Ausgabe 
19.2.1897 Erstes Blatt
 
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Wie», 17. Februar. Der Pariser Correlpoudent der "neu Freien Presse" hatte eine Unterredung mit dem russischen Militär-Attache, Oberst Peschkow. Letzterer er­klärte, daß die griechische Regierung zu ihrer jetz'gen Hal­tung uur durch die politischen Agitatoren gebracht wurde. Die griechische Regierung habe sich früher mit deu Agita­toren absolut nicht abgegeben und betrachte auch jetzt noch Kreta alS eine unhaltbare Last. Die griechische Bevölkerung von Kreta wolle auch keinen Anschluß au Griecheulaud, son­dern möchte am liebsten unter deu Schutz der Großmächte gestellt werden, damit endlich einmal Ruhe und Frieden auf der Insel hergestellt werde. Weiter demevtirte Peschkow alle Nachrichten von einem bevorstehenden Einlaufen der russischen Flotte im Bosporus, sowie auch dtejeuigen betreffend eine Berproviautirung der russischen Botschaft auf längere Zeit.

Wien, 17. Februar. DasFremdenblatt" schreibt: Au» Creta kommen Nachrichten über Bewegungen und Actionen der Aufstäodtscheu und der von dem Obersten VassoS geführten griechischen Truppen, denen Griechenland Verstärkungen nachsendeu will. Dem gegenüber haben die Befehlshaber der internationalen Kriegsflotte daS Wort. Die Diplomaten haben daS ihrige gethan, indem sie die Athener Regierung gewarnt haben. Im äußersten Falle find die Ad­miräle angewiesen, ihre Thätigkeit im PträuS selbst fortzu- setzen. Man hofft tudeffeu, daß diese Nothwendigkeit nicht etotreten wird.

Triest, 17. Februar. Der DampferJllyria" der austro amertkanischen Liute, auf der Reise von New Orleans nach Triest begriffen, ist seit 14 Tagen überfällig. Mau befürchtet, daß er im Ocean zu Grunde gegangen ist.

Brüssel, 17. Februar. Gestern sind in Antwerpen abermals 12,000 Gewehre nach Griechenland ein- geschifft worden. Gerüchten zufolge beabsichtigt der König daS Parlament aufzulösen, um die HeereSreformfrage der Entscheidung der Wähler zu überlasten.

Pari», 17. Februar. Der hiesige griechische Lega- tiooSsecretär Christi des erklärte einem Journalisten, der Sultan trage die ganze Verantwortlichkeit für die Un­ruhen auf Kreta, weil er die versprochenen Reformen utcht durchführen wollte. Er glaube und hoffe, daß Griechenland nicht eher nachgeben werde, bis die Griechen auf Kreta von dem türkischen Joche befreit sein werden.^

Paris, 17. Februar. In deu Waudelgäugen der Kammer wird die Lage auf Kreta eifrig besprochen. ES herrscht allgemein die Ansicht, daß an demselben Tage, wo von einem französischen Schiffe ein Kanonenschuß gegen die Griechen abgefeuert werde, die Regierung, welche die Verantwortung hierfür trage, gestürzt werde, noch ehe sie im Parlament erschienen wäre.

Pari», 17. Februar. Der Direktor der Ottoman-Bank io Konstantinopel, der sich gegenwärtig in Paris befindet, erklärte, daß zur Zeit keinerlei Unruhen in Kon­stantinopel zu befürchten seien.

London, 17. Februar. Die parlamentarische Commission, welche mit der Untersuchung de» James on-Eins alles be- auftragt ist, trat gestern in Westmtnfter-Hall zusammen. Cecile Rhodos leistete zuerst eineu Eid uud wurde dauu des längeren über die Lage der Chartered Companys vor der Jameson'scheu Expedition vernommen.

London, 17. Februar. Im Unterhause erklärte Lord Balfour eS für eine unbedingte Nothwendigkeit, die Inte­grität des türkischen Reiches vollständig zu wahren.

