmitt, 3. Comp- 2. Preis, Gardist Fritz, Leib Comp. 2. Bat.: 1. Preis, Gardist Gunder, 7. Comp.- 2. Preis, Gardist Stumpf, 6. Comp. 3. Bat.: 1. Preis, Gardist Hartung, 9. Comp.; 2. Preis, Gardist Vieth, 9. Comp. Beim Springen vom hohen Sturmbrett innerhalb des Regiment« erhielt Gardist Keller, 3. Comp., den 1. Preis, und Gardist Vieth, 9. Comp., den 2. Preis. Im Tauchen innerhalb des Bassins nach geworfenen Gegenständen erhielt Gunder, 7. Comp., den 1. Preis, und Böhm, 2. Comp., den 2. Preis. Die Preise bestanden aus nützlichen Gebrauchsgegenständen und machten den Siegern sichtbares Vergnügen. Dem die Schwimm- schule leitenden Offizier wurde ein prachtvoller Rosenstrauß überreicht.

Mainz. 18. Juli. Der Müller Thomas von Nieder- Saulheim, der am verfloffenen Donner-tag bei seiner Ver­haftung einen Gendarm durch einen Revolverschuß lebens­gefährlich verletzte, fimulirt im hiefigen Gefängniß Geisteskrankheit und tobt bei Tag und bei der Nacht in seiner Zelle wie beseffen hin und her. Von allen Seiten wird Thoma» al» ein sehr gefährlicher Mensch bezeichnet, der in der ganzen Gegend gefürchtet ist. Anlaß zu dem Anfall auf den Gendarm gab ein verlorener Civilproceß, welcher die sehr begüterte Familie Thomas 6000 Mark kostete. Die Verletzungen de» Gendarmen find zwar sehr bedeutend, doch ist Hoffnung vorhanden, denselben am Leben zu erhalten.

Das Frühaufstehen der Schulkinder.

DieAllgemeine Deutsche Lehrerzeitung" enthält nach­stehenden beherzigenswerten Artikel:Das Frühauf­stehen der Schulkinder". Ein Vergleich mit der Ge­wohnheit de» Schlafen» zur Schulzeit, sowie während der Ferien, wttd fast in jeder Familie zeigen, daß unsere Jugend namentlich zur Sommerszeit infolge der Fülle von Licht und Wärme, sowie geräuschvoller Umgebung zu wenig schläft. Lange Nächte gewähren nicht nur Ruhe, sondern fie geben Anlaß zur Aufspeicherung von Sauerstoff, dem für das Ge­deihen aller Lebenskräfte unentbehrlichen Element. Petten- kofer uud Voir haben nachgewiesen, daß wir im Schlafe nicht nur allein halb so viel Sauerstoff verbrauchen, sondern auch fast doppelt so viel aufnehmen, als im wachenden Zu­stande. Das Reservoir, da« der Organismus durch den Schlaf al» erforderlichen Bestand an Sauerstoff für die Thätigkeit aufnimmt, wird bei der Jugend während der Schulzeit, insbesondere im Sommer, entschieden nicht hin­reichend gefüllt, obgleich der Körper gerade zu dieser Zeit jener Sättigung mit Sauerstoff am meisten bedarf. Un» verkenubare Zeichen von Schwäche, Schlaffheit, Unlust, Er­schöpfung find als die Folgen der großen Einschränkung des Schlafes bei Kindern von Aerzten und Lehrern vielfach beobachtet worden. Don diesen Erscheinungen zur Entstehung folgenschwerer Krankheiten ist nur ein Schritt:Wir müffen bedenken", sagt Dr. Kühner gelegentlich einer ausführlichen Abhandlung in der MonatsschriftHygieia", daß Blut« armuth, Bleichsucht, Skrophulose, Nervosität, kurz eine Menge tiefgreifender, hartnäckiger Störungen bei Kindern gewiß nur in seltenen Fällen auf einer Ursache, einem Verstoß gegen hygieinische Gesetze, fehlerhafter Nahrung, Mangel

an Licht, Luft u. s. w. beruhen, daß vielmehr da» Zustande­kommen von derartigen Erkrankungen desto leichter geschieht, je mehr ein Zufammentreffen gewiffer Schädlichkeiten im KindeSalter nachweisbar ist. Ich erachte am verderblichsten den andauernden Mangel an Schlaf. ES muß daher ein eifriges Bestreben Aller, die e» angeht, bilden, an maß­gebender Stelle dahin zu wirken, daß der Beginn des Schul­unterricht» im Sommerhalbjahr auf eine spätere Stunde festgesetzt und dadurch einem Uebelstande Abhilfe geschafft werde, deren Dringlichkeit namentlich von allen denjenigen Müttern empfunden wird, die ermeffen, wie schwer uud hart die Pflicht ist, die Kinder vorzeitig wachzurufen. Ein Kind sollte überhaupt nie im Schlafe gestört oder letzterer verkürzt werden. In England ist der Beginn der Schulen erst für 9 Uhr, namentlich für die jüngsten Klaffen festgesetzt.

