die „Kreuzzeitung" berichtet, ist die gestrige Erklärung Hanotaux in der französischen Kammer mit einiger Vorsicht aufzunehmen, da sie jedenfalls die endgtltige Vereinbarung der Mächte nicht einhalteu könne. Hanotaux dürfte vielmehr aus bestimmten Gründen den Thatsachen etwas vorauS- geeilt fein.
Berlin. 16. März. Ueber die Flottenpläne fand der „Post" zufolge heute im Reichstage eine längere Eon« fereoz statt, an der von Seiten der Regierung StaatSsecreiär v. Bötticher und der bayerische Gesandte Graf Lerchenfeld, seitens des CentrumS Prinz Areoberg und Dr. Lieber theil- nahmen.
Berlin. 16. März. I» der heutigen Sitzung der Bud get-Commifston de» Reichstages wurden die geringen Restbestände der Marine «Etats erledigt, indem sämmtliche Capitel bewilligt wurden. StaatSsecreiär Hollmann betheiligte sich wieder an der Debatte. Die Steigerung des Marine-Etats beträgt gegen daS Vorjahr 6,4 pEt.
Berlin. 16. März. Die Mittheiluug, daß daS Ent- laffungSgesuch des StaatssecretärS Hollmann vom Kaiser abgelehnt worden sei, gilt der „Nationalzeltung" zufolge für unbegründet. ES sei noch keine Entscheidung erfolgt und eS sei wahrscheinlich, daß vor der Beschlußfaffung deS Reichstage» über die Anträge der Budget-Commission auch die kaiserliche Entscheidung erfolgen wird.
Frankfurt a. M.. 16. März. AuS Konstantinopel wird der „Franks. Ztg." telegraphirt: Der Sultan übersandte gestern mit einem besonderen Schiffe nach Kreta 10,000 Säcke Mehl und 300 Zelte für die dortigen noth- leidenden Muhamedaner.
Wilhelmshaven. 16. März. Wegen Arbeit»mangel hat die kaiserliche Werft die Arbeitszeit der Kupferschmiede um zwei Stunden täglich verkürzt.
Wien. 16. März. In hiesigen griechischen Kreisen wird die Nachricht colportirt, Griechenland habe heute der Türket infolge stattgefundener Grenzverletzungen der türkischen Truppen den Krieg erklärt.
Rom. 16. März. Der italienische Admiral, als Rangältester des internationalen Geschwader-, ertheilte gestern die die Dlokade betreffenden Befehle.
Rom, 16. März. Die „Tribuns" meldet au» Athen, daß die griechische Regierung, die Blokade voraussehend, bereit» vor Monatsfrist ein Getreide-AuSfuhr-Verbot erlaffen hat.
Pari«. 16. März. Der „Figaro" erklärt, daß Frank- reich, wenn es seine Pflicht vernachlässige und in der Kretafrage neutral bleibe, nur um den Hellenismus zu gefallen, in 24 Stunden die Frucht feiner diplomatischen Action verloren und den Zar Nikolaus in die Arme Deutschlands getrieben hätte. „Lanterne" erklärt, daß, wenn Frankreich 1897 nicht mehr dieselbe Haltung gegenüber Griechenland etonehme wie 1886, dann müsse die französisch russische Allianz die Schuld daran tragen.
Loudon, 16. März. Im Unterhause theilte Balfour mit, daß die Mächte die Aust wort Griechenlands auf die Note der Großmächte erwägen. UnterftaatSsecrerär Courcon erklärte, daß die formelle Proclamation der Autonomie Kretas jetzt erfolgen werde.
Athen, 16. März. Die Stimmung des Volkes ist sehr erregt. In deu letzten Tagen find aus Paris 4000 GraS- gewehre angekommen. Die ganze Bevölkerung bewaffnet fich.
Athen, 16. März. 4000 Mann weitere Truppen find unter den Zurufen: „Es lebe der Krieg, es lebe der König!" gestern nach der Grenze abgegangen. Man ist überzeugt, daß auch im Falle der Ergreifung von ZwangSmaß- regeln seitens der Mächte die Begeisterung nicht nach- laffen wird. _____________
Berlin, 17. März. Die „Kreuzztg." meldet aus Wien: Der österreichische Botschafter in Konstantinopel ist mit der Entwerfung einer autonomen Verfassung Kretas betraut worden.
