auSübrn. Da« Gesetz hat die Vereine neben den Innungen zur M'tarbrit berufen, welche aber nur dann ersprießlich sein kann, wenn die Vertreter der verschiedenen Richtungen tn gutem Einvernehmen stehen. Meine Ausgabe wird sein, nicht da» hervor zu suchen, wa» un» trennen tonn, sondern die Beziehungen zu pflegen, welche bei unserer Verantwortung»- reichen Arbeit auf gemeinsamem Wege unS zusammensühren. In diesem Ginne ergreife ich mit Freude die von Ihnen dargebotenr Hand und hoffe hierdurch, neben der Sache auch meinem Amre dienen zu können in dem mit Ihnen gemeinsamen Streben nach Frieden tn den Kreisen unseres einheimischen Handwerks, damit die tn der neuen Organisation gebotene Form mtt lebensfähigem und frischem Geiste erfüllt werde. Mit hochachtung-voller Begrüßung Ihr ergebener Noack."
vutzbach, 13. November. Mit dem 1. December d. Js. wird in unserer Stadt neben dem „Wetterauer Voten" noch ein zweites Blatt im Verlage des Herrn Schneider aus Langenhain, seither GeschäflSsührer im „Wetterauer Bo^en", erscheinen. Wie e» heißt, soll da» neue Blatt wöchentlich sechsmal zur Ausgabe gelangen.
Schotten, 11. November. Ein schweres Brand» nnglück hat, wie bereits gemeldet, da» eine halbe Stunde von hier gelegene Dörfchen Michelbach heimgesucht. Gestern Nachmittag kurz nach 4 Uhr gewahrte man ungeheuere Rauchwolken gen Himmel steigen, die auf einen größeren Brand schloßen ließen. DaS Feuer ist in der Scheune des Joh«. Fleischer, in welcher sein Kind spielte, entstanden. Man gewahrte daffelbe erst, als mächtige Flammen zum Dachstuhl htnau-schlugeo. Ein heftiger Ostwiud wehte ein Fuukenmeer auf die benachbarten, theil» mit Stroh gedeckten Gebäude und in kurzer Zeit standen fünf bi» sechs derselben in Hellen Flammen und eS hatte den Anschein, daß daS halbe Dorf dem verheerenden Elemente zum Opfer fallen wüffe, wenn nicht rasch thatkrästige Hilfe käme. Die benachbarten Feuer» wehren waren bald zur Stelle, aber eS konnte nicht ver- hindert werden, daß bi» gegen Abend schon zehn Gebäude dem fich wir rasender Schnelligkeit auSbreitendeu Feuer zum Opfer fielen. DaS Söhnchen des I. Fleischer, daS in der Scheuer seines Vater» gespielt, wird vermißt- man glaubt, daß daffelbe in den Flammen umgekommen, murhmaßltch hat es mit Feuer gespielt, wobei sich die in der Scheuer lagernden Strohmaffen entzündeten. Ludwig Rühl und Frau waren tn Schotten beschäftigt, als da» Feuer ausbrach - nachdem fie in Eile den HeimathSort erreicht, war ihr Häuschen mit Allem, wa- darinnen war, niedergebrannt. Die Gebäude find tn der Lande-brandkaffe, zum Theil wahrscheinlich sehr niedrig, ver» ficherr, Mobilien hat nur Forstwart Krämer versichert- den Anderen ist Alle» verbrannt, fie stehen von aller Habe entblöst da und haben nur da» nackte Leben gerettet, es ist Hilfe hier dringend geboten. — Der hiesige Turn» und Gesangverein hat für nächsten Sonntag bereits eine WohlthättgkeitS Vorstellung inS Auge gefaßt, zu welcher zahlreicher Besuch zu wünschen ist.
Vad-Rauhelm, 11. November. Von der hiefigen Zweig» niederlaffang der Actiengesellschaft Fabrik feuerfester und fäurefefter Produkte find im vorigen Monat neunzig Waggons fertiggeftellter Maaren zum Versandt gekommen, die höchste Leistung seit Bestehen deS hiesigen Geschäft». Da» so mächtig emporblühende Etabltffement in Wirg e» ist dieser Tage von einem Unfall betroffen worden, indem die chemische Abtheilung durch Feuer zerstört wurde. Die Gesellschaft ist versichert.
