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19/05/1897 Erstes Blatt
 
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16. Johann Heinrich Lang IIL, Laodwirth in Stockhausen. I laut der Verse und der aomuthigen Wiedergabe der zwe

17. Ludwig Konrad Theobald, Rentier in Bad Nauheim. Mädchenrollen verfehlte da- harmlose Schäferspiel doch nicht,

18. Richard Wörner, Kaufmann in Bad-Nauheim. 19. Andrea- Karl Keller, Landwtrth in Anger-back. 20. Heinrich Christian Löber, Laodwirth in Laubach. 21. Leonhard Hoos, Kauf­mann io Lauterbach. 22. Ernst Diegel, Laodwirth in Ehrings­hausen. 23. Georg Philipp Feuerbach, Gemeindeetnnehmer in Ockstadt. 24. Friedrich Ickes, Laodwirth in Eckartsborn. 25. Heinrich Appel L, Laodwirth in Kaulstoß. 26. Konrad Zimmer, Bäcker in Ltch. 27. Johannes Karle, Landwirth in Zeilbach. 28. Friedrich Lorenz, Weinhändler io Lauter­bach. 29. Bolbrecht Struth IIL, Fabrikant in Lauterbach. 30. Karl August Faber, Spengler in Gießen.

* Octroi. Nach dem Jahresbericht des Octroi-JnspectorS Mäser pro 1896/97 beträgt:

A. Da- Octrot-Einkommen der Stadt Gießen:

1895/96 1897/98

Von Schlachtvieh Mk. 31491.99 33749.55 Fleisch und Wildpret . . 4 789.59 5915.95

n Brennmaterialien . . . 29 298.54 31007.51

Mehl, Früchten, Backwaaren 31602.56 32 934.68

, Getränken 29127.83 29080.71

Im Ganzen . . . 126 310.51 132 688.40

In 1895/96 Mk. 126310.51

Mithin in 1896/97 mehr .

B. Die Rückvergütungen betragen: Für Schlachtvieh und Fletsch . Mk. 645.08 Brennmaterialten . . . 743.94

Mehl, Früchte, Backwaaren 17 782.38 Getränke 4886.31

An da- Militär 3063.67

6377.89

735.10

593.08

19226.79

5590.89

2921.44

Im Ganzen . . . 27 121.38 29067.30

In 1895/96 Mk. 27121.38

Mithin in 1896/97 mehr . 1945.92

C. Abschluß:

Bon dem Einkommen . . . Mk. 126310.51 132688.40 die Rückvergütungen ab . . 27121.38 29067.30

Bleibt .... 99189.13 103621.10

In 1895/96 Mk. 99 189.13 Daher in 1896/97 mehr . . 4 431.97

Bteberthalbaho. Einer Anfrage, die der Abg. Köhler und Genossen an Großh. Regierung richtete, liegt eine dem Antragsteller aus Gießen zugegangene Zuschrift zu Grunde, welche im Wesentlichen besagt, daß Einzelne durch die Aus­führung des Bahnbaues in ihrem Interesse und Vermögen geschädigt werden.Bet mir und vielen Anwohnern der Rodheimerftraße ist dies der Fall. Ich selbst bin vor mehreren Jahren von Lang-Gön! nach Gießen verzogen, habe mir dort ein Grundstück an der Rodheimerstraße gekauft, habe mir ein Haus darauf gebaut, welches mich ca. 20000 Mk. ge­kostet hat und habe nun noch drei Bauplätze ä fünfzehn Meter Front an der Hauptstraße liegen, welche ich nach und nach bebauen wollte. Da nun aber die Bahnlinie birect an meinen Grundstücken der Straße entlang geführt werden soll, tritt die Gefahr ein, daß dieselben gänzlich für mich rotwerthet und ich in meinem Vermögen ruintrl werde. Denn bereits jetzt schon haben mir meine Miether erklärt, daß wenn die Bahn zur Ausführung komme sie nicht länger mehr wohnen bleiben würden." Auch mit der Bitte, von Heuchelheim aus birect bie Bahn in ben Bahnhof der Main- Weser-Bahn etnmünden zu lasten, seien bie Interessenten nicht burchgedruogen. Abg. Köhler fragt baher bei Großh. Regierung an: 1. Sinb ber Großh. Regierung bie oben ge- schilberten Zustänbe bekannt? 2. Ist eS ber Großherzog­lichen Regierung noch möglich, bie Jnteresten unb Rechte btr Anwohner ber Rodheimerstraße zu Gießen zu wahren? 3. Ist eventl. Großh. Regierung bereit, die beregte Ange­legenheit einer eingehenden Prüfung zu unterwerfen und auch zu erwägen, ob eS sich überhaupt empfiehlt: a. Landstraßen im Allgemeinen als Fahrbahnen für Dampfmaschinen re. zu benützen, b. die so wie so schon schmale Lahnbrücke bei Gießen durch Ueberführung der Eisenbahn noch mehr zu verengen? 4. ob Großh. Regierung gewillt ist, die Kleinbahn-Gesellschaft eventl. zur Verlegung der Bahnstrecke hinter die Rodhetmer- straße und mit Einmündung in den vorhandenen Bahnhof zu veranlassen?