Vielleicht ist eine Abhilfe erst da zu erwarten, wo schon große Fortschritte im Bereiche der Schulhygieine zu ver­zeichnen find. Die allen gesundheitlichen Anforderungen ent« sprechenden neuen Schulgebäude, die schönen Spielplätze und stattlichen Turnhallen, die Versorgung mit gutem Trinkwaffer, die Borschristen in Bezug auf Lufterneuerung, Reinlichkeit, geben Hoffnung zu der Annahme, daß auch hier Wandel geschafft werde."

AuS vorstehenden Ausführungen dürfte klar zu ersehen sein, daß t» Pflicht aller Eltern ist, ihre Kinder rechtzeitig zu Bette zu bringen. Ganz unverantwortlich ist eS aber, wenn Eltern mit ihren noch schulpflichtigen Kindern bi» zur Mitternachtsstunde in WirthShäusrrn, bei Concerten u. dgl. verweilen. Daß solche Übernächtigte Kinder am folgenden Schultage zu jeder Geistesarbeit unfähig find, haben leider die Lehrer in den Großstädten zur Genüge Gelegenheit zu erfahren. Auch wird vielen Lesern verständlich sein, daß daS Verbot des Verkaufs vou Blumen und Backwanten durch Kinder während der Abendstunden sehr berechtigt ist, abgesehen von den sittlichen Gefahren, die mit dieser Be­schäftigung verbunden find.

*P.A. Wetzlar, 17. Juli. In den Tagen vom 31. Juli bis 1. August begeht der hiesige Turnverein die Feier feines halbhundertjährigen Bestehens. In stürmisch bewegter Zeit gegründet, hat der Turnverein im Laufe der fünfzig Jahre mancherlei Schicksale erlebt. Er hat viele stolze und frohe, aber auch manche trübe und traurige Tage erlebt. Wie aber auch die Zetten fein mochten, immer war eS die getreue Wetzlarer Bürgerschaft, aus deren Mitte ihm stets von Neuem die Kräfte zugefloffen sind, die ihn befähigten, feine turne­rischen Aufgaben zu erfüllen. Auch heute steht ihm die Gunst der Bürgerschaft voll und ganz zur Seite. Sie hat es ihm ermöglicht, den bedeutungsvollen Act der Grund­steinlegung zum Bau einer neuen Turnhalle, der demnächst in Angriff genommen wird, der Jubelfeier alsbald folgen zu laffen. An den Vorbereitungen zu letzterer haben sich angesehene Männer aus allen Kreisen, die Spitzen der Be­hörden voran, betheiligt. Für den musikalischen Theil de» Festes find mehrere vorzügliche Capellen gewonnen, darunter diejenige der 11. Jäger au» Marburg. Da der Wetzlarer Turnverein mit den Brudervereinen unserer Nachbarstädte von jeher vortreffliche Beziehungen unterhalten hat, so darf erwartet werden, daß auch diese der an fie ergangenen Ein« ladung zu der Jubelfeier zahlreich Folge leisten werden.

* Schwanheim, 10. Juli. Der 27 Jahre alte Schlosser Heuser hatte zur Vorbereitung für das mittelrheinische Turnfest in Homburg auf dem Turnplätze am Mittwoch Abend, als es schon finster war, Hebungen am Pferd vor­genommen. Bei einem Längsprung schlug Heuser mit dem Leibe so gewaltig gegen den Schwingel, daß er sofort zu- fammenbrach. Gestern ist der BedauernSwerthe nach unsäglichen Schmerzen verstorben. Er hinterläßt eine Frau mit zwei Kindern.

Homburg v. d. H., 16. Juli. Ein Vermächtuiß von 170,000 Fr. hat Herr bei Castillo au» Havanna, zur Zeit in Nizza wohnhaft, bei hiefigen Stabt nach seinem Tobe zugesichert. Die Zinsen sollen zur Hälfte an baS DersorgungS- hau», zur anberen Hälfte zur Unterstützung verschämter Armen Homburgs Verwenbung finben.

