orden 2. Klasse: Langenmeyer, Commandeur des LandwehrbeztrkS Frankfurt a. M.; — den König!. Krouenorden 3. Klasse: Detring, Commandeur deS Landwehrbezirks Gießen, v. De wall, Commandeur deS Groß. Hess. Train Bataillon- Nr. 25, E m m i ch, Commandeur deS Hess. JägerbataillouS Nr. 11, HtnniuS, Commandeur des Landwehrbezirks Mainz, Hof, Oberstlieutenanr im Inf.« Regt. Nr. 138, v. Wedel, Commandeur des 1. Groß. heff. Dragoner-Regts. Nr. 23; — den Königl. Kronenorden 4. Klasse: Höhnke, Ober-Roßarzt im 1. Großh. heff. Dragoner-Regt. Nr. 23, St a mm, Zahlmeister beim 1. Großh. heff. Inf. Regt. Nr. 115; — daS Allgemeine Ehrenzeichen in Gold: Schlunke, Mufikdirtgent im Heff. Feldartillerie-Regt. Nr. 11, Haaß, Wachtmeister im ersten Groß. heff. Dragoner-Regt. Nr. 23, Hecht, Mufikdirigent im 1. Hessischen Husaren-Regt. Nr. 13, Ost, Feldwebel im 3. Großh. heff. Jufanterie-Regt. Nr. 117, Stern, Ober- Fahnenschmied beim Großh. Hess. Feld-Artillerie-Regt. Nr. 25.
** Der 400 jährige Geburtstag Philipp Melauchthous wird am 16. Februar von der LandeS-Universität gefeiert werden. Die Festrede ist dem Decan der theologischen Faculiät Geh. Ktrchenrath Prof. D. Köstlin übertragen worden. Ebenso werden die Universitäten zu Berlin, Halle und Heidelberg Feiern abhalten, während an anderen die Feier von den rheologischeu und philosophischen Facultäten veranstaltet werden soll.
♦♦ Ueber die in Ausführung der Soeialpolitischen Gesetze in Gießen bestehenden Einrichtungen theilen wir aus dem BerwaltungSberichte Großherzoglicher Bürgermeisterei für 1895/96 folgendes mit: 1. Bet der Krankenversicherung kommt für die städtische Verwaltung neben den bestehenden 14 Betrtebskrankenkaffkn und einer JnnungSkraukenkaffe die Ortskrankenkasse in Betracht. Dieselbe hatte im Jahre 1895 durchschnittlich 2778 männliche und 408 weibliche Mitglieder gezählt, mit 14,672 KrankheitStagen der männlichen und 3889 der weiblichen Mitglieder; gestorben sind 27 Mitglieder. Die Kasse hatte 1895 an Einnahme aufzuwetsen: Kaffenbrstand Mk. 3850.98, Zinsen Mk. 762.60, Gesammtbeiträge Mk. 48,599.95, Ersatzleistungen Dritter Mk. 298.93, Sonstiges Mk. 2097.87, aus verkauften Werthpapieren Mk. 2037.15, zusammen Mk. 57,647.48; an Ausgaben: Aerztliche Behandlung Mk. 9111.21, Arzneien und sonstige Heilmittel Mk. 5654,31, Krankengelder Mk. 12,916.72, Unterstützung an Wöchnerinnen Mk. 362.04, Sterbegelder Mk. 1208, Verpflegungskosten in Kranken-Anstalten Mk. 2679.65, Vorlage an BerufSgenossenschafteu Mk. 399.76, zurückgezahlte Beiträge Mk. 272.01, Verwaltungskosten (worunter 1507 Mk. für Geschäfte der Alters- und Jnvaliden-Verficherung) Mk. 5932.38, sonstige Ausgaben Mk. 1321.29, Kapitalanlage Mk. 13,028.95, zusammen Mk. 52,886.22. Das Capitalvermögen der Kaffe betrug Ende 1895 Mk. 31,710.28 und hat sonach nunmehr die Summe der Zehntel der Beiträge überschritten, welche nach § 32 des KrankenverficherungsgesetzeS seit Bestehen der Kaffe alljährlich mindestens hätten dem Reservefond zugewiesen werden müffen; die zwangsweise Außerkraftsetzung deS ganzen, freie ärztliche Behandlung und Arznei für die Familienangehörigen der Kassenmitglieder gewährenden, § 22 deS Statuts ist sonach wieder entbehrlich geworden. Im Jahre 1895 gehörten der Gemeindekranken- Versicherung durchschnittlich 6 Mitglieder mit zusammen 68 KrankheitStagen an, sodaß die Rechnung bei Mk. 48.48 Einnahme an Mitgliederbeiträgen wiederum einen Zuschuß aus der Stadtkaffe erforderte, und zwar von Mk. 35.07 gegen Mk. 