Wir», 16. Juni. Die Leiche der Charlotte Wolter ist in ihrer Billa aufgebahrt. Gestern Nachmittag von 5 bis 7 Uhr pasfirteu ungefähr 800 Personen, meisten» elegante Damen, daS Trauergrmach.
No«, 16. Juni. Blättermelduugeu zufolge entsandte der Zar einen Special-Courier hierher mit einem eigen- händigen Briefe, in welchem der Prinz von Neapel zur Theiloahme an den rusfischen Herbst Manöver» eiuge- laden wird.
Amsterdam, 16. Juni. Die Kammerwahlen haben noch kein definitive» Resultat ergeben. Die Stichwahlen am 26 d. Mt». werden entscheidend sein. Dem Anschein nach jedoch ist ein Steg der verbündeten katholischen und protestantischen Klerikalen wahrscheinlich.
Pari», 16. Juni. Die monarchischen Blätter beginnen eine Campagne gegen die Republik und zwar mit einer solchen Nachhaltigkeit und Heftigkeit, wie man e» für unmöglich gehalten hätte, bevor die Regierung von den Monar- chisten abhängig war. Die „Autoritä" schreibt heute: Die Nation würde den jetzt noch Unbekannten lobpreisen, welcher die Energie hätte, die republikanische Verfassung und da» Parlament umzustoßen.
Paris, 16. Juni. Die Journale veröffentlichen eine lange Liste von Glückwünschen, welche Präsident Faure anläßlich de» Attentat» erhalten hat. Die Untersuchung nach dem Thäter hat bis jetzt zu keinem Resultat geführt. Heute begegnet man der Anschauung, daß der Urheber ein Pole fei. Die überwiegende Meinung geht dahin, daß der Attentäter ohne politischen Beweggrund gehandelt habe.
Berlin, 17. Juni. Eine entsetzliche Braudkataftrophe, bei welcher drei Personen um» Leben kamen, ereignete fich gestern Abend kurz nach 10 Uhr in dem Hause Spandauerbrücke 16. Dort gerieth infolge Unvorflchtigkeit eine» Hausdieners, welcher eine Petroleumlampe umwarf, eine mit Stroh gefüllte Eierktste in Brand. Das Feuer nahm infolge reichlicher Nahrung schnell große Ausdehnung an und innerhalb weniger Minuten zingelten die Flammen bis zum dritten Stock empor. Bon den Bewohnern, die fich bereit» zur Ruhe begeben hatten, fand ein Schneidermeister und seine beiden Kinder im Alter von 1 und 3 Jahren den Erstickungstod. Die Ehefrau des Verunglückten, welche ebenfalls schon bewußtlos war, konnte wieder in« Leben gerufen werden.
Paris, 17. Juni. Gestern Abend erfolgte auf dem Con- cordtenplatz eine starke Detonation. Der au» dem Ministerium de» Innern zurückkehreude Polizeipräfect, welcher die Explosion hörte, begann sofort die Untersuchung. Die Bombe war auf da» den Coocordienplatz umgebende Stein- geläuder, nahe der Statue der Stadt Straßburg, gelegt worden, deren Sockel an mehreren Stellen beschädigt wurde. Man fand Eisenstücke von 5 Millimeter Dicke. Bor der Statue wurde eine Blutspur bemerkt, die aber durch den Regen bald verwischt wurde. Die Polizei meint, diese Explosion habe wahrscheinlich denselben Mann zum Urheber, welcher die Worte „Elsaß Lothringen" auf da» nach dem Attentat gegen deu Präsidenten Foure gefundene Dolchmeffer schrieb.
Paris, 17. Juni. Präsident Faure wird morgen den Kronprinzen von Italien empfangen und deffen Besuch erwidern.
WB. Berlin, 17. Juni. Der Kaiser empfing heute Mittag 12i/g Uhr den Mtuister Bötticher.
WB. Worrtshofeu, 17. Juni. Prälat Kneipp ist heute früh gestorben.
Schwurgericht.
W. Gießen, 17. Juni.
Die Geschworenen bejahten gestern die wegen de» Schacht- meister« Friedrich Pauli von BorSdorf wegen Verbrechen» wider die Sittlichkeit an sie gerichtete Schuldfrage, billigten demselben aber auch mildernde Umstände zu. Der Gerichtshof erkannte auf 9 Monate Gefängntß.