Bad-Nauheim, 13. November. Die schon seit langen Jahren erblindete und kranke Frau deS verstorbenen Herrn Bürgermeisters Hartmann in Rö)gen, ist jetzt auch thren
Leiden erlegen. Der verunglückte Sohn derselben befindet fich noch immer in Lebensgefahr.
Friedberg, 13. November. Ein schönes Intermezzo ereignete sich gestern Morgen auf der nördlichen Kaiserstraße. Von einer vorüberziehenden Hammelheerde hatte sich ein Metzger ein schönes Exemplar herauSgesucht und daffelbe, so lange er wettere Musterung hielt, in seinen Laden etngesperrt. Aber der gute Hammel muß außerordentliche Sehnsucht nach der Freiheit und seinen Lollegen gehabt haben, denn plötzlich mit kühnem Satze sprang er durch dte Erkerschelbe und verschwand unter der Menge. „Theure Hammel", sagte refiguirt der Metzgermetster.
- t Friedberg t d Wetterau. 14. November. In der Nähe deS hiesigen Bahnhof» wurde vor wenigen Togen ein Arbeiter von zwei Stromern Abends überfallen und ihm von dem einen, während der andere ihn festhielt, die Uhr entriffen. Der Polizei gelang es, die Strolche einzuholen und zu verhaften. Die Uhr jedoch hatte der Betreffende während der Verfolgung weggrworfen. Den Handkoffer, den der eine trug, hatten die netten Burschen in der „Herberge zur Heimath" gestohlen. Am Tage nach der Vernehmung durch den Untersuchungsrichter fand man einen der Stromer tn dem Hafrlocal entleibt vor. Er hatte sich durch Erhängen am Handtuch den Folgen seiner vorauSgegangenen Tharen entzogen. Als hierauf bei der OrtSbehörde des angeblichen HeimathSortr» des Betreffenden telegraphisch angefragt wurde, ob die Angehörigen auf den Leichnam reflec- litten, stellte sich weiter heraus, daß der Gauuer ganz falsche Papiere bet fich führte- denn die Antwort lautete, eß müsse jedenfalls ein Jrrthum vorliegen, da die Person fraglichen NamenS fich noch wohl und munter befinde. Die Leiche wurde tnfolgedeffen der Anatomie tn Gießen übergeben.
Berlin. 13. November. Ohne Arbeit find zur Zeit 8 7 00 Kellner nach einer Zählung der Gastwirthe Innung. Selbst vor einem Jahre, nach dem Schluffe der Ausstellung, war die Zahl der arbeitslosen Kellner nicht so groß, fie betrug nur 8000, nachdem mit dem Schluß der Ausstellung etwa 1000 htnzugekommen waren.
* Berlin. 13. November. Gestern Nachmittag hat der 18jährige Z mmergeselle Ernst Roluß tn Friedrichshafen nach vorausgegangenem Streite feine 32 Jahre alte verehelichte Schwester Anna Krüger erschlagen. Der Mörder wurde gefeffelt tn da» AmtSgefängniß abgesührt.
* Düren, 13. November. Der vor einigen Tagen verstorbene Rentner und frühere Thetlhaber der Firma Karl Schleicher & Söhne Erich Schleicher hat 600000 Mk. für wohlthätige Zwecke vermacht, darunter 100000 Mk. für die Epileptiker-Anstalt des Pastors v. Bodelfchwingh tn Bielefeld, 100 000 Mk. der Dürener Realschule und 25000 Mk. dem rheinischen Blindenverein. Die dem Verstorbenen gehörende Burg Ntddeggen wurde dem Kreise Düren vermacht.