108.78 im Vorjahr. — 2. Unfalls e rsich erung. In Ausführung des Gesetzes über die Unfallversicherung ist die Stadt für ihre eigenen Betriebe Mitglied der Gas- und Wasserwerks-, der Tiefbau-, der land- und forstwirthschast- ltchen und der Nahrungsmittelindustrie-Berufsgenoffenschast. Für 1895 wurden dazu an Umlagen entrichtet vom städtischen GaS- und Wafferwerk Mk. 548.05 und von der Stadt selbst Mk. 874.83. — 3. Alters- und Invaliditäts- Versicherung. Die Zahl der Versicherten betrug am Schluffe des Berichtsjahres 2290 bei 1150 Arbeitgebern; an Marken wurde insgesammt verwendet der Betrag von 18,902 Mk. 94 Pfg., für deren Einziehung 945 Mk. 14Pfg. gewährt wurde. Die allmonatlich auf Kosten der Stadt erfolgende Erhebung der Beiträge in den Wohnungen der Arbeitgeber hat einen Aufwand von 523 Mk. 81 Pfg. verursacht. Im Genuß der Altersrente waren 23 Versicherte und zwar tu 1. Klaffe (Mk. 106.80 jährlich) 12; 2. Klasse (135 Mk.) 7, 3. Klasse (Mk. 162.80), 4. Klasse (Mk. 191.40). 4. Invalidenrenten von Mk. 111.60 bis zu Mk. 141.40 jährlich beziehen dahier neun männliche und acht weibliche Personen.
*eA Dom Tage. DaS gestrige, keineswegs verlockende Sonnlagswetter, das vom frühen Morgen an naßkalt und von einem sentimentalen Sprühregen tagsüber ergänzt wurde, animirte zu gesellschaftlichen Vereinigungen in behaglich durch- wärmten Räumen. Daß dabei allen auf der gestrigen Tagesordnung stehenden Vergnügungen in solchen voll und ganz gewürdigt wurde, steht außer Frage. In erster Linie war es das in Steins Saalbau ausgeführte Concert unserer RegimentScapelle, da- so stark besucht war, daß der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Ein abwechslungsreiches, wie immer gut auSgeführteS Programm brachte bald eine nach neuestem Ausdruck „geneußltche" Stimmung und veranlaßte zu lebhaften Beifallsbezeugungen, welche durch gefällige Einlagen Seitens der unermüdlichen Mufikerschaar aeceptlrt wurden. — Aber auch sonst, „wo was los" war, gingS recht fröhlich und vergnügt zu, so bei dem vom V eteranen-V erein im Festsaal deS Cafe Leib abge- balteneu W in t er fe st e, der feine Mitglieder und eingeladenen Gäste aufS Beste durch ein schön arrangirteS Programm unterhielt. Ein gut aufgesührteS Theaterstück, sowie wirkungsvolle, gut gestellte lebende Bilder beanspruchten das Hauptinteresse. Der den üblichen Schluß machende Tanz hielt die Theilnehmer bei bester Stimmung bis zu früher Stunde
beisammen. — Daß die Caruevalslaune sich lebhaft bemerkbar | macht, konnte man bei der vom Carnevalverein veranstalteten | Närrischen Damensitzung auf dem Lahnstein wahrnehmen. Auf Lovys Bierkeller fanden „Spectalitäten"- Dorftellungen statt und wer nicht für Genüsse wie die letztgenannten war, der ging ins Panorama, um die prächtige Serie böhmischer Naturschönheiten und historischer Schlachtfelder und Gedächtnißorte von 1866 zu sehen. Im Uebrtgen war eß in allen Restaurants und Wirthschaften von Vereinen, Stamm- und sonstigen Gästen recht lebendig und trotz des schlechten Winterwetters konnte man behaupten, daß „viel los" war.
* ♦ Panorama. Die letzte Serie kommt von morgen Dienstag im Panorama zur Ausstellung, da am Donnerstag Schluß ist, und zwar Throl, Großglockner, die prachtvollen Thäler, Fusch, Zell am See, Gletscher, Doruaubergklamm im herrlichen Zillerthal rc. Wir können diese Serie ganz besonders zum Besuch empfehlen, da dieselbe im Sommer 1895 ausgenommen und als Alpenpanorama auf der Berliner Gewerbeausstellung zu sehen war.