Madrid, 17. Februar. Aus Manilla werden zwei bedeutende spanische Stege über die Insurgenten der Phtltpptoen'Jnseln gemeldet. Bet denselben verloren dte Insurgenten 400 Mann.

Athen, 17. Februar. DaS griechische ExpeditionS- corpS marschirt gegen Kanea. Da aber die Flaggen von sechs Mächten auf den Wällen der Stadt gehifft find, können dte Griechen nichts unternehmen.

Athen, 17. Februar. Nunmehr find auch dte beiden letzten Jahrgänge der Marine-Reserve etnberufeu worden. Zum Befehlshaber der See-Strettkräfte wurde der Admir^s Sramatellos ernannt.

Athen, 17. Februar. Auf dte erneuten friedlichen Vor­stellungen der Gesandten zweier Großmächte bet der griecht- schen Regierung, behufs Beendigung des ConfltctS zwischen Griechenland und der Türket, ihre Truppen von Kreta zurückzuziehen, erwiderte der Minister des Aeußereu, dte Truppensendungen trügen keinen aggresfiveo Character, sondern bezweckten nur dte Beruhigung deS Landes und Be­festigung des Friedens.

Belgrad, 17. Februar. Sämwtliche Reserve-Offi­ziere aller Waffengattungen wurden zu einer vterwöchent- llchen Uebung ein beruf en.

Belgrad, 17. Februar. Wie aus Pirot gemeldet wird, rüsten dte bekannten bulgarischen Agitatoren Gebrüder Jbauoff ein großes Frei-Corps auS, um mit demselben in Mace- donien einzufallen.

Konstantinopel, 17. Februar. In Folge der Weigerung Griechenlands, dte Rüstungen etnzustellen und nach­dem in Macedonten und Thessalien dte Situation durch grte- chische Agitatoren auf einen bedenklichen Stand gebracht ist, beschloß dte Pforte die Mobilifirung von drei Armeecorps und der gesammten Flotte.

Berlin, 18. Februar. Wie derLocalaoz." meldet, hatte der StaatSsecretär Marschall gestern eine Unter­redung mit dem griechischen Gesandten. ES han­delte fich um die Beschwerde wegen der verzögerten Bestellung amtlicher an dte griechische Regierung gerichteter Depeschen- darin liege eine Verletzung der Berner Convention. Der Gesandte erwiderte, daS Postamt zu Athen sei so überlastet, daß selbst dte offictellen Telegramme der griechischen Regie­rung starke Verzögerung erlitten. Eine böse Absicht habe nicht vorgelegen.

Berlin, 18. Februar. Der gestrige Subscripttons­ball tm Opernhause nah» deu üblichen glänzenden Verlauf.

DaS Saiserpaar erschien um 91/, Uhr, worauf der Ruud- gang erfolgte. Hierauf begann der Tanz. Der Kaiser be­gab sich später in die Dtplomatenloge, um dte Botschafter und Gesandten zu begrüßen, daselbst verweilte der Monarch über eine halbe Stunde. Er sprach besonders lange mit dem türkischen Botschafter allein, ohne Zweifel über die Si­tuation auf Kreta.

Athen, 18. Februar. Ein Schiff mit dem Prinzen Nicolaus und 8 Geschützen an Bord ist nach Thessalien abgegangen zur Aushebung der Reservemarine der Jahr­gänge 1873/74.

Kanea, 18. Februar. DaS griechische OperationS- corps des Obersten VassoS liegt unthätig vor Kanea. Dte Großmächte landeten gemischte Truppenabtheilungen in Kandta, Rethymo und Sitia und ersuchten dte griechtschen Consule, diese Punkte fretzugeben und von jeder Action ab­zustehen. _____________

H. Athen, 18. Februar. Der Minister deS Aeußereu verständigte die Vertreter der Großmächte, daß Griechen­land bet seinen Beschlüffeu beharre. ES berufe weder Truppen, noch die Flotte zurück, eS sei vielmehr Befehl er- theilt worden, die Truppensendungen nach Kreta zu beschleu­nigen. Dte Union Kreta« mit Griechenland werde aufrecht­erhalten.

CocaU» und provinzielles.