• Sinkende Schulkinder. In Weetfeld, Krei» Hamm tu Westfalen, gibt eß stnkende Schulkinder. Vor drei Jahren kündigte der dortige Lehrer Knoop aus GesuudhettSrückfichten die Heizung und Reinigung des SchulzimmerS, die ihm bi» dahin übertragen war. Der Schulvorstand übertrug die Arbeiten dem Schulvorsteher Bohnensack und dieser weiter einer alten Frau, die deS TagS über meist in dem eine Stunde entfernten Hamm bei Verwandten wohnt. Heizung und Reinigung wurden sehr mangelhaft besorgt. Der Lehrer Knoop war deshalb genöthigt, fich durch alle Instanzen zu beschweren- eS geschah dies aber ohne den geringsten Erfolg. Die Kgl. Regierung wie- ihn zurück auf die unteren Behörden - der Landrath Schulze-Petkum in Hamm wie» ihn ab und maß ihm alle Schuld bet, ebenso der Ehrenamtmann
und eilte in da» Nebenzimmer, um da» Bestellte zu holen. Der Profrffor hatte fie sofort wiedererkannt: e» war sein „Moselblümchen" von gestern. Wie er fich doch geirrt hatte, gestern hatte er fie für eine verttable Dame gehalten und jetzt entpuppte fie fich al» Kellnerin. Na, da brauchte er ja nicht jede» Wort auf die Goldwaage zu legen.
„Danke, Fräuleinchen," meinte er, al» er feinen Feder- weißen erhalten hatte, „aber etwa» mehr aufpaffen müffeu Sie schon, mit kommt'» .denn auch auf ein gute» Trinkgeld nicht an."
Da» Mädchen wurde über und über roth, fie schien eine anzügliche Bemerkung auf den Lippen zu haben, unterbtütfte sie aber im letzten Augenblick und wandte fich an den Wirth. Diesem flüsterte fie wa» tu» Ohr, der warf einen Blick auf den Profeffor, dann lachten Beide.
Dieser hatte inzwischen den Federweißen gekostet; hm, — ein etwa» sonderbarer Geschmack, nicht süß, nicht sauer, — er nahm noch einen kräftigen Zug, — ach, die» Zeug schmeckt eigentlich nach gar nicht». Da» sollte ein „Sauser" fein? „Unfinn", brummte er, „gefärbte» Wasser, nicht» weiter," — dann bestellte er einen neuen Schoppen.
Diesmal brachte ihn der Wirth selbst. „Wenn Ihre Kellnerin weniger mit den Gästen schäkerte und beffer auf- paßte, könnte e» nicht» schaden," knurrte der Profeffor. „Sie würden außerdem beffere Geschäfte machen . . ."
„ffiie schmeckt Ihnen unter Federweißer?" unterbrach ihn der Wirth und lupfte mit komischer Grandezza da» Käppchen, da» fein weiße» Haar bedeckte.
„Ach," antwortete der Profeffor, „’ne schwache Nummer, fo wa» reißt kein Kind um." Dann that er wieder einen kräftigen Zug, dann noch einen. Er suchte nach seiner Eigarrentasche, .... natürlich im Mantel stecken laffen. Doch da stand ja eine ganze Kiste auf dem Tisch. Er langte zu--alle Achtung, war da» eia Kraut! So wa» gab'»
bet ihm ja nur an hohen Fest- und Feiertagen. Uebrtgen» war» ein bodenloser Leichtsinn, solch theure Eigarrea ohne jede Controle den Gästen zur Verfügung zu stellen.
Sein Blick heftete sich auf eine Photographie, die drüben unter einem Oelgemälde hing. Da» Gemälde, — da» schien
ihm ein echter Defregger zu sein, er kannte sich au» in diesem Genre. Und die Photographie, .... nanu, da» war doch sein „Moselblümchen!" Ein reizendes Gesichtchen übrigen», — aber die Photographien von Kellnerinnen tn dem Gastzimmer aufzuhängen, da» fand er unpassend. Der Defregger aber schien plötzlich lebendig zu werden- die beiden Dirndl lachten ihn an, der -wischen ihnen sitzende Bua hob sein GlaS mit rothew Tiroler Wein .... „Prooost," machte der Profeffor und kam de« Bua nach.
ES schien ihm, als ob man drüben am Tische die Köpfe zusammensteckte, man lachte, der W'rth schien eine heitere Geschichte zum Besten zu geben. Der Profeffor nahm den alten Herrn nochmals unter seine Brille - auf der rechten Backe entdeckte er zwei „Schmisse". Na ja, ein verbummelter Student, der e» glücklich bis zum Weinküfer gebracht hatte. Aber dieser Federwelße war wirklich nicht dazu angethan, den Ruhm de» Wirthe» zu verkünden, — „Zuckerwaffer, reineß Zuckerwaffer," murmelte der Profeffor und zündete eine frische Cigarre an au» der vor ihm stehenden „Upmann"- Kiste. Als er eben die ersten Rauchwölkchen vor fich hin blie», sah er fich die Wand gegenüber nochmal» an. Nein, aber so wa»: jetzt hing die Photographie öden, der Defregger unten! Im nächsten «ugenblin schien e» ihm, al» ob zwei Photographien oben hingen und al» ob der Bua ihm fein Gla» ganz besonder» herausfordernd entgegen halte.