* * Parlamentarisches. Der neue hessische Landtag soll, wie bestimmt verlautet, im Lause des Februar eröffnet werden.
• * Zu der Generalversammlung der Oberheffischeu Ge- fellschaft für Natur- und Heilkunde am 13. d. MtS. wurde zuerst in der üblichen Weise über die Zahl der Mitglieder und den Vermögensstand der Gesellschaft Bericht erstattet und einige geschäftliche Angelegenheiten erledigt. Sodann sprach Herr Dr. Sticker über den galvanoscopifcheu Nachweis von Druckschwankungen im Capillargefäßshstem beim Menschen und erläuterte seinen Vortrag durch eine Reihe von Experimenten. Herr Prof. Speugel führte eine Anzahl von Präparaten aus der Sammlung des zoologischen Institutes vor und knüpfte daran Bemerkungen über neue Conservlrungsmethoden sowie über die Vererbung erworbener Eigenschaften. Beide Vorträge riefen eine lebhafte DiS- cusfion hervor.
* * Befitzwechsel. Schreinermeister Müller verkaufte an Registrator Jäger sein in der Goethe-Straße Nr. 29 belegenes HauS für den Preis von 33000 Mk. — Bankier Jacob Grünewald verkaufte das früher dem Gemüsehändler Schäfer gehörige Haus am Kirchevplatz für die Summe von 15000 Mk. an den Metzgermeister I. Rosenbaum.
♦ * Krieger - Verein. Am SamStag Abend feierte der Krieger-Verein Gießen im Casö Leib sein diesjähriges Stiftungsfest. Der Herr RegimentS-Commandeur mit dem Ojfiziercorps, der Herr Bezirks-Commandeur, der Vorstand des Veteranen- und Marine Vereins rc. beehrten den festgebenden Verein durch ihr Erscheinen. Der Vorsitzende des KrtegerveretnS Gießen, Herr Postsecretär i. P. Meyer, begrüßte die Anwesenden und hielt eine von ächt patriotischem Geiste getragene, schwungvolle Rede. Hierauf folgten von Vereinsangehörigen aufgesührte Theaterstücke und mehrere lebende Bilder. Sämmtltche Piecen fanden lebhaften Beifall Seitens der Festthellnehmer. Nach Beendigung des ersten Theils des Programms begann der übliche Tanz. DaS Local war bis zum letzten Platz besetzt, die Stimmung eine vorzügliche, sodaß ein großer Theil der alten und jungen Kameraden mit ihren Damen bis zu vorgerückter Stunde auf Posten blieb. Mögen diese schönen Feste Veranlaffung werden, daß sich die Bande der Kameradschaft immer enger schließen und so der patriotische Geist und die richtige Vaterlandsliebe mehr und mehr gehoben und gepflegt wird.
* • Der Locomotivbeamteu-Berem Gießen beging am Samstag den 16. d. M. in den Räumen des „Hotel Einhorn" sein erstes Stiftungsfest. Der Verlauf deS Felles zeigte, daß der Verein in der kurzen Zeit seines Bestehens einen vielversprechenden Aufschwung genommen hat. Der zweite Vorsitzende erwähnte in seiner Ansprache die Ziele, die der Verein bet seiner Gründung ins Auge gefaßt, und schilderte das vergangene VeretnSjahr, indem er ein Hoch auf daS fernere Blühen und Gedeihen des Vereins auSbrtngen ließ. Auch wurde deS Vereins von dem Herrn Werkftätten- Vorsteher mit sehr eindrucksvollen, warmen Worten gedacht. Der übrige Theil der Feier verlief in schönster Ordnung, wobei der Zitherverein „AlpenröSchen" sein gut Theil beitrug. Ferner wurden auch einige Vorträge von Mitgliedern deS Locomotivbeamten-Vercicis flott zum Besten gegeben. Die Bauer'sche Musik-Capelle sorgte für vorzügliche Musik. Im Hinblick darauf, daß der Verein aus preußischen und hessischen Staatsbeamten besteht, wurde der beiderseitigen Fürstenhäuser durch ein Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und Se. Kgl. Hoheit den Großherzog gedacht.