Heute Vormittag wurde in die Verhandlung gegen deu 24 Jahre alten Taglöhner Theodor Schönherr von Gießen wegen Meiortd» eingetreten. Die Anklage vertritt Herr Erster Staatsanwalt Dr. Güngerich, die Verteidigung führt Herr Rechtsanwalt Dr. Fuhr. Der Angeklagte ist 24 Jahre alt. Das Verbrechen, welche» demselben zur Last fällt, ist am 28. Mat d. I. vor der Strafkammer zu Gießen begangen. Der Thatbestand der Anklage ist der folgende: Am 28. Mat d. I. wurde vor der Strafkammer gegen die Elisabethe Momberger wegen Diebstahl verhandelt- es handelte sich um eine dem heutigen Angeklagten entwendete ShltpSnadel. E» fiel dem die Verhandlung leitenden Richter auf, daß ein Taglöhner über eine für feine Berhältniffe besonder» kostbare Nadel verfüge und er frug während der eidlichen Vernehmung de» damaligen Zeugen Gchünherr, wie er in den Besitz derselben gekommen. Der fragende Richter machte den Zeugen darauf aufmerksam, daß, wenn er die Nadel etwa auf unredlichem Wege erworben, er die Aussage auf seine Frage verweigern könne, wenn er aber Antwort geben wolle, müffe er die Wahrheit sagen. Schönherr erklärte, er habe die Nadel von einem guten Collegen geschenkt erhalten, derselbe heiße Schmidt, wo dieser wohne, wiffe er nicht, er sei mehrfach mit demselben tu der Wirthschaft „Zum Kometen" zusammengetroffen. Die Angabe war sehr unwahrscheinlich, Schönherr wurde in Hast genommen und gestand dann zu, die Nadel habe seine 10 Jahre alte Schwester auf der Straße gefunden und ihm auSgehändigt. Ein Arbeit»- college de» Angeklagten bekundet, daß dieser ihm gegenüber auch behauptet hat, die Nadel von einem guten Bekannten erhalten zu haben.
Durch die Vernehmung der beiden zehnjährigen Mädchen Schönherr und Wallschmidt wird festgestellt, daß die Schwester de» Angeklagten die fragliche Nadel auf der Süd- Anlage gefunden hat und daß der Angeklagte die» auch von feiner Schwester erfuhr, al» fie ihm den Fuad überlasten hat.
Die au die Geschworenen gerichtete Schuldfrage ist dahin formulirt: Ob der Augeklagte am 28 Mai d. I. vor der Strafkammer Gießen einen Meineid geschworen hat. E ne weitere Frage, die die Geschworenen zu beaurworten habru, richtet fich dahin, ob die Angabe der Wahrhett dem Angeklagten eine Verfolgung wegen einer strafbaren Handlung hätte -»ziehen können.
Der Erste Staatsanwalt sowohl wie der Bertheidiger waren darin einig, daß die Geschworenen beide an fie gerichtete Fragen zu bejahen hätten. Denn hätte der Augeklagte bekundet, wie er in deu Besitz der Nadel gelangt fei, so hätte er sich der Fundunterschlagung bezichtigt.
Nach einer fünf Minuten währenden Berathuug ver- kündete der Obmann Wörner-Bad-Nauheim den Spruch der Geschworenen, welcher fich für beide au diese gerichteten Fragen bejahend aussprach. Der Antrag de» Vertreter» der Staatsbehörde wegen des zu erkeonenden Strafmaße» lautete auf 1 Jahr 3 Monate Gefängniß. Da» Urtheil erging dahto, daß der Angeklagte mit 9 Monaten Tefäoguiß unter Anrechnung der verbüßten Untersuchungshaft zu bestrafen sei.
CoceUs und protri
Gieße«, den 17. Juni.