Die beiden Dirndln lachten höhnisch, — er hörte gan- deutlich ihr Gekicher. „Zu dumm", brummte er und stieg nochmal» in feinen Federweißen, „wer weiß denn, ob dieser Defregger wirklich echt ist, vorhin hätte ich darauf gewettet, aber jetzt . . . ." Er schob die Brille hoch und rückte fie wieder nieder. „Ich könnte ja mal nach den Initialen sehen, bann hätte ich'» gleich heran»."
Er stand schnell auf und nahm die Richtung nach den Bildern. „Oho", stammelte er, „daS ist ja . . . .", dabei setzte er ein Bein über daS andere, — „’ne Art Zickzack- cur» .... Pardon, Verzeihung er war eben mit
einem der Herren zusammengestoßeu . . . ., „ich wollte nur den Defregger —", damit nahm er einen Stuhl, erklomm den mtt großen Anstrengungen und wollte nun in der Ecke
Schulze Pelkum in Pelkum, de» Landrath» Vater, und endlich ebenso der Kre-Sschuliufpkctor Zur Nleden in Dreschen, des EhieuamtmannS Schwager. Nunmehr hielt der Lehrer Rnoop als Vater seine eigenen K oder bei ungenügender Heizung au» der Schule, erstattete jedoch al» Lehrer tn der Dersäumuißliste Anzeige. Der Ort-schnUn'p ctor setzte dahinter den Vermerk: »Hier ist eine exemplarische Bestrafung am Platze!" Dem Lehrer Knoop wurden zwei Mark Ichul- versäumntßstrafe auferlegt. Er erhob Widerspruch. Da» Gericht sprach ihn mit wenig schmeichelhaften Bemerkungen für die Behörden glänzend frei. Sogar der ArnkSanwalt ergriff die Partei de» Lehrer» und sagte wörtlich: „Da sich der Lehrer Knoop alle Mühe gegeben hat, ein warme» Klaffen- z'.mmer zu bekommen, ihm dies aber nicht gelungen ist, wie die» durch die vernommenen Zeugen klargestellt worden ist, so beantrage ich hiermit seine Freisprechung- in eine solche Schule schickte ich meine Kinder selbst nicht." Nachdem nun durch diese gerichtliche Entscheidung die Väter und Mütker WeetseldS wiffen, daß fie ihre Kinder in der Schule nicht frieren zu laffen brauchen, haben fie ihnen anbefohlen, bei kaltem Schulzimmer nach Hause zu kommen, wa» denn auch schon in diesem Winter mehrere Male geschehen ist. Die Kinder hatten In den vorigen Jahren unzählige Male frierend und weinend in der Schule gesessen. Zur Beleuchtung der dortigen Zustände noch kurz Folgende»: Der Lehrer Knoop hat, seitdem er Heizung und Reinigung gekündigt hat, also seit drei Jahren Veranlaffung zu haben geglaubt, sich bei kgl. Regierung in Arnsberg über seine nächsten B-hörd-u zu beschweren. Er hatte immer negativen Ersolg: Verweise und Ordnungsstrafe. Nachdem er aber endlich, keinen anderen Ausweg mehr sehend, auS Nothwehr zur SelbsthÜlfe griff und die königlichen Gerichte in Anspruch nahm, hat die Sache ein andere» Gesicht bekommen. Bor dem Schiedsgericht wurde der erwachsene Sohn de» Schulvorstehers Bohnenfack verurtheilt, eine schwere Beleidigung gegen Knoop öffentlich zurückzunehmen. In dem ersten Prozeß ist der Ehrenamtmann Schulze-Pelkum sammt Schulvorstand unterlegen, in dem zweiten der Ehrenamtmann unb der OrtSschnl- iuspector. In dem dritten Proceß ist der OrlSschulinipector Pfarrer Coester in Bönen bei Hamm bereit» in zwei Instanzen wegen schwerer Beleidigung de» Lehrer» Knoop zu Geldstrafen etientl. Gefängniß verurtheilt worden. Die Acten liegen jetzt bei der dritten Instanz, beim Oberlande»' gericht in Hamm. Der Lehrer Knoop hat eine gründliche Untersuchung beantragt und da» nöthige Material durch feiner Anwalt eingereicht. In der Bewohnerschaft herrscht eine große Verstimmung wegen der Spannung zwischen den Behörden und dem Lehrer, auf dessen Seite fich die Bevölkerung stellt.