Gießen, den 18. Februar 1897.

* * Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben den Fretherrn Volprecht Rtedesel zu Etsenbach zum Oberhofmeister Ihrer Köntgl. Hoheit der Großherzogin zu ernennen geruht.

* * Organisation der LandeSuniverfität. Wie Großh. Ministerium des Innern bekannt giebt, haben mit Genehmig­ung deS Großherzogs dte tm Jahre 1879 über dte Organi­sation der Landesuntverfität erlassenen Bestimmungen bezüg­lich der Wahl des Rectors eine Abänderung erfahren.

* * Schwurgericht. Behufs Bildung der Spruchliste für dte am 8. März beginnende Sitzungsperiode des Schwur­gerichts wurden gestern folgende Namen der Hauptgeschworeuen aus der Jahresliste für 1897 gezogen:

1. Bernbeck, Karl, Wilhelm, Friedberg.

2. Hahn, Karl Pachter, WeningS.

3. Klingfpoor, Karl, Gießen.

4. Roth, Otto, Gießen.

5. Luh, Johan V., Großen Linden.

6. Bierau, Karl, Friedberg.

7. Altmannssperger, Philipp Wilhelm, Friedberg.

8. Schmalbach, Heinrich VI., Crainfeld

9. Pflug, Georg, Professor, Gießen.

10. Christ, Louis, Griedel.

11. Bogt, Gustav, Butzbach.

12. Rtedesel, Friedlich, Frhr. zu Etsenbach in Lauterbach.

13. Stesfan, Heinrich VI., Gettenau.

14. Weiß, Georg II., Altenburg.

15. Beck, Karl Valentin, Alsfeld.

16. Schneider, Karl I., Büdingen.

17. Stein, Konrad, Windhausen.

18. We tdner, Sebastian, Herchenhatn.

19. Schmidt-, Heinrich Conrad, Londorf.

20. Heil, Heinrich I, Qucck.

21. Görtz, Karl, Friedberg.

22. Löberich, Heinrich II., Eberstadt.

23. Bornemann, Richard, Obbornhofen.

24. Lung, Konrad III., Wohnbach. .

25. Maser, Wilhelm, Selters.

26. Seum, Hermann, Fauerbach b. Nidda.

27. Rupp, Konrad Jacob, Dortelweil.

28. Schneider, Dito, Inheiden.

29. Weil, Konrad III., Langgöns.

30. Helm, Friedrich, Gießen.

* Jubiläum. Der Werkmeister D. Wehrum auf dem Gießener Braunstein-Bergwerk feiert heute, 18. Februar, sein 40jähri geS Dtenstjubtläum. Er hat stets ganz er- prteßltche Dienste geleistet- sein Principal und Director halten große Stücke auf ihn und er ist hochgeachtet, sowohl von den Mitbeamten, als auch von den Arbeitern. Wie wir hören, hat die Werkleitung ihm dte herzlichsten Glückwünsche dargcbracht unter wärmster Anerkennung seiner auSgezeich- neten Leistungen während seiner 40 jährigen Thätigkeit, bet welcher Gelegenheit, wie wir hören, dte practische Sette nicht übersehen worden ist. Glück auf!

Tauz.Erlaubuiß. In den Berichten über Gesuche um Erlaubniß zur Abhaltung von öffentlicher Tanzmusik haben dte Bürgermetstereten nach neuerdings erlassenen Au- Ordnungen neben den sonstigen Bemerkungen auch anzugebeu, > an dem Tage, für welchen um Tanzerlaubntß nachgesucht wird, die Feier des heiligen Abendmahles nicht stattfindet.

* Dte diesjährige Trurral Versammlung de» Hess. Lau- be»lehrervereiu» wird nach Beschluß des Vereinsvorstandes u der Osterwoche in Bensheim abgehalten werden. Dte Delegirten der Bezirksvereine tagen am Mittwoch, 21. April, im Saale der RestaurationHutmacher" dort- tm gleichen Locale findet am Abend desselben Tages der Festcommer» tatt. Dte Hauptversammlung tagt am Donnerstag, 22. April, tm großen Katsersaal deS HotelsZum Deutschen HauS" in Bensheim. Referate für diese Versammlung haben dte Herren Taubstummen.Lehrer Mink von BenShetm und Lehrer Hartlev von Mainz übernommen.

