feierlich begangen. Um 11 Uhr fand im ReichSkanzlerpalai» die Zeremonie der Trauung statt. Cardinal Dr. Kopp segnete daS Jubelpaar ein. Das Kaiserpaar, welches Mittag» zur Gratulation erschien, verweilte ’/* Stunden im PalatS. Nachmittag» 3 Uhr begann die eigentliche EmpscmgSfeierlich- kett. An der Spitze de» ReichStagSprSfidtumS erschien Herr v. Baol, für das Herrenhaus Freiherr v. Manteuffel. Al- Sprecher de» Staat-ministeriumS fungirre StaatSsecretär Dr. Bötticher. Bon nah und fern waren kostbare Geschenke eingetroffen. Der Kaiser hatte die goldene JubiläumS-Medaille mit einem Handschreiben gesandt, in welchem er unter Anderem seinen Dank ausspricht für die Treue und Hingebung, mit der der Jubilar die Bürde seines gegenwärtig so verantwortungsvollen Amte- trägt. Auch Kaiser Franz Joseph und Graf GoluchowSky haben Glückwunsch'Telegramwe gesandt.
Berlin, IS.Februar. Das Staatsministerium trat heute Nachmittag 31/, Uhr in seinem Dienstgebäude unter dem Borfitze de- StaatSsecretär- v. Bötticher zu einer Sitzung zusammen.
Berlin, 16. Februar. Im Abgeordnetenhause wurde heute die Berathung de- Justizetats fortgesetzt und einige Capital erledigt. Hierauf vertagte sich da- Hau- auf Samstag. Justizetat und LandwirthschaftSetat.
Berlin, 16. Februar. Nachdem sich die Großmächte von der Wirkungslosigkeit weiterer diplomatischer Schritte in Athen überzeugt haben, hat, wie die „Nordd. Allg. Ztg." erfährt, auf dem russischen Flaggschiff in den griechischen Ge« wäfferu eine Berathung der Commandanten sämmt. ltcher Kriegsschiffe stattgefunden. ES wurde über die zu er. greifenden Maßregeln berathen, um die Landung griechischer Truppen und Munition auf Kreta, sowie Kämpfe zwischen der griechischen und türkischen Bevölkerung zu verhindern. Hiernach würde seitens der Commandanten der europäischen Kriegsschiffe mit Anwendung von Gewalt vorgegangen werden, wenn trotz vorhergegangener Verwarnung griechische KriegS- oder Handelsschiffe Truppen auf Creta landen oder Kämpfe in den Küstenorten sich eutspinnen sollten.
Berlin, 16. Februar. Der Kaiser hat bestimmt, daß folgende Gefechte und Kriegszüge bezüglich der Peufionirung al- ein KriegSjahr in Anrechnung zu bringen sind: Für die Schutztruppe in Süd-West-Afrika: Der Feldzug gegen die Khauashottentotteo vom 20. Dec. 1894 bis 10. Februar 1895 und der Feldzug gegen die vereinigten HereroS und KhauaS- Hottentotten, vom 27. März bis 13. Juni 1896. Für die Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika: Der Urberfall an den Gonga-Bergen in Usandant am 26. October 1895.
Hamburg, 16. Februar. Die wieder angestellten Schauer- leute haben sich geweigert, den bekannten Revers zu unterzeichnen und wurden aus diesem Grunde in großen Mengen entlaffen. Die Hafenarbeit nimmt ruhig ihren Fortgang. Im Hafen befinden sich noch 450 Arbeiter, die gerne arbeiten möchten- circa huuder fremde find darunter. Die Schauerleute halten heute Abend eine Versammlung ab.
Hamburg, 16. Februar. Die Stadtverordneten Versammlung von Altona lehnte einstimmig die Ntederlegung de- Mandat- deS Margarine-Fabrikanten Mohr ab, da die Vergehen deffelben vor 25 Jahren geschehen und nichtiger Natur gewesen seien.
Paris, 16. Februar. Der „Temps" veröffentlicht ein Telegramm auS London, nach welchem die von den europäischen Mächten an ihre Vertreter in Athen gesandten Telegramme so lange aufgehalteu wurden, bis die Flotte des Prinzen Georg in Canea eingetroffen war. Diese willkürliche Handlung der griechischen Regierung hat die Großmächte recht verstimmt.