Köln, 16. Juli. Außer in bet Lefegefellfchaft, bie bekanntlich um 97,000 Mk. gefdjäbigt würbe, sowie bei Ge­sellschaftErholung", finb nunmehr auch Unterschleife in ber Kaffe beS Kölner MännergesangvereinS entbeckt worben. Der Verein wählte bereit» einen neuen Kasfirer. DaS Deficit ist angeblich gebeckt worben. Die Untersuchung wegen ber Betrügereien bes Kasfirer» bei GesellschaftErholung" dauern noch fort. Wie e» scheint, wird die Summe der Uotet- schlagungeu den früher genannten Betrag von 47,000 Mk. um ein Beträchtliches übersteigen.

Berlin, 17. Juli. DieAllgemeine Fleifcherzeitung" schreibt: Die Kaiserliche Hofküche auf derHohen- zollern" befindet sich bekanntlich zur Zeit in Norwegen. ES dürfte unsere Leser interessiren, daß die Hofküche der Hohenzollern" daS Fleisch au» Berlin von dem bekannten Hofschlächtermeister Fritz Stra tS, Französischestraße 5, be­zieht. Hofcuriere begleiten stets den Fleischtransport. Einen Begriff kann man sich erst von dem Fleischverbrauch machen, wenn man erfährt, baß bie Sendung, welche vor einigen Tagen abgesandt wurde, 34 Centner betrug. Hiermit ist jedoch die ganze Verpackung einbegriffen. Die letzte Sen­dung wurde in zwölf Körben verpackt. Die Verpackung er­folgte derartig, daß unten Eisstücke, welche mit der Maschine zerkleinert sind, mit Sägespähnen vermischt werden, hierauf kommt ein leinenes Tuch und Pergament, darauf Fleisch und oben dieselbe Schicht von Pergament, Tuch und Ei» mit Sägespähnen. Die Lieferung erfolgt etwa alle acht Tage. So verpackt hält sich da» Fleisch mindestens vier Tage. Auf derHohenzollern" ist ein Kühlraum, wo daS Fleisch gefriert und noch langer erhalten werden kann.

* Siu höchst auffälliger Fall von Steuer-Zuquifitiou wird

au» einer hannover schen Stadt berichtet. Ein Bürger der Stadt U., der gegen seine Veranlagung zur Einkommen« steuer Berufung eingelegt hatte, erhielt folgende« Schreiben (Eilt!) Den 23. Juni 1897. Sie wollen sich sobald al» möglich hier einfinden, um über einen in ihrer Berufungs-An­gelegenheit zur Sprache gebrachten Punkt Aufklärungen zu geben. Der Borfitzende der VeranlagungS-Commisfion. (Unter­schrift.)" In höchster Spannung leistete der Adressat dieses Schreiben« der Einladung Folge und um wa« für einen Punkt" handelte e« sich? Er sollte Auskunft geben, au» welchen Mitteln die Kleidung seiner Frau bezahlt wird. ES wurde dem Herrn unverblümt angedeutet, daß sich seine Frau zu elegant kleide. Wenn diese Angabe wahrheits­gemäß ist, so würde fie beweisen, daß die vom Finanzminister v. Miquel erlassenen bestimmten Weisungen an die Steuer­behörden, sich belästigender Eingriffe in daS Privatleben ber Cenfiten zu enthalten, noch nicht allenthalben bie gebührende Beachtung gefunden haben. (Dtsch. Warte.)

* Der diesjährige BerbandSlag de» Deutschen Seiler- uud Reepschläger Verbandes wird am 27. und 28. August d. I. in Dessau im RestaurantWolsSschlucht", ASkanischestraße, stattfinden. Vollständiges Programm enthält dieDeutsche Seiler-Zeitung". Gleichzeitig wird auch eine Fachausstellung für daS Seilergewerbe mit dem VerbandStage verbunden sein, zu der die Betheiligung aller Lieferanten des Seiler­gewerbe» sehr erwünscht und sicher für fie vorteilhaft ist. Bedingungen und Antragsformulare sind sofort von dem Schriftführer des Verbände», Herrn Rich. Schoch, Chef- Redacteur berDeutschen Seiler-Zeitung", Berlin 0. 27., Schillingstr. 30, zu beziehen.

* München, 16. Juli. Bei Garching würbe im Wasser bie Leiche einer Frauensperson ber Kleibung nach einer Arbeiterin unb eine» neugeborenen Kinbe» gefunden, baß nach ärztlichem Befunbe im Moment be» Tobe» ber Mutter geboren würbe. Wer mag ben Jammer ermessen, der hier seinen Abschluß gesunden!