Berlin, 17. März. Die socialdemokratische Fraktion erörterte in ihrer letzten Sitzung auch die Vorgänge auf Kreta. Man einigte sich dahin, in der Art Stellung zu nehmen, daß daS SelbstbeftimmungSrecht der Kretenser anerkannt und gegen jegliche gewaltsame Einmengung Deutschlands Protest erhoben'werden soll.
Königsberg, 17. März. Der socialdemokratische Reichs- tagSabgeordnete Schultze ist gestern Nachmittag gestorben.
Budapest, 17. März. Entgegen der Erklärung Hanotaux in der französischen Kammer berichtet der „Pester Lloyd", daß Oesterreich und Deutschland keine weiteren Marinetruppen nach Kreta schicken werden.
Athen, 17. März. Nach Berichten auS Ka nea begann gestern die Blokirung mehrerer kretischer Häfen.
Kaudia, 17. März. Gestern fanden in verschiedenen Orten der Umgebung erbitterte Kampfe ftatt, wobei bis zu 10000 Mann auf jeder Seite engagtrt waren.
<ocale» und provinzielle»
Gießen, den 17. März 1897.
* * Bon der Universität. Der Philologe Professor Dr. R. Htrzel in Jena hat einen Ruf au die Universität Gießen erhalten.
• • GehaltSdecret. Wie der „Schulbote" erfährt, ist seit dem 15. März mit der Versendung der GehaltSdecrete für jeden B o lkSs chullehrer des GroßherzogthumS, der vom 1. April d. IS. nach den Bestimmungen der Gehaltüscala vom 11. April 1896 eine Zulage seines Einkommens zu erwarten hat, begonnen worden.
• * Hessischer Landtag. Herr Landtagsabgeordnete Köhler schreibt uns: Entgegen Ihrem LandiagS-Bericht in Nr. 63 theile ich Ihnen ergebenst mit, daß ich im Landtage und bereit» vorher schon im Finanzausschuß für Bewilligung eines
BauaffefforS für den Krei» Gießen gesprochen und gestimmt habe.
• • Lenteuarseier. Wir machen auch an dieser Stelle darauf aufmerksam, daß Karten zur Feier deS 100jährigen Geburtstages Kaiser Wilhelms. I., am Montag den 22. März, Nachmittag 5 Uhr in SteiuS Saalbau, nur noch bis morgen (Donnerstag) Mittag auf dem Bürgermeistereibureau (Zimmer Nr. 15) auSgegeben werden. — DaS Programm für diese Feier lautet: 1. Kaiser-Marsch von R. Wagner- 2. Die Ehre GotteS auS der Natur (Gedicht von Gellert), Männerchor von Beethoven- 3. Ansprache (Herr Geh. Kirchenrath Prof. D. Köftltn), daran anschließend Lied: Deutschland, Deutschland über Alles- 4. Wilhelm der Große (Gedicht von HauS Meyer), Männerchor von Th. Krause- 5. Hallelujah, auS dem Oratorium „Der Messias" von Händl- 6. Kaiser Rothbarts Testament (Gedicht von Köllsch), Männerchor mit Orchesterbegleitung von Köllner. Mitwirkende Gesangvereine: Bürgergesellschaft, Harmonie, Heiterkeit, Liederkranz und Sängerkravz unter Direktion deS Herrn Franz Bauer, sowie die Eapelle deS Jnf.-Regiments Kaiser Wilhelm unter Leitung deS Herrn Mufikdirector Krauße.
• • Die Parade am Montag den 22. d. MtS. auf dem Trieb findet nicht um 12 Uhr Mittag-, sondern bereit-um 11 Uhr Vormittag- statt.