** Geverbebauk Gießen. In der gestern Abend statt­gehabten Generalversammlung der Gewerbebank, e. G. mit unbeschr. Hastpfl., erstattete der Vorsitzende des AusfichtSratheS, Herr Earl LooS, den üblichen Geschäfts­bericht, aus welchem zu ersehen ist, daß Betrieb und Stand des Geschäfts durchaus vertrauenerweckend sind. Wir wünschen dem Institut auch ferner Blühen und Gedeihen. Die auS- scheidenden Mitglieder des AufflchtSraihS: Daniel Heil, Heinr. Leib, Earl Berg, Louis Flett und Ehr. Leo wurden wiedergewählt. Dem Vorschläge des Auffichts- ratheS, an die Mitglieder der Gewerbebank auf deren ein­gezahlte GeschäftSantheile 6pEt. Dividende zu gewähren, wurde zugestimmt. Weiter wurde beschloffen, der Wittwe deS früheren Gewerbebankdieners W ä h r u m eine nach Beschluß der Generalversammlung widerrufliche jährliche Pension von 500 Mk. zu bewilligen.

Die Vorstellung, mit der der Theaterverein am SamStag die Aufführungen dieses Jahres beschloffen hat, war eine der glanzvollsten und beftgelunqenen der Saison. Die Kölner Gäste, die unS vorher nur Proben ihre« künst- lerischen Könnens in der hohen Tragödie und im ernsten Sittenstück gegeben hatten, zeigten diesmal, waS sie im zier­lichen Schäferspiel und im Charakterlustspiel leisten können und wir wären geneigt, diese Leistung als Ganzes genommen über da» früher Gebotene zu stellen. Voran ging daS Goethefche JugendftückDie Laune des Verliebten", in dem, wenn wir dem Literarhistoriker Goethe über den Dichter Goethe glauben dürfen, die thörichten Eifersüchteleien, mit denen dieser ein liebenswürdiges Mädchen, Käthchen Schön­kopf quälte, ihren dichterischen Nachklang gesunden haben. Der Inhalt bei Stückes ist ziemlich dürftig- dank dem Wohl-