* Stuttgart." (Deutsche Fachausstellung für das Hotel- und WirthfchaftSwefen, Kochkunst und verwandte Gewerbe, 14.31. August 1897.) Mächtig schreiten die Vorarbeiten zu dem AuSstellungS Unternehmen voran, welches derStutt­garter WirthSverein" anläßlich der im August stattfindenden VerbandStage de»württ. Landesverbandes",desBunde« deutscher Gastwirthe unb ber Generalversammlung ber Sterbe­kasse" bes Letzteren unternommen hat. Da baßfelbe immer größere Dimensionen annimmt, ist ber ganze Platz vor ber Gewerbehalle benöthigt worben unb inmitten beßfelben wird sich der von ben Architekten Schmohl & Stähelin entworfene, einen Hauptanziehungspunkt ber Ausstellung bilbenbe Pavillon besStuttgarter Brauereibefitzer-VereinS" erheben, in welche« ca. 15 eilet Bierquellen fließen werben. In ber Halle selbst müssen bie leitenben Techniker bie sorgfältigste Eintheilung treffen, um bie weit über bie gehoffte Anzahl Anmelbungen hinausgehenben ca. 350 Aussteller unter zu bringen, umso­mehr als Plätze bis zu 70 Quadrat-Meter belegt finb. Ein reiche«, großartiges Bild wirthfchaftlichen Lebens wird sich den Besuchern der Ausstellung bieten und darthun, wie tief da» «GastwirthSgeweibe in daS gewerbliche Leben überhaupt einschneidet und wie von dem Floriren des Ersteren da» Wohlergehen des Letzteren abhängig ist. Zahlreiche Ehren­preise zum Lohne für hervorragende Leistungen find in dankens- werthester Weise von GastwirthSvereinen und Verbänden wie auch Privaten theilS schon gestiftet, wie in Aussicht gestellt, und auch der LooSabsatz ist ein äußerst befriedigender. Auch bie Veranstaltungen geselliger Natur, voran baS von der Stabt Stuttgart in freundlichster Weise in Aussicht gestellte Stabtgartenfest", bürsten bie Veranlassung bieten, baö An­genehme mit bem Nützlichen zu öerbinben unb in ben Tagen vom 1431. August bie Schritte ber einheimischen Be« völkerung sowohl, wie ber bes ganzen Laubes, recht zahlreich nach Stuttgart unb in bieDeutsche Fachausstellung de« WirthSgewerbeS" zu lenken, umsomehr, al» bieselbe ja diese» Jahr die einzige Veranstaltung größeren Stil» in Stuttgart« Mauern bildet.

Antwerpen, 17. Juli. Die Red Star Linie in Antwerpen macht bekannt, daß fie ben Passageprei» brütet Klaffe von Antwerpen nach New-Aork auf 120 Mk. unb von Antwerpen nach Philabelphia auf 110 Mk. ermäßigt.

Pari«, 19. Juli. Auf bem Jahrmarkt in Batignolle» würbe ber Besitzer eine» Schießstanbe» von einem ungeschickten Schützen erschossen.

Pari«, 14. Juli. Hier ereigneten sich mehrere Selbstmorbe von Kinbern. Ein 13 jährige» Mäbchen ertränkte sich, weil sein Vater, ben e» sehr liebte, vor längerer Zeit auf unerklärliche Weise verschwunden war. Ein 14 jährige» Mädchen ertränkte sich gleichfalls, weil durch 93er« brennen mit heißem Wasser die frühere Schönheit ihre» Gesichts gelitten hatte.

Wieviel Bronze braucht man zur Herstellung der Kaiser Wilhelms-Erinnerungs-Medaille und wieviel Meter von dem apfelfineugelben Bande fragt, bie Nat.-Ztg." und macht folgende Rechnung auf: Nach dem Etat für 1897/98 zählt daS deutsche Heer 594,894 Köpfe, bie Kriegsmarine 21,834 Köpfe, also beibe zusammen 616,728 Köpfe. Nun wiegt eine Medaille mit Ring 35 Gramm, 616,728 Medaillen haben also bie Kleinigkeit von 431 Ctr. 64 Pfunb Bronze. An Band benöthigt man für jebe Mebaille nach Vorschrift 20 Cmtr., für 616,728 also 123,345,60 Mtr. ober runb 123,5 Kilometer.

Allerhand Magenfrage». Berlin unb die Berliner werden anderwärts oft schlecht gemacht- nut ein« loben fie, bie bie Gastfreundschaft ber Reichshauptstabt in Anspruch ge­nommenhaben, fall ohne Ausnahme: nämlich bie Kochkunst an der Spree, und daß habet das Essen in kaum einer andern Großstadt gleich billig ist. Sin guterHappenpappen" versöhnt ja so oft die Gegensätze! Da» beste der Berliner Küche tft darüber find alle ehemaligen RestaurationSesser einig die sogen.Hausmannskost". Deshalb versprechen solide Speisewirthe an ihrem Aushängeschild sehr häufig, daß man

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