Toulou, 16. Februar. Vier Panzerschiffe erhielten Befehl, sich mit Lebensmitteln und Munition hinreichend zu versehen, um beim ersten Signal nach den cretenfischen Gewässern abzudampfen.
Loudon, 16. Februar. Die „Times" von heute Morgen führt auS, daß im Hinblick auf den einmüthigen Wunsch aller Mächte, den Frieden zu erhalten, die Besetzung CretaS als die That praktischer Staatsmänner bezeichnet werden müffe. Die „Daily New»" hoffen, daß die Besetzung der Insel nur da» Vorspiel der Unabhängigkeits-Erklärung sein werde.
London, 16. Februar. Der UnterstaatSsccretär Cserzon erklärte im Unterhause, daß bezüglich der cretenfischen Frage ein vollständige» Einvernehmen herrsche und daß Eaglaud an seiner bis jetzt befolgten Politik fefthalten werde.
Athen, 16. Februar. Nach Einlaugeu der Nachricht von der Occupatton fand ein Ministerrath statt, dem der König präsidirte. In demselben wurde, wie eS heißt, beschloffeo, von dem nun einmal etngeschlagenen Wege, Creta um jeden Preis die Freiheit zu verschaffen, trotz der Drohungen der Großmächte nicht mehr abzugehen. DaS Absenden von Truppen, Munition und Geld nach Creta wird fortgesetzt. Gleichzeitig wurde die Einberufung aller Reserven der letzten Jahrgänge beschloffen.
Wien, 17. Februar. Die „Neue Freie Preffe" wirft die Frage auf, warum die Flottenabtheilungen der Mächte eS unterließen, eine Landung der Griechen zu verhindern.
Wie», 17. Februar. Einem Telegramm aus Salonichi zufolge find die Reservisten des 3. Armee Corps teilweise bereits eiuberufen.
No«, 17. Februar. Die Bewegung zu Gunsten Griechenlands wird immer umfangreicher. Die hiesigen Studenten sandten an diejenigen in Athen und an das griechische Volk überschwängliche Telegramme.
CoceUs nnö prwhtjkUw,
Vietze», den 17. Februar 1897.
*• Die Melaochthoastier, zu welcher gestern der „Evangelische Bund" die evangelischen Mitbürger nebst Fa«tlten ein
geladen hatte, war sehr zahlreich besucht, so daß der geräumige Saal von SteiuS Garten bi» auf den letzten Plc-tz besetzt war. Dem Bortrage deS Liedes „Gott grüße Dich" durch den Soaogeltschell Kircheugesangveretn folgte eine Ansprache deS Herrn Prof. D. Krüger. Herr Prof. Krüger zeichnete ein anschauliches Bild MelanchthonS nach seinen Tharen und Werken, den Unterschied zwischen diesen und denen Luthers trefflich beleuchtend, aber auch da» hervorhebeud, waS auS der Bereinigung beider großer Zeitgenoffen und Kämpfer für die Wahrheit des Evangelium- Segensreiches auf die Nachwelt überkommen; er ließ die Bersammelten in die inneren und äußeren Kämpfe deS Mitarbeiter» Luther» in ebenso gemeinverständlicher wie tiefgehender Rede blicken. Herr Profeffor Krüger schloß seine Ansprache mit dem Wunsche, daß einem kommenden Luther nicht fehlen möge ein Melanchthon und daß auS dem, was Beide gethan, Segen entstehen möge für das Baterland, die Kirche und die Wtffenfchaft. Der Eindruck, den die Ansprache auf die Anwesenden machte und dieselben zu lebhaftem Beifall hinriß, fand Widerhall in den darauf vom „Evangelischen Kirchengesangverein" vorgetragenen mächtigen Strophen des Lutherliede» „Ein' feste Burg ist unser Gott". Rede und Gesang gaben dem Abend daS Gepräge einer würdigen Gedenkfeier de» Reformators. In anregender Unterhaltung blieben die Theilnehmer an der Feier biß gegen Mitternacht vereinigt.
August Juukermauu wird demnächst hier eintreffen, um einen „Reuter-Bortrag" zu absolviren. Unser kunstsinniges Publikum dürfte da» Auftreten diese- ausgezeichneten Künstlers gewiß wieder mit Freuden begrüßen.