unS in die behaglichste Stimmung zu versetzen. DerGeizige" wurde in DingelpertS Bearbeitung gegeben, bie, wie man eS ja schon von seinen Shakespearleiftungen gewohnt ist, gerne Rauhheiten unb Härten deS Originales glätten unb dadurch bieseS unserem Publikum vielleicht munbgerechter machen. Wir gestehen, baß wir einige dieser Härten, wie ben Fluch beS Vaters unb die Antwort deS Sohnes, bei der Aufführung ungern vermißten. Im Uebrigen bewies daS Moliöre'sche Stück seine seit zweihundert Jahren nicht ver­minderte Lebens- und Anziehungskraft. Die Aufführung war aus einem Gusse und zeigte eine Frische und ein Leben, wie man sie bei Lustspielen auf deutschen Bühnen nur selten findet. Herr Leo Connard als Harpagon trug in Maske und Spiel etwas stark auf, im Uebrigen und darauf kommt es doch im Grunde allein an führte er den Cha- racter, wie er ihn aufgefaßt hatte, glänzend durch und stattete ihn mit einer Fülle lebensvoller Züge aus. Wir schätzen diese Leistung um so höher, als Herr Connard vor Kurzem als Burleigh gezeigt hat, daß seine Begabung nicht auf solche Rollen beschränkt ist. Auch die übrigen Dar­steller und Darstellerinnen boten Gute-, theilweife Ausgezeichnete- und wir versagen e- unS ungern, sie einzeln anzuführen. Allein ein unerwartetes Hinderniß begegnet uns schon bei Harpagons Töchterchen Elise, dieser heiteren, klaren, verständigen und doch zärtlichen Französin, die den von dem germanischen abweichenden Mädchentypus MolivreS so reizend verkörpert. Die treffliche Schauspielerin, die die Elise imGeizigen" und Amine in derLaune des Verliebten" barstellte, führt in beiden Stücken verschiedene Namen. Der rathlose Kritiker weiß daher nicht, ob er Isa DuboiS oder Margarethe Brock seine begeisterte Hul­digung zu Füßen legen soll. Wenn wir die Vorstellungen des letzten Jahres überblicken, so finden wir, daß von den sechs Vorstellungen vier (die drei clasfischen Stücke:Emilia Galotti",Maria Stuart",Der Geizige" und Liebelei") entschiedene Treffer waren und auchBürger­lich unb Romantisch", trotzdem schon etwas stark ver­blaßt ist, als ein liebenswürdige- Bild der Zeit,al- ber Großvater bie Großmutter nahm", sehr wohl einen Abenb füllen durfte. Also auf sechs Vorstellungen nur eine, bie höheren Anforberungen nicht genügen konnte! Wahrlich ein Resultat, mit dem bie Leiter des Theatervereins unb, wie unS bedünken will, auch bas Publikum zufrieben sein bürste. Unter dem frischen Eindruck der Samstags-Vorstellung konnte der Kritiker den Wunsch nicht unterdrücken, ber nächste Winter, wo Gießen seinen Ehrgeiz befriedigt, ein eigenes Stadttheater zu besitzen, möchte uns eine Anzahl Vorstellungen von dieser künstlerischen Abrundung bringen, wie wir sie in diesem Jahr zu sehen das Vergnügen hatten.

Experimental-Vortrag. Im Saale des Safe Leib fand gestern Abend der erste der beiden angekündigten Demon- stration-vorträge über bie Wunder der Electricität unb Optik von Herrn W. Finn statt. Leider enttäuschte bie Interesselosigkeit unsere- Publikums für solch interessante-, durch die Art deS Vortrag- gemeinverständlich gemachtes Thema, denn nur ein kleines Häuflein hatte sich eingesunden. Trotzdem erledigte Herr Finn sein reichhaltiges VortragS- irogramm in fesselnder Weise und die Experimente wurden überraschend schön unb mit virtuoser Sicherheit und Geschick lichkeit vorgeführt. Den Schluß bildete ber Versuch, bie Totalreflexion des elecirischen Lichte- in einem gebogenen Wasserstrahl zu btmonftriren. Die heutige letzte Vorstellung deS Herrn Finn können wir nicht genug empfehlen. Die Experimente sind durchwegs geradezu glänzend. Die un­gemeine Reichhaltigkeit ber experimentalen Demonstrationen har unsere Erwartungen weit übertroffen.

** Im Rausch. Ein dem Trunk ergebener Mann von hier begab sich am Sonntag Abenb in angetrunkenem Zustänbe an den Bootsplatz an ber Lahn und erklärte ben ihm be­gegnenden Leuten, er wolle in die Lahn gehen und sich das Leben nehmen, weil er mit seiner Frau irn Unfrieden lebe. Sehr ernst muß er es doch nicht gemeint haben, er zog seinen Rock auS, ging aber nur bis an die Brust in baß Wasser unb ließ sich bann von zwei Herren heraußziehen. Die Polizei brachte den Lebenßmüden in daß Haftlocal und entließ denselben wieder, nachdem er seinen Rausch aus. geschlafen hatte.

* Diebstähle. Gestern Morgen wurde einer Frau in der Mühlgaffe ein Portemonnaie mit 21 Mark auß ihrer Wohnstube gestohlen. Ein beß Diebstahlß dringend ver- dächtiger Arbeiter auß Butzbach wurde am Bahnhofe, als er abreisen wollte, verhaftet. Einem Schneidergesellen wurde im Lause der vorigen Woche ein Sparkaffenbuch über 70 Mark unb ein Zehnmarkstück aus seinem Koffer gestohlen. Als beß Diebstahlß verbächtig wurde ein Schlascollege beß Be­stohlenen in Haft genommen.