HtlfSverein vom Rotheu Kreuz. Am Freitag hat im Städtischen Saalbau zu Darmstadt eine allgemeine Sitzung der Delegirten der größeren Zweigvereine des Hessischen HilfSveretnS vom Rothen Kreuz und deS Vorstandes des AlicefrauenVereins für Krankenpflege ftattgefuuden, dte von dem Vorstaude des ersteren zwecks Berathung einer einheitlicheren und bestimmteren Organisation einberufen worden war. Zu der Versammlung hatten sich fünf Vor-

ftandSdamen de» AttcefranenveretnS mit Frau Geheimrat Strecker an der Spitze und Herr Dr. med. Bennighof, de* Vorstand de» HtlfSverein» vom Rothen Kreuz, Vertreter von Gießen, Friedberg, Bad-Nauheim, Mainz, Offenbach a. M., Worms und Bingen, sowie Herr Pfarrer Steiner vom Darmstädter Dtacouissenhau» Elissbethenstift, tm Ganzen 19 Herren, etugefunden. Nach einer Begrüßung der Er- fchtenenru durch den Vorsitzenden wurde in die Berathung eingetreten, als deren Resultat der Vorsitzende später dte folgenden Punkte zusammenfaffen konnte: 1. man müsse thunltchft BerufSpflegerinoen zu gewinnen suchen. 2. Es ist erwünscht, Helferinnen theoretisch und praktisch vorzubilden. ES empfehle sich daher, daß Alicehospital, Elisabethensttft, die Hospitäler und Kliniken in Gießen, Bad Nauheim, Offen­bach, WormS, Mainz rc. so und so viele Pflegerinnen auS- zubtlden unternähmen und mindestens, sobald Kriegsgefahr fich zeige, mit den Cursen beginnen möchten. Sache der einzelnen Zweigvereine sei eS, festzustellen, ob an ihrem Orte einen solchen Cursu» einzurichteu fich ermöglichen läßt, oder fich wenigstens für den Kriegsfall eines gewissen Bestände» von Frauen und Jungfrauen, dte zur Krankenpflege bereit seien, zu sichern. Zu der Frage der Gewinnung der Pflege­rinnen nahm auch Herr Medicinalrath Dr. Köhler da» Wort. Derselbe betonte, daß die Frage der Gewinnung von Pflegerinnen eine reine Finanzfrage sei. Er glaube nicht, daß die Anstalten mit den Kosten belastet werden könn­ten. Wenn der Verein vom Rothen Kreuz dte nötigen Gelder dafür flüssig mache, so werde der gute Wille dafür sicher vorhanden setn. Zu der Erörterung der Frage, ob Kräfte deS Rothen Kreuze» für Reserve-Lazarethe verwendet oder ob Vereins-Lazarethe gegründet werden sollten, nahmen die Herren Fabrikanten Wecker und Henle-Offenbach da» Wort, Herr Wecker führte aus, der Verein Offenbach habe sich dagegen ausgesprochen, irgend eine Thätigkeit in den Reserve-Lazarethen zu entfalten- er habe fich vielmehr für Errichtung eines Vereins LazarethS mit 120150 Betten ausgesprochen. Sehr schwierig sei die Frage der ärztlichen Hilfskräfte, da die Mehrzahl der Aerzte noch In miliiär- pflichtigem Alter stehe. Herr Henle meinte, eS dürfte ge- rathen fein, daß der Vorstand deS HilfSoereinS mit der obersten Sanitätsbehörde deS 11. Armeecorps fich wegen der tm Nothfalle zur Verfügung stehenden Militärärzte jetzt schon in Verbindung setze. Die Berathung der wetteren Tagesordnung wurde schließlich vertagt und dte Sitzung in vorgerückter Stunde geschloffen.