Iustizperfoualie». Seine König!. Hoheit der Groß- Herzog haben Allerguädtgft geruht, am 16. Juni 1) den OberamtSrichter bei dem Amtsgericht Herbstein Ludwig Bötticher zum OberamtSrichter bei dem Amtsgericht Vilbel, 2) den OberamtSrichter bei dem Amtsgericht Gernsheim Eduard Wetd ig unter Ertheilung des CharacterS al» „Amts- gerichtSrath" zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt II, 3) den OberamtSrichter bei dem Amtsgericht Altenstadt Hermann GeilfuS zum OberamtSrichter bei dem Amtsgericht Gernsheim, 4) den GerichtSaffestor Heinrich Schul aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Herbstein, sämmtltch mit Wirkung vom 15. Juli l. I., 5) den GerichtSaffestor Paul Seibert aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Butzbach, mit Wirkung vom 16. Juli l. I., 6) den GerichtSaffestor Georg Pullmann au» Neustadt i. O. zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Altenstadt, mit Wirkung vom 17. Juli I. I., und 7) deu GerichtSaffestor Friedrich Weiffenbach aus Gießen zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Herbstein, mit Wirkung vom 18. Juli l. I. an, — zu ernennen.
•• Parlamentarisches. Der Entwurf de» Beamten- gesetzeS ist im Ministerium fertiggestrllt und den Land- ständen zugegangen.
•• Auszeichnung. Der hier iu bester Erinnerung durch seine Mitwirkung bet den Kruse'schen Quartettsoireen stehende Herr Willy Kruses wurde nach glänzend absolvtrtem Probe- spiel (unter 15 Bewerbern) als erster Geiger für daS Orchester des Großh. Hoftheaters in Mannheim engagirt.
Warnung. Gar mancher Schloster oder Schmied wird gewiß noch nicht misten, daß er Hausschlüssel für NtchthauSbefitzer nicht ohne Weitere» unfertigen darf. Der § 309 de» RetchSftrafgesetzbuche» gibt hierüber Aufschluß. Hiernach ist es Tchloffern und Schmieden bet Androhung einer Geldstrafe bi» zu 60 Mk. oder bis zu 4 Wochen Haft verboten, für irgend Jemand Hausschlüssel ohne Genehmigung des HauSwirthS oder dessen Stellvertreters anzufertigen. "Jahrhundert-Denkmünze. Der Verband deutscher Kriegsveteranen hat nuumrhr der an ihn ergangenen Aufforderung entsprochen und zur Erlangung der vom Kaiser auläßlich der Hundertjahrfeier gestifteten Denkmünze ein Berzeichuiß derjenigen seiner Angehörigen eingereicht, die fich an dem Berliner Festzuge vor dem Kaiser Wtlhelm-Natioual- deukmal am 23. März betheiligt hatten. UebrigenS werden nicht nur diese Veteranen die Denkmünze erhalten, da fie für sämmtliche KriegStheilnehmer von 1848 bi» 1871 bestimmt itt. Nur werden die übrigen wegen der erforderlichen vielen Vorarbeiten sich noch etwa ein Jahr zu gedulden haben, ehe fie in den Besitz dieser neuen Decoration gelangen werden.
Friedberg, 15. Juni. Der Vorstand des Vereins für gemeinnützige Zwecke hat an daS Großh. Hofmarschallamt iu Darmstadt das Ersuchen gerichtet, die ständige Oeffnung des BurgwalleS, d. h. den Schloßgarten wieder, wie dies früher der Fall war, tagtäglich zugänglich zu machen. Auf diese Eingabe lief folgende Antwort de» Hosmarschall- amteS ein: „Auf die Eingabe vom 10. d. Mt»., deren In- halt wir zur Kenntniß Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs gebracht haben, verfehlen wir nicht, Ihnen ergebenst zu erwidern, daß wir die Genehmigung zur unbeschränkten Oeffnung des dortigen Schloßgarten» nicht erhalten konnten und eS somit bei der bereits eingeräumteu bestehenden Begünstigung sein Bewenden zu behalten hat."