**F. Die Uebergabe beß neuen Sportplatzes au der Hardt, sowie bie Einweihung beß neuen Versammlungß- zimmerß an bie Vorftänbe beß Curatoriumß der Renn bahn Gießen 1897 unb derWanberer" Gießener Rabfahr- Gesellschaft fand am vergangenen SamStag Abenb auf TextorS Terrasse" statt. In Vertretung beS Herrn Rechts- anwalt Dr. Jung eröffnete Herr Wilhelm Homberger bie Feier unb ertheilte sofort dem Haupte beS ganzen Unter­nehmens, Herrn G g. Bichl er das Wort. Derselbe führte ungefähr Folgende- au8: In richtiger Erkenntuiß der Be­deutung einer Rennbahn für die Hebung des Radfahrsports in Gießen faßten im Herbste vergangenen Jahre- die Herren Wilh. Homberger, Chr. Duill und Wild. Hamel den Ent­schluß, eine erstklassige Bahn in Gießen anzulegen; ein Entschluß, der bald auch zur Ausführung kam und zwar auf Grund eineß mit Herrn Bichler abgeschloffenen Ver­trags. Bald merkten jedoch die Unternehmer, wie große Schwierigkeiten sich ihnen in den Weg stellten und nur ber Gedanke, daß da-, waS andere SportSzweige, hauptsächlich Ruderer und Turner, geleistet unb erreicht haben, auch von

den Radfahrern geleistet werden kann, ließen die anfäng­lichen Befürchtungen bald schwinden. Auch in der technischen Anlage sei man auf große Schwierigkeiten gestoßen, war doch kein Vorbild da, nach dem man sich richten konnte unb war man doch nur angewiesen auf Unterredungen mit Technikern unb Rennfahrern- aber auch diese Hinderniffe wurden Überwunden, Dank dem Entgegenkommen Fremder und ber regen Thätigkeit der Erbauer. Für diese ihre Thatigkeit und Aufopferung zollt Herr Bichler warme Worte deS DankeS allen Denen, welche an dem Werke mitgearbeiter, besonders dem technischen Leiter beß ganzen Unternehmens. Herrn Jean Kröhler sowie Herrn Herbt aus Frankfurt a. W. nebst Arbeit-personal für bie vorzügliche Ausführung ber Cementarbeiten, welche trotz der Unbill der Witterung recht­zeitig fertig gestellt wurden. Um nun auch weitere Kreiie für die Bahn zu interessiren, erfolgte im Februar b. I. bie Gründung desKuratorium der Rennbahn Gießen 1897". Unter der Versicherung stets treu zur Sache zu halten und der Hoffnung Raum gebend, daß die Bahn am 30. Mai bie Probe gut bestehen möge unb baß ba- Ziel, ieHedu,g des Radfahrsports in Gießen erreicht werbe, übergab Herr Bichler bie Bahn an bie Vorftänbe beiber Vereine. Herr Hornberger übernahm unter Worten beß Dankeß an Herrn Bichler die neuen Anlagen mit Wirkung vom 1. April l. I. Durch daß großartige Entgegenkommen des Herrn Bichler fei mehr geschaffen worden, als man in den kühnsten Hoff­nungen erwartet hatte und man könne mit Beruhigung den Rennen am 30. Mai entgegensetzen. Aber nicht allein an die sportliche Seite hat Herr Bichler gedacht, sondern er versteht auch, die GemÜthlichkrit zu fördern. Zeuge hiervon ist das reizende VersammlungSzimmer derWanderer", welches Herr Bichler mit Scenen auß dem Radfahrwesen und mit dem Bundes- und Vereinsabzeichen hat schmücken lassen. Mit einem dreifachenAll Heil" auf bie Familie Bichler schloß Herr Hornberger seine Ausführungen. Herr W. Weiß toastete auf baS gute Einvernehmen zwischen Curatorium unbWanderer" unb Herr Jean Kröhler widmete feinAll Heil" den Hoffnungen, welche mit der Uebernahme der Bahn verknüpft sind. Nicht unerwähnt mögen die Solovorträge des Herrn Hüttenberger (Violine) bleiben, wie man überhaupt der Musik bie höchste Anerkennung für ihre Leistungen zollen muß. Vorträge wechselten mit Gesängen ab unb hielten bie Theilnehmer noch bis zu früher Stunbe zusammen, benn erst bei TageS- grauen traten bie letzten den Heimweg an.All H:il"!