• * Bezüglich derMilitärdenkmünzen zur Lenteuarseier theilt ein Thüringer Blatt in Ergänzung unserer kürzlich veröffentlichten Notiz folgendes mit: Aus dem Arsenal zu Berlin tst Kanonenmetall abgeführt zu Denkmünzen, welche am gelben Baude zu tragen find, und zur Centenarfeier deS Geburtstages Kaiser Wilhelms an alle noch im Dienst befindlichen Soldaten (also auch Reserve- und Landwehroffiziere), welche unter deu drei Kaisern gedient haben, verliehen werden sollen.
• * Fahrpreisermäßigungen aus Anlaß der Centenarfeier. Die Ritter deS Eisernen Kreuzes erster Klasse, sowie die Inhaber deS MtlitärehrenzetchenS erster Klaffe und des Goldenen Verdienstkreuzes aus den Jahren 1864/66 vom Feldwebel abwärts, welche von dem Comitv für die Centenarfeier zum 23. März als Ehrengäste nach Berlin geladen sind, genießen zur Reise nach Berlin und zurück auf den preußischen Staats- eisenbahuen folgende Fahrpreisermäßigungen: ES ist die Benutzung der dritten Wagenklaffe aller Züge gegen Zahlung des MilitärfahrpreiseS und der zweiten Wagenklaffe aller Züge gegen Lösung von zwei Militärfahrkarten gestattet. Die Vergünstigung gilt auch für Schnellzüge- bei Benutzung von O,Zügen werden gebührenfreie Platzkarten verabfolgt. Die Fahrpreisermäßigung wird für die Zeit vom 20. btfi einschließlich den 25. d. Mts. gewährt- dieMilitärfahrkarten werden gegen Vorzeigung der Legitimatiouskarte deS Festvorstandes verabfolgt. — Die LegitimationSkarten werden bei Antritt der Hin- und Rückreise durch die FahrkartenauSgabeftellen abgestempelt- die Vergünstigung wird nur für den Eisenbahn- weg, für den die Fahrkarten im regelmäßigen Verkehr Gültigkeit haben, gewährt. Die Fahrt kann auf der Hin- und Rückreise je einmal gegen Bescheinigung durch den Stationsvorstand unterbrochen werden- auf jede Fahrkarte werden 25 Kilogramm Freigepäck bewilligt. Die kaiserliche General- dtrection der Eisenbahnen in Elsaß Lothringen zu Straßburg, die Direktion der Main Neckarbahn in Darmstadt und die preußischen Privatbahnen haben die Ermächtigung zur Gewährung dergleichen Vergünstigung erhalten- auf den beiden erstgenannten Bahnen werden nur 10 Kilogramm Handgepäck frei befördert.
* eH. btadttheater. Der Theaterzettel kündigte für gestern eine Novität, noch dazu eine Jubiläumsnovität an: „Der Militärstaat", Lustspiel und lOOfteß Bühnenwerk von G. von Moser. ES läßt gewiß auf ein hohes Alter schließen, wenn ein Schriftsteller hundert Bühnenwerke geschaffen, die, wenn auch nicht alle gleichwerthig, so doch ihre» traditionell und mit besonderer Vorliebe gepflegten, dem militärischen Leben entnommenen Charakter» wegen, stets beliebt und von den Damen mit Vorliebe gesehen werden. Das jüngste Opus, das jedenfalls nur dem Drange und Ehrgeiz zur Vollendung der „100" seine Entstehung verdankt, ist schwach und beansprucht in pietätvoller Weise ein bescheidenes Genügen. In dem Stück fieht man die wohl- bekannten Moser'fchen Typen zu gleichem Zweck wieder aufleben, der militärische Effect muß fich in altbewährter Weise auch hier wieder erproben- der Inhalt spricht jedoch nicht immer an, sondern erweist fich besonders im dritten Aufzug, wo der Vorgesetzte des WehrstandeS an dem nun unter seinem Commaudo stehenden Vorgesetzten tm Nährstande sein Müthchen kühlt, sogar brutal und schlechthin peinlich. — Bei dem trefflichen Spiel und dem flotten Tempo, zu dem sich alle Mitwirkenden ausnahmslos vereinten, war der Erfolg des Abends immerhin gesichert. Die Herren Direktor Helm (CommisfionSrath Haller), Kunert (Gutsbesitzer Normann), Peickner (Direktor Starke) und Fritzschler (Postsecretar Müller) waren in ihren Rollen ganz vorzüglich und ergänzten fich in glücklichster Weise. Herr Lenschner, der Beneficiant des Abends, bot als Fabrikbesitzer Vogel eine aufs Beste ausgearbeitete und mit Geschick durchgeführte Leistung. Unser Urtheil, daß wir in Herrn Lenschner einen begabten Vertreter jugendlicher Liebhaberrollen vor uns hätten, fand seine erneute Bestätigung. Reicher Beifall und Kranzspende zählten für ihn zu den Ehren de» Abend». Von den Damen seien lobend erwähnt Frl. Fritzschler, die als Gattin deS rouähaftev CommifsionSrath» viel zu jugendlich erschien, Frl. Diener al» emancipirte Großstadt« tochter Rest, Frl. v. Win ter st ein als putzige, in ländlichem ConversationSton sich ungenirt gebende Tochter Asta, sowie Frl. Sgger als junge eifersüchtige Frau Postsecretär Müller. Alle übrigen Rollen waren paffend und gut besetzt. DaS leider schwach besuchte HauS spendete lebhaften Beifall.