• • Ein die Großh. hessische Dkvlfion betr. kaiserlicher Erlaß wird soeben im „Armeeoerordnungöblatt" veröffentlicht. Der Erlaß lautet rote folgt: „Auf den mir gehaltenen Vortrag genehmige Ich vom 1. April 1897 ab für das FriedenS- verhältniß versuchsweise die auS der anliegenden Landwehr- bezirkScintheilung für den Bereich der Großherzoglich hessischen (25.) Division hervorragende Unterstellung einzelner Landwehrbezirke unter die 25. Cavallertebrigade (Großherzoglich hessische) mit der Maßgabe, daß diese Unterstellung sich auf sämmtliche Dienstzweige der betreffenden Landwehr- bezirke erstreckt und letztere auS dem Befehlsbereich der Jnfanteriebrigaden ausscheiden.
** Vierte Deutsch-Nationale Geflügel-AuSsiellung. DaS Programm für die vierte deutsch-nationale Geflügel-AuS- stellung, die am 26 , 27. und 28. Februar und 1. März in der landwirthschaftlichen Halle in Frankfurt a. M. statt- sindet, ist nunmehr in Druck erschienen. Wir entnehmen dem Programm, daß die AuSstlllang von dem Verein für Geflügel- und Vogelzucht in Frankfurt a. M. und dem Club deutscher und österreichisch ungarischer Geflügelzüchter unter Mitwirkung zwanzig weiterer Vereine veranstaltet wird. DaS Bureau befindet sich Liebfrauenstraße 3,1. Als letzter Termin der Anmeldung wurde Montag, der 1. Februar, Abends 8 Uhr, bestimmt. Anmeldungen, deren Standgeld nicht bis
zum Mittwoch, 3. Februar cingetroffen ist, bleiben unberück' sichtigt. Die Prämtirung beginnt Freitag, den 26. Februar,. Morgens präcis 9 Uhr, die offizielle Ueberweifung der Ehrengaben erfolgt Montag, den 1. März 1897, Nachmittag» 2*/z Uhr in der Ausstellungshalle. Bis jetzt find 88 Ehrenpreise gestiftet, darunter von dem preußischen Ministerium für Landwirthschaft fünf, von dem badischen Ministerium des Innern zwei. Die erste Abtheilung der Ausstellung umfaßt in 164 Klaffen Hühner und Großgrflügel, die zweite Abtheilung in 247 Klassen Tauben, die dritte Abtheilung in 8 Klaffen Vögel, die vierte Abtheilung in fünf Klaffen Ge- räthe u. s. w. Bei der Ausstellung werden alle Erfahrungen nutzbar zu machen gesucht, die gelegentlich ähnlicher Veranstaltungen hier und in anderen Städten deS In- und Auslandes gesammelt wurden. Durch verantwortliche Unter» Ausschüsse wird den Ausstellern sowohl bei Annahme als auch bei Rücksendung der Thiere Garantie für die größte Sorgfalt geboten. Mit einer ersten hiesigen Transportfirma ist die Vereinbarung getroffen, daß die Thiere in geschloffenen Möbelwagen befördert werden. Den Thieren selbst soll die denkbar beste Pflege und Wartung zu Theil werden. Für Pflege und Fütterung find besondere Wärter angestellt. — Nach den bisherigen Anmeldungen dürfte die Ausstellung dir bedeutendste der bis jetzt in Deutschland abgehaltenen Ausstellungen dieser Art werden.
O Obbornhofen, 17. Januar. Bei der in unserer Gemarkung stattgefundenen Treibjagd wurden 156 Hasen erlegt. Die Feldjagden haben in unserer Gegend nun überall stattgefunden und hört man überall befriedigende Resultate, namentlich über das Ergebniß der Hasenjagden.
§ Hungen, 17. Januar. DaS dem verstorbenen Kaufmann Louis Buch dahier gehörige Wohnhaus, sowie der bei hiesiger Bahnstation gelegene Bauplatz find für den Preis von 30,000 Mk. in den Besitz der Firma Hehligen- staedt u. Co. in Gießen übergegangen. Man glaubt, daß auf letztgenanntem Platze eine industrielle Anlage errichtet werden wird.
84 § Crainfeld, 12. Januar. Auf dem Gebiet laudwirth- schaftlicher Maschinen hat der hiesige Schlossermeifter Seb. Möller soeben eine neue Erfindung hervorgebracht, nämlich eine Buttermaschine. Dieselbe hat die Form einer Nähmaschine. ES soll mittelst dieser Construction daS Buttern in sehr kurzer Zeit vor sich gehen, auch soll die Butter sehr gut werden. Der Erfinder gedenkt seine Buttermaschine patentlren zu laffen.