** Eröffnung bei Haltepunktes Wißmar. Am 1. Juni d. I. wird an ber Strecke Lollar-Wetzlar, zwischen ben Stationen Lollar unb LaunSbach, ber Haltepunkt Wißmar eröffnet- derselbe dient nur sür Personenverkehr. Die Ausgabe ber Fahrkarten erfolgt burch bie Zugführer und erstreckt sich nur auf den Verkehr mit den Stationen, welche an der vorgenannten Bahnstrecke liegen.

** Feuerloschstatistik Im abgelaufenen Jahre betrug bie Zahl ber freiwilligen Feuerwehren im Großherzog- thum Hessen 258, der Pflichtfeuerwehren 693, mit 60374 Mil- gliedern unb 28 667 HilsSmannschaften. An Spritzen waren in 937 Orten 1635 vorhanden. Wasserleitung befand sich in 64 Orten. Die Zahl der Brände betrug 1891 95 1580. Dann entfallen auf die Städte Mainz 207, Darmstadt 112, Offenbach 40, WormS 32, Gießen 24, Alzey 10. In ber gleichen Periode betrugen die Ausgaben für Feuerlöschzwecke 1 173024 Mk., wovon bie Gemeinben 1048 767 Mk. auf­brachten.

* Ausstellung deutscher Städte. Eine Conserenz von Vertretern deutscher Städte soll im Anschluß an den Congr-ß für Wohlfahrtspflege zu Karlsruhe stattfinden Gegen- stand dieser Besprechung wird der vom Magistrat von Karls­ruhe gestellte Antrag fein, daß sämmtliche deutschen Städte mit über 10,000 Einwohnern sich zu einer Coll ctio-AuS- Rettung zusammenschließen, bie auf ber Pariser Ausstellung in Zeichnungen, Modellen u. s. w. ein anschauliches Bild von den Fortschritten ber deutschen Gemeinwesen, besonders auf dem Gebiete ber Hygiene, geben.

* Wetterbericht. Die Depression im Süben hat fich )eute nordwärts gegen Frankreich noch mehr auSgebreitet unb liegt ein flaches Centrum über bem Golf von Genua, während sich daß gestern über Ungarn gelegene ziemlich aus- gefüllt bat. Dabei ist auf unserem Gebiete ein schwaches Luftdruckgesäll- von Nordosten gegen Südwesten entstanden, o daß bei Nordwest Winden stellenweise ausgeklärt hat. Die Temperaturen haben über Central-Europa wieder rasch ugenommen. Voraussichtliche Witterung: Wolkiges, unächft noch nicht beständige! Wetter.

Friedberg, 16. Mai. Heute Morgen 81/, Uhr wurden >ier mehrere Tausend Brieftauben aufgeiaffen, die von köln in vier Eisenbahnwaggon! hierhergeschickt worden waren. Zu diesem Schauspiele hatten fich viele Zuschauer am Bahn- lofe eingesunden. Die Thierchen tummelten fich kurze Zeit Über der Stadt, um bann in nordwestlicher Richtung zu ent­eilen. Von unserer breiten Kaiserstraße aus sah ba! Ge­wimmel ber Tauben in ber Lust reizenb au!.

4- Geiß Nidda, 18. Mai. Die vor einem Vierteljahr erfolgte Wahl des Laudwirth! Adolf Lind dahier zum Bürgermeister unserer Gemeinde hat nun die obrigkeit­liche Bestätigung gefunden. Demselben dürste sonach auch da- Amt deß Ort-gericht-vorstehers unb Stanbelbeamten demnächst übertragen werden.

AlSfeld, 16. Mai. In Wien beging an 10. Mai Herr Carl Berck, Chef der Firma C Berck, ein geborener Ilsfelder, fein 25jährigeS Jubiläum als Repräsentant der weltbekannten Liebigs Fleischextract Gesellschaft. von Seiten einer zahlreichen Freunde und Bekannten in der Geschäfts­welt wurden an diesem Tage Herrn Berck, der sich um die EinsÜhrung bei Liebig'schen FleischextrackeS in Oesterreich- Ungarn die größten Berbienste erworben, warme Sympathie­bezeugungen zu Theil.