* ♦ Theater. Wie schon bekannt, wird die diesjährige Saison nächsten Dienstag, den 23. d. Mts., eröffnet und ist zu wünschen, daß die in Circulation befindliche Abonnement-liste einer regen Betheiligung fich erfreuen möge. Die Direction ist wie seither bemüht, die besten Novitäten zu erwerben, auch Gastspiele mit ersten Künstlern find bereits zum Abschluß gekommen, u. A. mit dem kgl. preuß. Hof- schauspieler Adalbert MatkowSky, der gleich Anfang» der Spielzeit hier gastireu wird.
* * Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Am Dienstag den 23. Februar, Abends 8 Uhr, wird im großen Saale des Gasthofs zum Einhorn Herr Prem. Lieut. im Feldartillerie- Regiment Nr. 31 Schloifer I. über eine Reise nach dem Victoria Njansa und die Dampferfrage auf den central- afrikanischen Seen sprechen. Herr Prem.-Lieut. Schloifer I. war 1892/93 als Freiwilliger des Antisclaverei ComitsS bet der Stationsgründung auf der Insel Ukerewe im Victoria Njansa betheiligt, und hat während seines Aufenthalt- am See diesen selbst und alle seine Küste» genau kennen gelernt. Zur Zett ist er bemüht gewesen, eine Summe Gelbe- zusammen zu bringen, um einen Dampfer auch für den Tan- ganika-See Herstellen zu laffen und beabsichtigt, fich zur Ueberführung des Dampfers seinerzeit selbst wieder nach Afrika zu begeben. Eintrittskarten für Studirende und Schüler sind für 50 Pfg., solche für Ntchtmitglteder zum Preise von Mk. 1.50 an der Tageskasse und in der Rcker- scheu Buchhandlung zu haben.
* * Einjährig Freiwillige können am 1. April im Bereiche deS 11. Ar m e e c o rp S bet folgenden Infanterie-Regimentern eingestellt werden: Regt. Nr. 81 in Frankfurt, Regt. Nr. 83 in Kassel, Regt. Ne. 94 (3. Bataillon) tu Jena, Regt. Nr. 115 in Darmstadt und Regt. Nr. 116 in Gießen.
• • Militärische». Bon besonderem Interesse für Militär- und Radfahrer dürfte die zum ersten Mal erfolgende Bildung ewes Pionier-Radfahrer-DetachementS sein. In der Ordre de Bataille für die im Herbst beim 11. ArmeecorpS aufzustellende Cavallerie-Division, welche, wie bereits mitgetheilt, sowohl besondere Cavallerie Hebungen unternimmt, als auch zur Thetlnahme an den Katsermanövern deS 8. und 11. Armeecorps gegen das bayerische Heer bestimmt ist, ist auch ein Detachement deS hesfijchen Pionier- BataillonS Nr. 11 vorgesehen, welches aus einem Offizier und 60 Mann auf Fahrrädern bestehen wird.
* • Kriegerkameradschaft Hasfia Nach Erfüllung der satzungsmäßigen Pflichten ist der Kriegerverein Volxheim mit 77 Mitgliedern in den Landesverband der Kriegerkameradschaft „Hasfia" ausgenommen und dem Bezirk Alsfeld zu- getheilt worden.
• • Kyfshauser- Denkmal. Nach der letzten Beitragsliste Nr. 51 find für daS Kais er-Wilhelm-Denk mal auf dem Kyffhäuser wieder 15,320 Mk. etngegangen, sodaß die Gesammtsumme nunmehr 1,050,070 Mk. 14 Pfg. beträgt.
♦ * Commission zur Erforschung der Pest. Die vom Deutschen Reich zur Erforschung der Pest nach Ost- Indien entsandte Commission wird im Laufe dieser Woche die Heiwath verlassen, um fich über Biindtfi zunächst nach Bombay zu brgeben. Sie besieht auS den Herren Geheimen Medicinalrath Prof. Dr. G af fky - Gießen, außerordentlichem Mttgliede deS Kaiserlichen Gesundheitsamts, als Führer, Profeffor Dr. Pfeiffer vom kgl. preußischen Institut für Infektionskrankheiten zu Berlin, dem kgl. bayerischen Assistenzarzt erster Klasse Dr. Dieud onn 6 vom Kaiserlichen Gesundheitsamt und dem Privatdozenten Dr. Sticker-Gießen. Vorbehalten bleibt der Eintritt des Geheimen MedtcinalrathS ProfefforS Dr. Robert Koch, sofern derselbe zeitig genug die im Auftrage der britischen Capcolonie übernommenen Arbeiten zur Erforschung der Rinderpest abschließen kann.