* Lehrer für Afrika. Da» auswärtige Amt in Berlin läßt gegenwärtig lt.Offb. Ztg." durch dte Regierung»- behörden Umfragen bet den Schulaufsichtsbehörden nach Lehrern veranstalten, dte bereit wären, in den Colontaldienst nach Afrika zu gehen. ES wird denselben ein Gehalt von 46000 Mk. in Ostafrtka und von 5000 Mk. für Kamerun und Togo zugefichert. Außerdem erhalten die Lehrer, welche fich zur Uebernahme einer Stellung verpflichten, 1000 Mk. Ausrüstungsgeld und freie Reise. Bedingung ist ein Alter von nicht unter 24 und nicht viel über 30 Jahren. Bewerber müssen fich außerdem einer guten Gesundheit er­freuen und Tüchtigkeit tm Amte nachweisen. Die B rträge schließen eine Verpflichtung von 2 bi» 21/, Jahren in fich.

* Wetterbericht. Die Depression, welche gestern vor der nördlichen norwegischen Küste lag, zieht weiter gegen den hohen Norden ab und steht durch einen furchenartigen Aus­läufer mit der Depression in Rußland in Verbindung. Uebet dem Nordseegebiet und dem Nordosten Deutschlands weben mäßige bis frische östliche und nordöstliche W'nde. Das Maximum schwindet rasch wieder zusammen und hatte daselbst heute Morgen einen Kern über dem Alpengebiet. Dabei be­stand jedoch über dem nördlichen Aipen-Vorlande eine flache Theildepression. Dementsprechend hatten auch die Hochstationen wolkenloses Wetter. Voraussichtliche Witterung: Thetls heiteres, theilS nebeliges Wetter- tagsüber kühl, NachtS Frost.

Grunberg, 16. Februar. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde in der RestaurationZum wilden Mann" im Gastzimmer der größte Theil der auf dem Buffet stehenden Biergläfer zertrümmert, auffälliger Weise, ohne daß Jemand im Hause von dem ganzen Vorfall etwas hörte. Zur Ermittelung des oder der Thäter fehlt bis jetzt jeder Anhaltspunkt. Die hiesigen Metzger scheinen, laut Darmft. Ztg.", fich jetzt Concurrenz machen zu wollen. Wahrend in der Regel nur Rinder geschlachtet werden, offeriren nun zwei Metzger prima Mastochsenfleisch zu 66 Psg. daS Pfund. Wohl infolge dessen Haden fich die meisten anderen Metzger zur Herabsetzung der Preise deS Rind- fleischeS von 60 auf 50 Psg. da» Pfund entschlossen, wa» von den Consumenten mit Freuden begrüßt wird.

+ Seih-Nidda, 17. Februar. Gestern starb hier unsere älteste Einwohnerin, die von hier gebürtige Fran Joh. Philipp Melchior Ulrich Wiitwe, im 88. Lebensjahre nach ganz kurzem Krankenlager.

W. An» bet Wetteran, 17. Februar. In dem benach- barten Bingenheim kam gestern Nachmittag ein sehr bedauer­licher Unglücksfall vor, der wieder einmal zeigt, wie vor- tchtig man bei kleinen Kindern sein soll. Ein Topf mit lebend heißem Kaffee stand aus dem Tische und daneben be- and sich ein Kind in feinem Wagen. Das Kind erhob fich und riß den Topf mit der glühenden Flüssigkeit über fich, wodurch e» sich den Körper an verschiedenen Stellen heftig verbrühte.

-a- Romrod, 17. Februar. Wie in vielen anderen Orten, so hat fich auch hier der Staar theilweife al» Standvogel" eingewöhnt. Alljährlich bleibt eine größere Anzahl unserer ob ihrer Nützlichkeit so geschätzten befiederten Freunde über Winter da. Leider gehen aber immer viele dadurch zu Grunde, indem sie von oben in die Kamine ge­raden und so einen qualvollen Tod finden. AuS den Kaminen deS Großherzoglichen Schlosse» hat Herr Schloßverwalter Haack diesen Winter über 70 Stück hervorgeholt, die meisten