• „Ick woll Luft hebbeu!" Gestern Nachmittag blieb plötzlich der Zug von Lengerich nach Osnabrück auf freien Felde stehen. Beängstigt schauten die Paffagiere an», wa» wohl vorgefallen wäre. E» stellte sich heran», baß ein Reisender die Nothbremse gezogen hatte Auf die Frag'- de» Zugführer», wie er dazu komme, erroieberte er ganz treuherzig : „Ick woll Lust Hedden. Ick hed meent, bet Ding» wör dato dar, um die Lustklappen uptomaken!" Mit einer viertelstündigen Verspätung fuhr der Zug weiter. In OSna drück bekam der Mann Lust — im Portemonnaie.
• Die junge Königin von Holland wohnte während ihre» Aufenthalte» in Wien einem Radfahrerfeste bei unb fant solchen Gefallen an diesem Sport, daß sie daS verlangen äußerte, ein Bicycle zu besitzen. Eine Maschine war sofort angeschafft unb mit in die Heimath geführt. Dort sah fich aber die Mutter veranlaßt, den Wunsch ihrer Tochter dem M'Nisterrath zur endgültigen Entscheidung vorzutragen und der hat den dringenden Rath ertheilt, mit Rücksicht aut
deS Gemälde» Nachsehen —, sapperlot, der Stuhl wankte nach recht», der Profeffor beugte sich nach lir.Fi .... oho, da schwankte das Bild ihm entgegen . . . ., der Bua wollte ihm da» Gla» an den Kopf werfen . . . ., er luchte nach der Lehne seine» Stuhles, er fand fie nicht, griff hilflos in die Luft unb — — kladderadatsch: Profeffor, Gemälde, Lampe, T'.sche, Stühle, Gläser, Feberweißer — ein Ehao»!
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Nächsten Mittag wurde Doctor Klauß an da» „Krankenbett" de» Profeffor- gerufen. ES mußte da eine sehr eingehende Consultation ftattgefunben haben, der Kellner wußte Selter», Thee, Hühnersuppe, Lach-brötchen, Roastbeef, Rothr wein bringen. Einige Stunden später war der „Kranke" wieder gesund. Er unternahm seinen ersten Ausflug hinüber zum Doctor. Hier mußten fich die Consultationen wiederholt haben, — Mißverständniß, Abbitten, nicht wieder thun, der Federweiße, ganz confu» gewesen, hatte Wirth-Hau» vermuthet .... Dann erfolgte eine gründliche An-sprache, die „Kellnerin" wurde hereingerufen, die that schämig, ver schüchtert ....
„Sie müffen schon entschuldigen, gnädige» Fräulein," bat der Profeffor, „aber wirklich, — wenn ich gewußt hätte, daß der Federwelße ein fo tückischer Gesell' sei . . . ." 6t ergriff ihre Hand und drückte, wa» er plötzlich für Courage hatte! — einen Kuh darauf.
Hab da» gnädige Fräulein entzog ihm ihre Hand nickt. daS war wohl auch eine Wirkung des Federweißen? Date blieb fie stumm wie ein Fisch, eine Blutwelle war ihr in’» Gesicht gestiegen. Da nahm er auch ihre andere Hand. Die hätte er eigentlich auch küssen müffen, er wollte fich nieder- beugen, al» er noch einen Blick in die blauen Augen de» holden Mädchens tauchte. Er mußte in diesem etwa» El- muthigende», etwa» Glückselige» gesehen haben. Er löste ihre Hände, breitete die Arme au«, — — da» „Mosel- blümchen" lehnte in hingebenoer Haltung an seiner Schulter
„Welch' ein Glück", jubelte er auf, „ja, e» ist wa» Herrliche» um mein „Moselblümchen", da» ich dem tückischer Gesellen verdanke, dem hinreißenden, überschäumenden „Feder- weißen".