*♦ Frachtermäßigung Den am 1. April im Bereiche der preußischen Staatsbahnen und der Eisenbahnen in Elsaß- Lothringen in Krast tretenden Frachtermäßigungen für Steinkohlen, CokS, Braunkohlen und Briquettes, welche auf den Versandt von deutschen Gruben und Coakcreieu beschränkt bleiben sollen, haben sich auch die oldenburgischen, badischen und württembergischen Staatsbahnen, ferner die Main-Neckar- und die pfälzischen Eisenbahnen augeschlossen. Ebenso werden die Ausnahmetarife von rheinisch-westfälischen Stationen nach den Niederlanden, soweit sie sich höher stellen al» die Sätze des RohstoffauSuahmetarif», auf diesen letzteren ermäßigt werden.
** Lebende Photographie», das Wunderbarste und Neueste, waS auf diesem Gebiete der bildlichen Darstellungskunst geschaffen, und bereit» in allen größeren Städten bei großem Andrang vorgeführt wird, werden auch hier in den nächsten Tagen im Laden Neuen Bäue 1 zu sehen sein. Da» diesen Photographien zu Grunde liegende Princip ist im neuesten, dafür erfundenen Apparat, „Bitagraph" genannt, in einer kaum für möglich gehaltenen Weise vervollkommnet - während daS KinetoScop winzig kleine Miniaturfigürchen zeigt, führt der neue Wunderapparat ganze Straßenscenen und Vorgänge mit Menschen in natürlicher Größe dem Auge dar. Wir sehen z. B. die Einfahrt etneS Eisenbahnzuges in eine Station, daS Gewimmel der Menschen am Perron, wie die Coupsthüren sich öffnen, die Passagiere ein- und auSsteigen, der Stationsbeamte giebt daS Zeichen zur Abfahrt, und fort dampft der Zug wieder. Die Bilder, Hurch diesen Apparrt auf eine 50 iDFuß große, weiße Leinwaudfläche geworfen, erscheinen keineswegs al» schwache Schattenrisse, sondern vollkommen plastisch Alle-, waS in der Natur lebt und sich bewegt, der Verkehr, der auf Straßen und Plätzen fluthet, die Wogen des Weltmeere», die fich thürmeu und übereinander wälzen, alle» da» sehen wir vor unS greifbar nahe, in unnachahmlicher Natürlichkeit. Genau in derselben Weise, wie man beim Phonographen noch nach Hunderten von Jahren Gesang, Musik, historische Reden rc. reproduciren kann, kann man auch den künftigen Geschlechtern historische Begebenheiten durch den „Vitagraph" wieder zur Anschauung bringen. Hoffentlich findet auch hier diese sensationelle Erfindung gebührende Beachtung. Der Tag der Eröffnung wird im Jnferateutheil bekannt gegeben werden.
Die Abgabe vo» Postwertzeichen auf den Bahnhöfe» ist schon lange angestrebt worden. Diesem langgefühlten Bedürfnisse deS reisenden Publikum- kommt jetzt eine Verfügung deS ReichSpoftamteS nach, durch welche bestimmt wird, daß auf fämmtlichen Bahnhöfen der preußischen StaatSeisenbahnen von dem dienstthuenden Postasfistenten Postwerthzeichen, als Briefmarken, Postanweisungen, Postkarten rc. zu erhalten sind.