• * btadttheater. Morgen Donnerstag wird der hier in bestem Andenken stehende Künstler Herr OScar Bohnve vom Kölner Stadttheater in „Beilchenfreffer" hier gaftiren.
Ueber die Wiedergabe der von ihm gegebenen Glanzrolle ia diesem Stück schreibt man au» Hildesheim: „ES war ein recht genußreicher Abend, der uns in dem so beliebten Moser'fchen Lustspiel „Der Beilchenfreffer" geboten wurde. Die Glanzrolle in demselben gab als Gast Herr O-car Boho4e, erster Held und Liebhaber vom Stadttheater in Köln, welcher den Offizier Victor v. Berndt in schneidigster, trefflichster Weise spielte und stürmischen Applaus dafür erntete. Auch den übrigen Mitgliedern unsere» ausgezeichneten Ensembles sei rückhaltlos unsere vollste Anerkennung gezollt. Die Palme deS Abends gebührte aber unstreitig dem hier so gern gesehenen Gaste Bohnee, welcher» mit Schneid und großer BÜbnengewandtheit auftrat und fich so die Herzen Aller im Sturme zu erobern wußte."
• • Diebstahl. Vorgestern Abend wurde einem Metzger- burschen der Koffer in seiner Schlafstube erbrochen und daraus 20 Mk. sowie eine Taschenuhr und ein Ring gestohlen. Als Thäter wurde ein Nebengeselle de» Bestohlenen verdächtigt und verhaftet. Derselbe gestand denn auch den Diebstahl ein, das Geld hatte er feinem Vater übergeben und die Uhr nebst Ring will er in den im Hause befindlichen Brunnen geworfen haben. *
Zimmerbrand. In einem Hause in der Frankfurterftraße entstand gestern Abend ein Zimmerbrand dadurch, daß die von der Frau in der Nähe de» Ofen» hingelegten Kleider Feuer fingen. Der entstandene Schaden ist unbedeutend.
* * Hasiia Lotterie. Bei der Ziehung der Hassia-Lotterie fiel der Hauptgewinn von Mk. 10000 in die Collecte de» Polizeidieners zu Crumstadt.
* • Mädchenturnen auf dem Lande. Im „Hess. Schulboten" veröffentlicht Lehrer Ehrhardt Nieder-Ramstadt unter der Ueberschrift „Ein kurze», aber zeitgemäße» Wort" einen Artikel, welcher schließt mit der Parole: „Einführung de» obligatorischen Mädchenturnens in allen Schulen, auch in der kleinsten Dorfschule!" Auf dem Lande dürste diese Maßregel doch kaum so sehr nothwendig erscheinen, da es hier den Mädchen an Bewegung in der freien Luft nicht zu fehlen pflegt.