E. Sichelsdorf, 17. Juni. Unsere Vogelsberger Forsten liefern nicht bloß ausgezeichnete Hölzer und treffliche Steiue, sondern auch sehr werthvolle GraSsämereteu, deren Einsammlung und Verwerthung von unserer Bevölkerung jedoch noch nicht genügend verstanden und gewürdigt wird, obgleich dadurch ein schöueS Stück Geld verdient werden kann. Darum find es auch diese» Jahr wieder die Händler von Griesheim bet Darmstadt, die die ^assämereten in unserer Gegend um den namhaften Betrag vou über 900 Mk. erworben haben. Sie lassen diese Sämereien sorgfältig sammeln, trocknen und auSsorttren und macheu ein hübsches Geschäft dabei, obgleich fie außer den Erntekosteu auch noch Fracht- und Reisekosten zu tragen haben. Könnten unsere Vogelsberger Waldculturarbeiter nicht auch etwa» Derartige» lernen und uuternehmen.
* Iserlohn. 15. Juni. Eine Bande Metnetdschwörer, bestehend au» einem Althäudler, einem Fabrikarbeiter uod einem Schieferdecker, wurde hier hinter Schloß uod Riege gebracht. Die Leute schworen gegen klingende Münze — in
einem Falle wurde sogar ein alter Ziegenbock al» Lohn für die „Entlastung" bet Gericht versprochen — zahlrttche Meineide. In der vächsteu Schwurgerichtsperiode werden fie fich tu verantworten haben.
• Den „Berl. N. Nachr." wird au» Pule (Westpr.) ^schriebe«: „Nach einem sehr bewegten Leben verstarb in diesen Tagen eto einst vielgenannter Veteran von 1870, der 63 jährige Streckeuarbetter Klatt aus Ruda. Anfaog» der 1860er Jahre stand er al» Unteroffizier in Graudenz tu der Compagnie des gleichfalls vielgenannten Hauptmaon» v. Besser. Wie bekannt, kam e» durch dessen allzustreuge Cowmandoführuug zu dem bedauerlichen Vorfall, der unsere» Wissen» in der preußischen Heeresverwaltung einzig dasteht, daß die Compagnie die Befehle des Cowpagnieführer» nicht auSführte. Viele Soldaten wurden zu langen Festuogsstrafen, Klatt, als einer der Rädelsführer, zu 19 jähriger Festungsstrafe verurtheilt. Auch Hauptmann v. Besser, der, wie sich päter herauSstellte, nervenkrank gewesen ist, wurde des CowmaudoS enthoben. Als nach den Siegen von 1870 viele Gefangene begnadigt wurden, wurde auch Klatt in Freiheit gesetzt, nachdem er nahe an 7 Jahre verbüßt hatte. I« Landwehrverhältniß stehend, wurde er aber gleich w eder zu seinem Regiment al» Gemeiner eivgezogen und rhat sich tn Frankreich iu verschiedenen Kämpfen so hervor, daß ihm bald wieder die Treffen verliehen wurden. Nach dm Feldtuge fristete er als Arbeiter sein Dasein. Bon G cht und Rheumatismus geplagt, vielleicht infolge des Aufenthaltes iu den engen Kasematten, war er lange Wochen bettlägerig. Eine Wittwe mit unerzogenen Kindern in kümmerlichsten Verhältnissen steht am Sarge deS Verstorbenen."
• München, 14. Juni. Bei der Kgl. Brand- und Hagel- verstcherungSkammer find bis vorgestern au» 110 Gemeinden über Blitzschläge, die gezündet haben, und aus 150 Gemeinden über Hagelschläge Anzeige erstattet.
• Würzburg, 16. Juni. Heute Morgen nm 6 Uhr erfolgte die Hinrichtung de» Mörders Unrath. Derselbe nahm in deu letzten Stunden keine Nahrung zu fich uod wurde beim Betreten de» Schaffst» ohnmächtig.