Drrmifcfrtes.
*-r- Birstein, 14. Januar. Heute Mittag *^4 Uhr trafen Se. Königl. Hoheit der Großherzog vonHessen nebst hoher Gemahlin und Gesolge zum Besuche des hiesigen Fürsten, Sr. Durchlaucht Fürst zu Jsenburg-Birstein, hier ein. Die Häuser waren festlich geflaggt, der Krieger- Verein und die hiesige freiwillige Feuerwehrmusik hatten sich vor dem Thorbogen des Schloßhofes aufgestellt; ersterer bildete Spalier, letztere ließ ihre kräftigen Weisen ertönen, als die hohen Herrschasten vorbei fuhren. Nach dem festlichen Empfang durch die hiesige fürstliche Familie zeigten sich Se. Königl. Hoheit nebst hoher Gemahlin an den Fenstern des Schlosses und nahmen den Parademarsch des hiesigen KriegervereinS, an dessen Spitze die Musik marschirte, ab. An demselben Abend war in dem großen Prunksaale des SchloffeS Familien-Diner, an dem auch Herr Amtsrichter Hofmann und Herr Piofeffor Werthmann hier theil- nahmen. Am 15., Morgens 9 Uhr, empfing Se. Königl. Hoheit die hiesigen Großh. Heffischen Fotstaffefforen, Herrn A. Kutsch, der schon seit längerer Zeit die Regulirung der hiesigen Forsten besorgt, und den seit Kurzem hier thätigen Herrn Strack. Im Laufe des Tages gehen Se. Königl. Hoheit nebst Gemahlin und die fürstliche Familie zur Jagd auf daS fürstliche Jagdschloß Aurora; daran schließen sich Kochparthie nebst Schlittschuhlauf. Letzterer ist bei dem großen Waldweiher des vorher genannten Jagdschlosses und wird die Feuerwehrmusik daselbst concertlren. SamStag erfolgt dann Rückreise nach der Residenz.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof.
Bremen, 16. Januar. sPer transatlantischen Telegraph.! Der Postdampfer Roland, Capt. C. o. Bardeleben, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 12 Uhr Nachts wohlbehalten in Baltimore angekommen.
Eingesandt.
Sietze«, den 18. Januar 1897.
Ich hatte mir eigentlich oorgenommen, in dem zwischen dem katholischen Pfarramte und mir schwebenden Streite mit einer abschließenden Erklärung zu warten, bis die verheißenen „Feststellungen' des Herrn Pfarrer Bayer in diesem Blatte erschienen wären. DaS ist aber bisher nicht geschehen. Vielmehr hat Herr Pfarrer Bayer es vorgezogen, Erklärungen in auswärtigen Blättern erscheinen zu lassen, in denen er den ganzen Thatbestand auf den Kopf stellt. Warum hat Herr Pfarrer Bayer das Alles den hiesigen Lesern, die doch das erste und größte Interesse daran haben, vorenthalten? Er konnte sich sagen, daß sich hier Zeugen genug finden, die ihm das Gegentheil beweisen. In seinen ganzen Erklärungen ist nur ein einziger, für die Sache gänzlich belangloser Punkt, der mir zu einer Berichtigung meiner Ausführungen Anlaß giebt, der nämlich, daß er in Uebereinstimmung mit Herrn Caplan Kconenberger dessen Bethelliguna in Abrede stellt. Ich hake natürlich sofort nach besten Erklärung Erkundigungen darüber angestellt, ob hier wirklich ein Jrrthum vorlieg», ohne jedoch darüber zur vollen Klarheit zu kommen, da die darüber erhaltenen Auskünfte sich widersprachen. Nachdem mir aber auch die Mutter, die ich vor wenigen Tagen zum erstenmal sprach, erklärte, ooneinerAnwesenhelt des Herrn Caplan nichts zu wissen, habe ich keinen Grund mehr, bin Versicherungen bes Herrn Caplan einen Zweifel entgegen zu sitzen, obwohl sie in einem Ton gehalten waren, ber mir ihre Glaubwürdigkeit n cht ohne weiteres sicher stillen konnte. Es ist ja nun freilich recht erfreulich, daß es Dem Herrn Caplan ein so ernstes Anlteaen ist, an der unerquicklichen Geschichte ' unbetheiligt zu erscheinen. Damit wird aber an der Th»tsache selbst


