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in denen eS neben anderen pflanzlichen Herrlichkeiten jeden Tag „Klöße von riesiger Größe" flieht. Dazu herrscht kein Trtnkzwang und auch auf Trinkgeld wird ausdrücklich verzichtet. Mehr im Verborgenen blüht der „Privat-Mittags- nsch", eine Art table d’höte im Kleinen, die vor dem Wirths- hau-leben manchen Vorzug hat und namentlich bei Geschäfts- dameu beliebt ist. Wie in der Weltstadt alles ins Große geht oder wenigstens gehen soll, so giebt es dort schlesische und pommersche, holsteinische und rheinische Küchen, in denen die Landsleute sich zusammenfinden und nach ihrem provinziellen Leibgericht meist umsonst fragen. ES giebt auch keine Tage»- oder Nachtzeit, zu der man in öffentlichen Localen kein Esten erhält. Mit warmer Kost hapert es freilich etwas- nach Mitternacht einen „warmen Löffelstiel" zu erhalten, hat schon seine Schwierigkeiten. Doch deshalb braucht Niemand za hungern) Berlin zählt eine ganze Anzahl Locale, die auf Nachtschwärmer geradezu zugeschnitten find und hauptsächlich threr „Leichenkammer" wegen aufgesucht werden. So heißt nämlich in ihnen jener wenig wehr als einen Quadratmeter große Glaskäfig, hinter deffen Scheiben den Biererfüllten saure Häringe, Rollmöpse, Sardinen und ähnliche Katergenüste anlächeln. Für Mokka zu nächtlicher Stunde ist bekanntlich überreich gesorgt. Und wer dann noch nicht des Guten genug gethau hat, macht einen Abstecher in die ersten „Destillen", welche bereits um vier Uhr Morgens ihre gastlichen Pforten öffnen.
♦ DaS WachSthnm der Städte. In diesem Jahrhundert Hst fich die Bevölkerung folgender Städte verdoppelt: Amsterdam, Birmingham, Brüssel, Manchester und Rom. Sle hat fich verdreifacht in Kopenhagen und Marseille, ver- l'erfacht in Prag, Lyon, St. Petersburg, Parts und London, verfünffacht in Dresden, Köln, Breslau, Hamburg und Wien, rerfechsfacht in Leeds, Liverpool und Warschau, versiebensacht
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Der Verband der Herdbuch-Gesellschaften für da» Vogelsberger Rind auf der 11. Waader «uSstelluug der deutschen Landwirthschaft» - Gesellsche ft in Hamburg.
Verbands-Pläsidlum: Biedenkopf (Hessen-Nassau).
Wie seiner Zeit schon berichtet, hat sich im vorigen Jahre ein Verband der Herdbuch - Gesellschaften für das Vogelsberger Rind unter dem Vorsitze des Landraths v. Heimburg in Biedenkopf unb besten Stellvertreter Herrn Landwuthschastslehrer Leithiger in Alsfeld (Oberhesten) gebildet. Der Zweck des Verbandes ist die Verfolgung gleicher Zuchtziele im ganzen Veretnsgebiete — bis jetzt Prov'nz Oberhesten und die preußischen Kreise Biedenkopf, DillkreiS, Marburg, Kirchhain und Wetzlar — unb bie Herausgabe eines gemeinsamen gedruckten Herdbuches.
In diesem Jahre bat sich der Verband auf der Hamburger Ausstellung zum ersten Male der deutschen Landwirthschaft vorgestellt und gezeigt, daß er in der kurzen Zeit schon viel erreicht hat. Die diesmal gemeinschaftlich ausgestellten 39 Thiere — aus Oberhessen (Zuchtviehof Birgmühle) 16 unb aus dem Kreise Biedenkopf einschließlich einer Kuh aus dem Dillkreise 23 Stück — waren wie aus einem Guß und ließen deutl'ch die einheitlichen Zuchtbestrebungen erkennen. Belohnt wurde diese Leistung durch einen Preis für „Sammlungen von Verbänden" im Betrage von 600 Mk. Dieses Geld soll nach Abzuz der Anmeldungsgebühren vom Verbandspräsidium Biedenkopf zur Förderung der Zwecke des Verbandes, welcher sonstige Einnahmen nicht hat, verwenvet werden. In Hamburg galt es um die Einzelpreise dem Kampfe gegen das Harzer Vieh, vertreten durch die Herdbuch-Gesellschaft Andreasberg, die mit 17 Stück auf dem Platze erschienen war. In den Sammlungs- und Familienklassen wurde außerdem noch mit den erschienenen Repräsentanten der übrigen Höhen- und Gebirgsschläge Deutschlands, den Simmenthalern, Oberbadischem Fleckvieh, rothgelbe Frankem Glaner, Donnersberger und Siegerländer gewetteifert. Die Zugprüfung erstreckte sich auf sämmtliche Schläge Deutschlands.