• Stuttgart. (Deutsche Fach-AoSstellung für da» Hotel- und WirthschaftSweseu, Kochkunst und verwandte Gewerbe, 14. bi» 31. August 1897.) Bi» zu dem auf 15. Juut provisorisch festgesetzten Schluß de» Anmeldetermiu» zur Ausstellung ist in hocherfreultcher Weise eine solch große Zahl großentheil» bedeutender Ameldungen eingrlaufen, daß heute schon ein schöner Erfolg der Ausstellung, da» WissenSwertheste, Neueste und Interessanteste auf dem Gebiete de» WirthschaftS- weseu» und der Kochkunst zur Darstellung zu bringen, iu Aussicht gestellt werden kann, umsomehr, als daS Hauptbestreben der AuSstellungScommission darauf gerichtet ist, daß die Maschinen, Werkzeuge und Apparate möglichst in Betrieb gesetzt werden, um nicht eine tobte Ausstellung zu bekommen, sondern ein frisch pvlsirendeS Bild, sowohl den au» ganz Deutschland erscheinenden Gastwirthen, wie auch dem sicherlich sehr zahlreich zuströmenden Publikum zu bieten. Bon .de» Borarbetten der AuSstellungScommtision ist zu erwähnen, daß nun auch alle übrigen deutschen Bahnen frachtfreie Rückfahrt der Ausstellungsgüter gewährt haben und die Badische Etsen- bahnverwaltung auch noch da» Aushängen der AuSstellungs- placate auf den bedeutenden badischen Bahnhöfen ohne Berechnung von Kosten gestattet hat. DaS Ausstellung»- placat selbst, von Maler Fritz Reiß tn künstlerischer Weise entworfen und auf typographischem Wege mustergiltig auSgesührt, gelangt gegenwärtig zur Versendung und macht tn seiner Ruhe und Einfachheit den besten Eindruck, ohne jedoch eines gelungenen Anziehungspunkte» zu entbehren. Der Loosverkauf, sowie der Verkauf der AuSstel- luugSmarken wie AuSstellung»placate geht vor- züglich, wie auch schon eine Anzahl Ehrengaben in Aussicht gestellt sind und auch die Vergebung der Wirthfchaftrn wird dieser Tage erfolgen. Ausnahmsweise werden, so lange noch Platz vorhanden, immer noch Anmeldungen von Nahrungsmitteln, Getränken, Geräthen rc. zur Ausstellung angenommen.
• Wie man jetzt tu den Hotels geweckt wirb. Wieviel Unannehmlichkeiten und Aerger erwachsen den Gasthofbefitzrrn oftmals vom zu späten und zu lauten Wecken der Fremden durch den HauSdteoer, abgesehen von den Fällen, in denen daS Wecken ganz unterbleibt und der Hausdiener es einfach versäumt. Der Reisende wird durch daS Verschlafen in seinem Geschäft geschädigt und verlangt vom Wirth Schad- loShaliung- der Hausdiener behauptet, zur richtigen Zeit geweckt zu haben, daS Gegentheil ist nicht zu beweisen. Welcher Wirth wünschte sich da nicht eine mechanische Vorrichtung, die zuverlä'sig nur deu weckt, der geweckt sein will, und nicht gleichzeitig die gavzr Nachbarschaft, dritten» den Beweis liefert, daß der Fremde zur richtigen Zeit geweckt worden ist und Ausreden von Seiten deS Personals oder der Fremde» sofort widerlegt. Diese drei Aufgaben hat Herr M. Bester in Leipzig auf da- Allerbeste durch seinen „Wrckapparat mit Controlle" gelöst. Der Apparat ist wie folgt eingertchttt: In der Portierloge wird ein Zahlentableau aufgehangen, da» in der Mitte einen Kasten hat mit so viel uuwmeririe» Löchern, al» Zimmer mit Weckapparat vorhanden sind. Unter- halb b(» Kasten» befinden fich die zu jedem Loch gehörenden, mit Nummern versehenen Signal-Druck-Knöpfe. Soll nun eia Gast zu einer bestimmten Zeit geweckt werden, so drückt der da» Wecken besorgende Hausdiener zur gegebenen Ze" auf deu betreffenden Knopf. Sobald die» geschieht, ertöar am Kopfende der Bettstelle de» Gaste» der Weckapparat und zwar so lange, bi» der Fremde durch Druck auf einen Knop' da» Wecken abstellt. Sowie der Fremde die» thut, erscheint auf dem Tableau iu der Portierloge eine Tafel mit der Aufschrift „Geweckt" hinter dem Loch, welches für da» be> treffende Zimmer bestimmt ist. Der Fremde liefert dami: selbst den Beweis, daß er geweckt wurde, aber gleichzeitig maiktrt auch die tn dem Kasten befindliche Controlluhr die Zeit, um welche geweckt worden ist und extra noch, wanv der Fremde da» Rücksignal gegeben hat. Der Kasten ist