* * Rückfahrkarten. Durch ministerielle Anordnung ist die GiltigkeitSdauer der gewöhnlichen Rückfahrkarten von for st kürzerer Dauer zu dem Oster«, P fing st- und Weih' nacht»fest für da» laufende Jahr wie folgt festgesetzt: 1) Zum Osterfest für die Tage vom 7. bi» einschließlich den 27. April,
2) Zum Pfingstfest für die Tage vom 4. bi» einschl. den 10. Juni,
3) Zum Weihnachtsfest für die Tage vom 18. Dec. er. bis einschl. 6. Januar 1898.
Die Rückfahrt muh bei diesen Karten spätesten» am letzten GiltigkeitStage bis um 12 Uhr Mitternacht einschl. angetreten sein und darf nach Ablauf diese» Tage» nicht mehr unterbrochen werden.
• * Zur Fahrradbefördernng in Sifenbahnjugen haben wir neulich schon mitgetheilt, daß eß fortan gestattet ist, al8 Passagier 4. Klasse sein Fahrrad unentgeltlich in das Coupe mitzunehmen. Neuerdings hat da» Bunde»- fahrwartamt des Deutschen Radfahrer - Verbände» an den preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten auch daS Gesuch gerichtet, in den Gepäckwagen der Personen- und Schnellzüge Vorrichtungen anbringen zu lassen, wo Fahrräder sachgemäß untergebracht werden können. Durch derartige Vorrichtungen soll den häufigen Beschädigungen der Räder durch andere Gepäckstücke vorgebeugt werden. Da» Gesuch wird auf die Erfahrungen gestützt, welche in anderen Ländern bereit» mit diesen Einrichtungen gemacht find.
• * Popiergulden. Die Frankfurter Bank hat im vorigen Jahre 70 Gulden alter Banknoten eingelöst. Am 31. December blieben immer noch 75,525 Gulden ober Mk. 129,471 dieses Papiergelde» uueingelöst.
Friedberg, 15. März. In der Hofraithe deS Bier« brauereibefitzers Wind eck er find im letzten Halbjahre drei Brände auSgebrochen. Die zwei letzten Brände, in der Nacht vorn 21. auf den 22. Februar l. I. und in der Nacht vorn 8. auf den 9. März l. I., die zum Glück auf den Feuerherd beschränkt wurden, sind offenbar von böswilliger Hand angelegt worden. Der Beschädigte hat auf die Ermittelung deS Thäter» eine Belohnung von 500 Mk. anS- gefetzt. Die Staatsanwaltschaft van Gießen hat in der vorigen Woche eingehende Ermittelungen angestellt und einen Bediensteten des Hauses unter dem Verdachte der Brandstiftung gefänglich eingezogen.
- j- Sichelsdorf, 15. März. Verwicheoe Nacht wurde dahier zum Nachtheile des Specereihändler» Repp ein Dieb- stahl verübt. Der Thäter wußte fich mittelst Sinfteigens, während die Hausbewohner Vergnügenshalber weg waren, Zutritt in den Geschäftsladen zu verschaffen und plündene die dase.'bst befindliche Kasse um den Betrag von etwa 12 Mk.
Lauterbach, 16. März. Am nächsten ersten Mai soll hier eine höhere Bürgerschule mit vier Klaffen und vier eigenen Lehrern errichtet werden. Dieselbe nimmt Schüler beiderlei Geschlechts auf und bereitet die Knaben für die Obertertia eines Gymnasiums und die gleichwerthige Klaffe einer Realschule vor. Unsere hiesige Volksschule tft zwar in einem sehr guten Zustande, allein e» ist durch baß langjährige Bestehen der Privalschule beß Herrn Oberpfarrer» Kullmann hinreichenb bewiesen, baß weitergehenbe Bebürfnisse vorhanben finb. — Gestern war bereitß Herr Geh. Ober« schulrath Soldan von Darmstadt hier, um in gemeinsamer Berathung mit den Herren von der KreiSschulcommisfion da» Nölhige vorzubereiten.
An» Oberheflen, 14. März. Der im Jahre 1882 andern Seminar zu Friedberg entlassene Schulamtßaspirank K. Alle- trat, nachdem er al» Schulverwalter zu Großen- Buseck und Gießen thätig war, vom Schulfache zurück, bestand dann da» Maluritätsexameu, löste im Vorjahre glänzend die philologische Preisaufgabe der Universität Heidel«