•• Wetterbericht. Der hohe Druck hat fich mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit von Westen her über Central- Europa bis zum schwarzen Meere und nach Klein-Asien ausgedehnt. Dabei hat auch die Intensität sehr stark zugenommeu- in Süddeutschland um 5, in Süd Ost-Europa um 18 Mmtr. Ein geschloffener Kern hohen Druckes lag am Morgen über Böhmen. Unter dem Einfluß des hohen Barometerstandeist meist Aufklärung eiogetreten und sind infolge der ungehinderten Ausstrahlung die Temperaturen wieder gesunken. Ein sehr tiefe- Minimum, welche» im äußersten Norden erschienen ist, hat an der Westküste Scaudiuavieu- stürmische Winde und Regenfall verursacht. — Voraussichtliche Witterung: Theils heitere-, theils nebelige- Wrtter- Abends und Morgens Frost.
Lauterbach, 12. Februar. Ein böser Zufall hat über einen noch jung verheiratheten Ehemann im benachbarten Großenlüder schwere Betrübniß gebracht. Der Maurer Sippel daselbst war auch einer von Denjenigen, wrlche gestern bei der Beerdigung eine- ortsangehörigen alten Krieg-Veteranen die üblichen drei Ehrensalven über da- Grad feuern sollten. Sippel mußte sein Gewehr nicht ganz intact gehalten haben, denn er glaubte e- vorher probiren zu müssen. Er lud eS daher am Vorabend mit einer Platzpatrone, um eS draußen abzufeuern. Leider löste fich der Schuß schon in der Stube und traf sein junges Weib, mit dem er kaum ein Jahr in glücklichster Ehe lebte, an die Stirne, deren Schale eingeschlagen wurde, so daß daS Hirn hervorquoll. Die Schwerverletzte fand inzwischen Aufnahme im Landkranken- hause dahier. Der unglückliche Mann sollte heute zur Reserve- Übung einrücken, erbat fich aber einen Aufschub.
x Groß Eichen, 16. Februar. Auf dem zwischen Ilsdorf und hier gelegenen Eisenft einbergwe rk ereignete sich gestern Nachmittag ein schwerer Unfall. Der hiesige Bergmann Rahn, ein Vater von vier Kindern, arbeitete mit anderen Kameraden im Tagbau. Plötzlich löste sich eine über ihm befindliche größere Erdmaffe und stürzte hernieder. Der WarnungSruf eines Kameraden: „Lauf!" rettete Rahn zwar von dem gänzlichen Verschüttetwerden, allein die Erdmassen trafen ihn doch noch so schwer, daß er beide Beine brach. Der Verunglückte, der auch wahrscheinlich noch innere Verletzungen erhalten, mußte nach Hause getragen werden. Heute Morgen wurde er zur Klinik nach Gießen verbracht. Der Unfall ist zweifellos durch die gegenwärtige Witterung veranlaßt worden. Bet dem starken Frost der Nächte gefriert die aufgeworfene Erbmasse, am Tage aber thaut fie der warme Sonnenschein auf und veranlaßt um diese Zeit die Erdstürze, welche zur größten Vorsicht mahnen.
? Ober Seibertenrod, 16. Februar. Eine eigenthümliche Art der Holzbeförderuug wird gegenwärtig bei unserem Orte in Anwendung gebracht. Auf einem steilen Bergrücken in der Nähe des Orte- liegt ein Privat-Etchenwäldcheu, welches abgeholzt wird. Die Eichenftämme werden nun den Berg herunter sammt der Krone mit Pferden bi- vor da- Dorf geschleift, wo fie erst zugehauen werden. Oft find vor einen Stamm 3—4 Pferde gespannt. Diese eigene Art des Holztransportes zieht immer eine Menge Zuschauer herbei.
Darmstadt, 13. Februar. Es liegt jetzt eine genaue Abrechnung über die Einnahmen au- den WohlthätigkeitS- Festlichkeiten vor. Darnach find eingegangen im Bazar: Ertrag von den Buffet-, BerkaufSständen usw. 36,331.85 Mk., baare Zuwendung 4000 Mk., Theatervorstellung 5631.50 Mk., Balleiunahme 1800.40 Mk.,Bureaukaffe (Schleifen rc.) 1973.22, Auktion 1187 30 Mk., Einnahme an Garderobe 257.84 Mk., Total 51,188.71 Mk. Gewiß eine stattliche Summe, die dem edlen Unternehmen zu Gute kommen wird.
□ Darinstadt, 15. Februar. Seit einigen Jahren besteht hier die schöne Sitte, im Wege der Privatwohlthätig-