9iad)ftebenb das für die Vogelsberger so überaus günstige Er- gebniß des Wettbewerbs:
Herdbuch-Gesellschaft Andreasberg: 5 Einzelpreise unb 5 Anerkennungen unb 1 Anerkennung bei den Famtlienpreisen, an Geld 475 Mark.
Zuchtviehhof Bingmühle, Oberhesten (Jul. Zimmer): 3 Einzelpreise, 6 Anerkennungen, 1 Sammlungs-, 1 Familienpreis und bei der Zugprüfung 1 Preis und 1 Anerkennung, an Geld 925 Mark.
Herdbuch-Gesellschaft des Kreises Biedenkopf (einschließlich der Kuh aus dem Dillkreis): 5 Einzelpreise, 3 Anerkennungen, 1 Sammlungspreis, 2 Familienpreise unb bei der Zugprüfung 1 Preis, an Geld 1435 Mark.
Verband der Herdbuch-Gesellschaften (zufammengestellt aus sämmtlichen Vogelsbergern): 600 Mark.
Somit erhielten zusammen die 39 ausgestellten Vogelsberger: 15 Geldpreise im Betrage von 2960 Mk. unb 10 Anerkennungen.
Während einzelne Harzer Kühe den Vogelsbergern überlegen waren und dadurch der Herdbuch-Gesellschaft Andreasberg eine der von der Stadt Hamburg ausgesetzten „Goldenen Staatspreis- Medaillen" einbrachte, so zeigte sich doch offenbar die Überlegenheit der Vogelsberger in den Sammlungen unb Familien dm Harzern unb auch den anderen Gebirgs- unb Höhenschiägen gegenüber. Die Ausstellung von Sammlungen und Familien, aus denen man Die einheitlichen Zuchtziele unb die durchzüchtete Raste erlernten will, sieben an Bedeutung den Bewerbungen um die Einzelpreise voran. Nicht zum Mindesten haben die Vogelsberger aus diesem Gebiet ihren Erfolg zu verdanken und hier haben Alle, die die Ausstellung m- schickt haben, ihren redlichen Antheil daran. Dieser Erfolg wird sie ermuthigen und aneifernd auf die übrigen Züchter deß Vogelsberger Rindes einwirken, auf dem eingeschlngenen Wege nicht Neven zu bleiben, sondern fortgesetzt weiter zu arbeiten auf dem Gebiete der Reinzüchiung nach den vorgzeichneten Zuchtziclen dieses edlen Rindes deutscher Höhenschläge. .
Ganz bed-utend trat auch die hervorragende Zugleistung Der Vogelsberger Kühe hervor. Von den 3 Preisen unb 1 Anerkennung, welche vertheilt wurden, erhielten allein bie Vogelsberger den 1. uno 3. Preis und die Anerkennung, während die Siegerländer Herdbuch- Gesellschaft ben 2. Preis erzielte. Dabet muß rwch erwähnt werden, daß die Herdbuch Gesrllschaft Biedenkopf das Mißgeschick hatte, daß die für die Zugprüfung bestimmte Handkuh des Gespanns wegen Erkrankung gegen eine andere Kuh auSgetauscht werden mußte. Auch die Person detz Fahrers wurde dadurch eine andere, da die Handkuh den Besitzer als Fahrer bestimmt. Daß das Gespann trotzdem, wo die beiden Kühe zum ersten Male zusammengespannt wurden, ben 3 Preis erhielt, kann nur für die große Zugleistung der
Nicht^unerwähnt darf auch bleiben, daß zwischen den nunmehr zu einem Verbände gehörigen Züchtern des Großherzogthums Hessen und der preußischen Kreise ein geradezu freundschaftlicher Wettstreit herrschte. Neidlos überließ man sich gegenseitig dte zuerkannten Preise, kamen sie doch der Vogelsberger Rasse zu.Gute, der die gemeinsamen Bestrebungen galten. Das bietet auch für dre Zukunft eine neue Gewähr für das Gelingen der angefirebten Ziele..Mochten auch diejenigen kleinen und mittleren Landwirthe des Höhenlandes des deutschen Westens, welche sich für eine bestimmte Raste noch nicht entschlossen haben, die Vorzüge deS Vogelsberger Rindes er- kennen und sich deffen voriheilhaste Eigenschaften zu Nutze machen.
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